( ……………………………………. )

Veröffentlicht am

Wir haben heute einen fast ungehinderten Zugang zu Informationen. Wo Menschen noch vor wenigen Dekaden fast ausschließlich vom Wissensstand Ihres direkten Umfelds abhängig waren, kannst Du nun mit wenigen Klicks von den jeweils besten Ihres Fachs lernen und das ganz unabhängig von Thema oder Wohnort.

Die Möglichkeiten sich etwas ganz Neues anzueignen und damit das eigene Leben zu verbessern sind dadurch unendlich. Und eigentlich müssten alle Menschen der westlichen Welt auf Grund dieser Möglichkeiten unter anderem mit durchtrainiertem Körper in glückseliger Partnerschaft und großem Freundeskreis im Geld schwimmen.

Aber wenn ich meine Augen aufmache, bin ich selbst in einer der wohlhabendsten, sichersten und offensten Regionen der Welt überhaupt, dem deutschsprachigem Raum, davon weit entfernt.

Ich sehe z.B. anstatt eines fitten und finanziell unabhängigen 55 jährigen Gutverdieners jemanden mit Bierplautze, der sich wackelnd und keuchend im Firmentreppenhaus darüber beschwert, dass der Aufzug gerade nicht geht und was für einen Blödsinn sich die „hohen Herren“ (das Topmanagement) wieder einmal ausgedacht haben.

 

Ich würde dann gerne antworten:

  • „Junge! – Warum bist Du nach 30 Jahren Angestellt sein überhaupt noch hier, wenn es Dir nicht passt und Du gleichzeitig in diesen Dekaden in Summe einen größeren siebenstelligen Eurobetrag für Deine eingetauschte Lebenszeit erhalten hast?
  • Das Geld sollte Dir schon lange aus Ohren- und Nasenlöchern gleichzeitig kommen, wenn Du nur einen kleineren Teil davon nicht ausgegeben und stattdessen passiv an der Börse oder in vermieteten Immobilien investiert hast!
  • Und wieso hast Du Deinen Körper mehrere hunderttausend überschüssige Kalorien in Form von Fettzellen speichern- und Deine Muskeln erschlaffen lassen, anstatt beides mit wenigen Stunden Aufwand pro Woche gesund und in Form zu halten?
  • Daran sind keine „hohen Herren“ schuld, sondern nur Du selbst!“


Aber der Maschinist hält sich zurück.

Erstens ist es unsinnig, sich Menschen ohne Grund zu Feinden zu machen und zweitens würde es sowieso nichts bringen.

 

Aber was ist hier eigentlich los?

Wir wissen, dass der Unterschied zwischen einem Millionär und einem Schuldensklaven nur aus ein paar Gewohnheiten besteht und beim Thema Fitness und Gesundheit sieht es nicht anders aus.

Mit diesen Gewohnheiten wachsen zwar nicht alle auf, aber jeder Mensch kann sich diese heutzutage einfach aneignen, oder?

Wieso gehen einige Menschen diesen Weg der Selbstoptimierung – viele andere aber offensichtlich nicht. Und das obwohl es so einfach ist wie nie zuvor an die notwendigen Informationen zu gelangen?

 

Heute Mittag im Fitnessstudio

war ich beim Kreuzheben gedanklich gerade mit dieser Frage beschäftigt, als ein anderer Besucher ein Gespräch mit mir anfing. Ich sehe diesen Menschen dort fast jede Woche seit wir aus den USA zurück sind und fast jedes Mal kommt er dann zu mir.

Er erzählt mir dann zum Beispiel, welche Wehwehchen er gerade hat, dass Politiker alle Betrüger sind oder dass sein Geld auf Bank durch die „Idioten in Brüssel“ immer weniger wert wird.

Jetzt müsste man denken, dass nach dieser langen Zeit und der Anzahl an Gesprächen auch von meiner Seite her Informationen fließen würden. Zu einigen Themen könnte ich schließlich bestimmt etwas beisteuern.

Aber dem ist nicht so – Das interessiert diesen Menschen anscheinend gar nicht.

Es gibt eigentlich immer nur einen einseitigen Monolog (den ich mittlerweile immer mehr versuche abzublocken).

Diesen Fitnessstudiobesucher interessiert in Wirklichkeit nicht was ich mache oder denke. Es geht Ihm stattdessen anscheinend nur darum, selbst zu sprechen.

 

Ergibt das Sinn?

Vielleicht wird Der sichtbar, wenn wir uns einmal auf die andere Seite des Spektrums bewegen:

Ein Leser der Freiheitsmaschine hat mich angeschrieben, der gegen finanzielle Entlohnung ein persönliches Consulting von mir haben wollte.

Nachdem wir uns geeinigt und dazu ausgetauscht hatten, wurde klar, dass dieser Leser ein aus Einkommens- und Bildungssicht sehr erfolgreicher Mensch ist und in seinen jungen Jahren schon mehr erreicht hat, als viele andere bis zu Ihrem Lebensende.

Als es dann nach der schriftlichen Auswertung an das Telefongespräch ging, bei dem ich Ihm neben den offensichtlichen positiven Aspekten sein Verbesserungspotential aufzeigte das aus meiner Sicht vorhanden ist, passierte folgendes:

 

Dieser erfolgreiche Mensch hörte einfach zu was ich zu sagen hatte

Er versuchte dabei weder, sich für die eigenen (aus meiner Sicht noch vorhandenen) Defizite zu rechtfertigen noch versuchte er andere Schuldige zu finden. Er war einfach still.

Und darüber hinaus war er fähig, meine Einschätzung mit kurzen Sätzen einzuordnen und er nahm diese dann einfach an. Er sprach während der ganzen Zeit eigentlich nur, wenn er Fragen hatte um das Gesagte besser zu verstehen.

Es gab von seiner Seite dabei kaum eigenes Ego in der Besprechung sondern nach meinem Gefühl das echte Interesse die Meinung eines anderen zu hören und für sich selbst dann möglichst viel davon mitzunehmen.

Und das kann dann auch bedeuten, Dinge nicht zu tun, nachdem man das Thema verstanden und für sich selbst abgeprüft hat.

Jetzt hätte der erstgenannte Fitnessstudiobesucher durch die vielen Zusammenkünfte in Summe eine deutlich größere Chance gehabt, sich mit mir wirklich auszutauschen und dabei je nach eigenem Interesse auch einmal nachzufragen.

Aber im Gegensatz zum zweiten Beispiel, weiß dieser Mensch auch heute noch rein gar nichts von mir.

Der Grund ist nicht, weil ich nichts dazu sagen würde, sondern weil es diesen Menschen gar nicht interessiert.

Oder besser gesagt:

 

Das Ego dieses Menschen verhindert, dass es Ihn interessiert

Dieses Ego interessiert sich stattdessen für etwas ganz anderes.

Es ist so stark damit beschäftigt, seinen Besitzer (hauptsächlich vor Ihm selbst) in einem guten Licht erscheinen zu lassen, dass für diesen Menschen selbst überhaupt keine Möglichkeit mehr besteht, etwas Neues von anderen zu lernen!

 

David Dunning & Justin Kruger

Diese beiden Herren sind unter dem Begriff „Dunning Kruger Effekt“ bekannt geworden. Er besagt, dass Menschen mit nur geringem Wissen sich selbst als deutlich kompetenter einschätzen als Sie es in Wirklichkeit sind (und das dann auch oft lautstark der ganzen Welt erzählen).

Diese Menschen hätten nach eigener Überzeugung zum Beispiel längst die großen Probleme unserer Zeit gelöst, wenn man Sie denn ließe. Die Rente wäre höher, die Steuern niedriger und unsere Straßen wieder sicher. Und die EU hätten Sie auch besser im Griff.

Wenn nur die anderen Menschen endlich Ihr großes unerkanntes Potential erkennen würden…

Bei diesen Menschen mit oft nur geringem Wissen und auch leider fehlender Tendenz daran etwas ändern zu wollen, ist das eigene Ego der Verursacher für dieses für Außenstehende oft sonderbare Verhalten.

Es schützt den Besitzer damit (erfolgreich) vor der schmerzhaften Wahrheit, eigentlich vergleichsweise wenig Ahnung zu haben.

