Was tun mit nichtinvestiertem Geldvermögen

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Mustermann rockt die Freiheitsmaschine! Mehr als 15.000 Menschen haben alleine diesen Beitrag mittlerweile gelesen. Und jede Menge Leserbriefe waren die Folge.

Einer davon hat mich wieder an ein Thema erinnert, dass ich schon lange in Angriff nehmen wollte, weil so viele Menschen im deutschsprachigen Raum danach fragen.

Was mache ich mit hohen nichtinvestierten Geldbeträgen?
Was mache ich mit großen Vermögen auf meinen Giro-, Tagesgeld oder Festgeldkonten?

 

Aber erst einmal der Leserbrief:

Hallo Maschinist,

irgendwie hat mich der “Familie Mustermann” Artikel auf deine ziemlich tolle Seite bugsiert und nach ein paar Stunden lesen/überlegen habe ich beschlossen diese Mail hier zu schreiben.

Nicht weil mir heute besonders langweilig ist, sondern weil ich das Gefühl habe vielleicht mal jemanden gefunden zu haben, der recht kompetent zu unserer ziemlich speziellen Situation Tipps/Ratschläge geben kann. Über Geld zu reden ist irgendwie nämlich doch nicht so einfach (noch dazu wenn man Auslandsdeutscher ist).

Zu uns

Wir sind ein deutsch/französisches Paar Anfang 30, leben & arbeiten beide im „Nicht EU Ausland“, und haben monatlich mittlerweile ca. 7.000 Euro netto (Gehalt wird in stabiler lokaler Währung gezahlt, ist aber an den USD gekoppelt). Miete/Versicherung zahlen wir keine. Unsere Arbeitgeber übernehmen das voll.

Wir vertreten beide die Einstellung, dass man das Leben genießen sollte, aber man die Zukunft nicht außer Acht lassen darf. Insbesondere weil wir beide wie fast alle Expats unsere Zukunftsplanung selbst in die Hand nehmen (müssen). Wir sind schuldenfrei (und aktuell noch kinderlos…) und schaffen es mittlerweile pro Monat ca. 70+% auf die Seite zu schieben.

Meine Frau hat sich mit dem Thema Geldanlage nie wirklich beschäftigen müssen (der Luxus wenn man sowas wie ein leeres Konto nie kennengelernt hat).

Ich habe, nachdem ich Deutschland vor sechs Jahren verlassen habe nach meinem ersten “richtigen” Gehaltseingang (und dem Realisieren das die Zahlen auf meiner Lohnabrechnung wirklich echt sind) beschlossen, dass ich einen entspannten Lebensabend haben möchte.

Das mit den Aktien hat für mich recht gut die letzten drei Jahre geklappt (die letzten sechs Jahre waren zwei Jahre “warmup” mit einem Börsenspiel,  ein Jahr ansparen und aktuell drei Jahre mit dem ersten eigenem Depot und zweistelliger Durchschnittsrendite, aber wirklich ohne echtes System).

Alles in allem sind wir aktuell bei knapp 400.000 Euro liquidem Vermögen. Davon sind 12.5% in Aktien. Der Rest, und das ist das Problem, ist Cash auf ein paar Konten verteilt!  (Immobilien meiner Frau will ich da nicht reinrechnen, die sehe ich nicht als Gemeinschaftsvermögen)

Wirklich realisiert habe ich das Anfang diesen Jahres nach einer etwas ruhigeren Arbeitswoche, in der ich das was wir so grob bei abendlichen Gesprächen besprechen auch mal wirklich in eine Excel Tabelle gepackt habe.

Das ist auch wirklich das “Luxusproblem”, das mir momentan recht viel Kopfzerbrechen bereitet.

Ich befasse mich mittlerweile recht viel mit dem Thema der finanziellen Unabhängigkeit. Nachdem mich mein Dickkopf, ausgehend von einem ziemlich verkorksten Realschulabschluss, nun in diese Situation gebracht hat, habe ich mir in den Kopf gesetzt, Mitte 40 jederzeit kündigen zu können, wenn mich mein Arbeitsumfeld wirklich nervt.

Die aktuelle Wunschvorstellung wäre wohl, meinem zukünftigen Chef die Kündigung auf den Schreibtisch mit den Worten “ich mach jetzt Family Office und kümmere mich um die Kinder” zu feuern und grinsend nach Hause zu fahren.

