Überspitzt ausgedrückt, ich weiß. Aber für jeden, der kein erfahrener und profitabler Trader/Investor ist und Geschäftsberichte nachts um zwei rückwärts lesen kann, gilt das.

Aber Maschinist“, wirst Du mir entgegnen, „Daimler hat derzeit eine Dividendenrendite von 5% und die Deutsche Bank ist so günstig wie noch nie“. Das stimmt geschätzter Leser, aber wusstest Du eigentlich, dass von den dreißig Unternehmen des Dow Jones Index aus dem Jahr 1926 nun 90 Jahre später nur noch eines (!) davon darin enthalten ist (General Electric). Alle anderen wurden entweder aufgekauft, zerschlagen, restrukturiert oder noch schlimmer, gingen bankrott. Hast Du zufällig einmal von der Radio Corporation of America (RCA) gehört? Das war die Apple Aktie der zwanziger Jahre. Super innovativ und weltweit führend im Bereich der Radio- und später Fernsehgeräte Herstellung. Nach einem langen Siechtum wurden die Reste in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts von General Electric aufgekauft. Die Aktionäre gingen damals fast leer aus. Es gibt tausend weitere Beispiele. Aktuelle aus Deutschland sind derzeit nach meiner Einschätzung EON, RWE oder die Deutsche Bank. Ich meine, wer hätte vor zehn Jahren auch nur einen Gedanken daran verschwendet, dass diese Konzerne nun insolvenzbedroht sein könnten?


Aber es ist die Realität. Wir sehen Sie oft nur nicht, da wir Menschen so gerne in Konstanten Denken. Ein Unternehmen, egal wie groß, dass über mehr als 50 Jahre besteht, ist fast schon die Ausnahme.

Das Wesen des freien Marktes ist langfristig die Zerstörung der etablierten Konzerne durch kleine aber innovative Wettbewerber. Von außen betrachtet ist es unfassbar, dass ein kleines Unternehmen gegenüber einem großen Konzern mit nahezu unbegrenzten Ressourcen irgend eine Chance haben könnte. Aber ich habe 15 Jahre bei einem DAX Konzern gearbeitet und kann Dir bestätigen, dass es geht. Die Manager in den großen Konzernen werden nach einiger Zeit oft träge und ein großer Teil der Gedanken dreht sich dann primär um das nächste Monatsgehalt und den jährlichen Bonus.

Etwas zu riskieren, wird zwar als offizielle Firmenpolitik propagiert aber die Realität sieht ganz anders aus. Die Mitarbeiter sehen das natürlich und spielen das Spiel mit. Manager bekommen kein Problem, wenn Sie nicht innovativ sind, sondern eher, wenn Sie unbequeme Vorschläge zur falschen Zeit machen. Ich habe schon gesehen, wie Führungskräfte vom Vorstand vor versammelter Mannschaft entlassen wurden, weil Sie genau die richtige Idee hatten! Ja wirklich, es war eine phänomenale Idee und Sie hätte dem Konzern einen dreistelligen Millionenbetrag gespart (und den Aktionären gebracht). Der Manager hat einfach den Fehler gemacht, seine Idee zu früh zu äußern, bevor er sich Rückendeckung und geeignete Mitstreiter gesichert hatte. Machiavelli hätte seine helle Freude an meinem Konzern gehabt. Und der ist keine Ausnahme. Studienkollegen haben mir oft genug beim Bier über Ihren eigenen Wahnsinn berichtet. Manchmal ist es eher ein Wunder, das diese großen Unternehmen trotz all Ihrer Trägheit noch so lange bestehen.

So. Die Konzerne gehen also fast alle irgendwann Pleite und Du willst mir erzählen, dass Du die richtigen Einzelaktien aussuchen kannst, um Sie dann über Jahre oder Jahrzehnte in Deinem Investmentdepot zu halten? Denk nochmal darüber nach.