 

Und im Gegensatz dazu, verhalten sich Menschen, die sich oft ein sehr hohes Wissen angeeignet haben, z.B. in dem Sie anderen Menschen zuhören können, oft überraschend zurückhaltend.

Sie fragen nach und lassen andere Ihre Position erklären und aussprechen. Sie hören nicht nur zu um möglichst effektiv mit Gegenargumenten kontern zu können, sondern um den anderen Standpunkt zu verstehen. Und Sie denken auch nicht, dass Sie der Besitzer der allheiligen Wahrheit sind und alle anderen ausführlich darüber belehrt werden müssen.

Menschen, die fähig sind sich neue Dinge anzueignen und auch einmal die eigene Meinung zu ändern, scheinen auf Ihrem langen und oft auch schmerzhaften Weg zu einer Erkenntnis gekommen zu sein.

 

Diese lautet:

Egal wie viel wir denken zu wissen –  es ist immer nur ein kleiner Ausschnitt des Ganzen und oft genug ist selbst dieses Wissen noch fehlerbehaftet. Wir tun gut daran uns zu hinterfragen und anderen Menschen zuzuhören. Und das besonders dann, wenn Sie eine andere Meinung haben.

 

Warum

Ich glaube mittlerweile, dass die meisten menschlichen Handlungen zumindest in der Vergangenheit einen evolutionsbedingten Vorteil haben mussten, sonst würde es das betreffende Verhalten nicht geben.

Der evolutionäre Sinn beim Beispiel von Menschen die meistens nur Reden und auch dadurch kaum dazu lernen, ist nach meiner Einschätzung folgender:

Wer auch im fortgeschrittenen Lebensabschnitt nur wenig weiß und dadurch viele Enttäuschungen erlebt hat, hätte dadurch eigentlich genügend Gründe, traurig und niedergeschlagen zu sein.

Um das zu verhindern, erzeugt das Ego dieser Menschen eine: „Illusion des Wissens“ um Sie vor der schmerzhaften Wahrheit zu schützen.

Ansonsten würde dieser Mensch nur noch deprimiert in der Ecke sitzen, anstatt sich überlegen und gut zu fühlen und dadurch Kompetenz (und damit Attraktivität beim anderen Geschlecht) auszustrahlen.

Für uns Menschen ist es anscheinend evolutionstechnisch vorteilhaft, unsere Defizite nicht einfach so zu erkennen, um uns selbst vor der schmerzhaften Wahrheit des Nichtwissens und auch der Eigenverantwortlichkeit an unserer aktuellen Situation, zu bewahren.

 

Will der Maschinist hier bestimmte Menschengruppen schlecht machen?

Ganz und gar nicht!

Aber ich habe einen Tipp für Dich und auch mich selbst:

Beobachte Dich beim nächsten Gespräch mit anderen Menschen einmal selbst, die Du neu kennen lernst oder erst wenige Male getroffen hast.

Schau dabei besonders auf Deinen Impuls, wie und wann Du dem anderen etwas erzählen möchtest.

Tust Du das dann, weil Du wirklich an der anderen Sichtweise interessiert bist oder ertappst Du Dich auch dabei, Dich selbst in einem möglichst guten Licht darzustellen?

Was hat der andere im Gespräch gesagt? Kannst Du Dich anschließend daran erinnern und wie denkst Du kommt der andere zu seiner Meinung.

 

Welchen Anteil hat unser eigenes Ego beim Umgang mit anderen?

Bevor Du jetzt vor Dir selbst zurückschreckst. So gut wie kein Mensch ist wirklich frei von den Versuchen seines eigenen Egos, den Besitzer (vor sich selbst und anderen) in einem möglichst guten Licht erscheinen zu lassen.

Der evolutionstechnische Vorteil dieses Verhaltens war und ist einfach zu groß.

Wie hoch ist der Egoanteil des Maschinisten diesen Blog zu schreiben?

Die genaue Aufteilung kenne ich nicht aber null Prozent sind es jedenfalls nicht. Wir sind alle dafür empfänglich.

Der Unterschied liegt darin es zu erkennen und sich daran zu erinnern, was Dein eigentliches Ziel ist: Als Mensch auf Deiner persönlichen Reise Dein Leben zu genießen und dabei zu wachsen. Und dazu gehört natürlich auch, neue Dinge zu lernen.

Erfolgreiche Menschen, die auf Ihrem Weg, wie wir alle, viele Fehler machen aber immer wieder aufstehen und fähig sind anderen wirklich zuzuhören, haben diesen Mechanismus erkannt.

Sie können Ihr Ego besser im Zaun halten, weil Sie durch Ihre gemachten Erfahrungen gelernt haben, dass niemand immer recht hat und es hauptsächlich darauf ankommt, begangene Fehler nicht zu wiederholen und von anderen Menschen zu lernen.

 

Und jetzt Du

Welche Erfahrungen hast Du auf Deinem Lebensweg gemacht.

Was hast Du bei Dir selbst geändert und welche Auswirkungen hatte das auf Dein Leben.

Schreib uns im Kommentarbereich.

error

58
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
15 Comment threads
43 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
23 Comment authors
AvatarAvatarAvatarAvatarAvatar Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
Avatar
Gast

Das ist ein interessanter Beitrag.

Durch meine Karriere im Vertrieb bin ich durch verschiedene Vertriebstrainer geprägt worden. Eine Sache ist bei mir hängen geblieben: Wenn du im Privaten oder im Beruflichen kritisiert wirst, solltest du dich niemals rechtfertigen.

Bei der Mission Moneys gabs vor kurzem eine nette Podiumsdiskussion. Und der Mario musste ordentlich einstecken. Nach jedem Einschlag gabs eine Erklärung von ihm, eine Rechtfertigung. Und er war nur in der Defensive. Und am Ende wurde ihm auch noch mangelnde Standhaftigkeit vorgeworfen. Im Vertrieb würde man so nicht erfolgreich werden. Und im Privaten?

Da höre ich gern zu. Steuere mit meinen Fragen das Gespräch. Man erfährt mehr. Kann seine Schlüsse ziehen. Und hinterher sagt der Gesprächspartner “Mensch das war aber ein tolles Gespräch!”

Avatar
Gast
Natman

Ich versuche zu beachten, dass ich selbst weniger rede und auch gut zuhöre. Kritik an einem selbst – wenn konstruktiv vorgebracht – bietet auch die Chance etwas zu ändern. Früher habe ich zu viel vo mir selbst geredet jetzt versuche ich es viel weniger.

Wenn man erfolgreichen Menschen zuhört, kann man viel lernen und dies später auch selbst weitergeben.

Finde den Beitrag Klasse und hätte gern mehr Psychologisches vom Maschinisten.

Avatar
Gast
Matthias

Hallo Maschinist,
deine Sichtweise ist mir zu einseitig: “Ich würde gerne antworten…schuld, nur du selbst”.Damit triffst du Millionen von Angestellten, die Tag für Tag ähnliches erleben. Bezeichnenderweise teilst du dem Leser nicht die Gründe mit, warum der Angestellte an seinem Job hängt. Da kann ich nur spekulieren. Vielleicht benötigt er ein regelmäßiges, halbwegs sicheres Einkommen, um seine Familie zu ernähren oder er hat schlechte Erfahrungen mit Immobilien oder an der Börse gemacht. Vielleicht hat er aber nur den Kommer noch nicht gelesen.

Aber ist man an seinem Erfolg oder Misserfolg wirklich selbst schuld? Dahinter steckt im Kern die Frage, ob es einen freien Willen gibt, der völlig unabhängig von seiner genetischen Ausstattung und von seiner Umwelt funktioniert. (Ein weites Feld, wenn man versucht sich damit zu beschäftigen). Nur dann wäre doch der Schuldvorwurf berechtigt.

Je länger ich darüber nachdenke, desto skeptischer werde ich. Anschaulich wird es wenn man zuspitzt: Der Sportler, Mathematiker oder Opernsänger wird es ohne eine günstige genetische Grundausstattung und ohne ein gutes Umfeld allenfalls ins Mittelmaß schaffen. Ihm deshalb einen Schuldvorwurf zu machen wäre falsch.

