Natürlich ist die Rente sicher

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Neben den Schmerzen, die man als aktiver Spekulant manchmal an den Börsen aushalten muss, bringt diese Profession langfristig auch einige Vorteile.

Erstens kommen beim Handeln die eigenen Schwächen sehr schnell schonungslos ans Tageslicht.

Und zweitens lernt man über die Zeit damit umzugehen, eine Minderheitenmeinung einzunehmen und dann auch gegen Widerstände zu vertreten.

Beim aktiven Handeln verlieren die meisten Menschen über einen langen Zeitraum betrachtet Geld.

Um in diesem Geschäft bestehen zu können, muss es für diese Minderheit beim aktiven Börsenhandel also irgendwann selbstverständlich sein, eine vom Mainstream abweichende Meinung mit eigenem Geld hinterlegt zu vertreten und sich mit diesem Zustand auch wohl zu fühlen.

 

Falls also aufgrund der Überschrift dieses Artikels das Ergebnis nun Mord und Totschlag im Kommentarbereich sein sollte – Den Maschinisten wird es nicht belasten.

Er ist überzeugt, dass die gesetzliche Rente in Deutschland sicher ist! Und er kann es beweisen.

Und das gilt auch für alle jungen Menschen, die gerade erst in das Berufsleben einsteigen.

Ich sage dabei nicht, dass das System perfekt ist. Aber besonders im aktuellen Niedrigzinsumfeld ist Sie für bestimmte Gruppen bei weitem nicht die schlechteste Art auch freiwillig für den eigenen Ruhestand vorzusorgen.

 

„Der Maschinist in der Schlangengrube! Ich hole das Popcorn. Dazu gibt es doch schon unzählige Seiten im Internet. Außerdem hast Du gesagt, dass die gesetzliche Rente für finanziell freie Menschen, die von Ihrem passiven Einkommen leben, später sowieso nur ein nettes Zubrot ist?“

Ok, zuerst die Basics

Nichtselbständig beschäftigte Arbeitnehmer, zahlen in Deutschland zwangsweise in ein staatlich organisiertes Umverteilungssystem, genannt gesetzliche Rente. Andere Gruppen wie Selbständige oder Menschen ohne eigenes Einkommen haben unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, dort ebenfalls Einzahlungen auf freiwilliger Basis zu leisten.

Erste Besonderheit: Das Geld das man einzahlt, wird nicht investiert oder irgendwo für einen zurückgelegt, sondern fast augenblicklich komplett an die aktuelle Generation der Rentenbezieher ausgezahlt.

Der Einzahler selbst erhält als Gegenleistung dafür über ein Punktesystem als Versprechen des deutschen Staates „Rentenanwartschaften“, die nachfolgende Generationen dann nach dem gleichen Schema bei Deinem eigenen Renteneintritt bedienen (müssen).

Diese erworbenen Rentenanwartschaften der deutschen gesetzlichen Rente werden dabei in persönlichen „Rentenpunkten“ ausgedrückt.

Um im Jahr 2018 z.B. einen Rentenpunkt im Wert von aktuell 32.03 € monatlicher Rente ab dem 67.ten Lebensjahr für alle ab 1964 geborenen zu erhalten, muss ein Arbeitnehmer der vormals westdeutschen Gebiete ein Jahreseinkommen von ca. 37.873 € brutto verdienen, von dem dann 3.522 € vom Bruttogehalt abgezogen werden und der gleiche Betrag noch einmal vom Arbeitgeber in das staatliche System eingezahlt werden.

Wenn man diese Zahlen gegeneinander stellt, bringen diese insgesamt 7.044 € an Einzahlung (Arbeitnehmer plus Arbeitgeber) im Jahr aktuell  31.99 € an monatlicher Rente. Das sind 383.88 € im Jahr. Wer das hochrechnet, hat aktuell nach 18,35 Jahren Rente also die Einzahlungen zurück.

Das hört sich bei einem Rentenbeginn von 67 Jahren für alle ab 1964 geborenen erst einmal nicht besonders prickelnd an.

Aber es gibt dabei einige Besonderheiten, die den Deal deutlich verbessern.
  • Der Wert der schon vorhandenen Rentenpunkte erhöht sich mit jedem Jahr.

Er steigt dabei über einen längeren Zeitraum betrachtet nicht nur mit der jeweiligen Inflationsrate sondern zusätzlich auch anteilig mit der Wirtschaftsleistung des Landes, da die Rente jeweils von der jüngeren Generation, die aktuell im Berufsleben steht, erwirtschaftet und bezahlt wird.

Jede Einkommenssteigerung (Inflation plus Wirtschaftswachstum) der arbeitenden Bevölkerung kommt also auf lange Sicht auch den Rentnern zugute.

Warren Buffet hat Recht.

Es ist seit Ihrem Bestehen eine schlechte Idee, gegen die USA zu wetten. Und das hauptsächlich, weil es ein freies Land mit einer vergleichsweise freien Marktwirtschaft und einem relativ verlässlichen Rechtssystem ist. Das Land wird dadurch seit mehr als 200 Jahren fast jedes Jahr wohlhabender.

Und es ist nach meiner festen Überzeugung genauso eine schlechte Idee seit dem Bestehen der Bundesrepublik Deutschland, gegen die weitere Wirtschaftsentwicklung dieses Landes zu spekulieren. Dessen System ist mit kleineren Abschwächungen vergleichbar sicher und ähnlich frei und im Großen und Ganzen unterstützt die Bevölkerung auch bei uns nun nach einigen Irrwegen das System der freien Marktwirtschaft (in sozialer Ausprägung).

Aus wirtschaftlicher Sicht wird es vielmehr durch die beschleunigte Automatisierung und das Internet als alles verbindende Maschinerie, in den nächsten Dekaden einen noch niemals zuvor erlebten und deutlich weiter steigenden Wohlstand bei uns geben, an dem wie beschrieben auch weiterhin die zukünftigen Generationen der Rentner anteilig teilnehmen wird.