Ich habe die letzten Monate wirklich viel Feldforschung betrieben, aber so wirklich die Lösung für das Problem habe ich noch nicht gefunden:

Der Gameplan steht schon… zumindest die groben Rahmenbedingungen:

  • 15% Cash (Forderung meiner Frau, die ist etwas konservativer aber habe da auch nicht wirklich viel Bedürfnis zu diskutieren, gibt schlimmeres)
  • 40 % Aktien (bzw. ETF’s)
  • 10 % Anleihen
  • 5   % Gold
  • 30 % Immobilien
Was ich wirklich unheimlich schwierig finde ist: Wie fange ich an?!?

Während man Ratschläge wie “bespare 200 Euro auf MSCI Emerging Markets und 600 Euro auf MSCI World” zu hauf findet, habe ich bisher nix zu “wie investiere ich am besten 160.000 Euro in Aktien & ETFs und 40.000 Euro in Anleihen” gefunden.

Wen soll man bei sowas auch fragen?

Mein Paps ist typisch Deutsch (Aktien sind eine Ausgeburt der Hölle… lang lebe das Tagesgeldkonto). Bankberater habe ich seit Jahren abgeschworen. In meinem Freundes & Bekanntenkreis gibt es niemanden mit vergleichbarer Situation. Und zu Vermögensverwaltern habe ich mir noch kein Urteil gebildet (nehme mal an es wird aber ähnlich schlecht ausfallen wie bei den Bankberatern).

Ich habe vor Jahren mal in Westafrika gearbeitet und dort einen Haufen wild koksender Briten kennengelernt, die ich in das Feld der Vermögensverwaltung schieben würde. Sowas wird niemals mein Geld bekommen!

Meine größte Sorge ist wohl etwas falsch zu machen

Nach drei Jahren mit meinem aktiven Depot habe ich das Gefühl das ich mich ausgetobt habe und zumindest zu wissen, was ich nichtmehr machen sollte (mit meinem Depot hatte ich bisher viel Glück und keinerlei Verluste).

Beruflich wird es mittlerweile von Jahr zu Jahr mehr. Wirklich Zeit mich konkret stundenlang um Geldverwaltung zu kümmern (und können) habe ich kaum noch. Deswegen kam irgendwie auch die Idee, dass man das Ganze auch effizienter und besser organisieren kann.

Den aktuellen Aktienmarkt halte ich zurzeit für ziemlich hoch bewertet, eine Idee wäre wohl monatlich in kleineren Beträgen zu investieren bis man die gewünschte Portfolioaufteilung über die kommenden 24 Monate erreicht hat…

Wohnungen in Deutschland besichtigen, habe ich im März auch, aber nie wirklich etwas mit einer vernünftigen Rendite/Rahmenbedingungen gefunden. Auch wenn ich Steuerausländer bin habe ich das mit der Finanzierung schon organisiert. Es gibt ein paar deutsche Banken die das für uns machen würden.

Ich weiß, dass ich von niemandem die perfekte Antwort bekommen kann (ich erwarte das auch gar nicht), aber bisher hat es mich in meinen 32 Jahren auf diesem Planeten recht weit gebracht, mir die Lösung aus der Erfahrung von anderen zusammen zu basteln.

Grüße aus dem Mittleren Osten

A

 

Meine Antwort

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum schon Erreichten beim Startpunkt verkorkster Realschulabschluss! Da hast Du in den letzten 15 Jahren ordentlichst Gas gegeben!

Du und Deine Partnerin habt euch in finanzieller Sicht in eine extrem gute Position gebracht. Dadurch konntet Ihr euch schon jetzt ein beträchtliches Vermögen aufbauen. Und wie Du schon selbst erkannt hast, könnt Ihr euch mit diesem großen Geldfluss in etwas mehr als einer Dekade nun komplett befreien und das weitere Eintauschen eurer kostbaren Lebenszeit gegen Geld optional machen.

Diese große Chance würde ich mir von niemandem zerreden lassen sondern ich würde Sie bestmöglich nutzen. Die große Gefahr in eurem Umfeld ist aus eigener US-Expat Erfahrung die eigenen Ausgaben an das neue Umfeld und/oder das der Kollegen unbewusst anzupassen.

Wenn man nicht bewusst darüber nachdenkt, werden diese hohen Geldströme irgendwann als etwas „normales“ wahrgenommen und dann ist es oft nicht mehr weit bis zum Punkt den Großteil davon einfach auszugeben und Dekaden später mit relativ leeren Händen aber dafür mit der Gewohnheit eines teuren Lebensstils dazustehen, der befriedigt werden muss.

