In dem Tagesgeld-Thema wurde vor einigen Monaten darauf hingewiesen, damals hatte ich zum ersten Mal von Geldmarkt-ETF gehört.
Mal ein paar Zitate:
@yakari mir ist noch etwas eingefallen. Es könnte auch eine Alternative sein statt Tagesgeld einen Overnight Return ETF zu kaufen. Es gab neulich bei stock3 dazu eine kurze Beschreibung. Ob es wirklich Sinn macht, weiß ich allerdings nicht wirklich.
https://stock3.com/boersenwissen/wie-man-per-etf-die-leitzinsen-von-ezb-und-fed-einsammelt-11756079
Im Big Picture nur darauf achten, dass 2,5 Zinsen bei 8% Inflation immer noch minus 5,5% Realrendite vor Steuer und ca. minus 6,15% nach Steuer (2,5% mal 0,736 bei deutscher Abgeltungssteuer).
Das heißt nach ca. 12 Jahren hat sich bei einem solchen Umfeld der Realwert halbiert.
In diesem inflationären Umfeld schützen langfristig nur Sachwerte vor der inflationären Enteignung (wie auch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts).
Das heißt diese Geldmarktfonds wie auch Tagesgeld sind besonders in Hochinflationsphasen nur für kleinere Beträge bzw. kurz- mittelfristige Haltezeiten sinnvoll.
Plötzlich - nur mein subjektiver Eindruck - wird man "überall" (z.B. Weltsparen, Finanztip https://www.finanztip.de/investmentfonds/geldmarktfonds/ ) damit konfrontiert. Klar, die Zinsen sind ja hochgegangen.
Ich habe mir noch keine abschließende Meinung gebildet, ob ein solcher ETF oder gar eine Mischung aus mehreren gut für mich wäre. Aber ich wollte mal nach (weiteren/aktualisierten) Meinungen und Erfahrungsberichten fragen.
Für wen eignen sich diese Produkte, bzw. ab welcher Anlagesumme? Welcher Anlagehorizont?
Also die Geldmarkt ETFs lohnen sich für alle, die keinen Bock auf Tagesgeld Hopping haben und über den Beträgen der Tagesgeld Konditionen sind. Ich habe den oben genannten Lyxor als Stadardprodukt genommen und nehme ihn für den erweiterten Notgroschen her. Allerdings lasse ich die Finger von Spezialthemen ETFs von extra ETF vorgestellt etc. Die Rendite kommt aus dem echten Depot, der Geldmarkt ETF ist wie Tagesgeld.
Guten Morgen,
hat jemand schon Erfahrungen mit dem Geldmarktfond von Vanguard gemacht?
https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=IE000AFVKJZ0
Ich halte das Thema für schwierig.
Warum?
- Die Zinsen ändern sich häufig.
- Zinsen können auch negativ sein.
- Es besteht kein Inflationsschutz.
- Es fallen Gebühren beim Kauf und Verkauf an.
- Statistisch gesehen ist es heute vorteilhafter, beispielsweise in Aktien zu investieren, als Geld zu sparen und auf den nächsten Crash zu warten.
- Das bedeutet, dass diese Anlage als aktive Position betrachtet werden muss.
Ich bevorzuge eher einen Broker mit Tageszins, jedoch habe ich auch Depots, wo kein Tageszins angeboten wird.
@sir-invest-a-lot danke für deine Meinung..
zu 1. 2. und 3. Richtig, aber ich erwarte keinen Negativzins in den nächsten Jahren und benötige das Geld in ca. 2 Jahren.
zu 4. Die Gebühren von 2€ belasten mich weniger...
zu 5. Siehe oben, das Geld wird in 2 Jahren benötigt und ein Invest in Aktien von so kurzer Laufzeit ist suboptimal.
Broker mit Tageszinsen liegen nach der anfänglichen Schnupperphase bei ca. 1% und ein weiteres Depot möchte ich auch nicht aufmachen. Ich habe bereits 4
MfG
Scalable Capital bietet aktuell 2,5 % Zinsen ohne Laufzeitbegrenzung. Laut eigener Aussage bis zu 500.000 Euro Einlagensicherung für 4,99 Euro/Monat (PRIME+).
https://de.scalable.capital/tagesgeld
Im Brokervergleich beim Maschinisten sicherlich sich mit Affiliatelink zu eröffnen.
