Wann geht Dein Arbeitgeber endlich pleite?

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Der Maschinist hat, wie jeder andere Mensch auch, viele Seiten.
Er handelt z.B. nicht nur an der Börse, ist Hobbysportler, Reiseenthusiast, Feierabendmusiker, Vater und Partner. Nein, er ist mittlerweile auch seit fast zwanzig Jahren Angestellter eines DAX Unternehmens.

Zwanzig Jahre!

Egal wie man es nimmt. Das ist sehr prägend. Ich wäre heute bestimmt ein anderer Mensch, wenn ich die letzten knapp zwei Dekaden z.B. als Musiker durch die Welt getingelt wäre.

Ein guter Teil der Prägung wird durch die Glaubenssätze der Mitmenschen im Umfeld ausgelöst. Selbst wenn man dieses Herdenverhalten durchschaut und die Glaubenssätze ablehnt, sorgt die Beschäftigung damit für Beeinflussung.

„Das neue Produkt sieht gut aus“ – „Wieso dauert Meilenstein drei so lange?“ – „Die Beschaffung will schon wieder x Millionen haben“. All diese Dinge schwirren täglich um den Maschinisten. Aber es sind auch ganz andere Kaliber dabei: „Es ist immer noch einer der besten Arbeitgeber“ – „Jeder will hier hin.“ Oder: „Mein Kind soll hier später auch einmal arbeiten, dann ist es abgesichert“.

Wirklich? Wäre es das?
  • Würde ich meinen Kindern empfehlen, vorbehaltlos beim gleichen Unternehmen oder in der gleichen Branche anzufangen?
  • Würde ich Ihnen mit dem gleichen Enthusiasmus in den Ohren liegen, dass ein Angestelltenverhältnis bei einem Großunternehmen generell das Beste ist, was Ihnen passieren kann?

Nach knapp zwei Dekaden kann ich diese Frage mit einem überzeugten „Nein!“ beantworten.

Frage: Wie viele der ehemals dreißig größten Unternehmen des weltberühmten US Dow Jones Index sind nach 90 Jahren nun noch in diesem Index enthalten?
Zwanzig? Zehn?

Die Antwort lautet Null!

General Electric, der letzte Überlebende ist diesen Sommer aus dem Index gefallen. Die meisten anderen Weltkonzerne des letzten Jahrhunderts sind bankrott gegangen wie die Radio Corporation of America (RCA), General Motors und co. Andere wurden nach dem Absturz aufgekauft und konsolidiert. Kennt noch jemand Kodak – Das ehemals führende Kameraunternehmen der Welt?

Ein Blick auf den S&P500 offenbart das gleiche Bild. Knapp 90% der Unternehmen des Jahres 1955 sind dort aktuell nicht mehr enthalten.
Das heißt, fast jedes private Unternehmen geht entweder irgendwann Bankrott, wird aufgekauft oder darbt im langsamen Niedergang in der Versenkung. Auch wenn das für die Mitarbeiter dort im Fall des Falles unangenehm ist – Gesellschaftlich betrachtet ist es eine wunderbare Sache.

Disruptive Innovation

Dieser Begriff beschreibt den eigentlichen Ursprung des Fortschritts in unserem marktwirtschaftlichen System. Mutige Menschen entwickeln neue Prozesse und Produkte, die um ein vielfaches besser sind als die bisher vorhandenen.
Uns Verbrauchern bringt das ein immer weiter steigendes Produktangebot. Und der Gesellschaft als Ganzes einen immer weiter steigenden Wohlstand.

  • Die medizinische Versorgung durch neue Behandlungsmethoden verbessert sich rasend schnell.
  • Neue Energieumwandlungs- und Speichermethoden kommen auf den Markt.
  • Durch den nun unlimitierten Informationsfluss im Internet explodiert die Freiheit aller Bürger.

Aber so toll das für die Verbraucher auch ist. Für die Hersteller der alten Produkte und Ihre Mitarbeiter bedeutet das oft etwas ganz anderes.
Die innovativen und viel besseren Produkte verursachen dort sinkende Margen, Stellenabbau und langfristig sogar oft den Bankrott oder die Zerschlagung, da Ihr Geschäftsmodell nun nicht mehr funktioniert.

Denn interessanterweise finden wirklich disruptive Innovationen fast nie bei den aktuellen Marktführern der bestehenden Produkte statt.

Rein logisch kann das gar nicht sein, oder?
Die großen Anbieter kennen sich schließlich viel besser als jeder andere mit Ihren bestehenden Produkten und dem Gesamtmarkt aus und beschäftigen dabei oft auch die besten Köpfe. Sie betreiben große Forschungs- und Entwicklungsabteilungen mit jährlichem Milliardenbudget, die an der Weiterentwicklung arbeiten sollen.

Aber es gibt ein paar nette Besonderheiten in diesem System

Aus eigener Erfahrung lernen Mitarbeiter in den großen Unternehmen nach einem enthusiastischen Berufsstart oft schnell, dass aufgrund der Unternehmensgröße viele kraft- und zeitzehrende Prozesse notwendig sind, die eine mögliche schnelle Weiterentwicklung bremsen.
Die Arbeitsleistung des einzelnen ist dabei, je grösser das Unternehmen, immer weniger sichtbar. Das drängt viele Angestellte, die in einem kleinen innovativen Betrieb motiviert arbeiten würden, bei einem Konzern langfristig in verschiedene „Rollen“.

  • Einige Menschen werden dort z.B. zu „politischen Spielern“, nachdem Sie gelernt haben wie das System „Großunternehmen“ funktioniert und das dort meistens nicht die beste Idee gewinnt, sondern die beste Selbstvermarktung kombiniert mit den besten Kontakten.
  • Andere Menschen sind so frustriert über diese Prozesse, dass Sie irgendwann innerlich kündigen. Außer dem monatlichen Gehalt auf dem Konto liegt Ihnen dann nichts mehr an den Produkten Ihres Arbeitgebers und Sie ertappen sich im Extremfall manchmal sogar selbst dabei, sich zu wünschen, das: „Der Laden endlich den Bach herunter geht“ (Ein Wunsch, der langfristig fast immer erfüllt wird…).
  • Aber die wohl größte Gruppe in sehr großen Strukturen ist der „Arbeit nach Vorschrift Typ“.
    Diese zum Berufsstart oft hochmotivierten und fleißigen Menschen, tun irgendwann nur noch, was man von Ihnen verlangt aber die ehemals große Leidenschaft für das Produkt und das Beschäftigen mit möglichen Verbesserungen geht nach vielen Jahren verloren.
    Das Gehalt und der Bonus kommen doch so auch. Und der Chef macht schließlich das Gleiche. Die tägliche Arbeit wird natürlich gemacht aber die große Anstrengung und das Risiko, etwas wirklich Neues zu wagen und etwas ganz anderes auszuprobieren, leider nicht mehr. Und das besonders dann, wenn das die eigenen etablierten Produkte verdrängen würde.

