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Der Corona COVID-19 Thread

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Alter Nomade
(@pmeinl)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @maschinist

Kinder- und Jugendarzt Dr. Steffen Rabe betreff einer möglichen Impfpflicht:

Mir kamen folgende Formulierungen direkt am Anfang komisch vor:

  • "Die Covid-Impfstoffe gewähren denen, die sich schützen wollen, einen zeitlich begrenzten, gar nicht schlechten Schutz vor schweren Verläufen.
  • Sie haben aber überhaupt keinen relevanten Fremdschutz."

Ersteres ist eine vorsätzlich abwertende Aussage. Der Impfschutz ist doch offensichtlich sehr gut und nicht bloß "gar nicht schlecht" und wenn man sich boostern lässt auch nicht zeitlich begrenzt.

Hier der Faktencheck zum Fremdschutz beim selben Sender
https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/corona-impfung-fremdschutz-faktencheck-100.html

Die Darstellung des Risikos für Herzmuskelentzündungen ist dramatisierend.

Der nebulöse Verweis auf unselige Vergangenheit ist abwegig.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 12:38
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin
Veröffentlicht von: @pmeinl
Veröffentlicht von: @maschinist

Kinder- und Jugendarzt Dr. Steffen Rabe betreff einer möglichen Impfpflicht:

...

Der nebulöse Verweis auf unselige Vergangenheit ist abwegig.

 

Für mich null abwegig sondern elementar.

 

Die Frage lautet:

Erlauben wir dem Staat einem Menschen gegen seinen Willen eine Substanz zu injizieren.

 

Eine Substanz, die nur einen temporären und teilweisen Eigen- oder Fremdschutz gewährleistet, und immer wieder neu injiziert werden muss und außerdem nachgewiesene und zum Teil schwere Nebenwirkungen hat.

Falls dieser Mensch die Injektion nicht will, bestraft der Staat Ihn zuerst monetär und arbeitsrechtlich (also seine Lebensgrundlage) und schließlich auch mit Gefängnis.

 

Für mich wäre dieser Schritt ganz klar der Beginn einer staatlichen Tyrannei.

Und das viele Deutsche und Österreicher den historischen Bezug und unsere historische Verantwortung dabei nicht sehen (und den wiederholten Reflex die "Gesellschaft" vor den Einzelnen zu stellen), macht mich wirklich sprachlos.

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 25. November 2021 12:46
Martin, Metabox, ThruHike und 1 User mögen das
viper2333
(@viper2333)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @martin

Aha, alle geschlossenen KKH hatten also genau null Intensivbetten, wenn zu 100 Prozent fehlendes Personal Schuld ist? Lol. Egal wie man's dreht, es war Zeit genug a) Krankenpfleger weiterzubilden und b) bereits ausgebildetes Personal mit Geld zuzuscheißen, so dass sie nicht abwandern.

 

Bestehende Pfleger während einer Pandemie weiterzubilden ist keine einfache Sache. Die berufsbegleitende Weiterbildung wird nach kurzer Recherche mit einer Dauer von 2 Jahren angegeben. Wie hoch die Bereitschaft der Pflegekräfte zusätzlich zu den häufigen Ausnahmezuständen ist, das noch zusätzlich zu schultern? Ich für meinen Teil denke nicht zu hoch. 

Von daher sorry, aber dieser Teil deines Posts ist ziemlich daneben. Erstens war eben nicht Zeit genug und Zweitens (man schaue auf die Tarifabschlüsse der letzten Jahre, getan hat sich da einiges) ist Geld allein eben nicht alles.

Mir ist da immer wieder eindrücklich mein Kumpel im Gedächtnis, Anfang 30, examinierter Pfleger in einem kommunalen Krankenhaus (sprich Tarif), damals noch mit 75% Stelle und ca. 2.100€ netto im Monat. Ich habe seine Steuererklärungen von 4 Jahren gemacht, daher kenne ich die Zahlen. 

Dazu ein 450 Euro Job (zwei 24 Stunden Dienste als Pfleger eines Schwerbehinderten pro Monat, sprich ein geopfertes Wochenende). Interesse an einer 100% Stelle existierte nicht, Freizeit war wichtiger. Kann jetzt jeder selber beurteilen. Vergleicht man es mit der restlichen Bevölkerung ist es mMn. nicht als unterirdisch schlechte Bezahlung zu klassifizieren.

 

Zumal ein Gesundheitssystem eben dauerhaft finanziert werden muss, sprich das Geld muss auch dauerhaft irgendwo herkommen. Oder soll man die Lohnerhöhungen nach der Pandemie wieder zurücknehmen? Wohl kaum.

