Hallo Freiheitskämpfer,
Ich bin eigentlich schon seit Jahren stiller Mitleser und dachte fairnesshalber lasse ich euch auch mal ein meinem finanziellen Freiheitskampf teilhaben.
Ich bin 40 Jahre und wir leben mit unseren 2 Kindern in BW.
Unsere aktuelle Situation sieht so aus:
3 vermietete Immobilien im Wert von insg. 750k davon sind 490k noch Restschulden.
1 Aktiendepot mit 310k davon sind 100k Buchgewinne.
2 Juniordepots mit insg. 10k (monatlicher Sparplan)
50k liegen auf 2 Bausparverträgen
180k liegen irgendwo verteilt auf verschiedenen Konten.
Ich bin so stark liquide weil ich immer wieder nach Immobilien Ausschau halte und wir uns auch eine eigene Immobilie kaufen möchten in naher Zukunft.
Mein Depot bespare ich nie regelmäßig sondern nur wenn mir mal danach ist, dann kaufe ich aber auch gleich für 10k ein.
Ich bin hauptsächlich durch die Corona-Krise so hoch im Plus und das auch mit über 60% Einzelaktien. Da war ich damals ALL-IN mit allem erspartem.
Hier möchte ich aber in Zukunft meine Vanguard ETFs weiter besparen weil mir das analysieren einzelner Firmen einfach zu lästig ist und man auch mit ETFs ein anständiges Portfolio sich aufbauen kann, wenn nicht noch besser…
Ich bin ehrlich gesagt im Moment ein wenig planlos wohin die Reise geht. FIRE war eigtl. immer mein Ziel nur schient mir dies unerreichbar zu sein. Vielleicht habe ich aber auch nur eine Denkblockade und ihr belehrt mich eines besseren. Zu 4 benötigen wird ca. 3500EUR/Monat zum leben. Ich denke Tendenz steigend da die Kids auch größer werden und demnach auch teurer.
Aktuell steht auch in meiner Firma eine Abfindung an die ich evtl. nehmen könnte mit ca. 400k. Aber da weis ich auch noch nicht wirklich ob ich das in Anspruch nehmen soll oder lieber einfach weiterarbeiten. Dieses Geld hätte ich in spätestens 4,5 Jahren mit dem aktuellen Gehalt drin. Ich denke auch mit der Inanspruchnahme der Abfindung wäre das Thema Eigenheim dann vorbei, da ich nie wieder Angestellt soviel in meiner Branche verdienen würde..
Die Immos habe ich weil mir das Sanieren von Wohnraum und Vermieten spaß macht und ich dadurch auch einiges an Einkommensteuer sparen kann. Stichwort Abschreibung / RNG etc..
So jetzt bin ich gespannt auf eure Fragen und Anregungen.
Ceelow
Respekt dafür, dass du dich mit einbringst und für deine Anlagevision! Insgesamt sehr solide.
Das mit dem Einmalinvestment von 10k mache ich ebenfalls so. Mich würde interessieren, in welche Wertpapiere du angelegt hast.
Das Juniordepot würde ich selbst nicht monatlich besparen, sondern vielmehr einmal jährlich einen Teil meiner hohen Gewinne auf die Kinder übertragen und diese dann verkaufen. Das Geld gehört dann zwar ebenfalls deinen Kindern, jedoch hast du das Ganze so steuerlich optimiert. #Nichtanlagebescheinigung #Sparerpauschbetrag
Immobilien bei den Preisen und den hohen Zinsen jetzt noch kaufen zu wollen, halte ich für finanziell unnötig, aber den Wunsch kann ich trotzdem nachvollziehen.
Du hast drei Immobilien vermietet und noch offene Verbindlichkeiten. Normal! Ich persönlich habe einen Zeitstrahl, auf dem ich sehe, wann welche Zinsbindung ausläuft und wo Refinanzierungsrisiken bestehen. Ich versuche die Refinanzierung nicht am gleichen Zeitpunkt entstehen zu lassen. Bei der Refinanzierung würde ich bei den aktuellen Zinsen auch schon mal überlegen, ob andere Personen an der Finanzierung interessiert sind. Der aktuelle Bauzins liegt bei über 4%. Wenn es sich um deine Immobilie handelt, könnte dir auch deine Ehefrau/Partnerin den Kredit geben; du könntest ihr die Zinsen überweisen und diese steuerlich geltend machen. Du hättest das Risiko reduziert und gegebenenfalls eine Top-Anlage geschaffen. Auch die Eltern könnten interessiert sein, da diese möglicherweise keine Aktieninvestments tätigen möchten.
