0% Steuern in Deutschland

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Deutschland und die Steuern – Weltklassethema! Zusätzlich zu den üppigen Sozialleistungen und der guten Infrastruktur, die mit Steuergeldern finanziert werden muss, haben die Deutschen generell ein ausgeprägtes Bedürfnis nach „Steuergerechtigkeit“. Was bedeutet, dass es für fast jeden Steuerfall auch wieder eine oder mehrere Ausnahmen gibt.

Aber null Prozent Steuern, wie soll das gehen? Jetzt ist der Maschinist durchgedreht. Das ist bestimmt nur ein Eyecatcher.

Aber nein, das ist es nicht. 0% Steuerquote kann eine finanziell freie Familie mit Kindern in diesem wunderschönen Land relativ einfach Erreichen. Und auch für Singles, die nach abgeschlossener Ansparphase nun von Dividenden und Kapitalerträgen leben möchten, ist die effektive Steuerquote meistens nur sehr gering wenn man einige Dinge beachtet. Nur sehr gering bedeutet kaum mehr als ca. 10%!

 

“10% für Singles und 0% für Familien? Das will ich sehen!” Die Standartwerte sehen nämlich ganz anders aus. Arbeitseinkommen wird in Deutschland durch die progressive Steuerausgestaltung gerade bei Alleinstehenden hoch besteuert.

Zusätzlich fallen im weltweiten Vergleich zusätzlich hohe Sozialabgaben bei Arbeitnehmern an. Das Ergebnis ist bei alleinstehenden Durchschnittsverdienern die nach Belgien zweithöchste Abgabenquote aller Industrieländer.

Bei verheirateten Bürgern mit Kindern sieht es dann durch Dinge wie Ehegattensplitting, Kinderfreibeträgen/Kindergeld schon etwas besser aus.

 

Soweit zum Rahmen

Aber wir hier in der Freiheitsmaschine sprechen ja nicht nur über Arbeitseinkommen, sondern auch über Dividenden und Kapitalerträge. Diese machen auf Deinem Weg zu mehr Freiheit und Unabhängigkeit nach einiger Zeit durch Sparen und Investieren dieses Geldes einen immer höheren Anteil Deiner Einnahmen aus. Und bei entsprechend hoher Sparquote wird schon mehrere Dekaden vor dem normalen Rentenbeginn zusätzliches Geldverdienen für Dich optional.

„Danke für die Erinnerung Maschinist. Aber wie ist das jetzt genau mit Kapitalerträgen?“

Für diese Einkommensklasse gibt es in Deutschland einige Besonderheiten.

 

Die Basics

Als Besonderheit gibt es seit 2018 in Deutschland für „viele“ Aktienfonds durch das Investmentsteuergesetz eine Variation dieser Kapitalertragssteuer. Dabei erhält man einen 30% Rabatt auf die normalerweise anfallende Kapitalertragsteuer, kann aber gleichzeitig  „fondsseitige“ Quellensteuern nicht mehr auf diese Kapitalertragsteuer anrechnen lassen.

Das Ganze unterteilt sich dann noch in den Zweig der Besteuerung für akkumulierende Fonds und der für ausschüttenden Fonds.

Spätestens an dieser Stelle wird den meisten Bürgern schwindelig und aufklärende Freiheitskämpfer wie der Finanzwesir haben über das Thema halbe Dissertationen verfasst. Der Maschinist lässt diesen Hasenbau des deutschen Steuer-Dschungel deshalb unberührt und verweist auf seine Kollegen.

 

Soweit also ganz nett aber wir wollten ja eigentlich was anderes – 0% Steuern für finanziell freie Familien

„So Maschinist. Das heißt, ich bin abzüglich ein wenig Freibetrag generell bei 26.38% Steuern für Menschen, die neben Ihrem Arbeitseinkommen Kapitalaufbau mit Aktien betreiben. Bei den meisten europäischen Investmentfonds ist es in Summe seit 2018 meistens sogar noch etwas mehr, nämlich bei 15% Quellensteuer auf Fondsebene in Summe 30,7% auf die Dividenden (1-((1-0,15)x(1-(0,2638×0,7))x100), da die Quellensteuer nicht mehr anrechenbar ist. Wo ist hier die Nullsteuer?“

 

Machen wir also weiter

In Deutschland gibt es mit der “Günstigerprüfung” eine Alternative zur 26.38% Kapitalertrag Steuerveranlagung. Du kannst Dich wahlweise nach der normalen Einkommensteuertabelle veranlagen lassen. Das bringt für die meisten Menschen mit Arbeitseinkommen wegen der hohen Steuerprogression keinen Vorteil. Aber es macht plötzlich sehr viel Sinn, wenn Du in Deiner finanziellen Unabhängigkeit keine oder nur geringe weitere Einkommen aus einem Angestelltenjob oder einer Selbständigkeit hast.