Die steigende Wertentwicklung der Rentenpunkte spiegelt das wieder.

Wenn wir uns die Entwicklung über die letzten Dekaden anschauen, wird deutlich das die gutgeschriebenen Rentenpunkte fast durchgängig im Wert steigen. Während ein Rentenpunkt (West) im Jahr 2017 z.B. noch einen Wert von 31,03 € hatte, sind es aktuell schon 32,03 € und im nächsten Jahr schon 32,94 €.

Wer einmal den Taschenrechner bemüht, wird feststellen, dass die jährliche Wertsteigerung der Rentenpunkte aktuell ca. 3% pro Jahr beträgt. Das ist deutlich höher als die durchschnittliche Inflationsrate von ca. 1,5% der letzten Jahre.

Der Grund liegt unter anderem in der Wirtschaftsentwicklung.

Wir leben nicht nur in einem der reichsten Länder der Welt. Zusätzlich wird unser Wohlstand auch noch jedes Jahr größer, weil wir zumindest zum guten Teil in einer freien Marktwirtschaft leben.

Durch den Aufbau unseres gesetzlichen Rentensystems profitieren davon auch alle aktuellen und künftigen Rentner.

 

  • Ein weiterer Vorteil ist, dass die Rentenpunkte im „Ansparzeitraum“ nicht besteuert werden.

Dein schon vorhandenes Punktekonto steigt aktuell jährlich um ca. 3% im Wert und ein Steuerabzug darauf erfolgt (bei Überschreiten des persönlichen Freibetrages) erst, wenn es später einmal zu Rentenauszahlungen kommt.

Das heißt einmal eingezahltes Geld in die gesetzliche Rentenversicherung ist vergleichbar mit einer ausfallsicheren, inflationsgeschützten und steuerfreien Staatsanleihe mit einem Nachsteuerzinssatz von ca. drei Prozent!

Im Euroraum wird Deine Suche nach einer Anleihe mit einem solch hohen Zins mit Ausnahme von Griechenland erfolglos bleiben und „dieses Produkt“ ausfallsicher zu nennen, könnte man als gewagt bezeichnen.

Von Dingen wie Tagesgeld oder Festgeld brauchen wir im Euroraum beim aktuellen Zinsumfeld gar nicht zu sprechen. Und selbst viele Riester- und Betriebsrenten bieten aktuell eine reale Verzinsung, die deutlich darunter liegt.

Es gibt noch einen Vorteil.
  • Die Umwandlung in Rentenbausteine erfolgt aus Deinem Bruttogehalt.

Falls Du Dir als Planspiel Deine Renteneinzahlungen direkt mit dem Gehalt auszahlen lassen könntest, würden darauf je nach persönlichem Grenzsteuersatz bis zu 45% Steuern plus Soli darauf fällig und selbst für Durchschnittsverdiener sind es schnell über 30%. Später wenn Du Rentner bist, ist Deine Grenzsteuerbelastung dagegen fast immer geringer als heute.

Menschen, die freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, können das bis zu gewissen Grenzen ebenfalls aus unversteuertem Geld tun und Ihre aktuelle Gesamtsteuerbelastung damit senken.

 

„Mensch Maschinist! Wenn Du weiter so argumentierst, schlage ich Dich als Kommunikationsbeauftragen unserer Bundesregierung vor. Es gibt doch auch Nachteile dieses Systems.“

Ja natürlich. Und von diesen Nachteilen haben die Menschen in verzerrter Weise schon sehr viel gehört. Sie werden damit von den Boulevardmedien Tag und Nacht geradezu bombardiert. Zur Steigerung der Quote wird sogar vorsätzlich damit Panik verbreitet.

  • Der erste Nachteil lautet: Da unser Leben in der freien Marktwirtschaft immer besser, reicher und auch sicherer wird, leben wir statistisch immer länger! 😉

Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.

Was hilft Dir eine gesetzliche Rente mit 60, wenn die durchschnittliche Lebenserwartung auch genau dort liegt? Das was zählt, ist die durchschnittliche Rentenbeziehungsdauer. Und diese wurde in den letzten Dekaden statistisch immer höher.

Die gesetzliche Rente muss sich an diese immer weiter steigende Lebenserwartung zwangsläufig irgendwann mit einem höheren Renteneintrittsalter anpassen, sonst würden die Geldströme aus diesem Umverteilungssystem den arbeitenden Teil der Bevölkerung zu stark belasten.

Der abschlagsfreie Rentenbeginn steigt dadurch aktuell schrittweise und wird für alle ab 1964 geborenen bei 67 Lebensjahren liegen. Die statistische Rentendauer verkürzt sich dadurch kaum, sondern sie verschiebt sich insgesamt nur weiter nach hinten.

Da das auch in Zukunft munter so weiter geht, ist eine weitere leichte Erhöhung des Eintrittsalters für alle die ab den 1970er Jahren geborenen sind wahrscheinlich.

Wer darüber meckert, kann sich ja überlegen ob er mit einem aktuellen Rentner tauschen möchte, der oft noch unter mangelhaften Bedingungen im Nachkriegsdeutschland aufgewachsen ist und statistisch eine niedrigere Lebenserwartung hat als Du.

Freiwillige?

 

  • Ein weiterer Nachteil der gesetzlichen Rente ist die aktuelle Altersstruktur des Landes. Die Bevölkerungsverteilung folgt mittlerweile eher einer auf den Kopf gestellten Pyramide.

Das hat auf das Verhältnis zwischen Renten Einzahlern und Rentenbeziehern einen negativen Einfluss.

Aber wie negativ ist dieser Fakt eigentlich wirklich?

Bevor alle in Panik verfallen, macht es wie immer Sinn sich selbst einen eigenen Überblick zu verschaffen. Maschinisten tun das, wie im Berufsleben auch am liebsten mit nackten Zahlen.