Ich weiß, dass wird gerade Berufsanfänger überraschen aber mit diesem Verhalten macht der Angestellte für sich selbst betrachtet statistisch sogar alles richtig. Denn neues wagen zu wollen und der Anstoß von großen Veränderungen zu sein, ist in einem Konzern nicht selten ein Risiko für einen Angestellten!
Zum falschen Zeitpunkt und am falschen Ort eine neue große Produktidee oder Verbesserung heraus zu posaunen, kann das Ende der eigenen Karriere bedeuten und das ganz egal wie grandios sie ist.

Du glaubst mir nicht? Ich habe es selbst schon live erlebt.

Ein mutiger Manager trat hervor und sprach bei einem Boardmeeting eine gute und nach meiner Meinung absolut passende Verbesserung an. 5 Minuten später war seine Reputation vor den Augen aller nach einem Wutanfall des CEO’s inklusive: „Ich will den Meier hier nicht mehr sehen!“, dahin und alle weiteren Karriereaussichten bei diesem Unternehmen damit beendet.

Und was wäre der persönliche Lohn für Hr. Meier gewesen, falls es doch geklappt hätte und der neue Vorschlag genehmigt worden wäre? Erst einmal deutlich mehr Arbeit das Neue dann auch zu entwickeln. Und sich dabei während des Prozesses Kommentare von anderen anzuhören, wieso man denn auf eine solche Schnapsidee kommt und sich „zusätzliche Arbeit ans Bein bindet“.
Außerdem schafft eine neue Innovationsidee in bestehenden, großen Strukturen viele Feinde. Das Neue ist eine große Gefahr für Menschen, die mit dem Bestehenden groß geworden sind und damit Ihren Lebensunterhalt verdienen. Unmengen an Geld, Karrieren und Politik wurden schließlich in die Produktionsanlagen, Prozesse und Arbeitsplätze des Alten investiert.

„Sind Sie total bescheuert Schmitt, jetzt mit diesem Scheiß um die Ecke zu kommen? Ein mobiles Telefon ohne Tastatur? Wir haben gerade erst zwei Milliarden in die Tastaturoptimierung gesteckt, für die ich so lange gekämpft habe! Wie stehe ich denn jetzt vor unserem Chef da?“

So oder so ähnlich ist es bei Nokia oder Microsoft im Jahr 2007 wahrscheinlich in der mittleren Managementebene abgegangen. Recht gehabt und dann doch (wie in den USA) mit dem Pappkarton vor der Tür stehen oder in Deutschland kaltgestellt. Dann lieber die Klappe halten wie Hr. Mueller, der gut mit dem Chef kann. Konnte ja keiner ahnen, dass irgendjemand Telefone ohne Tastatur erfindet.

Oder? 😉

All diese Dinge sind der Grund, warum disruptive Innovationen so gut wie immer von neuen, kleinen und jungen Unternehmen auf den Markt kommen, die mit Ihrem Mut und Ihrer gesamten Energie etwas noch nie Dagewesenes vorantreiben. In solchen Start-Up Strukturen gibt es kaum interne Widerstände. Im Falle des Misserfolgs keine Häme und im Falle des Erfolgs ein Vielfaches der monetären und sozialen Belohnung.

Und deshalb ist die Tätigkeit bei einem etablierten Konzern zwar kuschelig und zu Beginn auch schmeichelhaft für den jungen Absolventen aber auf lange Sicht ist sie eines garantiert nicht: Sie ist nicht sicher! Und das betrifft so gut wie alle Branchen!

Im Haus meiner Eltern gab es eine wunderbare Stereoanlage

Echtes Edelstahlgehäuse. Der Plattenspieler mit einem von Elektromotoren gesteuerten Arm. Deutsche Ingenieurskunst und für die Ewigkeit gebaut. Todschick und kostete in den 70ern mindestens zwei Monatslöhne eines Arbeiters. Die Marke hieß SABA.

Der Fernseher kam von Nordmende. Diesen Namen kannte vor einigen Dekaden noch jeder deutsche Bürger. Mein Kleinkraftrad wurde von Zündapp hergestellt.

Alles hochwertige Produkte und besser verarbeitet als das was von der ausländischen Konkurrenz kam. Zehntausende Menschen arbeiteten für diese Unternehmen in den 70ern auf heimischem Boden.

Damals

Du glaubst, das kann heute nicht mehr passieren und eine ganze Industriebranche wie die deutsche Elektronikindustrie der 70er Jahre kann heute nicht mehr einfach so verschwinden?
Vor kurzem dachte man zum Beispiel noch, dass die großen Energieproduzenten auch in hundert Jahren noch unseren Strom liefern werden. Nun schauen diese Unternehmen besorgt auf totschicke autarke und optisch so gut wie unsichtbare Solardachangebote, die bald auf jedem Gebäude der westlichen Welt wie selbstverständlich verbaut werden. Und das, weil Sie in Summe schon bald einfach viel günstiger, praktischer und auch umweltschonender sind.

Aber anstatt nun so schnell wie möglich auf diesen Zug aufzuspringen, wollen die (noch) im DAX gelisteten deutschen Energiekonzerne auch im Jahr 2018 immer noch Wälder abholzen, um dort Braunkohle abzubauen und zementieren damit auch Imageseitig Ihren eigenen Untergang.

Man dachte, dass die deutschen Automobilhersteller immer die besten PKW bauen werden, eben weil Sie das in schon im letzten Jahrhundert getan haben. Wer einmal einen Tesla Model S P100D gefahren ist, bekommt eine Ahnung davon, was in den letzten Jahren in den deutschen Vorstandsetagen versäumt wurde und das auch im Automobilbau nach 120 Jahren der nächste große Innovationssprung anstehen könnte. Und das nicht nur wegen der Antriebsform.

Eigenes Energiespeicher Know-How wurde im deutschen Sprachraum bisher leider nicht aufgebaut und so ist man aktuell komplett abhängig von asiatischen Zuliefern, die die Preise diktieren.

Software Updates over the air? Autonomes Fahren?
„Testen wir auch (weil wir müssen) aber das ist doch viel zu riskant! Das dauert bis zur Marktreife mindestens noch zehn Jahre…“
Echt?

Verkrustete Strukturen

Jeder Angestellte dort sollte sich überlegen, was er tut, wenn es einmal mit dem sicheren Arbeitsplatz vorbei ist.

Aber fangen wir mit dem an, was Du ganz bestimmt nicht tun sollst:

  • Du bist Angestellter mit einer hochverschuldeten und viel zu großen Immobilie im direkten Umfeld Deines Arbeitgebers in einem ansonsten strukturschwachen Gebiet.
  • Außer dem geringen Eigenkapitalanteil in Deiner Immobilie besitzt Du keinerlei Vermögen, weil Du Dein gesamtes Einkommen jeden Monat ausgibst.
  • Du hast Dich bei Deinem Arbeitgeber so stark beruflich spezialisiert, dass Deine Fähigkeiten nirgendwo anders mehr finanziell entlohnt würden und
  • Du baust keine weiteren Einkommensströme auf und als einziger Rentenbaustein kauft Dein Arbeitgeber für Dich firmeneigene nachrangige Anleihen.

Junge, wach auf!

