@maschinist ich schließe mich ebenfalls der Frage von Ansel an. Was sind außerdem deine Beweggründe für den Bitcoin ETF? Wie ist es mit der 1 Jahres Haltedauer, ist es dann steuerfrei? Was siehst du noch als positiver im Vergleich zu selfhosting?
LG
Hallo Ansel und Wolf,
ich nehme dazu Bitcoin ETF/ ETN / ETP, die eine Auslieferung der Coins anbieten, das heißt nach der bisherigen deutschen Steuerregel nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei wären. Ob das in einigen Jahren noch so ist, bzw. es Bestandschutz für Anteile mit Kauf in 2026 gibt, ist noch unklar.
Hier ist eine aktuelle Liste dazu:
https://www.justetf.com/de/how-to/invest-in-bitcoin.html
Der Coinshare und Wisdom Tree sind z.B. aktuell die größten Bitcoin ETF in der EU und betreff TER mit 0,15% pro Jahr auch ok. Beide halten die Bitcoin physisch im Cold Storage und bieten Auslieferung eine an, dadurch in Deutschland bisher noch steuerfrei nach einem Jahr Haltedauer.
Meine Gründe gegen Selfhosting von Bitcoin in 2026 sind:
1. Der Hauptgrund gegen Selfhosting ist für mich mittlerweile die Sicherheit der Hardware Wallets.
Die ColdCard MK3 und MK4 Wallets hatten einen unzureichend gesicherten Seed Schlüssel Generator und viele Bitcoiner haben Ihre Coins dadurch vor einigen Wochen verloren.
Tresor hatte letzte Woche einen Data Breach und die Adressdaten inkl. Telefon und Email der Tresor Wallet Käufer der letzten drei Monate wurden gestohlen, dass heißt werden nun mindestens Target von Pfishing Emails.
Ich selbst hatte im letzten Zyklus neben Bitcoin ETF auch ordentlich Vermögen auf einer Ledger Hardware Wallet. Dort gab es ebenfalls einen Data Breach und ich wurde von Phishing Emails gespammt. Außerdem ist dort das Display immer dunkler geworden und ich musste meine Coins beim Verkauf in einem komplett dunklen Raum plus meiner Handykamera als Bildverstärker die Transaktionen durchführen. Die Hardware hatte also eine mieserable Qualität. Wusste ich beim Kauf nicht. Unnötiger Stress.
Zusätzlich sind die EU konformen Krypto Börsen, nach meiner Meinung mittlerweile teilweise schlimmer als einfache Brokerkonten betreff KYC Regulierung. Die ehemals fantastische Kryptobörse Kraken ließ mich trotz vorheriger kompletter Freischaltung in 2025 wochenlang meine zurück überwiesenen Coins nicht mehr handeln oder zurück überweisen und sperrte Sie, bis ich mit einem Anwalt drohte. Ich konnte gerade noch deutliche Verluste vermeiden, bevor ich mit den gesperrten Coins in den nächsten Bärenmarkt gerauscht wäre.
Ich war froh, dass ich weitere Krypto Börsen hatte, die das besser handelten und ich parallel Coins überweisen konnte (Redundanz wie bei einem Aktienbroker ist sehr wichtig).
Der Handel mit den Bitcoin, Ethereum und Solana ETF/ETN bei meinem Aktienbrokern funktionierte dagegen absolut einwandfrei und einfach wie ein Aktien ETF Handel.
Als weiterer Grund ist Bitcoin nach meiner Meinung als Freiheitsgeld ungeignet (Geschwindigkeit und Einsehbarkeit aller Transaktionen), dass heißt Selfhosting hat nicht mehr die Relevanz, die es mal hatte. Außerdem kosten Bitcoin ETF mittlerweile quasi nichts mehr.
Eine Alternative wäre für mich noch einen Teil des Bitcoin Investments zwar direkt als Coins zu tätigen aber diese Coins dann auf einer Top Kryptobörse wie Coinbase liegen zu lassen. Dort gibt es dann das Restrisiko einer Börsenkomprimitierung aber dafür kein Self Hosting Risiko wie oben beschrieben und die TER ist null (außerhalb der Handelsgebühren).
Selfhosting betreibe ich immer noch bei Kaspa und ich würde auch gerne wieder Monero kaufen, dass per ETF in der EU nicht mehr handelbar ist. Es ist im Gegensatz zu Bitcoin als Freiheitsgeld geeignet und bietet auch charttechnisch für den nächsten Bullenmarkt nach meiner Meinung Chancen.
Wie immer meine Meinung ohne Handelsaufforderung oder Beratung.
Schönes Wochenende
