Rentenreform der Freiheitsmaschine

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Teile die Freiheitsmaschine

Nachdem wir im ersten Teil gezeigt haben, wie die gesetzliche Rente aufgebaut ist und das es durch das Wirtschaftswachstum trotz der demographischen Situation zu weiteren realen Einkommenssteigerungen für zukünftige Rentenbezieher kommen wird, ist eines trotzdem klar.

 

Die deutsche gesetzliche Rente ist nicht perfekt

In der Nachkriegszeit war dieses Umverteilungssystem die beste Lösung, da beim Durchschnittsbürger damals kein Vermögen mehr vorhanden war und den damaligen Rentnern dadurch eine Lebensgrundlage gegeben wurde.

Auch heute ist die Idee der Generations-Solidarität und des finanziellen Ausgleichs prinzipiell gut aber aus dem Blickwinkel der damit erreichbaren Gesamtrendite verdient das Konstrukt nur eine ausreichende Bewertung.

Das heißt nicht, dass es deutlich schlechter geht.

Alternative Rentenprodukte wie Riester und viele private Rentenangebote mit hohen Gebühren und Garantieverzinsungen um die Nulllinie (und damit als Ergebnis einer Rendite deutlich unterhalb der gesetzlichen Rente) bekommen vom Maschinisten die Note ungenügend.

Gerade über längere Laufzeiten lohnt sich so etwas trotz staatlicher Förderung aktuell nur für wenige Menschen.

 

Konzentrieren wir uns deshalb heute auf die gesetzliche Rente und deren Verbesserungsmöglichkeiten

Gibt es diese Verbesserungsmöglichkeiten für die Masse der Bürger überhaupt?

Ja, die gibt es. Und wenn man dem Ergebnis vorweg greift, könnte man das System mit wenigen Maßnahmen mittel- und langfristig für die breite Bevölkerung attraktiv gestalten ohne die Belastung der Bürger in der „Einzahlungsphase“ nennenswert zu steigern.

 

Die Leitplanken

Da die deutsche gesetzliche Rente aktuell eine reine Umverteilungsmaschine ist, bei der die junge Generation die Rente der heutigen Rentner bereitstellt, kann selbst bei homogener Bevölkerungsstruktur immer nur der direkt umverteilte prozentuale Anteil der aktuellen Wirtschaftskraft des Landes zur Verfügung stehen.

Und wenn sich die demographischen Parameter verschlechtern, wie es aktuell in großen Teilen der westlichen Welt der Fall ist, dann ist auf diese prozentual umverteilte Wirtschaftsleistung pro Rentner noch ein Abschlag notwendig, da sich das Verhältnis zwischen Einzahlern und Rentenbeziehern verschiebt.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Wie wir im ersten Teil der Rentenreihe gesehen haben, wird das weitere Wirtschaftswachstum in Deutschland diesen Abschlag voraussichtlich mehr als ausgleichen, so dass es zu weiteren realen Einkommenssteigerungen der Rentner kommen wird.

Es wird bei dieser Entwicklung trotzdem zu Spannungen in der Bevölkerung kommen, da sich durch die mittels Nachhaltigkeitsfaktor schon erfolgte und in Zukunft stärker auftretende Absenkung des prozentualen Rentenniveaus, das Delta-Einkommen im Vergleich zur arbeitenden Bevölkerung vergrößert.

 

Auch in den nächsten Dekaden werden die Menschen, wie immer in einem marktwirtschaftlichen System, fast alle wohlhabender

Aber ohne ein Gegensteuern der arbeitende Teil der Bevölkerung dabei prozentual mehr als die Rentner.

Und da wir Menschen uns mit unserer direkten Umgebung vergleichen aber kaum mit dem Rest der Welt oder der Generation zuvor, werden Menschen einen Mangel fühlen.

 

„Victor Marie Hugo: Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist!“

 

Ok – Die Demographie können wir nicht ändern. Was könnte man also tun um die langfristige Rendite der Rente trotzdem deutlich zu steigern ohne die aktuellen Rentenzahlungen zu gefährden?

 

Wir fügen eine Kapitalmarktkomponente hinzu

Als Vorbild kann hier das schwedische Rentensystem dienen bei dem ein kleiner Anteil der aktuellen Rentenabzüge der arbeitenden Bevölkerung nicht direkt an die Rentner weiter verteilt wird, sondern in einen staatlichen Anlagefonds personenbezogen investiert.