Wie gesagt, wenn Du ein erfahrener Investor bist, und Du über lange Sicht den Markt geschlagen hast; Glückwunsch! Mach weiter so und genieße Deinen Erfolg. Wenn Du aber wie 95% der Menschen berufstaetig bist und nun einfach nach einem Weg suchst, Dein kostbares und mühsam verdientes Geld gewinnbringend anzulegen, dann sind gebührenarme Index ETF oder Fonds genau das richtige für Dich. Du wirst mit Ihnen langfristig den überwiegenden Teil aller aktiven Spekulanten und sogar Hedge-Fonds schlagen. Du darfst Sie nur nie verkaufen, sondern im Gegenteil musst sie so lange aufstocken, bis Du finanziell unabhängig bist. Das geniale an passiven Index ETF‘s ist ja gerade, dass schwache Unternehmen aus dem Index herausfallen und neue Innovative darin neu aufgenommen werden. Du bist also auf lange Sicht immer bei den größten und auch erfolgreichen Unternehmen investiert und Du brauchst Dir überhaupt keine Gedanken darum zu machen, ob z.B. Apple in fünf Jahren noch genügend Smartphones verkauft. So lange in der freien Welt die Marktwirtschaft herrscht, wird es immer neue Innovationen geben und Dir als Index Investor kann es egal sein, von wem diese Innovationen kommen.

 

Schreib dem Maschinisten unter Maschinist@Freiheitsmaschine.com

RSS
Follow by Email
Facebook
Facebook
LinkedIn
Falls Du nicht mit George Soros oder Warren Buffet verwandt bist: Lass die Finger von Einzelaktien!

Beitragsnavigation


27 Gedanken zu „Falls Du nicht mit George Soros oder Warren Buffet verwandt bist: Lass die Finger von Einzelaktien!

  1. Hallo Maschinist,
    ich habe eben einen Artikel von Daniel Solin gelesen.Er ist Bestsellerautor und Direktor bei der Organisation unabhängiger Finanzberater.
    Er empfiehlt genau das gleiche wie Du. Vanguard.
    In meinem Fall den Vanguard Balanced Fund.
    Das Wichtigste sind geringe Kosten !!!!

    Ich tue mir noch etwas schwer mit dem Kauf eines Index Funds. Hier fehlt mir die Belohnung für das was ich mir jeden Monat am Mund abspare.
    Ich habe Werte wie: Altria,BASF;BP,Coke,Danaher, Daimler,P&G,Philip Morris,MCD, Intel,usw. Diese schütten mir Dividenden aus. Diese werden auch bei vielen Werten Jahr um Jahr erhöht. Da kommt der Zinseszins voll zum tragen.Das ist so wundervoll auf den Depotauszügen zu sehen, da fühle ich mich gut, das bestärkt mich das ich jeden Monat spare.
    Wenn ich einen Index-Funds kaufe, sehe ich nur die Anteile.
    Kannst Du mir die Vorteile eines Index Funds nennen. Ich meine nicht den Konkurs einer einzelenen Firma.!!

    Welche Vanguard ETF´s soll man noch bzgl. der Streuung nehmen. Asien, Schwellenländer etc.

    Was ist deiner Meinung nach der richtige Weg wenn man erst 1/5 seines Zieles erreicht hat!!

    Vielen Dank und LG

    auf_dem_Weg

  2. Hallo “Auf dem Weg”,

    zuerst einmal herzlichen Glueckwunsch, dass Du auf diesem Weg bist! Du investierst in Dein eigenes zukuenftiges Ich. Du behandelst Dich also selbst gut und das machen nur die Wenigsten.

    – Bezueglich Dividende sind die meisten Index ETF ja auch ausschuettend; das heisst Du erhaelst die Dividenden genauso wie bei einer Einzelaktie (meistens zweimal oder viermal im Jahr).

    – Vanguard ist hier in den USA das beste Unternehmen fuer ETF’s und Mutual Funds. Der Hintergrund ist, dass das Unternehmen mit dem Ziel gegruendet wurde, allen Menschen einen einfachen und gebuehrenarmen Einstieg in das Index Investing zu ermoeglichen. Die Besitzer von Vanguard sind alle Anteilsbesitzer, dass heisst auch Du, wenn Du einen ETF kaufst. Dadurch, dass die Firma nur den Fondsbesitzern gehoert, ist Sie die kostenguenstigste im Markt und hat die Gebuehren aller Fonds und ETF industrieweit deutlich reduziert.