Ich kenne den Lebenslauf des Maschinisten nicht aber sein Reichtum und seine Fitness hat mit glücklichen Ereignissen zu tun. Auch hier kann ich nur spekulieren: Vielleicht waren es Menschen oder Bücher zur rechten Zeit am rechten Ort, oder das Glück eine Zeitlang in den USA zu arbeiten zu können und dadurch innerhalb kurzer Zeit steuervergünstigt viel Geld zu verdienen. Aber welche Ursachen haben zu dem USA Aufenthalt geführt ? War es nicht eine günstige Fügung von Zufällen, meinetwegen auch Schicksal ? Warst du wirklich selbst schuld an deinem Lebenslauf ?

Wenn man ehrlich zu sich selbst ist hat Erfolg und Misserfolg im Leben nichts mit der eigenen Schuld zu tun, sondern letztlich mit Umwelt und Genen. Jede Entscheidung, die man im Leben trifft oder nicht trifft hat ihre Ursache und diese Ursache, wiederum eine oder mehrer Ursachen usw., bis u.U. ins Unterbewusste hinein, meistens sind alle Ursachen, die zu einer Entscheidung geführt haben nicht mehr zu ermitteln. Man kommt bei der Ursachenforschung immer weiter von einem oberflächlichen Schuldvorwurf weg und regelmäßig zu genetischen oder externen Umständen.

Ich finde, dass man deshalb vorsichtig mit dem Schuldvorwurf umgehen sollte. Genauso sollte man eher demütig sein, wenn man eigene Erfolge bewertet.

Matthias

Avatar
Gast
carlos

Entscheidend ist an der “Schuldperspektive” im Grunde gar nicht, ob man wirklich “selber Schuld” ist oder nicht.
Entscheidend ist, dass wenn man akzeptiert, dass man (zumindest eine Teil-)Verantwortung trägt man erkennt, dass man etwas ändern kann und auch wo. Denn die EU-Komission, den Vorstand des Arbeitgebers oder das aktuelle Wetter wird man einfach nicht ändern. Deswegen ist deren “Schuldanteil” für eine handlungsorientierte Problemlösung (so man denn ein Problem für sich erkennt) vollkommen irrelevant.
Und daher ist es auch irrelevant, ob der eigene Verantwortungsanteil an der aktuellen Situation 10% oder 100% beträgt. Nur hier kann man ansetzen und das lohnt bei den 10% auch und nur darum geht es.
Gruß
Carlos

Avatar
Gast
Hamster

Hallo Matthias,

“Genauso sollte man eher demütig sein, wenn man eigene Erfolge bewertet.”

ganz genau, “Demut” ist ein gutes Stichwort!

In den Finanzblogs gibt es m.E. einen großen survivorship bias, und wir diskutieren in einer Situation, in der es an der Börse 10 Jahre hoch ging. Ich bin ziemlich sicher, dass es bei vielen von uns an manchen Stellen trotzdem “knapp” war, beruflich, finanziell, gesundheitlich usw. da zu sein, wo sie jetzt sind. Wir sind in der Lage, aus Informationen im Internet zu lernen, Gewohnheiten umzustellen, usw., und das bringt über die Jahre einen gewaltigen Vorteil. Aber viele können das nicht, und gesundheitlich gibt es Pech und die Gene spielen eine große Rolle.
Mir geht es manchmal so, dass ich etwas neu lerne oder verstehe und kurz darauf schon alle für eigentlich blöd halte, die das nicht schon lange so machen (also z.B. mich ein halbes Jahr vorher).

Ein Freund war neulich am Geldautomaten hinter einem Mann, der ihn um Hilfe bei der Eingabe bat. Es stellte sich heraus, dass er Mann zwar seine PIN kannte, aber die Tasten neben dem Ziffernblock nicht lesen konnte (“Bestätigen”). Er war Analphabet. Vielleicht ist er ein hervorragender Fliesenleger, aber so oder so werden wir ihn hier im Forum nicht sehen.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich wirklich diese Typen, die wie die Made im Speck leben, sich über alles beklagen, anderen die Schuld geben, wollen dass der Staat sich um sie kümmert, und nicht mal die Sachen ändern, die sie selbst in der Hand haben. Da hab’ ich dann auch wenig Mitleid.

Hamster

Avatar
Gast
Matthias

Hallo Hamster,
ja, Misserfolge und persönlich schwere Zeiten öffentlich in Blocks mitzuteilen, dazu gerhört viel Mut. Wir sehnen uns eher nach den Erfolgsgeschichten, auch hier im Block. Das ist für mich auch völlig ok.

Ich will auch nicht den Eindruck erwecken, dass sich Anstrengung nicht lohnt, weil uns Gene und Umwelt festlegen, in dem was wir erreichen können. Die Frage die ich aufwerfen möchte ist, ob der persönlichen Leistungsbereitschaft nicht durch Gene und Umwelt harte Grenzen gesetzt sind und der genannte Fliesenleger, in seinem (kleineren) Universum für seine schlechte Geldanlage und Gesundheitsvorsorge wirklich eine Schuld trifft. Genau genommen müsste man das Leben des Fliesenlegers einmal genauer ansehen. Vielleicht eine harte Kindheiten, Scheidung, Todesfällen, Geld- und Schulproblemen, Analphabetismus. Der Abschluss als Fliesenleger und ein bescheidenes Einkommen ist aber mindestens soviel Wert, wie die Leistungen der vorgestellten Millionäre hier im Block.

Matthias

Avatar
Gast
Natman

Hm Matthias bzgl. Gene kann ich nichts sagen aber egal was jemand erlebt hat oder wo er aufgewachsen ist – die einen stecken es besser weg die anderen nicht. Das nennt man in der Psychologie Resilienz. Z.B. gab es 2 Brüder die beide in den Favelas aufgewachsen sind – der eine stürzte ab, der andere machte Karriere bzw lebte sorgenfreier.

Avatar
Gast
Matthias

Hallo Natmann,
aus meiner Sicht gibt es auf dieser Welt niemals zwei völlig gleiche Menschen, die in einer völlig gleichen Umwelt leben. Aber wenn es sie gäbe würden beide exakt gleich handeln. (Zumindest, wenn man einen freien Willen für eine Illussion hält). Irgendetwas hat beide voneinander unterschieden, was ursächlich für den Auf- bzw. Abstieg war.

Resilienz, also Wiederstandsfähigkeit ist ein weiter Begriff. Die Widerstandsfähigkeit des Einzelnen kann z.B. von hormonellen Bedingungen (Genetik) abhängen, oder auch von positiven Erfahrungen (Umwelt) in der Kindheit. Z.B. hängt das Stressempfinden stark davon ab, wie hoch der Cortisolspiegel im Blut ist. Kleine Unterschiede bei den Brüdern haben vielleicht eine grosse Wirkung.

Matthias

Avatar
Gast
Thomas

Ich muß jetzt auch mal eine Lanze für den 55 jährigen brechen.
Warum muß er nach 30 Jahren im Angestelltenverhältnis noch arbeiten?
Gehen wir doch in der Zeit mal 30 Jahre zurück. Wir schreiben somit das Jahr 1989 und der gute Herr ist ein junger Mann mit 25 Jahren.
Im Kino liefen Filme wie “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug”, “Zurück in die Zukunft II”, oder James Bond – Lizenz zum Töten”. Die Rente war noch sicher (schöne Grüße an Herrn Blüm), Aktien wurden für Privatleute noch im Kassamarkt (Einheitskurs, welcher mittags festgelegt wurde) abgewickelt, das Anlageuniversum (sowohl der Berater, als auch der Anleger) beschränkte sich auf Sparbuch, Sparbrief, Bausparvertrag und Lebensversicherung. Der durchschnittliche Zinssatz für Spareinlagen lag bei 2,80 % (heute bei 0,01 %). Von Herrn Kommer und ETF’s war da noch überhaupt nicht die Rede. Vom Informationskanal Internet gaaaaanz zu schweigen.
Ich denke man darf diesen fiktiven Herrn nicht vorschnell “verurteilen”. Man kann die damalige Zeit absolut nicht mit der heutigen vergleichen (zumindest im Bereich der Geldanlage).
Die Generationen Y und Z haben hier unschätzbare Vorteile (den langen Anlagehorizont, den Zinseszinseffekt und den “Kostenkiller” Internet (heute kann man zu geringsten Kosten in den Aktienmarkt investieren), welchen sie auch nutzen sollten.
Was hatte der damals 25 jährige im wohl besten Fall gemacht? Er wäre zur Bank gegangen und diese hätten ihm entweder einen langlaufenden Ratensparvertrag oder eine private Lebens- / Rentenversicherung verkauft.
Zur damaligen Zeit hätte er sich vielleicht gefühlt wie Bolle, rückblickend wissen wir, dass man so kein Vermögen aufbauen kann.

