Fassen wir die Erkenntnisse der letzten Tage mal zusammen:
- Der Bitcoin-Kurs ist ein Sentiment-Indikator für den Risikoappetit von Retailinvestoren und das Ausmass von Margincalls lässt erkennen, dass Investoren hoch geleveragt sind und bereits kleine Stimmungsveränderungen zu hohen Kursverlusten führen können .
- Die Zentralbanken lassen sich nicht die Butter vom Brot nehmen und Kryptos als ernste Konkurrenz zu Fiat und CBDC zulassen. Das regulatorische Risiko ist hoch, wie die Reaktion der chinesischen Zentralbank gezeigt hat.
- Als Marktreaktion auf die gestiegenden Inflationssorgen war Gold der Save Haven, nicht Bitcoin. Den Kryptos "Store of Value" zuzuschreiben ist ziemlicher Unfug, dafür ist die Volatilität viel zu hoch.
- In Stress-Situationen gewährleisten Krypto-Platformen weder die technische Verfügbarkeit noch ausreichende Liquidität (gemessen an den Spreads). Für "echte" institutionelle Investoren ist das ein No-Go.
Wenn sich das allgemeine Vertrauen in die FED in eine nur transitorische Erhöhung der Inflation nicht bewahrheiten sollte, dann kann man davon ausgehen, dass bei einen breiten Abverkauf Kryptos nicht davon profitieren werden, sondern genau wie andere hoch risikobehaftete Assets abverkauft werden.
Noch ein Punkt dazu, wenn die Zahl von 7 Transaktionen pro Sekunde, die ich bei Fugi gehört habe, auch nur annähernd stimmt, dann ist sie ein weiteres Puzzleteil im Einbruch von gestern. Wie soll eine Marketcap von fast einer Billion mit einer derart geringen Settlement-Rate auskommen können? Die Tür ist dann so winzig, dass alles auf second layer bzw. über Börsen mit deren Bestand oder auf deren Risiko abgewickelt werden muss. infolge dessen steigen die Spreads und sinkt die Verfügbarkeit, nicht weil die Börsen unvorbereitet sind, sondern systembedingt. Das wird wahrscheinlich nicht der letzte Flashcrash beim BTC gewesen sein.
.. und wahrscheinlich auch nicht der letzte +400% Anstieg 😉
Es ist gut ein ganzheitliches Bild über die Sache zu haben. Ja, eure Kritikpunkte sind alle valide. Die postiven Eigenschaften von Bitcoin aber auch. Es gibt nie nur eine Seite einer Medaille.
Und außerhalb von Bitcoin: Die dezentrale App Plattformen wie Ethereum und Cardano mit echten Use-Cases haben massives Disruptionspotenzial. Für mich ist der ganze Bereich viel mehr als nur Hype und wenn ich mir Chancen und Risiken ansehe überwiegen für mich die Chancen.
Das "Problem" mit den derzeitigen Flash-Crashes: Es waren so viele Anleger im Markt die investieren weil ihren Kumpels investiert haben oder weil Elon investiert hat, nicht aber weil sie sich selbst gefragt haben, wieso sie überhaupt investieren. Sprich sie hatten keine wirkliche Investmentthese. Diese Menschen haben natürlich sehr zittrige Hände wenn der einzige Grund wieso sie einsteigen der ist, dass die Werte schon weiter hochgehen werden.
Meine Investmentthese ist, dass BTC aufgrund der Rarität und den anderen positiven Eigenschaften (Teilbarkeit , Sicherheite, etc.) sich nach und nach zum digitalen Gold entwickelt. Daran hat sich nichts geändert auch wenn der Markt derzeit wild ist. Zusätzlich ist meine These dass die dezentralen App Platfformen mittel - bis langfristig eine Disruption in vielen Bereichen bringen werden.
Da der Markt generell noch in der Entdeckungsphase des tatsächlichen Wertes des Bitcoin (und der Plattformen) ist, gibt es Hype Zyklen in denen es zu massiven Übertreibungen kommt und auch immer wieder zu hoher Volatilität und massiven Einbrüchen.
Meine Strategie dabei ist die generellen Zyklen zu "traden", sprich am erwarteten Tiefpunkt der Zyklen einzusteigen und am erwarteten Höhepunkt wieder auszusteigen. Ich hab es leider erst 2020 erkannt, war also etwas zu "spät" im Markt. Im Prinzip ist das ein Versuch, von der Angst und Gier des Marktes und den Übertreibungen in beide Richtungen zu profitieren.