Die Abfindung von 400k finde ich stark. Wenn du einfach an einen anderen guten Job herankommst, würde ich es wahrscheinlich machen. Die Gesetze bezüglich Abfindungen könnten sich in Zukunft schließlich auch ändern und jetzt würdest du den Vorteil noch mitnehmen.
Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg!
ich versuche mal zu antworten:
Ich habe 3 Vanguard ETFs
S&P
All World
High Dividende
Die liegen alle etwa gleichauf mit 40k
Der Rest liegt in Einzelaktien die bei Corona ordentlich gecrasht sind und genauso stark wieder gestiegen:
Caterpillar / Booking / Microsoft / Nvidia / Ferrari / Apple / Google / CocaCola / Adidas / Allianz.. sind meine größten Positionen davon.
das mit den Immos sehe ich entspannt. Ich kaufe immer nur wenn direkt Cashflow Positiv. Die letzte Immo vor 1 Jahr gekauft, habe ich von 300k auf 200k runtergehandelt und bringt mit auch in derhochzinsphase einen Cashflow von 300€/Monat. Wenn ich die Restnutzungsgutachten mit ansetzte bin ich mit der Abschreibung bei über 400€ bei der Immo. Ich tilge generell immer 2%, so schütze ich mich selbst vor einer Hochzins- Refinanzierung. Davor habe ich aber auch keine Bedenken, wenn garnichts geht wird sie eben wieder verkauft.
als Vermieter die Hochzinsphase zu nutzen ist super und kann ich nur empfehlen. Hoher Zins, guter Verhandlung, hohe Abschreibung.
Als Eigentümer hingegen muss es passen, aber auch da ist mittlerweile sehr viel Verhandlungsspielraum, daher Cash ist King!
Die Abfindung selbst lockt natürlich erstmal aber davon bleibt ca 260k übrig. Da kann man keine großen Sprünge machen und in dem absteigenden Wirtschaftszeitraum hier in D wird es schwierig wieder sich fest in eine Firma zu satteln. Daher warte ich erstmal ab…
Die Abfindung selbst lockt natürlich erstmal aber davon bleibt ca 260k übrig. Da kann man keine großen Sprünge machen und in dem absteigenden Wirtschaftszeitraum hier in D wird es schwierig wieder sich fest in eine Firma zu satteln.
260.000€ bei einer Durchschnittsrendite von 7% sind 18.200€ pro Jahr bzw. 1.516,66 € pro Monat. Rund 7 % sind im Durchschnitt am Aktienmarkt zu erzielen, sodass 1.500€ pro Monat als durchschnittlicher Ertrag realistisch sind. Eine Durchschnittsrente ist in Deutschland 1.500€ hoch. Zusätzlich könntest du weiterhin arbeiten gehen. Ich finde das in deinem Alter durchaus als überlegenswert. Du hättest ja noch Anspruch auf Arbeitslosengeld und wenn du nicht so wählerich bist, solltest du wieder einen Job bekommen können. Du solltest natürlich nicht die 260.000€ verbrauchen und keinen neuen Job anstreben.
Ich habe 3 Vanguard ETFs
Ich würde zukünftig Vanguard FTSE Global All-Cap kaufen.
Der Rest liegt in Einzelaktien die bei Corona ordentlich gecrasht sind und genauso stark wieder gestiegen:
Ich würde bei einigen Verlustaktien den Verlusttopf Aktien nutzen und mich von Verlierern trennen, dann Aktien mit Gewinn verkaufen und anschließend ggf. in einen ETF umschichten. Andere Gewinneraktien kannst du ja weiterlaufen lassen.
als Vermieter die Hochzinsphase zu nutzen ist super und kann ich nur empfehlen. Hoher Zins, guter Verhandlung, hohe Abschreibung.
Als Eigentümer hingegen muss es passen, aber auch da ist mittlerweile sehr viel Verhandlungsspielraum, daher Cash ist King!