Avatar
Gast
carlos

Ich war in den 1990ern in der Schule und da hatten wir in der 10. Klasse (das war so ca. 1995) das Thema Rente und es war allen Beteiligten, die dem Unterricht gefolgt sind, klar, dass die Rente nicht sicher sein konnte.

Ein junger Erwachsene hätte spätestens in den 1990ern erkennen können, dass es nicht funktioniert, wenn er gewollt hätte. Wenn man die Lügen der Politik gerne glauben möchte, weil es das eigene Leben bequemer macht und einen von der Notwendigkeit, etwas zu sparen und damit den aktuellen Lebensstandard etwas zu beschneiden, befreit muss man die Konsequenzen tragen.

Und auch 100€ auf einem schlecht verzinsen Sparbuch (wobei ich damals als Schüler meine ersten 1000DM in Bundes-Schatzbriefe zu steigend 4,8-5,2% oder so angelegt habe, das war nicht schlecht verzinst) sind besser als 100€ die man ausgegeben hat, die sind dann ja unabhängig vom Zinssatz einfach gleich ganz weg…

Gruß
Carlos

Avatar
Gast
Marty M.

Wenn das Thema Altersvorsorge bereits 1995 in der Schule besprochen wurde, dann frage ich mich aber, weshalb die Aktionärsquoten (und hier zählen sowohl Aktien, ETF, als auch Misch-, und Aktienfonds) gemäß Deutschem Aktieninstitut (DAI), vor allem bei den 14 – 39 jährigen so niedrig sind (11,1 %).
Quelle: https://www.dai.de/de/das-bieten-wir/studien-und-statistiken/statistiken.html?d=634, Studie vom 06.03.2019 (Seite 7), Aktionärszahlen des Deutschen Aktieninstituts.

Die meisten Schüler haben dann entweder:
a) gepennt
b) das Thema nicht verstanden / verdrängt
c) nicht die richtigen Schlüsse daraus gezogen (und schlecht rentierende Produkte abgeschlossen)

Auch scheint es nach wie vor an Wissen zu fehlen (und das trotz Internet). Und vor allem die Jungen scheuen die Kapitalmärkte.
https://www.dia-vorsorge.de/sparverhalten/deutschen-fehlt-finanzwissen/

Das mit den 4,8 – 5,2% ist ja schön und Recht, aber erstens ist das etliche Jahre her und die Zinsen seit x-Jahren im Keller, zweitens wurde der Freistellungsauftrag für Kapitalerträge mehrere Male reduziert (von ursprünglich 12.200 / 6.100 DM auf jetzt 1.602 / 801 €, jeweils für verheiratete / alleinstehende) und drittens hätte der Konsumverzicht des fiktiven 55-jährigen ihm bei dieser Art und Weise des Sparens zwar ein mehr oder weniger großes Polster geschaffen, aber ans Aufhören (O-Ton: Warum bist Du nach 30 Jahren Angestellt sein überhaupt noch hier) wäre wohl nicht zu denken gewesen.
Lediglich bei einer Investition in den Aktienmarkt oder Mietimmobilien hätte er sich ein wirklich großes Vermögen aufbauen können, welches es ihm ermöglicht hätte, seinen Job komplett an den Nagel zu hängen.

Fakt ist doch: Mitte der neunziger Jahre war die erste Anlaufstelle für Geldanlagen die (Haus)Bank oder die Versicherungsagentur um die Ecke. Welche Produkte die verkauft haben, wissen wir ja.
An einen kostengünstigen Aktien- oder ETF-Sparplan war doch hier noch gar nicht zu denken.

Avatar
Gast
carlos

Ja, ich verstehe auch nicht, was viele meiner Altersgenossen da reitet. Aber es ist natürlich viel einfacher und bequemer, die offensichtlichen Lügen der Politik zu glauben, als Eigenverantwortung zu übernehmen und sich einzuschränken.

Mein Hinweis auf die damalige Verzinsung sollte auch nicht bedeuteten, dass man die heute noch bekommen könnte, sondern das auch damals mit der Hausbank und risikoarm eine sinnvolle Geldanlage möglich war, ich bin ja auch nur zur Vereins- und Westbank gegangen und habe kein Konto in Luxemburg eröffnet…

Die “schlechtere” steuerliche Behandlung, abzulesen an Abgeltungssteuer und geminderten Freibeträgen, hat sicher nicht geholfen, die Aktienkultur zu fördern.

Andererseits ist aber auch das natürlich eine billige Ausrede, um nichts zu machen. Manche denken ja tatsächlich so, dass sie, wenn sie nichts sparen und somit keine Erträge haben, den Fiskus für seine Gier bestrafen. In Wirklichkeit bestrafen sie ihr zukünftiges Selbst, um vermeintlich ein paar Steuern zu sparen.

Gruß
Carlos

Avatar
Gast

Hallo Maschinist,

bei diesem Beitrag muss ich an meine Erkenntnisse aus dem (Hör-)Buch “Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden” von Dale Carnegie denken.
Die Gedanken und Inhalte sind schon etwas älter, aber bei Weitem nicht überholt.

Eine Aussage des Buches lautet, dass Menschen (in der Regel) in Gesprächen nicht an dem interessiert seien, was andere zu erzählen haben. Jeder versuche nur sich selbst zu präsentieren. Um als guter Gesprächspartner wahrgenommen zu werden, sollte man daher nichts von sich selbst erzählen, sondern nur aktiv zuhören und sich ERNSTHAFT für das Erzählte (Hobbies, Arbeit etc.) des anderen interessieren.
Klingt logisch – aber wenn man beginnt, Gespräche mit anderen oder zwischen anderen zu reflektieren, fällt einem schnell auf, wie wenige Gesprächspartner diese “Kunst” beherrschen.

Ich probiere es seitdem gezielt auf diese Art und bin echt überrascht, wie man als Gesprächspartner geschätzt wird, wenn man selbst nur zuhört und Gegenfragen stellt.

Außerdem lernt man tatsächlich eine Menge! Alles was man selbst zu erzählen hätte, weiß man ja schon 🙂

Insofern 10 von 10 Punkten für deine Gedanken.

Viele Grüße
Felix

Avatar
Gast
Simon

Bei einem Gespräch, bei dem beide Gesprächspartner als “gute” Gesprächspartner wahrgenommen werden möchten, erzählen also beide nichts von sich und hören aktiv zu?

Wird so in der Realität zwar sehr selten vorkommen, aber trotzdem ist mir die Definition eines guten Gesprächspartner da einfach zu kurz gedacht.

Avatar
Gast
Benjamin Maul

@ Simon – lies am besten das Buch 😉 es ist die Mühe wert.

Ein Gespräch zwischen zwei Menschen, die diese Prinzipien verinnerlicht haben, stelle ich mir äußerst produktiv und angenehm für die Beteiligten vor. Man lässt sich gegenseitig ausreden, bestärkt den anderen, bringt ihn ggf. auf neue Ideen durch einen neuen Blickwinkel. Fabelhaft!

Ich werde versuchen, die Ratschläge im Buch genau zu befolgen. Hatte es aus der Bibi geliehen.
Im ersten Kapitel rät Herr Carnegie aber dazu, sich Stellen anzustreichen und das Buch wie ein
Lehrbuch zu studieren. Daraufhin habe ich es mir selbst bestellt.