Also ja, aber bei allem Verständnis für Elan, die Aussage ist, na ja, sagen wir unterkomplex.

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Veröffentlicht : 25. November 2021 12:52
Feivel2000 mag das
Reblaus
(@reblaus)
Freiheitskämpfer Gold

Situation USA

Schon im letzten Jahr trotzten viele US-Amerikaner den Warnungen und ließen sich die Reise zum traditionellen Truthahnessen nicht nehmen. Heuer sind die Vorzeichen andere: 194 Millionen Menschen – 59 Prozent der Bevölkerung – sind vollständig geimpft, die Booster-Impfung ist für alle sechs Monate nach dem Zweitstich empfohlen, 20 Prozent der über-18-Jährigen haben die Auffrischung schon in Anspruch genommen. Auch Kinder ab fünf Jahren sind seit Anfang November im Impfprogramm.

Anders als im letzten Jahr sind breite Testmöglichkeiten vorhanden. Dass das alleine angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante nicht wirkt, zeigt das Beispiel von anderen Ländern mit höherer Impfquote, nicht zuletzt Österreich.

Angst vor „österreichischem Weg“

Auch die „New York Times“ („NYT“) zog diese Woche den Vergleich: „Die Entwicklung des Virus in Europa, wo Österreich in einen erneuten Lockdown gehen musste und auch Deutschland in einigen Regionen die Weihnachtsmärkte schließen musste, lässt befürchten, in welche Höhen auch in den USA die Zahlen wieder schnellen könnten.“ Das Allerletzte, was sie sich wünschen würde, sei das tun zu müssen, was Österreich tun musste, erklärte die Gesundheitsbeauftragte von Chicago, Allison Arwady, gegenüber der „NYT“: „Ich will wirklich, wirklich nicht, dass wir diesen Weg gehen müssen.“

Dennoch halten sich die Experten – anders als im Vorjahr – zurück mit den Warnungen vor Reisen und großen Familientreffen zu den Feiertagen. „Besteht die Gefahr einer gewissen Ausbreitung? Ja natürlich,“ so Arwady. Ungeimpften rate sie, zu Hause zu bleiben. Für Geimpfte und vor allem für Menschen mit Booster-Impfung sei das Risiko, im Krankenhaus zu landen oder zu sterben, sehr gering.

Weißes Haus rechnet nicht mit nötigen Maßnahmen

Ähnlich entspannt wie die österreichische Regierung im Sommer gibt sich auch die US-Politik noch. Selbst US-Präsident Joe Biden ist in seiner Kommunikation zur Pandemie wesentlich zurückhaltender geworden. Zwar appelliert er weiterhin an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen – „die Impfstoffe sind sicher, kostenlos und leicht erhältlich. Warten Sie nicht. Lassen Sie sich noch heute impfen“, so der US-Präsident erst letzte Woche. Neuerliche Maßnahmen oder gar einen möglichen Lockdown zieht er offenbar nicht in Betracht.

Jen Psaki, Presseprecherin des Weißen Hauses, antwortete unlängst auf die Frage, ob Maßnahmen wie aktuell in Europa möglich seien: „Das würde ich nicht sagen. Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, dass mehr Amerikaner geimpft werden.“

Selbst US-Immunologe und Präsidentenberater Anthony Fauci sieht kein Problem bei den Feiern im Familienkreis: „Lassen Sie sich impfen, und Sie können die Feiertage sehr einfach genießen“, so der Experte im CNN-Interview Anfang der Woche. „Lassen Sie sich testen“, riet er weiter – das sei aber kein Ersatz für die Impfung. Immerhin: Einer Umfrage der Ohio State University zufolge will die Hälfte aller US-Amerikaner fragen, ob die Mitfeiernden geimpft sind, 46 Prozent wollen von Ungeimpften einen Test verlangen.

Krankenhäuser nach monatelanger Pandemie am Limit

Dem gegenüber stehen die Warnungen der Krankenhäuser, die in manchen Teilen des Landes bereits an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. In vielen Spitälern ist die Personalsituation unabhängig von der aktuellen Entwicklung angespannt. Vor allem die Zahl der Patientinnen und Patienten, die während der Pandemie ihre Vorsorge oder Behandlung anderer Krankheiten verschleppt hätten, sei gestiegen.

