Hello,
hälfte 2025 haben wir so hinter uns. Meine kürze Zusammenfassung:
Gesamtvermögen: 1.200k-1.300k. Euro - je nach dem wie meine Immobilie bewertet wird
Aufgeteilt in (alles Euro):
- 490k - Immobilie
- 240k - HY-Divi-Aktien
- 120k - Divi-Aktien
- 120k - IB-Cash als Tagesgeld - wartet auf Börsen-Crash
- 90k - DE-Tagesgeld - wird in kleinen Tranchen in ETF's umgewandelt.
- 80k - AllWorld + S&P500 ETF's
- 100k Overnight Swap ETF - eine Art Tagesgeld.
- 30k - Nicht-Euro-Tagesgeld außerhalb DE
- 4k Krypto-Spaß-Geld.
Giro rechne hier nicht mit.
Das alles liefert im Schnitt >3.000 Euro netto monatlich und hat noch Optimierungspotential.
Zusammenfassend - ich muss nicht mehr arbeiten, ich tue es aber noch - dazu noch gleich.
Die letzten Monaten waren recht spannend - sowohl auf der Börse wie auch beruflich.
Auf der Börse habe ich den kleinen Crash verwendet um meine Investments zu erhöhen - sonst hat mich die Abwertung von Dollar ein paar Tausends gekostet...
Beruflich - bin extrem beschäftigt und die erbrachte Leistung wurde auch extrem gut entlohnt.
Ich habe gute Leute um mich herum und mein finanzieller Backup trägt dazu bei, dass ich meine Entscheidung so treffe, wie ich es für richtig halte. Weder innerbetrieblicher Druck, noch sonst welche Beziehungen stehen mir im Weg.
Wie geht es weiter? Ich wollte zuerst einen Grund finden um zu "gehen" - das habe ich zwischenzeitlich verworfen - ich mache meine Projekte zu Ende, da ich es kollegial und für mich persönlich für wichtig halte. Danach werde ich überlegen. Einen "one-more-year-syndrom" wird es nicht geben.
Gruß und schönes Wochenende.
ziola
Herzlichen Glückwunsch zum Fortschritt @ziola und Danke für Deine Gedanken.
Bezüglich Tagesgeld / Overnight Swap würde ich beachten, dass die gesamten Zinszahlungen nach Steuer nicht mehr als ein Inflationsausgleich sind. Das heißt die Zinsen als Nominalrendite daraus sind real ein Kapitalverzehr wenn Du Sie in der RE-Phase so entnehmen würdest.
Dein aktuelles da. 780k Anlagevermögen außerhalb der Immo bei Entnahme der gesamten 36k nach Steuer (3k pro Monat) wären bei angenommenen ca. 20% Steuer (also Bruttoentnahme ca. 43k pro Jahr vor Steuer) eine Entnahmerate von ca. 5.5% (Dividenden sind Entnahmen egal aus welchem Aktienbereich sie kommen).
Die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Depots mit realer 5,5 % Entnahmerate mit z.B. 70% Aktien und 30% Tagesgeld (verzinstes Cash) und jährlichem Rebalancing (das heißt Umschichtung in Aktien im Crash), beträgt historisch in den USA über 30 Jahre fast 50%:
Die Mischung aus fallenden Aktienmärkten und Inflation sorgt in Bärenmärkten für den Fail.
Bei Deinen geplanten 2k Netto Lebenshaltungskosten im Monat (24k Netto / ca. 28,8k Brutto bei angenommener 20% Steuer) und Reinvestition der restlichen Zinsen sieht es deutlich besser aus mit ca. 10% Ausfalwahrscheinlichkeit über 30 Jahre:
Aktuell sind die Börsenbewertungen relativ hoch, das heißt die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit liegt eher am oberen Ende. Die Startpunkte der gescheiterten Kohorten waren fast immer Börsenjahre mit hohen Aktienbewertungen nach Shiller Cape.