Respekt! Ich bin selbst auch Vermieter sowie Eigentümer und habe das Gefühl, dass du das ‚Immobilienspiel‘ verstanden hast.
Ich persönlich würde gern noch mal für ca. 1.500.000 € Immobilien kaufen, weil ich bis zu diesem Betrag den Top-Zins als Beleihungswert bekommen könnte. Allerdings finde ich den Immobilienmarkt aktuell sehr angespannt. Die Gefahr Refinanzierung habe ich ständig im Blick, obwohl ich noch 5-11 Jahre Zeit habe. Bei einem Bauzins von 4%, einer Tilgung von 2% und 1% sonstigen Kosten muss die Immobilie eine Mietrendite von 7% mitbringen, bevor ich tatsächlich zugreifen würde. Das sehe ich in meiner Region einfach nicht. Die Gefahr der Stimmung gegen Vermieter darf man ebenfalls nicht unterschätzen.
Das Investmentrisiko bei Immobilien lässt sich sehr gut in Chats erkennen.
WoW! Vielen Dank erstmal für die ganzen Antworten.
das werde ich mir die Tage alles einmal genauer ansehen und überlegen.
Ich habe nur noch eine „Verliereraktie“ das ist Nike, die ist mit 6k im der Miese.
Der schlechteste Wert der Einzelaktie ist 67% im Plus und der beste ist 1500% im Plus.
Durch den hohen Buchgewinn habe ich gefühlt nie den Druck zu verkaufen, umzuschichten habe ich auch schon überlegt. Aber bisher nur überlegt. Mir gefallen aber auch die hohen Gewinne als Zahlen :).
Das Immogame wird zunehmend schwieriger, das stimmt auf jedenfall. Ich bin aber immer noch der Meinung wenn man dranbleibt bekommt man trotzdem gute Deals weil es viel weniger potenzielle Käufer gibt als noch vor 2 Jahren und wenn dann mal ein Verkäufer wirklich verkaufen muss kann man einen guten Deal erwischen.
Ich denke falls ich einen neuen Job finden sollte würde ich etwa nur noch halb soviel verdienen als aktuell.. daher ist die Entscheidung für mich echt schwierig..
Warum würdest du diesen ETF nehmen? Wegen der Größe und den geringeren Kosten?
Warum würdest du diesen ETF nehmen? Wegen der Größe und den geringeren Kosten?
Genau so ist es, aus genau diesen Gründen.
mich würden auch noch andere Meinungen interessieren, speziell auch das Thema FIRE.
Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr definierte Höhen wann ihr eueren Cashflow erreicht oder/und lebt ihr nach der 4% Entnahmerate?
Hallo Ceelow,
Danke für Deinen Beitrag. Das hilft Dir selbst, Deine Gedanken und Ziele zu klären und anderen, sich zu orientieren und auch zur Motivation.
Deine Ziele hören sich noch ein wenig konfus an inkl. der Vermögensaufstellung.
Ihr habt aktuell in Summe ca. 800.000 Vermögen als Familie mit 40. Das ist eine super Leistung!
Als Überschlagsrechnung könntest Du diesen Betrag einmal in einen Zinseszinsrechner mit 5% Realverzinsung (schaffen die weltweiten Aktienmärkte langfristig locker real) in unseren Zinseszinsrechner mit Deiner zusätzlichen Sparrate eingeben.
https://freiheitsmaschine.com/zinseszinsrechner/
Deine Immobilieninvestments müssen nach meiner Meinung gegen diese 5% Realrendite nach allen Kosten und Steuern verglichen werden, sonst machen Sie nach meiner Meinung keinen Sinn. (Klumpen- und spezifisches Standortrisiko zusätzlich höher als ein Welt ETF).
Wenn Ihr als Annahme z.B. monatlich nun weitere 3k Euro als Familie ansparen könnt, hättest Ihr in 12 Jahren einen Vermögenswert von gut 2 Millionen inflationsbereinigt (und in 15 Jahren ca. 2,5 Millionen real).
2 Euro Millionen bringen im Aktienmarkt sehr konservativ nach deutscher Abgeltungsteuer min 4.000 Euro Netto pro Monat und die Inflation wird nebenbei mit ausgeglichen. Das heißt Ihr könnt defintiv mit Anfang / Mitte 50 die finanzielle Freiheit erreichen und die nächsten Dekaden dann inkl. eurer Rentenzahlungen in materiellem Wohlstand verbringen, wenn Ihr das wollt und das euer Ziel ist.
