2048 – Der Maschinist blickt zurück

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Es ist das Jahr 2048 – Die Freiheitsmaschine feiert Ihren zweiunddreißigsten Geburtstag!  Herzlichen Glückwunsch!

Im Jahr 2016 als reines Hobby vom Maschinisten gegründet, wuchs diese Domain in nur 15 Jahren zu einer der meistbesuchten Seiten im deutschsprachigen Raum.

Zwischenzeitlich übernahmen die zu diesem Zeitpunkt großen Volksparteien FDP und die neugegründete „Freiheitsbürger“ Bewegung das Thema. Dadurch ließ der Traffic in den dreißiger Jahren wieder nach und die meisten Nutzer schauten mittlerweile nur noch aus nostalgischen Gründen in der Freiheitsmaschine vorbei und lasen sich lachend gegenseitig aus den alten Artikeln vor.

Breite Finanz- und Aktienmarktkenntnisse waren im Jahr 2048 einfach zum Allgemeingut im deutschsprachigen Raum geworden sind.

Genauso wie beim Bäcker ein Brot zu kaufen, investierten die Bürger mittlerweile mit der größten Selbstverständlichkeit den Großteil Ihres Vermögens in einkommensgenerierende Firmenbeteiligungen. Die durchschnittliche Sparquote der noch Angestellten jungen Bevölkerung war dabei von ca. 10% im Jahr 2016 auf ca. 50% gestiegen und viele noch besser verdienende junge Menschen legten sogar deutlich mehr die Hälfte Ihres Einkommens regelmäßig und ganz selbstverständlich an den Börsen an.

Da nun fast jeder Bürger den Großteil seines Vermögens in Form von Aktien hält, gibt es nun im Jahr 2048 eine breite Unterstützung für die freie Marktwirtschaft und die deutsche Unternehmenskultur. Da die Politik in den zwanziger Jahre zu langsam auf dieses Phänomen reagierte, gingen die Menschen auf die Straßen und demonstrierten für Steuersenkungen und weniger staatliche Eingriffe. Und das nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Unternehmen Ihres Landes.

Die Menschen hatten erkannt, woher Ihr Wohlstand eigentlich kommt


Die daraufhin gegründete Partei der  „Freiheitsbürger“ zog 2032 erstmals in den Bundestag ein und war acht Jahre später dann die größte Gruppierung im deutschen Bundestag.

Der Maschinist lässt es im Alter von knapp 75 Jahren nun etwas ruhiger angehen

Er geht immer noch mehrmals wöchentlich zusammen mit seinen Freunden in den Fitnessraum, den er sich ins Erdgeschoss seines gemütlichen Strandhauses gebaut hat. 70 ist im Jahr 2048 schließlich das neue 40!

Zusammen wird dann über die beste Technik beim Kreuzheben philosophiert und manchmal auch über die guten alten Zeiten gelacht, bevor allen schnell klar wird, wie viel schlechter Sie doch im Vergleich zu „heute“ waren.

Dann lauschen sogar die Enkelkinder, wenn die Oldies erklären, dass es vor dreißig Jahren noch kein fliegendes Auto gab und die Lebenserwartung der Menschen noch deutlich unter 100 Jahre lag.

Fast noch unglaublicher findet der Nachwuchs dann, dass im Jahr 2018 fast alle Menschen Ihr damals noch so kurzes Leben irgendwo angestellt verbringen mussten und dabei den Großteil Ihrer Lebenszeit in irgendwelchen Büros verbrachten. Sie mussten dann mehr als 40 Jahre irgendwelche Dinge tun, die Ihnen andere Menschen aufgetragen hatten, weil Sie kein eigenes passives Einkommen hatten. Sie kannten einfach den Aktienmarkt nicht. Und von dem Geld, das Sie für Ihre Arbeit bekamen, mussten Sie dann auch noch fast die Hälfte an den Staat abgeben.

Die Kleinen fragten dann, was eigentlich ein „Gehalt“ ist, da Sie von Ihrem Maschinisten Opa meistens nur hörten, wie stark die Dividendenzahlungen schon wieder gestiegen sind von denen er und seine Familie seit mehreren Dekaden lebte.

„Das ist das, was einige junge Menschen nach Ihrem Online-Studium heutzutage für eine oder maximal zwei Dekaden erhalten, so lange Sie noch für Geld angestellt arbeiten gehen“ antwortete der grauhaarige Maschinist dann.