Die wichtigsten Punkte:
Im Bärenmarkt wird der High yield Sektor temporär immer zu "low/no yield" (siehe z.B. 1974-1982, 2001-2003 oder 2008).
Bei Zinszahlungen auf Geldprodukte wie Tagesgeld, oder Anleihen zählt die Rendite nach Steuer und! Inflationsausgleich, ansonsten ist es reiner Kapitalverzehr.
Wie schon geschrieben keine Kritik.
Es geht mir um Datenpunkte und Blickwinkel für andere Leser, wie wichtig langfristig die Entnahmerate ist.
Schönen Sonntag und weiterhin eine gute Zeit!
Bei Deinen geplanten 2k Netto Lebenshaltungskosten im Monat (24k Netto / ca. 28,8k Brutto bei angenommener 20% Steuer) und Reinvestition der restlichen Zinsen sieht es deutlich besser aus mit ca. 10% Ausfalwahrscheinlichkeit über 30 Jahre:
Aktuell sind die Börsenbewertungen relativ hoch, das heißt die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit liegt eher am oberen Ende. Die Startpunkte der gescheiterten Kohorten waren fast immer Börsenjahre mit hohen Aktienbewertungen nach Shiller Cape.
Die wichtigsten Punkte:
Im Bärenmarkt wird der High yield Sektor temporär immer zu "low/no yield" (siehe z.B. 1974-1982, 2001-2003 oder 2008).
Bei Zinszahlungen auf Geldprodukte wie Tagesgeld, oder Anleihen zählt die Rendite nach Steuer und! Inflationsausgleich, ansonsten ist es reiner Kapitalverzehr.
Hallo @maschinist,
danke für Feedback und ja viele der von dir erwähnten Punkten sind mir bewusst. Vor allem das "Parken" des Geldes in Tagesgeld halte ich ähnlich wie du, für Inflationsausgleich und es ist nicht geplant es so dauerhaft zu halten. Vielmehr möchte ich das Kapital über die Zeit in ETF-Investements verschieben. Momentan ist mir allerdings einfach die Marktbewertung für große Sprünge, zu hoch. Folglich bespare ich mit etwa 2-3k monatlich die ETF's und warte auf eine bessere Gelegenheit. Auch ist mein Nicht-Euro-Tagesgeld eine kleine Währung-Spekulation.
Was die Entnahme angeht - in der Tat sind die 2k Euro etwa notwendig um mein Lebensstandard mind. gleichzuhalten - der Rest ist momentan ein Nebenprodukt und wird reinvestiert. Folglich, auch wenn ich FIRE starte, wird das Vermögen noch weiter wachsen, bis wg. Inflation zu einem Break-Even-Punkt kommt - falls es soweit kommt.
Was man hier nicht vergessen sollte - das alles ist eine Überbrückung bis ich in etwa 13-15 Jahren in die Rente gehe und danach eine "Aufstockung". Dazwischen wird mir noch ALG eine Finanzspritze bescheren. Das ganze Programm mit Dispo-Jahr usw. ist bereits vorbereitet und wartet auf "Go".
Für evtl. Verbesserungsvorschläge bin ich nach-wie-vor offen.
Gruß
ziola
Guter Punkt mit den aktuell hohen Börsenbewertungen - insbesondere vom US-Markt.
Was wären eurer Meinung nach gute Strategien um höhere Beträge "übriges Geld" dann über einen Zeitraum von 5-10 Jahre +x zu investieren.
Sich auf Börsenregionen konzentrieren die derzeit eine weniger hohe Bewertung aufweisen (EM/Asien) und dort beispielsweise höher gewichtete Sparpläne laufen lassen?
Bewertung ignorieren da es sich um einen längeren Zeitraum (5-10 Jahre) handelt und man nun auch nicht weiß wie lange sich Überbewertungen noch fortsetzen können?
