Letzte Aktualisierung: Juli 2026
Nach Winston Churchill sind Demokratie & freier Markt ein fürchterlich schlechtes System – mit Ausnahme aller anderen. Nicht perfekt, aber das bei weitem Beste, was uns bisher eingefallen ist, um im historischen Vergleich rasend schnell wohlhabender, sicherer und langlebiger zu werden.
Genau diese Konkurrenz vieler Anbieter ist auch der Grund, warum ein gutes Aktiendepot heute fast nichts mehr kostet. Und damit Du nicht ewig suchen musst, kommt hier direkt der Favorit des Maschinisten:
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Wer es genauer wissen will: Nachfolgend vergleicht der Maschinist alle empfehlenswerten Broker im Detail – inklusive der Anbieter, die er aktuell nicht nehmen würde.
Der Maschinist ist ein großer Anhänger der freien Marktwirtschaft
Und darum freue ich mich, dass die Brokerqualität im deutschsprachigen Raum mittlerweile erfreulich hoch ist.
- Hohe Auswahl an deutschen Brokern mit automatischer Abführung der Kapitalertragsteuer – kein Aufwand für Dich bei der Steuererklärung.
- Neben 0 Euro Depotgebühren sind auch die Handelsgebühren mittlerweile vernachlässigbar – wenn man von kleineren Spreads zwischen An- und Verkauf absieht.
Warum ist das Thema so wichtig? Weil ein breit gestreuter Aktien-ETF auf einen Weltindex wie den MSCI World in den letzten rund 50 Jahren im Schnitt etwa 8 bis 10 Prozent Rendite pro Jahr erzielt hat (nominal, inklusive Dividenden). Laut dem MSCI-World-Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts (Stand 31.12.2024) erzielte ein 20-Jahres-Sparplan im Durchschnitt 8,6 Prozent pro Jahr – im schlechtesten Fall 2,2 Prozent, im besten Fall 15,4 Prozent.
Kein Tagesgeld, kein Bausparer und keine Lebensversicherung kommt da auch nur annähernd heran. Und genau dafür brauchst Du ein gutes Aktiendepot.
Worauf es bei der Wahl des richtigen Brokers wirklich ankommt
Bevor wir in den Vergleich einsteigen, hier die Kriterien, die für den Maschinisten persönlich zählen:
Kosten: Die Depotführung sollte kostenlos sein – das bieten mittlerweile alle relevanten Onlinebroker. Entscheidender als die expliziten Gebühren ist oft der implizite Spread (die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs). Tipp: zu den Haupthandelszeiten handeln, wenn Xetra und die US-Börsen offen sind.
Handelsplätze: Wer nur einen Welt-ETF bespart, braucht keinen Zugang zur Börse Hongkong. Wer gezielt Einzelaktien an Auslandsbörsen kaufen möchte, sollte auf die verfügbaren Handelsplätze achten.
Depotarten: Nur ein Einzeldepot? Ein Gemeinschaftsdepot mit dem Partner? Ein Junior-Depot für die Kinder? Ein Firmendepot für die GmbH? Hier unterscheiden sich die Anbieter erheblich.
Sicherheit & Einlagensicherung: Dein Depot ist als Sondervermögen geschützt – selbst bei Insolvenz des Brokers. Deine Aktien und ETFs gehören Dir. Für das Verrechnungskonto greift bei deutschen Brokern die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank.
Steuerliche Handhabung: Alle hier vorgestellten deutschen Broker führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab. Bei Auslandsbrokern wie Interactive Brokers musst Du Dich dagegen selbst um die Versteuerung kümmern.