Bei den meisten Menschen wäre auch das mittlerweile unnötig, weil entweder die Eltern alle ein derart hohes Einkommen aus Ihren Firmenbeteiligungen erhalten, das es auch für Ihre Kinder reichen würde oder die jungen Menschen sich sowieso direkt selbständig machen.

Meistens ist das „angestellt sein“ im Jahr 2048 im Gegensatz zum Jahr 2018 eine freiwillige Entscheidung und eine gute Sache. Erstens ist es meist nur ein kurzer Zeitraum, bei dem man am Anfang schon das Ende absehen kann. Außerdem ist es nicht schlecht, wenn junge Menschen erst einmal herausfinden, welche Talente Sie haben und sich dann in einem Umfeld mit gleichgesinnten ausleben. Also ganz anders als vor 30 Jahren, als das Ganze mit Zwang verbunden war.

Die Maschinisten-Enkel müssen dann meistens trotzdem lachen und der Opa tut Ihnen auch ein wenig leid. Was musste 2018 doch für eine trostlose Zeit gewesen sein.

Das es damals viel weniger Wohlstand gab, war dabei gar nicht das schlimmste

Krasser fanden Sie, dass die Politik den fleißigen Menschen mittels Steuern so viel Geld wegnahm. Und das unglaublichste war für Sie, dass die meisten Bürger keinerlei Ahnung von der Größten Wohlstandsmaschine aller Zeiten hatten und deshalb bis ins hohe Alter fremdbestimmt Ihre Lebenszeit in damals noch schlecht ausgestatteten Büros verbringen mussten.

„Wie konnte das sein Opa, das im Jahr 2018 im deutschsprachigen Raum nur wenige Menschen Ahnung von der größten Wohlstandsmaschine aller Zeiten hatten, obwohl es die Börsen damals schon mehr als 150 Jahre lang gab? Es gab auch damals schon durchschnittlich knapp 7% Nettorendite plus den jeweiligen Inflationsausgleich pro Jahr.”

 

“Die Deutschen sind doch schlau. Warum war das nicht für alle Menschen offensichtlich?“

Der Maschinisten-Opa muss schmunzeln. Wie hatten sich die Dinge doch geändert und wie sehr zum Guten.

Eine kleine Gruppe von Menschen, war damals aufgewacht und hatte sich vor über 30 Jahren im Internet die Finger wund geschrieben. Die Message lautete: Die finanzielle Freiheit oder zumindest eine völlig entspannte und frühe Rente ist möglich. Es braucht dazu nur etwas Fleiß, Konsumverzicht und das regelmäßige Investieren des so gesparten Geldes an der Börse.

Aber so unglaublich es sich auch anhört. Zuerst wurden Sie dabei von den Lesern oft mit Häme überschüttet. So wie 150 Jahre zuvor als jemand vorschlug die Sklaverei abzuschaffen oder 300 Jahre zuvor die Leibeigenschaft.

Aber irgendwann ab 2020 nachdem eine kritische Masse an Menschen aufgewacht war, ging es auf einmal sehr schnell und immer mehr Bürger erkannten, was langfristig möglich ist und wie idiotisch es ist, bis ins hohe Alter zwangsweise und nur für Geld irgendwo seine Lebenszeit zu verbringen und irgendwelche Dinge zu tun, auf die man eigentlich keine Lust mehr hat. Die Politik nahm das Thema dann irgendwann auf, weil Sie das große Stimmenpotenzial sah.

Seit die „Freiheitsbürger“ im Jahr 2038 mit absoluter Mehrheit regierten, wurde die im Jahr 2028 eingeführte „15% Flat Tax“ und die nach dem Vorbild der USA eingeführten 401k Rentenkonten für alle Menschen durch ein noch besseres System abgelöst.

Jegliche direkte Besteuerung wurde im Grundgesetz verboten!

Da fast alle Menschen mittlerweile Firmenbeteiligungen hielten und so zu Wohlstand gekommen, waren die staatlichen Rentenzahlungen und oftmals politisch motivierten Sozialleistungen immer unnötiger geworden. Das System selbst wurde aufgrund der großen Ineffizienz und der verursachten Unfreiheit immer verpönter.

Die Menschen waren sich einig, dass sich der Staat auf seine Grundaufgaben: Sicherheit, Infrastruktur und teilweise auch Schul- und Gesundheitswesen konzentrieren sollte und dafür war eine indirekt erhobene Mehrwertsteuer von 15% mehr als ausreichend.