Habt ihr andere Lösungen, die ihr verfolgt?
Danke für euren Input
Hallo @rider
ich habe die letzten Jahre vermehrt in den weltweiten Aktienmarkt EX-USA investiert.
Meine gesamte US Aktienquote beträgt inkl. Einzelaktien aktuell gut 30% anstatt ca. 60% im All World ETF. Das hat in den letzten Jahren bei mir zu einer Unterperformance in diesem Anlagesegment geführt (das ich mit Bitcoin und co mehr als überkompensiert habe).
In den USA selbst habe ich in den letzten Monaten neu per ETF in den Value Bereich investiert anstatt in den S&P500 (z.B. mittels SCHD ETF (Schwab US Value)).
Mein gesamtes ETF Portfolio hat eine Dividendenrendite von durchschnittlich über 3% und deckt mit größerem Puffer alle Ausgaben der Familie. Ist in meinem Lebensabschnitt wichtiger als z.B. mittels Nasdaq ETF bei der aktuellen Bewertungshöhe der letzten Performance hinterher zu jagen.
Für junge Anleger direkt nach Studium oder ähnlichem natürlich anderer Fokus mit mehr Wachstum langfristig wahrscheinlich besser.
Ist meine Meinung, kann natürlich falsch sein und ich lerne gerne täglich weiter dazu.
Schönen Tag
Hallo Zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit Steuerlast und KV in meinem neuen zukünftigen Privatier-Leben. Hierzu habe ich folgende Annahmen getroffen:
- meine Frau verdient etwa 32k Euro brutto.
- meine Dividenden pro Jahr liegen bei etwa 45k Euro brutto.
- ich werde meine Depots in ein Gemeinschaftsdepot umwandeln (ist bissen kompliziert, aber wenn alles bei IE bleibt, mit bissen Geduld - realisierbar). Das führt dazu, dass die Divi-Einkünfte 50/50 aufgeteilt werden. Es ist für mich vorteilhaft wg. KV.
Die liebe KI kommt zu folgender Zusammenstellung (inkl. Kind und ich als freiwillig KV):
| Posten | Betrag pro Jahr (€) |
| Einnahmen Brutto | |
| Gehalt Ihrer Frau (Brutto) | 32.000,00 |
| Ihre Dividenden (Brutto) | 22.500,00 |
| Dividenden Ihrer Frau (Brutto) | 22.500,00 |
| Gesamte Bruttoeinnahmen | 77.000,00 |
| Abzüge | |
| Sozialversicherungsbeiträge Frau (AN-Anteil) | 6.672,00 |
| Ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge | 4.477,50 |
| Gemeinsame Einkommensteuer (Günstigerprüfung) | 4.200,00 |
| Gesamte Abzüge | 15.349,50 |
| Netto nach Abzügen | |
| Netto-Einnahmen pro Jahr (Haushalt) | 61.650,50 |
| Netto-Einnahmen pro Monat (Haushalt) | 5.137,54 |
Mit dem Ergebnis bin ich positiv Überrascht - vor allem, das mit der 40% Teilstellung der Dividenden habe ich bisher nicht wahrgenommen (d.h. nur 60% der Dividenden werden als Einkommen bei der Steuerberechnung in Fall der Günstigerprüfung, berücksichtigt). Folglich hat mich die Steuer-Höhe fast schockiert.
Übersehe ich hier etwas?? KI habe ich schon 3 Mal befragt - auch hinsichtlich US-Divis, Quellesteuer usw.
Danke für Feedback.
ziola
Ich denke die Rechnung passt schon ungefaehr. Ich komme auch auf so niedrige Steuersaetze und rede schon sehr lange mit Gemini 🤣 . Du koenntest es sogar optimieren, indem du keine ausschüttenden ETFs besitzt und deiner Frau Schenkungen machst, die sie dann realisiert. Dann koenntest du in die Familienversicherung. Aber gut, das sind interessante Gedankenspiele.