Wie sieht das genau aus und wie hoch sind dabei die Grenzwerte?

Wenn Du nur Kapitalerträge versteuern muss und keinerlei weitere Einkommen hast, kannst Du nach der 2019er Einkommenssteuertabelle als Single über 51.000 € und als Ehepaar 102.000 € als bereinigtes Einkommen verdienen, bis Deine durchschnittliche Steuerbelastung aus diesem bereinigten Einkommen die Höhe der Kapitalertragsteuer von 26.375% erreicht!

Das liegt besonders am Grundfreibetrag von im Jahr 2019 jeweils 9.168 € pro Person, auf den keinerlei Steuer anfällt. Das heißt, wer als Familie mit fünfstelligen Dividendeneinkommen „auskommt“ und keinerlei sonstige Einkünfte hat, fährt meistens besser mit der Einkommenssteuerveranlagung!

 

Und es wird noch besser – Denn was heißt „Bereinigtes Einkommen“

Das ist das was übrig bleibt, nachdem weitere abzugsfähige Ausgaben und Freibeträge vom Bruttoeinkommen abgezogen wurden. Das sind unter anderem der erwähnte Sparerfreibetrag (801 € pro Person) und z.B. auch die gesamten Kosten für die Krankenversicherung (bis zum Leistungsniveau der GKV).

Dadurch wird der Schnittpunkt, ab dem eine durchschnittliche Besteuerung von 26.375% erreicht wird, noch einmal um mehrere tausend Euro nach oben verschoben!

Ich weiß ja nicht wie es euch geht aber meine Familie genießt bei abbezahlter Immobilie mit weniger als der Hälfte dieses Cashflows in Deutschland aus finanzieller Sicht ein wunderbares Leben in Zufriedenheit und täglich erlebtem Überfluss!

Das heißt die durchschnittliche Steuerbelastung für eine finanziell unabhängige Familie, die größtenteils von Einkommen von Kapitalerträgen leben möchte, wird rein aus Steuersicht deutlich geringer als die Kapitalertragsteuer von 26.375% sein.

 

Aber wie viel geringer und was ist möglich

Rechnen wir das einmal durch. Beim Beispiel der abbezahlten Immobilie rechne ich persönlich mit üppigen ca. 40.000 € jährlichen Ausgaben in Deutschland für die Maschinisten Familie. Dieser Betrag ist aufgrund der dann nicht mehr vorhandenen kalten Wohnkosten mehr als die meisten Familien in Deutschland zur Verfügung haben und auch für uns selbst ist das durch mehrere Sicherheitsfaktoren überdimensioniert. Mit etwas Anstrengung kann man das noch deutlich reduzieren. Alleine das Urlaubsbudget der Familie habe ich dabei jährlich mit 7.000 € veranschlagt. Echter Luxus!

Wenn ich diese 40.000 € für ein Ehepaar im deutschen Einkommensteuerrechner eingebe, komme ich auf eine Steuerbelastung von unter 13%. Aber da gehen ja noch unsere anrechenbaren Freibeträge und Ausgaben von ab und außerdem erhalten wir den unglaublichen und weltweit fast einmaligen Luxus des Kindergeldes in Deutschland für unsere Familie. Dieses Geld müssen wir gar nicht selbst erwirtschaften!

Durch das Kindergeld für unsere zwei Kinder werden aus den 40.000 € knapp über 35.000 €, die ich selbst mit Kapitalerträgen generieren und damit auch versteuern muss. Und daraus werden durch den Sparerfreibetrag (1.602 €) und die steuerlich voll anrechenbare Krankenkasse nur noch ca. 28.000 €, die dann für die deutsche Einkommenssteuer relevant sind.

Mit diesen ca. 28.000 € im Einkommensteuerrechner für Ehepaare, komme ich auf eine Steuerbelastung von 6,5% oder in Zahlen 1.800 € an Steuern!

Wenn ich jetzt das Kindergeld für meine beiden Kinder (4.896 € ab Juli 2019) gegenrechne, dass ich leistungslos vom deutschen Staat erhalte, wird klar, dass ich im Optimum nicht nur bei einer Nullbesteuerung, sondern sogar bei einer ordentlich negativen Steuerbelastung lande!

