Hallo zusammen,
mir stellt sich gerade die Frage, ob ich die erste Ausfahrt in die finanzielle Freiheit nehme oder noch weiter arbeite:
Es gibt bei meinem Arbeitgeber ein Abfindungsangebot, was mein Vermögen (verh. 3 Kinder, alle schulpflichtig) um ca. 3 Nettojahresgehälten ansteigen lassen würde. Das Vermögen wäre dann knapp siebenstellung plus bezahlter Immobilie (ohne Rentenpunkte und Betriebsrente). Dann wäre ich 53 und müsste bis 63 von Erträgen und dem kleineren Einkommen meiner Frau leben. Folgende Bedenken:
-regulatorische Änderungen: bei der Rente erwarte ich politische Eingriffe, schwer abzusehen was kommt, ges. KV wird teurer werden und ich müsste ca. 10 Jahre allein zahlen.
-zukünftige Ausgaben: Kinder im Studium werden wahrscheinlich die Ausgaben eher erhöhen
-Arbeit macht mir meist Spaß, nur der AdHoc Stress nervt mich. Ich könnte mir auch einen geringer bezahlten und stressfreieren Job suchen, bin mir allerdings unsicher, ob ich da vom Alter her was passendes finden könnte.
-soziale Kontakte in der Arbeit: habe wirklich nette Kollegen und tollen Austausch
-erkaufe ich mir mit dem Ausstieg viele neue Sorgen und Ängste ob das Geld reicht etc.
-Ausgaben derzeit so 65kEUR, durch den Wegfall des Firmenwagens kommt noch was dazu. Dann könnten zusätzliche Ausgaben für Freizeitgestaltung dazukommen
-Auf der positiven Seite wäre wahrscheinlich weniger Stress, besserer Schlaf und mehr Zeit für die Dinge die in den letzten 10 Jahren unter die Räder gekommen sind. Das eigentlich spannende ist ja das unbekannte dahinter. Falls mich die Langeweile zu sehr quält, bietet sich ein schlechter bezahlte Job an (s.o.).
Die Alternativen:
- Weiterarbeiten bis 57 oder noch länger: (ich gehe davon aus, dass es kein weiteres Abfindungspaket mehr kommt) ich müsste für ähnliche (bzw. leicht größere) finanzielle Sicherheit bis ca. 57, also 4 weitere Jahre arbeiten. Außerdem könnte eine Beförderung anstehen und mein Chef wäre sehr überrascht, wenn ich gehe. Ich hätte wohl auch ein schlechtes Gewissen.
Ich finde die Frage wirklich schwierig, vor allem weil das derzeitge Ausgabenniveau recht hoch ist, das Vermögen nicht schlecht, aber nicht so richtig sicher. Und der zu überbrückende Zeitraum ist lang bis Rentenzahlungen kommen.
Danke für Eure Hinweise
Ich würde das von einer anderen Richtung aus angehen. Lass das Thema Geld/Finanzen mal außen vor. Angenommen du würdest die Abfindung annehmen und aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden, hast du eine gute Idee/Beschäftigung mit der du dann deine Tage auf eine sinnvolle Art und Weise ausfüllen kannst? Also irgendwas, was sich für dich langfristig besser anfühlt und dir mehr gibt als deine aktuelle Beschäftigung und zudem mit deiner aktuellen Familien-Situation vereinbar ist?
Aus gesundheitlichen Gründen bin ich nicht mehr berufstätig und kann daher etwas dazu sagen. Arbeiten macht mehr Spaß als nicht zu arbeiten, besonders wenn man eine berufstätige Ehefrau und schulpflichtige Kinder hat. Alle die ich kenne, sind tagsüber arbeiten. Ich finde die Anregung von Autodidakt genau richtig.
hast du eine gute Idee/Beschäftigung mit der du dann deine Tage auf eine sinnvolle Art und Weise ausfüllen kannst? Also irgendwas, was sich für dich langfristig besser anfühlt und dir mehr gibt als deine aktuelle Beschäftigung und zudem mit deiner aktuellen Familien-Situation vereinbar ist?
Ich würde mir einen Plan machen, was ich danach tun würde. Wenn ich einen anderen guten Job bekommen könnte, würde ich die Abfindung annehmen und noch ein paar Jahre woanders arbeiten.
Ich würde den sozialen Aspekt auch nicht unterschätzen. Aktuell hast du nette Kollegen, und deine Ehefrau ist nicht die Alleinverdienerin. Außerdem bist du ein Vorbild für deine Kinder.