Weitere Anmerkung: Wenn Du jetzt die Abfindung annehmen würdest, und direkt einen Folgejob mit z.B. 2.000 Euro Netto weniger hättest (also damit Sparrate mit neuem Job "nur" 1000 Euro im Monat) hättet Ihr in 12 Jahren trotzdem noch mehr Vermögen, weil der Zinseszins direkt ordentlich kickt.
(Ich kenne eure aktuelle monatliche Sparsumme nicht und in Deinem Beitrag würde Sie helfen, damit andere ein besseres Feedback geben können).
Schönen Tag
Hallo Maschinist,
vielen Dank für deinen Beitrag.
Die Immobilien laufen paralell neben dem Aktienaufbau.
Die älteste ist nun 10Jahre alt und diese könnte ich ohne in den 10Jahren jemals weiteres Geld zugeschossen zu haben, (als damals die 15k NK) mit etwa konservativ gerechnet 130k Gewinn verkaufen.
So ist das mit den anderen beiden dann auch geplant.. wobei die in meiner Rechnung deutlich mehr Gewinn abgeben werden. Dies aber erst in 7 und 9 Jahren sinnvoll möglich, aufgrund der Spekulationssteuer.
Bis dahin senken diese aber fiktiv meine Einkommenssteuer gegenüber dem Finanzamt und ich spare mit einiges an Geld. Seit ich die Immobilien habe musste ich nie wieder Vorausszahlen, sondern habe immer gutes Geld zurückbekommen.
Unser Einkommen rein aus unseren Gehältern liegt ca. bei 120-130k. Wovon ich 80% der Einnahmen einbringe. Tendenz ist aber steigend da meine Frau jetzt wieder mit dem Teilzeitjob angefangen hat und eine Lohnerhöhung erwartet.
Das große Manko an unserer Situation war immer KEIN Sparziel zu haben, ich habe einfach als sich die Situation ergab Aktien oder Immobilien gekauft ohne jemals monatlich etwas zu sparen.
Wir sind nicht dem Konsumwahn verfallen und halten nichts von unnötigen Impulskäufen, leben aber trotzdem nicht frugal aber auch nicht verschwenderisch.
Ich denke aber das über einen normalen Monat gesehen immer mind. 2000€ Netto übrig bleibt. Eher 2500. Genau sagen kann ich es zu meiner Schande nicht :).
das sollte ich mal überlegen zu ändern.
Danke @ceelow.
Wäre auf jeden Fall hilfreich für Dich, eure Ausgaben über ein Jahr zu tracken und auch langfristige Konsumgüter wie PKW als Abschreibung dort hinzu zu fügen. Erst danach könnt Ihr für euch ein Vermögensziel ableiten, auf dem Ihr dann auch aufbauen könnt. Das hilft auch bei einer eventuellen Annahme der Abfindung (wie sicher ist Dein Arbeitsplatz bei Deinem aktuellen Arbeitgeber langfristig, wenn dieser jetzt schon Abfindungen anbietet?).
Betreff Rendite würde ich immer das Endergebnis miteinander vergleichen. Eine vermietete Immo bringt Abschreibungen und nach 10 Jahren Steuerfreiheit. Wenn die Alternative aber nach Steuer langfristig trotzdem besser ist, war es trotzdem nicht die beste Lösung. Das ist kein Statement für oder wider vermietete Immo, sondern das Endergebnis zählt.
Ein Welt ETF hatte in den letzten 10 Jahren z.B. eine Bruttorendite von ca. 220%. Steuerlich sind Kursgewinne bei ETF mit 18,46% Steuersatz (26,375 x 0,7) auch nicht schlecht. (und Realisierung ist auch optional) Arbeitsaufwand null.
100k Basisinvest in 2016 wären also zu 320k geworden und nach kompletter Realisierung der deutschen ETF Steuer zu knapp 280k Euro. Das heißt Immoinvest aus 2016 muss besser als 180% Rendite nach allen Abschreibungen aber auch allen Kosten (wie Erwerbsteuern, jährlichen Steuern, Renovierungen und auch aufgelaufenen aber noch nicht durchgeführten Renovierungen) gewesen sein.