Von daher Hut ab, dass Du in deinem jetzigen Lebensabschnitt schon zu dieser Erkenntnis gekommen bist!

Und betreff „Perfekter Antwort“ hast Du auch Recht. Nimm Dir wie bei jeder menschlichen Interaktion, dass was am besten zu Dir passt und lass den Rest weg.

Nachdem wir die Nettigkeiten abgehackt haben, kommen wir zu Deinem eigentlichen Thema, das geschätzt Millionen von deutschsprachigen Menschen in fast allen Einkommensklassen umtreibt.

 

Was soll ich mit hohen Vermögensbeträgen tun, die nichtinvestiert auf meinen Konten herumliegen?

Mit „nicht investiert“, meine ich nicht nur Bargeld, sondern natürlich auch Geld auf Giro-, Tagesgeld und Festgeldkonten. Geld das dort „herumliegt“, wird seit Jahren durch die Nullzinspolitik und Inflationsrate jährlich um 1-2% entwertet auch wenn die Zahl auf dem Kontoauszug gleich bleibt.

Aber selbst in „normalen Zeiten“ ist Geld auf solchen Konten ja selbst im Optimum nicht mehr als ein Inflationsausgleich und ich kenne keinen wirklich wohlhabenden und aus eigener Kraft finanziell unabhängig gewordenen Menschen, der prozentual hohe Vermögensanteile auf solchen Konten liegen hat.

Warren Buffet betreibt nach meiner Kenntnis auch kein Tagesgeldhopping zum jeweils besten Anbieter.

Das Ganze ist also nicht nur unschön, sondern ein echtes Problem!

Geld, dass Du nicht in gewinnbringende Assets wie vermietete Immobilien oder Aktien investierst, kann auch nicht für Dich arbeiten und das ist für eine durchschnittliche Familie wie im Mustermann Beispiel langfristig der Unterschied zwischen finanzieller Freiheit mit flüssigem Gold, dass aus den Ohren herausläuft auf der einen Seite und nur einem besseren Zubrot, dass dann auch noch weiterhin durch die Inflation entwertet wird, im Fall vom Tagesgeld.

Hohe prozentuale Vermögensbeträge langfristig nicht in echte einkommensproduzierende Werte zu investieren, geht also gar nicht und das völlig unabhängig davon, ob Nullzinspolitik oder nicht.

Und trotzdem sind gerade Millionen von Menschen im deutschsprachigen Raum genau in dieser Situation.

Jetzt könnte man das Thema einfach mit: Kaufe davon einen World ETF und gut ist, in einem Satz abhacken.

Denn viele Menschen wie ich, die seit Dekaden an den Börsen sind, haben im Endeffekt genau diese Aufstellung (mit Optimierungen wie Emerging Markets und Immobilien-ETF‘s usw.) bei sich laufen.

 

Aber so einfach ist es nicht. Denn es geht hierbei um Ängste.

Es macht keinen Sinn, jemanden mit Gewalt in einen Aktien ETF reinzutreiben, der bisher noch nicht in großen Masse passiv und permanent investiert hat, wenn er dann bei der nächsten Korrektur alles nahe des Tiefpunktes verkauft und danach die Politik, die Welt und auch den Maschinisten bis zum Ende seiner Tage für seinen finanziellen Verlust verantwortlich macht.

 

Wir brauchen hier mehr emotionalen Gehirnschmalz.

Manche Menschen haben das Vermögen nun so lange auf Bankkonten angespart und können es nicht ertragen wenn die Zahlen, die vorher so schön konstant dort auf dem Kontoauszug standen, nun im Aktiendepot hin und her schwanken.

Die Inflation, die das Vermögen langsam zerstört wird oft gar nicht richtig wahrgenommen und in der Presse werden Aktien auch nur erwähnt, wenn es mal wieder bergab ging. Dass es in Wirklichkeit die größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten ist, lese ich dort nirgendwo.

Vielleicht war der Wille zur Aktienanlage auch vorhanden aber durch das Zögern, wurde nun ein großer Teil des Bullenmarktes der letzten neun Jahre verpasst.

Oder noch früher wurden vielleicht auch schlechte Erfahrungen mit Aktien gemacht, weil das Thema aus Unkenntnis falsch angegangen wurde (Ja! Einzelaktien sind riskant und nein Manfred Krug war kein Aktienexperte, nur weil er Werbung für die Telekom machte).

Wenn man noch ein Stück weiter denkt, wird klar, dass hier nicht nur rationale Argumente notwendig sind.

