Genug

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Der Maschinist freut sich, dass beim letzten Beitrag die Leserbeteiligung so hoch war und die Kommentarfunktion ordentlich geglüht hat.

Der „Give me something to hate“ Ansatz hat Beteiligung auf beiden Seiten provoziert und konträre Positionen aufgedeckt.

Als weiterer Bonus für die Maschine, lieferten manche der zahlreichen Beträge dabei sogar neue Ideen. Und ein Leserbeitrag gab den Anstoß für den heutigen Artikel.

Dieser Teilnehmer vermutete, dass es Ihm wahrscheinlich auch noch mit 60 Lebensjahren schwer fallen würde, mit der angestellten Erwerbsarbeit aufzuhören, selbst wenn er dann schon locker seine gesamten Lebenshaltungskosten und seinen bisherigen Lebensstil permanent mit passivem Einkommen abdecken könnte.

Der Reiz, des durch zusätzliches Einkommen nochmals erhöhten Lebensstandards, wäre für Ihn wahrscheinlich auch im höheren Alter Motivation genug, um auch dann noch weiter angestellt zu arbeiten.

 

Das ist ein feines Thema, über das sich Menschen die Kapitalaufbau betreiben oder sich vielleicht sogar auf dem Weg zu Ihrer finanziellen Freiheit befinden, irgendwann Gedanken machen müssen.

Zu Beginn dieser Reise lautet die Frage für die meisten Menschen:

Wie viel Geld erzeugt welche langfristige Rendite und welche Zusatzrente kann ich damit sicher generieren.

Menschen mit ausreichend hoher Sparquote können noch einen Schritt weiter gehen. Bei Ihnen geht es auch darum, wann die gesamten Ausgaben sicher und permanent durch passives Einkommen abgedeckt werden.

Wenn dieser Punkt dann irgendwann nach viel Rechnen, Budgetieren und Optimieren geklärt ist und man sich die Eckdaten seiner finanziellen Freiheit mit Aktien (ETF) oder vermieteten Immobilien ausgerechnet hat, ist man weiter gekommen als die meisten seiner Mitmenschen.

 

Man ist auf dem Weg zu seiner finanziellen Freiheit

 

Nachdem auch dieser Punkt geklärt ist und man seine persönliche „Freiheitszahl“ kennt, kommen irgendwann nochmals weitere Fragen auf.

Neben: „Wie viel brauche ich um finanziell frei zu sein?“ kommen Fragen wie:

 

Wann habe ich dann auch wirklich genug?

Wie wichtig ist einem nochmals zusätzliches Vermögen, das über die eigenen Lebenshaltungskosten, berechnet mit der unglaublich sicheren drei Prozent Entnahmeregel bei einem diversifizierten Aktiendepot hinaus geht und mit der man seinen Lebensunterhalt nach Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit planen kann?

Wie viel Glück und Zufriedenheit erzeugt ein solches zusätzliches Vermögen?

 

Als Einleitung zu diesem Thema, geben wir vielen Dingen die wir besitzen oder gebrauchen im Verlauf unseres Lebens keinen konstanten Wert.

Deren Wertigkeit ändert sich vielmehr, je nachdem wie viel oder wenig wir davon haben und wie sicher die permanente Verfügbarkeit dieses Gegenstandes ist.

Wasser ist z.B. ein gutes Beispiel dafür.

Im deutschsprachigen Raum ist Trinkwasser im absoluten Überfluss vorhanden. Es gibt so viel Wasser bei uns und die Versorgung damit ist so konstant gesichert, dass wir eigentlich nie darüber nachdenken, obwohl es für uns absolut lebensnotwendig ist.

Auf unserer gefühlten Wichtigkeitsskala, ist Wasser wahrscheinlich unwichtiger als eine Geldmünze, die wir irgendwo auf der Straße finden.

Einem Wüstenbewohner ist diese mitteleuropäische Bewertungsgröße für Trinkwasser dagegen wahrscheinlich komplett weltfremd.

Falls er unsere Ecke des Planeten nicht schon einmal besucht hat, wird er uns wahrscheinlich für verrückt erklären, ob unseres diesbezüglichen Gleichmuts.

Ein solcher Mensch wird fast alles dafür tun, seinen knappen Vorrat an Wasser sicher zu stellen und er verbringt wahrscheinlich einen guten Teil seiner gesamten Lebenszeit mit Gedanken an diese für Ihn so “kostbare” Ressource.

 

„Was hat das jetzt mit Geld zu tun Maschinist? Und wieso sollte ich nicht auch im hohen Alter immer noch mehr davon verdienen wollen, egal wie viel ich schon davon habe?“

Die Fokussierung auf einen echten oder gefühlten Mangel funktioniert bei Menschen nicht nur betreff Wasser sondern für alle Dinge auf die wir angewiesen sind.

 

Das gilt auch für eine andere Ressource der Menschen in unserem aktuellen System: Geld!

Jemand, der kein Geld hat und nicht weiß, wann und wo die nächste Mahlzeit herkommen soll, wird für Geld fast alles tun.

Weltweit begeben sich z.B. gerade in diesem Moment unzählige Menschen zusammen mit Ihren Familien in Lebensgefahr.

Sie unternehmen waghalsige Reisen unter prekären Bedingungen und mit ungewissem Ausgang. Und das im Endeffekt „nur“ in der Hoffnung, Ihren extremen Mangel an Geld damit zu mildern. Dieser Mangel ist bei Ihnen so groß, dass Sie dafür sogar Ihr Leben riskieren.

Bei uns im deutschsprachigen Raum käme niemand auf diese Idee.

Und das aus dem Grund, weil es bei uns selbst für Menschen, die sich ohne Vermögen dazu entscheiden nicht zu arbeiten, immer noch eine ausreichende Basisversorgung gibt.