Was heißt das für mich und die jetzige Situation? Wir haben im großen historischen Kontext betrachtet noch keine große Übertreibung gesehen. Daher werde ich meine Anteile so lange halten, bis ich denke, dass eben dieser große Hype gekommen ist. Das bewerte ich anhand verschiedenster technischer Kennzahlen, z.B. dem Index hier und den vielen Kennzahlen dahinter: cbbi.info
Wichtig: ich versuche dabei nicht zu 100% das Top oder Tief zu treffen - sondern in der Nähe des Tiefs oder Tops scheibchenweise in den Markt bzw. aus dem Markt zu gehen.
Wenn man eine Investmentthese und Strategie hat, lassen einen solche Marktphasen wie jetzt relativ kalt, da ich genau daran festhalten werde.
Markt geht wieder hoch und wird übertreiben gegen Ende des Jahres -> ich verkaufe scheibchenweise.
Markt dümpelt vor sich hin oder steigt langsam weiter ohne Spike -> Ich halte.
Markt geht in den nächsten Bärenmarkt -> Ich halte bis zum nächsten Hype da ich glaube dass die Coin-Auswahl BTC, ETC und ADA solide ist.
Markt crasht und kommt nicht mehr hoch -> Halte ich für sehr unwahrscheinlich, in dem Fall: Pech gehabt, ich kannte das Risiko 😉
Ich persönlich glaube es ist wichtig sich vor seinem Investment mit möglichen Szenarien auseinanderzusetzen und an seiner Strategie festzuhalten, dass man sich nicht in ungünstigen Phasen emotional verhält.
Noch ein weiterer interessanter Gedanke: Um den 08.02. kam der Tesla Einstieg in BTC, der Kurs stieg mit einer langen Candle von ca. 38K auf ca. 44K. Es folget eine Rallye bis über 60K, bei der viele neue Käufer in den Markt gekommen sind. Nach der erneuten Tesla News und dem Kurssturz der letzten Tage ist der Kurs in diesen Bereich zurück gekommen. Also eigentlich "nur" zurück auf Anfang.
Für mich war auch interessant zu erfahren, dass man sehen kann, welche Bitcoins gehandelt wurden, also z.B. alte oder neue (Miningzeitpunkt). Verkauft wurden die letzten Tage vor allem neue Bitcoins was die Vermutung untermauert, dass viele Neueinsteiger wieder raus sind.
Auch die China News sind kein unerwarteter Schock, China war immer schon anti Bitcoin.
Noch ein Punkt zum Thema Umwelt und Energie. Es ist wohl möglich Bitcoins bewusst über Miner zu beziehen, die grünen Strom nutzen, dann wären diese Bitcoins "grün". Zumindest beim Investment könnten Unternehmen also bewusst grüne Bitcoins kaufen und das Problem somit umgehen. Beim Thema Zahlung ist das natürlich nicht ohne weiteres möglich da man nicht direkt prüfen kann woher die Bitcoins des Käufers kommen.
Ich bin übrigens 2018 in den Kryptomarkt und habe bei 10K BTC gekauft (und noch ein paar andere wie Ripple, Stella, IOTA, ETH). Anschließend ist BTC bis auf 3K runter (Schock), habe aber durchgehalten und über 2 Jahre nicht in die Wallet geguckt. In den letzten Wochen Zukäufe bei 38/39K. Letzter Zukauf gestern bei 31K (hatte ein Limit im Markt und nicht wirklich erwartet dass ich es bekomme). Auch ich sehe Bitcoin nicht als Zahlungsmittel der Zukunft aber durchaus als ein alternative Anlageklasse. Kurse um 100K halte ich ohne großen Hype für realistisch. HODL ![]()
Ja daran muss man sich definitiv gewöhnen. Einfach nicht draufgucken oder den Langzeitchart betrachten.
Extrem krass diese Volatilität. Jetzt geht es steil wieder aufwärts. Doch gut dass ich nicht raus bin aber war kurz davor. (Als MSCI World Sparer ist man so eine Volatilität nicht gewohnt).
Selbst wenn man einen Ausstieg plant, würde ich die nächsten ca. 2 Wochen drin bleiben.
Die erste Erholung geht sehr wahrscheinlich bis min. in den hohen 40.000er Bereich. Das war selbst Anfang 2018 so nach Ende des Bullenmarktes 2017.
Wie geschrieben, war das seit gestern abend ein vorzügliches Chance / Risiko Verhältnis.
Ich würde die Fortsetzung des Bullenmarktes an dieser Stelle mit ca. 70/30 bewerten.