Ich zahle nach Verrechnung mit dem staatlichen Kindergeld im Optimum nicht nur keine Steuern sondern ich erhalte auch noch ca. 3.000 € leistungslos vom Staat.

Ein Traum und das weltweit fast einmalig. In den meisten anderen Ländern gibt es entweder gar nichts für Kinder oder es gibt nur Freibeträge auf normalerweise zu zahlende Steuern.

 

Das Einzige was uns jetzt noch im Weg steht, sind die Quellensteuern

Das sind die Steuern, die Du bei Einzelaktien und auch ETF in den Ländern bezahlst, die eine eigene Quellensteuergesetzgebung haben. Beim größten Aktienmarkt der Welt, den USA, sind das zum Beispiel für deutschsprachige Bürger 15%, da die USA mit den meisten europäischen Ländern ein Steuerabkommen hat, ansonsten wären es 30% Quellensteuerabzug.

Wie beschrieben waren diese Quellensteuern bis Ende 2017 neben Aktien auch bei allen Investmentfonds auf die deutsche Steuer anrechenbar. Für Menschen die Ihre Dividenden mittels Kapitalertragsteuer versteuerten, blieben die 26.38% auch durch die 15% Quellensteuer im Normalfall in Summe 26.38%.

15% wurden davon im Ausland gezahlt, der Rest ging an den deutschen Staat. Erst bei einer Gesamtsteuerbelastung in Deutschland von weniger als 15% wie oben im Einkommensteuergesetz mit der Günstigerprüfung dargelegt, tut das weh, da man bei Produkten mit Quellensteuer nicht unter diese 15% Gesamtbelastung sinken kann (Länder mit Quellensteuern interessieren sich nicht für Deinen persönlichen Steuersatz in Deutschland).

Nun kommt seit Januar 2018 für viele besonders in Europa aufgelegte ETF als Neuregelung die nun nicht mehr anrechenbare Quellensteuerthematik bei gleichzeitigem Abschlag bei der deutschen Steuer hinzu.

Bei ausschüttenden Fonds hat man dadurch in Summe eine Steuerbelastung von bis zu 30.7% (1-((1-0,15)x(1-(0,2638×0,7))x100) auf die Dividenden.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige schöne Länder ganz ohne Quellensteuerabzug. Die Bekanntesten sind dabei Singapur, Hong Kong, England und Brasilien. Wenn man Einzelaktien oder ETF direkt aus diesen Ländern hält, fällt überhaupt keine Quellensteuer an und es wird nur die deutsche Kapitalertragsteuer fällig.

Wenn wir diese drei Fälle einmal mit unserem obigen Beispiel mit den 35.000 € Dividendeneinkommen und 28.000 Euro bereinigtes Einkommen für die deutsche Steuer durchrechnen, wird der Unterschied sichtbar:

 

Worst Case: Versteuerung nach der neuen 2018er Investmentgesetz Besteuerung für Aktienfonds mit Quellensteuer

ETF Beispiel irischer Vanguard für den US S&P500 (Kürzel: VUSA): 15% Quellensteuer Abzug direkt auf Fondsebene fallen an und sind für die deutsche Steuer seit 2018 nicht anrechenbar. Hinzu kommt die Deutsche Steuer mit wahlweise Günstigerprüfung nach deutscher Einkommensteuertabelle und mit 30% Abschlag, da Aktienfond:

  • Ergibt insgesamt 17,3% Steuerbelastung auf die Ausschüttungen (15% + 3,3×0,7) oder 5.783 € an Steuern (35.000×0.15 + (((35.000×0,85) -1.602) x 0,82)  x 0.033 x 0,7) in unserem Beispiel. Wenn ich diese Steuerbelastung anschliessend mit dem Kindergeld gegenrechne, landen wir bei einer Steuerbelastung von 2,5% (5.783-4.896)/35.000).

Das ist schon mal ok aber wie aus der Rechnung sichtbar, ist die neue Besteuerungsformel für ETF mit nichtanrechenbarer Quellensteuer auf Fondsebene nicht die beste Lösung für passive Investoren, die Ihre Investments permanent halten.

Besser ist für diese Anleger, eine Versteuerung nach der normalen Kapitalertragsteuer Regelung mit Anrechenbarkeit der Quellensteuer und Günstigerprüfung.

