Vier Jahre nach meinem Freiheitskämpfer-Interview ist es hier wieder etwas aktiver geworden und ich dachte, ich steuere meinen Teil bei und gebe Euch ein kurzes Update.
Bis Anfang 2025 ist eigentlich nicht viel passiert. Ausgaben und Lebensumstände sind ähnlich geblieben. Gleichzeitig konnten wir unsere Gehälter auf zusammen gut 9.000€ Netto/Monat steigern (bei weiterhin je 90% Teilzeit und 4 bzw. 4-5 Tagewoche) und haben ganz unspektakulär die 500.000€-Marke geknackt.
Allerdings haben wir dann erstmal beide 9 Monate Elternzeit eingereicht, als letzte Chance für eine unkomplizierte Auszeit vor der Einschulung unserer Tochter ![]()
Wie funktioniert das?
- Elternzeit gibt es bis zu 3 Jahre in bis zu 3 Abschnitten, bis das Kind 8 Jahre alt ist
- Vorteil: Kündigungsschutz, Jobgarantie bei Rückkehr und i.d.R. gratis Krankenversicherung
- Der AG kann nur in Ausnahmefällen ablehnen
Was hat es gekostet?
Die Kosten sind tatsächlich gar nicht so einfach zu beziffern weil mehrere Dinge zusammenkommen. Hier ein paar Eckdaten:
- 2 Monate Auszeit in Deutschland ~7.000€
- 7 Monate Weltreise für ~52.000€ (Wohnung untervermietet, Auto zurückgegeben also kaum Fixkosten)
- Verdienstausfall 8 Monate á 9.000€ (+ Rente)
- Steuerrückerstattung ~10.000€ (weil nur ein Teil des Jahres gearbeitet)
Gleichzeitig hat der Aktienmarkt gut zugelegt und wir liegen unterm Strich wieder bei ~500.000€ Vermögen.
Was hat es gebracht?
Obwohl unsere Jobs nicht extrem stressig sind haben wir gemerkt, dass das Leben im Alltagstrott an einem vorbeirauscht und man doch ziemlich viel verpasst. Die zwei Monate in Deutschland haben wir genutzt, um schöne Dinge mit Familie und Freunden zu machen, die wir teils schon viel zu lange nicht mehr gesehen haben. Darauf werden wir sicher aufbauen und dem in Zukunft noch eine größere Priorität einräumen.
Auch auf der Weltreise kamen Freunde und Familie nicht zu kurz und wir konnten einige lang gehegte Reisewünsche erfüllen. Am wichtigsten war aber sicher die viele Quality-Time mit unserer Tochter. Diese Chance bekommen wir so nie wieder.
Als "FIRE auf Probe" hat es uns auch einen guten Eindruck gegeben, was man (wo) mit der finanziellen Freiheit alles anfangen kann.
Wie geht es weiter?
Der Wiedereinstieg in unsere Jobs ist gut gelungen, auch zeitlich hat es perfekt gepasst. Meine Frau konnte direkt in ein neues Projekt einsteigen, und ich werde voraussichtlich – ohne Altlasten – eine andere Abteilung mit mehr Verantwortung übernehmen, nachdem ich meine frühere Abteilung vor der Elternzeit an einen Kollegen übergeben hatte. Karrieretechnisch also eher ein Schritt nach vorn als zurück.
Fazit: Ganz billig war's nicht, aber wir würden es jederzeit wieder so machen!
Beste Grüße
Der Generalist
Danke für Dein Update @Der-Generalist
Hört sich prima an.
Ich bin Deiner Meinung bezüglich gemeinsamer Zeit mit den Kindern. Diese Zeit ist sehr wertvoll und es gibt nur ein bestimmtes Zeitfenster um Sie zu nutzen.
Von daher alles richtig gemacht und in eurem Fall war es wahrscheinlich sogar von Vorteil für die weitere Karriere.
Ich hatte in 2008 auch einmal ein unbezahltes Sabbatical im Job genommen. Feedback von den Kollegen war damals eher negativ. Langfristig war es für mich eine sehr gute Entscheidung. Ich hatte durch den temporären Ausstieg die Weitsicht für einen Bereichswechsel in den strategischen Bereich mit deutlich mehr Sichtbarkeit und schnellen Gehaltssteigerungen. Hat sich langfristig also neben dem Sabbatical selbst sogar finanziell und bezüglich Interesse mehr als bezahlt gemacht.
Alles Gute und bis bald zum Millionär Interview!;-)