Aber genug von mir! ^_^

Avatar
Gast
Yusuf

Hey Maschinist,

danke, wieder ein klasse Beitrag mit mehr Mehrwert als die letzten 150 Spiegel Artikel und 250 Facebook Posts von gestern…
Ich verstehe immer wieder nicht, aus welchen Gründen einige hier immer wieder mit schwer kranken und verblödeten Menschen um die Ecke kommen.
Der Durchschnitts-Arbeitnebmer ist nicht schwer krank und nicht verblödet. Punkt. Ein wenig Konsumverzicht und Anlage in einen ETF mit ein wenig Sport die Woche sollten über 95% der Arbeitnehmer hinbekommen. Dazu muss ich nicht studiert haben und 100K pa verdienen.

Viele Grüße von einem sehr motivierten Durchschnitts-AN mit hoher Sparquote und Anlage in ETFs 🙂

Avatar
Gast
Ben

Für die Leser hier sicherlich unvorstellbar, dass wenn man dich im Fitnessstudio trifft, die Gelegenheit damit verschwendet, einen Monolog über sein “schlechtes Leben” zu führen, anstatt eine gehaltvolle Diskussion über interessante Themen und Erfahrungen. 🙂

Gehst du in der Mittagspause in das Fitnessstudio deiner Firma?

Avatar
Gast
Danny Krug

Angeblich kann man ja von jedem Menschen etwas lernen …
Also versuche ich Fragen zu stellen, die mich wirklich am anderen interessieren.
Mit 2-3 Haken komme ich dann doch ziemlich schnell an einen interessanten Kern.

Jeder Mensch ist wertvoll (und von JesusC geliebt). Also versuche ich den anderen “mit Jesu Augen” zu sehen.
Auch wenn er ganz anders ist, andere Lebensziele (oder scheinbar keine?) hat.
Man kann nur fuer Veraenderung Werben oder Fragen: “Du, das verstehe ich nicht … kannst du mir deine Sicht erklaeren?”.
Wenn man Disziplinlosigkeit beim anderen nicht versteht, OK,
wenn man sie aber verachtet, merkt er es -> nicht hilfreich (an der eigenen Haltung arbeiten/mit Jesu Augen gucken)

Soweit die Theorie 😉

Praxis:
Manchmal presche ich auch vor, hau’ dem anderen vor’s Schienbein, guck’ wie er reagiert und entschuldige mich ggfls hinter her/rudere wieder zurueck.
Macht iwie Spass, ist lustiger als glatt und smooth … und bietet einen Akzent.
Vielleicht bietet es beiden mehr Grund zur Selbstreflexion/Saat der Veraenderung, als nur nettes Abnicken?

LG Joerg

Avatar
Gast
Glücksjäger

Hihi – habe gerade vor 2 Wochen vom Dunning-Kruger effect in NY Times gelesen: a psychological phenomenon which leads incompetent people to overestimate their ability because they can’t grasp how much they don’t know. Es ging um Ivanka and Jared….kein Witz!

Ich habe schon Glück in der Karriere gehabt, zB. als ich von einer Firma richtig rausgekickt worden bin. Als junger, unerfahrener Mitarbeiter waren die Menschen dort sehr schlimm. Als die ersten Erfolge kamen, wurden die von anderen als ihr eigenes hoch gepriesen. Bei der nächsten Firma hatte ich Erfolg vom ersten Tag an. Ohne dieses Glück früh in der Karriere wäre ich heute nicht da wo ich bin.

Ich spreche und treffe durch meinem Job viele Menschen. Ja, die wenigsten sind Zuhörer. Wenn man auf einem Zuhörer trifft, ist das toll weil man sich ständig denn anderen was fragt. Der der fragt, führt!

Danke Dir für den Beitrag. Schönes Wochende und bis bald, Glücksjäger!

Avatar
Gast
Pascal Weichert

Das Ego hält einen zurück. Es ist eine Art Selbstschutz.
Klingt fast so, wie ich auf Matthias Blog, meine Schieflage letztes Jahr herausgearbeitet hatte. Bzw. Wie ich es jetzt zusammenfassen würde.

Sinngemäß:
“Ich war nach der Suche nach Aufmerksamkeit nach liebe hatte ein Loch in mir drin, konnte aber anderen aufgrund diesen Spannungszustandes nicht zuhören.”
An der großen Zusammenfassung bin ich noch am Schreiben. Letztes Jahr war ich jemand, der in einem dunkelen nassen Gefühlswald gefangen war. Ihr habt mir nur eine Taschenlampe gegeben und gesagt, den Ausgang musst du aus eigener Kraft finden. Manchmal mit einem Direkten Stubser (Maschinisten Kommentar bei Garnix sinngemäß: Hör auf zu heulen mach was)

Ich mein ich war heute auf der Invest. Vor einem Jahr brauchte ich jemanden der mich zum Einkaufen begleitet hatte, weil ich sonst zusammen gebrochen wäre. 13 Jahre Psychologen. Immer noch Depressionen. 1 Jahr Persönlichkeitsentwicklung. Alles weg! [heftig was man in einem Jahr so schaffen kann].

Auch war ich vor ein paar Tagen Zuhause, eher gezwungenermaßen… Jedoch hab ich nicht gesagt: ” Vater ich find es unverantwortlich, dass du hier ein neues Auto auf Kredit holst.”
Ich hab ihn gesagt, dass das ein Tolles Auto sei. Hab es mir vorführen lassen. In dem Wissen, den änderst du eh nicht mehr.
Bei Ihm musste ich die ganze Zeit, ohne überheblich wirken zu wollen, an das Zitat denken: “Das schlimme an Dummen Menschen ist, sie wissen es meist nicht das sie es sind”

Nochmal kurz zum Ego:
Ich hab letzte Jahr so manche Ängste die keinerlei statistische Grundlage haben, abgelegt.

Wenn dann Personen sagen, Ey das ist einmal bei mir vorgekommen und es wird mir wieder vorkommen, obwohl sie nur eine Ungünstige Erfahrung gemacht hatten. Sie in ihren inneren Horrorstorrys erfinden um den Vermeintlich, aber Statistisch falschen Statusqo, aufrecht zu erhalten.
Z.b. bei Aktieninvestitionen während Neuermarkt Zeiten, Immobilien Investitionen, oder Maschinisten die sich fast eine Trennung aufgrund eines Internet-Anbieterwechsels innerlich ausmalen.
Dann weiß ich nicht wie ich diesen Menschen helfen könnte. Ich würde gerne 😉

Gruß,
Pascal

Ps. Ja auch bei mir gibt es sicherlich noch hunderte Sachen wo ich mir selbst im weg stehe. Die Tendenz ist aber klar 🙂

Avatar
Gast
Felix

Man kann alles unglaublich kompliziert machen und den buddistischen Mönch bzw. Jesus oder die Gegensätze Anlage/Umwelt heranziehen, um handfeste, konkrete Maßnahmen für ein gelingendes Leben so zu verwässern, dass sie zu nichts Brauchbaren mehr führen. Und, dass es jenseits dieser theoretischen Positionen und der Schuldfrage Deppen auf dieser Welt gibt, die sich einfach dumm verhalten, kann ernsthaft wohl nicht bestritten werden: Sie gehen idiotische Beziehungen ein, sie kommen im Job nicht klar, sie verjubeln jeden Cent usw. Ob das Schicksal, ungünstiges Karma oder eine Lebensuntüchtigkeit ist, ist einerlei. Gemeinsam haben diese Menschen, dass sie gar nicht auf die Idee kommen ihr Verhalten zu hinterfragen, neue Dinge auszuprobieren, um Verbesserungen zu erreichen. Ihnen fehlt Problembewusstsein, Neugierde und ein experimenteller Lebensstil.

Im Vergleich dazu sind Yusufs Vorschläge das, was zählt und wirkt., um ein gelingendes Leben zu führen.

Avatar
Gast
Joerg

Hi Felix,
wie gehst Du denn mit Menschen in deinem Umfeld um, die Deiner Meinung nach: „Deppen auf dieser Welt …, die sich einfach dumm verhalten“ sind?
Welchen Plan, welches Konzept verfolgst Du persoenlich?
Immerhin stand als Aufgabe hier drueber: „Welche Erfahrungen hast Du auf Deinem Lebensweg gemacht. Was hast Du bei Dir selbst geändert und welche Auswirkungen hatte das auf Dein Leben.“
Auf Antwort freut sich Joerg

Avatar
Gast
Felix

Genau, das was Yusuf oben geschrieben hat; ich bilde mich permanent fort, treibe regelmäßig Sport und investiere in mein Depot und meine Person. Zudem meide ich Menschen, die nicht runterziehen.