Niemand muss bei uns Hunger leiden und um sein Leben fürchten, selbst wenn er kein eigenes Geld verdienen kann oder will.

„Ok Maschinist – Geld folgt also wie alle anderen Ressourcen einer Funktion, bei der die gefühlte Wichtigkeit mit steigender und gesicherter Verfügbarkeit abnimmt – Und jetzt?“

 

Die gefühlte Mangel bezüglich Geld wird nicht nur immer geringer, je mehr wir davon haben. Zusätzliche Geldeinheiten, die darüber hinausgehen, unseren gewohnten Lebensstandard sicher zu stellen, erzeugen irgendwann auch immer weniger zusätzliches Wohlbefinden!

Die persönliche Zufriedenheitskurve flacht immer weiter ab, je höher die Geldmenge steigt

 

„Aber ich könnte mir trotzdem vorstellen einen eigenen Privatjet zu besitzen oder einen dreistelligen PKW Fuhrpark mit Sportwagen und Muscle Cars ohne Ende. Und jede Woche Party auf Ibiza mit all meinen Freunden. Und…“

Stimmt, das wäre vielleicht spaßig und manche Menschen, würden beim Besitz von einhundert PKW sogar ein klein wenig mehr Glück und Zufriedenheit spüren, also wenn es nur eine Handvoll wären.

Und dafür würde es sich dann doch lohnen auch mit 80 (oder 90?) noch Vollzeit zu arbeiten oder…?

 

Bevor wir das auflösen, haben wir bisher ja noch gar nicht über die allerwichtigste Ressource der Menschen gesprochen.

Diese Ressource ist eine ganz besondere.

Jeder Mensch bekommt etwas davon. Der Eine etwas mehr, der andere weniger.

Wir wissen nicht, wie viel es bei uns selbst ist.

Wir können nur aus Beobachtung der anderen Menschen darauf schließen, wir viel wir ungefähr erhalten und dann damit Planen so gut es eben geht.

 

Die kostbarste Ressource aller Lebewesen heißt Zeit! Eigene Lebenszeit!

 

Google sagt mir, dass der Großteil der Leser dieses Blogs ca. Mitte Zwanzig bis Ende Dreißig ist.

Und das macht Sinn. Denn in diesem Lebensabschnitt sind Themen wie Geld verdienen, Kapitalaufbau und Aktienmarkt extrem wichtig und haben Auswirkungen auf Dein gesamtes restliches Leben. Ein Fokus von Dir sollte in diesem Lebensabschnitt genau dort liegen und es ist super, dass Du das erkannt hast!

Als ich dreißig Jahre alt war, spekulierte ich mit meinem gesamten damaligem Vermögen in wenigen heißen Aktienwerten an der Börse. Ich wusste sehr viele Dinge noch nicht aber die Aussicht darauf, zügig ein schönes Vermögen zu machen, war für mich verheißungsvoll.

 

Und Zeit? – Eigene Lebenszeit?

Eigene Lebenszeit war damals gefühlt einfach sehr, sehr viel vorhanden. Mein eigenes Leben hatte doch erst so richtig begonnen. Und mein restliches Leben würde wahrscheinlich noch ein Mehrfaches meiner bisherigen Zeit auf diesem Planeten betragen…

So oder so ähnlich fühlte ich damals.

Und hier kommt ein Nugget, dass junge Menschen oft noch nicht sehen und Ihnen in Ihrer zweiten Lebenshilfe plötzlich schmerzhaft bewusst wird.

 

Die eigene Lebenszeit ist endlich! Sie ist extrem kostbar.

Und da Du im Laufe Deines Lebens immer weniger davon übrig hast, steigt die Bedeutung und der Fokus darauf immer mehr an.

Die Thematik der gefühlten Wertigkeit, je nach weiterer Verfügbarkeit gilt also auch hier!

„Jetzt weiß ich, worauf Du hinaus willst Maschinist. Ich gehe aber gerne angestellt arbeiten! Wirklich! Es macht mir meistens Spaß, die Kollegen sind nett und ich kann mir nicht vorstellen, damit jemals aufzuhören.“

Das ist schön für Dich, lieber Leser. Genieße dass, so lange dieser Zustand anhält und nutze das aus und steigere mit Deinem Enthusiasmus und mit Deinen Einsatz Dein Gehalt so schnell und so weit wie möglich. Gib richtig Gas und zeig, was Du kannst!

Nutze dass aus, so lange es für Dich passt!

Denn aus eigener Erfahrung und durch Beobachtung vieler anderer Menschen kann ich Dir sagen, dass bei einer Tätigkeit, die man jeden Tag viele Stunden lang machen „muss“ (weil es sonst kein Geld gibt) das Glück und die gefühlte Zufriedenheit über einen sehr lange Zeitraum dauerhaft nicht bei 100% stehen bleiben kann.

Das ist schon rational betrachtet nicht möglich, da wir Menschen nicht jeden Tag in der gleichen Stimmung sind und uns gleich gut fühlen. In einem festen Arbeitsverhältnis oder auch in Deiner Selbständigkeit musst Du aber über einen sehr langen Zeitraum verlässlich Performen. Und das auch, wenn Du einmal einen schlechten Tag oder auch ein schlechtes Jahr hast.

Diese Dinge lassen Dich mit Ende Zwanzig noch kalt.

Das eigene Leben erscheint dann noch endlos lang und die unangenehmen Momente und Tage werden einfach mit dem verdienten Geld (dann oft noch eine knappe Ressource) und dem jugendlichen Enthusiasmus beiseite gewischt.

Aber irgendwann ändert sich etwas.