Welche Dividenden bzw. Ausschüttungen werden 40 % teilfreigestellt? Ich kenne nur 30 % bei Aktienetfs oder Fonds. Letztendlich ist die Teilfreistellung ja auch nicht kostenfrei, die 30 % hast du einfach nie gesehen.
P.S.: Welche Brutto-Dividendensumme nimmst du an? Die in der Jahressteuerbescheinigung angegebene Höhe der Kapitalerträge Zeile 7 Anlage KAP ist ja schon abzüglich der Teilfreistellung. Daher kriegt man über die Steuererklärung das Geld nicht wieder.
Danke für dein Feedback. Das mit der 40% Teilfreistellung ist doch ein Gemini-Quark. Man muss es schon genau betrachten. Im Grunde die EU-Divi-ETF's werden mit 30% teilfreigestellt.. Bei US-Divi-ETF's gilt auch die 30% allerdings wird dann Quellensteuer nicht berücksichtigt. Divi-Aktien werden nicht Teilfreigestellt allerdings wird Quellensteuer berücksichtigt.
Theoretisch bei bestimmten Immobilien-ETF geht die Teilfreistellung bis 80%.
Ich habe jetzt das ganze wesentlich detaillierter Zusammengestellt, an reale Werte angepasst und durch KI rechnen lassen - sieht wie folgt aus:
| Betrag brutto | Anteil Ehefrau | Anteil Ehemann | |
| Einkommen Angestellter brutto | 33.000,00 € | 100,00% | 0,00% |
| Ausschüttung EU-ETF inkl. Teilstellung | 1.699,25 € | 50,00% | 50,00% |
| Dividende US-ETF brutto | 11.382,24 € | 50,00% | 50,00% |
| Dividende US Aktien brutto | 33.619,75 € | 50,00% | 50,00% |
| Quellensteuer | -5.042,96 € | 50,00% | 50,00% |
| Werbungskosten | -1.230,00 € | ||
| Teilfreistellung US-ETF | -3.414,88 € | ||
| Sparer-Pauschbetrag | -2.000,00 € | ||
| Summe Steuerpfl. Kapitalerträge (vor Sparer-Pauschbetrag) | 43.286,35 € | ||
| Sozialversicherungsabgaben Ehefrau (AN-Anteil) | 6.748,50 € | ||
| Summe Freiwillige KV/PV Ehemann | 4.447,43 € | ||
| Gesamteinkünfte (vor Abzug) | 73.058,51€ | ||
| Abzug Vorsorgeaufwendungen (Ehefrau) | -6.748,50€ | ||
| Abzug Vorsorgeaufwendungen (Ehemann) | -4.447,43€ | ||
| Sonderausgaben-Pauschbetrag | -36,00€ | ||
| Zu Versteuerndes Einkommen (ZvE) | 61.826,58€ | ||
| Abgeltungsteuer (pauschal) | 10.322,13 €* | ||
| Einkommensteuer nach Anrechnung Quellensteuer. | 5.208,00€ | ||
| Gesamtabgaben | 16.403,93€ | ||
| Netto pro Jahr | 63.297,30 € | ||
| Netto pro Monat | 5.274,78 € |
*nach Günstigerprüfung wird nicht Abgeltungsteuer sondern Einkommensteuer berücksichtigt.
Zu der Brutto-Divi-Frage:
- EU-ETF - ist schon nach Abzug der Teilfreistellung
- US-ETF - ist das was IE als Brutto ausgibt - ohne Quellensteuer
- US-Aktien - ebenso - ohne Quellensteuer.
Gruß
ziola
Hallo zusammen,
wieder einmal ein Update von mir — und sorry für die lange Pause. Ich hatte in den letzten Monaten einiges zu tun.
Zuerst das Wichtigste: Seit Anfang des Jahres bin ich FIRE.