    – Bezueglich der Fond Auswahl, finde ich Deinen Vanguard Balanced Fund zwar ok aber speziell fuer Dich nicht optimal. Der Fond hat 60% US Aktien und 40% US Anleihen. Wenn Du nach eigener Aussage aktuell bei einem Fuenftel Deiner Zielsumme bist, sollte Dein Aktienanteil 100% betragen. Aktien haben langfristig mit weitem Abstand die hoechste Rendite; man muss nur die Schwankungen aushalten. Anleihen sind zusaetzlich aktuell in der groessten Bewertungsblase Ihrer Geschichte, durch die Zentralbankinterventionen. Es gibt fast ueberhaupt keinen Zins mehr fuer die meisten Staatsanleihen, die ueber den Inflationsausgleich hinaus geht. Als dritten negativen Punkt, hat dieser Fonds Aktien und Anleihen in einem Produkt. Ich wuerde das Trennen. Denn die eigentliche Absicherung von Anleihen besteht im Boersencrash. Wenn die Aktienbewertungen einstuerzen, steigen die Anleihekurse. In dieser Panik, macht es dann Sinn, einen Teil der Anleihen zu verkaufen und mehr guenstige Aktien damit zu erwerben. Diese Moeglichkeit hast Du nicht, wenn Du beides in einem Produkt hast.

    – Das einfachste ist, den Vanguard All World Index ETF zu kaufen. https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE00B3RBWM25 Dort sind die groessten 3000 (!) Unternehmen der ganzen Welt enthalten. Das ist der ETF zum nie mehr Nachdenken. Er hat alle dreitausend Aktien direkt im Depot. Das heisst selbst wenn Vanguard Insolvent gehen wuerde, hast Du die dreitausend Aktien. Ca. 58% der Aktienkapitalisierung kommt dabei aus den USA, ca, 10% aus Europa. Das ist auch ungefaehr die echte Verteilung der Laender nach Marktkapitalisierung. Die Jahresgebuehr betraegt 0,25%. Das geht nur noch guenstiger, wenn Du Dir selbst mehrere Vanguard ETF entsprechend der weltweiten Gewichtung kaufst. und Dein Geld damit aufteilst. Eine Ubersicht der Deutschland zugelassenen Vanguard ETF findest Du hier: https://global.vanguard.com/portal/site/kiids/de/de/documents.

    – Der Hauptvorteil eines Index ETF ist, dass Du langfristig kaum wissen kannst, welches Unternehmen es in z.B. zwanzig Jahren noch gibt. Nimm zum Beispiel Deine Altria und Philip Morris Aktien. Ich habe beide Werte selbst aktuell in meinem Depot und Sie sind schoen gestiegen. Sie schuetten aktuell ca. 4% Dividende aus; hoert sich erst einmal gut an. Das Problem ist aber, dass beide Unternehmen, langfristig wahrscheinlich kein Geschaeftsmodell mehr haben, wenn der Trend zum Nichtrauchen so weitergeht. Da fast der gesamte Unternehmensgewinn an die Aktionaere ausgeschuettet wird, gibt es auch keinen Sicherheitspuffer, falls mal etwas schlecht leauft. Es ist also kein passives Dividendeninvest fuer mich, sondern ich werde beide Werte irgendwann verkaufen. Sie waren fuer mich ein aktives Invest mit allen moeglichen Nachteilen wie erhoehtem Risiko wegen Einzelwert und auch hoeherer Besteuerung, weil ich die Anteile verkaufe.

    – Deine BP, Coca Cola und Daimler Aktien haben als anderes Beispiel ueber einen Zeitraum von 10 oder 15 Jahren massiv den Markt unterperformt. Das heisst Deine Gesamtrendite waere hoeher gewesen (und Dein Risiko geringer), wenn Du einfach Index ETF’s gekauft haettest. (In diesem Fall den S&P500 Index ETF von Vanguard).

