Gutverdiener ohne Vermögensaufbau – So geht´s

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Teile die Freiheitsmaschine

“Als Gutverdiener ist Vermögensaufbau ja einfach” – ist in den Kommentaren vieler Millionär Interviews der Freiheitsmaschine zu lesen.

 

Aber ist es das wirklich?

Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, sehe ich einige Menschen mit einem hohen Einkommen. Aber trotzdem sehe ich außerhalb der oftmals eigenen Immobilie, meistens keine große Anstrengung weiteres Vermögen aufzubauen.

Das Problem ist, dass bei steigendem Einkommen die Ausgaben sehr oft direkt mit nach oben gehen. Das zusätzlich hereinkommende Geld wird einfach ausgegeben, anstatt es zum Vermögensaufbau zu nutzen.

 

Schauen wir uns die Lebenshaltungskosten von Familien die durch Ihr Verhalten langfristig finanziell frei werden im Vergleich mit vielen anderen doch einmal an, und sehen dabei worauf es ankommt:


Monatliche Ausgaben

 

Freiheitskämpfer Familie

Gutverdiener Familie ohne Vermögensaufbau

Kommentar

Wohnen

Mietwohnung

 

865 € Kaltmiete
300 € Nebenkosten
50 € Möbel
35 € Internet

Haus 550.000 €
50k € Nebenkosten
100k € Eigenkap. €850 € 2% Zinsen
1250 € 3% Tilgung
300 € Nebenkosten
350 € Einrichtung
250 € Instandhaltung
100 € Steuern & co
50 € Internet
Eine eigene Immobilie  kann sich finanziell lohnen.

Eine 50k € Küche ist trotzdem nicht „sinnvoll“ und ein Designersofa kann nicht mehr als eins von Ikea.

Transport

250 € Gebraucht. PKW

250 € Dienstwagen inkl. ges. Besteuerung plus Kraftstoffanteil

1.000 €

Zwei PKW Leasing / Dienstwagen Luxusfahrzeuge

Ein PKW für insgesamt 250 € / Monat

Urlaub

Beispiel mit jeweils vier Personen

625 €

Vier Urlaube im Jahr

Airbnb, PKW oder Pauschalflüge

1.000 €

3-4 Urlaube im Jahr in Resorts, Robinson Club, All inclusive

Reisen sind super.

Mit AirBnB, Ryan Air & Vergleichportalen bleibt es im Rahmen

Lebensmittel

450 € Zu Hause

100 € Schulessen

800 € Zu Hause

100 € Schulessen

Aldi / Lidl & Penny sind Dein Freund!

Ökolabel in teuren Shops dagegen nicht

Restaurants & Kneipen

175 €400 €Wer dauernd in Restaurants geht, bekommt einen „Blank“ Sticker.

Kleidung

125 €350 €Durchtrainierter Körper schlägt jeden Firlefanz Kinder sind ohne JOOP glücklich

Elektronik

80 € Hardware

20 € Drei Smartphones mit AldiTalk Plan

250 €Elektronik kann man prima gebraucht kaufen. Fernsehen ist meistens Zeitverschwendung.

Geschenke, Taschengeld Aktivitäten

150 €350 €Erwachsene schenken sich Liebe – keinen Plunder!

Taschengeld mit Zinsen

Versicherung

15 €

Haftpflicht, ADAC

150 € BuFu, Risikoleben, Rechtschutz, Hausrat, ZahnersatzSchaffe Dir eigenes Vermögen und sei damit Deine eigene Versicherung!

Monatliche Ausgaben

A: Ein PKW keine Miete dafür 300 € Hauskosten2.600 7.550 Zweiter PKW oft nur bei Doppelverdiener Familien notwendig.

 

 

Basisrechnung ohne Miete dafür mit zusätzlichen Immobilienkosten für Reparaturen und Immobiliensteuer

B: Ein PKW + Miete3.165
B: Zwei PKW + Miete3.415

Jährliche Ausgaben

A: Ein PKW keine Miete dafür 3600€ Hauskosten31.200 90.600 €
B: Ein PKW + Miete37.980 €
C: Zwei PKW + Miete
40.680

 

 

  • Maschinisten und Freiheitskämpfer Familien, die zügig eigenes Vermögen aufbauen wollen, haben in diesem Beispiel damit folgendes Budget, wenn der Wohnraum angemietet wird:

Budget 2019 Maschinist

 

  • Wenn man mit einem PKW auskommt, gilt Szenario B
  • Wenn man eine eigene Immobilie besitzt Szenario C

 

Die Ausgabenaufstellung für die geglättete Gutverdiener Vergleichsgruppe hat es natürlich in sich

Anstatt der 1.000 Euro monatlich für zwei Neuwagen können es alternativ schon mal Pferde für Gattin und Tochter sein, die Menschen in dieser Einkommensgruppe oft wie selbstverständlich unterhalten.

Vermögen in der Immobilie wird trotz dieses Ausgabewahnsinns zwar aufgebaut aber dabei darf nichts schiefgehen und der Arbeitsplatz muss dekadenlang sicher und man darf auch nicht arbeitsunfähig werden.

Und selbst wenn alles gut geht, ist das Ergebnis kein Vergleich mit der langfristigen Rendite die beim rein passiven Investieren am Aktienmarkt Standard ist. Und wenn es schief geht, fliegt alles auseinander.

Wenn man eine eigene Immobilie kauft, ist es beim aktuellen Zinsumfeld sinnvoll, lange Kreditlaufzeiten beim Immobilienkredit zu wählen und dann weniger zu tilgen wie in der Aufstellung oben und das Geld stattdessen monatlich in passiven Gesamtmarkt Aktien ETF anzulegen.

Aber diese Alternative wird in der deutsprachigen Bevölkerung weiterhin zum großen Teil nicht erkannt.

 

Dabei würde es die Menschen auf lange Sicht viel glücklicher und entspannter machen

Wenn ich mich in meinem beruflichen Umfeld umschaue, sehe ich jede Menge müde Menschen jenseits der 50, die eigentlich keine Lust mehr haben, den Großteil Ihrer Lebenszeit im Büro zu verbringen und für andere Menschen an Dingen zu arbeiten, für die selbst oft keine Leidenschaft mehr da ist.

Wenn diese Menschen allerdings Ausgaben wie oben in der Tabelle haben, müssen sie trotz hoher Einkommen noch sehr lange Ihre kostbare Lebenszeit gegen Geld eintauschen, wenn Sie an Ihren Ausgaben nichts ändern.

 

Aber selbst das Freiheitskämpfer Familien Budget ist üppig und es gibt weiteres Einsparpotenzial

Das Reisebudget is luxuriös und viele Familien kommen auch mit noch geringeren PKW Kosten oder generell einem PKW aus.

Das Hauptaugenmerk in diesem Beispiel liegt damit darin, den Familienlifestyle nicht an das über die Jahre meistens steigende Familieneinkommen anzupassen, obwohl der Druck aus dem sozialen Umfeld generell da ist.

 

Und wir sind ja noch lange nicht fertig

Wir wollen einen Angestelltenjob oder eine Selbständigkeit, (also ein: „Tausche eigene Lebenszeit gegen Geld“ Schema) hier in der Freiheitsmaschine ja optional machen.

Und um das zu erreichen, müssen wir die monatlichen Ausgaben (inkl. Krankenkasse und Steuern) durch einen passiven Cashflow abdecken können.

Wir nehmen dazu vom Beispiel oben unsere Budgets und rechnen damit das jeweils notwendige investierte Vermögen durch:

 

Freiheitskämpfer

Gutverdiener Familie ohne Vermögensaufbau

Kommentar

Jährliche Nettoausgaben
A: 31.200 €
B: 37.980 €
C: 40.680 €
90.600 €A: Nach Immokauf
B: Ein PKW
C: Zwei PKW
Kindergeld
(4.800 €)(4.800 €)Zwei Kinder
Notwendiges passives Nettoeinkommen
A: 26.400 €
B: 33.180 €
C: 35.880 €
85.800 €Kindergeld reduziert notwendiges Vermögen
Brutto inklusive abzudeckender Einkommenssteuer
15% Quellensteuer

A: 30,360 €
B: 38.157 €
C: 41.262 €

26.38% Abgeltungssteuer

85.800 x 1.2638 =
108.434 €

Ca. 8-10% Steuer Günstiger Prüfung für Freiheitskämpfer. Annahme 15% wegen Quellensteuer.
GKV & Pflegevers.