Geschäftsmodelle ändern sich. Und das heute so schnell wie nie zuvor. Wenn Du dann Dein gesamtes Wohlergehen in die Hand Deines Arbeitgebers legst, verlierst Du im Fall des Falles nicht nur Deinen Job. Auch Dein verschuldetes Haus verliert dann stark an Wert und macht Dich immobil, Deine Kenntnisse sind für die neuen Wettbewerber nicht brauchbar und Deine Betriebsrente ist auch im Eimer.

Was Du stattdessen tun sollst?

Geh davon aus, dass Dein Arbeitgeber nicht immer da sein wird und das ganz egal wie glanzvoll sein Name heute ist. Schätze stattdessen ab, welche Innovationen des Wettbewerbs Ihn überrollen könnten und welche Auswirkungen das auf die Immobilienpreise im Umfeld Deines Arbeitgebers hat.
Der Niedergangs eines Konzerns in München wäre bezüglich Immobilienmarkt z.B. wahrscheinlich verkraftbar aber wäre er das auch in Ludwigshafen, Leverkusen oder Wolfsburg?
Und ganz besonders darfst Du Dich langfristig nicht nur von einer Einkommensquelle abhängig machen. Vielmehr musst Du Dir weitere Einkommensströme aufbauen, die mit Deinem Arbeitgeber nichts zu tun haben. Das geht passiv z.B. sehr gut mit vermieteten Immobilien (im Fall des Beispiels oben dann nicht in der direkten Umgebung Deines Arbeitgebers) und mit Aktien.

Ein passives Investment in einen breiten Aktienkorb liefert Dir einen verlässlichen Dividendenstrom. Wenn Du Dich anstrengst, eine hohe Sparquote hast und dieses Geld dann regelmäßig in Aktien ETF investierst, macht Dich das wohlhabend und finanziell frei. Und das völlig unabhängig davon, was in Deiner direkten Umgebung, mit Deiner Rente oder sogar im ganzen Land passiert.

Das investierte Vermögen in dieser Wohlstandsmaschine verdoppelt sich historisch seit 200 Jahren Brutto durchschnittlich in weniger als zehn Jahren und wenn Du das richtige passive Produkt kaufst (einen passiven Gesamtmarkt ETF) bist Du automatisch immer bei tausenden der weltweit größten Firmen dabei und das ganz egal was dabei mit einzelnen Unternehmen passiert.
Aktien oder genauer gesagt ein passiver Gesamtmarkt Aktien ETF sind die Lösung.

Es ist langfristig die bei weitem sicherste Anlageklasse und so lange irgendwo auf dieser Welt eine halbwegs freie Marktwirtschaft vorhanden sein wird, wirst Du damit zu den Gewinnern gehören. Du und Deine Familie werdet damit immer freier und unabhängiger von anderen und riskanteren Geldströmen werden (z.B. dem eines Angestelltendaseins).

Du wirst über die täglichen Nachrichten dann genauso lachen wie ich. Was interessiert es Dich dann ob Du in zwanzig Jahren eine Rente von 48% Deines Arbeitseinkommens erhältst oder von 43% oder ob die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 0,5% gesenkt werden? All das ist dann nebensächlich für Dich geworden.

Du erkennst dann, warum die meisten Politiker genau wie viele Angestellte eines Großunternehmens über die Jahre zu Prostituierten Ihres Metiers geworden sind. Sie brauchen immer noch das Geld und die vermeintliche „Sicherheit“. Dafür singen Sie das Lied Ihres „Arbeitsgebers“. Im Falle eines Politikers ist das der Wähler, der bedient werden möchte und der seinen Daumen senkt, wenn seine Gruppe nicht genügend bedacht wird. Um das zu verhindern, muss dann alles Mögliche getan werden.

Es hat nach vielen Dekaden zwar oft nichts mehr mit den eigenen Interessen zu tun aber wenn bis dahin keine weiteren und sicheren Einkommensströme aufgebaut wurden, dann geht das so bis zur offiziellen Rente.
Dabei ist die Alternative so einfach zu erreichen und langfristig auch so viel sicherer als jedes Angestelltendasein dieser Welt.

Die Regeln lauten:

Selbst wenn Du zu der beglückwünschenswerten Minderheit gehörst, die für Ihren Angestelltenjob nach mehreren Dekaden immer noch brennt, kannst Du Dich mit passiven Einkommensströmen noch glücklicher machen.
Du kannst Deinen Spaß im Beruf dann emotional vom Einkommen trennen und Dir genau die Projekte aussuchen, die Dir am meisten Freude machen. Du brauchst im Unternehmen weniger Rücksicht auf politische Belange nehmen und kannst die Wahrheit aussprechen.

Und falls Dein Unternehmen irgendwann während Deiner aktiven Zeit einmal in Schwierigkeiten gerät, kannst Du Dir mit Ruhe und ganz souverän Deine nächsten Schritte überlegen, anstatt wie alle anderen dann kopflos um Ihre Jobs zu bangen und sich dem ganzen Stress auszusetzen.

Ein großer Teil der Bürger der westlichen Welt hat erstmals in der Geschichte der Menschheit die Möglichkeit sich finanziell unabhängig zu machen und sich von einem großen Teil der Sorgen und des „Bullshits“ unserer heutigen Arbeitswelt zu befreien.
Nutze diese Möglichkeit und nimm die Umbrüche in unserer Arbeitswelt einfach als das hin was Sie sind.
Wohlstandsbeschleuniger!

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Gast
Corcovado

Mit Vorfreude habe ich deinen Artikel gelesen und wurde wie gewohnt nicht enttäuscht. 😉
Du hast mich bereits in einen deiner letzten Artikel zum Nachdenken angeregt, aus den o.g. Gründen von der Einzelaktienauswahl abzusehen und auf einen ETF zu setzen.

Vielen Dank für deine stets fundierte Aufarbeitung der Thematik und dem exzellenten Schreibstil. Das liest man auch gerne noch ein zweites Mal durch. 🙂

Viele Grüße und eine Gute Nacht

Marian

Thorsten
Mitglied

Schön, das es noch andere Groß-Konzernler gibt, die den gleichen Weg erfolgreich verfolgen!

Super Artikel 🙂

PS: Wenn Du mal in Bonn vorbei kommst, biste auf ein Bierchen gerne eingeladen… 😉

Gast
Summon

Super Artikel wie immer, Danke Maschinist!

Sehe insgesamt Aktien auch langfristig am sichersten an.

Ich frage mich jedoch, wie ich diese am Besten vor möglicher staatlicher Enteignung (z.B. durch Vermögenssteuer und Wegzugsbesteuerung) schützen kann. Wenn Deutschland so weiter macht, könnte das ein zur Debatte stehendes Szenario sein.

Oder ist das bei Aktien und ETFs nicht zu erwarten? Sind hier ETFs vielleicht sogar leichter für den Staat, da mögliche Komplikationen bei Abgaben auf Aktien entfallen? („sind ja nur Fonds“)

Gast
KostenRunter

Nach 17 Jahren in einem Konzern kann ich alles bestätigen. Insbesondere die emotionale Trennung von Einkommen und dem was ich mache. Mit einem gutgefüllten Depot und vermieteten Immobilien bekomme ich keine Schnappatmung, wenn ein Großprojekt mal in Schieflage kommt. Und ich leiste mir auch eine eigene Meinung, wobei ich damit mehr positive als negative Erfahrungen gemacht habe.