 

Deine Einstellung zur Ressource Zeit ändert sich.
  • Mit Vierzig wird Dir z.B. plötzlich klar, dass Du statistisch schon fast in Deiner Lebensmitte angekommen bist.
  • Mit 45 musst Du schon Dein Fitnessprogramm und Deinen allgemein guten Gesundheitszustand emotional mit Aufaddieren, um Dich noch nicht mitten in der zweiten Lebenshälfte zu sehen.
  • Mit 50 gibt es nichts mehr zu beschönigen.

Deine Lebenszeit läuft ab!

Auf einmal wird Dir bewusst, wie kostbar die noch verbleibende Lebenszeit für Dich ist und Du den Ablauf Deiner Lebensuhr nicht aufhalten kannst.

 

Das einzige was Du tun kannst (und auch unbedingt tun musst) ist Deine verbleibende Lebenszeit bestmöglich zu nutzen!

Bestmöglich heißt, dass Du möglichst viele Dinge tust, die Dich glücklich machen und Dir Zufriedenheit geben.

Du musst Deine persönlichen Leidenschaften ausleben. Ansonsten wirst Du später das Gefühl haben, Dein Leben nicht wirklich gelebt zu haben, sondern zum Teil nur das von anderen Menschen.

Und das kannst Du nur, indem Du Dinge, die Dich nicht (mehr) zufriedenstellen, dann auch weniger machst!

 

Hier kommt das Thema mit dem Geld wieder ins Spiel.

Was bringt Dir zum Beispiel die dritte Million auf dem Konto, wenn Du schon zwei Millionen hast und nun mit z.B. 50 Jahren oft keine Lust mehr hast, in Deinem Angestelltenberuf weiterhin den größten Teil Deiner Tageszeit gegen Geld einzutauschen.

Stattdessen hast Du vielleicht ganz viel Lust, noch andere Dinge auszuprobieren. Aber dafür brauchst Du das kostbare Gut der selbstbestimmten Lebenszeit!

Der Beruf macht selbst dann vielleicht noch oft Freude. Aber genauso oft auch nicht mehr und das Gefühl des fremdgesteuert sein, kann irgendwann sehr unangenehm werden, wenn es keinen Ausweg gibt.

Wenn Du Dich dann fragst, ob Du vielleicht einfach nur ein sonderbarer Kauz bist, weil die anderen Menschen das doch genauso machen, kann ich Dich beruhigen.

 

Du bist ganz normal!

Du hast diese Gefühle, weil Deine restliche Lebenszeit immer kostbarer wird! Und Du willst diese kostbare Zeit mit Dingen verbringen, die Dich glücklich machen und Dich ausfüllen.

Dafür brauchst Du selbstbestimmte Lebenszeit und nicht noch mehr Überstunden bei Deiner Arbeit.

 

Und dazu brauchst Du Geld – Passives Einkommen!

Wenn Du schlau warst, hast Du dann schon einiges davon angesammelt und für Dich gewinnbringend investiert.

 

Was bringt Dir z.B. das eigene Flugzeug, wenn Du dafür dann viele zusätzliche Lebensjahre mit etwas verbringen musst, dass mittlerweile oft Zwang ist und aus dem es dann nur sehr schwierig ein finanzielles Entrinnen gibt.

Es geht darum, Deine Lebenszeit optimal zu nutzen und wenn Du irgendwann genug passives Einkommen hast um Deinen aktuellen Lebensstandard unbegrenzt fortzusetzen, wird der Wert von weiterem Geld für Dich immer geringer.

Die Funktion von Geld, gefühlter Lebenszeit und Lebensenergie eines Menschen sieht im Verlauf seines Lebens ungefähr so aus:

 

 

Die Wichtigkeit von Geld ist zu Beginn des Lebens und während des Großteils der Akkumulationsphase sehr hoch.

Das Eintauschen von Lebenszeit gegen Geld ist bei den Meisten von uns absolut notwendig um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Und wenn Du schlau bist auch, um mittels einer hohen Sparquote und dem Investieren dieses Geldes eigenes Vermögen zu erzeugen.

 

Im Bereich der Lebensmitte wird den meisten Menschen dann bewusst, wie kostbar die immer knapper werdende Lebenszeit ist.
Gleichzeitig verliert zusätzliches Geld immer mehr an Bedeutung.

 

Und das deshalb, weil viele Menschen im mittleren Lebensabschnitt die Sinnlosigkeit übermäßigen Konsums erkennen. Aber auch, weil bei finanziell schlauen Menschen dann schon einiges an Vermögen vorhanden ist und es auch zügig immer mehr wird. Der Zinseszins übernimmt irgendwann den Großteil der Sparanstrengung für Dich und erzeugt irgendwann sogar ein “höheres Einkommen” als Du mit Deiner Arbeitskraft.

Ich habe in der Grafik auch verschiedene Spar- und Investitionsquoten eingezeichnet, nach der man bei einem Investment mit 5% realer Nachsteuerrendite wie zum Beispiel bei einem passiven Aktienmarktinvestment nach der drei Prozent Entnahmeregel finanziell unabhängig ist.

Bei einer Sparquote von 50% sind das zum Beispiel ca. 20 Jahre.

Bei einer geringeren Sparquote dauert das etwas länger. Dafür kommen dann bald weitere Einkommensströme wie die gesetzliche Rente hinzu, die die notwendige Zeit dann wieder reduzieren.

Und deshalb ist es wichtig, dass Du für Dich und Deine Familie nicht nur definierst, wie viel passives Einkommen Ihr braucht, bis Ihr keine weitere Lebenszeit mehr gegen Geld eintauschen müsst, sondern auch wann Ihr wirklich GENUG habt!