Diese gilt neben allen Einzelaktien weiterhin auch für alle Aktien ETF, die selbst keine Quellensteuer auf Fondsbasis abführen.

 

Beispiel: Normale Kapitalertragsteuer mit Quellensteuer

Gilt zum Beispiel bei allen in den USA aufgelegten Aktien oder Aktien-ETF, die ausschließlich US Werte halten. Mit dem S&P500 Beispiel von oben nehmen wir dafür den amerikanischen Vanguard ETF (Kürzel VOO) ins Depot. Dieser hält die absolut gleichen Werte wie der Vanguard VUSA, hat als Herausgabeland aber USA anstatt Irland.

  • Ergebnis: Insgesamt 15% Steuerbelastung (15%+0) oder 5.250 € (35.000×0.15) aus unserem Beispiel oben mit den 35.000 € aus Dividenden.

Die anfallende Quellensteuer wird bei diesem ETF nicht auf Fondebene abgeführt, sondern durch Deinen Broker. Damit ist Sie weiterhin für die deutsche Steuer anrechenbar. (Deine deutsche Steuerbelastung beträgt in diesem Beispiel null, da die eigentlich anfallenden 6,5% Steuerbelastung (28.000 Euro nach Einkommensteuertabelle) weniger als die 15% sind, die in den USA anfallen und von Deinem Broker abgezogen werden.

Verrechnet mit dem Kindergeld ergibt sich für finanziell freie Familien ohne Arbeitseinkommen beim Beispiel „Normale Kapitalertragsteuer mit 15% Quellensteuer und Günstiger Prüfung“ eine Steuerbelastung von 1.0% (5.250-4.896)/35.000)

Das ist schon schön nahe Null. Aber es geht noch besser.

 

Beispiel: ETF oder Einzelaktien von Ländern ohne eigene Quellensteuer

Nach meiner persönlichen Einschätzung spricht rein gar nichts dagegen, einen Teil des eigenen Vermögens direkt in ETF von ausgewählten Ländern ohne eigene Quellensteuer zu investieren.

Bei mir sind das zum Beispiel 10% meines Vermögens im Gesamtmarkt Hong Kong mit dem ETF 2800:hk (mit 0.09% Gebühren) oder der Gesamtmarkt England mit dem irischen Vanguard ETF Kürzel: VUKE (ebenfalls 0.09% jährlicher Gebühr).

Als Bonus sind beide Länder im Gegensatz zu den USA aktuell nicht allzu hoch bewertet und haben eine schöne Dividende.

Wenn unser gesamtes Depot nur aus Aktien und ETF dieser quellensteuerfreien Länder bestückt wäre, betrüge die Steuerbelastung daraus dann bei unserem Beispiel mit 28.000 € bereinigtem Einkommen (40.000 € minus Kindergeld, Sparerfreibetrag und gesetzlicher Krankenversicherung) nach deutscher Einkommensteuertabelle und Günstigerprüfung nur 6.5% (1.820 €) und nach der Verrechnung mit dem Kindergeld (4.896 €) kämen wir nicht nur auf Nullsteuern sondern auf eine effektive Steuerrückzahlung von 3.076 €. Das heißt ein Geschenk des deutschen Staates von 8% Deiner gesamten jährlichen Dividenden.

 

Und nun

Das ganze Vermögen würde ich nicht auf diese Länder konzentrieren. Dafür sind deren Aktienmärkte gegenüber den USA nicht breit genug. Aber nachdem man z.B. ca. die Hälfte seines Vermögens in den USA wenn möglich in den USA herausgegebenen ETF (und damit voller Anrechenbarkeit der Quellensteuer auf die deutsche Steuer) investiert hat, spricht nichts dagegen sich einmal bei den quellensteuerfreien Ländern umzuschauen. Das macht besonders nach Erreichen der finanziellen Freiheit Sinn, wenn durch die Günstigerprüfung der persönliche Steuersatz deutlich unterhalb der 26.38% liegt.

Ein geringer Vermögensanteil in den Länder ETF England, Hong Kong und Singapur reicht z.B., um die gesamte Steuerbelastung nach Gegenrechnung mit dem Kindergeld in unserem Beispiel auf 0% zu senken.