Ca. 18% des Brutto max. 9.800 € / Jahr

A: 36.816

B: 44.816

C: 48.002 €

106.917 + 9.800 =
118.234 €
GKV vom Brutto Beitragsbemessungsgrenze 2019 = 4.537,5 € / Monat = 54.450 € / Jahr
 

             Notwendiges investiertes Kapital

Bei 3.0% jährlicher Entnahmerate
A: 1,2M €
B: 1,5M €
C: 1.6M €
4,0M €A: Eigene Immobilie
B: Miete & 1 PKW
C: Miete & 2 PKW
Bei 3.5% jährlicher Entnahmerate
A: 1,05M
B: 1,3M
C: 1,4M €
3,5M €Unlimitiert sicher bei Berücksichtigung späterer Rente
Bei 4.0% jährlicher Entnahmerate
A: 0,9M €
B: 1,1M €
C: 1.2M €
3,0M €25 Jahre Entnahme historisch sicher

 

Take aways

Bei der Vergleichsfamilie mit den hohen Ausgaben, wird es nun richtig verrückt und man muss in Deutschland wahrscheinlich ins Top Management aufgestiegen oder ein erfolgreiches Unternehmen mit Angestellten aufgebaut haben um mit Mitte 40 eine solche Vermögenssumme zu erreichen.

Irgendwann im Alter fällt dort ein Teil der Immobilienkosten natürlich weg, weil der Immobilienkredit getilgt ist und diese für die meisten Menschen unvorstellbare Geldsumme reduziert sich ein Stück.

Aber von finanzieller Freiheit ab Mitte 40 brauchen wir hier trotzdem nicht zu sprechen. Wenn nicht irgendwann gegengesteuert wird, läuft es trotz des guten Einkommens auf Arbeiten bis weit ins siebte Lebensjahrzehnt hinaus.

 

Steuern

Die Steuerbelastung für eine Familie mit max. 40.000 € zu versteuerndem Einkommen ist nach Berücksichtigung des Kindergelds und der abzugsfähigen Aufwendungen (Krankenkasse) in Deutschland durch die anwendbare Günstigerprüfung mit 8-10% sehr niedrig.

Als Annahme habe ich hier trotzdem einen Durchschnittssteuersatz von 15% angesetzt, da in den meisten Ländern inkl. USA 15% Quellensteuern auf Aktiendividenden fällig werden.

Beim teilweisen Investieren in ETF von Ländern ohne Quellensteuer (z.B. England, Hong Kong Singapur) lässt sich diese Steuerbelastung weiter in Richtung 10% senken.

Durch den hohen jährlichen Geldbedarf hat unsere Hochkonsumfamilie diesen Vorteil nicht und bezahlt die volle Abgeltungssteuer mit 26,38% (bei Aktien).

 

Krankenversicherung

Die gesetzlichen Beiträge zur Krankenkasse plus Pflegeversicherung sind in Deutschland mit ca. 18% des bereinigten Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze ein relativ großer Kostenfaktor. Bei einem Wegzug ins Ausland könnte man diese Kosten durch Abschluss einer Langzeit Auslandskrankenversicherung wie z.B. von Hanse Merkur deutlich senken (auf ca. 200 Euro monatlich für die ganze Familie).
Im Gegenzug gibt es im Ausland meistens kein Kindergeld sondern nur Kinderfreibeträge (die aber die Steuerbelastung durch die ausländische Quellensteuer in diesem Einkommensbereich kaum noch reduzieren).

 

Depot Entnahmerate

Die Maschinisten Familie selbst plant mittlerweile z.B. mit einer 3,5% jährlichen Entnahmerate aus den Aktiendepots, falls wir von unseren Kapitalerträgen leben.

Die Gründe dafür sind, eine mögliche gesetzliche Rente mit 63 mit 14,4% Abschlag (ab 35 Jahre Mitgliedschaft auch durch freiwillige Sonderzahlungen in den letzten Jahren möglich) plus eine Betriebsrente, die dann schon alleine einen Großteil der gesamten Lebenshaltungskosten deckt.

Wenn Du noch jünger bist und / oder im Alter keine bedeutenden Rentenzahlungen erwartest, würde ich mit 3.0% jährlicher Entnahme planen

Außerdem kann durch Diversifizierung der Investmentdepots auch in Länder / Regionen mit aktuell günstiger Aktienmarktbewertung ein zusätzlicher Sicherhetsfaktor eingebaut werden, da alleine die Dividenenrenditen von Ländern ETF wie z.B. England, Singapur und Hong Kong aber auch eines US REIT ETFs aktuell 3,5% oder mehr betragen. Solange die Welt nicht in einer Zombie Apokalypse zerstört wird, sind diese Parameter extrem sicher und im Falle des Falles hätten wir alle sowieso andere Sorgen.

 

Das Gefühl der finanziellen Souveränität

Dieses Gefühl kann jeder vom allerersten Euro an genießen, in dem er unabhängig von seiner Lebenssituation weniger Geld ausgibt als er verdient. Auch ich hatte dieses Gefühl schon vor knapp zwanzig Jahren als ich damals mit Null Euro Vermögen meinen ersten Job nach dem Studium angetreten habe und einen Monat später meine ersten Euro auf die Seite legen konnte.

 

Und wenn man dann:
  • Die Lebenshaltungskosten generell deutlich langsamer steigert als das Einkommen und
  • Das gesparte Geld dann überwiegend in einkommensproduzierende Assets investiert
  • wird daraus über die Jahre ein schöner Geldhaufen, den man bei guter Planung gar nicht mehr ausgeben kann

Und das deshalb, weil alleine der regelmäßige Cashflow aus diesem investierten Vermögen dann für das eigene Leben mehr als ausreicht.

 

Menschen die diesem Weg folgen, sind dann irgendwann zwischen den Gefühlen des „Genug haben“ und dem Reiz noch etwas länger arbeiten zu gehen, da jedes zusätzliche Jahr nach dem Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit das Vermögen durch weitere Einzahlungen plus Zinseszins des schon investierten Geldhaufens nochmals um ca. 10% erhöht.

Und es geht auch dabei den meisten dieser Menschen dann weniger um „Rente“ oder „Nichtstun“ als um Wahlfreiheit und Optionen!

 

Weitere Gedanken

  • Es ist nicht verboten nach dem Erreichen der finanziellen Freiheit weiteres Geld zu verdienen. Aber dann zu Deinen Bedingungen und auch je nachdem wie viel Lust Du auf eine Sache hast.
  • Geld ist immer auch eine Form der Wertschätzung. Es zeigt, dass man anderen Menschen einen Mehrwert gibt. Und je höher dieser Mehrwert, desto besser wird man (zwar nicht immer aber doch sehr oft) entlohnt.
  • Vielleicht machst Du auch irgendwann etwas ganz anderes und gibst z.B. Skiunterricht oder mixt Getränke in einer Strandbar um dabei neue Menschen kennen zu lernen.

Du siehst: Es gibt tausende Möglichkeiten! Und die meisten Limitierungen die wir uns setzen, befindet sich nur in unseren Köpfen.

Und wir können diese Limitierungen mit einem neuen Denken auf die Seite räumen!

 

Deshalb gehört die Welt auch den Träumern!

Diese Menschen nehmen Ihre persönlichen Limitierungen zwar auch wahr aber sie lassen sich davon nicht zurück halten, Ihre Ziele zu erreichen.

 

Und jetzt Du

  • Wo stehst Du aktuell in finanzieller und persönlicher Sicht?
  • Was sind Deine Pläne und Ziele?
  • Hast Du Dir Deine Ausgaben und Zielsumme schon genau ausgerechnet?
  • Wo möchtest Du hin?

Schreib uns im Kommentarbereich oder auch gerne an meine Email, um einen eigenen und natürlich auf Wunsch vollkommen anonymen Beitrag daraus zu machen.