Es gab deshalb im Jahr 2048 weder solche Dinge wie Steuererklärungen, noch Finanzbeamte oder Steueranwälte. Das hatte in der Umstellungszeit zu einigen Reibereien geführt aber nachdem für diese Menschen ein Sozialplan ausgearbeitet wurde, der mit einem kleinen Anteil der Unternehmensgewinne gefüllt wurde, war auch hier alles ruhig.

Auch andere Dinge waren überraschend. Während zu Beginn viele Bewahrer des alten Systems vor einen Zusammenbruch der Wirtschaft warnten, da aufgrund des steigenden Wohlstandes immer mehr Menschen aus dem alten Angestelltensystem ausstiegen, geschah genau das Gegenteil.

Durch die Verknappung von verfügbaren Arbeitskräften, stiegen neben der Automatisierung in der Industrie auch die Gehälter der noch angestellt arbeiteten Menschen stark an.

Es wurde für Sie dadurch noch viel einfacher Vermögen aufzubauen und aufgrund des hohen Einkommens stieg auch ganz natürlich die Wertschätzung für diese Menschen stark an.

Es war keine Gewerkschaft mehr nötig um Löhne und Gehälter auszuhandeln, sondern aufgrund des knappen Arbeitsangebotes gab es einen Bieterkampf der Unternehmen um diese Menschen und ein neues Gleichgewicht stellte sich ein.

Viel größer wiegte noch ein anderer Effekt. Da so viele Menschen nun finanziell unabhängig waren, hatten Sie nicht nur mehr Zeit für sich selbst zur Verfügung, sondern auch um sich selbst neue Dinge auszudenken.

Man war in der Zwischenzeit zur Erkenntnis gekommen, dass die allermeisten Menschen in Wirklichkeit gerne arbeiten und etwas Neues schaffen.

Das was diesen natürlich Drang bisher immer unterdrückt hatte, war nur das alte System des Jahres 2018.
Das Problem daran war nicht die Arbeit selbst, sondern dass es einen Zwang zum Geldverdienen und zur permanenten und monotonen Anwesenheit gab. Die Bürger konnten damals noch nicht selbst entscheiden, wann Sie etwas schaffen wollten und wann Zeit für Muße und Erholung war. Dadurch waren viele Menschen frustriert und waren nur noch körperlich anwesend.

Nachdem die Menschen frei über Ihr Arbeitstempo und auch die Art Ihrer Arbeit frei entscheiden konnten, explodierte nicht nur die Produktivität des Einzelnen, sondern auch die Gründerszene im deutschsprachigen Raum erlebte einen noch niemals zuvor gekannten Boom. Dadurch wurden so viele neue Dinge erfunden, wie noch niemals zuvor und der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften nahm dadurch noch einmal zu.

Genau wie Singapur im 20.ten Jahrhundert innerhalb weniger Dekaden vom Moskito verseuchten Sumpf durch den Kapitalismus zu einem der reichsten Land der Erde wurde, sorgte auch hier die Befreiung des Menschen für einen niemals zuvor gekannten Fortschritt und Wohlstandsgewinn.

Wenn junge Menschen ausnahmsweise heute im Jahr 2048 einmal keine finanziell unabhängigen Eltern haben, können Sie sich Ihren eigenen lebenslangen Geldstrom entweder wie schon im Jahr 2018 durch ein Angestelltenverhältnis in kurzer Zeit selbst schaffen oder wenn Sie eine gute Geschäftsidee haben, erhalten Sie von den meist finanziell wohlhabenden Freunden ein Angebot in Form einer Firmenbeteiligung.

Es gibt nun so viel Wohlstand, dass Menschen mit einer Idee regelrecht von Geld und sozialer Anerkennung überhäuft werden.

 

In den Schulen ist deshalb auch der Unterricht umgestellt worden

Börsen und die Funktion des Zinseszinses werden den Kindern nun schon in den Grundschulen beigebracht. Jeder Schulabgänger weiß im Jahr 2048, wie man ein Unternehmen gründet. Er weiß auch im Schlaf, wie hoch die langfristige Rendite des Aktienmarktes ist und warum Sozialismus und staatliche Umverteilung  ohne Gegenwehr der Bürger langfristig immer in die Tyrannei führen.

 

Der Maschinist musste lachen. Was für eine wunderbare Lebensreise!

