Freiheitskämpfer Interview 6 – Die Scannerin

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Teile die Freiheitsmaschine

Neuseeland Skulptur Vogel FreiheitsmaschineDie Freiheitskämpfer Interviews rocken! Junge Menschen bis 35 berichten über Ihren Weg hin zu eigenem Vermögen, Freiheit und Optionen.

Und heute gibt es das endlich wieder einmal in Form echter Frauenpower.

Denn heute schreibt uns Die Scannerin.

Sie hat auf der Ausbildungs- und Karriereseite richtig Gas gegeben und ist mit hoher monatlicher Spar- und Investitionssumme im Autobahntempo unterwegs in Richtung finanzieller Unabhängigkeit.

 

Aber lest selbst

 

Hi Maschinist,
seit einem halben Jahr lese ich voller Begeisterung deine Millionär Interviews! Als du Anfang des Jahres die Freiheitskämpfer ins Leben gerufen hast, war ich Feuer und Flamme.
Leider gibt es bisher fast keine Interviews mit Frauen und so fühle ich mich quasi herausgefordert mein persönliches Freiheitskämpfer Interview bei dir einzureichen.
Ich kann noch keine so großen Erfolge wie manch anderer Teilnehmer vorweisen, aber ich möchte ein Vorbild für deine weiblichen Leserinnen sein und sie ermutigen sich deiner Community anzuschließen.

 

  • Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?
Ich bin fast 32 Jahre alt, mein Partner ist 38 Jahre alt und wir sind seit 6 Jahren zusammen. Wir sind weder verheiratet, noch haben wir Kinder und wir wollen auch beide, dass es so bleibt.


  • Wo auf der Welt lebst Du / Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben in einer Großstadt in einer schönen großen Neubauwohnung zur Miete. Diese Wohnung ist der Luxus, den wir uns gerne gönnen (sie nimmt 50 % unserer Ausgaben ein). Hier können wir sehr gut nach unseren Fulltime-Jobs entspannen. Gleichzeitig gibt es alles an kulturellen Angeboten quasi vor der Haustür, perfekt für uns!

 

  • Wie sieht Dein bisheriger Lebensweg aus und welche beruflichen wie privaten Erfahrungen hast Du dabei gemacht?
Ich bin behütet auf einem Dorf aufgewachsen. Meine Eltern hatten als Beamter und Angestellte genug Geld für uns, große Sprünge waren aber auch nicht drin. Sie würden uns als ganz normal beschreiben. Meine Mutter hat mir beigebracht immer etwas gespartes Geld zu haben. Ich habe meist für Bücher gespart. Inzwischen versteht meine Mutter meine Sparsamkeit über einen Notgroschen hinaus nicht mehr und ermutigt mich regelmäßig mehr zu konsumieren, weil ich doch genug verdiene.
In meiner gesamten Familie war ich die Erste, die ein Gymnasium besucht hat. Nach dem Abitur habe ich dann direkt mit einem naturwissenschaftlichen Studium gestartet. Selbst in der heutigen Zeit ist ein naturwissenschaftliches Studium für eine Frau nicht typisch und ich musste mich hin und wieder auch gegen Vorurteile wehren. Meine Familie konnte mich emotional oder fachlich nicht unterstützen, ich bin bis heute die einzige Akademikerin.
Das Studium habe ich in der Regelstudienzeit abgeschlossen. Das war harte Arbeit. Die Abbruchquote und auch der Anteil der Langzeitstudenten sind hier sehr hoch.
Neben dem Studium habe ich noch gearbeitet, was bei dem zeitaufwändigen Studium schon eine Herausforderung war. Nur Bafög und Kindergeld wären aber zu wenig gewesen (ich war damals nicht sehr sparsam).
Direkt nach dem Studium habe ich mit der Promotion begonnen und diese nach gut 3 Jahren wieder als eine der Ersten beendet. In dieser Zeit habe ich auch meinen Partner gefunden und mit ihm eine große Unterstützung. Er hat auch promoviert und ein paar Jahre mehr Berufserfahrung.
Erst nach der Promotion habe ich mir selbst 2 Monate Auszeit in Neuseeland gegönnt, ehe ich in die Berufswelt eingestiegen bin:
Neuseeland Skulptur Vogel Freiheitsmaschine
Dank guter Noten, 2 Praktika und einer Auszeichnung habe ich schnell etwas gefunden, allerdings musste ich mich Deutschlandweit bewerben, weil die Firmendichte in meiner Heimat nicht so groß ist.
Bei meiner ersten Firma (600 km entfernt von meinem Partner, am anderen Ende von Deutschland) war ich für 3 Jahre, inkl. Führungsverantwortung. Danach bin ich zurück in die Heimat.