Avatar
Gast
Joerg

Danke, Felix. Wie wuerdest du mit mir oder jemandem “der dich runterzieht” umgehen, wenn ihr zu zweit im Rettungsboot/auf der kleinen Insel/in der einoeden Wildnis gestrandet waeret?
Was koenntest du dir vorstellen, um Barrieren abzubauen oder sich gar anzufreunden?
LG Joerg

Avatar
Gast
Oliver

Hallo Felix,
das was Yusuf schreibt, klingt natürlich einfach für den, der es verinnerlicht hat. Das geht bei mir sogar so weit, dass ich immer noch Aktien kaufe, obwohl ich seid knapp 1 1/2 Jahren keine Notwendigkeit dazu mehr habe. Aber es ist nur eine alte Angewohnheit, die Stand heute ganz objektiv keinen großartigen Sinn für mich mehr hat.

Was mir bei der Betrachtung etwas fehlt, ist gerade die Sinnhaftigkeit und welche Bedeutung dieser finanzielle Aspekt für den einzelnen hat. Dazu muss man sagen, dass es viele Leute gibt, die entweder keine Möglichkeiten haben oder intellektuell gar nicht in der Lage sind, das zu verstehen. Obwohl Investieren kein Hexenwerk ist, gibt es da draußen nicht viele, die wirklich kompetent sind einem weiterzuhelfen und zusätzlich auf die Individualität des einzelnen einzugehen (Risikobereitschaft, Gier, Angst).

Das ist ungefähr so ähnlich wie das häufig gehörte Argument, jeder kann arbeiten gehen und dann das angenehme durchschnittliche Leben führen. Nach meinen Erfahrungswerten ist genau diese Behauptung nicht richtig, weil wir etwa 10% Leute haben, die aus irgendwelchen Gründen gar nicht gut genug funktionieren, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Ich war jahrelang Unternehmer und habe viele Leute eingestellt, leider noch viel mehr Bewerbungsgespräche führen müssen (eines der ödesten Beschäftigungen als Geschäftsführer) und manche berechtigt oder auch nicht wieder entlassen. Ich hatte einige zugeteilte Praktikanten von unterschiedlichen Schulen sowie welche von Unis, die schlicht für nichts zu gebrauchen waren. Selbst wenn Du dir sehr viel Mühe gegeben oder eine(n) geduldigen Mitarbeiter darauf angesetzt hast. Ich hatte sogar mal einen freien Mitarbeiter, den ich nach anfänglichen großen Schwierigkeiten bei Netzwerkumstellungen in großen Firmen nur noch für das Monitor-/PC-Schleppen nach Absprache mit ihm, weil er das Geld gebraucht hat, einsetzte und der Auftraggeber selbst für diesen mickrigen Stundensatz gesagt hat, das der zu hause bleiben soll. Es ist für jeden Menschen nicht gleich einfach und manche packen es gar nicht. Das habe ich auch lernen müssen.

Deshalb halte ich auch nichts mehr davon, z.B. renitente Jugendliche, die dumm sind oder einfach keine Motivation haben, auf Biegen und Brechen einen Hauptschulabschluss machen zu lassen. Ich habe da eine Doku dazu aus Berlin gesehen. Die Leute konnten noch nicht mal vernünftig lesen/schreiben, es gab da eine nette Sozialarbeiterin, die natürlich alles richten wollte (Helfersyndrom und natürlich Berechtigung für den Job) und eine Schule, wo in Kleinstklassen mit ca. 5 – 8 Leuten für ein irres Geld die Leute geschult werden. Die Hälfte schafft es gar nicht zur Abschlussprüfung anzutreten (sinnlos, weil keine Erfolgsaussichten) und von denen, die angetreten sind, haben es einige vereinzelt geschafft. Nur die Freude ist umsonst, weil der Abschluss nicht viel mehr als Klopapier in der Industrie wert ist. Ich habe mir die Fragen angeschaut und würde wahrscheinlich ohne zu lernen irgendwo zwischen 1 und 2 rauskommen. Das heißt, das Niveau ist so niedrig, dass man damit nichts anfangen kann. Und was sollen diese Leute dann im Berufsleben machen? Wenn Du nicht lesen und schreiben kannst, brauchst Du dir über ETFs keine Gedanken machen. Wenn es toll läuft, arbeitest Du als Küchenhilfe oder Hilfsarbeiter für kleines Geld. Wenn es nicht toll läuft, dann halt H4.

Die Welt ist nicht ganz so einfach, auch wenn sie es für einen selber vielleicht ist, weil man die Sachen gut im Griff hat. Aber wenn es so wäre, würden viel mehr Leute natürlich vorsorgen. Nur warum machen sie es nicht? Weil es eben im gesamten dann doch nicht so eindeutig und einfach ist.

Grüße Oliver

Avatar
Mitglied
Pascal Weichert

Olivers Sicht kann ich ganz gut verstehen. Ich war schließlich auch mal auf so einer Schule.
An einer Aufgabe erinnere ich mich noch: “Male 10% aus. Nächste: Male 1/4 aus. Nächste Male 50% aus.” Auf jede Aufgabe gab es 5 Punkte. Insgesamt gab es glaube 90.
Diese Leute sehen das Licht am ende des Tunnels nicht. Warum auch. Der Sozialstaat versucht ja in jeder Hinsicht dich zu verhindern da raus zu kommen. (Ich sag nur Jobberater, oder mein Abitur wo ich fast auf der Straße gelandet bin)

Lieber Maschinist. Ich will es am besten so umschreiben wie es ist. Als ich deinen Kommentar gelesen hatte, es hat mich ganz schön aufgeregt. Ich meine wir sind nicht im Kommunismus. Nicht jeder Mensch ist gleich. Und grade Menschen die in einzelnen Sachen höchst interssiert sind, werden durch unser Bildungssystem verschreckt. Du wirst zu einem Allrounder ausgebildet nicht zu einem Spezialisten. Du musst so viel Schwachsinn lernen. Im Marketing in Jena hatten wir nur einen kurzen Vortrag zum Performance Marketing (messbare Werbung, meist via FB, Google und co)
Dass der Weg der Unternehmer nicht in unserer Gesellschaft gefördert wird, sondern nur der Gleichmacherei ist das Problem.

Ich meine, ich interessiere mich auch für Wirtschaft, für IT. Aber ganz ehrlich. Das Studium mag ich nicht. Erst seitdem ich Studiere hab ich diese Durchhänger. Erst seitdem ich studiere macht mein Körper so komische Sachen wie nicht zur Prüfung aufwachen. Erst seitdem ich studiere schlafe ich fast den nächsten Tag durch wenn ich den davor gelernt hatte. Erst seitdem ich studiere, bekomme ich negative Gedanken sobald ich daran denke noch eine Seminararbeit machen zu müssen, noch so viel Schwachsinn zu lernen, der mich nicht voranbringt.
Ich kann dir gar nicht erklären, was für eine innerliche Ablehnung ich dagegen und Leute die sich auf ihren Akademischen tietel einen Runterholen, habe. (Mach erstmal ein Studium dann reden wir weiter)
Wenn ich einen Tag für die Uni lerne, schlafe ich den nächsten meist durch, weil wegen fertig. Mit Marketing, Google Börse und co. Kann ich mich dagegen den ganzen Tag beschäftigen.
Da meine neue Uni nichts angerechnet hat (mindestens 9Creditpoints pro fach, hab aber nur 6 pro Fach in Jena bekommen) wird es noch mindestens 2 1/2 Jahre dauern. Mit meiner Prüfungsangst eher 4. (Und ich bin jetzt 23)
Aber Deutschland besteht halt leider nur ausschließlich aus Zertifikatescheißern. Denen ist es egal ob du mit Wireshark umgehen kannst weißt wie Rechnungslegung geht, weißt wie man Google Analytics einstellt oder nicht.