Mögliche Ausgestaltung:

Vorab: Bei der Ausgestaltung eines solchen Kapitalmarktfonds ist es wichtig, dass die hiesige Finanzindustrie nicht wie bei der Riester Rente die Rahmenbedingungen diktiert, sondern es muss per Gesetz eine gebührenfreie Anlage in einem weltweiten Equity Fonds sein, der am Besten zu 100% aus Aktien besteht.

  • Da die Rentenzahlungen an die derzeitigen Rentner nicht sinken dürfen, ist eine leichte Erhöhung der Rentenbeiträge notwendig.
  • Aktuell werden 18.6% des Bruttolohns bis zu einer Grenze von 78.000 Euro pro Jahr für die gesetzliche Rentenversicherung einbehalten (die Hälfte dieser 18.6% bezahlt bei nichtselbständig Beschäftigten der Arbeitgeber).

 

Erster Vorschlag der Freiheitsmaschine zur Nachhaltigkeit der deutschen Rente

Erhöhung des Beitragssatzes von aktuell 18.6% auf 20.6%. Das heißt Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben jeweils 1% zusätzlichen Aufwand. Da dieses Geld aus dem Brutto entnommen wird und die Rentenbeiträge voll steuerabzugsfähig sind, beträgt die Nettolohnreduzierung daraus je nach Steuersatz nur ca. 0,55 – 0,75%.

Ein guter Zeitpunkt diesen Zusatzbeitrag einzuführen, wäre beim kommenden Abbau des Solidaritätszuschlag (für hoffentlich alle Bürger und Unternehmen) um in Summe eine Zusatzbelastung mindestens auszuschließen.

Ergebnis:

Ein kleiner Teil der Rentenbeiträge wird in Zukunft also direkt gebührenfrei und aus dem Bruttogehalt in die größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten investiert und kann dort dann steuerfrei wachsen.

 

Was bedeutet das z.B. für unseren Eckrentner

Aktuell gibt es bei einem jährlichen Bruttolohn von 37.873 Euro bei dadurch insgesamt 18.6% Einbringung in die Rentenversicherung einen Rentenpunkt im Wert von 32.03 Euro Rente pro Monat.

Hätte dieser Arbeitnehmer auch in den letzten 40 Jahren dieses (inflationsbereinigte) Eckrentengehalt verdient, würde er nun zum Renteneintritt eine Rente von 1.281 Euro erhalten.  Damit kann man zwar besonders inkl. einer abbezahlten Immobilie leben. Aber so richtig prall ist das nicht. Und das besonders wenn der andere Ehepartner wie so oft in der westdeutschen Vergangenheit kaum eigene Rentenanwartschaften aufgebaut hat.

Würden nun alternativ die vorgeschlagenen 2% des Bruttolohns (insgesamt durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer) monatlich in einen gebührenfreien Staatsfonds mit 100% Aktien ähnlich eines passiven Welt ETF investiert, dann würden aus diesen monatlichen 63 Euro Einzahlung in diesen Fond über 40 Jahren bei einem Zinssatz von 6.5% nach Inflation wie in den letzten 200 Jahren im US Aktienmarkt ein Endwert von ca. 137.000 Euro inflationsbereinigt für unseren deutschen Eckrentner daraus werden.

Dieses Geld könnte dann vor Rentenbeginn teilweise in ein schwankungsarmes Produkt mit geringerem Aktienanteil überführt werden, dass die Inflationsrate ausgleicht und das dann über die statistisch nächsten ca. 20 Jahre Rentenbezugszeit ausbezahlt wird.

Wenn man diese 137.000 Euro auf 20 Jahre aufteilt, kommen wir auf monatlich 570 Euro zusätzlich zur normalen Rente von 1.281 Euro, also auf insgesamt 1.851 Euro. Unser deutscher Eckrentner ist also von einer kargen Rente ausgehend zu einer 44% höheren Rentenauszahlung gekommen und das mit einem Bruttomehreintrag von nur 10,7% (20,6/18,6). Und Netto ist die Belastung während der Ansparphase durch die Bruttogehaltsentnahme natürlich noch geringer. Und wenn man es gegen das Abschmelzen des Solidaritätszuschlages gegenrechnet ist die zusätzliche Belastung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber kleiner als null.