Davor war ich in einem Mittelständler (kein Start-up mehr, aber 20 Jahre vorher mit einer neuen Idee aus dem für eine Mark erworbenen Nachlass einer Weltfirma gegeündet). Da gab es flache Strukturen und viel weniger Bürokratie. Hatte aber auch Nachteile, Lieferanten wurden nicht pünktlich bezahlt, Gehalt kam verspätet und ich musste auch mal aus zwei Schrottmaschinen eine bauen, damit die Produktion weiterlaufen kann.

Damals als Berufsanfänger mit 2 Kindern waren nicht genug Reserven da, ohne Arbeit einfach geradeaus zu fahren. Ich hatte da mit einem Kollegen einen Plan B. Eine Produktlinie war ohne großen Kapitaleinsatz aber mit viel Geschick und Know-How zu fertigen, damit hätten wir uns dann selbständig machen wollen.
Weil sich die Firma aber lange knapp oberhalb und unterhalb der Wasserlinie gehalten hat, habe ich dann aber Plan C gezogen und bin zu dem Großunternehmen gegangen.

Entgegen den Empfehlungen habe ich allerdings ein kleines Häuschen in der Nähe des Arbeitgebers. Es ist für mich einfach Lebensqualität, bei Wind und Wetter eine knappe halbe Stunde auf dem Rad fit zu bleiben, als mich in überfüllte Züge zu quetschen oder meine Zeit im Stau zu verbringen. Dadurch das das ein heruntergekommener Altbau war und ich viel gemacht habe, hielt sich das Risiko in Grenzen, eine Pleite der Firma hätte vor zehn Jahren aber schon ins Kontor geschlagen.

Jetzt ist das egal, das mietfreie Wohnen und die energetische Sanierung senkt meine laufenden Kosten und als Privatier kann ich wohnen, wo ich möchte.

Gast

Hallo Maschinist,
danke für den Beitrag, passt zu 99%! Tja, aus eigener Erfahrung – bevor dein Arbeitgeber pleite gehen wird werden die “alten” und “teuren” Mitarbeiter abgebaut und durch die globalisierte Kollegen ausgetauscht. Meist klappt das nicht so toll, dann wird dein Arbeitgeber versuchen diesen Bereich auszulagern. Die Tochterfirma kann man dann doch noch versuchen zu verkaufen oder mittelfristig weniger auffällig mit neuem Namen zu schließen. Gut, wenn man in einer solchen Situation schon sein privates Depot einigermaßen aufgebaut hat.
Viele Grüße
Bergfahrten

Gast
Thomas

Hi Bergfahrer,

ich finde mich ein Stück weit wieder. Der Konzern in dem ich arbeite ist noch nicht am pleite gehen, hätte aber gerne mehr Rendite. Deshalb wird die Belegschaft welche nicht in “Best cost countries” arbeiten durch natürliche Fluktuation ausgetrocknet. Das was in best cost countries, was aktuell stark gepusht wird, abgeliefert wird ist auch nicht so toll. Man wird sehen wie es weiter geht. Mein Depot ist leider noch nicht so gefüllt dass die vollständige Entspannung Einzug gehalten hat. Aber ein großer Teil ist schon absolviert.

@Maschine: vielen Dank für deine Arbeit. Beindruckende Beiträge die du ablieferst!

Viele Grüße
Thomas

Gast
Marcus

Toller Artikel, vielen Dank dafür.

Gast
Joerg

Danke, M., fuer die Demaskierung der Grosskonzern-Fratze … obwohl es die gleichen Mechanismen auch schon in kleinen Unternehmen gibt …
ist halt beides menschlich – reaktionaer und/oder innovativ.
“Spaetestens ab dem Moment, in dem ich in ein Unternehmen eintrete, ist es nicht mehr vollkommen” 😉

@Konvertiten: Aber nicht, dass jetzt die ganzen Einzelaktien-Anleger hier reihenweise umkippen … Wer sorgt dann fuer die Index-Hygiene fuer meine ETFs?

Gast
Oliver

Nun, ich bin zum Glück in der Position, dass meine passive Einnahmen alles abdecken. Ich kenne die Position als Gründer und danach als Selbstständiger, der heute nach Lust und Laune Projekte macht. Im Sommer war ich allerdings tatsächlich sehr faul.

Zuletzt habe ich für Intel einiges betreut und hatte/habe dort als freier Mitarbeiter eine Sonderstellung. Alles was Du über große Unternehmen schreibst, kann ich vorbehaltlos bestätigen, auch wenn amerikanische Unternehmen personell brutaler vorgehen als deutsche. Die Abhängigkeiten sind bei sehr guten Leuten grotesk, es werden sich Riesenhäuser angeschafft, auf dem Parkplatz siehst Du Autos wie bei Formel 1, man fährt gerne groß in den Urlaub und hat trotz sehr gutem Gehalts deine beschriebenen Abhängigkeiten. Einige sind wegen Umstrukturierungen entlassen worden und gerade die langjährigen Mitarbeiter tun sich sowohl mental als auch finanziell schwer, sich auf die neue Situation einzurichten. Für mich ist das unverständlich, man muss ja noch nicht mal frugal wie Tim Schäfer leben, es reicht ja auch ein angenehmer Lebensstil, wo man sich vornimmt, einen Teil des Gehaltes zu investieren.

Vor ein paar Monaten war ich auf einem Geburtstagsfest eingeladen und habe dort sehr viele Leute wieder gesehen, zu denen ich z.T. seid Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatte. Einer arbeitet knapp unterhalb des Vorstandes bei Siemens und dem habe ich gesagt, dass er jetzt der letzte von all denen ist, die ich kenne, der dort noch arbeitet. Ich kannte einige, die direkt nach dem Studium/Schule in dem Unternehmen angefangen haben und aufgrund der vielen technologischen Veränderungen nicht mehr dort sind. Er schaute mich ganz verdutzt an, versuchte es etwas zu beschönigen und sagte dann, ihm könne es nicht passieren. Er ist ja so lange dabei und in seiner Stellung… unentbehrlich. Leider hat Siemens vor kurzem engkündigt, die Management- und Verwaltungsstellen speziell in München stark ausdünnen zu wollen. Ich schreibe das ohne Häme, er war zu Schulzeiten immerhin ein guter Freund und ich habe ihn aus den Augen verloren. Aber auch hier gleiches Muster mit großem Haus im südlichen Münchner Vorland und wahrscheinlich hohen monatlichen Fixkosten. Mein guter Freund, der eingeladen hatte und bei der Telekom in der IT arbeitet, steht vor dem genau gleichen Problem inkl. großem Haus, 2 Autos etc. Es gleicht sich alles irgendwie.