Zum Finanzielle darfst du nicht vergessen, dass deine Rente deutlich geringer ausfallen wird, da dir möglicherweise einige Arbeitsjahre fehlen, falls du keinen anderen Job annimmst. Das sind einige Rentenpunkte.
Zudem gehen wir aktuell durch eine Krisenzeit der Deindustrialisierung und da stellt sich die Frage, wie lange deine Ehefrau ihren Job noch sicher hat. Ich glaube, es ist stressarmer, wenn zwei Personen arbeiten gehen und man gegebenenfalls nur auf ein Gehalt angewiesen ist.
Was machst du, wenn deine drei Kinder vorhaben zu studieren und von dir finanzielle Unterstützung erwarten?
Krankenversicherung muss du bei GKV auf die 9/10 Regelung aufpassen. Die beitragsfreie Familienversicherung wurde abgeschafft.
Dann wäre ich 53 und müsste bis 63 von Erträgen und dem kleineren Einkommen meiner Frau leben.
Du planst nicht ehrlich dein Leben danach, dass du mit 63 Jahren in die Frührente kannst oder? Das ist in 10 Jahren und damit mit 3 unterschiedlichen Bundesregierungen.
Die aktuelle Regierung spricht immer wieder davon, dass die Frühverrentung abgeschafft werden muss und dass man länger arbeiten muss. Die wollen sogar die Wochenarbeitzeit erhöhen. Was ich sagen möchte du kannst nicht darauf aufbauen. Die Rente mit 63 muss dein Plan B sein, welches du ggf. favorisiert. Jedoch benötigst du einen Plan A, der mit einer Verrentung mit 67 bzw. 70 finanziert ist.
Vielleicht wäre ein guter Mittelweg die Lösung. Anstatt von 100% direkt auf Null zu gehen mit dem Abfindungsangebot, könntest du dir überlegen, bei deinem Arbeitgeber nach Teilzeit zu fragen. Du könnest mit einer 4-Tage-Woche anfangen, später eventuell einer 3-Tage-Woche. Das reduziert den Stress deutlich und die positiven Aspekte deiner Arbeit bleiben bestehen.
Ob dein Vermögen momentan reicht, würde ich eher bezweifeln. Du sprichst von 65k jährlichen Ausgaben, die ohne Firmenwagen wohl noch höher ausfallen könnten. Nach der 4%-Regel wären hier über 1,6 Millionen notwendig, und das Netto, nicht die Steuern und die Inflation vergessen. Selbst sprichst du etwas schwammig von einem "knapp 7-stelligen Betrag", also ich vermute knapp über 1 Million. Da reicht die Abfindung, auch nach Abzug aller Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, vermutlich nicht aus.
Eine Sache möchte ich am Ende noch ansprechen: Du schreibst, du könntest ein schlechtes Gewissen haben, wenn du vorzeitig aufhörst. Ein wohlgemeinter Rat: Ein schlechtes Gewissen ist in beruflichen und finanziellen Themen ein denkbar schlechter Ratgeber. Stell dir nur mal kurz vor, du wirst von heute auf morgen berufsunfähig. Auch dann müsste es ohne dich weitergehen, und dies wird zu 99,9% auch passieren. Du bist niemanden zu irgendetwas verpflichtet (vor allem nicht außerhalb deiner Familie, das ist klar)
Dann wäre ich 53 und müsste bis 63 von Erträgen und dem kleineren Einkommen meiner Frau leben.
Meines Wissens gibt es die Rente mit 63 nur für Schwerbehinderte abschlagsfrei. Diese Schwerbehinderung muss man dann auch mit 63 Jahren weiterhin haben. Was ich sagen möchte ist, früher galt Diabetes Typ 2 als eine GdB 50 und damit war man Schwerbehindert. Das ist nicht mehr der Fall. Die Voraussetzungen von Scherbehinderungen ändert sich, das sollte man bei der Planung, falls man eine Scherbehinderung hat, mit berücksichtigen.
Für Menschen, die 45 Jahre gearbeitet haben, ist die Frührente erst ab 65 Jahren möglich. Dies wäre ggf. nicht möglich, da du ggf. mit 53 aufhörst zu arbeiten.
Personen, die 35 Jahre gearbeitet haben, können aktuell noch mit Abschlägen ab 63 Jahren in den Ruhestand gehen. Diese betragen 0,3 % Abschlag pro Monat, maximal jedoch 14,4 %.