Wie kann man Menschen die Angst vor der Aktienanlage nehmen und wie kann man Sie robust genug machen, bei einem Crash nicht alles zu verkaufen?

 

Die Antwort lautet: Man muss diese Menschen an das Verhalten des Aktienmarktes gewöhnen.

Das geht einmal, in dem Sie sich Artikel wie diesen inkl. der Links durchlesen und verstehen, welche langfristige Rendite durchschnittlich erzeugt wird. Und das die Schwankungen in der Bewertung des Gesamtmarktes dabei kein Risiko bedeutet, sondern nur die Launen der anderen Marktteilnehmer darstellt, die zwischen Euphorie, Panik und aller Zwischenschattierungen hin und her schwankt.

Die zweite große Hilfestellung liegt darin, bei schon hohen vorhandenen Bargeldvermögen, dieses Geld nicht mit einem Mal in den Markt zu investieren.

Man muss ganz am Anfang sogar überhaupt nichts davon investieren.

Zuerst kann man in Ruhe ein Anlagekonto eröffnen und dann als ersten Schritt mit einem Sparplan monatlich „nur“ das gesparte Geld aus dem laufenden Einkommen nehmen und nur dieses Investieren.

So bleibt das „heilige Tagesgeldkonto“ mit seinen zweihundertachtundzwanzigtausenddreihundertvierzehn Euro und fünfunddreißig Cent 😉 erst einmal genauso dort stehen. Nichts schwankt und keine Bildzeitungsschlagzeilen können unseren zukünftigen finanziell freien Millionär aus der Ruhe bringen.

Das einzige das schwankt, sind die investierten monatlichen Sparbeträge aus dem laufenden Einkommen. Die mögliche Rendite daraus ist dann erstmal klein, weil auch die investierte Vermögenshöhe im Vergleich zum Bargeldhaufen gering ist, aber darum geht es auch gar nicht.

Es geht darum, sich damit an das Verhalten der Börse bei einem passiven Investment zu gewöhnen.

 

Diese Erfahrung ist nämlich nicht in ausreichendem Maß vorhanden. Ansonsten gäbe es die Nachfrage ja gar nicht, was man mit sechsstelligen Tageskonten tun soll, die dort seit Jahren liegen.

Wenn die Lektion schon komplett verinnerlicht wäre und man den Investoren-Gehirnbereich von Warren Buffet hätte, wäre das Thema mit einem Knopfdruck erledigt.

Alles in einen Welt ETF plus ein paar Optimierungen und fertig.

Genau wie ein Kind nach wenigen Stunden zwar Fahrrad fahren kann aber es dieses erst nach ein paar Jahren wirklich sicher beherrscht, kann zwar jeder nach ein paar Stunden seine ersten Aktieninvestments tätigen; die passende Reaktion auf eine Extremsituation hat der Börsianer aber erst verinnerlicht, wenn er ein paar Mal durch diese Situation gegangen ist und den Ablauf verinnerlicht hat.

Wenn Du Dich dann nach Monaten oder von mir aus auch mehr als einem Jahr mit Deiner monatlichen Sparquote in Deinen passiven ETF‘s wohl fühlst und auch mal einen 10%+ Rücksetzer mitgemacht hast, kannst Du im nächsten Schritt einen kleineren Teilbetrag von Deinem heiligen Geldhaufen nehmen und Ihn per Einmalzahlung in Dein Aktiendepot überführen.

Die Schwankungen sind dadurch nun absolut grösser aber auch hier bleibt das Ergebnis das Gleiche. Die Börse schwankt und langfristig steigt Sie und macht die permanent Investierten wohlhabend. Diesen Investoren gehört beim Beispiel des Welt ETF ein kleines Stück an tausenden der größten und erfolgreichsten Unternehmen dieses Planeten!

 

Möchtest Du lieber Mitbesitzer der weltweit größten und erfolgreichsten Unternehmen sein, die Dir den Großteil Ihrer Gewinne auszahlen und eigentlich nur für Dich arbeiten oder möchtest Du Dein hart erarbeitetes Geld in der Stadtsparkasse Wanne-Eickel zu ungefähr minus 1.5% Negativzins nach Inflation verrotten lassen?

Mhh, lass mich kurz nachdenken…

Ja, denk nach lieber Leser aber mach danach auch was!

Passives Investieren in einkommensproduzierende Werte mit möglichst geringen Gebühren ist oberste und eigenverantwortliche Bürgerpflicht!

