Millionär Interview 51 – Lallo als Selfmade-Millionär aus der Schweiz

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Zielstrebige Menschen berichten hier von ihren Erfolgen und gemeisterten Hürden auf ihrem Weg zum selbst erschaffenen Vermögen.

Heute schreibt uns Freiheitskämpfer Lallo.

Er lebt mit seiner Partnerin im Berner Oberland und hat sich – allein betrachtet – ein siebenstelliges Vermögen in harter Währung aufgebaut –  dem Schweizer Franken. Und damit ist er nach Trader und Millionär Interview Teilnehmer 25 Alexander ein weiterer Selfmade-Millionär aus der Schweiz in dieser Interviewreihe.

Lallo zeigt dabei etwas, das viele sich nicht trauen: Ein einmal eingeschlagener Berufsweg muss keine Lebensentscheidung sein. Auch wenn das Jurastudium bestimmt kein Spaziergang war. Denn was nützt ein fettes Gehalt, wenn die Seele auf dem Zahnfleisch geht?

Und damit Bühne frei für Freiheitskämpfer und Selfmade-Millionär Lallo – Ex-Jurist bricht aus und erfindet sich neu.

 

Selfmade-Millionär Schweiz: Lallos Weg vom Burnout zur Freiheit

Ich grüsse alle im Freiheitsforum und möchte nun nach mehrjährigem Lesen auch meinen Beitrag geben. Ich bin offen für Rückmeldungen, Fragen und Vorschläge und freue mich darauf.
Ich bin zwar Millionär, habe meine persönliche finanzielle Freiheit aber noch nicht ganz erreicht. Aber das ist auch nicht mein Hauptziel. Das Ziel ist nicht, schnellstmöglich „frei“ zu werden, nur um mich in der Zwischenzeit massiv einzuschränken.
Auch wenn ich schon ein ordentliches Polster aufgebaut habe, strebe ich für mich bzw. uns eine Mischung aus JETZT leben und Sparen/Investieren für die Zukunft an.

 

Alter, Partnerschaft & Lebenssituation

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin knapp 50 Jahre alt und seit rund 21 Jahren mit meiner Partnerin zusammen. Wir haben nicht geheiratet und haben auch nie Kinder gewollt. Das passt so für uns beide.
Wir haben auch getrennte Finanzen (außer einem gemeinsamen Konto für den täglichen Bedarf und einem gemeinsamen Camper).

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
In der Schweiz, nahe dem Berner Oberland.
Ich konnte im Jahr 2015 eine Immobilie aus einer familieninternen Erbengemeinschaft kaufen bzw. einen Teil davon – mehr dazu später.

 

Einkommen: Vom Topverdiener zum bewussten Downshifter

  • Was ist Dein jährliches Nettoeinkommen aus Deinem Beruf sowie Deinen Investments?
Ich habe Jura studiert und bis vor vier Jahren in meiner Berufs-Karriere-Bubble gelebt:
Karriere, Karriere, Karriere – Beruf first. Bis mich fast ein Burnout „rausgespickt“ hat. Ich habe immer gemerkt, dass meine Leidenschaft nicht in diesem Beruf liegt, sondern ich mit Menschen arbeiten will, draußen sein will, etwas erleben und nicht den ganzen Tag in den Bildschirm schauen und mich aufregen will 🙂
Ich habe daher irgendwann die Reißleine gezogen und den Beruf gewechselt – mit vollem Bewusstsein, dass ich künftig „nur noch“ etwas mehr als die Hälfte verdienen werde, wenn überhaupt. Dieser Schritt hat mental Kraft gefordert (Aufgabe von Sicherheit), aber im Nachhinein war er wichtig und absolut richtig: Mir geht es besser und ich entfalte mich in die richtige Richtung.
Es gibt Wichtigeres als Geld und Karriere im Leben – und das schreibe ich bei vollem Bewusstsein hier in der Freiheitsmaschine als Finanzportal 🙂
In den „besten“ Zeiten finanziell gesehen habe ich rund CHF 180.000 pro Jahr brutto verdient. Das war aber nur für ca. drei Jahre und ist wohl definitiv vorbei.
Mein aktuelles jährliches Einkommen aus zwei Anstellungen (Schweizerische Eidgenossenschaft, Beschäftigungsgrad 70 % und Reiseunternehmung als Car-Chauffeur, Beschäftigungsgrad 20 %) beträgt heute rund CHF 112.000 brutto.
Das sind aktuell jährlich ca. CHF 97.000 netto nach Steuern, Krankenkasse etc.
Wohin mich die finanzielle Reise führt, kann ich heute nicht sagen – ich bewege mich zurzeit klar Richtung „Freude am Beruf“, was eben nicht unbedingt und zwingend mit finanziellem Aufstieg korreliert. Im Gegenteil.
Meine Partnerin ist selbstständig und arbeitet Teilzeit. Ich lege hier jedoch nur meine Situation dar.