14,4% Abschlag von der Rente jeden Monat ist nicht wenig, wenn man ggf. mit 53 Jahren aufhört zu arbeiten.
"Aus gesundheitlichen Gründen bin ich nicht mehr berufstätig und kann daher etwas dazu sagen. Arbeiten macht mehr Spaß als nicht zu arbeiten, besonders wenn man eine berufstätige Ehefrau und schulpflichtige Kinder hat. Alle die ich kenne, sind tagsüber arbeiten"
Mit der Aussage tue ich mich schwer so nach dem Motto alle machen es dann muss es gut sein. Wenn er Spass am Job hat dann stimmt die Antwort. "77 Prozent der Beschäftigten in Deutschland hätten eine schwache emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. „Hochgebunden“ und damit bereit, täglich einen Schritt mehr zu gehen, seien nur zehn Prozent. Damit wird der schlechte Wert aus dem Jahr 2024 um jeweils einen Prozentpunkt überboten." Quelle Engagement-Index von Gallup
Das passt auch zu ähnlichen Umfragen bezüglich innerlicher Kündigung/Spass im Job oder nur Brotverdienst. Die Mehrheit der Leute hat eben keinen Spass in ihrem Job bzw. er ist nur Mittel zum Zweck. Es gibt nur wenige die daraus wirklich Befriedigung ziehen insbesondere bei den Angestellten. Wer jetzt noch die sinnstiftenden sozialen Berufe rausrechnet käme vermutlich zu einem noch verherrenderen Ergebnis. Vor der Industriealisierung war diese Definition über den Job auch bei weitem kein so großes Thema (gibt ne gute Doku von Arte zu dem Thema) und seltsamerweise kenne ich auch nur wenige Rentner die mit der freigewordenen Zeit nichts anfangen können bzw. denen langweilig ist und gerne wieder Arbeiten würden. Vielmehr sehnen die meisten die Rente herbei und das tw. schon mit 40. Von daher bin ich eher der Auffassung aufhören solange es am schönsten ist sofern es geht. Gleichwohl ich das selbst noch nicht durchgezogen habe und der einzige wirkliche Grund ist egtl. das Geschwätz der Leute ala "man braucht doch eine Beschäftigung, einen Sinn im Leben etc.pp". Natürlich kommt auch bei mir der Faktor dazu das mir mein Job nicht extrem auf den Senkel geht und ich weitestgehend alles selbst entscheiden kann. Also warum nicht die >100k€ jährlich noch mitnehmen solange ich noch halbwegs Spass daran habe, denk ich mir einerseits, andrerseits denk ich mir in jedem Urlaub mir geht gar nichts ab von der Arbeit; 0,0, keinerlei Probleme die Lücken mit Sport und anderen Tätigkeiten zu füllen (viel Lesen auch einarbeiten in wissenschaftliche Themen oder Sprachen wäre toll) und diese Sachen machen insgesamt deutlich mehr Spass. Iwann kommt der Henker und dann wars das. Viele (ich auch) schieben es bis 67 oder bald bis 70 nur dann wars das halt auch ziemlich mit Sport und diverse Wehwehchen die jetzt mit 40 schon mal da sind werden deutlich zunehmen. Ich bewundere jeden der den Absprung lieber früher als später durchzieht und sich einen "Dreck" um das Gereder der Anderen schert
Hier geht es nicht um eine Statistik, sondern um eine konkrete Person.
Mit der Aussage tue ich mich schwer so nach dem Motto alle machen es dann muss es gut sein. Wenn er Spass am Job hat dann stimmt die Antwort.
- Arbeit macht mir meist Spaß
- soziale Kontakte in der Arbeit: habe wirklich nette Kollegen und tollen Austausch
Er hat doch Spaß an der Arbeit. Von mir aus kann er tun was er möchte. Allerdings ist er dann nicht in Rente und muss weiterhin eine dreiköpfige Familie mitversorgen.
In einem Aktienboom mit einem Allzeithoch nach dem anderen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass es auch Phasen gab, in denen der NASDAQ beispielsweise 15 Jahre benötigte, um wieder ein Allzeithoch zu erreichen. Der NASDAQ hatte einen Rückgang von bis zu 78 %. Das muss man dann auch aushalten können. Da möchte ich denjenigen sehen, der ohne Arbeit weiterhin auf hohe Renditen setzt, um diese zu verzehren. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Daher ist es schwierig, sich mit 53 auf den Kapitalertrag zu verlassen.