 

Der Maschinist ist aktuell in dieser Phase

Das passive Einkommen aus unseren Investments deckt die Lebenshaltungskosten der Familie. Jetzt müssen wir für uns definieren, wann wir „Genug“ haben.

  • Wie viel zusätzliches passives Einkommen oberhalb unserer aktuellen Lebenshaltungskosten, möchten wir später permanent zur Verfügung haben?
  • Welchen Besitz wollen wir neben unseren Investments noch anhäufen?
  • Was macht Sinn und was ist Verschwendung ohne großen Gewinn an Lebensfreude?

 

Ein eigenes Haus in bar bezahlt an einem schönen Lebensort? Das macht für uns Sinn!

Ein Sportwagen und weiteres Spielzeug? Brauchen wir das wirklich?

Wie viel zusätzliche kostbare Lebenszeit wollen wir für diese Dinge nun noch eintauschen?

Um das zu beantworten, müssen wir wissen, wie viel mehr an Geld und damit auch an permanentem passiven Einkommen wir wie schnell erzeugen können.

Und um das zu sehen, siehst Du im nachfolgenden Chart bei den angenommenen Sparquoten von 35% und 50% nicht nur, wann Du beim regelmäßigen Investieren dieses Geldes im Aktienmarkt finanziell unabhängig geworden wärst.

Du siehst auch wie viel zusätzliches endloses passives Einkommen Du durch weitere Arbeit danach wie schnell erzeugen kannst. Der Chart zeigt auch, wie verrückt das Ganze irgendwann wird, wenn Du für Dich keine Grenzen definierst.

 

 

Bei einem Arbeitsbeginn mit 25 Jahren und einer durchschnittlichen Sparquote von 50% plus dem Investieren dieses Geldes als Sparplan in einen passiven Welt ETF, bist Du mit ca. 45 Jahren Jahren finanziell unabhängig.

Wenn Ihr dann so wie bisher weiterarbeitet und eure 50% Sparquote auch weiterhin investiert, erzeugt Ihr dadurch in den ersten Jahren jährlich ca. 10% zusätzliches Vermögen und damit auch passives Einkommen, das euch dann auch lebenslang zur Verfuegung steht.

Zu diesem Zeitpunkt kommt schon seit längerer Zeit weniger als die Hälfte eurer Sparleistung von eurem Verdienst. Der Großteil kommt mittlerweile vom Zinseszins, der sich wie eine Lawine immer weiter auftürmt und dann irgendwann mehr Geld verdient, als Ihr selbst mit eurer gesamten Arbeitskraft könnt!

Wenn Du zum Beispiel nach Erreichen Deiner finanziellen Freiheit noch fünf Jahre länger arbeitest, hast Du durchschnittlich dadurch 50% mehr Gesamtvermögen erzeugt!  50%!

Du bist dadurch anstatt einmal finanziell frei dann schon ca. 1.5 mal finanziell frei und könntest dadurch z.B. jährlich anstatt 40.000 Euro schon 60.000 Euro dauerhaft und bis zum Ende Deiner Tage entnehmen und davon leben.

Wenn Du dann immer noch nicht “Genug ” hast, wird es wenige Jahre später vollkommen verrückt und Du hast so viel Vermögen aufgetürmt, das Du zuerst Deine Verwandtschaft und schließlich Deine ganze Nachbarschaft mit Millionen beglücken könntest.

Mit 67 Jahren kommt dann noch die gesetzliche Rente hinzu und die Kurve macht nochmals einen Ausschlag nach oben.

 

Macht das für Dich Sinn so viel Geld anzuhäufen?

Geld ist etwas Schönes! Es ist ein Werkezug!

Aber leider passiert ja noch etwas anderes. Deine Lebensuhr rennt unerbittlich weiter und irgendwann ist Sie abgelaufen.

Wenn Du beim Akkumulieren den Absprung nicht irgendwann schaffst, bist Du der sprichwörtlich reichste Mensch auf dem Friedhof geworden.

Es gibt schlimmeres aber hast Du damit Dein Leben so gelebt, wie Du es leben wolltest?

Ich für meinen Teil müsste diese Frage dann mit Nein beantworten. Ich habe noch viele Träume, für die ich Geld als Werkzeug brauche.

Und das bevor meine Lebensuhr auf null steht.

Denn das wird Sie eines Tages tun!

Also lasst uns unsere kostbare Zeit auf diesem wunderschönen Planeten nutzen, um das Beste aus uns heraus zu holen und unser Leben möglichst in allen Facetten zu Leben.

 

Dafür brauchen wir selbstbestimmte Lebenszeit und die schaffen wir uns selbst durch passives Einkommen!

Zum Glück gibt es dafür die Größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten, die Dir bei einer hohen Sparquote schon bald so viel passives Einkommen erzeugt, dass Du und Deine Lieben davon bis zum Ende eurer Tage leben könnt.

 

Die Freiheitsmaschine! – Macht Dich sogar mehrmals frei, wenn Du nicht aufpasst!

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Ja Maschinist, toller Artikel, befinde mich gerade in etwa gleicher Situation wie Du. Langsam kommen plötzlich Gedanken wie weiter und wann trete ich auf die BREmse. Bin jetzt 42 und habe seit meinem 26 Lebensjahr voll Gas gegeben. Ausgerechnet habe ich dass ich mi spätestens 55 aufhören werde oder finanziell frei bin. Meine Sparquote beträgt knapp 50%.