Das sich Technologien immer schneller verabschieden, weil neues dazu kommt, ist ja kein Geheimnis. Selbst wenn große Unternehmen etwas bahnbrechendes erfinden, tun sie sich komischerweise sehr viel schwerer als neue kleiner Unternehmen, diese zu vermarkten. Du beschreibst es ganz gut, dass in großen Unternehmen häufig die Bewahrer (Farmer) arbeiten. Intel hat u.a. in der Speichertechnologie mit Optane etwas grundlegend neues erschaffen, was Festplatten/SSDs schlicht überflüssig macht. Sie haben es seid einem Jahr auf dem Markt, stellen aber parallel SSDs her und haben dazu sogar noch neue Werke in China gebaut (ist jetzt nichts geheimes). Das heißt, ein Konflikt der die Entwicklung aufhält, weil sich die SSD-Werke erst mal auszahlen müssen. Nun haben sie das Pech, dass Optane von der Technologie immer besser wird und wahrscheinlich in absehbarer Zeit die Leute da draußen das spitz kriegen werden. Natürlich erfreut das so Unternehmen wie Samsung & Co. auch nicht unbedingt. Aber wäre diese Technologie von einem Startup-Unternehmen entwickelt worden, sähe heute die Geschichte ganz anders aus. Nur wäre es dann kein eigenständiges Unternehmen mehr, sondern irgendwer hätte den Laden schlicht für sehr viel Geld aufgekauft. Nur was wird es bewirken? Viele Leute, die heute Festplatten/SSDs herstellen und vermarkten, werden arbeitslos werden. Das wird natürlich herausgezögert, da es um Existenzen geht. Nur wie bei deinem Beispiel Kodak kann der Wechsel so schnell gehen, dass das herauszögern ganze Unternehmen vernichtet.

Was z.B. selbstfahrende Autos betrifft, könnten die schneller als gedacht von Personendrohnen abgelöst werden. Sie wollen den Münchner Hauptbahnhof umbauen und in dem Pavillion, wo sie das vorstellen reden sie von Lufttaxis. Im Grunde bräuchten wir bald keine Autos in irgendeiner Form mehr, daraus natürlich auch keine Autobahnen oder größere Straßen und sehr viele Brücken. Daraus resultierend nicht mehr so viele Tankstellen, Autobahnraststätten und die ganze Infrastruktur. Höchstens noch weitere Schnellbahnverbindungen, bis Drohnen das auch übernehmen können. Nur wenn wir das alles wegrationalisieren, wo bleiben dann noch BMW, VW. Daimler & Co.? Was soll denn Bosch machen und wie bekommen wir neue Straßenbenutzungsgebühren ohne Straßen? Die Welt verändert sich immer schneller und ich bin mir sicher, dass so lauschige Großunternehmensarbeitsplätze, wie sie gerade von den sicherheitsgetriebenen Menschen in Deutschland bevorzugt werden, äußert rar gesät sind. Trotzdem wird Arbeit nicht aussterben, obwohl ich vor nicht langer Zeit anderer Ansicht war. Sie wird sich verlagern, jeder einzelne muss nicht mehr so viel arbeiten, aber wir werden durch die schnellen Veränderungen in der Arbeitszeit immer mehr gefordert werden. Gnade denen Gott die da nicht mithalten können.

Ich bin froh, dass ich deswegen finanziell ziemlich autark bin. Ich kann es jedem nur empfehlen, zumindest Teile der Ausgaben passiv finanzieren zu lassen. Der finanzielle Druck fällt mit jedem Hunderter, der monatlich durch passive Einnahmen gedeckt wird. Aber anders als der Maschinist habe ich alles altmodisch in Einzelaktien angelegt. Jeder muss seinen Weg finden, wie er investiert. Aber möglichst jeder sollte investieren.

Grüße Oliver

Mitglied
Pascal Weichert

Wieder ein schöner Artikel.
An der Berufsschule wurde bei uns gesagt, dass man eine Ausbildung am besten bei einen Konzern machen solle, weil sie besser zahlen und die Ausbildung umfangreicher ist, da sie eigene Lernwerkstätten haben. Ein Kumpel von mir macht bei BP den Master und bekommt während der Ausbildung das volle Gehalt bezahlt bei reduzierten Stunden. Ein anderer Kumpel der nicht bei BP arbeitet, sondern im Mittelstand bekommt das nicht. Desweiteren darf er sich während der Arbeitszeit eine bestimmte Stundenanzahl rausnehmen um auf der Arbeit zu lernen.

Meinen Sohn/Tochter dann auch zu einem Konzern zu schicken, eher nicht. Dennoch glaube ich, dass ein Großkonzern ein gemütlicher Türenöffner sein kann. Auslandsaufenthalt, bezahlte und gute Ausbildung usw. Wechseln kann man später immer noch. Zumal ihr Ingenieure immer gut gesucht seit 😉

Beste Grüße,
Pascal

Gast

Das Problem ist: Wenn man erstmal ein paar Jahre im Konzern gearbeitet hat, ist der Weg in den Mittelstand oder zum Startup gar nicht mehr so einfach. Zum einen ist es immer schwierig, Annehmlichkeiten aufzugeben an die man sich im Konzern gewöhnt hat, die bei einem Mittelständler aber oft gar nicht so selbstverständlich sind. Zum anderen ist man als Konzernkind für viele Mittelständler eh verbrannt. Ein Personalberater sagte mir mal, dass man nach 10 Jahren Konzern kaum noch in den Mittelstand vermittelbar ist. Umgekehrt gilt übrigens das gleiche.

Gast
Daniel

Ein insgesamt sehr schön geschriebener Artikel dem ich in weiten Teilen zustimme. Allerdings lugt hier meines Erachtens an mancher Stelle etwas grün-ideologischer Optimismus durch. Die AKW bzw. Kohlebranche mag zwar für den ein oder anderen “Millenial” eine widerliche Verbrecherbande sein die am besten morgen schon abgeschafft gehört. Tatsache ist aber, dass diese Branche uns mitunter das Wirtschaftswunder bereitet oder ermöglicht hat, das durch sie z.b. die Stahlindustrie mit gigantischem Bedarf an Energie für Hochöfen versorgt wird, etwas was EE nicht schaffen werden.

Selbst Stand heute, 16.10Uhr mit strahlendem Sonnenschein um 13.31Uhr nur lausige 20% Photovoltaik, 773MW der installierten 75GW (also grade mal EIN PROZENT! der installierten Windkraftenergie) und üppige 44% aus Kohle in das Netz einfließen. Mit anderen Worten, selbst unter Idealbedingungen wäre diese Land längst dunkel. Daran nützen auch schöne Photovoltaik Projekte wohlhabender Einfamilienhausbesitzer nichts.
Vom Primär-Energiemarkt für Wärmeenergie noch nicht einmal gesprochen.

Ähnliches gilt auch für Tesla. Für einen Elon Musk mag ein BMW, Mercedes oder Porsche wie ein Dino anmuten. Diese Dinos haben aber 100 Jahre und mehr Geschichte hinter sich und kennen die realen Probleme der Wirtschaft und auch der Kunden. Es wird glatt so getan als ob sie völlig am Kunden vorbei-entwickeln. Das Gegenteil ist der Fall. Sie produzieren das, WAS MOMENTAN verlangt wird und keine Zukunft die für viele derzeit unerschwinglich ist. Wachstum bei VW, wie ist das möglich bei dem Image?