Was ich damit meine Menschen sind verschieden. Dieses Bildungssystem zwängt Menschen in ein Korsett. Da kann man noch so stolz sein, auf ein schweres Studium. Jemand der ein Loch von 3x3m, per Hand ausgehoben hatte, hat sich auch durchgebissen. Ist aber leider ineffizient, fast wie manche Studiengänge.

Anstatt zu sagen, sollen die doch mal Studieren. Sollte man eher fragen, wie schaffen wir es dass jeder möglichst Maximalen Wohlstand erschaffen kann. Weil die Kreativen sind meist nicht die Studenten die sich daran gewöhnt haben alles 1zu1 nachzuplappern. Natürlich gibt es unten auch viel Ausschuss keine Frage.

Es ist nicht immer alles Faulheit. Manche, darunter auch zum teil ich, haben ihr warum verloren bzw. Nicht gefunden. Oder es sind systeme die nicht matchen. Von außen betrachtet ist es ein Jammer, dass ein die Gesellschaft förmlich zum Studium zwingt.

Ich entschuldige mich für die ganzen Kraftausdrücke.

Avatar
Gast
Pascal Weichert

Dieser Unterschied zwischen Pascal Hungrig und Pascal hat gegessen, erstaunt mich immer wieder.

Auch wenn ich an der Grundaussage festhalten würde. Würd ich es definitiv netter schreiben.

Einmal Fischstäbchen und das Weltbild von wir sind alle verloren, es bringt doch alles nichts, dreht zu alles ist schaffbar. Immer wieder Bemerkenswert.

Wenns dir nichts ausmacht, kannst du gerne meinen Kommentar drüber herausnehmen.

Gruß,
Pascal

Avatar
Mitglied
Natman

Hi Pascal, mit dem Studium ist es so eine Sache. Du hast im Kern Recht, dass es Studis / Gesellschaften gibt, die so ticken aber nicht generell. Ich habe Info studiert und da war es eher anders.

Zur Prüfungsangst kann ich sagen, hatte ich lange, habe daran gearbeitet und es ging immer besser. Habe heute noch im Job etwas Probleme mit Selbstmarketing und seriös wirken, obwohl ich sehr gut bin (sagten mir viele). Das heißt ran an die Komfortzone und daran arbeiten auch wenn es bitter ist.
Zeige es den Pennern! Und es gehört dazu, dass man im Leben was durchzieht, auch wenn man das Korsett der Bildung / Gleichmacherei / des Konservativismus durchschaut hat.

Bin mir sicher, du machst deinen Weg in einer Firma, die auch auf die Persönlichkeit und nicht nur die Daten sieht oder gründest was Eigenes

Avatar
Gast
Natman

Meine Meinung noch zu dem Glück / Schicksal / Anlagen / Vererbtes in Kürze:

– bei Karriere: hatte immer sehr gut gearbeitet, wurde aber erst nach Jahren honoriert – mein Chef hat mir vor 3 Monaten die Augen geöffnet ( brauche mehr Selbstmarketing / – Bewusstsein) natürlich gehört auch Förderung von außen mit dazu…

– ich dachte immer ich wäre handwerklich unbegabt habe aber gemerkt dass Vieles im Leben Motivation und Übung ist und man kann Vieles schaffen

– dauerhaftes Lernen und Weiterentwicklung bedingt den Willen dass man sich ändern kann

– einige Mitbürger denken zu viel an den Staat und überlegen was sie kriegen können / zu wenig Eigenverantwortung

– aktives Zuhören und anderen helfen / weiterbringen finde ich toll, ist allerdings nicht immer einfach

Avatar
Gast
Oliver

Hallo,
ich wollte noch etwas zu deinem eigentlichen Artikel schreiben, aber die “Glücksfrage” ist mir aufgefallen, weil sie mir in der letzten Zeit immer wieder begegnet ist. Darüber wollte ich nachdenken und diskutieren. Aber das war nicht dein primäres Thema und darauf möchte ich jetzt eingehen, weil es sehr gut unsere Gesellschaft abbildet.

Was man immer wieder beobachten kann, ist der Wille der Massen, lauten Personen zu folgen. Dieses Phänomen ist mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Zumeist liegt es daran, dass bestimmte Personengruppen über einen Sachverhalt nicht zufrieden sind und den Messias suchen, der dieses Problem aus dem Weg räumt. Die Flüchtlingsbewegung 2015, die in vielen Augen nicht gut von Frau Merkel gemanagt wurde, hat die AfD stärker gemacht. Einfach weil diese Partei das Thema in den Vordergrund gerückt hatte und die etablierten sich nicht getraut haben, dieses Thema zu diskutieren. Oder nehmen wir ein ganz aktuelles Thema mit der Gerechtigkeitsrente. Allein, dieser Name ist absolut abstrus, weil natürlich viele nicht berücksichtigt werden und es dadurch auch wieder ungerechte Fälle gibt. Auch hier: Laute Personen, die wissen das es ein zukünftiges Rentenproblem gibt mit markigen, lauten Begriffen, die sich gut anhören. Natürlich reine Selbstdarstellung, auch wenn ich den Beteiligten keine schlechten Motive vorhalten möchte, aber diese Personen haben sich eigentlich keine Gedanken gemacht, wie man allgemein die Rente für alle besser aufstellen könnte.

Der Mensch ist eitel und das ist eine Eigenschaft, die man aus ihm nicht herausbringt. Studien ergaben, dass der Mensch am liebsten seinen eigenen Namen hört und an den Reaktionen, wenn Du ihn falsch schreibst oder den Menschen falsch ansprichst, kannst Du sehen, dass Du dir keinen Freund machst. Ganz im Gegenteil, wenn Du ihn ständig falsch ansprichst, wird das dein erbittertster Feind, weil Du ihn nicht achtest und respektierst.

Das laute Menschen sich selten auskennen, ist eine logische Konsequenz. Es ist die Flucht nach vorne und trotzdem wollen sehr viele im Rudel weit vorne stehen. Das schaffst Du natürlich, in dem Du viel redest, am besten von dir, damit die anderen keine Chance haben, sich selber zu profilieren. Genau das ist das Hauptthema in vielen Gesprächen, nicht die Sache an sich oder wie es jemanden geht solange es nicht dramatisch wird. Deshalb mögen dich die Menschen, wenn Du ihnen zuhörst und sie sich profilieren können. Das war dann ein sehr gutes Gespräch – hihi.

Von meiner Seite kann ich sagen, dass mich dieses Verhalten immer mehr ermüdet. Ich sehe auch nicht meinen Auftrag auf der Erde, diese Art Menschen -und davon gibt es viel zu viele – zu erziehen oder in einem Thema wissender zu machen. Ich ziehe mich bei sehr lauten Menschen zurück, auch wenn ich in meinem Verhalten im Gegensatz zu meiner Jugendzeit doch aktiver auf Menschen zugehe. Das war ein Prozess, der damals Jahre gedauert hat und heute komme ich auch mit diesen lauten Menschen gut zurecht. Wenn ich allerdings sehe, dass Diskussionen fruchtlos werden und mir das Thema nicht wichtig genug ist, dann lass ich den machen wie er will. Auch wenn es am Ende nicht gut aus geht, aber das betrifft nicht mich.

Das Thema mit dem eigenen Ego kann man sehr gut hier im Forum beobachten. Du hast z.B. die Funktion “gefällt mir” eingebaut. Viele haben diese nicht und die meisten, die sie haben, wird sie wenig genutzt. In deinem Blog wird sie fleißig genutzt. Gerade online gibt es ähnliche Mechanismen wie in der reellen Welt: Ein gewisser Anteil Leute möchte möglichst viele Bestätigungen. Da hier im Forum der Kreis übersichtlich ist, hält es sich in Grenzen. Ich bin z.B. in einem Briefmarkenforum angemeldet und da wird jedes halbe Jahr gewählt, welches die besten Mitglieder im Forum sind. Die sehr viel schreiben und fachlich gut sind. Da kann man schön beobachten, wie sich Netzwerke gebildet haben und wie manche richtig darauf aus sind, unter die ersten zehn zu kommen. Weil da gibt es ein gelbes Sternchen (Karotte) und eine Geldsumme, die wirklich zu vernachlässigen ist. Aber 80% der sehr aktiven Teilnehmer sind akribisch dahinter, auf dieser Liste zu landen. Es ist angesichts tausender angemeldeter Teilnehmer nur ein kleiner Prozentsatz, ich würde sagen ca. 50 Personen. Die machen aber die Meinungen und die Gebiete in diesem Forum aus, sprich das ist die Richtung wo es entlanggeht. Und das kannst Du in vielen Gesprächen, aber auch vielen Diskussionen täglich beobachten. Das heißt, eine kleine Menge lauter Leute, die nicht unbedingt viel wissen, aber aufgrund ihrer ständigen Präsenz leiten die Masse in Richtungen. Das die nicht immer gut sind, kennen wir aus unserer eigenen Geschichte.