Früher bin ich jedem Cent nachgerannt aber heute ist es schon anders, da kommen schon die Gedanken dass das Geld eben doch nicht alles ist. Z.B. Gesundheit tritt stärker in den Vordergrund, was nützt mir alles Geld am Schluss wenn ich gesundheitlich angeschlagen bin? Ich denke nicht täglich daran sondern lebe einfach mein Leben aber die Gedanken sind doch irgendwie im Hinterkopf. Auch im Beruf spührt man das eine oder andere, nach einem anstrengenden Arbeitstag spührt man plötzlich seinen Rücken oder nach einer anstrengenden Woche fehlt dann die Energie oder man braucht länger sich zu regenerieren…

Das sind alles Dinge die man auf dem Weg betrachten soll und man soll sich, trotz der Verlockung viel Geld anzuhäufen, auch mit dem Gedanken beschäftigen wann man damit aufhören soll bzw. Wann ist genug!

Gast
Pascal Weichert

Nach diesen Artikel bin ich ein ganz schön alter Sack 😀
Vlt. Liegt das daran, das ich gefühlt an der Regulation, meiner Familie, den Ämtern usw. mehr als 8 Jahre meines Jungen lebens nicht nutzen konnte und das Gefühl habe irgendwie was verpasst zu haben.

In meinem Zimmer habe ich über dem Bett den Kalender “A 90- Year Human Life in Weeks” hängen. Dies verdeutlicht das endliche leben sehr gut 🙂 Jedes Kästchen eine Woche in deinem Leben.

Gruß,

Pascal

Gast
Peter

Ein sehr aufschlussreicher Artikel nur stellt sich mittlerweile bei mir die Frage: Was Dann? Klar wäre es cool, wenn man mit 45-50 finanziell frei ist, aber was dann? Reisen? Ja ok klingt erstmal verlockend, aber irgendwann hat man dann auch alles gesehen, was man sich gewünscht hat. Ich denke einfach, dass viele den Absprung nicht schaffen, weil sie nicht wissen, wie sie dann ihr restliches Leben ohne wirkliche Aufgabe füllen sollen. Deswegen sollte man sich auch im Vorfeld darüber Gedanken machen uns vll auch was zurück geben.

Liebe Grüße 🙂

Gast
Corccovado

In unserer Behörde gibt es dafür extra einen einwöchigen Lehrgang: Vorbereitung auf die Pension. 😀

Gast
Ruben

Dein Beitrag trifft die Hauptfrage, die mich umtreibt und die ich bislang nicht ganz für mich lösen konnte. Wann schalte ich einen Gang zurück? Die letzten Jahre war ich weit davon entfernt und habe viele Überstunden geleistet. Ich kann derzeit ca. 60% sparen. Ich bin weder ein Spitzenverdiener, noch habe ich ein Riesenvermögen. Es könnte passiv noch nicht alle meine Ausgaben decken. Es ist jedoch ein Vermögen, was durch Zins und Zinseszins nun auch ohne mein Zutun ordentlich weiter wachsen würde. Der prozentuale Anteil der Sparraten wird immer geringer.
Wirklich aufhören zu arbeiten könnte ich mir derzeit gar nicht vorstellen, vielleicht wenn ich noch etwas älter bin. Ich habe es bereits mit Urlaubstagen über viele Wochen ausprobiert, eine 4 Tage Woche wäre eine enorme Steigerung meiner Lebensqualität. Ich hätte es vorher nicht für möglich gehalten, welch großen Unterschied dieser eine Tag bewirkt. Bei einer Sparrate von 60% wäre logischerweise jetzt schon die 4 Tage Woche drin. Ich habe jedoch für mich das Lebensalter 50 als 4 Tage Woche anvisiert. Bis dahin kann ich wahrscheinlich auch meine monatlichen Kosten größtenteils durch ein passives Einkommen decken. Wenn es ein paar Jahre länger dauert, geht die Welt auch nicht unter.

Alles Gute!
Ruben

Gast
Kiev

Schöner Artikel!
Ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht wann es genug ist. Es ist eine schwierige Frage. Ich bin aktuell noch unter 40 Jahre alt und mit zwei kleinen Kindern stehen mir noch ein paar unterschiedliche Abschnitte im Leben bevor. Hier ist es schon schwierig überhaupt die Frage zu klären wie die monatlichen Ausgaben zu beziffern sind. Ich kann sie mittlerweile für die Gegenwart gut einkreisen (ca. 2400), aber wie sie in 10 oder 20 Jahren aussehen, kann ich noch nicht abschätzen. Ich habe mir eine Strategie für den Aufbau von Vermögen bis zu einem Alter von 50 Jahren aufgebaut. Bei Erfüllung wäre ich schuldenfrei und könnte monatlich über 3600€ verfügen (Keine besondere Betrachtung von Krankenkasse und Steuer eingebaut). Damit würde ich ein Drittel mehr einnehmen als benötigt wird. Rente ist hier noch nicht berücksichtigt und meine Frau arbeitet ebenfalls.
Allerdings müssten meine Frau und ich bis zu diesem Zeitpunkt unverändert arbeiten um den Aufbau nach Plan durchzuführen. Das finde ich in Ordnung, da ich die nahe Zukunft besser abschätzen kann als die Ferne. Momentan ist soweit alles in Ordnung, so dass ich lieber das Vermögen weiter aufbaue als jetzt schon die Früchte zu ernten, die ich hinten raus unter nicht so gut abzuschätzenden Bedingungen erst noch säen müsste. Der Compound Effekt ist schließlich auch nicht zu vernachlässigen.
Ich werde schon vor dem Erreichen des Alters die Stunden reduzieren und dafür entsprechend länger arbeiten. Auf diese Weise ändert sich auch nicht viel in Sachen Steuer und Krankenkasse. Lediglich die Sparrate wird geringer. Ab welchem Zeitpunkt ist dies machen werde kann ich noch nicht abschätzen. Aktuell habe ich 72% Sparrate, so dass ich hier etwas Potential besitze. Die Zukunft hängt ja auch von der Perspektive meiner Frau ab. Wie ist die Arbeit bei ihr und bei mir. Vielleicht möchte sie ja auch mit 50 Jahren weiterarbeiten (50% Stelle?)
Eine weitere Problematik ist, dass wir noch ein paar besondere kostspielige Erlebnisse erfahren möchten. Eine Reise durch die USA mit der ganzen Familie und ein paar andere nicht ganz so teure Reiseziele stehen auf unserer Wunschliste. Diese Reisen vernichten schließlich die Sparraten einiger Monate.