Bei meinem zweiten Bewerbungsprozess hatte ich dann schon etwas Probleme. Ich wurde deutlich weniger eingeladen und auch nur von großen Firmen. Frauen Anfang 30 scheinen weniger gesucht zu sein. Gefunden habe ich dann einen Job in einer der Firmen, bei der ich während des Studiums ein Praktikum gemacht hatte. Als promovierte Naturwissenschaftlerin verdient man von Anfang an gut mit vielen Möglichkeiten sich und das Gehalt weiterzuentwickeln.
Nichts desto trotz bin ich erstmal mit Schulden gestartet. Während des Studiums habe ich keine nennenswerten Rücklagen gebildet, sondern wenn was übrig war es ausgegeben. So musste ich mir danach in der Familie Geld für die Bafög-Rückzahlung und mein Auto leihen. Ich habe knapp 1,5 Jahre gebraucht alles zurückzuzahlen.
Währenddessen bin ich an einen Finanzberater geraten, bei dem mir mein Bauchgefühl gesagt hat, dass etwas für mich nicht passt. Ich habe einige Monate und eine Riesterrente (inzwischen gekündigt) gebraucht, um das System dahinter zu verstehen. Dann habe ich mich stundenlang über Blogs und Bücher informiert, meine Schulden aus dem Studium schnellstmöglich getilgt und ein Haushaltsbuch geführt. Meinen Partner habe ich in dieser Phase auch mit dem „Finanzfieber“ angesteckt.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles jährliches Nettoeinkommen. Wie hat es sich entwickelt und wie sieht die weitere Entwicklungsmöglichkeit in Deinem Bereich aus?
Gemeinsam haben wir ein Nettoeinkommen von ca. 110k Euro, davon verdiene ich ca. 50k Netto inkl. Boni. Eingestiegen bin ich mit ungefähr 35k Euro. Durch Tarifstufen und dann den außertariflichen Bereich geht es recht schnell hoch. Ich könnte auf dieser Stufe nun bleiben oder mich mit ähnlichem Tempo weiterentwickeln. Allerdings werden dafür auch mehr Verantwortung und Arbeitsleistung in Form von Überstunden etc. erwartet.
Ich habe mich noch nicht auf eine bestimmte Karriere festgelegt.

 

  • Würdest Du Deine / Eure berufliche Tätigkeit anderen Menschen empfehlen, wenn es um die Punkte Einkommen, Entwicklungsmöglichkeiten und persönliche Erfüllung geht und was sind die Gründe dafür?
Wenn man gerne Angestellte/r ist, dann lässt sich mit naturwissenschaftlichen Berufen durchaus gutes Geld verdienen. In der Industrie stehen einem alle Bereiche offen, ich habe auch Kollegen, die in fachfremde Bereiche wie Sales, Marketing oder HR gegangen sind. Nach einem langen Studium sind wir es alle gewöhnt uns stetig weiterzuentwickeln.
Mich persönlich erfüllt inzwischen der klassische Job im Produktions- oder Laborumfeld nicht mehr so sehr. Das liegt aber daran, dass ich mich generell schnell langweile und gerne komplett Neues ausprobiere. Dieses Bedürfnis befriedige ich überwiegend in meiner Freizeit, Finanzen sind da ein Bereich, aber ich interessiere mich auch für andere spannende Dinge.

 

  • Wie hoch sind Deine / Eure aktuellen jährlichen Ausgaben und in welchen Bereichen schränkst Du Dich ein, um eigenes Vermögen aufzubauen?
Unsere gemeinsamen jährlichen Ausgaben belaufen sich auf ca. 45k Euro.
Davon geht etwa die Hälfte für unsere Wohnung drauf. Ansonsten gehen wir gerne mal Essen und kaufen hochwertiges Fleisch oder Bio-Produkte ein. Wir machen einen Urlaub pro Jahr und auch mal 1-2 Städtetrips.
In vielen Bereichen leben wir sparsam.
Ich habe nur ein Auto, um zur Arbeit außerhalb der Stadt zu kommen. Kleidung habe ich im letzten Jahr keine gekauft. Neben der Wohnung und dem Essen konsumiere ich also, wenn dann sehr bewusst.
Inzwischen investiere ich von meinem Gehalt ca. 28k Euro pro Jahr (habe also eine Sparquote von etwas über  50%) und Tendenz (wahrscheinlich) steigend.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles Vermögen, wie hast Du es investiert und was möchtest Du in Zukunft dabei noch besser machen?
Zusammen mit meinem Partner kommen wir auf ca. 120k Euro Vermögen. Mein Vermögensanteil beträgt dabei 54k Euro.
Anfangs (vor gut 2 Jahren) habe ich fast alles einmal ausprobiert.
Ich habe etwas Gold und Silber (ca. 3.000 Euro), 3.000 Euro in P2P noch ein paar Einzelaktien (2.500 Euro) und einen REIT ETF, sowie einen EURO ETF (5.000 Euro).
Der Rest liegt in einem MSCI World (14.000 Euro) und einem MSCI EM (5.000 Euro).
Cash habe ich aktuell 12.000 Euro auf dem Tagesgeldkonto.
Während des Jahres möchte ich die Einzelaktien verkaufen und nur noch in den MSCI World und in die Emerging Markets (70:30) investieren.
Sollte ich in der angespannten Marktlage eine Immobilie zur Vermietung finden, würde ich in diesem Bereich auch gerne investieren.
Mein Partner investiert breit gestreut in Einzelaktien. Mir persönlich ist die Analyse dafür zu aufwendig.