Alle Broker auf einen Blick – Die Vergleichstabelle des Maschinisten
Die wichtigsten Fakten kompakt – selbst zusammengetragen aus eigener Nutzung und den offiziellen Preisverzeichnissen der Anbieter (Stand: Juli 2026). Auf dem Smartphone kannst Du die Tabelle seitlich scrollen.
| Broker | Orderkosten (Gettex) | Sparplankosten | ETF-Sparpläne | Handelsplätze | Gemeinschaftsdepot | Junior-Depot | Firmendepot | Zinsen auf Guthaben |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Traders Place ★ | ab 0 € (ab 500 €) | 0 € | ca. 2.100 | über 40 (In- & Ausland) | Ja (neu!) | Ja | Nein | bis 1,75% p.a. |
| Flatex | ab 5,90 € | 0 € | ca. 1.500 | über 40 (In- & Ausland) | Ja | Ja | Ja | Nein |
| Smartbroker+ | ab 0 € (Gettex) | 0 € | ca. 2.500 | ca. 30 (In- & Ausland) | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Finanzen.Net Zero | ab 0 € (Gettex) | 0 € | ca. 2.000 | Gettex | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Scalable Capital | 0,99 € (Free) / 0 € (Prime+) | 0 € | ca. 2.700 | Gettex, EIX, Xetra | Nein | Nein | Nein | 2,00% p.a. |
| DKB | ab 10 € | 1,50 € | ca. 2.000 | alle dt. Börsen | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Trade Republic | 1 € | 0 € | ca. 2.600 | LS Exchange | Nein | Ja | Nein | 2,00% p.a. |
| CapTrader* | ab 2 € | – | – | 150+ weltweit | Ja | Nein | Ja | variabel |
★ = Aktueller Favorit des Maschinisten | * = Auslandsbroker ohne autom. Steuerabzug | Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte aktuelle Konditionen beim jeweiligen Anbieter prüfen.
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Die gute Nachricht: Auf der Kostenseite siehst Du fast nichts
Fast die gesamte Riege der deutschen Onlinebroker bietet außerhalb des direkten Börsenhandels (z. B. über Gettex) und bei Vernachlässigung des Spreads einen „kostenlosen“ Handel an. Vor 25 Jahren, als ich mit dem Börsenhandel begann, sah die Welt komplett anders aus: hohe Kosten, tagelange Umtauschvorgänge und geradezu lachhafte Handelsmasken.
Heute richtest Du Dir in zwei Minuten auf dem Smartphone ein kostenloses Depot und einen ETF-Sparplan auf den MSCI World oder FTSE All-World ein – für null Euro Ordergebühr und eine jährliche ETF-Verwaltungsgebühr (TER) von unter 0,2 Prozent. Verrückt günstig im historischen Vergleich.
Der große Broker-Vergleich – Meine persönlichen Erfahrungen
Grundsätzlich sind für mich alle nachfolgenden Anbieter gut geeignet, um ein überwiegend passives Aktiendepot zu führen. Für alle gilt die deutsche Einlagensicherung, und alle führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab.
Traders Place – Mein aktueller Favorit
Traders Place ist ein deutsches Wertpapierinstitut mit Sitz im bayerischen Freilassing, dessen Depots bei der Baader Bank geführt werden. Dieser Broker hat mich in den letzten Monaten zunehmend überzeugt – und auch Finanztip hat Traders Place im Depot-Test 2026 (22 geprüfte Depots) das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aller getesteten Broker attestiert.
Warum? Weil Traders Place das Beste aus zwei Welten vereint: kostenloser Handel über Gettex oder Baader (ab 500 Euro Ordervolumen), aber gleichzeitig echter Börsenhandel an fast 40 Handelsplätzen im In- und Ausland. Du kannst Deinen ETF-Sparplan kostenlos besparen und trotzdem bei Bedarf direkt an der Börse Hongkong, Tokio, London oder New York handeln – zu günstigen Konditionen. Für einen deutschen Broker ist das beeindruckend.