In Massachusetts werden elektive Eingriffe bereits jetzt verschoben, berichtete CBS Boston. Angesichts der derzeit stark steigenden CoV-Neuinfektionszahlen und vor allem der zu erwartenden Welle nach Thanksgiving gehe man davon aus, dass man bald an die Grenzen gerate.

Ähnlich auch die Situation in Kalifornien, wie der „Guardian“ berichtete. Zwar hat der Bundesstaat insgesamt derzeit eine der niedrigsten Inzidenzen, die Spitäler in manchen stärker betroffenen Regionen sind dennoch schon am Limit. Patientinnen und Patienten aus Fresno – wo die Impfrate bei nur 55 Prozent liegt – werden etwa bereits nach Los Angeles verlegt. „Wir haben keine Ressourcen mehr“, zitierte die Zeitung Pflegekräfte. Viele Menschen in Gesundheitsberufen seien im Burn-out oder hätten angesichts der Belastung in der Pandemie den Job ohnehin bereits gewechselt. In New York fehlen zu dem Menschen in Gesundheitsberufen, weil dort seit Anfang November eine Impfpflicht für bestimmte Berufe gilt.

Inzidenz steigt

Die 7-Tage-Inzidenz liegt US-weit bei knapp über 200, in 34 US-Bundesstaaten steigt sie bereits jetzt teils stark an. Täglich sind (bei knapp 350 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern) über 1.000 CoV-Todesfälle zu verzeichnen. Todesfälle, die zum Großteil vermeidbar gewesen wäre, bekräftigte Francis Collins, Direktor des National Institutes of Health (NIH). „Der Großteil der Toten war ungeimpft. Sicher 100.000 Todesfälle hätten vermieden werden können.“

 

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Veröffentlicht : 25. November 2021 14:18
Reblaus
(@reblaus)
Freiheitskämpfer Gold

 

"Anlass zu ernster Besorgnis": Neue Corona-Variante in Südafrika entdeckt

15.16 Uhr: „Wissenschaftler in Südafrika untersuchen derzeit eine kürzlich entdeckte Coronavirus-Variante, die Anlass zu ernster Besorgnis gibt, berichtete "Bloomberg". Die neue Entdeckung, die bis zur Zuweisung eines griechischen Buchstabens als B.1.1529 bezeichnet wird, weist eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Mutationen auf und unterscheidet sich "eindeutig sehr stark" von früheren Inkarnationen, sagte Tulio de Oliveira, Professor für Bioinformatik bei einem Briefing am Donnerstag.

"Wir haben es hier mit einer Mutationsvariante zu tun, die Anlass zu ernster Besorgnis gibt", sagte Gesundheitsminister Joe Phaahla auf der gleichen Veranstaltung. "Wir hatten gehofft, dass wir eine längere Pause zwischen den Wellen haben würden - möglicherweise, dass es bis Ende Dezember oder sogar nächstes Jahr im Januar andauern würde."

Virologen haben bisher fast 100 Fälle in Verbindung mit der Variante im Land festgestellt, sagte Anne von Gottberg, klinische Mikrobiologin und Leiterin der Abteilung für Atemwegserkrankungen am Nationalen Institut für übertragbare Krankheiten. Beamte der Weltgesundheitsorganisation haben sich getroffen, um über das Virus zu diskutieren, das laut einer separaten Erklärung auch in Botswana nachgewiesen wurde.

Die neue Variante hat sich wahrscheinlich während einer chronischen Infektion einer immungeschwächten Person entwickelt, möglicherweise bei einem unbehandelten HIV/AIDS-Patienten.“

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Veröffentlicht : 25. November 2021 15:53
J.D.
 J.D.
(@j-d)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @martin

 

@J.D.
In einem nichtmedizinischen Bereich mit extrem hohen Stress und Schichtarbeit hat man 2018 wegen Personalmangels und hohem Druck der Kunden die Leute mit Geld für freiwillige Zusatzschichten zugeschissen. Daraufhin gab es eine um mehrere tausend Prozent höhere Nachfrage seitens der MA als das Angebot von Zusatzschichten. Dein Argument ist also ein Gedankenspiel, was sich in der Realität nicht bestätigt. Natürlich muss die Kohle pro Extra-Arbeitstag rüberwachsen und darf nicht pauschal "einfach so" pro Vertrag und Jahr gezahlt werden. Das Einmaleins der Spieltheorie.