 

In unserem Familienbeispiel liegt die Bandbreite der Steuerbelastung ohne Gegenrechnung mit den Kindergeld im günstigsten Fall also bei 6.5% und im schlechtesten Fall bei 17.3% oder in Geld ausgedrückt ein maximales Delta von 3.963 € (5.783 – 1.820)

 

Wenn Du diese Steuerbelastung durch zusätzliche Dividenden verdienen musst, sind das nach der 3% Regel ca. 130.000 Euro, die Du zusätzlich brauchst und in Wirklichkeit sind es dann im Worst Case nochmals ca. 25% zusätzlich, da Du dieses Geld dann auch wieder versteuern musst (und dieses zusätzliche Geld dann nochmals usw.).

Das sind in Summe selbst für gutverdienende Familien, bei denen schon viele zehntausend Euro jährlich an Dividenden zusätzlich zur persönlichen Sparleistung auf den Depots landen, auf Ihrem Weg in die finanzielle Freiheit leicht zwei Jahre zusätzlich notwendige Ansparzeit!

Aus diesem Grund ergeben sich folgende Ratschläge für das Erreichen einer möglichst frühen finanziellen Freiheit bei einem Leben in Deutschland:

 

  1. Kaufe wenn möglich ETF, bei denen man die Quellensteuern weiterhin auf die deutsche Steuer anrechnen kann

Das heißt kaufe z.B. alle ETF mit US Werten am besten direkt von einem US ETF Anbieter, der auf Fondsebene keine Quellensteuer abführt. Beispiele hier waren der Vanguard VOO oder noch besser den Vanguard VTI (Total US market, wegen der Marktbreite) aber es gibt natürlich auch viele andere.

Wenn Du noch in der Kapitalaufbauphase bist, beträgt der Unterschied in der Dividendenbesteuerung dadurch 26.38% vs. 30.7% mit Soli aber ohne Kirchensteuer bei ausschüttenden ETF.

Und wie unserem Beispiel sichtbar, wird der Unterschied nach Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit und dem Leben von Kapitalerträgen noch größer.

 

  1. Mische zusätzlich gebührenarme ETF von Ländern hinzu, die selbst keine Quellensteuern haben und die selbst sehr sicher und marktwirtschaftlich orientiert sind

ETF die Aktien der Länder Hong Kong, England und Singapur beinhalten, fallen hier besonders auf. Während des Kapitalaufbaus ist die Besteuerung der Dividenden in Deutschland dabei zwar gleich hoch (26,38% Kapitalertragsteuer) aber wenn später einmal keine oder kaum andere Einkommensquellen bestehen, sind die Unterschiede für Dich, wie im Beispiel mit der Günstigerprüfung gezeigt, bemerkenswert hoch.

Du hast umso mehr Nutzen von dieser niedrigen Besteuerung, je früher Du finanziell unabhängig werden kannst und alleine von diesen Kapitalerträgen leben möchtest.

Weil, wenn Du noch später einmal eine gesetzliche Rente beziehst, die in Zukunft voll steuerpflichtig sein wird, reduziert sich der Vorteil wieder. Eine freiwillige Verschiebung des gesetzlichen Rentenbezugs auf den spätmöglichsten Zeitpunkt könnte hier eine Lösung sein. Dadurch lohnt sich dann länger die Günstigerprüfung. (Außerdem wird die gesetzliche Rentenzahlung dann auch deutlich höher (jährlich 6%) und auch ein überlebender Ehepartner kommt dadurch in den Genuss einer höheren Hinterbliebenen Rente).

 

Aber das ist ein anderes Thema

Als finanziell freier Mensch ist eine gesetzliche Rente im optimalen Fall sowieso nur eine Deiner Geldquellen, die man eigentlich nicht benötigt aber die einen schönen weiteren Sicherheitsfaktor darstellt.

Wenn Du willst, kannst Du dieses Geld dann zum Teil einfach an die für Dich sinnvollsten Einrichtungen spenden oder für die Enkelkinder einen „Schul- und Studienfond“ auflegen. Deine aktuell hohe Spar- und damit Investitionsrate eröffnet Dir späte einer schier unendlich größe Bandbreite an Möglichkeiten, Dein Leben frei und selbstbestimmt zu leben.

 

Und das ist auch die Überleitung zu unserer Bonusfrage

Was tust Du, wenn Du schon ein hohes Vermögen in ETF angelegt hast, die nun nach der neuen 2018er Fondsbesteuerung versteuert werden und dort schon hohe unrealisierte Kursgewinne angelaufenen sind, die Du bei einem Verkauf versteuern müsstest?

In dem Fall würde ich erstens neues Geld nun auch in steuerlich vorteilhafteren ETF (ohne Quellensteuerabzug auf Fondsebene) investieren. Und auch wie beschrieben in welche, bei denen gar keine Quellensteuer anfällt.