Dazu gibt es Einzeldepots, Kinderdepots und seit Anfang 2026 auch Gemeinschaftsdepots, Kryptohandel sowie ein verzinstes Zinskonto (aktuell bis 1,75 % p.a. ab 5.000 Euro Einlage). Die Sparplanauswahl ist mit über 2.100 ETF-Sparplänen groß – und alle Sparplanausführungen sind kostenlos, schon ab 1 Euro Sparrate.
Ein ehrliches Wort noch: Der Kundenservice ist bei diesem noch jungen Broker gelegentlich etwas zäh erreichbar – das liest man in Erfahrungsberichten immer wieder. Für einen überwiegend passiven Buy-&-Hold-Anleger, der einmal einrichtet und dann laufen lässt, fällt das aber kaum ins Gewicht. Das Gesamtpaket aus Kosten, Handelsplätzen und Depotarten ist derzeit schwer zu schlagen.
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Flatex – Der Allrounder für anspruchsvolle Anleger
Eine deutlich positive Wendung hat Flatex in den letzten Jahren vollzogen. Früher gab es dort noch Negativzinsen auf Verrechnungskonto und Depotwert – ein NoGo bei einem alten Vergleich der Freiheitsmaschine. Das ist zum Glück Vergangenheit, und Flatex hat sich zu einem deutlich besseren Broker entwickelt.
Einzelne Trades kosten zwar wenige Euro (Sparpläne auch hier kostenlos), dafür gibt es sehr viele Handelsplätze im In- und Ausland, eine große ETF-Auswahl und Kryptohandel. Im Gegensatz zu vielen anderen bietet Flatex neben Einzeldepots auch Gemeinschaftsdepots und sogar Firmendepots für verschiedene Rechtsformen an.
Besonders das Firmendepot macht Flatex in diesem Vergleich einzigartig: Wenn Du eine GmbH oder eine andere Gesellschaft hast und darüber investieren möchtest, führt kaum ein Weg an Flatex vorbei. Der Maschinist besitzt ein Gemeinschaftsdepot bei Flatex.
Smartbroker+
Schon einige Jahre am Markt und – ohne die Plusversion – einst Gewinner eines älteren Brokervergleichs der Freiheitsmaschine. Smartbroker+ bietet quasi kostenlosen Handel über Gettex und L&S Exchange, aber auch echten Börsenhandel über in- und ausländische Börsen sowie Kryptohandel mit einigen wenigen Währungen.
Nachteil: Es gibt nur Einzeldepots (keine Gemeinschafts-, Junior- oder Firmendepots). Und zur Erinnerung: Der damalige Wechsel der depotführenden Bank verlief nicht besonders professionell – die Hotline war über Wochen kaum erreichbar. Seitdem habe ich aber nichts Schlechtes mehr gehört; für Einzeldepotkunden funktioniert der Broker prima.
Finanzen.Net Zero
Relativ neuer Broker mit quasi kostenfreiem Handel von Aktien, ETFs, Anleihen und Krypto über Anbieter wie Gettex (Baader Bank als depotführende Bank). Finanzen.Net Zero ist mehrfacher Kostensieger bei der Stiftung Warentest (zuletzt Ausgabe 12/2025, in allen vier Modell-Depots 0 Euro Gesamtkosten) – wer vor allem auf die Kosten schaut, ist hier bestens aufgehoben.
Dazu punktet der Broker mit einer sehr einfachen, übersichtlichen Oberfläche. Für Anleger, die einfach nur regelmäßig einen ETF-Sparplan besparen wollen, ist das ein Pluspunkt. Nachteil: nur Einzelkonten, und im Vergleich zu Traders Place kein echter in- und ausländischer Börsenhandel, sondern nur Gettex. Der Maschinist hat ein Depot bei Finanzen.Net Zero und findet es absolut ok für Buy & Hold, Sparpläne und den gelegentlichen Handel, wenn ein Einzeldepot genügt.