Nach dem Krafttraining würde er mit seinem Surffreund an den Strand gehen und abends mit seiner Familie zusammen essen.

Aber das Wichtigste waren wie immer seine Treffen mit den Enkeln. Es war nun im Jahr 2048 um ein vielfaches einfacher, ein eigenes Vermögen aufzubauen und sich damit in kurzer Zeit zu befreien.

Wenn Sie nicht alles falsch machen würden, dauert das nicht länger als zehn Jahre. Da möchte er ein Auge darauf halten und Sie sollen das eigenständig schaffen. Das wird Sie mit Stolz erfüllen und Sie lernen so den Wert des Geldes und auch den Wert guter Arbeit zu schätzen.

Das war schon im Jahr 2018 nicht anders und der Maschinist wünscht sich, das hätten damals schon alle Menschen verstanden.

 

Was denkst Du – Ist das alles nur ein Traum?

Vielleicht nicht und die Menschen verinnerlichen, dass nicht die Maximierung von Sozialtransfers glücklich macht, sondern ein möglichst freies und selbstbestimmtes Leben.

Egal ob im Jahr 2048 oder heute.

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Gast
auf_dem_Weg

brutal was so ein Beitrag motiviert… ich muss schmunzeln…..
Klasse, dankeschön

Gast
Gast2

Schöne Geschichte, allerdings mit einem kleinen Haken: wenn niemand mehr arbeitet hat auch niemand ein arbeitsloses Einkommen. Irgendjemand muss in den Firmen die alle besitzen angestellt sein um added value zu erzeugen und dabei weniger zu verdienen als der added value ist sonst gibt es keine Wertsteigerung/Dividende. Also hoffen wir mal lieber, das möglichst wenige Menschen die Wohlstandsmaschine entdecken. Dann ist nämlich der Nutzen für die wenigen Eigentümer derselben am größten.

Gast

Was ich mich bei solchen Szenarien immer frage: Wer holt 2048 den Müll ab, versorgt Alte und Kranke und wischt in öffentlichen Einrichtungen regelmäßig feucht durch und putzt die Fenster? Da ja alle entweder durch Dividendeneinnahmen genug verdienen, um nicht mehr arbeiten zu müssen, oder spielend leicht einen gutbezahlten Job als Schmuckdesigner oder Social Media Berater finden, macht sich doch niemand mehr freiwillig die Hände schmutzig.

Gast
Spielderspiele

Sehr schöne Story, und Geschichten werden immer wahr wenn sie von genügend Menschen geträumt und vielleicht nach und nach auch realisiert werden. Angesichts der trostlosen politischen Wirklichkeit in D immer wieder gut zu sehen, dass es doch viele Menschen gibt, die trotzdem noch Visionen haben.

Wann gründest du denn deine Partei der “Freiheitsbürger” ?
Ich bin dabei – wir könnten vielleicht auch Lindner noch fragen ob er evtl. will …:-)

Gast
Finanzdirektor

Wenn man die Kommentare unter diesem aktuellen Beitrag liest, sieht man, dass dein Rückblick auf jeden Fall ein Traum bleiben wird.
https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/1912885475390358/?hc_ref=ARQUXT9nnuuw8LgUqCZWZ-Gj3WnBxA50USMbWq6Lym1voU0T9K1jAwB8AO7qKNdcyuY

Gast
Bipolarbär

“Man war in der Zwischenzeit zur Erkenntnis gekommen, dass die allermeisten Menschen in Wirklichkeit gerne arbeiten und etwas Neues schaffen.”
Der These würde ich so nicht zustimmen. Mit den heutigen Angeboten an Unterhaltungselektronik, die durch VR in Zukunft auch nicht an Suchtpotential verlieren wird, behaupte ich einfach mal ein Gutteil meiner Altersgenossen (25J.) und Jüngere würden ohne jede Zwang zu Arbeiten/Studieren/in die Schule gehen eher Ihre Zeit mit Computerspielen als mit “gerne arbeiten und etwas Neues schaffen” verbringen.
Soll aber keine Kritik an dem Artikel sein, ich lese deinen Blog sehr gerne 🙂

Gast
Peter

Ich finde Blog Super, aber der Beitrag ist mindestens “diskussionswürdig”.
Deine Utopie sieht die Abschaffung des Sozialstaates vor. Darauf habe ich ehrtlich gesagt keine Lust. Der Staat muss sich um Schwache, Kranke, Alte, Benachteiligte kümmern.
Du siehst weniger staatliche EIngriffe in der Zukunft – sieht man ja wie das bspw. beim Dieseskandal endet. Die Unternehmen interessiert es NULL was mit der Umwelt passiert. Ohne strikte Vorgaben und Gesetze, bei den ihnen bitteschön Ketten angelegt werden bevor der Planet zu Staub zerfällt, macht kein Unternehmen irgendetwas. was gegen Gewinnmaximierung spricht..