 

Möchtest du dann das Gehalt generell auf täglicher Basis berechnen oder soll bei Ausnahmezuständen eine Extra-Zulage gezahlt werden? Das würde keine nachhaltige Lösung sein. Ersteres wäre ein ziemliches Novum, würde am Gedankenspiel, von entweder auf ein Monatsgehalt berechnet auf ca. 20 Tage nur 50% oder direkt nur 10 Tage arbeiten, nichts ändern. Ich will nicht behaupten, dass nur der Pflegeberuf stressig ist. Wenn Patienten unter den Händen wegsterben macht das aber was mit einem. Die Frage, ob jemand anderes in der Situation besser/anders gehandelt hätte, kommt dann schon ab und zu auf. Spornt natürlich an besser zu werden. Ich rede mit den Pflegekräften, alleine schon weil die 30 Jahre Erfahrung Gesundheitssystem haben und ich nur 2,5. Die Anleitung neuer Pflegekräfte ist nur Zusatzbelastung ohne wirkliche Vergütung, bei einem sowieso schon vollem Arbeitstag und Fortbildungen sollte man dann bitte auch machen, da das nicht einfach jeder darf. Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass bei 2 Wochenenden (Schnitt ist 2,3 aufs Jahr) und 8 Nachtdiensten, die Bereitschaft für weitere Dienste gering ist. Höhepunkt war sicherlich der Mai diesen Jahres mit 14 Nachtdiensten, 2 Wochenenden und 2 Feiertagen. Zum Vergleich in meinem Bundesland hätte ein „normaler“ Arbeitgeber überhaupt nur 19 Arbeitstage gehabt. Bei der Pflege sieht es doch nur unwesentlich anders aus.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 16:41
Feivel2000
(@feivel2000)
Verdienter Freiheitskämpfer

Ich verstehe, dass es keine kurzfristige Lösung ist, aber es scheint mir unhaltbar zu behaupten, dass man den Pflegepersonalmangel nicht durch mehr Geld beheben könnte.

Nicht nur mehr Geld, aber auch. Man gewinnt nicht nur potentielle Arbeitskräfte aus dem Ausland sondern verliert auch weniger ans Ausland. 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 17:28
Metabox
(@metabox)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @maschinist
Veröffentlicht von: @pmeinl
Veröffentlicht von: @maschinist

Kinder- und Jugendarzt Dr. Steffen Rabe betreff einer möglichen Impfpflicht:

...

Der nebulöse Verweis auf unselige Vergangenheit ist abwegig.

 

Für mich null abwegig sondern elementar.

 

Und das viele Deutsche und Österreicher den historischen Bezug und unsere historische Verantwortung dabei nicht sehen (und den wiederholten Reflex die "Gesellschaft" vor den Einzelnen zu stellen), macht mich wirklich sprachlos.

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AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 17:29
Maschinist mag das



Reblaus
(@reblaus)
Freiheitskämpfer Gold

Lockerungen der Impfpflicht im Nationalsozialismus

Die Gesundheitspolitik im Nationalsozialismus war grausam mit den Zwangssterilisationen und der so genannten "Euthanasie". Leitbilder waren der "gesunde Volkskörper" und die "Volksgesundheit". Nur bei der Impfpflicht waren die Nazis erstaunlich locker. Der Grund: Unter ihnen gab es viele Anhänger der Naturheilkunde, die Impfungen generell ablehnten.

Viele Nazis hielten die Impfpflicht für eine jüdische Erfindung. 1934 behauptete der "Deutsche Impfgegner-Ärztebund", das "Reichsimpfgesetz" hätten vor allem "jüdische Abgeordnete" erarbeitet. Ein Verband der Impfgegner aus Wilhelmshaven bemühte in seinem Aufruf gleich die "Weisen von Zion": Durch "Einimpfen von Krankheiten" solle die Menschheit der "jüdischen Geldherrschaft unterworfen" werden. Und Julius Streicher, der Gründer und Herausgeber des Hetzblatts "Der Stürmer", fabulierte, dass "Impfungen von den Juden als Rassenschande in die Welt gebracht worden seien", so der Medizinhistoriker Thießen.

 

Ost und West gehen beim Impfen getrennte Wege

Nach dem Krieg ging man in den beiden deutschen Staaten auch beim Impfen getrennte Wege. In der DDR wurde systematisch geimpft, um die Bevölkerung vor Pocken, Diphterie, Tuberkulose und anderen Krankheiten zu schützen. In den Bezirken werden Dauerimpfstellen eingeführt, es entbrannte ein regelrechter Wettbewerb um die beste Impfquote.