Guten Morgen,
hat jemand schon Erfahrungen mit dem Geldmarktfond von Vanguard gemacht?
Hallo, diese Frage treibt mich momentan auch um. Viele andere Geldmarkt-ETF kosten 0,3% mehr. Vanguard finde ich generell gut.
Habe mir gerade ein neues Auto gekauft und werde wieder für den Nachfolger monatlich etwas ansparen, das Geld brauche ich (hoffentlich) erst in 5 Jahren. Auf Tagesgeld-Hopping bei Raisin (ex Weltsparen) habe ich keine Lust mehr. Daher wollte ich es mal mit Geldmarkt-ETF probieren…
Danke @yakari für deine super Rückmeldung!!
Ich hatte den DBX0AN ausgewählt und kostenlos bespart..
Da bei dem Broker allerdings die Verkaufskosten relativ hoch sind, wollte ich diese Position übertragen auf einen Neobroker. Der Anruf bei dem bisherigen Broker und teilweise Forumbeiträge gibt mir allerdings zu Denken!
Laut bisherigen Broker werden die gezahlten Vorabsteuern immer übermittelt.
Liest mal aber auch mal quer, so tauchen da immer wieder, Beanstandungen wegen nicht korrekter akzeptierter Vorabsteuerzahlungen, gerade bei Neobrokern auf.. Scheinbar pflegen die das nicht korrekt ein..
Gruß
Ich habe einiges im oben genannten Video gelernt. Ich selbst habe noch keine Geldmarkt-ETFs.
Ein Geldmarkt-ETF hält Anleihen mit einer Restlaufzeit von max. 2 Jahren.
Bei Anleihen geht es in der Regel nur darum einen Kupon während der Laufzeit einzukassieren und zum Schluss bekommt man die Einlage zurück. Im schlimmsten Fall bekommt man seine Einlage nicht zurück. Das Risiko besteht vor allem zum Schluss der Duration. Dieses Risiko scheint bei Geldmarkt-ETFs doch höher zu sein. Oder seht ihr das anders?
Wenn man einen Geldmarkt-ETF hält, dann ist das Risiko im Vergleich zu herkömmlichen Anleihen-ETFs (mit längeren Laufzeiten) dann nicht höher?
Meine Frage: Warum sollte man überhaupt in einen Geldmarkt-ETF investieren? Tagesgeld ist doch viel sicherer. Aktuell erhält man 2,5 % Zinsen, ohne ständig die Bank wechseln zu müssen und sogar 4%, wenn man eine Bank mit hohem Tagesgeldzins wählt. Durch die Einlagensicherung ist Tagesgeld doch deutlich sicherer als ein Geldmarkt-ETF.
Selbst wenn man mehr als 100.000 € hat und die Einlagensicherungshöhe ein Problem wäre, könnte ich doch Banken wählen, die unterschiedlichen Einlagensicherungsfonds angehören.
Warum nutzt ihr Geldmarkt ETFs? Warum nicht Tagesgeld?
Geldmarkt ETF sind wie Aktien ETF auch Sondervermögen, dass heißt nicht Bestandteil einer Insolvenzmasse des Anbieters
Das Ausfallrisiko eines Geldmarkt ETF wie zum Beispiel des X Tracker Euro Overnight ist so gut wie null
https://www.justetf.com/de/etf-profile.html?isin=LU0290358497#uebersicht (mittlerweile mehr als 35 Milliarden Anlagevolumen).
Einige Banken bieten aktuell mit 2,5% auf Tagesgeld leicht höhere Zinsen, da Sie Liquidität brauchen und einen Teil Deines Geldes selbst gewinnbringender (und damit risikoreicher) anlegen / weiterverleihen als im Solactive ESTR +8,5 total return (aktuell 2,265%), in den Euro basierte Geldmarkt ETF investieren.