Teslas sind derzeit etwas für Early Adopter. Der Deutsche Kunde der knapp 100.000€ für so einen Wagen ausgibt, möchte aber vielleicht möglicherweise genau das, was Tesla grade scheut. Ein lokales Werkstattnetz “mit Glaspalast” und keine freie Hinterhofwerkstatt oder eine Werkstatt 200km entfernt. Der Markt wird es zeigen. Es bleibt die Frage nach der Definition eines Autos…demnach wäre ein Tesla wohl ziemlich deutsch. Fahrwerk (Bilstein?), Elektrik? Bosch?, vielleicht spielen Conti und Recaro auch mit?

Viele große Namen existieren heute nicht mehr, das stimmt. Aber es wurde im Artikel ja selbst erwähnt, häufig verschwinden diese Namen durch Fusionen. Diese müssen aber nicht zwangweise ein Nachteil für den bis dahin dort arbeitenden AN gewesen sein. Ein großer Konzern bietet nach wie vor deutlich mehr Sicherheit als eine kleine Hinterhofbude ohne Burggraben. Und das eine Firma eine lange Historie hat zeigt ja auch, dass die Führung des Konzerns soviel bis dato nicht falsch gemacht hat.

Gast
Anna

Hallo Maschinist!

So ein schöner Beitrag, toll! Ich fühle mich gleich dazu ermutigt, an einem eigenen Artikel dazu zuarbeiten. Es ist schon länger her, aber ich habe mal in einem Buch entdeckt, wie die “Lebenszyklen” eines Unternehmens genau aussehen. Und da kommt nun mal auch der Tod irgendwann. Finde ich auch logisch — wenn der eigentliche Entrepreneur schon weg ist (oder auch einfach älter wird …), fehlt der Antrieb. Ich finde, das sieht man schön bei älteren Unternehmen: Man sieht sie irgendwie nur kleinere Unternehmen aufkaufen, aber die eigenen Innovationen bleiben auf der Strecke. Andererseits sind große Unternehmen liquide und ein super Abnehmer für kleinere Unternehmen und so können sie sich dann doch die Innovationskraft erhalten (die Liquidation ist bei vielen Entrepreneuren das eigentliche Ziel … )
Du schreibst noch: “Wenn die Vision fehlt und Produkte nur nach dem Prinzip “Wir müssen halt mitmachen” entwickelt werden, kommt selten etwas wirklich Gutes dabei heraus.” Aber da muss man sich auch selbst an der Nase packen 😉 Hier kritisierst du Menschen, die sich dem widerwillig beugen, aber dann dürfen wir uns selbst fragen: Tragen wir denn auch zum Fortschritt bei? 😉

Viele Grüße,
Anna

Gast
Ruben

Ich habe mich sehr über deinen neuen Beitrag gefreut und bin in sehr vielen Punkten bei dir. Allerdings kommt man aus meiner Sicht oftmals um eine Spezialisierung nicht herum. Ist die Arbeit zu allgemein, kann sie meist auch wieder leichter ausgelagert werden. Außerdem ist es nicht immer so einfach, immer auf das richtige Pferd/Firma zu setzen. Es gleicht der Auswahl der richtigen Aktie.

Ich bin 40 und arbeite auch seit 20 Jahren in einem alteingesessenen Dax Konzern. Ich bin kein Gutverdiener, habe mich jedoch in meinem Rahmen ein wenig hoch gearbeitet, man kennt mich und schätzt meine Leistung. Es ist nicht leicht so etwas aufzugeben, zumal es wahrscheinlich nicht nur in meiner Firma schwer ist, als normaler Kaufmann einen Fuß in eine neue Firma zu bekommen. Neue Mitarbeiter in meinem Bereich werden erst einmal für 3 Gehaltsstufen weniger eingestellt und meine Stufe sowieso nie mehr erreichen. Natürlich schwebt da auch die Gefahr mit, irgendwann derjenige zu sein, den man wegen der höheren Stufe nur noch loswerden möchte.

Meine relativ spezielle Routine Arbeit habe ich seit 6 Jahren dadurch erweitert, indem ich für meinen Bereich SAP eingeführt habe. Ich bin jetzt nicht nur eine Art interner SAP Berater, sondern führe auch weitere Projekte wie z.b. eine Produkteinführung für meinen Bereich durch. Ich hoffe mich dadurch etwas breiter für die nächsten Jahre aufgestellt zu haben. Der größte Horror ist für viele mit 50+ noch einmal die Arbeit zu verlieren, hier reihe ich mich ein. Die nächsten 10 Jahre sieht es noch ok aus, dann wäre ich 50 und habe hoffentlich bis dahin eine kleine FU erreicht. Ich müsste dann auch mit einer halben Stelle akzeptabel leben können bzw. benötige ich ja jetzt schon nur die Hälfte meines Einkommens.

Gast
Freiberufler

Lieber Maschinist,

ich mag Deine Beiträge sehr, aber als kleiner selbstständiger Unternehmer kann ich Dir heute nicht ganz zustimmen. Ich betreibe ein Fachgeschäft mit 4 Angestellten, größtenteils in Teilzeit. Wir alle werden -im Vergleich zu Angestellten eines DAX-Konzerns- viel zu schlecht bezahlt und auch für mich als Inhaber ist die Rendite nicht berauschend (aber besser als die eines Angestellten). Auf Grund unserer Größe herrscht bei uns eine Kultur des Miteinanders, Teambesprechungen brauchen wir nicht, weil wir das in der täglichen Kaffeerunde erledigen. Als Chef versuche ich es auch allen Bedürfnissen meiner Angestellten gerecht zu werden und bisher haben wir immer eine Lösung gefunden. Aber genau das unterscheidet uns von einem großen Konzern: wir kennen uns und wir wissen was wir an und von uns haben. Und ja, auch in unserer Branche gibt es disruptive Elemente. Aber: ich versuche hier aktiv zu sein und den vermeintlich großen Playern Paroli zu bieten.

Und auch wenn ich mit Deiner Einschätzung was unsere Kinder angeht übereinstimme (ich empfehle ihnen nicht in meine Fußstapfen als Chef zu treten, aber das hat mein Vater auch schon getan), bin ich trotz der Disruption zuversichtlich, dass ich meinen “Laden” in die neue Zeit retten kann. Wenn ich das nicht wäre, sollte ich besser morgen schließen. Aber das möchte ich nicht.

Die click-bait-Frage des Artikels beantworte ich also mit: hoffentlich nie! Denn außer den (S/M)DAX-Unternehmen gibt es viele kleinere Unternehmen, die auf Fachpersonal angewiesen sind und weiter existieren werden.

Gute Nacht!