“staatliche Umverteilung ohne Gegenwehr der Bürger führt langfristig immer in die Tyrannei”.
LOL – erkläre das mal einem Sozialhilfeempfänger oder einem afrikanischem Flüchtling.
Aktuelle Studie sagt folgendes:
Die acht reichsten Milliardäre besitzen mehr Kapital, als der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung zur Verfügung steht.
Was sagt die Freiheitsmaschine dazu??

Gast
Bipolarbär

Inwiefern hat besagter Sozialhilfeempfänger oder Flüchtling denn einen Anspruch auf das Geld anderer Leute?
Wenn sich für dich aus der reinen Tatsache dass manche Menschen mehr besitzen als andere ein Anspruch derjenigen ableitet die weniger haben, bin ich mir sicher du lebst so bescheiden wie nur irgendwie möglich und spendest alles was am Ende des Monats übrig bleibt an Hilfsorganisationen.
Tatsächlich musst du gar nicht darauf warten dass der Staat dir dein Geld wegnimmt und dann anderen Menschen damit hilft, du kannst das ganz alleine und freiwillig machen.
Nichts für ungut, ich sehe nur oft Leute aus einer solchen Position gefühlter moralischer Überlegenheit argumentieren und sich dann gut fühlen, die gleichzeitig ihr Geld links und rechts für sinnlosen Konsum hinausschleudern, während selbiges Geld wohl dutzenden Menschen in Drittweltländern das Leben erleichtern könnte.
Bei genauerem Nachfragen stellt sich dann raus, naja das Geld sollte man ja den Reichen wegnehmen, und die Reichen sind immer die die mehr haben als man selbst, kann ja keiner von einem erwarten dass man zugunsten von armen Kindern auf seinen wohlverdienten Latte verzichtet.
Da frage ich mich immer, wieso stimmt da das was derjenige sagt nicht überein mit dem was derjenige mit seinem Geld tut.

Gast
Peter

Natürlich spende ich nicht alles was am Ende übrig bleibt, so wie das nahezu niemand macht. Offensichtlich auch nicht die 8 reichsten Personen auf der Welt…
Aber ich bezahle meine Steuern und leiste so meinen gerechten Anteil. Die Superreichen können sich in Steueroasen flüchten, Stiftungen gründen etc. Warum machen sie das und warum finde ich das ätzend?? Auf jeden Fall nicht aus einer moralischen Überlegenheit, sondern einfach aus Gerechtigkeit…
Das steht meiner Meinung auch nicht im Widerspruch zur Idee der “Freiheitsmaschine”, sondern sollte doch common sense sein…!?

Gast
Matthias

Hallo Freiheitsmaschine,

ich habe deinen spannenden Blog erst jetzt entdeckt und arbeite mich langsam durch.
Du beschreibst eine schöne Utopie, die leider meiner Meinung nach nie Realtität werden kann. Aktuelle Sparquote privater Haushalte in Deutschland ist aktuell ca. 10%, würde diese Quote auf 50% steigen, werden 3-stellige Milliardenbeträge dem Konsum entzogen und in Unternehmen investiert – wobei was heißt investiert, wenn keine neuen Aktien ausgegeben werden, jverkauft jemand Aktien und bekommt Geld dafür, das er ausgeben kann oder auf der Bank „spart“. Das Unternehmen sieht erstmal nichts von dem Geld. Werden jetzt diese Milliardenbeträge nicht mehr konsumiert‘ was passiert dann mit den Umsätzen und Gewinnem der Unternehmen? Sie werden rasant sinken und eine Abwärtsspirale wäre die Folge. Daher kann dieses System nur weiter funktionieren, wenn ein Großteil der Menschen weiter voll konsumiert. Im Endeffekt steht hinter jedem Unternehmenumsatz irgendwann ein Endverbraucher. Konsumieren diese nicht mehr, kommt es meiner Meinung nach zum Crash.

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