Es gibt an Krankenhäusern und Kindergärten überall den Spruch: Der Sozialismus ist die beste Prophylaxe. Impfungen als ein Gleichheitssatz und Versprechen, die Zukunft gestalten zu können, sind in der DDR hoch politisch aufgeladen. Deshalb gibt es in der DDR diese systematischen Impfprogramme, ganz anders als im Westen, wo auf Freiwilligkeit gesetzt wird und man deshalb den Zahlen aus dem Osten hinterherhinkt.

Malte Thießen, Medizinhistoriker

In der Bundesrepublik blieben die Impfungen freiwillig, man setzte auf Aufklärung statt auf Zwang. Bekannt ist beispielsweise die Impfung gegen Kinderlähmung seit den Sechzigerjahren. Den Slogan "Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam" haben noch heute viele im Ohr. Er steht für das Erfolgsrezept von Aufklärung und Freiwilligkeit. Wer sich oder seine Kinder nicht impfen lassen möchte, hat keine Restriktionen zu befürchten.

Die DDR hatte dagegen eine gesetzliche Impfpflicht. Rund 20 verschiedene Schutzimpfungen waren bei Kindern am Ende vorgesehen. Wer die Termine vorsätzlich oder fahrlässig nicht einhielt, musste mit einer Ordnungsstrafe bis zu 500 Mark rechnen. Doch meist wurde auf Überzeugungsarbeit oder höchstens sanften Druck gesetzt, erinnert sich Siegwart Bigl, früher leitender Hygiene-Arzt im Bezirk Karl-Marx-Stadt.

Natürlich gab es immer Impfgegner. Sie sind dann zum Kreishygienearzt bestellt und belehrt worden. Das haben wir hier im Bezirk gemacht, ich war mit dabei und habe ganz friedlich mit ihnen gesprochen. Wenn das nicht half, sind die ins Ministerium nach Berlin bestellt worden. Und solche Dinge, als junge Eltern nach Berlin bestellt zu werden, das war schon ein kleiner Stress, so dass viele nachgegeben haben.

Siegwart Bigl, ehemaliger leitender Hygiene-Arzt im Bezirk Karl-Marx-Stadt

Nach der Wiedervereinigung war die Impfpflicht wieder passé. Erst im März 2020 ist ein Masernschutzgesetz in Kraft getreten, dass wieder eine Pflichtimpfung für Menschen in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen vorschreibt. So sollen unter anderem Schul- und Kindergartenkinder damit wirksam vor Masern geschützt werden, die in einzelnen Fällen sogar tödlich enden können. Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen, müssen mit einer Geldbuße von bis zu 2.500 Euro rechnen.

Die Geschichte der Impfgegner | MDR.DE

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 18:22
Max und Alter Nomade mögen das
Feivel2000
(@feivel2000)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @reblaus

Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen, müssen mit einer Geldbuße von bis zu 2.500 Euro rechnen.

Das muss ein Irrtum sein. Da kommt die Bundeswehr, schnallt dich fest und zwangsimpft dich dann.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 18:34
Alter Nomade
(@pmeinl)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @feivel2000
Veröffentlicht von: @reblaus

Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen, müssen mit einer Geldbuße von bis zu 2.500 Euro rechnen.

Das muss ein Irrtum sein. Da kommt die Bundeswehr, schnallt dich fest und zwangsimpft dich dann.

Genau Smile denn Die Gabel des Teufels hat drei Zacken

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 18:48
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin
Veröffentlicht von: @feivel2000
Veröffentlicht von: @reblaus

Eltern, die ihre in Gemeinschaftseinrichtungen betreuten Kinder nicht impfen lassen, müssen mit einer Geldbuße von bis zu 2.500 Euro rechnen.

Das muss ein Irrtum sein. Da kommt die Bundeswehr, schnallt dich fest und zwangsimpft dich dann.

Polemik hilft nicht feivel

 

Die Masernimpfung hat ein extrem positives Kosten / Nutzen Verhältnis, da der Geimpfte dadurch:

1. Lebenslang selbst geschützt ist

2. Das Virus lebenslang nicht mehr weiter geben kann.

3 Der Impfstoff dekadenlang erprobt ist und fast keine Nebenwirkungen hat

4. Masern für Kinder gefährlich sind

 

Beim Covid 19 Impfstoff bzw. Virus bei Punkt 4 sind diese Punkte alle nicht erfüllt.

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 25. November 2021 18:57
Max mag das
Feivel2000
(@feivel2000)
Verdienter Freiheitskämpfer

Polemik wird es wohl dann, wenn man ausspricht, was andere nur "andeuten".