Scalable Capital
Der Münchner Neobroker ist einer der größten in Deutschland und bietet zwei Preismodelle: Im kostenlosen „Free“-Modell zahlst Du 0,99 Euro pro Trade; im „Prime+“-Modell für 4,99 Euro monatlich handelst Du ab 250 Euro Ordervolumen unbegrenzt kostenlos. Alle ETF-Sparpläne sind in beiden Varianten kostenlos.
Gehandelt wird primär über Gettex und die hauseigene European Investor Exchange (EIX), seit Anfang 2025 auch über Xetra. Das Angebot ist mit über 8.000 Aktien und 2.700 ETFs solide. Dazu gibt es 2 Prozent Zinsen auf Guthaben (in Prime+ unbegrenzt, in Free bis 100.000 Euro) und seit Anfang 2026 eine automatische Dividendenwiederanlage. Interessant vor allem für Vieltrader und für alle, die zusätzlich die digitale Vermögensverwaltung (Robo-Advisor) nutzen wollen. Kein Gemeinschaftsdepot.
DKB – Girokonto & Depot aus einer Hand
Einzelorders kosten bei der DKB zwar mindestens 10 (bis 30) Euro, dafür ist der Broker verlässlich, hat ein stabiles Preisangebot ohne Lockangebote und versteckte Kosten. Eine Sparplanausführung kostet 1,50 Euro, bei der Sparplanhöhe gibt es nach oben kein echtes Limit.
Interessant ist die DKB vor allem für aktuelle oder zukünftige DKB-Girokonto– und Kreditkartenbesitzer: Dann hast Du alles aus einer Hand mit einem Login. Außerdem bietet die DKB Gemeinschaftsdepots und ein Junior-Depot für den Nachwuchs an. Damit kannst Du ab dem Tag der Geburt einen ETF-Sparplan laufen lassen – schon 50 Euro pro Monat in einen Welt-ETF können bis zum 18. Geburtstag bei historisch durchschnittlicher Rendite zu einem fünfstelligen Startkapital anwachsen.
Ich würde die DKB als Zweit- oder Drittbroker mit überwiegend passivem Handel (Buy & Hold oder Sparpläne) empfehlen, wenn man dort auch ein Girokonto führt. Der Maschinist hat bei der DKB Konten und Aktiendepots.
Warum sind ING, Consorsbank oder Comdirect nicht in der Liste?
Ganz klar: Die großen Direktbanken sind als Broker nicht schlecht. Wenn Du dort bereits ein Girokonto führst und alles unter einem Dach haben möchtest, sind sie ok. Aber im direkten Vergleich sind sie beim Handeln einfach teurer – Einzelorders kosten schnell 10 Euro oder mehr. Bei einem Neobroker zahlst Du außer dem Spread null.
Wer bereits ein Depot dort hat und zufrieden ist: kein Grund zur Panik, Deine Aktien wachsen auch dort. Wer aber neu anfängt oder über einen Zweitbroker nachdenkt (was ich bei steigender Vermögenshöhe immer empfehle): Die oben genannten Broker bieten einfach das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Broker, die ich aktuell nicht nehmen würde
Das sind mittlerweile nur noch ganz wenige. Einer, der mir trotz seiner großen Popularität einfällt, ist Trade Republic.
Trade Republic
Als positiven Punkt hat der Anbieter damals werbemäßig den „kostenlosen“ Handel ins Rollen gebracht, den mittlerweile viele übernommen haben. Möglich war das, weil Trade Republic den Handel ausschließlich über Lang & Schwarz abwickelte – ohne echten Börsenhandel. Das wurde inzwischen in „LS Exchange“ umbenannt, ansonsten bleibt der Handel eingeschränkt. Einen Handel an US-Börsen gibt es nicht.