Gast
Ulrich

Hallo Maschinist,
einfach so mit der Erwerbstätigkeit aufhören, insbesondere wenn man sehr gut verdient, jedes Jahr noch zwei Rentenpunkte und eine sehr großzügige BaV erhält, ist gar nicht so einfach. Das ist meine Erfahrung als 51 jähriger, der theoretisch schon vor einigen Jahren diesen Schritt hätte gehen können. Bei mir wirkt auch noch das Trauma des Dotcom Crashes 2000 nach, welcher mich fast 80% meines Depots gekostet hat, das Kalkül ist zusätzliche Sicherheit. gegen Zeit.
Es bedarf wohl bei den Meisten eines äußeren Impluses für diesen Schritt, sei es durch Restrukturierungen in der Firma mit einem Abfindungsangebot oder einer Versetzung oder im schlechten Fall Krankheit oder andere persönliche Veränderungen.
Bisher war ich noch nicht mutig genug, seit ich die 50 überschritten habe, wird die selbstbestimmte Zeit immer wertvoller, und das Risiko, dass das Vermögen nicht reicht immer kleiner,aber die Weichen sind gestellt und an einem Abfindungsangebot arbeite ich auch schon.
Aber so leicht wie sich mancher zu Beginn der Phase des Vermögensaufbau das ganze vorstellt,
ist es nicht.

Gast
Oliver

Hallo Ulrich,
ich habe zur Jahreswende mit 51 Jahren aufgehört, Vollzeit zu arbeiten. Meine passiven Einnahmen waren zu der Zeit so weit, dass sie alles abdecken, was bei mir so anfällt. Es blieb aber kein großer Puffer übrig. Das heißt, um mich etwas sicherer zu fühlen, nehme ich im IT-Bereich noch kleine Projekte an, die ich gerne machen möchte. In dem halben Jahr ist die Situation eingetreten, dass ich aufgrund der vielen Dividendenerhöhungen jeden Monat einen kleinen Puffer besitze. Zusätzlich habe ich noch das gesamte Geld aus meinem aktiven Einkommen in diesem Jahr angelegt, weil ich es einfach nicht benötigte. Im Juni habe ich “frei”, ich geniesse einfach das schöne Wetter und lass es mir gut gehen.

Wenn man mal über seinen Schatten gesprungen ist und sich von den alltäglichen Zwängen befreit hat, möchte man seinen 9/5 Job gar nicht mehr zurück, Einige Leute können sich ein Leben ohne feste Vollzeitarbeit gar nicht vorstellen oder glauben, dass es langweilig wird. Das liegt an einem selber, wenn es so ist. Ich habe vor einem Monat angefangen, Spanisch zu lernen. Dafür gibt es tolle Apps und ich habe keinerlei Druck, irgend etwas erreichen zu müssen. Für die kurze Zeit bin ich schon gut weit gekommen und habe so 300 aktiv gelernte Wörter. Weil ich Technik gerne mag, überlege ich mir zum Spaß ein paar Cisco-Zertifizierungen zu machen. Ich bin seid langem im IT-Bereich tätig und mir hat das immer Spaß gemacht. Deshalb die kleinen Projekte. Aber bitte nicht mehr so wie früher mit viel Stunden und Zeitdruck.

Im Gegensatz zu dir war ich die meiste Zeit selbstständig. Deshalb ist meine gesetzliche Rente minimal, wann auch immer die ausgezahlt wird. Unsere lieben Politiker denken ja schon aktiv nach, erst mit 69 den Start einzurichten. Ehrlich gesagt bin ich froh, dass ich nicht über dieses Arbeitsalter nachdenken muss.

Wenn dir der Mut fehlt, ganz auszusteigen, dann denke doch als ersten Schritt über eine 4-Tage-Woche oder eine Halbtagsstelle nach? Das ist schon massig Lebensqualitätsgewinn und Du hast noch dein finanzielles Sicherheitsnetz. Damit nutzt Du dein jetziges angespartes Guthaben schon wesentlich besser. Mit 50 kann man noch alles tun, wenn man fit ist. Mit 60 sicherlich auch, aber darüber wird die Chance immer größer, dass man gesundheitliche Einschränkungen hat. Machen wir uns nichts vor, das Leben ist endlich. Und warum hast Du so viel gespart, wenn Du es nicht nutzt? Ich kann dir von meiner Seite sagen, dass ich es keine Sekunde bereut habe, den Vollzeitjob an den Nagel zu hängen. Das liegt sicherlich an den viel zu vielen Interessen, die ich habe. Aber wenn Du auch vielseitig interessiert bist, wäre eine Änderung die erste Wahl.

Grüße Oliver

Gast
Felix

Ich glaube nicht so recht, dass das Leben so berechenbar über Dekaden hin abläuft. Natürlich kann man in die Zinseszinsformel einsetzen und entsprechende Vermögenswerte zu berechnen. Die reale Welt ist komplizierter.

Es gibt so viele äußere Faktoren, auf die man wenig Einfluss hat, die alle Berechnungen zur Makulator machen. Dazu muss noch nicht Mal an einen großen Krieg denken. Wer sagt uns, dass Aktienkurse und auch Dividende mal 20 Jahre den Rückwärtsgang einlegen können, Pflegebedürftige Eltern, Krankheit bei Kindern usw.