 

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Paul
Gast
Paul

Sehr interessant. Darf ich fragen in welcher Position/Branche du arbeitest, um solch ein Gehalt zu haben?
Besten Dank!
Paul

Gast
Nero

Hallo Maschinist,

ich habe einige Fragen zu deinem Beitrag…
Aus welchem Grund leistet du hohe Sonderzahlungen in deine Betriebsrente?
Wegen der hohen Sicherheit der Auszahlungen? Bzw. unabhängigkeit der Auszahlungen vom Markt?
Hast du den Rentenbeginn als möglichst bald gewählt oder möglichst spät weil du nicht auf die Beiträge angewiesen bist?
Ich spiele selbst mit dem Gedanken mich über die VBL noch zusätzlich abzusichern… Daher meine vielen Fragen 🙂

Freundliche Grüße

Spurius
Gast
Spurius

Wau!!! Sehr guter Beitrag. Du schaffst es immer weiter die Qualität deiner Beiträge zu toppen! Vielen dank. Ist mein Lieblingsblog neben Tim Schäfer .

Mitglied
Smmn

Top Beitrag, vor allem die sehr detaillierten Rechnungen für Deutschland findet man so sehr wenig im Internet! Danke!

Big Ben
Gast
Big Ben

Hallo Maschinist,

eine interessante Aufstellung, mit der ich mich sehr identifizieren kann. Wir sind wohl zwischen Euch und dem Umfeld drumherum angesiedelt, was den “Lifestyle” anbelangt. Unsere Fix-Kosten sind – da wir in der Schweiz leben – natürlich höher. Das gleicht sich dann mit den höheren Einkommen mehr oder weniger wieder aus. Bevor ich meine Frau vor mittlerweile 15 Jahren kennenlernte, hatte ich mit dem Thema “Sparen” generell wenig am Hut, das verdiente Geld wurde von mir immer gleich ausgegeben. Den “Boost” erlebte ich dann eigentlich erst mit Umzug in die Schweiz, wo ich mein (deutsches) Gehalt gleich mehr als verdoppeln konnte. Da meine Frau bei 80%-Pensum ähnlich verdient wie ich, konnten wir von Anfang an einiges zur Seite legen. Unsere Sparquote beträgt rund 40% und unser Ziel ist es, mit 58 aus dem Erwerbsleben auszuscheiden – also in zehn Jahren. Dann sollte unser Sohn auf eigenen Füssen stehen und wir könnten auf unsere Pensionskassen zugreifen. Wir arbeiten übrigens beide in der Finanindustrie.
.
so Aktiendepot steht derzeit im mittleren sechstelligen Bereich und wird jährlich weiter gefüttert. Das sollte dann also mit Ausstieg aus dem Erwerbsleben (hoffentlich) deutlich siebenstellig sein. Zudem haben wir vor zehn Jahren eine Eigentumswohnung gekauft, ein weiterer wichtiger Pfeiler unseres Vermögensaufbaus. Statt wie damals rund CHF 40’000 an Miete zu zahlen, beträgt unsere jährliche Belastung nur noch rund CHF 15’000 inkl. aller Nebenkosten wie Hypothekenzinsen, Hauswartdienste, Erneuerungsfonds oder Versteuerung des Eigenmietwerts. Aus unserer Sicht hat sich diese Investition also gelohnt. Wir finanzieren die Wohnung übrigens mit Libor-Hypotheken und zahlen dafür einen Jahreszins von 0,45%. Kehrseite der Medaille: Anders als in Deutschland wird die Wohnung nicht getilgt, sondern die Hypothek nur zu rund einem Drittel amortisiert. Mit Renteneintritt wird ein Grossteil also noch immer der Bank gehören. Der Wertzuwachs der ETW liegt laut aktueller Schätzung immerhin bei rund 50%.

Grosse Ausgabenblöcke bei uns sind derzeit ein Pferd, das meine Frau mit in die Ehe brachte und das jetzt auf einer Altersweide sein Gnadenbrot bekommt – das schlägt mit monatlich CHF 550 zu Buche, gehört aber zur Familie. Und unser liebstes Hobby, das Skifahren. Wir haben eine kleine Ferienwohnung in den Bergen gekauft, die wir mit Schwiegereltern und Schwägerin teilen. Wir sind im Winter quasi jedes Wochenende auf der Piste und verbringen auch Teile unseres Sommerulraubs in der Wohnung. Insgesamt kostet uns allein die Wohnung rund CHF 6’000 jährlich (inkl. Jahresabo für Bergbahnen), Hüttenaufenthalte nicht miteinberechnet…;-) Aber das ist es uns wert, zumal unser sonstiges Reisebudget durch die viele Zeit in den Bergen merklich entlastet wird. Ach ja, Auto haben wir nur eines – und das ist gerade wieder ohne Probleme durch die Kontrolle gekommen, bleibt uns also noch ein paar Jährchen erhalten.

Fazit: Wir haben ein Ziel – mit 58 raus aus dem Hamsterrad. Wir haben ein Budget, das auch “Luxusausgaben” beinhaltet. Konsumkredite kennen wir nicht. Unsere Sparquote ist ansehnlich. Mehr sparen ginge sicherlich, würde aber zulasten unserer Lebensqualität gehen. Insgesamt kann es also so weitergehen! Und sollte doch etwas dazwischenkommen wie Jobverlust: Mit dem bisher Ersparten haben wir einen gaaaanz langen Atem. Das lässt mich ziemlich entspannt in die Zukunft schauen.

Sorry, ist doch etwas länger geworden, als gedacht…

Cheers

Big Ben

Peter
Gast
Peter

Ok, ich bin mal mutig:
2 Verheiratete (beide 27), 3 Kinder (2, 4 und 6)

Ich bin Finanzbeamter (gehobener Dienst) und bekomme aktuell monatlich 3k netto zzgl. Kindergeld (Steigerungspotential durch Beförderungen (3-4 Stufen), Erfahrungsstufen (noch 6) und jährliche Lohnerhöhungen nach Tarifverhandlungen (ca 2-3% jährlich steigend)

Meine Frau ist Physiotherapeutin und hat aktuell eine Nebentätigkeit als Trainerin (1500 Euro netto monatlich), zudem bildet sie sich aktuell fort um Reittherapeutin zu werden (denn Pferde sind ihre große Leidenschaft und sie hat selbst auch 2, wovon sich eins definitiv dazu eignet)

Ausgaben:
1k für einen Immo-Kredit (die selbstgenutzte Immo liegt in einem Dorf, hat ein Arbeitszimmer für mich, was mir bis zu 3 Tage pro WocheHome Office ermöglicht, zudem haben wir knapp 6k Fläche Weide- und Ackerland, um Lebensmittel selbst anbauen und ernten zu können), dagegen stehen 300 Baukindergeld für die nächsten 10 Jahre

Zusätzliche Kosten Immobilie (Strom/Gas/Versicherung/Rücklagen Instandhaltung usw): 500 Euro

Fahrtkosten zur Arbeit: 250 Euro (Teilstrecke mit PKW, Teilstrecke mit der DB)

Kitakosten plus Verpflegung: 400 Euro

Pferde (decken auch die Kosten für Hobbies der zwei Mädchen ab): 500

Sparen Kinder: 120

Versicherungen: 350

Verpflegung: 1000

Und der Rest geht in Einzelaktien, ETF, Tagesgeld und Fortbildungsmaßnahmen

Investiert wird seit Ende 2017
Die Depots (mit Blue Chips und ETFs) liegen bei ca 15k, das Tagesgeld bei 10k (Ist der Notgroschen)…
Soviel zu unserer Aufstellung. 🙂

Mitglied
Dustin

Hallo Peter,
vielen Dank für die Auflistung deiner Ausgaben, das habe ich gleich mal zum Anlass genommen meine ebenfalls darzulegen. 😉
Drei Kinder und bereits 3k € netto mit 27 Jahren ist ja schon echt eine Ansage. Hut ab. Deine Situation hört sich für mich sehr gut an und wenn deine Frau ihr Reithobby als Ihre Berufung ausbauen kann wird sie das bestimmt auch sehr zufrieden machen, was dann positiv auf dich und eure Kinder abfärbt (Hatte mal irgendwo gelesen, dass es für die Kindererziehung nicht generell schlecht ist, wenn die Frau bzw. beide Arbeiten, es jedoch sehr negativ ist wenn der Job einen frustiert).