Ab Sommer 2024 häuften sich über viele Monate Beschwerden, dass Dividenden erst mit wochenlanger Verspätung und nach mehreren Nachfragen gutgeschrieben wurden. Zahlreiche Medien berichteten darüber; betroffen waren unter anderem Aktionäre von DWS und Porsche. Trade Republic begründete die Probleme mit einer „Systemumstellung“ im Zuge des Übergangs zur eigenen Vollbanklizenz. Auch danach gab es vereinzelt Berichte über fehlerhaft abgerechnete Kapitalerträge. Für einen Broker, der mittlerweile über 10 Millionen Kunden und mehr als 100 Milliarden Euro Vermögenswerte verwaltet, ist das nicht akzeptabel.
Aktuell wirbt Trade Republic mit einer Verzinsung auf dem Verrechnungskonto (derzeit 2 % p.a.). Diese Verzinsung kannst Du aber bei jedem Broker haben, indem Du mit freiem Geld einen Übernacht-Geldmarkt-ETF kaufst, z. B. den Xtrackers EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF, der täglich verzinst und sehr liquide handelbar ist. Der Vorteil: Diese Lösung funktioniert überall, und Du bist nicht von der Marketingentscheidung eines einzelnen Anbieters abhängig, der die Zinsen jederzeit senken kann – wie Trade Republic es bereits mehrfach getan hat (von ursprünglich 4 % auf aktuell 2 %).
Bezüglich Trade Republic sage ich also weiterhin „eher nicht“ – es gibt heute genügend Anbieter, die neben dem „kostenlosen“ Handel über Gettex & Co. auch echte in- und ausländische Börsen bieten und nicht durch technische Pannen bei so grundlegenden Dingen wie der Dividendengutschrift auffallen.
Für Fortgeschrittene: Auslandsdepot ohne automatische Steuerabfuhr
Falls Du zusätzlich ein Auslandsdepot möchtest, empfehle ich Interactive Brokers oder den deutschsprachigen Ableger CapTrader. CapTrader ist für aktive Anleger und Trader eine gute Wahl – sehr niedrige Handelsgebühren, riesiges Produktangebot und Zugang zu praktisch allen Börsen der Welt über die Interactive-Brokers-Plattform.
Deine Kapitalertrags- & Abgeltungssteuern musst Du hier allerdings mit Deiner jährlichen Steuererklärung selbst abführen. Das ist der Preis für die erweiterten Möglichkeiten – deshalb empfehle ich ausländische Broker nur für wirklich aktive Trader und zur Diversifikation des Vermögens auf verschiedene Kontinente.
Zusammenfassung: Bester Broker für jeden Anlegertyp
Für ETF-Sparpläne: Traders Place, Finanzen.Net Zero, Scalable Capital oder Smartbroker+ – Sparpläne sind überall kostenlos.
Für echten Börsenhandel im In- und Ausland: Traders Place und Flatex – beide mit Zugang zu vielen internationalen Handelsplätzen zu guten Konditionen.
Für ein Gemeinschaftsdepot: Traders Place (seit 2026), Flatex und die DKB.
Für ein Firmendepot (GmbH): Flatex – derzeit die einzige empfehlenswerte Option unter den Onlinebrokern.
Für ein Junior-Depot: Traders Place, DKB und Flatex.
Für aktive Trader weltweit: Interactive Brokers bzw. CapTrader.
Depotwechsel: Einfacher als Du denkst
Führst Du aktuell noch ein teures Depot bei einer Filialbank? Ein Depotwechsel ist kostenlos und einfach – Dein neuer Broker übernimmt den gesamten Übertrag. Gebühren dürfen dafür laut BGH-Urteil nicht anfallen.
Du musst nicht verkaufen und neu kaufen (das würde Steuern auslösen), sondern überträgst Deine Wertpapiere einfach zum neuen Broker. Die Anschaffungsdaten wandern mit, Dein steuerlicher Bestandsschutz bleibt erhalten. Laut Stiftung Warentest können Anleger durch den Wechsel von einem besonders teuren zu einem besonders günstigen Anbieter bis zu 814 Euro pro Jahr an Gebühren sparen. Das ist Geld, das bei Dir im Depot arbeiten sollte – nicht bei der Bank.