Ich habe aktuell mehrere 100k in Geldmarkt ETF geparkt (das meiste in US Dollar, wo es höhere Renditen gibt) und keinerlei Tagesgeld. Der Grund ist, dass es viel einfacher und flexibler ist und ich auch in US-Dollar Geldmarkt ETF Geld parken kann bis sich gute Chancen im Sachwertebereich ergeben. Es läuft in den gleichen Depots in denen Aktien und Aktien ETF liegen. Wenn sich dann eine Chance ergibt, habe ich das Geld augenblicklich zur Verfügung.
Ich selbst habe keine Lust dafür mehrere Tagesgeldkonten bei mehreren Banken zu eröffnen und das Geld hin und her zu senden nur um im Bestfall wenige hundert Euro im Jahr zu sparen, die mir durch Komplexität und Lebenszeit verloren gehen. Mein "eigener Stundensatz", ist zu hoch für solche Tätigkeiten in dieser Phase meines Lebens.
Langfristig gehört sowieso fast alles in Sachwerte, wenn man nicht gerade vorhat in 0-5 Jahren eine große Investition zu tätigen und dafür Planungssicherheit braucht.
Schönen Tag!
Geldmarkt ETF sind wie Aktien ETF auch Sondervermögen, dass heißt nicht Bestandteil einer Insolvenzmasse des Anbieters
Stimmt! Da sind wir uns einig.
Das Ausfallrisiko eines Geldmarkt ETF wie zum Beispiel des X Tracker Euro Overnight ist so gut wie null
Mir geht es vielmehr darum was in einem Geldmarkt-ETF drin ist. Da sind Anleihen drin und damit wird es irgendwann zu Anleihenausfällen kommen (es ist immer eine Frage der Zeit bei Risiko) und damit auch zu Ausfällen im Geldmarkt-ETF. Mir erscheint das Risiko-Chancen-Verhältnis in diesem Fall schlechter zu sein als bei einem Tagesgeldkonto. Bei der Einlagensicherung haftet der gesamte Bankenverbund, während bei einer Anleihe nur der Emittent haftet.
Dass es sich um Sondervermögen handelt, schützt einen nicht davor, dass es im Geldmarkt-ETF zu Ausfällen kommt. Gerade dieser Schutz ist jedoch durch die Einlagensicherung bei Tagesgeld gegeben. Dort erhält man maximalen Schutz bis 100.000 € auf die Einlage, allerdings nicht auf die Zinsen. Tagesgeld ist risikotechnisch sicherer bei gleicher Rendite wie ein Geldmarkt-ETF.
Ich verstehe, dass es in Sondersituationen, zum Beispiel bei einem Konto bei Interactive Brokers mit einer Einlagensicherung von nur 20.000 €, eine gute Alternative sein kann, Geldmarkt-ETFs für das Optionsschreiben zu nutzen.
Bei 200.000 € bis 300.000 € kann man sicherlich noch zwei bis drei Tagesgeldkonten eröffnen. Wahrscheinlich hat man eh mehere Bankkonten. Alles andere wäre wahrscheinlich zu viel Aufwand. Jedoch wäre mir das Risiko eines Geldmarkt-ETFs nicht wert. Ich meine, irgendwann werden Anleihen nicht bedient, und plötzlich stellt man fest, dass das Geld, für das man etwa 2 % Zinsen erhält, teilweise weg ist.
Wir glauben Anleihen sind eine "sichere Sache". Dabei leben wir in einer Welt, in der der Präsident der USA meint, ein verbündetes Land enteignen zu können, wie im Fall von Kanada oder Dänemark. Ich glaube nicht, dass wir so weit davon entfernt sind, dass irgendwann gesagt wird: Ausländische Anleihen werden nicht mehr bedient. Was wollen wir dann tun? Krieg?
In einem Geldmarkt ETF sind im Endeffekt extrem kurz laufende Euro Staatsanleihen erster Güte drin, genauso wie in einem US Geldmarkt ETF US Treasury Papiere sind.
Es gibt kein Ausfallrisiko bei US- und erstklassigen Euro Staatsanleihen, da diese Staaten im Endeffekt über den Umweg Zentralbank der Herausgeber unseres Geldes sind.
Im Bedarfsfall wird einfach neues Geld gedruckt.