@mbg5 Wenn du selbst unzufrieden mit deinem Job bist, dann tut es mir leid, jedoch sollte man nicht einer anderen Person einfachen sagen, es wird schon klappen, wenn es sich um eine dreiköpfige Familie handelt. Damit habe ich meine Schwierigkeiten. Wie würdest du ihn beraten? Inschallah, es wird schon gut gehen. Ich finde es gut, dass es auch einer durchzieht? Man muss es doch nüchtern betrachten.
Zudem FIRE ist schön und gut, aber das allein ist nicht die Erfüllung.
Schau dir mal dieses Video von Mr. FIRE persönlich an.
Ziel sollte es doch sein, gesund und finanziell unabhängig zu sein und trotzdem zu arbeiten – nicht weil man muss, sondern weil man seine Arbeit liebt und sich nicht zur Arbeit quälen muss. Wenn das nicht der Fall ist, sollte man prüfen, ob es eine arbeit gibt, wo man glücklicher ist mit einem ähnlichen verdienst. Wenn man "Barista FIRE" oder "Coast FIRE" erreicht hat, dann kann man entspannter durch Leben gehen.
In Deutschland ist die Stimmung so gedrückt, dass viele Menschen sich nach der Rente sehnen. Paradoxerweise wird die Rente oft als das eigentliche Ziel betrachtet und nicht der Weg dorthin. Die Wahrheit ist doch vielmehr, dass viele Rentner eher gesundheitliche und finanzielle Probleme haben. Klar viele möchten gern vorher und jünger in die Rente, jedoch hat man dann meist ein finanzielles Problem.
FIRE klappt für die meisten Menschen mit Familie nicht oder ist sehr unwahrscheinlich und wenn es klappt dann sind die Kinder schulpflichtig und man hat nicht die Freiheit, nach der man sich gesehnt hatte.
Nochmal zu dem Fall. Er kann sicherlich "Barista FIRE" oder "Coast FIRE" machen. Allerdings wäre ich bei einer kompletten Rente mit 53 vorsichtig. Dafür gibt es zu viele Risiken, die ich zuvor in den anderen Beiträgen beschrieben hatte.
Sollte eh keine Kritik an deiner Sichtweise sein. Mich hat nur der Satz "alle die ich kenne sind tagsüber arbeiten" getriggert. Mit dem Satz hast du es ja ins allgemeine und nicht auf den konkreten Fall bezogen ich wollte lediglich anmerken dass diese "alle" es ja nicht machen weil sie soviel Spass dran haben sondern weil sie müssen und das bezog sich auf deinen Satz "Arbeiten macht mehr Spass als nicht zu arbeiten" der für dich und den Threadsteller richtig sein mag aber nicht auf die Mehrheit zutrifft. Im übrigen bin ich nicht unzufrieden mit meinem Job sondern die Freizeit macht mehr Spass und das trifft auf die meisten Leute zu also nichts verdrehen hier.
Für seinen konkreten Fall lässt sich darüber diskutieren ob das reicht. 1 Million bei 65k€ Ausgaben und ~15 Jahre zur Rente ist schon sportlich und kann definitiv schief gehen insbesondere da die Aktienmärkte statistisch hoch stehen wie du ja vollkommen richtig anmerkst. Es hängt auch davon ab wieviel Rentenpunkte und Betriebsrentenansprüche er bereits erworben hat sprich ob er das Kapital auf 15 Jahre sogar ganz aufbrauchen dürfte. Einem 78% Absturz kann man aber schon vorbeugen durch weltweite Streuung also völlige Angstmache ist jetzt auch fehl am Platz. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering das entweder nochmals ein Job angenommen werden muss oder die Ausgaben gesenkt werden müssen.
Nachdem er auch noch "meist" Spass an der Arbeit hat und den tollen Kontakt zu seinen Kollegen schätzt gäbe es eh nur eine richtige Antwort--> Ja dann arbeite doch bis zum Rentenalter wo ist denn bitte das Problem??
Nur ich frage mich halt wieso man dann überhaupt auf den Gedanken kommt aufzuhören? Evlt. ist der Spassfaktor ja doch nicht ganz so groß weil irgend nen Grund muss es ja geben dass man darüber nachdenkt wegen 3 Jahresgehälter (nach Abzug der Steuern deutlich weniger) einen Job aufzugeben der einem Spass macht.