Etwas verwundert bin ich allerdings über die Verpflegungskosten. Die kommen mir mit 1000 € recht hoch vor. Sind da auch die Kosten für die zwei Pferde enthalten?

Gruß
Dustin

Peter
Gast
Peter

Hey Dustin, vielen Dank für deine Antwort! 🙂

Ja da haben wir gut vorgelegt. Das Gute an dieser Weiterbildung ist auch, dass meine Frau einen Teil der Weiterbildungskosten vom örtlichen Reitstall gestellt bekommt, da sie dann dort auch zT mitarbeiten würde und dadurch eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten gegeben wäre.

In “Verpflegung” sind auch Kosten für Restaurants, den allwöchentlichen Kuchensonntagen bei den Großeltern, Handy und Tankkosten außerhalb des Arbeitsweges enthalten. Ich denke aber mal, dass es mit “Sonstiges” besser bezeichnet wäre. Also Danke für den Hinweis. 😉

Mitglied
Dustin

Sehr guter Artikel (auch wenn ich immer noch auf den Ernährungsartikel warte 😉 ).
Ich führe seit 9 Monaten ein Haushaltsbuch und es war sehr interessant die monatlichen Kosten mal direkt zu vergleichen :-). Vor allem, da in meinem Bekanntenkreis über Ausgaben so gut wie gar nicht gesprochen wird und sich nur mit Mühe gerade mal etwas zu den Einnahmen entlocken lässt.

Wir sind ein 3-Personenhaushalt (32,31 und 1,5 Jahre) mit einem Nettverdienst von 5k € (3000 €, 1800 €, 200 €)

Wohnen: 1690 € (Kredite: 1110 €, Nebenkosten 280 €, Strom 50 €, Grundsteuer 30 €, Möbel 190 €, Internet 30 €)
–> ganze 400 € über euren Ausgaben oO, dafür allerdings inklusive Tilgung unserer Eigentumswohnung und Vermögensaufbau (aktuell ca. 700 € Tilgungsanteil)

Transport: 1 PKW, Jahreswagen + gelegentlicher ÖPNV 320 € (ohne Berücksichtigung Wertverlust/Anschaffungspreis PKW)

Urlaub: letztes Jahr ca. 500 €, dieses Jahr stehen nur zwei Center-Parcs Urlaube und Verwandtschaftbesuch auf dem Plan, so dass wir deutlich drunter liegen sollten (so Richtung 200 €).

Lebensmittel: 390 € (340 € Lebensmittel, 50 € Kantine)

Restaurants + Lieferservice: 110 €

Kleidung: 120 €

Elektronik: 20 € (keine größere Anschaffung in den letzten 9 Monaten, 2 Handyverträge mit zusammen 14 €/Monat)

Versicherungen: 140 € (Haftpflicht-, Hausrat-, Lebens-, Zahnersatz, Brillen-, Rechtsschutz-, BU-Versicherungen)
–> Ich weiß, heftig überversichert, aber auch dem Sicherheitsbedürfnis meiner Frau geschuldet 😀

Kinderbetreuungskosten: 510 € (KiTa, 37,5 h die Woche Betreuung inkl. Mittagessen)

Sonstiges: 380 €
(Schrebergarten, Drogerieartikel (Baby), Sport, Gesundheit, Wellness, Beauty, Geschenke, Spielzeug, etc.)

Der Rest wird fleißig gespart und Dank diesem Blog auch zu einem Großteil in passive Gesamt-Markt ETFs 🙂

Gast
Natman

Bei uns jährliche Ausgaben von ca 34.000 – 42.000 schwankend der letzten 7 Jahre, früher hatten wir Sparquoten von 40-52% ins Depot da billige Miete. In 2018 sind wir umgezogen in eine DHH, mit 2 Kindern und Kitakosten geht jetzt etwas weniger mit Investieren. Wir wollen aber bei weiterer Gehaltserhöhung wieder auf mehr Investquote und wenn das Depot weiterwächst dann bei Versicherungen kürzer treten. Muss etwas mit der dem Ziel FF Haushalten, meine Frau ist nicht ganz so enthusiastisch wie ich, daher versuche ich nicht zu übertreiben. Das Depot wächst, daher merken wir den Zinseszins langsam…

Gast
Pascal Weichert

Sparsam sparsam der Herr. (Und die Frau)

35€ für Interniet. Klingt im ersten Moment nach 1&1/Kabeldeutschland 100k Leitung.

Wenn du alle 2 Jahre wechselst, erhält man einen Wechselbonus, dadurch bekommt man meist ein ganzes Jahr, von den zwei Jahren kostenfrei heraus. Und 300-400€ NETTO, für 2, 3 Klicks ist schon ein gutes Gehalt. Also keine Ausreden 🙂

Ich hab hier mal ein Beispiel in Regensburg ausgesucht: Vertragskosten sind bei Vodafone über die zwei Jahre durchschnittlich 20,41€ pro Monat. Bei 200Mbits Down. 12Mbits Up.

https://m.check24.de/dsl/online-abschluss/tarif/b23c7f58398c4240fc58e9a9335b511a/

Falls man kein Bock hat zu wechseln trotzdem Kündigen/via Online Wechseln, bei 1&1 bekommt man dann auch dann ein wenig Preisnachlass, wenn die das Mitbekommen. Den anderen Vertrag kann man Online ja 14 Tage wiederrufen)

Selbiges geht auch bei Stromanbietern, da ist die Ersparnis ein wenig geringer. (Bei uns Aktuell ca. 80€, bei 400€ Gesamtkosten p.A.)

Gruß,
Pascal

Ps. Haste das Mitbekommen, die 10 Jährigen US vs . 1 Jährigen sind vorgestern Invertiert. #Zinsinversion
Sprich in 12-14 Monaten (im Durchschnitt), bei einer Spannungsweite von 6-24 Monaten haben wir wahrscheinlich wieder günstige Kurse^^ oder? So zumindest die Vergangenheit.

Hanseat
Gast
Hanseat

Es kommt am Ende immer aufs Selbe hinaus: Mindset und Lebenstilinflation sind das A und O.. Wenn man sich wirklich hinterfragt, was davon wirklich Mehrwert bringt und nicht nur Ansehen oder Mehrarbeit, dann kann man selbst schnell umdenken.

Ich schmeiße mal meine Kosten-Ausgabenstruktur in den Ring:
Wir: 37+38+3+1
Monatssicht, Sondereffekte auf Monat runtergebrochen (z.B. Weihnachtsgeld oder NK-Nachzahlung)
Einnahmen:
Nettoeinkommen als mittlerweile wieder Doppelverdiener (inkl. Kindergeld): ca. 7000€
Ausgaben:
Wohnen zur Miete warm inklusive Strom und Internet: ca. 900€
Versicherungen (BU, Haftpflicht, Hausraut, Rechtschutz, KFZ): ca. 200€
Abos: 2x Mobilfunk, Streamingdienste, 2x Fittnessstudio: 110€
Kinderbetreuung, 2x Krippe/Kita: 265€
Mobilität, inklusive Freizeit und Urlaub (Benzin+Fahrkarten): ca. 140€
Lebensmittel: ca. 500€
Lifestyle: Klamotten, Kino, Essen gehen, Urlaube (sehr unterschiedlich, deshalb grob geschätzt): 500€
Ausgaben gesamt: 2625€

Was ich nicht einrechne ist unser Auto und Ausgaben für sowas wie Möbel oder Investitionen in unser Ferienhäuschen. Das Auto ist noch recht neu, wurde bar bezahlt und wird gepflegt und gefahren bis Verbrennungsmotoren verboten werden 😉 Möbel sind funktional, und oft second hand oder vom gelben Schweden, fällt daher nicht soooo oft ins Gewicht.