 

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Freiheitskämpfer Lallo beim Paragliden – Freiheit ist mehr als eine Zahl auf dem Konto.

 

Ausgaben: Sparsam leben, aber richtig leben

  • Wie hoch sind Deine jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge, für die Du gerne Geld ausgibst?
Das habe ich noch nie genau erfasst. Wir sind eher sparsam, geben jedoch gerne Geld fürs Reisen aus, und wir leisten uns „viel Mobilität“ (ein Auto und ein Fiat Ducato Camper-Kastenwagen).
Wir waren im Jahr 2008 für drei Monate in Marokko (unbezahlter Urlaub), 2010 ein Jahr lang quer durch Afrika (zwischen zwei Anstellungen) und im Jahr 2015 für drei Monate (unbezahlter Urlaub) in Irland unterwegs. Dazu mehrfach Trekkings in Nepal und Peru. Das ist für uns Lebensqualität – jetzt machen und nicht warten, bis wir pensioniert sind und eventuell nicht mehr können oder schon tot sind.
Wir schränken uns beim Auswärts-Essen ein, bei Klamotten (haben ja mehr als genug!) und bei Konsumgütern allgemein. Ich muss nicht immer das neueste Handy haben – meines ist rund sechs Jahre alt und läuft super 🙂
Ich habe keine Streaming-Abos, ein Basis-Internet- und -Handy-Abo, TV schaue ich kaum. Leasings kommen nicht in Frage – ich kaufe nur, was ich bezahlen kann.
In meinem monatlichen Budget sind rund CHF 2.000 fürs Investieren einberechnet.

 

Vermögen: 1,7 Millionen CHF als Selfmade-Millionär in der Schweiz

  • Wie hoch ist Dein aktuelles Vermögen? Wie hast Du Dein Vermögen investiert?
Die Gesamthöhe meines Vermögens beträgt aktuell 1,7 Mio. CHF netto und setzt sich wie folgt zusammen:
– Mein Anteil an der Immobilie netto (nach Abzug der Schulden): geschätzt CHF 600.000, gemäß unserem Schätzer wohl eher höher
– Gesetzliche berufliche Vorsorge (Pensionskasse): CHF 570.000
– Säule 3a (freie Vorsorge, gebunden bis ich 60-jährig bin): CHF 205.000 – investiert in World-ETF
– Freies Vermögen rund CHF 315.000 (davon CHF 212.000 in fünf ETF, zwei Aktien und etwas BTC, der Rest auf verschiedenen Bankkonten)
Ich bin mir bewusst, dass ich zurzeit ein selbst gewähltes „Klumpenrisiko“ mit dem Anteil an der Immobilie habe. Doch angesichts der super Lage, der guten Bausubstanz (die Miteigentümergemeinschaft hat nach meinem Kauf noch rund CHF 200.000 für Isolation und Elektrik investiert, 2024 zusätzlich CHF 65.000 für eine neue Wärmepumpenheizung) und mit dem Status „Liebhaberobjekt an unverbaubarer Lage“ kann ich dieses Risiko gut verkraften. Ich gehe davon aus, dass der Wert steigt.
Der einzige Punkt ist, dass dieses Kapital wohl weniger „arbeitet“ als wenn ich es an der Börse angelegt hätte. Dafür genießen wir jeden Tag „Ferien“ mit riesigem Garten, See in vier Minuten Fußweg, Berge in der Nähe – und mental eine gewisse Sicherheit im Vergleich mit der Börse.
Ich habe für den Kauf des ersten Drittels der Immobilie einen Erbvorbezug von CHF 100.000 erhalten, ansonsten ist alles selbst erarbeitet.

 

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Vermögensaufbau: Sparsam, selbstbewohnt, stetig

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Wir haben eigentlich immer sparsam gelebt und bis vor vier Jahren auch richtig gut verdient. Mein Kapital habe ich vor allem in die selbstbewohnte Immobilie gesteckt und nicht „verkonsumiert“ – außer den Reisen und der Mobilität (hatte immer ein Auto – nichts Verrücktes: Peugeot 406, Skoda Octavia, jetzt VW Passat Jahrgang 2014).

 