    Ich wuensche Dir eine schoene Woche und weiterhin alles Gute auf Deinem Weg!

  3. Ok, vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag.Ich werde versuchen die einzelnen Aktien nacheinander abzustoßen.Habe leider auch Werte wie LHA oder Allianz oder Airbus die deutlich im Minus sind. Da tue ich mir immer schwer mit dem Verkauf. Würde diese gerne halten bis ich wieder eine schwarze 0 sehe.
    Geld benötige ja eh nicht.
    Passt deine OHI in solch ein Depot ? Als Beimischung zur passiven Strategie!!
    aktuell bei 35,40 $

    Viele Grüße

    1. Hi. Ein Kompromiss für Deine aktuelle Situation könnte sein, Deine Einzelaktien derzeit ruhen zu lassen und die nun folgenden weiteren monatlichen Sparsummen regelmäßig in einen passiven Index ETF zu sparen. Deine Einzelaktiengeldmenge wird mit der Zeit dadurch prozentual immer kleiner und Du wirst jetzt auch nicht animiert, Dinge umzuschichten und zu hektisch zu handeln.
      OHI ist bei mir eine Spekulation für die nächsten 18-24 Monate aus einem anderen Forum. Wenn Du es als solches betrachtest, kannst Du nach meiner Einschätzung eine kleine Menge dazu nehmen. Es ist aber wie alle Einzelaktien ein erhöhtes Risiko gegenüber einem passiven ETF mit vielen Werten. Index ETF sollten die Basis Deines Investmentdepots sein. Gerade wenn Du Dich nicht jeden Tag stundenlang damit beschäftigen willst.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg!

  4. Als Zusatz würde ich für die Zukunft besonders kritisch auf Luftfahrtaktien schauen. Ich glaube es gab in den letzten 50 Jahren keine erfolglosere Aktienbranche für Investoren als Airlines. Der Grund ist der extreme Wettbewerb und die Airlines haben kaum ein Alleinstellungsmerkmal. Die Flugzeuge sind auch alle die Gleichen.

    Als Merker ist Wettbewerb immer gut, wenn Du Konsument eines Produktes bist aber er ist immer schlecht, wenn Du ein Teilhaber des entsprechenden Unternehmens bist. Die profitabelsten Unternehmen fuer Aktienaere sind oft die, die keinen echten Wettbewerb haben. Schoenen Gruss!

  5. Ersteinmal herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für diese super Seite!!!
    MIch würde jedoch deine Meinung zu der Problematik bei ETFs interessieren, sollte der Herausgeber des Indexfonds insolvent gehen. Klar, bildet der Indexfonds physisch nach, gehören einem theoretisch die einzelnen Aktien. Aber wie läuft sowas ab, sollte tatsächlich mal der Fall eintreten? Kennst du da Beispiele?
    Letztlich steckt ein rießiger Teil des eigenen Vermögens in einem Indexfonds eines Anbieters.
    Vom “Gefühl” her geht es mir persönlich besser, Einzelaktien im Depot zu haben. Ich weiß, dass man davon nicht leiten lassen sollte, aber wie denkst du über diese Problematik bzw. wie handhabst du diese Sache persönlich?
    Danke und viele Grüße in die USA,
    Stefan

    1. Hallo Stefan, Index ETF gelten als Sondervermoegen. Der Herausgeber (oder die Anleihebesitzer des Herausgebers) haben im Insolvenzfall keinerlei Anspruch darauf. Wie erwaehnt, wuerde ich stark darauf achten, nur passive Index ETF zu kaufen, bei denen die Einzelwerte wirklich physisch gehalten werden und keine Nachbildung. Vanguard zum Beispiel hat mittlerweile ein weltweites Anlagevermoegen von 4.000 Milliarden US Dollar. Das hast Du richtig gelesen. Das Anlagevermoegen betraegt ungefaehr das Doppelte der deutschen Staatsverschuldung. Selbst wenn es einen Betrug in irgend einer Form gaebe, (was extremst unwahrscheinlich ist) wuerden die weltweiten Zentralbanken das Geld sehr wahrscheinlich ersetzen, da sonst die gesamte Weltwirtschaft kollabieren wuerde.