Das interessante an der Sache ist, wenn man diese Leute mit Fakten öffentlich kritisiert, sind die erbittertsten Gegner gar nicht sie selber. Es tauchen auf einmal ganz andere Leute auf, die versuchen, dich mit allen Mitteln mundtot zu machen. Ich mache mir immer wieder gerne die Mühe, wenn ich blühenden Unsinn lese/höre, zu bemerken, was da schief laufen könnte. Es ist zum einen sehr gut, um die zweite Reihe zu identifizieren, zum anderen, ob die führende Person reflektieren kann oder einfach nur laut ist. Merke ich, das es komplett sinnlos ist, dann bin ich auch wieder schnell weg. Das ist eine wesentliche Veränderung zu früher bei mir. Früher bin ich solchen Dingen gerne aus dem Weg gegangen. Heute mache ich mir einen Spaß daraus und nehme fast nichts davon wirklich ernst. Weil ich gelernt habe, dass die Welt selbst mit den unmöglichsten Entscheidungen sich weiter dreht. Aber ich glaube, man braucht seine Zeit, um zu kapieren, das laute Menschen nur ihre eigene Agenda vertreten und diese nicht unbedingt vernünftig für die Allgemeinheit sind. Und das man die Freiheit hat, ihnen einfach nicht zu folgen.

So, jetzt aber genug geschrieben. Hab noch was anderes zu tun.

Grüße Oliver

Avatar
Gast
Johannes

Hallo Maschinist,

ich kenne diese Reaktionen sehr gut, wenn man auf die von dir beschriebenen Menschen trifft. Sie sind ständig nur damit beschäftigt …

– … ihr „Selbst“ zu bestätigen,
– … jede echte Entwicklung zu vermeiden und
– … sich auf keinen Fall verändern zu müssen.

All das macht vielen Menschen Angst und ist Unangenehm. Es sei denn man hat die nötigen Kompetenzen, das Neuland fruchtbar zu machen (Genetik und gute Umweltbedingungen sind hier sicher von großem Vorteil).

Ich habe viel darüber nachgedacht: Kann ich mir meine eigenen Leistungen wirklich als eigenen Verdienst zuschreiben? Kann ich wirklich stolz sein oder konnte ich gar nicht anders? Kann ich auf diejenigen, die auf persönliches Nullwachstum setzen herabblicken?

Und hier muss ich in das Argument von @Matthias einstimmen. Denkt man die Sache zu Ende, kommt man zu der Frage: „Gibt es einen freien Willen? Ja oder nein?“.

Wenn wir nämlich alles in der Welt Ursache und Wirkung hat, dann sind selbst unsere unbewussten Gedanken oder wenn wir das Gefühl haben etwas frei zu entscheiden in Wirklichkeit Folgen bestimmter Ursachen in der Vergangenheit. Nur weil wir das Gefühl haben frei zu entscheiden, muss es noch längst nicht so sein. Es kann sein, dass uns unser Gehirn diese Freiheit nur vorgaukelt.

Gleichwohl ist mir sehr bewusst, dass unser Rechtssystem und unsere Gesellschaft allgemein auf der Annahme eines freien Willens beruht.

Sam Harris ist ein bekannter Vertreter der „Illusion of Free Will“ These: https://www.youtube.com/watch?v=7t_Uyi9bNS4

Avatar
Gast
Matthias

Hallo Johannes,
danke für den Link. Sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass der freie Wille nur eine Illusion sei, fällt einem schwer. Als ich meinem Sohn bei einem Feuerwehrspiel auf dem Computer zugeschaut habe wies er mich daraufhin, dass er nur den Einsatzleiter steuert. Die anderen 4 Spielfiguren spielten mit, ohne dass sie als KI aufgefallen wären. Man konnte als Einsatzleiter sogar mit ihnen kommunizieren und sie wechselten je nach Spielsituation ihre Tätigkeit und passten diese automatisch an. Die KI ist völlig abhängig von der Hard- und Software, die sie umgibt. Trotzdem sieht es so aus, als ob sie selbst darüber entscheidet, z.B. welcher Hydrant der richtige ist. Eine Illusion.

Wenn wir uns ebenfalls als eine Art biologische KI vorstellen, die abhängig ist, von einer Hard- und Software, also vom Körper und der Umwelt (Erfahrungen), dann sieht es für uns selbst und unseren Betrachter so aus, als ob wir völlig frei entscheiden. In Wirklichkeit aber vorherbestimmt reagieren. Also eine Illusion.

Matthias

Avatar
Mitglied
marsupilami

Ein sehr gelungener Artikel Maschinist, danke dafür!
Am Wichtigsten ist tatsächlich die innere Einstellung. Wenn man sich selbst verbessern will egal in welcher Hinsicht ist der erste Schritt sich einzugestehen dass man Fehler hat bzw Fehler gemacht hat. Das ist sicher nicht einfach aber unglaublich hilfreich. Ich denke viele Menschen behaupten von sich dass sie sich selbst gut einschätzen können aber nur die Wenigsten sind wirklich in der Lage Fehlverhalten oder ich nenne es mal Optmierungspotenzial bei sich selbst zu erkennen. Deswegen haben auch viele Menschen ein Problem mit Kritik umzugehen und diese wirklich als Chance zur Selbstverbesserung wahrzunehmen. Ich habe zB erkannt dass es ein Fehler war die letzten 10 Jahre kein Geld an der Börse investiert zu haben und habe dank dieses Blogs viele Dinge gelernt die das Thema Finanzen für mich in ein anderes Licht gerückt haben. Ich freue mich über jeden deiner Artikel, du hast eine gute Art zu schreiben und ich finde auch die Themen außerhalb des Finanzbereichs sehr interessant. Freiheit gibt es eben nicht nur finanziell sondern auch im Kopf 😉

Avatar
Gast
Benjamin Maul

Hallo Maschinist, vielen Dank für den Artikel.

Er erinnert mich an das Buch, das ich gerade mit 34 Lenzen leider zum ersten Mal lese:
How to win friends and influence people. (Dale Carnegie)

Du hast mit den meisten Punkten recht und ich bin sehr dankbar, dass es Menschen wie
Dich, Pete Adeney (MMM) und Dale Carnegie gibt. Ohne euch wäre ich immer noch ahnungslos und
depressiv.

Nochmals: vielen Dank für deine Mühe, ich schätze sehr, was du tust.
Ich hoffe du wirst ein langes, gesundes, vom Glück begünstigtes Leben haben.
Die Chancen stehen gut. 🙂

Herzliche Grüße,
Benjamin

Avatar
Gast
Skywalker

Wenn man erfolgreich ist wird man anfällig für eine gewisse Arroganz (Ich kenne es selbst 😉 ) (Got it?)

Warum muss man den anderen eigentlich eine “Schuld” für ihre Situation geben. Man kann die Situation auch einfach zur Kenntnis nehmen und NICHT bewerten. Die Situation einer fremden Nervensäge spielt für mich persönlich einfach keine Rolle.

Jemandem Schuld für seine Situation zu geben ist unnötig. Das hilft nur dem Ego des Bewertenden, wo wir wieder beim Thema sind.

Im Übrigen bin auch ich ein Verfechter des Konzeptes der Eigenverantwortung und der Freiheit des Einzelnen. Aber es gibt einfach unterschiedliche Voraussetzungen, das muss man zur Kenntnis nehmen.