Am Ende ist ein Puffer da, der vielleicht etwas zu hoch erscheint als er wirklich ist. Auf 50% Sparqote kommen wir derzeit relativ problemlos, das kann sich aber ändern. (auch die Einnahmenseite kann sich bei Jobänderungen auch verschieben) Aber solange man gute Jahre hat, soll man sich an diesen auch erfreuen, umso besser stellt man sich, wenn es mal temporär schlechter aussieht.
Die Ausschau nach Wohneigentum haben wir derzeit mal auf Eis gelegt – in unserer Metropole schlägt unsere innerstädtische Genossenschaftswohnung in Radreichweite zur Arbeit einfach um längen den sehr heißen Immobilienmarkt. Und schlechter lebt man auch kaum.
Die Urlaube sind vergleichsweise günstig, da wir die großen Touren ohne Kinder gemacht haben und heute passionierte Roadtripper/Zelturlauber sind und ein kleines Ferienhaus am See unser Eigenen nennen können.
Verbindlichkeiten haben wir keine und können uns das (eventuell mit Ausnahme einer Wohnimmobilie oder einer Selbstständigkeit) auch nicht vorstellen.

ZIelsumme: Keine Ahnung! Wir sparen und investieren einfach und das FU-Money wächst stetig. Derzeit liegen wir bei einem niedrigen sechsstelligen Betrag.
Wo möchtest du hin: Wir haben Jobs, die wir mögen – aber Familie die wir lieben. Will heißen: Arbeit ist notwendig, aber nicht das Wichtigste. Wir haben das Glück mit angenehmen Jobs gutes Geld zu verdienen, haben aber wenig Ambitionen auf die große Karriere (klassisch Generation Y). Wir sind auch weniger auf die finanzielle Freiheit aus, als auf die notwendige Gelassenheit, die ein gute Polster bietet. Im Grunde sind wir ganz klassische Anhänger der FU-Money-Philosophie. Wenn sich die Gelegenheit bietet früher kürzer zu treten sind wir sicher nicht abgeneigt, es ist aber defintiv kein Plan dahinter, auch weil arbeiten derzeit schlicht keine Härte darstellt.

Ich hoffe das war nicht zu ausführlich, es fühlt sich komisch an sich (unbekannterweise) nackig zu machen.

Gast
Kiev

Moin Hanseat,

wir sind bei uns im Haushalt alle um die 2-3 Jahre älter. Ansonsten kommen grob bei den aktiven Einnahmen und Ausgaben ähnliche Summen heraus. Ich werde meine Ausgaben ab 01.05 noch einmal genau aufschlüsseln. Ich führe zwar ein Haushaltsbuch, aber kann mir meine hohen Ausgaben nicht ganz erklären. Bei Dir und dem Maschinisten sehe ich einige Posten, die ich nicht oder wesentlich günstiger habe. Folglich muss ich irgendwo ein kleines schwarzes Loch haben. Ich habe auch ein Ferienhaus (wird aber auch vermietet, so dass es als kleines Invest angerechnet werden kann), wohne aber mit Familie in einem eigenem kleinen MFH in sehr guter Lage. Eine schöne Genossenschaftsanlage ist auch von mir nicht weit entfernt. Ich könnte mir auch vorstellen dort glücklich zu leben. Die Wartezeiten sind hier aber entsprechend lang.
Verdient Ihr noch nicht sehr lange dieses Gehalt? Oder habt Ihr früher mehr ausgegeben? Das Vermögen könnte mit der Sparquote bereits höher sein. Die Zeit ist wesentlich wichtiger als Geld für Konsum. Gerade mit Familie ist dieses FYouMoney sehr wichtig. Das habe ich auch schon erfahren müssen und bin glücklich über meine Optionen. Vielleicht kannst Du das Vermögen etwas ausbauen und Dir dann Zeit für wichtige Dinge nehmen. Ich werde in 4 Jahren vermutlich auf eine 4 Tagewoche reduzieren. So kann ich mehr Zeit mit den Kindern verbringen und hoffentlich durch Überstunden ,ehr Urlaube verbringen. Kalkulatorisch bin ich schon vorher frei. Aber wie der Maschinist es beschreibt, Genug haben, sich frei fühlen usw. ist auch nicht so einfach an Zahlen auszumachen. Das stellt sich vermutlich mit der Zeit ein.
Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg!

Hanseat
Gast
Hanseat

Moin Kiev,

ich halte meine Hand für meine Aufstellung nicht ins Feuer – gerade die soften Kosten (Urlaub, Freizeit…) sind wirklich nur grob geschätzt. Ich stelle grade fest, dass ich die Gewerkschaftsbeiträge noch unterschlagen habe, aber das ist nur ein Beispiel.
Vielleicht muss ich auch mal ein paar Monate etwas genauer aufschlüsseln um ein Gefühl dafür zu bekommen.

Wir haben früher mehr ausgegeben aber auch weniger verdient – das stieg dann sukzessive mit den Jahren. Auch hatten wir früher zwei Haushalte was natürlich deutlich mehr kostet. Die letzten 3 Jahre war meine Frau in Elternzeit, sodass hier ein bisschen weniger vorhanden war. Aber ehrlich: In unserer kinderlosen Zeit haben wir deutlich mehr Geld ausgegeben, einfach weil man die Freiheiten hatte dieses zu tun. Wir haben in der Zeit viel von der Welt gesehen, waren auf Konzerten und anderen Events. Das sind wir heute noch – aber eben ein bisschen weniger 😉

Und ja, es hätte schon mehr sein können, aber ich investiere erst seit 2016/2017 ernsthaft, davor gab es einen guten Puffer auf dem Tagesgeldkonto. Dafür bin ich schon ziemlich zufrieden. Und das ist ja erst der Anfang.

Gast
Schwaberle

Hallo Maschinist, vielen Dank für deine transparente Aufstellung. Dieser Beitrag hat, mal wieder, einen großen Mehrwert für mich. Das Ziel der selbsterarbeiteten Unabhängigkeit ist real. Allerdings gibt es in meinem Umfeld nur 1-2 Menschen die das nicht als Blödsinn abtun würden.

Woher hast du denn die aktuellen Ausschüttungsrenditen der verschiedenen LänderETF. Betrachtest du einfach den Index? Vanguard z.B. gibt mir die nur sehr verzögert an. Bei iShares sind die Ausschüttungsrenditen sehr aktuell.

Vielen Dank für deine tolle Arbeit. Grüße Schwaberle

Hamster
Gast
Hamster

Hi,

möchte hier auch mal meine Erfahrungen dazu teilen, wie realistisch frühe finanzielle Freiheit sein kann, wenn es im Leben an manchen Stellen gut und gleichzeitig an anderen schlecht läuft.

Kurz: es kann klappen, bin noch nicht am Ziel aber es wird immer wahrscheinlicher, dass es z.B. bis 55 klappt.

Rahmenbedingungen sind grob: wir sind zu dritt (48, 40, 10), leben in einer mittelgroßen Stadt in Westdeutschland in einer Doppelhaushälfte. Wir sind beide keine Frugalisten, haben aber eher niedrige Ansprüche und konnten deswegen teure “livestyle inflation”-Fehler vermeiden (Neuwagen, regelm. Fernreisen, teure Hobbies, Zigaretten).
Meine Frau hat wegen diverser z.T. chronischer gesundheitlicher Themen quasi nie Geld verdient und bestenfalls wird sie in Zukunft (1-2 Jahren) auf niedrige monatliche Einnahmen kommen (im Bereich 200€/Monat sieht momentan realistisch aus). Sie hat quasi keine eigenen Rentenansprüche aber ihr gehört unsere DHH (vorgezogenes Erbe).
Bei mir ist die Einkunftsseite gut aber nicht sehr gut (Ingenieur), und ich habe ca. 2000 aus einem Hobby heraus eine kleine selbständige Nebentätigkeit angefangen, aus der jetzt noch ein größtenteils passives Einkommen von ca. 1000€/Monat entsteht. In meinem Haupt-Job habe ich zugunsten der Nebentätigkeit oft nur ca. 4-Tage-Woche gemacht (normale Gehaltssteigerung ohne Karrieresprünge).
Der Hauptjob hatte Hochs und Tiefs, war im langjährigen Durchnitt bestenfalls mitteltoll und in
den letzten beiden Jahren ein frustrierendes Hamsterrad.