 

  • Hast Du ein bestimmtes Vermögensziel?
Mein erstes Vermögensziel sind ca. 400-500k Euro. Danach würde ich gerne entweder meinen Angestellten-Job reduzieren oder komplett kündigen, um als Selbstständige oder durch viele verschiedene Nebenjobs den Rest meiner Ausgaben decken zu können (und natürlich um weiter Vermögen aufzubauen).
Ein Leben komplett ohne Arbeit kann ich mir (noch) nicht vorstellen. Angestellt im selben Job zu sein bis ich 67 bin aber definitiv auch nicht!

 

  • Welche weiteren Lebensziele hast Du. Wo und wie möchtest Du Leben und was treibt Dich aktuell besonders an?
Mich treibt es an, frei über meine Zeit verfügen zu können. Meinen letzten Job habe ich gekündigt, ohne einen anderen Job zu haben. Ich hatte genaue Vorstellungen, wo ich hinwollte und dank meiner Rücklagen fühlte ich mich sicher genug den Sprung zu wagen (die Rücklagen musste ich dann zum Glück doch nicht anfassen).
Langfristig möchte ich mehr Abwechslung in meinem Berufsleben. Das kann auch heißen, 4 grundverschiedene (Saison‑) Jobs pro Jahr zu machen, die alleine vielleicht nicht genug Geld einbringen würden, um meinen Lebensstandard zu halten, aber durch Dividenden etc. reicht es dann doch.

 

  • Was sagt Dein Umfeld generell zu Deinen Plänen und wirst Du dabei unterstützt?
In meinem familiären Umfeld beschäftigt sich niemand mit Investitionen. In meinem Freundeskreis habe ich 1-2 Freunde, mit denen ich offen über Geld reden kann. Insgesamt ist es aber eher ein unbeliebtes Thema.
Mit meinem Partner bespreche ich alles, wir pushen uns gegenseitig und ziehen an einem Strang, was klasse ist.

 

  • Gibt es noch etwas, dass Du den anderen Freiheitskämpfern mitgeben willst?
Ich möchte vor allem Frauen ermutigen auch zu Freiheitskämpferinnen zu werden.
Wir sind noch lange nicht in allen Bereichen gleichberechtigt und leider sind noch immer viele Frauen von ihren Männern abhängig. Eigenverantwortung ist nicht der leichteste Weg, aber der lohnenswerteste. Finanzen sind nicht kompliziert, sie werden nur leider für Frauen oft mystifiziert.
In der Community der Freiheitsmaschine habe ich bis auf ein weibliches Millionärsinterview nur von Männern gelesen. Das wird sich wahrscheinlich auch nicht so schnell ändern.
Deshalb hier auch an die Männer der Aufruf: Unterstützt eure Frauen in allen Fragen zur Gleichberechtigung wo ihr könnt. Nehmt euch Zeit für eure Familie und bindet eure Frauen in allen Finanzangelegenheiten mit ein.
Gemeinsam lebt es sich so viel schöner in Freiheit (wie auch immer jede/r Einzelne sie definiert) und vielleicht ist Freiheit ja nicht ohne Grund weiblich 😉.

 

Das war das Freiheitskämpfer Interview mit Scannerin

Prima, dass Du hier dabei bist und super, was Du auf der Ausbildungs- und Karriereseite alles erreicht hast.

Und Deinen Aufruf für und auch an Frauen kann ich hiermit nur unterstützen.

Und das von beiden Seiten, bei dem sich auch die Frauen wie selbstverständlich um diese Punkte kümmern oder daran beteiligt sind, wie das Familienvermögen angelegt ist.

 

Und jetzt Ihr

Welche Fragen und Anregungen habt Ihr an die Scannerin?

Wie nehmt Ihr das Thema Finanzen bei den Geschlechtern wahr und seht Ihr selbst noch einen Unterschied? Was sagen die weiblichen Leser der Freiheitsmaschine dazu?

 

Außerdem

Mach auch Du mit bei der neuen Interviewreihe, wenn Du Dich im Lebensabschnitt bis 35 und min. 100.000 Euro selbsterschaffenem Vermögen befindest.

Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und nimm an den Freiheitskämpfer Interviews teil.

Neben dem Fakt den anderen hier etwas zurück zu geben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Als zusätzliche Möglichkeit, kannst Du Deinen weiteren Weg in einem Tagebuch hier in unserer Community veröffentlichen.

Die Millionär Interviews laufen natürlich auch weiter und auch hier freue ich mich auf weitere Gäste.

Mach 2020 zum besten Jahr Deines Lebens und gib Gas mit der Freiheitsmaschine!

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