Wie bei der normalen Rente auch, könnte der deutsche Staat dabei relativ einfach eine Zahlungsgarantie bis zum Lebensende geben, indem dieses Geld nach Renteneintritt rechtlich in einen Topf geworfen wird und Rentner die lange Leben von den Menschen die früh sterben mitfinanziert werden.

Die Rentenprobleme der aktuell jungen Generation wären damit also gelöst und auch die wahrscheinlich notwendigen Beitragssteigerungen für die normale gesetzliche Rente nach ca. 2030 könnte so zum Teil abgemildert werden.

„Warum wird dieser Punkt nicht sofort umgesetzt obwohl das Modell schon aus anderen Ländern bekannt ist?“

Dazu muss man sich die wirkliche Stellenbeschreibung eines Politikers ansehen.

Der Vorgesetze eines Politikers ist der Querschnitt seiner aktuellen Wähler. Um diesem Wähler möglichst gut zu gefallen, schaut sich ein Politiker die aktuellen Sorgen seines durchschnittlichen Wählers an.

Dieser ist zumeist von kurzfristigen Interessen geleitet und ein kurzfristig denkender Mensch sieht erst einmal die Mehrbelastung (auch wenn Sie gering ist). Zweitens wäre der Rentenvorteil für die aktuell schon älteren Arbeitnehmer natürlich deutlich geringer, da hier der Zinseszins deutlich weniger wirken kann.

Gesetze, die erst in mehreren Dekaden sehr positive Auswirkungen haben, stehen bei Politikern rein systembedingt nicht besonders hoch im Kurs.

Besonders Politiker des linken politischen Spektrums haben außerdem gar kein wirkliches Interesse die eigenen Wähler finanziell unabhängiger zu machen, da diese dadurch in Zukunft viel weniger bedürftig sind. Das ist eine große berufliche Gefahr für diesen Politiker, der seinen Lebensunterhalt damit bestreitet, die Ängste und Sorgen seiner Wähler zu bedienen.

 

Um ein solches Gesetz einzuführen, bedarf es also der Gunst der glücklichen Gelegenheit

Das ist entweder eine besonders vorteilhafte Situation wie z.B. das kleine Zeitfenster der deutschen Wiedervereinigung oder auch die überraschende Einführung der deutschen Schuldenbremse durch die große Koalition.

Oder ein Staatsmann fasst sich irgendwann ein von seinem Gewissen getriebenes Herz und setzt ein solches Gesetz auch gegen persönliche Nachteile um. Wie z.B. Gerhard Schröder bei den Sozialmarktreformen.

Diese haben Ihn das Amt und seiner Partei die Wiederwahl gekostet aber das Land und damit uns Bürger langfristig vorangebracht. Es kann sich vielleicht niemand mehr an Arbeitslosenraten von mehr als 11% bei einem gleichzeitig völlig verkrusteten Arbeitsmarkt erinnern. Aber Anfang der letzten Dekade war genau das in Deutschland Realität und nicht umsonst wurde dieses Land damals von seinen europäischen Nachbarn als „Der kranke Mann Europas“ bezeichnet.

Also nochmal danke Hr. Schröder!

 

Langfristig hätten wir die gesetzliche Rente mit dieser Reform also gesundet und der Generationenvertrag bliebe trotzdem erhalten

Was wir jetzt noch brauchen ist eine mittelfristige Lösung gegen die sich abzeichnende deutliche Erhöhung der Anzahl von Menschen die später in die Grundsicherung fallen, weil Sie zwar lange gearbeitet haben aber aufgrund niedriger Löhne trotzdem nicht genug Rentenpunkte aufgebaut haben.

Der Maschinist hat hier eine klare Meinung:

Die Grundsicherung für Rentner ist absolut unwürdig für Menschen die Dekaden lang gearbeitet haben! Diese Menschen werden dadurch zu Bittstellern degradiert, die vor einem solchen Leistungsbezug den Großteil Ihres Vermögens auflösen müssen und dann während des Bezuges selbst noch nicht einmal mehr unbegrenzte Bewegungsfreiheit außerhalb der deutschen Grenzen haben.