Am Anfang war es ehrlicherweise etwas kompliziert. Das berufliche Statussymbol war plötzlich weg, einige Bekannte waren ziemlich schockiert, und nur wenige haben mir wirklich gratuliert. Auch familiär war es eine Umstellung: Ich war auf einmal immer da. Das war für alle neu — und manchmal auch schwierig.
Da einige mit der Bezeichnung „Privatier“ offenbar nicht so richtig klarkamen, nenne ich mich inzwischen augenzwinkernd „privater Finanzmanager“. Interessanterweise hilft das tatsächlich.
Nach einigen Monaten ist aber vieles zur Ruhe gekommen. Ich merke inzwischen eine deutliche Verbesserung meiner Lebensqualität und auch der familiären Beziehungen. Es ist aber ein Prozess, und er ist noch nicht abgeschlossen.
Wie ich schon vermutet hatte, habe ich keine Langeweile. Im Gegenteil: Der Umfang der Aufgaben hat sich einfach verschoben. Ich kann viele Themen jetzt wesentlich ruhiger angehen und lösen. Besonders freut mich, dass ich deutlich mehr Zeit für Sport habe — und das nutze ich auch.
Finanziell läuft der Umbau weiter. Mein Vermögen wird kontinuierlich umgeschichtet. Die monatlichen Ausgaben werden aktuell aus den Dividenden gedeckt. Gleichzeitig versuche ich, diese Ausgaben bewusst auf das Notwendige zu begrenzen. Es gibt quasi ein „Gehalt“ von etwa 2.000 Euro pro Monat. Alles, was darüber hinausgeht, wird nicht verkonsumiert, sondern in Growth-ETFs umgeschichtet.
Aktuell sieht die Aufteilung (ohne Immobilie) ungefähr so aus:
Der Cash-Anteil ist noch relativ hoch, aber bewusst so gehalten. Ein Teil davon liegt verzinst beziehungsweise cashähnlich, zum Beispiel in Tagesgeld, Overnight-ETF, IB-Cash und T-Bills. Das gibt mir Sicherheit in der Übergangsphase.
Momentan befinde ich mich im sogenannten Dispo-Jahr. Im Laufe des nächsten Jahres werde ich voraussichtlich ALG I beziehen können, was finanziell noch einmal einen gewissen zusätzlichen Schub bringt. In diesem Zusammenhang plane ich auch den Wechsel von der PKV in die GKV.
Parallel zahle ich weiterhin freiwillig den Mindestbeitrag in die Deutsche Rentenversicherung, um die 35 Versicherungsjahre zu erreichen. Ziel ist es, hoffentlich mit 63 Jahren in Rente gehen zu können.
Insgesamt fühlt sich die Entscheidung bisher richtig an. Es war kein harter Schnitt, nach dem sofort alles perfekt war. Eher ist es ein Übergang, bei dem man sich selbst, die Familie und auch das Umfeld neu sortieren muss. Aber die Richtung stimmt für mich eindeutig.
Ich versuch jetzt häufiger hier aktiv zu werden und kann gerne bei Bedarf, mehr Details unterbreiten.
Gruss
ziola
Glückwunsch.
Den Teil "privater Finanzmanager" finde ich genial.
Herzlichen Glückwunsch!
Darf ich fragen, wie du den Wechsel von der PKV zurück in die GKV schaffst? Ich scheue den Wechsel in die PKV aufgrund der langfristig steigenden Beiträge, den mühsamen Weg zurück und dem relativen Zufriedenheitsgefühl mit der GKV...
Viele Grüße
Danke dir!
Bei mir ist die Situation etwas speziell: Ich bin bereits im Dispojahr und aktuell noch in der PKV. Nach dem Dispojahr werde ich ALG I beantragen. Mit Beginn des ALG-I-Bezugs werde ich grundsätzlich wieder versicherungspflichtig in der GKV.