Jede Frau und jeder Mann im deutschsprachigen Raum muss das für sich selbst in die Hand nehmen und das Thema verstanden haben. Das geht in ein paar Stunden und danach muss man es dann auch tun – Das Investieren!

Dazu reichen am Anfang kleinere Beträge, die man regelmäßig und permanent einbringt und davon einen passiven Gesamtmarkt ETF kauft. Man gewöhnt sich dadurch an das Verhalten der Börse und kann dann mittelfristig auch schrittweise an die Bargeldhaufen heran gehen, die bei vielen nutzlos auf den Konten herumliegen.

Es geht darum, sich an das Verhalten zu gewöhnen und auch immer mehr wie ein Investor zu denken! Irgendwann interessieren Dich die Börsenschwankungen nicht mehr, sondern Du hast das Thema langfristige Rendite und den Cashflow durch die Dividenden komplett verinnerlicht.

Unser Leserbriefschreiber hat bei einem Börseninvest von den 400.000 Euro Anfangssumme plus den monatlich aktuell knapp 5.000 Euro Sparbetrag in ca. sieben Jahren ja eine Million Euro inflationsbereinigt und nach Steuer (5% Rendite).

Wenn die Börse dann 1% schwankt, was Sie jeden Monat ein paarmal macht, sind das 10.000 Euro Tagesschwankung. Ein echter Anfänger würde dabei durchdrehen.

Jemand, der aber schon viele Jahre regelmäßig investiert, hat sich daran gewöhnt. Es schwankt halt. Es geht fast jedes Jahr zwischendurch auch einmal um 10% nach unten (so wie vor einigen Wochen wieder) und alle paar Jahre auch einmal um 20% oder noch mehr. Das sind dann 200.000 Euro Schwankung.

Die Schreiberlinge vom Boulevard machen sich dann schon warm um den nächsten Weltuntergang herbeizureden. Das wird natürlich nicht passieren. In Wirklichkeit ist das dann eine 1a Nachkaufchance. Es gibt dann einfach temporär „Dein Lieblingsessen im Supermarkt im Angebot“. Also greif zu und genieß die dadurch noch höhere langfristige Rendite dieses investierten Geldes.

 

„Soll ich jetzt auf einen solchen 20%+ Einbruch warten und erstmal nichts investieren“, könnte jemand fragen.

Nein, dass sollst Du nicht!

Das Problem ist dadurch nicht nur, dass Du so kein Gefühl für die Börse entwickeln kannst, sondern meistens kommst Du nie mehr günstiger in den Markt hinein als gerade jetzt!

Vor Inflation und Steuern steigt der US Markt seit den letzten 90 Jahren um jährlich mehr als 9%. Es gab dabei nur wenige Gelegenheiten, an denen sich ein Warten gelohnt hätte und wann das beim nächsten Mal sein wird, weißt Du und ich auch nicht.

Als Ergebnis wird Dein nichtinvestierter Geldhaufen bei der Sparkasse Wanne-Eickel dadurch noch grösser und das emotionale Problem, dieses Geld jemals gewinnbringend zu investieren, auch.

Die: „Ich warte auf den nächsten Einbruch“ – Strategie lese ich seit vielen Jahren überall im Internet.

Der US Markt hat sich seit seinem Tiefpunkt im Jahr 2009 nun mittlerweile mehr als vervierfacht und jeder, der nun schon einige Jahre nicht investiert ist, hat definitiv viel Geld liegen gelassen, dass er auch durch noch so gutes Markttiming nie mehr verdienen kann. Von dem Problem der nichtgemachten Börsenerfahrung ganz zu schweigen.

 

Das heißt für Freiheitsmaschinenleser gilt:
  • Ein hohes Einkommen ist etwas Wunderbares und ist es wert, dass Du Dich dafür anstrengst (oder auch einmal umziehst, wie im Leserbrief)
  • Lebe unter Deinen Verhältnissen und investiere das dadurch vorhandene Geld regelmäßig in einkommensproduzierende Werte wie vermieteten Immobilien oder passive Gesamtmarkt Aktien-ETF
  • Falls Du große Geldbeträge unnütz auf Deinen Bankkonten liegen hast, mache nicht mit beim Hobby Deiner Landsleute, sondern investiere dieses Vermögen ebenfalls schrittweise (oder auf einem Schlag, wenn Du schon verinnerlicht hast was die Börse ist).
  • Betreibe kein Markttiming, was meistens nach hinten los geht und neben hohen Steuerzahlungen durch realisierte Gewinne auch emotionale Probleme erzeugt, was Du mit dem nichtinvestierten Vermögen nun machen kannst.
  • Hab Geduld und freue Dich besonders zu Beginn Deiner Ansparphase auf jeden Börseneinbruch. Denn er ermöglicht es Dir, Firmenbeteiligungen temporär günstiger zu erwerben. Rinderfilet für die Hälfte!
  • Jeder Mensch ab der Mittelschicht braucht sich dadurch vor seiner Rente im Alter nicht mehr zu sorgen und bei einer hohen Sparquote sind sogar Dinge wie finanzielle Unabhängigkeit keine Luftschlösser, sondern einfach Fakt.