      Schoenen Tag und viel Erfolg!

    1. Hallo Hansi, das ist richtig. Der US Aktienmarkt ist aktuell hoch bewertet und zusaetzlich ist die Auszahlungsquote aktuell relativ niedrig. Bei einer gleichbleibenden Aktienmarktbewertung wuerde sich Deine Performance bei einem reinen S&P500 ETF aktuell folgendermassen zusammen setzten:
      – 2,05% Dividende
      – ~2,70 Kursteigerung aus Aktienrueckkeaufen und Performance-Steigerung der Unternehmen
      – ~2% Inflation

      Gesamtbruttoperformance ~6,75%

      Nach deutscher Besteuerung der Dividende blieben Dir ~6.2% nach Steuer.

      In einem Depot ist es trotzdem einfach auf aktuell z.B. 3% Dividende zu kommen (und davon ohne Anteilsverkeaufe zu Leben). Die asiatischen Aktienmaerkte sind aktuell z.B. deutlich niedriger bewertet. Ein passiver ETF auf den Singapur Aktienmarkt bietet zum Beispiel aktuell knapp 4% Dividende + 4% Performancesteigerung der Unternehmen +~2% Inflation. Ein passiver ETF auf den US REIT Markt (Real Estate Investment Trust) bietet ebenfalls aktuell 4% Dividende.

      Die Basis sollte trotzdem ein passiver ETF auf den US Aktienmarkt sein. Wie erwaehnt, macht er aktuell ca die Haelfte der weltweiten Marktkapitalisierung aller Unternehmen aus.

      Wenn man sich damit ein wenig beschaeftigt, sieht man die Chancen. Die vielleicht 100 Stunden, die Du Dich damit am Anfang beschaeftigen solltest, sind im Nachhinein mit die wertvollsten in Deinem restlichen Leben.

  6. Ich spare für meine Kinder über den Broker Cortal Consors zwei ETF`s.
    ComStage MSCI World WKN ETF110 und den der Deutschen Bank WKN DBX1MW.
    Cortal Consors bietet dies mir Kostenfrei an!!
    Beide werden Synthetisch nachgebildet.
    Kann es hier zu Problemen kommen ? Stehe ich dann mit leeren Händen da??
    LG

    1. Hallo Auf dem Weg,

      synthetische Fonds wuerde ich langfristig nicht nehmen. Wenn der Herausgeber pleite geht, hast Du ein Problem. Die Deutsche Bank hat im letzten Jahr riesige Verluste gemacht und dieses Jahr noch keinen Gewinn. Ich wuerde aktuell besonders den Europaeischen Banken nicht trauen. Sie sind mit EU Staatsanleihen vollgesogen und Sie haben eine vergleichsweise geringe Kapitaldecke.
      Langfristig wuerde ich nur in ETF’s/ Fonds investieren, die alle Aktien wirklich physisch halten.

      Gruss!

  7. Hallo Maschinist,
    auch von mir Glückwunsch zu einer der besten deutschen Seiten zum Thema im Netz. Zu Deinen Empfehlungen habe ich folgende Frage:
    Du empfiehlst einen S&P500-ETF mit einer Mischung andere Märkte (Europa, Asien) zu besparen. Was wäre denn an an der zweier ETF-Kombination aus MSCI World und Emerging Markets schlechter. Im MSCI World sind auch zum großen Teil amarikanische Unternehmen enthalten.
    Viele Grüße und weiter so!

    1. Hallo Thomas, danke fuer das Lob.

      Grundsaetzlich ist das ok.
      Das, was an der Einzel ETF Variante besser ist, sind die geringeren Gebuehren und das Du flexibler auf unterschiedlich hohe Aktienmarktbewertungen reagieren kannst, wenn ein Aktienmarkt steigt oder faellt.
      Der Vanguard S&P500 ETF in der Irland Variante fuer EU Buerger hat eine Jahresgebuehr von 0,07%. Der MSCI World hat 0,25% Gebuehren, obwohl dort zu mehr als 50% USA enthalten ist.