Wenn sich das Zinseszinsmodell so einfach im wirklichen Leben fortschreiben ließe, dann müssten Familien, die über zwei, drei Generationen (Stichwort: Josefpfennig) so leben, immens damit reich geworden sein. Warum kenne ich solche Leute nicht? Wo sind die?

In der Wirtschaft heißt dieses oben beschriebene Phänomen wohl abnehmender Grenznutzen.

Gast
Klaus

Hallo Maschinist

Deinen Blog kenn ich schon lange, eigentlich seit Anfang, komme immer wieder gerne und schmökere. Altersmäßig … naja, meine Hits spielten in den 70ern 🙂
Heute möchte ich einmal einhaken zu Deinem Beitrag, den ich für einen der Bedeutendsten halte. Denn die Maßlosigkeit oder das Verlieren des Bezugs zum richtigen Maß scheint um sich zu greifen. Nicht wissen, wann es genug ist. Sehr gutes Thema.

Jedoch, Du schreibst: “Die kostbarste Ressource aller Lebewesen heißt Zeit! Eigene Lebenszeit!”
Die Zeit steht für mich mit ganz oben. Aber meiner Meinung nach ist die kostbarste Ressource einfach die Gesundheit. Was nützt alles Geld, wenn man es wegen der Gesundheit nicht ausgeben kann, diejenigen Dinge, die man gerne mache würde, nicht machen kann. Natürlich ist es beruhigend, einen finanziellen Rückhalt zu haben. Aber sich zig Jahre auf die FF vorzubereiten und zu freuen und dann nicht können, das macht nicht nur keinen Spass…
Ich sehe das in etwa so wie mit dem Wasser des Wüstenbewohners. Selbst wenn ich Zeit habe ohne Ende, z.B. im (Vor-)Ruhestand oder wegen der Erreichen der FF und auch Geld ausreichend zur Verfügung steht, braucht es immer noch die Gesundheit, die es einem ermöglicht, das einmal Geplante umzusetzen, das Geld auszugeben und auch Freude daran haben. Wenigstens für einen Teil der Gesundheit sind wir selbst verantwortlich. Und daran sollte man mit jeder Sparrate denken.

Auch ein weiterer Aspekt, der schon angesprochen wurde, ist sehr wichtig. Man sollte sich klar werden darüber, was man mit seiner Freiheit anfängt. Urlaub, Feten, FFF usw. ist alles in Ordnung, aber das befriedigt auf Dauer die wenigsten. Ein rechtzeitiges “genug” wäre auch da nötig. Ich meine, man sollte sich einen Plan, eine Aufgabe, für die Zeit der FF zurechtlegen, um nicht abzusacken und Zufriedenheit zu erlangen. Mark Twain sagte „Wer nicht weiß, wohin er will, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt…“

Dir eine gute Zeit und noch viel Freude mit dem Blog!

Gast
Karl

Meine Frau und ich (beide Ende 30) hatten das Glück schon in recht jungen Jahren gute Gehälter zu verdienen. Wir hatten aber auch immer Bedenken ob sich unser gutes Einkommensniveau dauerhaft halten lässt. Daher sind wir lieber vorsichtig und leben bewusst unter unseren Verhältnissen, um für den Fall, dass es beruflich mal nicht mehr so gut läuft vorbereitet zu sein, und keinen Absturz zu erleben. Unsere Maßgabe ist, dass der Lebensunterhalt auch mit nur einem Einkommen bestreitbar sein muss, und überschüssige Mittel in Aktien ETFs investiert werden. Dies hat im Zeitablauf dazu geführt, dass wir heute über ca. 800.000 Euro in ETFs verfügen.

Seit einiger Zeit befassen wir uns jetzt mit der Frage wozu dieses Geld einmal dienen kann. Aktuell ist es noch mehr ein Sicherheitsnetz, welches mögliche Einkommensverluste ausgleichen könnte. Gemäß der super-sicheren 3% Regel ließe sich das Haushaltseinkommen monatlich um 2.000 Euro aufbessern. Bei etwas gewagteren 4% sogar um ca. 2.650 Euro pro Monat.

Als “Genug” haben wir für uns einen Betrag i.H.v. 2,5 Mio Euro geplant, also ca. das Dreifache des heutigen Wertes. Mit diesem Geld könnten wir dann völlig entspannt einen 2. Lebensabschnitt beginnen, ggf. auch in einem anderen Land. Wenn alles gut läuft sind wir in 10-15 Jahren im Alter von ca. 50 so weit.

Gast
Corcovado

Ein (erneut) toller Artikel, der zum Nachdenken anregt. 🙂

Gast
Oliver

Hallo Maschinist,

in deinem Artikel stecken sehr viele wichtige Punkte. Ich merke es an mir selber: Die Zeitkomponente ist mir persönlich am wichtigsten, d.h. ich möchte möglichst wenig Zeit mit Dinge verschwenden, die lästig oder störend sind. Ganz ausschließen kann man es leider nicht, aber viele Diskussionen machen für mich keinen Sinn mehr. Geld verdienen ist solange sehr wichtig, wie man es als aktives Einkommen benötigt. Die meisten Menschen inklusive mir müssen für einen langen Zeitraum arbeiten, um ihr Leben finanzieren zu können. Das interessante dabei ist, dass viele es als gegeben sehen, bis zur Rente durchzuarbeiten. Andererseits schaffen es viele gesundheitlich oder aus Mangel an Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht, das Erwerbsleben bis zur Rente durchzuziehen. Die meisten müssen dann mit sehr wenig Geld auskommen.