Mein Tipp: Eröffne erst das neue Depot, richte Deine Sparpläne dort ein und beantrage dann den Depotübertrag beim neuen Broker. Der Übertrag dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. Erst wenn alles da ist, kündigst Du das alte Depot.
Ausblick: PFOF-Verbot und Altersvorsorgedepot
Zwei Entwicklungen solltest Du auf dem Radar haben – für Deine konkrete Entscheidung heute ändern beide aber wenig.
Das PFOF-Verbot seit Juli 2026. Die EU hat das sogenannte „Payment for Order Flow“ verboten; Deutschlands Übergangsfrist endete am 30. Juni 2026. Dieses Vergütungsmodell (Handelsplätze zahlen Brokern eine Provision für die Weiterleitung von Orders) hat den „kostenlosen“ Handel bei Neobrokern erst ermöglicht. Aus Transparenzgründen finde ich das Verbot gut.
Was bedeutet das für Dich? Ehrlich gesagt: wenig. Die großen Neobroker haben sich lange vorbereitet – Scalable Capital betreibt mit der European Investor Exchange eine eigene Börse, Traders Place und Finanzen.Net Zero haben angekündigt, dass sich für Kunden nichts Wesentliches ändert. Vielleicht kostet der ein oder andere Einzeltrade künftig 1 bis 2 Euro mehr – angesichts von 0 Euro heute wäre selbst das noch traumhaft günstig. Für Sparplananleger dürfte sich gar nichts ändern.
Was wirklich zählt: dass Du überhaupt investierst.
Das Altersvorsorgedepot ab 2027. Der Bundesrat hat die Reform der privaten Altersvorsorge im Mai 2026 verabschiedet. Ab dem 1. Januar 2027 kommt das neue Altersvorsorgedepot – und im Gegensatz zur alten Riester-Rente mit ihrer starren Beitragsgarantie darfst Du hier endlich ohne Garantiezwang direkt in Aktien-ETFs investieren. Genau das, was der Maschinist seit Jahren predigt.
Die Förderung: Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr legt der Staat 50 Cent je Euro obendrauf (macht 180 Euro), auf die weiteren Beiträge bis 1.800 Euro nochmal 25 Cent je Euro (macht 360 Euro). Das ergibt eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr bei 1.800 Euro Eigenbeitrag. Dazu kommt eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr, und Berufseinsteiger unter 25 erhalten einmalig 200 Euro Bonus.
Endlich bewegt sich die Politik in die richtige Richtung. Mein Rat: Warte nicht auf 2027. Fang heute an zu investieren – wenn das Altersvorsorgedepot kommt, nutzt Du es als zusätzlichen Baustein. Dein reguläres Depot mit Welt-ETF-Sparplan ist und bleibt die Basis Deiner persönlichen Freiheitsmaschine.
ETF-Sparplan einrichten – So startest Du in 3 Schritten
Schritt 1: Eröffne ein kostenloses Depot bei einem der oben genannten Broker. Das dauert online meist nur 10 bis 15 Minuten inklusive Videoidentifizierung.
Schritt 2: Richte einen monatlichen Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-ETF ein – gute Optionen sind MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World. Du kannst bei den meisten Neobrokern schon ab 1 Euro pro Monat starten. Aber es gilt: je mehr, desto besser.
Schritt 3: Lehn Dich zurück und lass den Sparplan laufen. Nicht nervös werden bei Kurseinbrüchen – gerade dann kaufst Du günstig ein. Historisch hat sich bisher jeder Crash als hervorragende Kaufgelegenheit erwiesen, vorausgesetzt, Du hattest einen ausreichend langen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren.
Häufig gestellte Fragen zum Aktiendepot und Brokervergleich
Was ist ein Aktiendepot?
Ein Aktiendepot ist ein Konto, über das Du Wertpapiere wie Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen kaufen, verkaufen und verwahren kannst – das Gegenstück zum Girokonto, nur dass dort Deine Wertpapiere liegen. Die Eröffnung ist bei allen hier vorgestellten Brokern kostenlos und in wenigen Minuten erledigt.