1 stimmt nicht grundsätzlich. 2 stimmt nicht grundsätzlich. 3 stimmt. 4 stimmt, ist aber kein Gegensatz zum Coronaimpfstoff.

https://de.wikipedia.org/wiki/Varicellaimpfstoff

Der Impfstoff wird meistens durch zweimalige, subkutane Injektion verabreicht. Nach einer Impfung entwickeln 97 % der Kinder über zwölf Monaten messbare Titer für neutralisierende Antikörper für sieben bis zehn Jahre.[2] Der Impfschutz gegen eine Infektion liegt nach einer Impfung zwischen 70 und 90 % bzw. zwischen 90 und 100 % gegen eine Erkrankung.[2] Bei Menschen über 13 Jahren entwickeln 78 % der Geimpften Antikörper und 99 % der Geimpften nach einer zweiten Impfung.[2] Eine erworbene Immunität hält mit über zwanzig Jahren vergleichsweise lange an,[12] vermutlich lebenslang in einem Großteil der Geimpften.[2] Jedoch verlieren manche Kinder ihren Impfschutz bereits nach fünf bis acht Jahren.[13] Eine Erkrankung verläuft bei Geimpften milder, mit meistens weniger als 50 Pockenläsionen und meistens ohne Fieber.[2]

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 19:21
crs mag das
J.D.
 J.D.
(@j-d)
Verdienter Freiheitskämpfer

Die aktive Impfung gegen Masern führt zu einer humoralen und zellulären Immunantwort, die der Immunantwort nach einer natürlichen Infektion mit Masern (in etwa) entspricht. Die Impfung bietet damit einen langanhaltenden und sicheren Schutz gegen eine Masernerkrankung.

Zahlreiche, weltweit durchgeführte Studien zeigen, dass bereits nach einmaliger Impfung gegen Masern 92% der Geimpften vor einer Masernerkrankung geschützt sind. Die Wirksamkeit einer einmaligen Impfung zur Verhinderung von sekundären Erkrankungsfällen unter Haushaltskontakten beträgt ebenfalls 92%. Die Wirksamkeit der zweifachen Impfung gegen Masern liegt in Deutschland bei 98% bis 99%. Die WHOschätzt die Qualität der Evidenz zur Impfwirksamkeit als hoch ein.

Epidemiologische Daten zeigen, dass der Impfstoff bei Erwachsenen genauso gut wirkt wie bei Kindern.

Nach einer zweifachen Impfung gegen Masern wird grundsätzlich eine lebenslange Immunität angenommen. Auch ein langsames Absinken der IgG-Titer bei Geimpften über die Zeit bedeutet nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft kein Nachlassen des Impfschutzes.

Die theoretische Möglichkeit einer zukünftigen tatsächlichen Abnahme der Immunität in der geimpften Bevölkerung wird diskutiert. Es ist denkbar, dass durch die Unterbrechung der Viruszirkulation der Immunschutz der Bevölkerung nicht mehr durch Kontakt mit Wildviren geboostert (aufgefrischt) wird. Ob die Auffrischung jedoch zur Aufrechterhaltung einer ausreichenden Immunität notwendig ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht eindeutig geklärt werden. Eine epidemiologische Relevanz scheint die fehlende Auffrischung nicht zu haben, wie. Daten aus Ländern zeigen, die die Masern schon vor Jahren eliminiert haben. So sieht man z.B. in Finnland bei gleichbleibend hohen Impfquoten kein Nachlassen des Impfschutzes gegen Masern über die Zeit.

Wie alle medizinischen Maßnahmen sind auch Impfungen nicht zu 100% wirksam. Die zweifache Masernimpfung verhindert bei etwa 98% bis 99% der Geimpften den Ausbruch einer Erkrankung und führt bei ihnen in der Regel zu einem lebenslangen Schutz.

Die Ursachen für ein Impfversagen sind vielfältig. Es wird hier unterschieden zwischen dem primären und dem sekundären Impfversagen. Ein primäres Impfversagen tritt auf, wenn nach der Impfung keine Immunität entwickelt wurde. Das kann z.B. bei Immundefizienz der Fall sein oder durch Wechselwirkungen mit mütterlichen Antikörpern bei Säuglingen verursacht werden. Auch Fehler bei der Lagerung oder bei der Anwendung des Impfstoffes kommen als Gründe für ein primäres Impfversagen in Frage.