Gast
Peter

Ein sehr schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt… Ich selbst bin Beamter im gehobenen Dienst. Jeder sagt, Hey das ist sicher, damit hast du ausgesorgt, was willst du mehr? Ein Kollege von mir hat sich zB vor kurzem für 40.000 Euro einen Audi TT gekauft… in Berlin wohlgemerkt…

Und was mache ich? Ok, ein Eigenheim auf dem Land bauen…^^ Aber hinzu kommen Investitionen in ETFs und Einzelaktien, Beschäftigung mit vermieteten Immobilien, der Aufbau einer Nebentätigkeit zusammen mit meiner Frau (deswegen das Eigenheim auf dem Land, da sie sich dort ihren Traum von der Arbeit mit Pferden erfüllen kann). Und ein großes Ziel haben wir… Ruhestand mit 50. Mal schauen, ob es klappt, 23 Jahre haben wir noch bis dahin. 😀

Gast
Djerun

Moin Maschinist,

das war wirklich ein saucooler Artikel und ich kann dem voll und ganz zustimmen. Nach meinem Studium bin ich erstmal von Konzern zu Konzern gesprungen, von DAX bis Top3 der Weltkonzerne, überall das Gleiche. Die Mitarbeiter waren mit ihrer Arbeit nach einigen Jahren meist unzufrieden und nur die Gehälter hielten sie da. Die Zwänge in Konzernen sind zu groß, die Rendite muss stimmen und letztendlich ist meist der Zweck der eigenen Arbeit die Gewinnmaximierung des Konzerns (und das macht nicht glücklich und befriedigt nicht).

Heut ist das auch anders…selbst Konzerne stellen neue MA nur noch für Durchschnittsgehälter ein (ohne Berufserfahrung).
Irgendwann habe ich festgestellt “Kacke, ein Konzern wird dich nie erfüllen! Was machen?” In ein Start-Up möchte ich nun auch nicht mehr wechseln, da ich eine Familie habe und Sicherheit da nunmal ein wichtiger Bestandteil privaten Glücks darstellt.
Was also machen? Ich habe mich neulich gegen die Führungslaufbahn in einem Konzern entschieden (hatte die Chance dazu). Die Zwänge im unteren und mittleren Management werden größer…letztendlich ist man nur dazu da, die Zielvorgaben des oberen Managements zu erfüllen. Dies sehe ich persönlich als Leidensdruck und das würde ich auch für mehr Schmerzensgeld nicht lange durchstehen. Daher habe ich für mich den Weg gefunden: Im Konzern bleiben, eine möglichst große Freiheit in meinem Arbeitsumfeld aufbauen und disziplinarische Führungsverantwortung vermeiden.
Ich habe noch 14 Jahre bis ich 50 bin…bis dahin sollte ein recht dickes Depot aufgebaut sein. Wenn es dann zu einer Entlassung kommen sollte, dann wird es eine so dicke Abfindung geben, dass ich zusammen mit meinem Depot ganz entspannt als Gärtner arbeiten gehen kann oder Zeitungen in der Siedlung verteile.;)

Die Welt dreht sich sehr schnell…mein Maschinenbaustudium ist gerade mal 8 Jahre her. Trotzdem merke ich, wie sehr sich der Fokus damals in den 8 Jahren auf IT, KI, IT-Security etc verlagert hat. Da kann man schnell zum alten Eisen gehören.;)

LG, Djerun

Gast
MrM

Grosses Lob für den Artikel. Also nicht nur für den sondern eigentlich für alle Deine Artikel. Neben den wirklich guten guten Inhalten ist noch eines wichtig – Du bist eines der wenigen Blogs die man noch lesen kann, ohne den verkauf von ebooks und tool oder provisionsbeiträge.

Ich selber kann zu Konzernen nichts sagen, zumindest nicht aus der Innensicht. Ich bin aus der Uni zu einem SME, von dort zu einem StartUp. In der Phase gabs das erste Angebot eines Konzers, Mutter in den US of A. Mit etwas Bedenkzeit und Blicken in die Strukturen abgelehnt, obwohl es finanziell sehr lohnend gewesen wäre (>200K , mit Umzug CH). Nachdem es mich dann wieder in SME verschlagen hat gabs nach ein paar Jahren das Angebot als Business Unit Director zu arbeiten – natürlich wieder Konzern , wieder amerikanische Mutter. Nach intensiven Gesprächen wieder abgelehnt.Neben dem Gehalt gab es einen major point – die Entscheidungswege sind mir einfach zu lang, das ganze ist eher ein Tanker als ein Schnellboot. Davon ab in ich nicht der Typ der gerne weisungsgebunden arbeitet. Und ich arbeite gerne in meinem Job, mag meine Flexibilität und die Inhalte.

Meinem Kind würde ich trotzdem empfehlen einen Teil im Komzern zu verbringen. Die konzerninterne Ausbildung ist gut, die Weiterbildungsmassnahmen meistens hervorragend. Es wird viel Geld in die Hand genommen für Weiterbildungen die es bei SBE oft nicht gibt. Und es können viele gute Kontake geknüpft werden. Danach dann gerne zu SBE oder was eigenes machen.

Glücklicherweise habe ich intuitiv vor acht Jahren angefangen in Immbilien zu investieren und habe das bis heute durchgezogen, mit mehreren Käufen von MFH und ETW.Zwangssparen sozusagen, daher sind wir finanziell eigentlich ganz gut aufgestellt.
Ansonsten war es bei uns nämlich ein Spiegel wie oben beschrieben 🙂 Nettes Eigenheim, jeder ein Auto (bis wir den Sommerporsche gekauft haben. Und danach den Citywagen), 1-3 x in der Woche zum Dinner, etc. Wenn beide knapp sechsstellig verdienen geht das alles nebenbei.

Seitdem ich Finanzblogs lese (vor allem Deins, Nico von Finanzglück und Tim Schäfer) habe ich hier massiv an diversen Stellschrauben gedreht. Danke nochmal für Deine fundierten Beiträge und die Anstiftung zum Sinneswandel. Zumindest bei mir 🙂

Gast
Polizist

Hallo Maschinist!
Ich möchte Dir auch mal ein großes allgemeines Kompliment aussprechen. Deine Artikel sind überragend inspirierend für mich und liefern mir regelmäßig schöne Denkanstöße was das Thema Finanzen angeht. Insbesondere der Artikel “Genug” lässt mich derzeit darüber nachdenken, ob ich wirklich vielleicht schon genug habe.
In meinem konkreten Fall sind ca. 95% meines Vermögens in insgesamt 6 vermieteten Immobilien gebunden. Kaufzeitraum 2006-2016. Meine Überlegung ist, da Immobilien gar nicht mal soo “passiv” sind, diese nach Ablauf der Spekulationsfrist zu verkaufen und das Kapital größtenteils in ETF´s umzuschichten, um dann nach der 3-4% Entnahmeregel evtl. “genug” für lange Zeit zu haben!?