Wichtig sind dabei aus meiner Sicht vor allem zwei Punkte: Man sollte noch unter 55 Jahre alt sein, da der Wechsel zurück in die GKV ab 55 deutlich schwieriger wird. Außerdem darf man nicht oberhalb der relevanten Einkommensgrenze liegen, also insbesondere nicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei sein.
Der grobe Ablauf ist: Während des Dispojahres bleibe ich privat versichert. Danach beantrage ich ALG I, werde dadurch wieder GKV-pflichtig, kann eine gesetzliche Krankenkasse wählen und die PKV kündigen bzw. eine Anwartschaft prüfen.
Nach dem ALG I möchte ich voraussichtlich freiwillig in der GKV bleiben. Dann zählen allerdings auch andere Einkünfte, zum Beispiel Kapitalerträge und Dividenden, für die Beitragsbemessung mit. Das muss man vorher sauber durchrechnen.
Für mich ist der wichtigste Punkt die langfristige Planbarkeit. Deshalb würde ich den Wechsel in die PKV nur machen, wenn man sich sehr sicher ist. Zurück geht es zwar unter bestimmten Voraussetzungen, aber es ist kein einfacher „Rückgängig-Knopf“.
Viele Grüße
ziola
Glückwunsch zu diesem großen Schritt!
Tolles Beispiel, warum die PKV abgeschafft gehört oder grundsätzlich kein Wechsel zurück erlaubt sein sollte.
Aber: Don't hate the player.
Hallo & Danke!
Das Krankenkassen-System in der jetzigen Form halte ich auch für falsch. Ich wäre aber mit einer einfachen Abschaffung der PKV sehr vorsichtig. Je nach Ausgestaltung könnte das am Ende sogar im Interesse der PKV-Unternehmen sein, wenn teure Bestandsrisiken in ein solidarisches System überführt würden, während die bisherigen Gewinne privatisiert blieben.
Aus meiner Sicht müsste man daher nicht nur über „PKV abschaffen“ sprechen, sondern sehr genau über Übergangsregeln, Alterungsrückstellungen, Bestandskunden und faire Lastenverteilung. Sonst wird am Ende nicht das System gerechter, sondern nur das Risiko sozialisiert.
Und ja: Don’t hate the player – aber das Spiel selbst ist aus meiner Sicht problematisch.
gruss
ziola
Hallo zusammen,
nachdem das erste Halbjahr 2026 nun abgeschlossen ist, möchte ich wieder ein kurzes Update geben.
Wie bereits geschrieben, bin ich seit Anfang des Jahres FIRE. Die ersten Monate waren durchaus eine Umstellung — nicht nur finanziell, sondern auch mental und familiär. Inzwischen ist aber deutlich mehr Ruhe eingekehrt. Der Alltag hat sich neu sortiert, die Familie hat sich daran gewöhnt, dass ich nicht mehr im klassischen Job-Modus bin, und ich selbst komme immer besser in dieser neuen Lebensphase an.
Langeweile ist weiterhin kein Thema. Die Aufgaben haben sich nur verschoben. Ich habe mehr Zeit für Familie, Haus, Sport, Depot und für Dinge, die früher immer irgendwo zwischen Termine und beruflichen Druck gepresst wurden. Gerade der Sport profitiert aktuell sehr davon.
Vermögensentwicklung H1/2026
Das liquide Vermögen hat sich im ersten Halbjahr trotz Entnahmen und Depotumbau weiter positiv entwickelt. Stand Ende 2025 lag das liquide Vermögen bei rund 777.000 Euro. Zum Ende Juni 2026 liegt es nun bei rund 862.000 Euro.
Damit ergibt sich im ersten Halbjahr ein Plus von ungefähr 85.000 Euro beziehungsweise rund 11 %.
Das Gesamtvermögen inklusive Haus liegt aktuell bei rund 1,36 Mio. Euro. Das ist für mich ein neues Allzeithoch.