Ein sekundäres Impfversagen liegt vor, wenn eine Immunität nach der Impfung im Laufe der Zeit nachlässt ("waning immunity"). Dieses Phänomen wird nur selten beobachtet. Ein Absinken der IgG-Titer bei Geimpften über die Zeit bedeutet dagegen i.d.R. kein Nachlassen der Immunität.

Bei Verdacht auf eine akute Masernerkrankung nach zweimaliger Impfung spricht labordiagnostisch das Fehlen von IgM-Antikörpern bei gleichzeitig hohem IgG-Titer für ein sekundäres Impfversagen. Typischerweise weisen die IgG-Antikörper eine hohe Avidität (Bindungsfähigkeit) auf.

Personen, die trotz Impfung erkranken, haben meist einen leichteren oder untypischen Krankheitsverlauf der Masern im Vergleich zu Ungeimpften und übertragen nur sehr selten die Masernviren auf Kontaktpersonen.

Es gelten die spezifischen Angaben der Hersteller in den Fachinformationen.

Bei der Bewertung von Reaktionen nach Impfungen unterscheidet man zwischen üblichen Impfreaktionen und schwereren unerwünschten Wirkungen (UAW). In aller Regel treten nach der MMR-Impfung die als „übliche Impfreaktionen“ bezeichneten Symptome auf. Übliche Impfreaktionen sind vorübergehende Lokal- und Allgemeinreaktionen als Ausdruck der Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff. Sie sind im Allgemeinen mild und vorübergehend und stellen in der Regel kein Anlass zur Sorge dar.

Die üblichen Reaktionen nach der MMR-Impfung treten bei 1 von 10 Geimpften etwa 6-12 Tage nach der Impfung auf. Häufig handelt es sich um eine Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Fieber für ein bis zwei Tage. Ein Hautausschlag (sogenannte Impfmasern) kann bei etwa 5% der Geimpften 7 bis 10 Tage nach der Impfung auftreten. Dieser hält etwa 1 bis 3 Tage an und ist nicht ansteckend. Etwa 1% der Geimpften berichten nach der Impfung über Gelenkschmerzen. Nach der zweiten Impfung treten die beschriebenen Symptome nur noch selten auf.

Schwerere unerwünschte Wirkungen der Impfung sind selten.

Fieberkrämpfe können generell mindestens einmal bei 2% bis 4% gesunder Kinder vor dem 5. Lebensjahr auftreten. Das Risiko der durch MMR-Impfstoffe zusätzlich verursachten Fieberkrämpfe, wird auf 1 pro 1150 bis 1700 verabreichte Dosen geschätzt. Bei Verabreichung der ersten Impfdosis mit einem kombinierten Masern-, Mumps-, Röteln-, Varizellen-Impfstoff haben Kinder im Alter von 11-23 Monaten ein etwa doppelt so hohes Risiko für einen Fieberkrampf 5-12 Tage nach der Impfung im Vergleich zu Kindern, die gleichzeitig einen Masern-, Mumps-, Röteln-Impfstoff und einen Varizellen-Impfstoff an getrennten Injektionsstellen bekommen. Die STIKO empfiehlt daher die getrennte Gabe von MMR- und Varizellen-Impfstoff bei der ersten Impfung.

Bei der MMR-Impfung kann bei etwa 3 von 100.000 Geimpften eine idiopathische Thrombozytopenie (Abfall der Thrombozyten (Blutplättchen)) auftreten, die in aller Regel selbstlimitierend ist. Das Risiko nach der Impfung ist jedoch geringer als bei einer natürlichen Infektion mit Masernviren.

Bei 1 bis 4 Fällen von 1 Million Geimpften kam es nach der Impfung zu einer Anaphylaxie (akute allergische Reaktion).

Neben leicht erhöhten Temperaturen kann unabhängig vom Impfstoffstamm nach Mumpsimpfung bei weniger als 1-3% der Geimpften eine Parotitis auftreten. Einzelne Fälle von Orchitis, Pankreatitis oder Sensorineuraler Taubheit wurden beschrieben.

Die Impfung führt nicht zu einem Morbus Crohn oder einer Colitis ulcerosa (entzündliche Darmerkrankungen), auch nicht zu Autismus oder einer Enzephalitis. Darüber hinaus gibt es keine Belege für einen Zusammenhang zwischen einer MMR-Impfung und dem Auftreten einer kognitiven Verzögerung, eines Typ-1-Diabetes, von Erkrankungen des atopischen Formenkreises (Asthma, Dermatitis/Ekzemen, Heuschnupfen), einer Leukämie oder Multiplen Sklerose.