Okay.
ich muss mal die ganzen Fragezeichen in meinem Kopf sacken lassen und entscheiden wie ich weitermache.
Ich bin 40 Jahre und wir leben mit unseren 2 Kindern in BW.
3 vermietete Immobilien im Wert von insg. 750k davon sind 490k noch Restschulden.
Vermutlich kleine Eigentumswohnungen. Rechnen sich über Miete und Steuerersparnis. Wenn Du Deinen Job aufgibst, fällt das Moment "Steuerersparnis" weg.
1 Aktiendepot mit 310k davon sind 100k Buchgewinne.
2 Juniordepots mit insg. 10k (monatlicher Sparplan)
50k liegen auf 2 Bausparverträgen
180k liegen irgendwo verteilt auf verschiedenen Konten.
Ich bin da mit dem Maschinisten: Recht unstrukturiert. Zu den Juniordepots, die heute keine Eltern unterwegs lassen können, hat @Sir Invest-a-Lot schon etwas gesagt.
Mit Bausparverträgen spart man sich arm, die machen nur die Bausparkasse und den Finanzprodukteverkäufer reich.
Was mit den erheblichen 180 T€ ist, ahne ich nicht. Ich würde an Deiner Stelle mir mal einen Überblick verschaffen.
Ich bin so stark liquide weil ich immer wieder nach Immobilien Ausschau halte und wir uns auch eine eigene Immobilie kaufen möchten in naher Zukunft.
Vermietimmobilien kaufen oder ein eigenes Haus, das sind zwei Paar Stiefel. Eine Vermietimmobilie müßte aus Anlegersicht ein enormes Schnäppchen sein, sonst lohnt sie sich nicht. Das eigene Haus ist Konsum. Kann man machen, muß man aber nicht. Klar ist, daß man damit immobil wird. Die Transaktionskosten beim Immokauf sind in Deutschland erheblich.
Wenn Du Dir ein Haus kaufen willst, mach es gleich. Deine Kinder brauchen Haus und Garten, wenn sie klein sind. Eins, zwei, drei sind sie groß und fliegen aus - dann hast Du ein zu großes Haus an der Backe.
Mein Depot bespare ich nie regelmäßig, sondern nur wenn mir mal danach ist, dann kaufe ich aber auch gleich für 10k ein.
Ich bin hauptsächlich durch die Corona-Krise so hoch im Plus und das auch mit über 60% Einzelaktien. Da war ich damals ALL-IN mit allem Erspartem.
Es ist Dein Geld und Dein Depot. Immobilien sind meine Sache nicht; dadurch, daß Du erheblich trockenes Pulver vorhältst (nämlich mehr als 200 T€), verschenkst Du eine Menge Geld. Dieses Jahr 2026 stellt sich in seinem Lauf als sehr gutes Aktienjahr heraus, hätte ich nicht erwartet. Mein konservatives Depot ist mit etwa 15% im Plus. Bezogen auf Deine 200 T€ Bargeld/Bausparguthaben sind das 30 T€, die Du eben nicht eingenommen hast.
In der Coronazeit warst Du voll investiert, jetzt hältst Du viel Cash und hast einen hohen Immo-Anteil im Vermögen. Das heißt, daß Du erst jüngst diese Wohnungen gekauft hat. Könnte sein, daß Du teuer eingekauft hast.
Hier möchte ich aber in Zukunft meine Vanguard ETFs weiter besparen, weil mir das analysieren einzelner Firmen einfach zu lästig ist und man auch mit ETFs ein anständiges Portfolio sich aufbauen kann.
Ich gehe schon etliche Jahre graduell von Einzelaktien weg, hin zu ETF. Nach neuerer Steuergesetzgebung sind Ausschütter günstiger als Thesaurierer (früher war es andersherum). Mit den vielgenannten 18,46% Steuer schwindelt man sich selbst etwas in die Tasche, weil man damit die Quellensteuer auf die Dividenden unterschlägt, die ein Einzelaktienanleger angerechnet bekommt, ein ETF-Anleger aber nicht. Fair gerechnet zahlt man auf Aktien-ETFs je nach Börsenlage zwischen 20 und 23 % Steuer. Das ist immer noch etwas weniger als beim Direktinvestment, aber halt nicht mehr so viel weniger.