Die Deutsche Rentenversicherung liefert einen Blick in die Zukunft mit der Entwicklung des voraussichtlichen Rentenniveaus der nächsten 12 Jahre. Das Rentenniveau sinkt nach dieser Prognose von aktuell 47,6% auf 44.3% im Jahr 2030. Das ist ein prozentualer Abschlag von ca. 7% oder 0.58% pro Jahr.

Das heißt aus der oben errechneten aktuellen jährlichen Rendite von 3% Deiner Rentenpunkte (ca. 1.5% nach Inflation) werden in den nächsten 12 Jahren voraussichtlich ca. 2.4% positive Rendite (wahrscheinlich wird der Abschlag noch etwas geringer, da die aktuelle Koalition zusätzlich gegensteuert).

Das heißt in den nächsten 12 Jahren wird die kaufkraftbereinigte Rente für Neurentner im Vergleich zu heute trotz dieses Abschlages immer noch um insgesamt mehr als 10% steigen (2,4%-1,5% x 12)!

Und falls die Inflation stärker steigt als die aktuellen 1.5% ist das langfristig auch kein Problem, da dann auch die Löhne ebenfalls stärker steigen und damit wiederum die Renten. Die deutsche Rente hat systembedingt einen eingebauten Inflationsschutz.

Die gesetzliche Rente wird also trotz der ungünstigen Altersstruktur in Deutschland selbst kaufkraftbereinigt weiter steigen. Ich weiß ich wiederhole mich aber der Grund liegt darin, dass die freie Marktwirtschaft eine einzige Wohlstandsmaschine ist, die langfristig für immer mehr Reichtum sorgt.

Lese ich davon irgendetwas in den Boulevardmedien?

Feiern die Menschen jeden Tag auf den Straßen, weil Sie im Jahr 2030 schon wieder ca. 10% mehr kaufkraftbereinigte Rente erhalten werden als heute?

Nein, man hört nur den gepredigten Weltuntergang. Das Gejammer und die quotensteigernden Warnungen mit Schlagwörtern wie Massenarmut und Grundsicherungsniveau für alle.

Falls Du jetzt argumentierst, dass dann eben erst nach 2030 alles den Bach runter geht, kann ich Dich beruhigen. Selbst bei Extremszenarien wie einem Rentenniveau von nur noch 40% im Jahr 2040 würde diese Absenkung durch das Wirtschaftswachstum in diesem Zeitraum immer noch mindestens ausgeglichen werden (1.5% reales Wirtschaftswachstum minus jährlicher Rentenabsenkung von ca. 1.05% (44,7/40):10) ergibt 0.45% jährliche reale Rentenerhöhung für den Zeitraum 2030-2040 plus den Inflationsausgleich.

„Du machst mich ganz durcheinander mit Deinen Zahlen, Maschinist. Außerdem erhöht sich doch der steuerpflichtige Anteil der Rente in Zukunft.“

Das stimmt lieber Leser. Aber das betrifft hauptsächlich Menschen wie Dich und mich, die pro Person neben den pauschalbesteuerten Kapitalerträgen ein Renteneinkommen deutlich über dem Grundfreibetrag plus der pauschalen Abschreibungen erhalten werden. Für den deutschen Medianrentner hat das nur geringe Auswirkungen.

Wenn man all diese Punkte nun in einem Satz zusammenfasst, lautet dieser:
Wenn Deutschland nicht wirtschaftlich den Bach runter geht (was außer den Deutschen selbst niemand glaubt 😉 ), dann ist die gesetzliche Rente nicht nur sicher, sondern Sie wird sogar für die zukünftigen Generationen real weitere Rentensteigerungen erbringen.

 

Ist das deutsche staatliche Rentensystem deshalb perfekt?

Nein, absolut nicht. Mir fallen auf Anhieb mehrere deutliche Verbesserungen ein, die ich in einem der nächsten Beiträge beschreiben werde.

Aber das System ist auch nicht generell schlecht und die Einkommen daraus werden gerade für die Medianverdiener in den nächsten Dekaden trotz der nachteiligen Altersstruktur der deutschen Bevölkerung kaufkraftbereinigt weiter steigen!

 

Das was die Menschen trotzdem auch in zwanzig Jahren noch protestieren lassen wird ist, dass sich der prozentuale Wohlstandsunterschied zwischen Rentnern und dem arbeitenden Teil der Bevölkerung ohne weitere Gegenmaßnahmen oder einem mehr an Selbstvorsorge etwas vergrößern wird.

Bis ins Jahr 2030 werden Rentner wie oben beschrieben wahrscheinlich ca. 10% reale Einkommenssteigerungen haben (minus vergrößertem Steuerabzug für Menschen mit höheren Einkommen). Der dann noch arbeitende Teil der Bevölkerung wird sich dagegen an durchschnittlichen realen Einkommenserhöhungen von mindestens 15% oder sogar noch mehr erfreuen dürfen.

 

Wir Menschen spüren kaum, wie unglaublich reich wir alle eigentlich sind. Wir vergleichen uns aber unbewusst mit dem Nachbarn oder im Internet mit dem Maschinisten der Freiheitsmaschine.

Und wenn sich dort dann das Delta vergrößert, dann fühlen sich die Menschen mit der geringeren Einkommenssteigerung oft schlecht und jammern herum, obwohl es allen besser geht als jemals zuvor.

 

„Und jetzt Maschinist? Soll ich meine Sparbemühungen und das Investieren in der größten Wohlstandsmaschine aller Zeiten mit passiven Index ETF nun einstellen, weil alles Friede, Freude, Eierkuchen ist?“

Haha, das sollst Du natürlich nicht tun.

Die gesetzliche Rente ist ganz nett.

Sie ist besser als Ihr Ruf und das System wird auch weiterhin (in hoffentlich optimierter Art) Bestand haben. Aber mit dem passiven und regelmässigem Investieren in den Aktienmarkt z.B. mit einem Welt ETF, schaffst Du Dir gerade als junger Mensch ein frei verfügbares und durch den deutlich höheren Zinseszins langfristig auch ein mehrfach größeres Vermögen.