      Falls Du im US Markt spaeter einmal als reine Zahl 500.000 Euro angelegt hast, machen die 0,18% delta Gebuehren fuer den US Anteil 900 Euro Gebuhrendelta im Jahr aus! Dafuer lohnt sich eine getrennte Handhabung. Die Fondsgebuehren sind langfristigg extrem wichtig. Das ist ein wichtiger Grund, warum aktiv gemanagte Fonds langfristig fast immer unterperformen.

      Aber das sind alles Kleinigkeiten im Vergleich zur Tatsache, dass man unbedingt ueberhaupt investiert und das konstant und mit einer moeglichst hohen Sparquote.

      Gruss und viel Erfolg auf Deinem Weg!

  8. Warum bevorzugst Du so ETF`s.Wegen der Kosten. Aber was ist mit den vielen Werten die in einem ETF enthalten sind die man persönlich nie kaufen würde??
    Was hälst Du von reinen Konsumaktien.
    Ein Depot das man sich im Supermarkt zusammenstellt.
    Procter&Gamble, Coke, Nestle, Unilever, Henkel, Jack Henry, Internationl Flavors, MCD usw.
    Die Produkte dieser Werte nutzen wir täglich!!
    Einmal kaufen, und für immer halten.Dann sparen wir sogar die jährl. Gebühren!!!!

  9. Was hälst Du von den Traderfox Strategie Indizes oder auch dem QIX. Lohnt es sich die erhöhte Gebühr dafür zu zahlen.
    Du schreibst von Streuung: 50% S&P, Rest HongKong, Singapur etc.

    Ich würde jetzt gerne anfangen zu besparen, kann ich es mir einfach machen und nur den Vanguard A1JX52 All-World Monat für Monat kaufen???

    Dankeschön

  10. Hallo Auf dem Weg,

    Du kannst definitiv den Vanguard All World nehmen. Das ist die allerbeste Loesung, wenn Du wirklich null Arbeit damit haben willst.

    Ich habe gerade noch Dein Mail darueber gesehen.
    Einen kleineren Teil in den allerstaerksten Einzelwerten zu haben, ist ok.
    Langfristig haben Einzelwerte aber das bedeutente Risiko eines Bankrotts. Kein Unternhemen ist davor langfristig geschuetzt, auch nicht Procter&Gamble oder Coca Cola.
    Ausserdem wachsen diese etablierten Einzelwerte oft langfristig weniger stark als der Gesamtmarkt.
    Du erhaelst zwar damit etwas mehr Dividende aber weniger Kurssteigerung. Das ist gerade dann von Nachteil, wenn Du noch im Vermoegensaufbau bist. Die Dividende musst Du versteuern, die Wertsteigerung nicht.

    Bezueglich, dass Du nicht alle Werte aus einem Index kaufen wuerdest; das stimmt. Aber als Ausgleich bist Du so auch automatisch bei der naechsten Apple oder Microsoft (90er Jahre) dabei. Dieser eine Wert, der dann 10.000% oder noch mehr zulegt, ueberkompensiert 50 Unternehmen, die schlecht performen.

  11. Hallo Maschinist,

    super Blog!
    Das Problem bei den Vanguard-ETFs ist aus meiner Sicht, dass sie nicht steuereinfach sind. Das heißt, man hat als Deutscher immer Aufwand mit der Steuererklärung.
    Oder sehe ich das falsch?

    Gruß
    Mattoc

    1. Hi Mattoc, die Irland ETF von Vanguard, die ich hier verlinkt habe, sind in Deutschland alle zugelassen. Das heißt, Sie sind steuereinfach. Die US Versionen der Fonds sind dort nicht enthalten und die würde ich auch nicht nehmen, da Sie steuerliche Nachteile für Dich in Europa haben.