Das Risiko bei erstklassigen Staatsanleihen, von Ländern die in Ihrer eigenen Währung verschuldet sind, mit Geld das Sie selbst drucken können, ist nicht Ausfall sondern Inflation (trifft Dich dann beim Tagesgeld und allen anderen Geldprodukten genauso).
Das heißt Japan, USA und Euro Geldmarkt ETF haben kein Ausfallrisiko (sondern die Menschen verlieren realen Wert durch Inflation, wenn Sie nicht ausreichend in Sachwerte investieren).
Deshalb würde ich wie in den letzten Jahren auch weiterhin wenn überhaupt nur kurzlaufende Anleihen und Geldmarkt ETF (von mir aus Tagesgeld) kaufen und keine langfristigen Anleihen, weil dort eine steigende Inflationserwartung Auswirkungen auf die Kurse hat (bei Geldmarkt ETF ist das annähernd Null).
Längerfristig kommt sowieso der größte Teil in Cashflow produzierende Sachwerte wie Aktien, Unternehmen oder vermietete Immos. Die Inflation wird erhöht bleiben, westliche Staaten sind überschuldet. Deutschland verschuldet sich gerade mit weiteren 200 Milliarden Euro im Jahr und verbirgt das hinter "Sondervermögen". Das wird alles durch Inflation wie in den 70er Jahren entwertet werden.
Selbst wenn Du aktuell beim Tagesgeld 2,5% Zinsen bekommst, sind das in Deutschland nach Abgeltungssteuer 2,0% Nominalrendite nach Steuer.
Inflation beträgt in den letzten Monaten durchschnittlich ca. 3%, das heißt realer Wertverlust 1% pro Jahr. Wird in den nächsten Jahren tendenziell noch schlechter werden.
Geldsparer werden wie immer in Hochinflationsphasen die Verlierer sein. Die Staaten müssen sich entschulden.
Ich gebe dir grundsätzlich recht, jedoch nur bis zu einem Black-Swan-Event im Bereich der Anleihen.
Oder bei einem Event, bei dem das Geld eingefroren wird, wie bei Russland oder dem Iran usw.. Irak hat z.T. nicht auf das eigene Vermögen Zugriff. Jeden Monat werden physisch Dollar in den Irak verschifft.
Geldmarkt-ETFs passen nicht zu meiner Anlagephilosophie. Als ich noch eine Hypothek auf meine eigene Immobilie hatte, habe ich lieber Sondertilgungen geleistet.
Aktuell halte ich etwa 10.000 € auf dem Tagesgeldkonto. Bei höheren Beträgen investiere ich lieber in einen Aktien-ETF.
In fünf Jahren müsste ich möglicherweise mehr liquide Mittel vorhalten, falls ich die Hypotheken für meine vermieteten Objekte tilgen möchte.
Ich gebe dir grundsätzlich recht, jedoch nur bis zu einem Black-Swan-Event im Bereich der Anleihen.
Oder bei einem Event, bei dem das Geld eingefroren wird, wie bei Russland oder dem Iran usw.. Irak hat z.T. nicht auf das eigene Vermögen Zugriff. Jeden Monat werden physisch Dollar in den Irak verschifft.
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Das gesamte Geldsystem in Europa, Japan und den USA basiert auf Ihren Staatsanleihen. Bei einem Black Swan in Staatsanleihen würde schon vorher keine Bank mehr stehen und kein Staat könnte Sie retten, da Staatsanleihen die Basis unseres Fiat Geldsystems sind. Die USA haben z.B. jährliche Steuereinnahmen von grob $4 Billionen (plus ca. 2 Billionen jährliche Neuverschuldung) aber eine Staatsverschuldung (Staatsanleihen) von mittlerweile knapp $40 Billionen. Das Geld, die Banken und das Tagesgeldversprechen sind einfach Nebenprodukte.
Meinst Du, Russland hätte noch Zugriff auf sein Tagesgeld bei der deutschen Volksbank aber nicht mehr auf sein Geld in EU Staatsanleihen 😉
Schönen Abend
Wenn extrem kurz laufende Euro Staatsanleihen erster Güte ausfallen, dann würde ich auch nicht mehr auf die Einlagensicherung hoffen wollen.