Planst du eventuell in Zukunft eine Art Lesertreffen? Das wäre bestimmt für viele Leser auch sehr inspirierend 😉

Beste Grüße aus Düsseldorf

Gast
Oskar

Hallo Maschinist,

Wieder ein sehr gut gelungener Artikel! Dennoch würde ich mich der Empfehlung gegen eine Konzernkarriere nicht unbedingt anschließen. Es gibt eben immer Vor- und Nachteile, die man gegen die eigenen Vorlieben und Voraussetzungen abwägen muss. Wenn man sich mit den Nachteilen arrangieren kann, gibt es m.E. kaum ein besseres Umfeld, um auch als Angestellter mit einem generell sparsamen, aber nicht frugalistischen Lebenswandel die finanzielle Freiheit zu erreichen.

Gehaltsniveau, betriebliche Altersversorgung, Aufstiegschancen, später überdurchschnittliche Abfindungen… ein Konzern kann schon gute Voraussetzungen für die Erreichung der kritischen Menge FuckyouMoney deutlich vor dem Rentenalter bieten. Und ermöglicht dabei auch nicht selten interdisziplinäre Karrieren durch regelmäßige Wechsel, so dass keine Langeweile aufkommt. Wichtig ist dabei aus meiner Sicht, sich ein ausreichendes Maß an innerer Unabhängigkeit zu bewahren und nicht in den Trott und den Lifestyle vieler einen umgebender Kollegen zu fallen. Ich bin jedenfalls dankbar dafür, dass es mir „mein“ Konzern ermöglicht, in nicht allzu weiter Ferne, doch weit vor dem gesetzlichen Rentenalter den nächsten Lebensabschnitt zu beginnen. Dieser soll dann ausschließlich von meinen Interessen bestimmt sein. Monetär darf gerne etwas Zubrot rausspringen, muss aber nicht.

Die 3% sollte man aber mE auch nicht zu eng nehmen, falls man nicht gerade schon zwischen 30 und 40 ausscheidet, dadurch einen sehr langen Zeitraum zu überbrücken und aufgrund der kurzen Karriere auch wenig Rentenansprüche erworben hat. Ansonsten wird man es vielleicht nie schaffen, und jedes Jahr wird ja schließlich kostbarer wenn man die 5 vorne stehen hat, wie Du in Deinem „Genug“- Artikel so schön aufgezeigt hast.

Schließlich kommt für etwas Ältere innerhalb eines selbst durch die 4% Regel sehr sicheren Zeitraums (< 15 Jahre) die gesetzliche und die Betriebsrente hinzu, und die Rechnung kann mit dem Restvermögen und der dann notwendigen Entnahme zur Rentenaufstockung neu aufgemacht werden. Alternativ könnte man (was aber wohl kaum jemand macht) die erworbenen Rentenansprüche per Abzinsungsrechnung ins Vermögen einkalkulieren und darauf die 3 % WR anwenden, die dann eben auch für einen sehr langen Zeitraum sicher sein muss.

Beste Grüße,
Oskar

Gast
Smartinvestor

Anscheinend bin ich da wohl in keinem ganz typischen Konzern gelandet, der auch schon weit über 100 Jahre unter demselben Namen auf dem Buckel hat. Die Vorteile eines guten Gehalts, aller üblichen Sozialleistungen, ständige Weiterbildung mit den besten Trainern, viele abwechslungsreiche Stellenwechsel zwischen Experten-, Projektleitungs- und Führungspositionen in den unterschiedlichsten Unternehmensbereichen… ist bei uns auch gegeben. Aber die Downside einer versauten Führungskultur habe ich nur ein einziges Mal in einer einzigen dunklen, quasi vom Erfolg versauten Ecke kurzzeitig erlebt, die ich dann schnell wieder verlassen habe.

Ansonsten besitzt das Thema Innovation bis hin zu Disruption eine sehr hohe Aufmerksamkeit bei Mitarbeitern, den meisten Führungskräften und Betriebsrat. Es war zwar im näheren Arbeitsumfeld aus besagten Gründen manchmal nicht ganz einfach, etwas zu machen, was die jahrelange Arbeit von Kollegen und auch direkten Vorgesetzten schlecht dastehen ließ. Aber wenn die neuen Ideen in die richtige Richtung gingen, fanden sich ausnahmslos immer Mentoren bei direkten oder ersatzweise auch übergeordneten Vorgesetzten, die sich voll hinter mich gestellt haben und Rahmenbedingungen geschaffen haben, die meine Innovationsaktivitäten sehr voran- und zum Erfolg gebracht haben. Bei betroffenen Kollegen und direkten Vorgesetzten gab es manchmal lange Gesichter und manchmal auch “interessante” Reaktionen, mit denen sie sich aber i.d.R. eher selber geschädigt haben und dann in Positionen versetzt wurden, die der “Aufgeschlossenheit” förderlich war.

So wurde bei uns jeweils als einer der ersten in der gesamten Branche z.B. Soziale Medien, selbstorganisierte Communities teilweise mit Budget, wenn diese gefragte Dienstleistungen aufgebaut haben, 10% bezahlte Arbeitszeit für Experten zur freien Verfügung, agile Arbeitsorganisation, Homeoffice, Social Coding, Open Innovation und Disruptionsteams eingeführt, deren Aktivitäten mit etlichen 100 Mio EUR pro Jahr weltweit gefördert werden und schon etliche disrutive Innovationen auf den Markt gebracht haben. Es sind ständig neue Initiativen am Laufen, die sowohl von der Führung, den Mitarbeitern und auch dem Betriebsrat ausgehen und bei Aussicht auf erfolgreiche Skalierung stark gefördert werden. Es ist intern eine ähnliche Aufbruchstimmung zu spüren wie extern und es entstehen laufend neue interne Startups, wie ich selber eines vor 2 Jahren gestartet habe, das jetzt erste interne Investoren anzieht. Die Entwicklung dieses Mindsets wir u.a. durch die Einladung von externen Top-Experten für neue Themen bei internen Tagungen gefördert, wie z.B. Dietmar Dahmen (https://www.youtube.com/watch?v=fy_GO0pfPLo&app=desktop), die immer wieder neue Impuse in die gewünschte Richtung geben und sehr gut ankommen, da sie aus laufenden Projekten rekrutiert werden.

Ich denke, dass ein entscheidender Faktor dabei die sehr langfristige Ausrichtung und die hohe Mitarbeiterorientierung ist. Daher ist allen klar, dass wir in unserer HCL nur mit einem ausreichend hohen Anteil an Innovationen überleben können. Entsprechend haben alle Produktbereiche das Ziel, einen angemessenen Umsatzanteil mit Produkten zu erwirtschaften, die völlig neu sind. Vielleicht mal ein Beispiel, dass es auch Unternehmen gibt, bei denen man gerne und lange arbeitet, z.T. freiwillig bis über 70 Jahre, weil das für viele einfach spannender ist als zu Hause rumsitzen.

Gast
Summon

Klingt sehr gut! Magst Du den Namen des Unternehmens verraten? Alternativ die Branche?

Gast
Armer Beamter

Hört sich nach Schlaraffenland an!!!
Bosch?

Mitglied
Lace_dos

Hallo,
super Beitrag, freue mich immer sehr auf deine Artikel.
Beste Grüße

Gast
Benjamin Maul

Sehr geil! Danke für diesen Artikel! 🙂

Viele Grüße
Benjamin