Geldanlage: ca. seit Ende der 90er mit DWS Fonds und T-Aktie, dann Zocken am Neuen Markt mit damals noch niedrigen Beträgen und abwechselnd hohen Gewinnen und Verlusten. Netto bin ich ein mittelmäßiger Anleger, der in der Zeit Tagesgeld geschlagen hat aber nicht den MSCI World.
Die Abgeltungssteuerreform zum 31.12.2008 war dann schon früh für ganz 2008 ein starkes, gesetzlich generiertes Kaufsignal und fiel zusammen mit dem heftigen Crash 2008. Das war das perfekte Jahr zum Einsteigen mit cost-averaging und ETF buy-and-hold. Glück gehabt. Seitdem ETFs gehalten, Cash aufgebaut und z.T. Kurse durch puts abgesichert, dadurch geringere Volatilität aber etwas underperformance.
Außerdem: Direkt-LV, Riester, bAV (alles “ganz böse” und nichtmal fondsgebunden, aber i.W. vom Brutto bezahlt und kein großer Teil unseres net worths).

Fazit soweit: wir haben finanziell nichts besonders geniales gemacht, waren sparsam und ich habe gut gearbeitet. Auf der einen Seite hatten wir Glück mit Haus, Nebenjob und dem Crash 2008 als gutem Einstiegszeitpunkt und auf der anderen Seite Pech mit der Gesundheit (höhere Ausgaben und kein Verdienst bei meiner Frau).
Sind wir finanziell frei? Sicher nicht ohne meine Rente und die passiven Einnahmen aus der
Nebentätigkeit. Aber mit jedem Jahr, das ich arbeite, schließt sich die bis zur gesetzlichen Rente zu überbrückende Zeit bei gleichzeitig steigenden Rücklagen. Wenn wir jetzt in einen strengen Sparmodus gingen, würde es wahrscheinlich schon ohne meine feste Arbeit reichen.

Lessons learned:
– Man weiß nicht wirklich, was in einem Jahr ist.
– Mit 39 war ich sportlich topfit, mit 40 hatte ich eine blöde Diagnose und OP.
– Wie hart die erste Zeit mit kleinem Kind ist, unterschätzt man vorher leicht.
Kinder können sehr verschieden anstrengend für ihre Eltern sein.
– Eltern können plötzlich pflegebedürftig werden.
– Einnahmen (“Offense”):
Solange man jung ist, lohnt es sich sehr, in Weiterbildung zu investieren und
einen Arbeitgeber zu suchen, der einen gut ausbildet.
Fester Job + Nebentätigkeit ist für mich eine gute, sehr flexible Kombination.
Man wird sicher nicht schnell reich aber man wird sicher langsam wohlhabend.
Nicht zu verschweigen: die Kombination ist für einige Jahre sauviel Arbeit, die
nur mit viel Begeisterung für die Sache zu schaffen ist.
– Ausgaben (“Defense”): jedes Jahr durch Providerwechsel die letzten 5€ aus
dem Handyvertrag rauszupressen ist gut, aber die wichtigen Sachen sind Auto,
Wohnen, Reisen, Genussmittel und Versicherungen.
Es gibt Kollegen, die haben SUV + Motorrad + 6K teures eBike und wechseln
alles alle paar Jahre aus. Sie werden deswegen bis zur Rente arbeiten müssen,
außerdem sind sie “Klimaschweine”.
– Versicherungen: bieten psychologisch gesehen Schutz vor Krankheiten, Bränden,
Unfällen, Berufsunfähigkeit usw. Klingt toll! Tatsächlich ist die
Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Schäden aber völlig unabhängig davon, ob
man sie versichert hat oder nicht.
Die Sicherheit besteht also nur in einer *eventuellen* Zahlung von Geld, u.U.
lange nachdem etwas passiert ist.
Geld was man selbst hat, bietet aber mehr Sicherheit als Geld, das man der
Versicherung gegeben hat.
Man muss also nur die sehr hohen Risiken absichern, bei allem anderen ist
es i.d.R. besser, sich durch Sparen der Beiträge selbst zu versichern.
– Gesundheit: Sport + gesunde Ernährung + kein Übergewicht + frische Luft
sind wichtig.
Auch mit allen diesen Punkten kann einen unvermutet etwas treffen (mich
mit ca. 40, größere OP + Reha).
Die Nebenkosten von chronischen Krankheiten sollte man nicht unterschätzen.
Nicht jede Behandlung, Reha oder Untersuchung zahlt die Kasse oder die RV.
Unterstützung im Haushalt und Kinderbetreuung kostet. Nicht selbst Auto,
Fahrrad oder z.T. Bus fahren können, verursacht teure Taxifahrten. Besondere
Anforderungen an Ernährung, Rückzugsmöglichkeiten, usw. machen
Lebenshaltung und Urlaube teurer.
Ich schätze diese indirekten Kosten über die letzten 10 Jahre auf
ca. 400€/Monat (nur z.T. absetzbar).
– Gesundheitliche Probleme bei einem selbst oder dem Partner führen zu
erhöhtem Sicherheitsbedürfnis, und das macht Karriere, Jobwechsel, häufige
Dienstreisen, Umzüge oder Selbständigkeit schwierig.
Es führt auch zu zusätzlichen Ausgaben für Versicherungen (die wegen erhöhtem
Risiko z.T. sinnvoll sind), und erschwert riskante aber profitable Anlagen.
– Ein früh aufgebautes finanzielles Polster von ein paar Jahreseinkommen ist
enorm beruhigend. Ich weiß nicht, wie lange ich meinen Job noch machen
kann, und ich weiß, dass ich ihn so nicht mehr lange machen will. Aber den
Job zu wechseln ist nicht so einfach, wenn man etwas älter, gesundheitlich
angeschlagen und für zwei Mitesser verantwortlich ist.
– Cash sparen für den Vermögensaufbau lohnt sich vor allem früh und bis ein
paar Jahre durch eine richtig große Krise hindurch, danach besteht das Depot
sowieso größtenteils aus Zinsen und Zinseszinsen und was man monatlich
spart, macht immer weniger aus.
– Wenn man etwas älter ist, haben niedrige monatliche Ausgaben einen sehr
großen Einfluss darauf, ab wann man genug im Depot hat, um nicht mehr
arbeiten zu müssen. Hier orientiere ich mich an der 3%-Regel, allerdings unter
Berücksichtigung der gesetzlichen Rente, fällig werdender
Lebensversicherungen usw.

VG, erstmal noch aus dem Rad

Hamster

PistolPete
Gast
PistolPete

Hi Maschinist,

Danke für die Einblicke!
Ich habe folgende Frage, die eher indirekt mit Deinem Post zu tun hat und vermutlich auch schon bei Madame Moneypenny und Co diskutiert wurde – also eher mit der finanziellen Aufteilung in der Partnerschaft.

Meine Frau verdient etwas mehr als ich. Wir haben jetzt zwei Kinder und schon immer getrennte Konten und auch getrennte Depots. Wir sind verheiratet und es stellt sich die Frage, der “Verteilung” des monatlichen Einkommens.
Einer wird in Zukunft eine Zeitlang Teilzeit arbeiten bzw. habe ich das in den Vergangenen 2 Jahren wegen dem ersten Kind gemacht und werde es vermutlich auch in den nächsten 2-3 Jahren machen.
Der Partner in Teilzeit verzichtet auf Karrieremöglichkeiten, Einkommen, Aufbau Rentenansprüche. Somit bin ich der Meinung, dass das gesamte Einkommen zwischen den Partnern monatlich aufgeteilt gehört – also derjenige der mehr verdient, sponsored den Partner.
Gesetzlich wäre es im Falle der Trennung ja auch so (Zugewinngemeinschaft – richtig, oder?)

Er sollte vielleicht sogar kompensiert werden, für die oben genannten Ausfälle!? Wenn ja – wie legt man das fest?

Meine Frau hat hier eine andere Meinung – sinngemäß – sie hat eine bessere Ausbildung, arbeitet sich den Wolf und will dafür auch mehr auf dem Konto sehen. In der Ehe etwas schräg die Meinung (meines Erachtens). Um Sie aber in Schutz zu nehmen, sie hat eine über 10-jährige Ausbildung und sie arbeitet deutlich mehr als ich.