 

Und damit kommen wir direkt zum zweiten Rentenreformvorschlag der Freiheitsmaschine.

 

Einführung eines Faktorverfahrens bei der Rentenermittlung bei gleichzeitiger Anhebung der Sozialversicherungsgrenzen

Als Beispiel dient hier die USA, die mit Ihrem „Social Security“ System ebenfalls eine „Gesetzliche Rente“ haben. Im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich gänzlich unbekannt, ist dieses System deutlich sozialer aufgebaut als die deutsche Rente.

Während in Deutschland z.B. ein Rentenpunkt z.B. immer den gleichen Rentenwert hat und auch Ein- und Auszahlungen in das System eine lineare Funktion haben, finanzieren in den USA Menschen mit sehr hohen Einzahlungen zum Teil Menschen mit geringer Finanzkraft.

Aber das auf intelligente Art und Weise, die die menschlichen Emotionen und Motivationen berücksichtigt.

Also bevor jemand aufschreit, dass Ihm seine hart erarbeitete Rente weggenommen wird, schauen wir uns dieses System einmal genau an.

Da ein Bild mehr als tausend Worte sagt, seht Ihr nachfolgend den Vergleich zwischen dem US Social Security System und der deutschen gesetzlichen Rente als schematische Darstellung:

Vergleich Deutsche Rente und US Social Security Faktorverfahren

 

Erklärung: Der Aufbau von Rentenpunkten erfolgt beim US Social Security System nicht linear wie bei der deutschen Rente, sondern bis zu bestimmten Rentenanwartschaftsgrenzen mit unterschiedlicher Steilheit.

  • Bis zum ersten Knickpunkt bei ca. 850$ monatlicher Rentenleistung werden Rentenansprüche beim US-System sehr schnell aufgebaut
  • Im mittleren Abschnitt folgt der Aufbau dann ungefähr vergleichbar mit dem deutschen Rentensystem
  • Gut- und Spitzenverdiener erreichen irgendwann einen zweiten Knickpunkt über dem der Anstieg nur noch langsam erfolgt. Aber das erst, nachdem Sie Ihre eigene Anwartschaft bis zu dieser Höhe in der ersten Berufshälfte extrem schnell aufgebaut haben.

 

Was sind die Vorteile eines solchen Faktorsystems wie der amerikanischen Social Security gegenüber der deutschen Rente mit Ihrem linearen Aufbau

  • Alle Einzahler in dieses System erleben in jungen Jahren einen schnellen Aufbau von Rentenleistungen bis zur Höhe einer Grundversorgung für alle. Im Alter kann einem dadurch schon nicht mehr etwas wirklich Schlimmes passieren. Das gibt ein gutes Gefühl nicht nur für Gering- und Medianverdiener, sondern auch für Gut- und Spitzenverdiener in der schnellen Aufbauphase.
  • Durch diesen schnellen Aufbau ist der spätere Fall in das Grundsicherungsystem der Rentner nach deutscher Art im Alter sehr unwahrscheinlich. Das aktuelle deutsche System ist für Dekaden lange Geringverdiener entwürdigend und entmündigend. Menschen die viele Jahrzehnte lang gearbeitet haben, dürfen so nicht behandelt werden. Arbeit muss sich für alle Menschen lohnen.
  • Die Gering- bis Medianverdiener werden beim Faktorsystem durch den eigenen schnelleren Aufbau von Rentenanwartschaften motiviert weiter eine Leistung zu erbringen und sich nicht auf einer Sozialleistung wie dem Hartz4 System auszuruhen mit dem Argument, das man im Alter sowieso in der Grundsicherung landet.
  • Und ein ganz wichtiger Punkt: Gut- und Spitzenverdiener haben erst dann prozentual nur noch kleine Rentensteigerungen trotz der hohen Einzahlungen, nachdem Sie sich schon selbst eine gute Rente aufgebaut haben und schon im zweiten Teil Ihres Berufslebens stehen. Fleißige Berufsanfänger oder Menschen in der ersten Berufshälfte mit hohen Einkommen können sich dagegen schnell eine gute Rente bis zum zweiten Knickpunkt aufbauen. Sie fühlen sich gut dabei und haben nicht das Gefühl, dass Sie enteignet werden.