Du und Deine Familie seid damit gegen fast alle Unwägbarkeiten des Lebens abgesichert. Ihr habt euch mit einem sechs- oder sogar siebenstelligen Aktiendepot irgendwann alleine durch die Dividenden einen mächtigen passiven Einkommensstrom erzeugt, den euch niemand mehr nehmen kann.

Und am wichtigsten hast Du Dir damit wie Familie Mustermann, selbst die Freiheit erschaffen, ein deutliches mehr an Lebenszeit so zu verbringen wie Du es für richtig hältst.

Das schafft eine gesetzliche Rente nur in begrenztem Maße.

Betrachte die gesetzliche Rente deshalb einfach als eine von mehreren verlässlichen Einkommensquellen für Dich.

Sie hat die Funktion einer inflationsgeschützen und absolut sicheren Anleihe mit einem absolut verlässlichen Geldstrom bis zu Deinem Lebensende und danach teilweise auch noch für Deinen Ehepartner (diese erhalten aktuell 55% der Rente des Rentenbeziehers bei der großen Witwenrente).

Die Rendite davon hält sich in Grenzen aber wenn Du auf Dich aufpasst und lange und gesund lebst, ist Sie trotzdem deutlich positiv.

Und das sollte sowieso ein Hauptaugenmerk von Dir sein.

Wenn Du derzeit als kettenrauchender, pessimistischer und chronisch gestresster Couchpotato über die Konditionen der gesetzlichen Rente schimpfst, kann ich Dich gut verstehen. Mit diesen Parametern wirst Du diese Rente statistisch nur wenige Jahre genießen können, bevor Deine Lebenszeit durch Deinen ungesunden Lebensstil abgelaufen ist.

Pass also gut auf Dich auf!

Die Freiheitsmaschine möchte, dass Du Dein Leben möglichst lange und gesund erlebst und Du auch noch im Alter von 100 Jahren mit einem breiten Grinsen Deine monatlichen Rentenzahlungen genießen kannst. Das ist dann nämlich eine Hammer Rendite auf das eingezahlte Geld.

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Gast

Hier als Ergänzung ein Artikel zu zusätzlichen Einzahlungen in die DRV.
Das funktioniert übrigens auch wenn man keine Rentenabschläge hat, also nicht vorzeitig in Rente geht!

Freikaufen von Rentenabschlägen und gleichzeitig Steuern sparen
https://www.arbeitsrechtmannheim.com/files/1-erstinfo_aia_drv-homepage_2.pdf

Gast
Pascal Weichert

Die Freiheitsmaschine schafft es immer wieder, dass ich meine Sichtweise überdenken muss 🙂

Also diese Sichtweise von: “ey das sind mindestens 3% die ich da weniger bekomme als am Markt” zu “Du musst nur lang genug leben” 🙂
Diese positive Sichtweise auf Sachverhalte werde ich noch lernen, da bin ich mir sicher 🙂

Die gute alte German Angst (von der ich mich, außerhalb der Börse auch noch nicht freisprechen möchte). The Economist hat dazu erst vor kurzem einen Artikel verfasst.

https://www.economist.com/europe/2018/08/04/cheer-up-deutschland?frsc=dg%7Ce

Gast

Danke für deinen positiven Artikel zur Rente. Richtig ist, und das wünsche ich uns allen, daß man gesund lebt und das auch lange bleibt. Generell sehe ich daher auch das Glas zu dem Thema staatliche Rente hier doch halbvoll.
Leider hast du aber den Risikofaktor Politik und deren Veränderung der Spielregel für die Rente nicht berücksichtigt. Habt Ihr in Deutschland einen vertraglichen Anspruch? Ich bin mir für Österreich nicht so sicher. Natürlich bin ich überzeugt dass ich (Jahrgang 1965) ab 2030 oder vielleicht irgendwann später ein Almosen vom Staat bekommen werde. Wie oft hat Griechenland eigentlich ihre Renten gekürzt?
Die Jahre wo ich gespart und investiert habe fühlen sich halt bei mir besser an als die 36 Jahre die ich bisher in die staatliche Rente eingezahlt habe. Beides zusammen, egal mit welcher Gewichtung auch immer wird die staatliche Rente und ein Wertpapierdepot dann wohl reichen.
Viele Grüße
Bergfahrten

Gast

Ich habe mir von vielen Jahren zum Ziel. Gesetzt finanziell unabhängig zu werden. Das möchte ich von meinem Rentenalter schaffen und sehe die Rente wirklich aus nettes Zubrot am Schluss. Mit allen vor und Nachteilen bleibt aber die Rente ein sicheres Fundament der zukünftige Einnahmen der Bevölkerung im Alter.

Man sollte sich aber damit auseinandersetzen und diese Vor- und Nachteile erläutern und selbst entscheiden was für die Zukunft noch zu tun ist.

Danke für diesen Artikel, der die Sichtweise der Rente etwas besser erläutert.

Viele Grüsse

Gast
frommi

Der Artikel ist ein wenig zu rosig für 0-1% reale Rendite. Klar ist die Rente sicher, nur die Höhe der Rente eben nicht, die wird von der Politik gesteuert und hängt zu großen Teilen von der weiteren positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland ab. Hätte man die freie Wahl würde sich sicherlich niemand freiwillig dafür entscheiden.

Gast
ugly duckly

“Hätte man die freie Wahl würde sich sicherlich niemand freiwillig dafür entscheiden.”
Also, wenn man bedenkt, wofür sich 90% der Bevölkerung freiwillig entscheiden (Riesterprodukte, Bausparverträge, Tagesgeld, Kapitallebensversicherungen), dann bin ich ganz beim Maschinisten, dass das stattliche Zwangssystem zumindest für die Sicherung der Grundbedürfnisse nicht das Schlechteste ist.