      Ich möchte hier aber gar keine Werbung für einen Anbieter machen. Es geht mit darum, dass man überhaupt regelmäßig mit einer möglichst hohen Sparquote in den Aktienmarkt investiert!

  12. Hallo Maschinist,

    ok, danke!
    Dass die verlinkten ETFs in Deutschland zugelassen sind, ist richtig. Damit sind sie allerdings leider nicht automatisch steuereinfach. Die Unterschiede sind hier recht gut beschrieben:

    https://www.justetf.com/de/news/etf/steuereinfach-in-etfs-investieren.html

    Das Fondsdomizil der Vanguard ETFs ist Irland, und ich gehe davon aus, dass die ausschüttenden ETF-Versionen teilthesaurieren, da das Geschäftsjahresende in einem Monat liegt, in dem nicht ausgeschüttet wird. Damit sind sie nicht steuereinfach sondern steuerhässlich. Und das nervt leider etwas.

    Vielen Dank für die vielen guten Artikel.
    Mattoc

  13. Hallo Mattoc, danke für den Link und ich sehe, dass ich als langjähriger US Steuerbürger mehr über die deutsche Fondsgesetzgebung lernen sollte, bevor ich spezifische Empfehlungen gebe.
    Schönen Sonntag!

    1. Da ich mir auch überlegt habe wegen der niedrigen Gebühren in die Vanguard ETF zu investieren habe ich mir das mal angeschaut. Nach meinem Verständnis muss man da im Bundesanzeiger schauen ob es ausschüttungsgleiche Erträge gibt die thesauriert werden (Betrag der ausschüttungsgleichen Erträge (§ 5 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 InvStG)).

      Für den ‘Vanguard FTSE Developed Asia Pacific ex Japan UCITS ETF’ (IE00B9F5YL18) find ich hier 5 Einträge für das Geschäftsjahr 2014/15, bei 4 davon (die Ausschüttungen) ist der Betrag hier 0, ein Eintrag (Thesaurierung) ist jedoch ungleich null (0,0239), der muss dann nach meinem Verständnis versteuert werden. Beim S&P500 (IE00B3XXRP09) sieht’s genauso aus.

      Denke also dass Mattoc recht hat und das für deutsche Investoren alles nicht so prall ist…

      Was gibt’s hier für Alternativen für den deutschen Investor?
      Was würde das für die Steuererklärung bedeuten falls ich die Vanguard ETF dennoch kaufe? Bisher habe ich vermieden eine Steuererklärung zu machen (krieg eh nix zurück)…

      1. Hello Dauerläufer,
        bei den ausschüttungsgleichen Beträgen besteht die Problematik eher darin, dass du beim Verkauf nochmal dieselben Steuern zahlst für die angefallenen ausschüttungsgleichen Beträge. Und du dem Finanzamt nachweisen müsstest, dass du die Steuern schon gezahlt hast. Für jedes Jahr. Wichtig ist nur der Betrag im Bundesanzeiger für die Thesaurierung bei Geschäftsjahresende, die Zwischenaussschüttungen sind egal.

        Wenn du Pacific ex Japan suchst, gibt es in der Tat nicht so viel Auswahl, die auch noch steuereinfach wäre. Etwa der thesaurierend ComStage MSCI Pacific ex. Japan TRN UCITS ETF mit einer TER von 0,45% ist steuereinfach, aber auch teurer als der Vanguard. Justetf listet aber weitere auf, nur sind die meisten davon leider steuerhässlich.

        Ein Hinweis generell noch: iShares hat die Probleme mit dem deutschen Steuerrecht zur Kenntnis genommen und die Ausschüttungszyklen angepasst: https://www.ishares.com/de/individual/de/literature/brochure/enhancement-to-ishares-dividend-cycle-de-emea-rc-brochure.pdf?siteEntryPassthrough=true Die meisten (nicht alle) irländischen iShares sind ab Geschäftsjahr 2016 steuereinfach, im Bundesanzeiger wirst du dazu aber keine Infos finden, da das Geschäftsjahr ja noch nicht abgeschlossen ist.