Was ist der Unterschied zwischen Neobroker und Direktbank?
Neobroker wie Traders Place, Scalable Capital oder Trade Republic sind spezialisierte Onlinebroker mit sehr niedrigen Gebühren und einer schlanken App. Direktbanken wie ING, DKB oder Consorsbank bieten neben dem Depot auch Girokonto und Kreditkarte an – sind beim Handeln aber oft teurer. Für einen reinen ETF-Sparplan ist ein Neobroker meist die günstigere Wahl.
Was passiert mit meinen Aktien, wenn der Broker pleitegeht?
Deine Aktien und ETFs sind als Sondervermögen rechtlich geschützt – sie gehören Dir, nicht dem Broker, und werden bei einer Insolvenz zu einem anderen Broker übertragen. Das Geld auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt.
Was kostet ein Aktiendepot?
Bei allen hier empfohlenen Onlinebrokern kostet die Depotführung 0 Euro. Handelsgebühren liegen bei den Neobrokern bei 0 bis 1 Euro pro Trade über Handelsplätze wie Gettex, Sparplanausführungen sind bei fast allen kostenlos. Die einzigen echten laufenden Kosten sind die Verwaltungsgebühren des ETFs (TER), bei einem Welt-ETF typischerweise unter 0,2 Prozent pro Jahr.
Was ist der Spread und warum ist er wichtig?
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Selbst ohne Ordergebühr zahlst Du implizit über den Spread. Er ist am niedrigsten, wenn die großen Börsen geöffnet sind (Xetra: 9:00–17:30 Uhr, US-Börsen: 15:30–22:00 Uhr). Tipp: Käufe möglichst während der Xetra-Handelszeiten ausführen.
Welcher ETF ist für Anfänger am besten geeignet?
Für die meisten Anleger empfiehlt sich ein breit gestreuter Welt-ETF auf den MSCI World, den MSCI ACWI (inkl. Schwellenländer) oder den FTSE All-World. Diese ETFs investieren in Hunderte bis Tausende der größten Unternehmen weltweit. Wähle einen thesaurierenden ETF mit niedriger TER – und lass ihn einfach laufen.
Kann ich mein Depot wechseln, ohne zu verkaufen?
Ja. Ein Depotübertrag ist kostenlos und steuerneutral: Deine Wertpapiere werden vom alten zum neuen Broker übertragen, ohne dass ein Verkauf stattfindet, und die Anschaffungsdaten bleiben erhalten. Du musst nur den Antrag beim neuen Broker stellen.
Welchen Broker empfiehlt der Maschinist?
Mein aktueller Favorit ist Traders Place – das Gesamtpaket aus Kosten, Handelsplätzen und Depotarten überzeugt mich derzeit am meisten. Für Firmendepots ist Flatex die beste Wahl, für alles aus einer Hand mit Girokonto die DKB.
Abschließend
Viel wichtiger, als möglichst wenig Gebühren zu bezahlen, ist etwas ganz anderes:
Regelmäßig an der Börse zu investieren und sich besonders bei temporären Kurseinbrüchen nicht verrückt machen zu lassen!
Wer das schafft, den wird die größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten wie in den letzten 200 Jahren auch in Zukunft reich beschenken.
- Der Besitz von Aktien bedeutet die direkte Teilhabe an einem Unternehmen.
- Ein Gesamtmarkt-Aktien-ETF bedeutet den direkten Mitbesitz an den größten und erfolgreichsten Unternehmen dieser Welt.
- Zeit im Markt schlägt Timing des Marktes – je früher Du anfängst, desto mächtiger wirkt der Zinseszinseffekt für Dich.
Lass Dich von niemandem davon abbringen, Deine ganz persönliche Freiheitsmaschine aufzubauen!
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