Thorsten
Mitglied

Hallo Maschinist,

Kompliment zu diesem tollen Beitrag – kann ich nur unterschreiben, auch wenn ich mir schon manche Diskussion anhören musste, dass es Wahnisinn ist auch die bis dahin erarbeiteten Anwartschaften als mögliche (nicht sichere!) Einnahme im Alter anzunehmen, wenn man Richtung finanzielle Freiheit denkt…

Woher hast Du die Punkte-Werte der DRV? Ich habe nach meiner Aufstellung für das aktuelle Jahr 32,03 Euro, nicht 31,99 wie bei Dir…kommt vom Betrag nicht drauf an, würde mich aber interessieren (meine ist von der jährlichen Rentenauskunft).

Danke nochmal und ein schönes Wochenende
Thorsten

Gast
Freelancer Sebastian

Super Beitrag. Vielen Dank, Maschinist. Alles positive erhellt mir den Tag. Für erwähnenswert halte ich noch die Tatsache, dass wir es hier mit einem Solidarsystem zu tun haben. Ich finde es wünschenswert, dass sich die Generationen umeinander kümmern, für einander einstehen und sich gegenseitig (auch finanziell) helfen.

Unser Vermögen steigt dank der Investments Jahr um Jahr. Im Alter wird die gesetzliche Rente daher tatsächlich nur ein nettes Zubrot sein. Eigenverantwortung ist eben auch eine feine Sache.

Gast
Peter

Hmm… kontroverses Thema.
Also, wir haben ja ein.umlagefinanziertes Rentensystem, dh. die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer fließt den Rentnern zu. Aktuell besteht das Verhältnis bei rund 2:1; aus demografischen Sicht haben wir 2030 ein Verhältnis von 1:1. Da es ja bereits jetzt schon Lücken in der Versorgung gibt, schießt der Staat Steuergelder zu, wenn das Rentenniveau also weiter wachsen soll, müsste ja also der Staat jährlich mehr Steuergelder hinzuschießen. Aktuell haben wir eine gut wachsende Wirtschaft (9 Jahre Bullenmarkt, yaaay ), dh der Staat hat jedes Jahr aufs Neue Rekordsteuereinnahmen (und Nein, das sollte man ihm keineswegs vorwerfen, bei einer florierenden Wirtschaftslage ist das ziemlich logisch). Solange das so bleibt, kann man also jährlich die Demografie zum Teil aushebeln… Ich bin allerdings nicht überzeugt, dass man sich allein auf dieses System des grenzenlosen Wachstums verlassen sollte, denn die Variable der Demografie sollte man nicht vergessen.
Ich Stimme also zu, dass es Rentenzahlungen auch in Zukunft geben wird, aber ich persönlich würde sie tatsächlich nur als nettes Beiwerk sehen und lieber in Eigenverantwortung für meinen Lebensabend investieren. Das hat den Vorteil, dass ich mich bereits heute sicher fühle und unter Umständen früher mein Hamsterrad verlassen kann.

Gast
Joerg

Vielen Dank fuer Deinen Beitrag, M.

Ich bin gespannt auf die naeheren Ausfuehrungen zur bAV.
Fuer mich gehe ich genau den anderen Weg: nach jahrelangem Aergern ueber Mini-Rendite und hohe Gebuehren (fondsgebundene DV, Zurich)
sowie Aussicht auf erneute verbesozialversicherungslastung bei Auszahlung habe ich meine bAV beitragsfrei gestellt.

Es kommt auf das jeweilige Gesamtkonzept an:
– zahle ich in der Rente eher viel oder eher wenig Steuern
– werde ich eher lange oder kurz Rente beziehen (Extremsportler? Choleriker? Suechtig? Faul? Gefraessig?)
– will ich auch vererben (Kinder), oder will ich nur mich selbst (Partner?) absichern?
– spare ich nur prinzipiell in Ausschuetter oder “kann ich auch” Thesaurierer (mehr Steuerstundung)
– bin ich ein 0%-Aktien-Typ oder ein 30/70, 50/50, 70/30, 100%-Aktien-Typ?
– Flexibilitaet: wo will ich den Lebensabend verbringen? Wenn wir wollten, koennten wir dann einfach abhauen?
– Vertraue ich in Obrigkeiten und Gewalten (Staat, Versicherer)? Oder eher nicht?

Deshalb kann es vermutl. keine allgemeingueltige Antwort geben?!

Fuer mich: moderate Rente, Kinder duerfen erben, Staat soll genug aber nicht zu viel bekommen, Risiko-tragfaehigkeit vorhanden, Aergere mich leicht ueber Gebuehren/Abgaben
Will moeglichst selbstbestimmt weitestgehende gestaltungsfrei sein
Deshalb: Riester aufgeloest -> ETFs, bAV freigestellt, keine Aufstockungszahlungen in die Rente geplant, alles Netto in 100% Aktien-ETFs (Thesaurierer)

Aber wir haben gut reden, finanziell kann nicht viel passieren?! 😉

Gast
Ulrich

” Wenn man all diese Punkte nun in einem Satz zusammenfasst, lautet dieser:
Wenn Deutschland nicht wirtschaftlich den Bach runter geht (was außer den Deutschen selbst niemand glaubt ), dann ist die gesetzliche Rente nicht nur sicher, sondern Sie wird sogar für die zukünftigen Generationen real weitere Rentensteigerungen erbringen. ”

Wenn man nun noch mit der BAV wie in den meisten Fällen in Deutschland mit Anleihen im Inland (oder Euroraum) dabei ist, dann sollte man bei seiner privaten Anlage einen starken anti-home Bias berücksichtigen.

Falls es mit der Demographie in Deutschland nicht so gut laufen sollte, dann ist das Klumpenrisiko etwas entschärft.