        Hier nochmal für alle die Anleitung zum selbst nachschlagen.
        http://www.wertpapier-forum.de/topic/44100-kurze-anleitung-steuereinfache-fondsetf-selbst-finden/

  14. Was ist deine Meinung bezüglich der neuen “Vorabpauschale” in Deutschland, die ab 2018 auf Fonds/ETFs zukommt? Die Besitzer von ausschüttenden ETFs, also genau die Leute, die von den Dividenden leben wollen, und eine Buy-and-Hold Strategie betreiben, würden benachteiligt, da sie in End-Effekt mehr Steuern zahlen müssen. Da wäre ich lieber in einem bereit diversifizierten Einzelaktienportfolio investiert. Eine “Vorabpauschale” finde ich fast so widersinnig wie negative Zinsen.

    P.S. Entschuldigung für etwaige Sprachfehler – ich lerne deutsch noch.

    1. Ich habe gerade diesen Bericht gelesen:
      http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Monatsberichte/2016/03/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-5-reform-investmentbesteuerung.html

      Ausschlaggebend sind die folgenden Zitate:

      “Die Vorabpauschale greift grundsätzlich immer dann, wenn im Veranlagungszeitraum die Ausschüttungen des Investmentfonds die Höhe einer risikolosen Marktverzinsung, den sogenannten Basisertrag, nicht erreichen.”

      “Die Vorabpauschale ist auf den Wertzuwachs des Investmentfondsanteils innerhalb des Kalenderjahres begrenzt. Die tatsächlichen Ausschüttungen mindern die Vorabpauschale im Veranlagungszeitraum gegebenenfalls bis auf null.”

      So weit ich es verstanden habe, sollte die Vorabpauschale im Normalfall nicht auf höher ausschüttende Dividenden-ETF zugreifen. Die Beispielrechnung schafft Klarheit. Ein weiterer Vorteil wäre, dass man ab 2018 auch in den bisher steuerhässlichen ETFs investieren kann, da “die Besteuerungsregelungen werden so ausgestaltet, dass sie weitestgehend ohne Mitwirkung der Investmentfonds umsetzbar sind.”

      Nur bei den thesaurierenden ETFs wird es komplizierter.

  15. Hallo PK314,
    herzlich Willkommen.
    Dein Deutsch ist sehr gut.
    Wenn ich das Thema richtig verstanden habe, wird die Vorabpauschale auf die normale Besteuerung der Dividendenzahlungen angerechnet. Das heisst ein physisch replizierender ETF, der bisher schon die Dividenden ausgeschuettet hat, besitzt gegenueber Einzelaktien weiterhin keinen Nachteil. http://www.finanztip.de/blog/etf-investmentsteuergesetz/

    Die Anpassung betrifft nach meinem Kenntnisstand nur synthetische Fonds, bei denen bisher erst eine Steuer bei Verkauf der Anteile faellig wurde (Dividendenzahlungen wurden bei diesen Produkten bisher ohne Besteuerung “synthetisch” reinvestiert). Durch die Vorabbesteuerung soll diese Besserstellung synthetischer Produkte zumindest abgebaut werden.

    Da ich seit einigen Jahren in den USA steuerpflichtig bin, haben andere Nutzer hier eventuell einen besseren Kenntnisstand.

    Schoene Woche!

    1. Ok, vielen Dank für den Hinweis! Ich vertraue diesen Bericht von dem Finanzministerium viel mehr – auf die anderen Webseiten ist es sehr verwirrend beschrieben. Ich hatte bisher auf Forums vielmals gelesen, dass die Anleger der ausschüttenden ETFs benachteiligt sein werden – was meiner jetzigen Auffassung nach wohl falsch sei.
      Schöne Woche!

      1. Ich glaube das passt zusammen, oder.
        Bei Dir steht: “Die tatsächlichen Ausschüttungen mindern die Vorabpauschale im Veranlagungszeitraum gegebenenfalls bis auf null.”
        Das heisst fuer ETF’s mit Dividendenausschuettung wuerde sich nichts aendern und es gaebe gegenueber dem Besitz von Einzelaktien keinen Steuernachteil.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.