Wie hat der Maschinist oder die Maschinisten Community dies geregelt?

Besten Dank!
PistolePete

Hamster
Gast
Hamster

Hallo PistolePete,

schwieriges Thema, in der Tat. Meine 2cents dazu:

Für den Fall ohne Kinder sehe ich es so, dass zwei Menschen nach unterschiedlichen Lebenswegen und Ausbildungen und beruflichen Chancen zusammenkommen und vielleicht heiraten. Wenn es dann nicht klappt und sie sich trennen, finde ich Gütertrennung logisch und Zugewinngemeinschaft nicht.
In meiner ersten Ehe (ohne Kinder) haben wir einvernehmlich aber erst kurz vor der Scheidung einen Ehevertrag mit Gütertrennung vereinbart. Das hat die Scheidung sehr viel billiger gemacht, weil z.B. das Aufdröseln der Rentenansprüche wegfällt und nur ein Anwalt bezahlt werden muss.

Mit Kindern ist es schwieriger, vor allem, wenn die Kinderbetreuung ungleich verteilt ist – und das wird bzgl. der Finanzen und Logistik für viele Paare günstig sein. Ich kann verstehen, dass Deine Frau sich schwer tut, direkt 50:50 zu machen, auch wenn das (ohne Ehevertrag) erst nach einer Scheidung so wäre. Hohe Gehälter enthalten meiner Erfahrung nach oft einen großen Anteil “Schmerzensgeld” für hohe Belastung, viele mit dem Gehalt abgegoltene Überstunden, Dienstreisen, beim Kunden den Kopf hinhalten, etc. Ich denke, das ist ein Punkt, an dem Du Deiner Frau dankbar sein kannst, dass sie – letztendlich für die ganze Familie – diese Leistung erbringt. Wenn sie Dich jetzt nicht ganz knapp bei Kasse hält, würde ich den Ball flach halten, ihr den Rücken stärken und die Zeit mit den Kindern genießen. Wenn sie etwas größer sind, dann aber auch nicht den Absprung zurück in den Job verpassen.

VG
Hamster

Mitglied
Natman

Hm echt schwieriges Thema. Meine Idee dazu ist: “Karriere machen” ist ja ein Stück weit auch Hobby bzw. Selbstverwirklichung. Und idealerweise sollte man gemeinsam entscheiden, was für beide ein sinnvoller Kompromiss ist. Wir teilen 50:50, einmal hat meine Frau mehr verdient, dann ich wieder, da sie 50% und ich voll. Bei uns ist es kein Problem, da ja die Arbeit im Haushalt, Kinderbetreuung, alles managen eigentlich so etwas wie eine Management Tätigkeit ist ähnlich wie Hamster beschrieben hat.

Langfristig denke ich, dass man auch in der Ehe / Partnerschaft Risiko hat und ich denke, dass man sich im Trennungsfall schon einigen wird. Fand es für meinen Fall einfach nicht tragbar einen Vertrag zu schließen. Andererseits ist die Frage, ob es anders bei sehr unterschiedlichem Einkommen ist. Dies kann ich nicht beurteilen.

PistolPete
Gast
PistolPete

Vielen Dank für die Meinungen und Hinweise!

Ich denke, eine 50:50 Aufteilug, wie es der Maschinist gemacht hat, wäre die von mir präferierte Lösung. Es nimmt wirklich viel Zündstoff aus der Beziehung und alle sitzen in einem Boot. Ob man verheiratet ist oder nicht – spielt da eigentlich keine Rolle. Ich glaube es tut der Beziehung gut hier an einem Strang zu ziehen. Die Depots und Konten würde ich trotzdem getrennt lassen wollen.
Meine Frau und ich kennen uns auch schon recht lange und wir haben, aufgrund besserer Aufstiegschancen, auch ihre Karriere “bevorzugt gefördert”.
Aber klar, die Thematik ist schwierig und viele Aspekte fließen da mit rein. Bei mir bspw. auch eine medizinische Diagnose vor einigen Jahren…

Ich werde die Tage bei passender Gelegenheit die Sache besprechen.

Vielleicht ist das auch wirklich ein extra Blogthema…!?

Besten Dank!

Gast
Finert

Hi @all,

meine Frau und ich haben für genau diese Diskussion auch gehabt (noch keine Kinder, aber in Planung). Da wir aktuell recht frisch verheiratet sind und ungefähr gleich viel Einkommen erwirtschaften, konnten wir auf Augenhöhe in Ruhe über eine faire Lösung sprechen und haben eine kleine Excel Tabelle entworfen, wo wir jedes Jahr unsere Jahreseinkommen eintragen und per Formel einen “Finanzausgleich” errechnen, den wir uns dann abhängig vom Einkommen auszahlen. Diese Formel erscheint uns beiden fair und wir haben etliche zukünftige Beispielmodelle von Arbeitslosigkeit, Mutterschaft etc. durchgerechnet und das für gut befunden.

Bei Interesse teile ich gerne die besagte Berechnung und stelle Sie zur Diskussion

Beste Grüße,
Finert

PistolPete
Gast
PistolPete

Hi Finert,

das hört sich interessant an!
Möchtest Du die Formel zur Verfügung stellen?
Wäre top!

Grüße

Gast
Finert

Hi,

ich hab die Excel Kalkulation mal hier hochgeladen:
https://app.box.com/s/bt2c54mi930ssuur80t22a1ciqxqamcx

Das Excel File ist nicht wirklich selbsterklärend, spiel am besten mal damit rum und wenn Fragen sind frag 😉 Hauptsächlich muss eigentlich nur das Nettoeinkommen oben eingetragen werden, sowie die Fixkosten für beide Kästchen weiter unten.

Kern-Annahme ist, dass wir finden, dass solange die (Netto)Einkommen nicht weiter auseinanderliegen als im Verhältnis 60/40 alles im Rahmen ist und dann lediglich am Ende des Jahres einen anteiligen Betrag der Fixkosten ausgleichen anhand des prozentualen Einkommensanteils.

Sollten die Einkommens-Spanne nicht mehr kleiner als 60/40 sein, so erfolgt ein Finanzausgleich inkl. der anteiligen Fixkostenbeteiligung, mit dem Ziel auf das 60/40 Verhältnis zurück zu kommen.

Die 60/40 sind natürlich Ansichtssache – für uns funktioniert das gut, weil der “Mehrverdiener” auch wirklich noch mehr von “seinem” Geld hat nach dem Ausgleich und der “Wenigerverdiener” bekommt bei großen Einkommensunterschieden einen entsprechenden Betrag um selbst unabhängig die Finanzen zu verwalten inkl. Altersvorsorge etc.

Ben
Gast
Ben

Sehr interessant, Maschinist. Meine Situation ist recht ähnlich. Wir verzichten auf Autos, dafür mieten wir eine Wohnung in zentraler Lage in deutscher A-Stadt. Am Ende kommen die gleichen Kosten raus.

Könntest du dir vorstellen, deinen Job auf Teilzeitbasis zu machen (sagen wir mal 60-80%)? Das ist ein Modell, das ich mir für die Zukunft überlege. Oder ist das bei dir mit dem Job eher “ganz oder gar nicht”?

Beste Grüße

Renegade
Gast
Renegade

Hallo Maschinist,
vielen Dank für den super Artikel, der viele Aspekte abdeckt und durch die Kommentare weiter angereichert wird.

Ich freue mich zu sehen, dass unsere Haushaltsausgaben (1 PKW) mit Euren vergleichbar sind. Aufgrund der Altersstruktur unserer Kinder geben wir weniger für Restaurants und Kinderaktivitäten aus. Den Vorsprung verliere ich bei den Nebenkosten des Hauses und wenn ich Rücklagen für eine Autoanschaffung einrechne.
Angebote des Finanzwesiers oder oder Finanzrockers halfen mir, Struktur ins Depot zu bringen. Deine Seite erweitert die Struktur um die Alterssicherung.
So z.B. im zweiten Tabellenteil. Das Kindergeld von 4 Kindern hilft hier sehr, so dass ich auf ein notwendiges Kapital von „nur“ 850k€ (für 3,5% Entnahmerate) komme.
Durch ein abbezahltes Haus, eine Sparrate von 1.000€/M in einen MSCI-world ETF und gelegentlichen Einzelaktienkäufen ergeben sich Rücklagen von 110k€ (mit 70% Aktienanteil), was eine komfortable Ausgangssituation darstellt. Doch selbst bei bei 7,5% Wertentwicklung des Aktienmarktes bleiben noch 19 Arbeitsjahre. D.h. da bin ich 60, aber immerhin ist es schaffbar für einen normalen Angestellten, auch wenn ich das Gefühl habe, irgendwie zu spät dran zu sein.