Eigene Zahlungen in eine BAV lohnen nur unter drei Prämissen :

1. Hohe Steuerprogression
2. Private Krankenversicherung
3. BAV mit noch guter Verzinsung (Alt Vertrag)

Für einen gesetzlich KV Versicherten sind eigene Zahlungen (Bruttoentgeldumwandlung) in eine BAV keine gute Idee, auch nicht für Leute unter der Beitragsbemessungsgrenze der RV, und die Neuverträge mit Minigarantiezinsen sind auch ein Witz.
Das lohnt nur wenn der überwiegende oder gesamte Betrag vom AG geleistet wird, die meisten AG zahlen heute aber nur wenig bis gar nichts mehr dazu.

Ansonsten ist es ratsam, zumindest ab dem Alter von 50 Jahren eher noch freiwillig etwas mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, geht ab dann per Antrag.

Gast
Lars

Hallo Maschinist,

vielen Dank für diese erfrischend positive Sicht auf unsere gute alte gesetzliche Rentenversicherung. Ich möcht da gerne noch einen drauf setzen und darauf hinweisen, dass das Gesamtpaket, das man für seinen Rentenbeitrag erhält, noch größer ist:

Dazu gehören nämlich auch Rehaleistungen und – ganz wichtig – die Erwerbsminderungsrente für alle, die krankheitsbedingt und damit unverschuldet nicht bis 67+x arbeiten können. Deren Höhe ist jedoch in den letzten Jahren problematisch geworden, fast 15 Prozent der Erwerbsminderungsrentner sind mittlerweile zusätzlich auf Grundsicherung angewiesen, weil die EU-Rente nicht reicht.

Hier liegt daher auch ein ganz zentraler weiterer Grund, warum es so wichtig ist, mithilfe des Aktienmarktes Vermögen aufzubauen: Wer krankheitsbedingt keine private Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt oder – durchaus berechtigt – keine abschließen will, der kann bei der Grundsicherung landen, wenn er nicht hinreichendes zusätzliches passives Einkommen aus Vermögenserträgen hat und damit nicht mehr zwangsweise auf Erwerbseinkommen angewiesen ist.

Der Aspekt des Schutzes vor erwerbsunfähigkeitsbedingter Armut den Vermögenseinkommen bieten kann, sollte daher noch viel stärker in den einschlägigen Blogs in den Fokus genommen werden.

Viele Grüße
Lars

Gast
Ruben

Hallo Maschinist,

egal wie es um die Rente steht, wenn ich selbst mal diese beanspruche, so kann man denke ich einfach im Großen und Ganzen froh sein, hier geboren und aufgewachsen zu sein. Es ist beileibe nicht alles perfekt und ich rege mich leider oftmals auch zu viel über viele Dinge auf, doch das Positive überwiegt.

Ein bisschen neidisch bin ich dann aber doch auf die Schweden, die staatlich organisiert und zu verschwindend geringen Kosten einen Teil der Rentenbeiträge in einen Aktienfonds einzahlen.
https://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/hr/altersvorsorge-106.html
Es ist eine Schande, da man hier selbst ohne Riester mit Zulagen und Steuersubventionen die Versicherungs- und Bankenwirtschaft mit subventionieren muss. Das die Riesterprodukte sich wegen der hohen Gebühren und eingeschränkten Investitionsmöglichkeiten in der Regel nicht lohnen, ist kein Geheimnis mehr. Ich hatte selbst mal ein Riester Produkt mit Fonds, dass wegen zu hoher Sicherungsmaßnahmen (das eingezahlte Geld muß jederzeit erhalten bleiben) trotz jahrelanger Hausse am Aktienmarkt praktisch 0 Rendite hatte. Bei Abschwüngen am Aktienmarkt wurden die Aktien zunächst gehalten und am Tiefpunkt wurde dann in vermeintlich sichere Anleihen umgeschichtet. Als Folge verpasste man dann den Aufschwung, die Folge ist eine reine Geldvernichtung.
Das Riester Desaster haben wir vermutlich der Hannover Connection um Herrn Schröder und Maschmeier zu verdanken. Statt Riester hätte die Politik also besser einen Teil der Rentenzahlungen in einen staatlichen Aktienfonds umleiten sollen.Die Vorbehalte gegen Aktien sind jedoch hierzulande sehr hoch und das wird sich auch so schnell nicht ändern.

Mein Arbeitgeber zahlt die vermögenswirksamen Leistungen nur in ein Riesterprodukt und so habe ich zwangsweise doch eines, um die VWL aufzufangen. Ich selbst zahle dort aber gar nichts ein. Der einzige Anreiz, auch schon damals als ich noch das Riester Fondsprodukt hatte, ist der angebliche Bestandschutz bei Arbeitslosigkeit. Stattdessen versuche ich selbst mit über 50% Sparquote selbst mein Vermögen zu vergrößern. Ich hoffe noch den Punkt zu erreichen, an dem mir selbst Arbeitslosigkeit oder Krankheit nicht mehr viel anhaben kann. Die Hälfte habe ich geschafft, ich hoffe Zins und Zinseszins tun nun ihr übriges.

Vielen Dank für deine stets sehr gut recherchierten und motivierenden Beiträge. Für mich bist du einer der Top-Finanzblogger, zudem du immer sehr positiv gestimmt bist und mir dein Schreibstil und Witz immer sehr gut gefallen.

Alles Gute,
Ruben

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[…] Natürlich ist die Rente sicher >> Die Freiheitsmaschine […]

Gast

Nur blöd, wenn es in der Ehe nicht mehr klappt, die (mittlerweile Ex-)Frau jahrelang schlecht verdient hat und der Ansparzeitraum durch Aussetzen (und evtl. Teilzeit) auch nicht besonders lang war, da die Kinder aufgezogen werden mussten.