Der Negativpunkt der für mich hier gegen einen Weiterlauf spricht ist, dass der Kurseinbruch mit in Summe ca. 54% vom Hoch bei ca. 64.500 aus tiefer als alle Einbrüche während des 2017er Bullenmarktes war. Er lag dabei aber noch unterhalb der Einbrüche, die bisher die Bullenmärkte beendet haben.
Die Positivpunkte habe ich hier schon alle beschrieben und die gelten auch weiter.
Ethereum (und auch Cardano) sind gegenüber Bitcoin technisch dagegen bisher überhaupt nicht angeschlagen und dessen Charts alleine betrachtet wäre null Grund zur Vorsicht.
Ich bleibe hier komplett investiert und schaue auf den weiteren Verlauf.
Schönen Tag
Danke für deine Einschätzung ?
Ich bin bei Ether bei 2,4K€ eingestiegen, die hat er ja heute wieder erreicht. Den tatsächlichen Tiefpunkt erwischt man ja doch nie.
Coolste Strategie: Im Bärenmarkt kaufen. Dann wenn es sich verdoppelt hat die ursprünglich investierte Summe rausziehen. In ETF anlegen. Risiko ab dann Null, Gewinnpotential trotzdem langfristig hoch.
Hätte in den Bullenmärkten nach den Halvings jeweils funktioniert. (Im Nachhinein leicht gesagt).
Coolste Strategie: Im Bärenmarkt kaufen. Dann wenn es sich verdoppelt hat die ursprünglich investierte Summe rausziehen. In ETF anlegen. Risiko ab dann Null, Gewinnpotential trotzdem langfristig hoch.
Hätte in den Bullenmärkten nach den Halvings jeweils funktioniert. (Im Nachhinein leicht gesagt).
So hab ich es gemacht. Mit 8k bei ETH (bei ca. 170€ eingestiegen) und BTC (Kurs damals ca. 7Tsd Euro) eingestiegen. Habe irgendwann 11k rausgezogen und habe jetzt noch ca. 40k im Depot nach dem Einbruch. War natürlich totales Glück, aber schon cool. Dank dem Forum bin ich auch nicht schon vorher ganz raus. In diesem Sinne, danke für die Tipps.
Coolste Strategie: Im Bärenmarkt kaufen. Dann wenn es sich verdoppelt hat die ursprünglich investierte Summe rausziehen. In ETF anlegen. Risiko ab dann Null, Gewinnpotential trotzdem langfristig hoch.
Hätte in den Bullenmärkten nach den Halvings jeweils funktioniert. (Im Nachhinein leicht gesagt).
Das habe ich auch mit aktuell 7 Coins am laufen, leider halt keine Riesensummen jeweils. So konnte ich mich mit kleinen Einsätzen Anfangs etwas hocharbeiten. Wenn das ganze jetzt mal ein Jahr liegt, kann ich danach hoffentlich soweit abschöpfen, dass ich zumindest nicht mehr draufzahle.
Bin aktuell in knapp 35 Coins drin (auch hier diversifizierung) aber mit den größten Summen in BTC und ETH. Cardano hat aber die beste Quote bislang. Sollte jedoch noch einer der anderen Coins durch die Decke gehen, hätte ich viel Spass.
Genau solche News brauchen wir. Was im ersten Moment negativ klingt ist auf den zweiten eine Notwendigkeit für eine Etablierung von Kryptowährungen.
Besonders interessant der Satz:"...werden Krypto-Transaktionen in den kommenden zehn Jahren vermutlich an Bedeutung gewinnen, stellte das Finanzministerium in einem am Donnerstag veröffentlichten Report klar."
Gäbe es Plän den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten, müsste man sich keine Gedanken um die Besteuerung machen.
Gäbe es Plän den Handel mit Kryptowährungen zu verbieten, müsste man sich keine Gedanken um die Besteuerung machen.
"Die Illegalität von Geschäften ist steuerrechtlich völlig ohne Bedeutung"
https://www.steuerberaterscout.de/Magazin-Paradox-Auch-Drogendealer-muess-t-en-Steuern-zahlen-1011
Nur zur allgemeinen Info: Ein von mir geschätzter und abonnierter Krypto-Börsenbrief hat gerade seine BTC Position um ein Fünftel und seine ETH Position um ein Viertel reduziert, um Liquidität aufzubauen, (Zitat) "um später bei fallenden Kursen unsere Positionen wieder aufstocken zu können." Sie glauben aber weiterhin an den langfristigen Erfolg und halten daher am Rest der Positionen fest.