Bei schwerer humoraler oder zellulärer Immundefizienz (angeboren oder erworben) sowie in der Schwangerschaft ist die MMR(V)-Impfung kontraindiziert.

Quelle: RKI

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 19:48
Maschinist mag das
J.D.
 J.D.
(@j-d)
Verdienter Freiheitskämpfer

Selbst hier bei vielen studierten, hochintelligenten, freiheitsliebenden Menschen wird das Pflegeproblem teilweise massiv unterschätzt. Wie @maschinist richtig sagt, wird es, wenn es so weitergeht irgendwann Winter geben, die Triage zur Routine werden lassen. Geld geben und dann zu verlangen, dass die Pflege ruhig ist, zeugt weiterhin nicht von Wertschätzung gegenüber dem, was die Pflege leistet. Es sollte sich einfach jeder mal fragen, warum er/sie nicht in der Pflege arbeitet und ab welchem Gehalt man das von 18-67 Jahren freiwillig machen würde. Warum sollten das andere Menschen wollen, wenn sie doch die Freiheit haben einen anderen Beruf auszuüben. Aktuell verlassen sehr viele die Pflege. Man kann sagen, dass Corona nur ein Symptom ist und die Krankheit viel tiefer liegt im politischen Versagen seit Jahrzehnten. Wenn der Patient eine schlechte Sättigung hat, besteht die Erstversorgung aus Sauerstoff hochdrehen und erst danach geht man das Grundproblem an. Ergo wer das Symptom Corona jetzt nicht behandelt, braucht sich über das kranke Gesundheitssystem bald gar keine Sorgen mehr machen, das ist dann längst begraben.

Zudem kommt das (potenziell höhere) Gehalt für die Pflege aus unseren Steuern und KV-Beiträgen. Ich glaube es gibt hier einige, die die Abgabenlast Deutschlands jetzt schon viel zu hoch finden…

Wenn die Pflege eine ordentliche Gehaltssteigerung bekommt, könnte ich mir außerdem vorstellen, dass die Ärzte als nächstes an der Tür klopfen.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. November 2021 20:19
Maschinist, Reblaus, BananenRapper und 1 User mögen das
Roman
(@roman)
Verdienter Freiheitskämpfer

@j-d 

Ich schätze deine fundierten Kommentare zu diesem Thema.

Worin liegt deiner Meinung nach das politische Versagen in der aktuellen Pflegesituation? Ich denke nicht, dass das Pflegeproblem generell unterschätzt wird, würde hier aber für die Verantwortung differenzieren.

Im internationalen Vergleich ist die Verfügbarkeit von Pflegepersonal in Deutschland überdurchschnittlich gut ( https://data.oecd.org/healthres/nurses.htm). Deutschland ist auch nicht allein mit tendenziell steigendem Pflegebedarf durch die demographische Entwicklung, der schneller verläuft als die Kapazität in der Pflege erhöht werden kann. Diese Situation trifft für fast alle Industrieländer zu. Erhöhung der Männerquote, Rekrutierung von Arbeitskräften im Ausland, verstärkter Einsatz von Technologie etc. das sind alles Massnahmen die auch von anderen Ländern ergriffen werden, aber eher langfristig wirken. Es scheint mir nicht, dass Deutschland viel schlechter ist als andere Länder.

Die aktuelle Überlastung der Kapazitäten hat doch einen einfachen und direkten Zusammenhang: zuviele Leute wurden zu schnell infiziert und brauchen Pflege, was bestehende Kapazitäten überfordert. Ist es ein Versagen der Politik, dass für diese ausserordentliche Situation nicht die ausreichende Kapazität in dieser Situation vorgehalten würde? Ich glaube nicht. Vielleicht kann man mit mehr Geld kurzfristig Personal halten oder ein paar Pensionäre reaktivieren, aber die Möglichkeiten die Kapazitätsgrenze kurzfristig massiv zu erhöhen scheint mir sehr beschränkt. Der Punkt ist: kein Unternehmen wird sich leisten können, in normalen Zeiten ständig 120 oder 150 Prozent Personalresourcen vorzuhalten für den Fall dass sie irgendwann gebraucht werden könnten.

Wo die im Wahlkampf befindliche Politik versagt hat war bei der Einleitung von geeigneten Massnahmen im Spätsommer diese Welle zu verhindern. Verantwortung tragen auch die Leute die aufgrund verweigerter Impfung massgeblich zu der Überlastung in den Spitälern beigetragen haben.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. November 2021 08:52
Fuso, Reblaus, BananenRapper und 1 User mögen das



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