Ganz passend dazu gerade Madademoneypenny:

https://madamemoneypenny.de/warum-du-als-frau-von-altersarmut-bedroht-bist-und-du-dagegen-tun-kannst/

Ja, natürlich ist man auch immer selbst verantwortlich. Manchmal wird es dann aber schon kackig…

Grüße vom Depotstudent Dominik

Gast
ThomasH

Ein sehr schöner Artikel, der mich (55) ins Überlegen bringt, doch noch einen großen Batzen zusätzlich in die Kasse zu zahlen, weil Rente mit 63 bei mir gesetzt ist. Die Steuerersparnis muss man sich zusätzlich rein rechnen. Außerdem fallen bei PKV auch keine weiteren Abzüge an. Kann sich lohnen…
Ich finde es allerdings gewagt, die jährliche 3% Rentensteigerung (die sich nur aus den Steigerungen der letzten 2 Jahren bestimmen) in die Zukunft fortzuschreiben. Betrachte ich die jährlichen Steigerungen der Rentenpunkte-West seit Euro-Einführung, komme ich da nur auf ca. 1,4% p.a.. Schon ein deutlicher Unterschied…

Gruß ThomasH

Gast
Oliver

Ich werde trotzdem kein Freund der gesetzlichen Rente mehr. Ich war Anfang des Jahres in München auf dem Rentenamt, um mir mal berechnen zu lassen, ob und wenn ja, wie viel Rente ich bekomme. Ich habe tatsächlich insgesamt 60 Monate voll gebracht und darf mich auf etwas über 80 EURO freuen. Gut, ich war die meiste Zeit meines Lebens selbstständig, da kommt nicht viel zusammen.

Während ich auf dem Amt vor dem Sachbearbeiter saß, rief ein Betreuer für Menschen an, die mit dem ganzen System nicht zurecht kommen. Er ging den einen oder anderen Rentenbescheid durch und es kamen alles Renten in einer Höhe heraus, wo man in München nicht gut von leben kann. Das positivste an der gesetzlichen Rente ist, dass es nicht gepfändet werden kann. Erst bei der Auszahlung über den Freibeträgen, aber nicht vorher. Deshalb für Selbstständige nicht ganz uninteressant, da ansonsten im Falle einer Pleite alles rigoros aufgelöst wird, falls man in Versicherungen oder solche Sachen gespart hat.

Trotzdem schrieb ich, das ich kein Fan davon bin. Heute startet man mit der gesetzlichen Rente in meinem Jahrgang mit 67 Jahren, aber das ist eher optimistisch. Dafür wird schon zu viel mit Rente mit 70 diskutiert. Wenn man fest angestellt ist, wird bei vielen in großen Firmen ab 50 – 55 Jahren die Luft dünn. Durch Altersdiskriminierung in der Wirtschaft finden viele nichts mehr vernünftiges und müssen die Lücke überbrücken. Wenn es ganz blöd läuft, bekommt man H4, zahlt all die Jahre nichts mehr ein und wird zusätzlich mit 63 zwangsverrentet. Übrig bleibt in solchen Fällen zumeist nur noch eine Armutsrente. War dieser Mensch davor H4, hat er alle seine Ersparnisse bis auf einen kleinen Betrag auflösen müssen. Liegt er unter dem Grundsicherungsbetrag (immer mehr Leute betrifft das), darf er Grundsicherung beantragen. Gut, immerhin muss er dann keine sinnlosen Bewerbungstrainings machen und sich nicht abmelden, wenn er mal wegfährt, aber schön ist das Leben trotzdem nicht.

Jetzt kommt der Punkt, bei dem ich mich am meisten sträube: Ich will nicht Vollzeit bis 67 oder 70 Jahre arbeiten! Nein, auf gar keinen Fall. Was mache ich denn noch mit 70+ großartig? Wenn ich dieses Alter erreiche, kommen natürlich immer mehr Wehwehchen und bei vielen auch größerer Wechen. Jeder der 50 geworden ist, weiß dass die Fitness und Ausdauer wie mit 20 nicht mehr wiederkehren wird, auch wenn man fast alles machen kann, falls die Gesundheit mitmacht und man sich nicht zu sehr gehen lässt. Aber besser wird es definitiv nicht mehr.

Was mir auch ein bisschen an dem Artikel vermisse: Du beschreibst den heutigen Status Quo. Kein Mensch weiß, wie es in 20 + x Jahren aussieht. Wir haben tolle Politiker in den Volksparteien, die gerne auf Kosten der Einzahler Gastgeschenke verteilen, um sich wählen zu lassen. Mütterrente oder Rente mit 63 ist ja ganz nett, aber leider, leider muss das jemand zahlen. Zusätzlich werden jährlich etwa 100 Milliarden aus den allgemeinen Steueraufkommen in die Rentenkasse verteilt. Stetig steigend. Und das geht wieder auf Kosten von anderen Positionen. Die Rente wird durchaus gepampert, weil es mehr alte Menschen in Deutschland gibt und die Anzahl im Verhältnis zu den Jungen wächst. Und die Rentner in Deutschland haben enorm großes Glück: Die Jungen mucken (bisher) nicht auf und sind geradezu devot, was das Thema angeht. Es erinnert mich an den Untertan, wir Deutschen sind sehr obrigkeitshörig und lassen uns sehr viel bieten. Nur auch hier: Wenn es weiter zu Lasten der jungen Generation geht und immer mehr Opfer gefordert werden, wie weit wird das gehen? Wo ist die Grenze?

Die gesetzliche Rente wird uns neben den Gesundheits- und den Pflegesystemen noch sehr viel Kopfzerbrechen bereiten. Jetzt geistert der Vorschlag der CDU herum, ein zwingendes Dienstjahr (Bundeswehr/Pflege) für beide Geschlechter einzuführen, um die Lücken in beiden Organisationen auszufüllen oder zumindest zu verkleinern. Wenn solche Vorschläge kommen, sieht man, das die Verzweiflung recht groß ist. Wenn das genauso gut bezahlt wird wie früher der Wehrdienst, bleiben natürlich die Beiträge für die Rente in den 12 Monaten im Keller.