Familiär haben wir getrennte Konten, da wir nie einen Anlass gesehen haben, warum wir das ändern sollten. Meine Frau bekommt Elterngeld, Kindergeld und den Jahressteuerausgleich, da ich in den Jahren ihrer Schwangerschaft in Steuerklasse 5 arbeite und entsprechend hohe Erstattungen anfallen. Die laufenden Kosten ordnen wir nach Kategorien zu, so kauft und bezahlt meine Frau die Lebensmittel und gelegentlich den Urlaub oder Renovierungen. Den Rest zahle ich. Unsere Anlagephilosophien unterscheiden sich grundsätzlich.
Glücklicherweise hat meine Frau einen guten Job, in dem Sie auch nach längerer Pause wieder einsteigen kann. Somit sollte die Grundlage für ein beidseitig selbstbestimmtes Leben gelegt sein und die Sparrate irgendwann wieder gesteigert werden.

Von der Limitierung im eigenen Kopf will ich mich lösen, stelle aber fest, dass ich als Angestellter mir schwer tue, neue Geschäftsmodelle zu etablieren. Wenigstens will ich meinen Kindern einen Weg aufzeigen, denn diese haben ja noch Zeit und nach unserem Ableben auch ein schönes Zusatzkapital.

PS: Wo die Kosten des Immokaufs im zweiten Teil auftauchen sehe ich nicht, da die Nettoausgaben identisch zur ersten Tabelle ohne Miete sind.

Moppl
Gast
Moppl

Hallo Maschinst,

danke für den Blogg und den interessanten Beitrag.

Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet, double income no kids.

Das Ziel ist FIRE und in ca. 2-3 Jahren aus dem Hamsterrad aka Corporate-Life auszusteigen. Die aktiven Vorbereitungen laufen seit ca. 5 Jahren.

Das aktuelle Nettovermögen ist 1,7 Mio welches derzeit zu je einem Drittel in Immobilien und Wertpapieren investiert ist. Der Wertpapierteil generiert aktuell ca. 36’000 pro Jahr an Dividenden auf Basis eines global diversifizierten Portfolios.

Das Ziel ist die Einkünfte aus Kapitalvermögen nachhaltig auf ungefähr 70’000 p.a. zu erhöhen, was die geplanten Lebensausgaben ohne Kapitalverzehr decken sollte. Ich betreibe einiges an Aufwand für den Portfolioaufbau und -optimierung sowie die Risiken des vorzeitigen Ausstieges aus der Arbeitswelt umfänglich zu verstehen und zu reduzieren.

Als Teil des Planes wird der spätere Wohnort in ein steueroptimales and günstiges Land verlegt, z.B. Malaysia oder die Philippinen. Das ultimative Ziel ist so lange wir können und wollen als Perpetual-Travellers zu leben zu später in Asien den Lebensabend zu verbringen.

Das ist der Traum für den wir leben.

Tinu
Gast
Tinu

Mal eine allgemeine Frage, auch wenn es hier gerade nicht drin steht. Du hattest aber m.W. mal geschrieben, dass du noch einige Jahre arbeiten gehen wirst. Die Kinder sind dann ja langsam im Teenager-Alter und gehen eher eigenen Sachen nach, “hängen ab” mit Freunden, verbringen Stunden mit Mediennutzung (PC, Konsole, Smartphone, TV, …) und werden allgemein unabhängiger.

Ist das nicht gerade irgenwie etwas spät für die finanzielle Freiheit und die Zeitfreiheit? Natürlich, eher ist ja kaum möglich in Deutschland, selbst bei extremen Sparen. Trotzdem halt die Frage nach dem Timing.

Die ersten Lebensjahre, noch vor dem Kindergarten, sind sicherlich diese, wo man am meisten von freier Zeit mit den Kindern hat. Auch im Kindergarten noch, ist ja alles freiwillig und mal eben die Kinder eine Woche raus nehmen und was auch immer machen ist kein Problem. Aber die Kinder fordern schon stärker ein, auch nachmittags die Freunde zu treffen etc. pp.

Mit Beginn der Schule ist es mit der Zeitfreiheit bei den Kindern ja vorbei. Es gibt zugegebenermaßen viel Urlaubszeit (10 Wochen oder so?), aber früh, mittags und am frühen Nachmittag hätte man jetzt z.B. von einer eigenen Zeitfreiheit nicht viel, zumindest wenn man die Zeit mit den Kindern verbringen möchte.

Du selbst schreibst ja, dass die Kinder bis 16 Uhr ein durchorganisiertes Programm haben, mittlerweile. Und 16h kann ich bei meinem Arbeitgeber mit Gleitzeitregelung auch immer zuhause sein.

Dieses ganze Zeitthema mag jetzt sehr kinderbezogen sein bei mir, aber im Grunde hatte ich früher, vor den Kindern, nie den Gedanken, dass ich keine Zeit mehr neben der Arbeit für mich, meine Hobbys und meine Freizeit hätte. Es gab sicher mal ein paar Sommertage, wo man lieber nicht im Büro gewesen wäre, aber im Großen und Ganzen hat man als Konzernbeamter mit 10 Minuten Arbeitsweg, 0 Überstunden und freier Zeiteinteilung bei Gleitzeitregelung und selbständiger Arbeitsgestaltung kein schlechtes Los. Und wie gesagt, 13h könnte ich dann höchstens (im Sommer) alleine ins Freibad und 16h kann ich sowohl bei finanzieller Unabhängigkeit oder auch als Konzernbeamter ins Freibad. Nur als Beispiel.

Und so ab 15,16,17 – so kenne ich das zumindest von mir, macht man dann eh sein Ding als Teenager.

Franke
Gast
Franke

Hallo Maschinist,

vielen Dank für diesen Einblick.
Ich habe eine Frage zu deiner Sicht auf die Tilgung von Immobilienkrediten für selbstgenutze Immobilien.
Du empfiehlst in deinem Artikel, überschüssiges Geld in ETFs zu stecken statt zu tilgen. So weit so logisch, ausnutzen der niedrigen Zinsen, tendenzielles höheres Upsite an der Börse, ggf. noch Steuervorteil, …
Hierzu jetzt meine Situation:
Mein Job ist so mittel sicher, ich bin 49 Jahre alt, die Kinder bald fertig mit der Ausbildung, so langsam hab ich es satt mit dem Vollzeitarbeiten als Manager. Neben dem Eigenheim (Zweifamilienhaus mit einer vermieteten Wohnung) habe ich noch 4 vermietete Eigentumswohnungen.
Die Zinsbindung meines Immokredit für die teilweise selbstgenutze Immobilie läuft Ende 2021 aus. Restschuld 124k. Aktuell gehe ich die Strategie, diesen dann komplett zu tilgen (nach 10 Jahren Laufzeit).Aktuell habe ich daher schon 100k in Cash gespart.
Alternativ könnte ich natürlich auch die Restschuld auf die vermietete Wohnung schreiben und jetzt “all in” an der Börse spielen. Oder 50% des Cash an die Börse bringen, ….
Nach den langen Jahren Bullenmarkt incl. der aktuellen (wirtschafts-)politischen Situation könnte auch eine Strategie sein, in Cash zu bleiben und bei einem wie auch immer gearteten deutlichen Kursrückgang die Cash Positionen Richtung Börse zu bringen.
Mir sind die Opportunitätskosten der 100k Cash schon klar, aber sie konkurieren mit der Sicherheit.

Würde mich freuen deine Meinung hierzu zu lesen.
Besten Dank der Franke