 

Nach meiner Meinung würden auch in Deutschland die allermeisten Gut- und Spitzenverdiener ein solches System unterstützen. Der Grund liegt darin, dass der geringere Rentenanstieg und die damit überproportionale Einzahlung in das Faktorsystem nur Menschen ab der zweiten Berufshälfte trifft, die zuvor schon Dekaden lang gut verdient und sich etwas aufgebaut haben.

In diesem Alter spüren Menschen, denen es in unserer freien Welt gut geht, die sich schon etwas aufgebaut haben und die nun oft auch Ihre eigenen Kinder aufwachsen sehen, immer stärker eine Emotion:

Dankbarkeit!

 

Wir leben in einem der besten Länder der Welt und das historisch betrachtet zur besten aller Zeiten. Du konntest Dir als Gut-/Spitzenverdiener schon viele Jahre lang etwas aufbauen und Vermögen bilden. Du hast viel erreicht und wenn Du Dich etwas anstrengst hast Du bald sogar „Genug“.

Ich selbst wäre nach dem zügigen Erreichen eines guten Rentenniveau wie im US Social Security System absolut bereit, weiteres Geld in das gesetzliche Rentensystem einzuzahlen und dabei nur noch einen geringen weiteren Aufbau meiner Anwartschaften in Kauf zu nehmen, wenn dadurch deutlich weniger Menschen in die Alters-Grundsicherung fallen würden und diese Menschen dadurch selbst mehr Motivation hätten, weiterhin etwas zu leisten.

Beim eigenen Berufsbeginn vor knapp zwei Dekaden hätte mich ein solcher hoher Abschlag dagegen noch sehr gestört und auch meine Motivation wahrscheinlich negativ beeinflusst. Aber in meinem aktuellen Lebensabschnitt ist das nicht mehr der Fall und ich sehe, wie wahrscheinlich die meisten anderen Menschen in meiner Lebenssituation, die hohe Sinnhaftigkeit eines solchen Faktorverfahrens wie in den USA.

Zu dieser Maßnahme gehört auch, die Sozialversicherungspflichtgrenzen zu erhöhen, damit mehr Spitzenverdiener diesen zweiten Knickpunkt im Chart in der zweiten Berufshälfte irgendwann erreichen und danach die Geringverdiener unterstützen.

Bei einer Erhöhung der Sozialversicherungsgrenze von aktuell 78.000 Euro auf z.B. 115.000 Euro im Jahr würden diese Menschen drei Rentenpunkte pro Jahr für sich selbst generieren und durch den zusätzlichen Faktor beim Rentenaufbau zu Beginn extrem schnell eine gute Rentenanwartschaft aufbauen und dann in den nächsten ca. zwei Dekaden bis zum zweiten Knickpunkt im Chart auch eine gute Gesamtrente. Hinzu käme die Rente aus dem kapitalgedeckten Aktienanteil wie im ersten Abschnitt beschrieben.

Mit Mitte / Ende 40 könnten diese Menschen wie ich dann beginnen etwas zurückgeben, indem nach Erreichen des zweiten Knickpunkt (dann schon mehr als 2.000 Euro Rentenanwartschaft im Monat plus kapitalgedeckter Rentenbaustein) die eigene Rente nur noch geringfügig steigt aber die Einzahlungen konstant hoch bleiben und so den Gering- bis Medianverdienern helfen.

Der Staat spart bei diesem System im Endeffekt viel Geld durch vermiedene Grundsicherungsleistungen, die natürlich aus dem Steueraufkommen der Allgemeinheit stammen.

Der Abschlagfaktor nach Erreichen einer guten Rente für die Gutverdiener muss deshalb wahrscheinlich gar nicht allzu hoch ausfallen und falls doch könnte auch alternativ die Einkommenssteuergesetzgebung in Richtung geringerer Steuersätze überarbeitet werden. Leistung würde sich dadurch noch mehr lohnen und die Menschen würden durch eine reduzierte Steuerbelastung zusätzlich motiviert.

 

Das waren Sie:

Die Reformvorschläge der Freiheitsmaschine für eine gute und nachhaltige gesetzliche Rente für alle Menschen in diesem Land

Was haltet Ihr vom kapitalgedeckten Rentenbaustein im Aktienmarkt und der Einführung des Faktorverfahrens für das aktuelle Generationsmodell der gesetzlichen Rente in Deutschland?

 

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