Nein, so toll ist das mit der gesetzlichen nicht. Da bin ich einfach nicht bei dir. Es ist besser als Riester oder die Betriebsrenten, aber es ist kaum vorhersehbar, wie sich das entwickeln wird. Vielleicht gibt’s irgendwann die Einheitsrente, weil der Anteil der Grusi-Empfänger zu hoch ist. Mit den richtigen linken Parteien würde ich das nicht ausschließen. Und dann kannst Du raten, was Du mit deinen Punkten machen kannst…

Grüße Oliver

Gast
chirlu

Zu dem Punkt „Wenn das so gut bezahlt wird wie früher der Wehrdienst …“: Der Sold war zwar knapp über gar nichts, aber für die Rentenversicherung wurden vom Bund Beiträge auf einen fiktiven höheren Verdienst gezahlt. Zuerst 80% des Durchschnittseinkommens, in den letzten zehn Jahren vor Aussetzung der Wehrpflicht dann noch 60%. Von daher war die Auswirkung auf die Rente der Wehr- und Zivildienstleistenden gar nicht ungünstig. Immerhin etwas.

Gast
Oliver

Das ist sehr interessant. Wusste ich nicht und hatte mir der Sachbearbeiter bei der Rentenversicherung auch nicht erzählt. Bin gespannt, ob die Regierung das eine Jahr einführen wird.

Gast
Luisa

Es ist ein linkes Umverteilungssystem, das faktisch jetzt schon tot ist!

“Die Zahlen erreichen brisante Höhen, und sie sind vor der Bundestagswahl politisch interessant: Die Regierung überweist in diesem Jahr aus ihrem Haushalt insgesamt 91 Milliarden Euro Steuergeld an die gesetzliche Rentenversicherung. Das sind knapp 28 Prozent des Gesamthaushalts und 66 Prozent des Sozialetats von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Spätestens im Jahr 2020 dürften es erstmals 100 Milliarden Euro sein und im Jahr 2021 schon 103,5 Milliarden Euro, wie die Regierung im März für ihre Finanzplanung vorausberechnet hat.”

100 Milliarden Zuschüsse! Das muss man erst mal sacken lassen.

Wer sagt: Ja, ich bin für Umverteilung, ich bin für Bezuschussung der Geringverdiener, für den ist das aktuelle System gut.

Rechnet doch mal euren Depotwert aus, wenn ihr nur den Arbeitnehmeranteil versteuert in einen Welt-ETF anlegen würdet für das gesamte Arbeitsleben. Da kommen einem Tränen in die Augen.

Ich glaube, solche Artikel sind zu 90 Prozent Clickbait. Sorry Maschinist.

> http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/steuerzahler-traegt-ein-drittel-der-gesetzlichen-rente-15060061.html

Gast
Joerg

Hi Luisa,
bestimmt weisst du, dass die Rentenversicherung jede Menge “versicherungsfremde Leistungen” tragen muss (politisch verordnet)?
Da ist es nur gerecht, dass wenigstens ein Teil der versicherungsfremden Leistungen ueber den allgem. Steuerhaushalt aufgebracht wird
(also von “allen” Steuerbuergern, nicht nur von den Rentenversicherungseinzahlern). Die absolute Hoehe / Prozentsatz sagt zu Kausalitaeten leider wenig aus.
Aber sich zu entruesten macht auch mal Spass! Einverstanden.

Zukuenftig gibt’s genuegend Stellschrauben zum Verschlimmbessern der RV.
Mir fallen da als Nicht-Apotheker/-Arzt/-Jurist natuerlich noch berufsspezifische Versorgungswerke ein (als “Gleichere” unter Gleichen gegruendet), die man in die RV repatriieren koennte …
(autsch, ich spuere schon die Schlaege … und Juristen?, die werden lange klagen)?
Naja, vermutlich doch einfacher wegzubesteuern (wie Beamten-Pensionen) als in’s Wespennest zu stechen.
Denke M. wird das noch bringen in seinem Folge-Artikel(n)?

Kaum heist es: “Jetzt muss der Guertel enger geschnallt werden, faengt jeder an am Riemen des naechsten zu fummeln …”. Ich auch :-).

Ansonsten bleibt nur mit den “Fuessen abzustimmen” oder weniger zu arbeiten = weniger Steuern/Abgaben zu zahlen …

Gast

Also, wenn unsere gesetzliche Rentenversicherung ein “linkes Umverteilungssystem” ist, dann sind es ETFs auf den MSCI World doch genauso.

Ich partizipiere durch die gesetzliche Rente an der ökonomischen Entwicklung der Volkswirtschaft, der ich angehöre. Umverteilung war nach dem zweiten Weltkrieg unumgänglich, weil eine ganze Generation kein privates Vermögen hatte und bereits zu alt war, um sich ein zweites Mal Vermögen aufzubauen.

Gast
Karl

Umverteilung ist für mich die Reallokation einer endlichen Menge von etwas, zB Geld. Wenn jmd mehr bekommen soll, dann muss jmd anderer entsprechend verzichten.

Investments an Aktien beteiligen den Investor am Wohlstands-Zugewinn, dh du bekommst ein Stück von dem was neu geschaffen wurde (Wertschöpfung). Von daher betrachte ich ein Aktien-Investment nicht als Umverteilung.

Gast

Nach Lesart der “linken Umverteilung” findet die Wertschöpfung nicht durch den Kapitalgeber statt, sondern durch die Angestellten. Jetzt gerade arbeiten Millionen von Angestellten und Arbeitern in Unternehmen, an denen ich durch meine ETFs beteiligt bin. Sie erbringen mehr Wertschöpfung als ihnen über ihren Lohn oder ihr Gehalt ausgezahlt wird. Nur so bleibt ja am Ende des Geschäftsjahres ein Gewinn, der investiert oder ausgeschüttet (sprich umverteilt) werden kann. So kam ich auf den Gedanken.

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