Fehler & Learnings: Was Lallo heute anders machen würde

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser der Freiheitsmaschine davon lernen?
Ich habe vor gut zehn Jahren CHF 80.000 in die Pensionskasse (berufliche Vorsorge) einbezahlt, nur um Einkommenssteuern zu sparen. Das würde ich heute nicht mehr machen, weil das Geld in der Pensionskasse nicht mehr so sicher ist wie vor 30 Jahren und dort kaum „arbeitet“ (schlechter Zins). Der Umwandlungssatz wird wohl noch weiter fallen, und ich bin nicht sicher, ob ich jemals das Kapital bei der Pensionierung rausnehmen kann (wie es heute noch der Fall ist). Daher werde ich wohl 2027, wenn die letzte Tranche Hypothek bei der Bank fällig wird, diese aus der Pensionskasse ablösen.
Ansonsten übliche Anlagefehler im Sinne von „ETF kaufen und ein paar Monate später wieder verkaufen“ – aber im kleineren Rahmen und nicht der Rede wert.
Ich verfolge ansonsten Buy and Hold und lasse das Geld liegen.
Leider habe ich erst vor vier Jahren mit dem Investieren begonnen – das ist wohl der größte Fehler meines Lebens.
Vorher wie gesagt „nur“ in die Immobilie investiert. Ich habe erst vor vier Jahren begonnen, mich finanziell zu bilden. Klar habe ich auch vorher gewusst, dass ich nicht mehr ausgeben soll als reinkommt. Aber die Börse, ETF etc. haben mich zu wenig interessiert, da ich ja so gut verdient habe und damals geglaubt habe, dass ich finanziell immer auf diesem Niveau bleiben würde und ich mich nicht um alternativen Vermögensaufbau kümmern müsse.
Wenn ich schon nach dem Studium mit Investieren begonnen hätte… wäre ich heute wahrscheinlich schon komplett finanziell frei.

 

Learnings auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Ich bin noch nicht komplett finanziell frei, aber auf dem Weg, beruflich das zu machen, was mir gefällt.
Früh finanzielle Bildung erlangen und früh beginnen zu investieren – die Zeit ist der wichtigste Hebel.
Wenn es möglich ist, werde ich die Pensionierung schrittweise vollziehen – sprich: Reduktion des Beschäftigungsgrades und früher aufhören zu arbeiten.
Ich habe letztes Jahr eine professionelle Finanzberatung gemacht, und das sollte möglich sein. Eventuell werden wir in zwei Jahren nochmals ein Jahr Auszeit nehmen – das ist noch in Planung und nicht sicher.

 

Strategie: Weiter investieren und sparsam bleiben

  • Was machst Du aktuell, um Dein Vermögen zu nutzen, zu erhalten oder noch zu erhöhen?
Weiter monatlich rund CHF 2.000 in ETF investieren und sparsam leben.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Nein – ich möchte auch nicht unbedingt so schnell wie möglich aus der Berufstätigkeit, sondern in eine selbst- und nicht finanzbestimmte Tätigkeit, die mir gefällt und mich bereichert, ohne dass ich grundsätzlich meinen Standard groß ändern muss.

 

Zukunftspläne: Erfahrungen statt Kontostand

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deines Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Ich möchte noch viel sehen, erleben und erreichen – im Sinne von vielen Erfahrungen machen. Einmal im Ausland arbeiten, Travel and Work… solche Dinge halt. Und nicht wie bislang jeden Morgen ins Büro pendeln, in den PC schauen und am Abend wieder heimpendeln.

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Lallos rollende Freiheit: Camping mit dem Geländewagen. Manchmal ist das beste Investment das in Erfahrungen.

 

Lallos Rat an die Freiheitskämpfer

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Früh investieren – auch wenn es nicht viel ist zu Beginn. Dranbleiben. Und: Pensionskasse nicht zurückzahlen.

 

Das war das Millionär Interview mit Ex-Jurist Lallo – Selfmade-Millionär aus der Schweiz

Danke für Dein Interview, Lallo!

Von einem gewählten Berufsweg auszubrechen, war bestimmt keine leichte und auch eine individuelle Entscheidung. Aber wie Du richtig schreibst: Es gibt wichtigere (noch) Dinge als Geld – nämlich Gesundheit und Zufriedenheit.

Wer jahrelang in einer Karriere-Bubble festhängt, die einen am Ende chronisch krank macht, dem nützt auch ein hohes Vermögen nur wenig. Die Reißleine zu ziehen und unter Umständen auch weniger zu verdienen, erfordert ebenso Stärke wie der Weg zur finanziellen Freiheit selbst.

Und mit 1,7 Mio. CHF Gesamtvermögen, einer traumhaften Immobilie am See und einem ETF-Sparplan, der nun Volldampf weiter läuft, bist Du auf einem guten Pfad.

Viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg – und genieß die nächste Reise im Camper!

 

Und jetzt Ihr!

Welche Fragen oder welches Feedback habt Ihr an den Schweizer Franken Millionär Lallo? Was hat euch besonders gut gefallen und welche Hinweise habt Ihr?

Außerdem: Mach auch Du mit bei den Millionär Interviews, wenn Du Dir aus eigener Kraft ein Vermögen von mindestens einer Million Euro aufgebaut hast.

Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und sei dabei.

Neben dem Fakt, den anderen hier etwas zurückzugeben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Ich garantiere allen Teilnehmern dabei absolute Anonymität.

Bei den Freiheitskämpfer Interviews sowie der großen Freiheitskämpfer Community sind natürlich auch alle Menschen eingeladen, die ihr Leben verbessern und neue Dinge lernen möchten.

Gib Gas mit der Freiheitsmaschine und mach Dein Leben zu einem wunderbaren Abenteuer!

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