Dabei musst Du natürlich trotzdem auf die Fondsgebühren achten. Die in den USA aufgelegten Vanguard Fonds (zum Beispiel der extrem gute Vanguard VTI mit nur 0.04% jährlichen Gebühren) sind aber sowieso gebührenärmer als so ziemlich jedes andere ETF Produkt im Rest der Welt. Dort ist der Wechsel in Richtung US Produkte als auch eher eine Verbesserung.

Deine alten Fonds würde ich dagegen erst einmal unberührt im Depot lassen.

Wenn Du dann später finanziell unabhängig bist und Du von den Kapitalerträgen nach der drei Prozent Regel leben willst und keine Lust hast in Summe 17% Steuern (minus Kindergeld) zu zahlen, könntest Du zum Beispiel als elegante Lösung Deinen steuerlichen Wohnsitz für ein Jahr in ein Land zu verlegen, bei dem die Realisierung von angelaufenen Kursgewinnen überhaupt nicht besteuert wird.

Du kannst dabei sogar in Europa bleiben. Portugal hat z.B. ein feines Programm mit dem Menschen wie wir an diesen schönen Punkt der Erde gelockt werden sollen, inkl. einer zehnjährigen Steuerfreiheit für Einkommen, die nicht in dem Land selbst angefallen sind.

Du könntest mit Deiner Familie zum Beispiel für ein Jahr für kleines Geld ein schönes Haus in Lissabon oder an der Algarve mieten, nachdem Du Deinen Steuerwohnsitz in Deutschland abgemeldet hast. Dort kannst Du dann einfach Dein Vermögen steueroptimal umstrukturieren, je nachdem wo Du danach leben willst.

Falls Du Lust hast ziehst Du danach wieder nach Deutschland und genießt dann dort noch niedrigeren Steuern. Oder Du bleibst noch ein wenig länger an der Algarve und denkst dabei lächelnd an den Maschinisten, während Du mit Deiner Liebsten einen frisch gegrillten Fisch am Strand geniesst und dabei die salzige Luft atmest.

Portugal ist wunderschön und ist sowieso eine ausführliche Reise wert.  Aber damit sind wir schon fast bei einem der kommenden Themen für die „Freiheitsmaschine macht blau“ Reihe.

 

Bonus-Bonus Frage

„Ich bin verwirrt – Soll ich jetzt überhaupt noch in ETF sparen bzw. überhaupt in Aktien investieren?“

Ja natürlich. Es gibt langfristig überhaupt keine Alternative dazu und keine Anlageklasse bietet langfristig eine vergleichbare Rendite fast ohne eigene Mühe!

Selbst mit dem aktuellen ETF-Worstcase, der Besteuerung nach dem neuen Investmentfondgesetz, ist in der Ansparphase die prozentuale Besteuerung auf die Gesamtrendite betrachtet ja extrem niedrig. Wir sprechen hier im Beispiel ja nur von der Steuer auf die Dividenden, die wir später zum Leben verwenden wollen und die Kursschwankungen dann ignorieren.

Die Gesamtrendite des US Gesamtmarktes in den letzten 80 Jahren betrug z.B. ca. 9%. Davon entfallen aber nur ca. 3% auf die Dividenden. Knapp 4% kommen von Kurssteigerungen durch Aktienrückkäufe und Produktivitätssteigerungen. Außerdem gleichen Aktien immer langfristig die Inflation aus. In diesen Zeitraum waren das ca. 2%.

Wenn Du nun unsere 30.7% Steuerrate in unserem Worst Case Beispiel von den US-Dividenden auf Deine gesamte 9%ige Rendite umrechnest, kommst Du auf eine Gesamtsteuerbelastung von nur 10%. (0,307x 0,33 x 100).

 

Die Besteuerung ist also generell sehr niedrig, wenn Du Aktien und Aktienfonds nicht aktiv handelst, sondern permanent passiv hälst

 

Selbst wenn man Dir die Dividenden komplett wegnehmen würde, wären Aktien und Aktien-ETF in der Ansparphase immer noch die allerbeste Anlageform, wenn Du Kursgewinne nicht realisierst (abgesehen von vermieteten Immobilien, die aber nie wirklich passiv sind).

Wir sprechen hier also von steuerlichen Optimierungen innerhalb der größten Wohlstandsmaschine aller Zeiten.

 

Und dabei gibt es langfristig nur eine Sache, die Du unbedingt beachten musst:

Permanent dabei zu sein!

 

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