Besonders erfreulich ist, dass diese Entwicklung nicht durch hohe Erwerbseinkommen getragen wurde, sondern im Wesentlichen durch Kapitalerträge, Kursentwicklung, Dividenden, Zinsen und den weiteren strukturierten Umbau des Vermögens.
Bei Income-Depot lag der Nettovermögenswert zum 30.06.2026 bei 517.000 Euro. Davon waren rund 378.000 Euro Aktien/ETFs, rund 111.000 Euro Cash und rund 26.000 Euro T-Bills/Anleihen
Aktuelle Aufteilung
Die Vermögensstruktur hat sich weiter in Richtung „stabiler FIRE-Betrieb“ entwickelt.
Grob sieht die Aufteilung aktuell so aus:
Income ca. 50 %
Growth ca. 18 %
Cash / Liquidität ca. 32 %
Der Cash-Anteil ist bewusst noch relativ hoch. Das meiste davon liegt nicht unverzinst herum, sondern in Tagesgeld, Overnight-ETF, IB-Cash und T-Bills. Für die aktuelle Übergangsphase fühlt sich das für mich richtig an.
Gleichzeitig verschiebe ich überschüssige Erträge zunehmend in Growth-ETFs. Der Plan bleibt: Nur das entnehmen, was wir wirklich brauchen, und den Rest weiter langfristig investieren.
Dividenden und Cashflow
Die laufenden Ausgaben werden aktuell im Wesentlichen durch Dividenden abgedeckt. Ich behandle die Dividenden aber nicht als Einladung, alles auszugeben. Intern gibt es weiterhin so etwas wie ein „Gehalt“ von rund 2.000 Euro pro Monat. Alles darüber hinaus wird möglichst nicht verkonsumiert, sondern wieder investiert.
Im ersten Halbjahr kamen bei IBKR brutto rund 19.400 Euro Dividenden zusammen. Nach Quellensteuer und mit Zinsen bleibt das ein solider Beitrag zur Finanzierung des Alltags. Zusätzlich kamen noch Zinsen aus Cash/T-Bills hinzu.
Depotumbau
Der Umbau läuft weiter. Ich reduziere schrittweise einzelne Spezial- und High-Income-Positionen und erhöhe den Anteil an breiteren ETFs. Neu beziehungsweise weiter aufgebaut wird vor allem der Growth-/Welt-ETF-Anteil, unter anderem über regelmäßige Käufe in Richtung All-World/VWRA.
Bei den Income-Werten bleibt der Fokus auf Cashflow, aber ich möchte nicht mehr nur in Richtung maximale Ausschüttung optimieren. Die Erfahrung zeigt: Zu viel Income bringt zwar monatlich ein gutes Gefühl, aber langfristig ist Growth für den Vermögenserhalt und Inflationsschutz mindestens genauso wichtig.
Persönliches
Privat läuft es aktuell ruhig und angenehm. Der Sommer ist da, und wir fahren demnächst für rund drei Wochen in den Urlaub. Auch das ist ein Punkt, der sich durch FIRE anders anfühlt: Es ist nicht mehr dieses klassische „schnell raus, schnell zurück, danach direkt wieder Stress“-Gefühl. Man plant ruhiger und hat nicht ständig den Druck im Hinterkopf, dass nach dem Urlaub sofort wieder der berufliche Alltag wartet.
Insgesamt fühlt sich die Entscheidung weiterhin richtig an. Es ist kein Zustand, bei dem ab Tag 1 alles perfekt ist. Eher ist es ein Prozess. Aber die Richtung stimmt.
Mein Fazit nach dem ersten Halbjahr:
- Finanziell läuft es stabil.
- Die Lebensqualität ist deutlich gestiegen.
- Und mental komme ich immer besser in der neuen Rolle an.
Mal schauen, was das zweite Halbjahr bringt.
Gruss
ziola