Ich bin ehrlich gesagt im Moment ein wenig planlos wohin die Reise geht. FIRE war eigtl. immer mein Ziel, nur schient mir dies unerreichbar zu sein. Vielleicht habe ich aber auch nur eine Denkblockade und ihr belehrt mich eines besseren. Zu 4 benötigen wird ca. 3500EUR/Monat zum leben. Ich denke Tendenz steigend da die Kids auch größer werden und demnach auch teurer.
Aktuell steht auch in meiner Firma eine Abfindung an die ich evtl. nehmen könnte mit ca. 400k. Aber da weiß ich auch noch nicht wirklich, ob ich das in Anspruch nehmen soll oder lieber einfach weiterarbeiten. Dieses Geld hätte ich in spätestens 4,5 Jahren mit dem aktuellen Gehalt drin. Ich denke auch mit der Inanspruchnahme der Abfindung wäre das Thema Eigenheim dann vorbei, da ich nie wieder angestellt soviel in meiner Branche verdienen würde.
Der Plan ist Deine Sache. Ist schon praktisch, wenn man einen hat. Je mehr Du über Dich schreibst, desto genauer kann man Deine Situation einschätzen, desto besser dürften die Ratschläge werden. Andererseits sind das recht intime Informationen, die man nicht so leicht mit anderen teilt. Vielleicht gerade mit Fremden leichter als mit Leuten, die man kennt.
Über Deine berufliche Tätigkeit äußerst Du Dich nur nebulös. Das ist ok, das ist Deine Sache - aber Du kannst halt auch keinen Rat erwarten, wenn die Karten nicht auf dem Tisch liegen.
Mit 40 den Privatier geben, erfordert sehr gute Planung, weil viele Jahre zu überbrücken sind, bis die Rente einen Teil des Lebensunterhalts deckt. Je kürzer die zu überbrückende Zeit ist, desto leichter läßt sich planen.
Die Immos habe ich, weil mir das Sanieren von Wohnraum und Vermieten Spaß macht und ich dadurch auch einiges an Einkommensteuer sparen kann. Stichwort Abschreibung / RNG etc..
So jetzt bin ich gespannt auf eure Fragen und Anregungen.
Spaß machen ist gut und schön, fragt sich halt, ob sich die Sache rechnet. Ein Steuereffekt ist oftmals angenehm, aber er sollte nicht das primäre Kriterium sein. Ein Investment sollte sich auch ohne rechnen.
Gerade jährt sich der Todestag eines Kollegen, der die Steueroptimierung auf die Spitze getrieben hat. Seine gehebelte Finanzkonstruktion (Immo-Investments sind regelmäßig gehebelt!) hat nur funktioniert, wenn er Spitzensteuersatz zahlt. Dann sind ihm die Einnahmen weggebrochen und die auf Kante genähte Konstruktion ist ihm um die Ohren geflogen. Er hat gekämpft wie ein Löwe, konnte den Zusammenbruch aber nicht aufhalten. Ich habe noch gut im Auge, wie gönnerhaft er auf mich Kleinverdiener herabgeschaut hat. Er hat sein Vermögen, seine Gesundheit, letztlich sein Leben verloren. Ich werde mal ein nicht unerhebliches Erbe hinterlassen.
Zurück zu Dir: Du brauchst einen klaren Überblick darüber, was Du hast und was Du willst. Mach das bitte schriftlich, damit Du Dich Dir gegenüber und auch Deiner Frau gegenüber festlegst. Mach Dir eine mittelfristige Finanzplanung, vielleicht auf 10 Jahre - oder besser: Mach zwei, einmal mit Weiterarbeiten, eine zweite mit Abfindung. Diese Abfindung ist ungewöhnlich hoch für einen 40jährigen (schätzungsweise 4 Jahresgehälter). Die bietet eine Firma nicht aus Jux an, sondern aus Not. Die Firma will Arbeitskräfte abbauen, weil sie es muß. Wärest Du ein unverzichtbarer Leistungsträger, würde man Dich vermutlich nicht gehen lassen (Es sei denn, es handelte sich um einen allgemeinen Sozialplan, der sich an alle richtet). Es könnte beispielsweise auch sein, daß dieses Angebot einmalig ist. Wenn Du es nicht annimmst, könntest Du vielleicht in 2 Jahren ohne Abfindung entlassen werden, weil es der Firma so schlecht geht. Das weiß ich alles natürlich nicht. Von meiner Seite ist das reine Spekulation, nur ein Denkanstoß. Du aber kennst die Bedingungen genau (und behältst sie für Dich). Setz Dich also mit Deiner Frau zusammen und tüftele Dir einen Plan aus!