Wieso investiert man überhaupt in Aktien und spart sich eine Million auf die Seite wenn man dann wie jeder normale Angestellte bis 67 arbeitet. Das "Problem" in den gut bezahlten Jobs ist ja auch oft das Teilzeit nicht gewünscht ist ansonsten wäre das in meinen Augen die optimale Lösung. Es macht sicher mehr Spass wenn man mehr Freizeit hat und trotzdem die Kollegen regelmäßig sieht.
Das Thema Fire ist die letzten Jahre immer mehr gehypt worden!
Mein 40-jähriger Kollege spricht auch schon davon..
1 Mio € bei 65k Ausgaben p.a. reichen nicht für 15 Jahre im worst case.
Maschinist hat das deutlch beschrieben, was er hier noch nebenher generiert. (Wertguthaben)
Manchmal muss man erkennen, dass Träume nicht der Realität entsprechen..
"Nur Versuch macht Schlau" - mit Familienverantwortung?
Peter Heppner: Irgendwann ist auch ein Traum zu lange her
Danke Euch allen für das Feedback. Was mich zu der Überlegung geführt hat die Abfindung zu nehmen bzw. zu prüfen war:
- In letzter Zeit habe ich es erlebt, dass ein paar Leute in meinem Alter verstorben sind oder schwere Diagnosen (Krebs) bekommen haben. Eine Statistik hatte ich mal gesehen: ca. 14% erleben nicht das 65 Lebensjahr
- Die Zeit aktuell kann ich noch anders Zeit nutzen als mit 65 oder gar 70
- Es ist einfach auch viel Geld für die Aufgabe des Jobs, das auf dem Tisch liegt.
Die Planung der erwerbslosen Zeit muss geplant sein, ist aber in Vollzeit mit Familie auch eine Herausforderung sich das auzubauen. Ich denke das betrifft die meisten Ruheständler. Dafür muss ich mir Zeit nehmen. (schlafende) Hobbies und Ideen habe ich schon, aber derzeit ist zeitlich nicht so viel drin.
Das Thema Teilzeit habe ich mir überlegt aber vorworfen. Erstens gibt es keine Abfindung und schwerwiegender: Wenn ich Teilzeit mit 80% mache, bleiben meine Aufgaben eher gleich und dann arbeite ich weniger Stunden aber mit mehr Stress. Das würde nur gehen wenn ich auch 50% runter gehe. Das würde gehen, allerdings bin ich ohne Abfindung finanziell noch nicht so weit.
Ich tendiere dazu weiter zu arbeiten. Das scheint mir deutlich resilienter, auch im Hinblick auf die politischen Änderungen.
Es ist ja auch nicht ausgeschlossen das es in 3-5 Jahren nochmals ein Angebot gibt. Reichen würde das Geld ziemlich genau 15 Jahre sicher (1Mio, Festgeld bringt i.d.R Inflationsausgleich und ist sehr sicher.-->1Mio/65k€ pro Jahr führt zu 15 Jahren Kapitalverzehr. Das wäre sehr sicher im Gegensatz zu den Schwankungen des Aktienmarktes aber es wäre dann halt auch mit 68 Jahren aufgebraucht und dafür müsstest du wohl sogar noch an den Ausgaben schrauben sofern du dich nicht mit deiner Frau mitversichern lassen kannst (Krankenv.).
Ebenfalls dagegen spricht 1. das man i.d.R. seinen Kindern etwas Geld vermachen möchte um ein besseres Leben führen zu können. 2. das Rente+Betriebsrente wahrscheinlich nicht deine bisherigen monatlichen Ausgaben abdecken sprich das Geld noch 25 Jahre länger halten soll ab Rente.
Da dir Job nicht total auf den Senkel geht ist es wohl die richtige Entscheidung aber wie du schon sagst es gibt halt auch andere Risiken die sehr gerne unterschätzt werden (Stichwort Krankheit/Tod). Es hat durchaus seine Berechtigung sich Gedanken zu machen ob früher aussteigen nicht rational Sinn ergeben kann. Dafür spricht: 1. bei schlechten Aktienmärkten kann man reagieren (Jobs gibt es immer auch wenn dann meist schlechter bezahlt, und da reichen dann schon 5 Jahre Teilzeit um das Risiko deutlich zu minimieren. 2. auch bei den Ausgaben ließe sich sicher etwas sparen, die Medianausgaben liegen zw. 3-3,5k€ monatlich als Familie nach Abzug der Miete (die bei dir nicht anfällt) bei dir bei 5,5k€ und schon sähe die Rechnung anders aus. So oder so kannst du dich als privilegiert betrachten und im Job fast machen was du möchtest. Das alleine ist schon sehr viel Wert habe ich bei mir feststellen können. Ich muss nicht mehr nach der Nase des Chefs tanzen wenn ich nicht möchte und das erhöht den Spassfaktor ungemein wenn der Druck des Müssens oder die Angst um einen Arbeitsplatzverlust einfach keine Rolle mehr spielt.