Wenn man etwas ehrgeiziger ist, eine gutbezahlte Arbeit findet hat man die Möglichkeit, aus der Situation herauszukommen, wenn man regelmäßig Geld zur Seite legt. Ein ganz altes Konzept, was erstaunlicherweise viele Menschen komplett ignorieren. Das gilt für fast meinen ganzen Freundes- und Bekanntenkreis. Ich hatte lange Phasen dabei, wo ich ganz gut verdient habe, aber ich kenne einige, die wesentlich mehr verdienen und das auch in der Vergangenheit getan haben. Komischerweise sind die meisten bis auf ein recht teures Haus mit dem üblichen Brimborium auf den monatlichen Geldeingang zwingend angewiesen, weil sonst die Rate für das Haus, die Leasingraten für das/die Auto(s), die viel zu viele Versicherungen und schlechten Sparverträgen (falls vorhanden), die teuren Urlaube und dies und das nicht mehr finanziert werden können. Alles darunter ist schlechtere Lebensqualität oder Einbuße in Lebensqualität. Deshalb ist der blaue Balken in deinem vorletzten Diagramm nur für Leute richtig, die es sich angewöhnt haben, Teile ihres Einkommens zu sparen und richtig zu investieren. Das Diagramm zeigt also den optimalen Fall, den über 90% nicht nur der deutschen Bevölkerung gar nicht erreichen mangels Möglichkeiten oder finanzieller Bildung.

Dabei zeigt der gelbe Balken, um was es geht und das es immer schwerer wird, mit eigener Aktivität den Standard hoch zu halten. Man kann irgendwann nicht mehr so viel arbeiten und leisten. Die Industrie weiß das auch und wenn sich ein Mensch mit Mitte 50 irgendwo für einen festen Job bewerben muss, wird er mit wenigen Ausnahmen sich schwertun, etwas vernünftiges zu finden. Wenn man erfahrener Spezialist in irgendetwas ist, empfehle ich in dem Alter immer die Selbstständigkeit. Da kann man sein Wissen sich sehr gut bezahlen lassen, wenn man auf das Geld angewiesen ist. Aber auch hier ist eine Grenze gesetzt, weil wir uns geistig verändern und nicht mehr so schnell sind. Das kann man mit Erfahrung gewissermaßen ausgleichen, aber die Belastbarkeit nimmt ab. Ich sehe es an meinen alten Mentor, der jetzt 70 geworden ist, ein Topmanager war und inzwischen alle Tätigkeiten aufgegeben hat. Er ist müde geworden.

Das Dilemma ist, dass bei Leuten, die nicht auf ihre Finanzen geachtet haben, der blaue Balken immer oben bleiben wird. Deshalb geht es heute schon vielen Rentnern schlecht. Schaut man sich die Pläne der Bundesregierung an, werden die Bedingungen sich weiter verschlechtern. Von daher wird das neben so einigem anderen für viele eine existentielle Frage werden. Man kann nur hoffen, dass unsere Technik so schnell voranschreitet, dass zum einen die Pflege über kostengünstige Roboter abgewickelt werden kann und zum anderen es möglich ist, die alten und gebrechlichen Menschen würdig leben zu lassen. Momentan bin ich nicht so optimistisch, aber ich denke, dass die Zukunft etwas besser ausschauen wird, wenn sich die Technik weiter entwickelt.

Die vorgestellten Graphen sind für mich eine Mahnung, die blaue Linie nicht zu leicht zu nehmen. Alle, die sie ernst nehmen, kommen in den Überflussbereich und dann ist die blaue Linie irgendwann tatsächlich von der Wertigkeit ganz unten. Um das zu erreichen, muss man viel sparen und investieren. Machbar ist es, es gibt genügend, die ihre Möglichkeiten genutzt haben und sehr schön im fortgeschrittenen Alter leben können. Geschenkt wurde es den wenigsten, es ist anstrengend. Kann ich selber bestätigen.

Grüße Oliver

Gast

Hallo Maschinist,

ja das ist ein interessanter Artikel! Klar, man kann sich vorher überlegen wieviel Geld genug ist – trotzdem glaube ich dass das Leben sich öfters ändert als man vorher langfristig planen kann. Aktuell werde ich heuer 53. In meinem Job wurde mir vor 2 Jahren im Zuge eines Inhaberwechsels und Personalabbau daher finanziell angeboten aus der Firma auszusteigen. Da ich fast 25 Jahre vorher gespart und investiert hatte und ich den Jobverlust dort finanziell als Chance sah war der Zeitpunkt da. Was folgte war 1 Jahr erfolglose Jobsuche, dann die Entscheidung es ist genug Geld da um ab sofort mehr Zeit fürs Leben zu haben.
Das war terminlich nicht geplant – sonst hätte ich bis 65 gearbeitet und wäre dann in die Pension bzw. Freizeitphase gegangen.
Geld “anhäufen” ist sinnlos, aber es erweitert sehr die Möglichkeiten sich stressfrei anzupassen oder verändern zu können.
Viel Erfolg und Grüße
Bergfahrten

Gast
Dr.Bundy

Ich habe immer die Vorstellung, was ich meiner Seele kurz vor dem Tod sagen soll…Wenn ich nur gearbeitet habe und ihr die Welt nicht gezeigt habe, nicht auf sie gehört habe usw. dann ist das ein trauriges Leben gewesen. Wenn ich stattdessen mehrere Weltreisen gemacht habe, richtige Abenteuer z.b. per Anhalter durch die Welt in 1 Jahr, oder wenn ich versch. Lebensweisen gelebt habe (in der 1. Welt, aber auch in der 3. Welt z.b., oder mal in Südamerika leben, mal in Asien, mal in Europa), dann hat man was gemacht und auch erlebt. Das Leben soll eine Reise sein, also bleibt nicht zu Hause und macht euch nicht immobil…