Viel Erfolg dabei (und halte uns gern auf dem Laufenden).
@adolar Vielen Dank für deine Meinung! Auch hier werde ich versuchen zu antworten.
Das mit den Immobilien sehe ich ein wenig anderst.
Wenn man sich den Fremdkapitalhebel zu nutze macht sind zu Beginn oft sogar Cashflow Negative Immobilien lohnenswert. Bei welchen Produkten bekommt man den zum Kauf eine 100% Finanzierung (auch wenn das im Moment bei der Bank schwerer geworden ist)?. Vereinfacht gesagt ich kaufe mir eine Wohnung leihe von der Bank das Geld, der Mieter zahlt sie mir teilweise ab und ich mache noch die horrenden Zinsen steuerlich geltend. Am Ende der 10 Jahresfrist kann ich steuerfrei verkaufen. Eine 100% Finanzierung bei gutem Gehalt ist einmalig in Europa und ist meiner Meinung nach Pflicht für jeden Angestellten.
So hat man in 10 Jahren mit überschaubarem Risiko nicht selten 100k an Gewinn ohne eigenes Vermögen gebunden zu haben. Dies hat z.b. meine älteste Immo schon weiter drüber. Hier habe ich und jegliches Zutun von Geld nach 10Jahren 200k Gewinn wenn ich sie jetzt verkaufe. Ich gebe zu das ist im Moment schwieriger, damals hatte ich mit 0.65% finanziert... das geht heute leider nicht mehr, dafür sind die Preise teilweise im Keller oder gut verhandelbar. So meine letzte Immobilie die ich 100k runterhandeln konnte..
Die Juniordepots passen für mich so. Ich muss nicht alles bis aufs kleinste Detail steueroptimiert haben. Mir war nur wichtig anzufangen und dies bis sie 18 sind laufen zu lassen.
Die Bausparverträge und das Bargeld halte ich weil ich entweder weitere Immobilien zu Vermietung kaufe oder ein Eigenheim oder eine der jüngeren Immobilien bei weiteren steigenden Zinsen mit den Bausparverträgen ablöse. Das mir hier Rendite flöten geht ist mir im Moment noch egal.
Die Wohnungen halte ich seit 10 / 3 / 1 Jahr. Ich habe immer nur gekauft wenn es lohnenswert und ich gut verhandeln konnte.
In der Coronazeit war ich voll investiert weil ich davon max. Profit machen wollte.
Das viele Cash hat sich angehäuft, wie oben schon genannt möchte ich das noch halten ggf. einen Teil investieren an der Börse. Hier habe ich schon die Empfehlung von @sir invest a lot angenommen und einen 5stelligen Betrag investiert.
Ich habe mit ETFs und auch mit Einzelaktien relativ zeitgleich begonnen. Leider schlägt kein ETF die Performance der Einzeltaktien. Daher bin ich auch noch nicht bereit diese komplett umzuschichten.
Die Best Performance hat mein S&P500 mit 71% Gewinn wohingegend meine schlechteste Einzelaktionperformance Microsoft ist mit 73% Gewinn. Alle anderen Titel liegen über 80% und zum Teil weit darüber.
Zu meiner beruflichen Situation bin ich Führungskraft seit über 10 Jahren in einem größeren Betrieb. Hier findet gerade ein struktureller Wandel statt und es wird aussortiert. Ein entsprechende Standortsicherung gibt es noch weitere 8 Jahre, daher bin ich da auch erstmal entspannt wobei ich mir trotzdem ein Angebot unterbreiten lasse.
Privatier will ich noch nicht werden ich spiele nur mit dem Gedanken mehr Druck aus meinem Leben zu nehmen um selbstbestimmter und ggf. mit besseren Arbeitszeiten mehr Freizeit zu haben.
Blatt zur Hand und Szenarien überdenken das werden wir definitiv angehen!