@marcus erstmal willkommen hier im Forum, und Glückwunsch, denn du bist ja in einer tollen Situation. Du hast etwas über 1M€ Vermögen, plus abbezahlte Immobilie plus Rentenpunkte plus Betriebsrente... und nun hast du die Möglichkeit eine Abfindung in Höhe von 3 Jahresgehälter zu nehmen. Ich wundere mich, dass sich meine Vorredner negativ äußern. Ich kann dazu nur sagen: Mach es! So eine Gelegenheit kommt nicht nochmal. Du wirst damit so wertvolle Jahre haben mit einer unerreichten Lebensqualität mit dem Faktor selbstbestimmte Zeit. Meine Meinung zu deiner Frage: ein klares Ja.
Es wurde gesagt, 65k jährliche Entnahme bei 1M Vermögen, das passt nicht, quasi weil es über der 4% Regel liegt. Aber ich finde das ist hier gar nicht so relevant. Bei durchschnittlicher Marktentwicklung wirst du dein Vermögen halten und wenn es weniger wird, dann ist das meiner Meinung nach auch ok, denn du setzt es gut ein für wertvolle und selbstbestimmte Zeit. Machen wir ein negatives Szenario: du nimmst das Angebot an, genießt die Zeit von 53 bis 63 und gehst dann in Rente mit nur noch 500k Vermögen... wäre das noch akzeptabel? Du hast dann immer noch die abbezahlte Immobilie, die gesetzliche Rente und die Betriebsrente.
Machst du es nicht, arbeitest du quasi die nächsten 3 Jahre "umsonst". Von Teilzeit halte ich auch nicht viel. Gehst du auf 80%, hast du Stress weil du die gleiche Arbeit in weniger Zeit erledigen musst. Gehst du auf 50%, arbeitest du quasi die nächsten 6 Jahre "umsonst" weil du das Angebot nicht angenommen hast. Arbeit schön und gut und das soziale Umfeld dort, aber du hast hier die einmalige Chance zu einer selbstbestimmten Zeitgestaltung in deinen 50ern. Sicher, es wird eine große Umstellung. Und du wirst dir dann auch teils wohl ein neues soziales Umfeld suchen. Du sagst ja du hast (schlafende) Hobbies, die lassen sich bestimmt aktivieren. Und Zeit mit der Familie ist wertvoll. Und wer sagt eigentlich, dass du nicht mehr arbeitest? Das kann ein Ehrenamt sein oder auch ein kleiner Job mit kleinem Einkommen, der Spaß macht und erfüllend ist. Mit einem kleinen Einkommen sieht dann auch die Finanzrechnung wieder anders aus. Ich denke mir jedenfalls, wenn ich in einer ähnlichen Situation wäre mit einem solchen Angebot und ich würde es nicht annehmen, ich würde mich immer ärgern es nicht getan zu haben.
Ich sehe es tendenziell wie @Mrtn17 im Zweifel machen!
Mal ganz vereinfacht:
Ich würde das 1-Mio Depot defensiv und ausschüttungstark aufstellen, d.h. so 3% DivR im Schnitt. Das sind knappp 30 K brutto Dividende. Mit dem Steuerfreibetrag kommen da locker 2 K monatlich CF netto zustande. Dann noch das Gehalt der Frau, so dürfte ein Großteil nach Möglichkeit alles der Ausgaben gedeckt sein. Oder halt 4% p.a. entnehmen für die Zeit bis zur Rente.
Von den drei Jahresnettogehältern Abfindung würde ich 1 Jahresgehalt auf dem Tagesgeld lassen, dann hat man immer 12 Monate vor Eingang der Dividenden den entsprechenden Betrag schon im Voraus. 1 Jahresgehalt würde ich als Crashreserve parken und bei deutlichen Korrekturen nachkaufen und 1 Jahresgehalt würde ich rein als CF-Machine betrachten und z.B. mit Optionen noch 0,5 K pro Monat generieren.
Viel Erfolg und halte uns mal auf dem Laufenden!