 

Die Freiheitsmaschine macht Dich frei und schaufelt nebenbei große Geldhaufen dorthin, wo Sie hingehören – An die Börse!

 

 

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Gast
Annabella

Hallo Maschinist,

in gewisser Weise bin ich auch mit herumliegendem Geld “geplagt”, mit meinem eigenen, selbstverdienten Geld weiss ich wie ich es anlege, Einzelaktien und ETF’s, ich bin schon 60 und dennoch habe ich 98 % meines Geldes so angelegt, nebst selbstbewohnter ETW in der CH, aber ich habe noch eine ETW in D geerbt, die habe ich vermietet, dazu eben noch einen ansehnlichen Geldbetrag der nun vor sich hingammelt, zu diesem Geld habe ich eine völlig andere Beziehung, es ist das Geld meiner Mama, sie hat so hart dafür gearbeitet, ich habe Angst dass ich das irgendwie “verdumme”, es ist mir fast heilig, ich habe wie eine psychologische Sperre das Geld ebenfalls im Aktienmarkt anzulegen, dazu ist dieses Geld auch noch in Euro, die Kurse schwanken, gerade geht es wieder abwärts mit dem Euro,

vorstellen könnte ich mir bei einem Crash damit zu kaufen, vielleicht werde ich aber einen Teil in Nestlé Aktien anlegen, das halte ich noch für eine gute Anlage, es wirft Dividende ab und Nestlé erachte ich als krisentauglich (kann aber auch 50% an Wert verlieren, keine Frage.

Gar nicht so einfach, finde ich. Mit meinem eigenen Geld habe ich nicht solche Probleme.

liebe Grüsse
Annabella

Mitglied
Smartinvestor

Hallo Annabella,
ich hatte dieses “Problem” auch schon auf mich zukommen sehen. Also hatte ich meiner Mutter vor ca. 19 Jahren angeboten, ihr auf Tagesgeldkonten und anderen Zins-“Schnäppchen” dahingammelndes 6-stelliges Vermögen unter meine Fittiche zu nehmen. Denn ich hatte meine eigene Strategie bekanntlich um die Zeit schon fertiggestellt. Das machte sie vertrauensvoll und ab dann gings bergauf.

Aus von euch erwähnten Gründen habe ich von Anfang an darauf geachtet, es genau nach denselben Prinzipien anzulegen wie meins, bis auf einen etwas höheren EUR-Anteil, um die Schwankungen etwas mehr zu reduzieren, Aus welchen Gründen auch immer, kam ich damit auf knapp +1% mehr Mehrrendite als bei mir. Vermutlich durch die konzentrierte Investition in nur 2-3 großen Tranchen (E. 1999 und E. 2008) mit denen ich jeweils zum Glück all-in gegangen bin. Um sich zu überwinden, muss man sich einfach vorstellen, dass man mit jedem Abwarten oder verteiltem Einstieg sinnlose Opportunitätskosten = Differenz zwischen durchschnittlicher Aktienredite minus Tagesgeldzinsen verschwendet. Dann verschwindet die Furcht vor Ungemach sehr schnell.

Und bei unvermeidlichen Einbrüchen sich klarmachen, dass ALLE kurz- und mittelfristigen Schwankungen, Buch-Verluste wie -Gewinne, am Aktienmarkt reversibel sind, wenn man sie nicht realisiert. Also immer all-in wenn Cash eingeht, egal wie groß die Summe ist. Denn wenn man sein Kapital nicht ausreichend hohen reversiblen und damit völlig unschädlichen kurz- und mittelfristigen Risiken aussetzt, entstehen langfristig permanente Verluste aufgrund der Opportunitätskosten nicht investierten Kapitals. Zum schnellen Einüben der praktischen Anwendung empfehle ich auch die Einrichtung eines Sparplans derart, dass die Investition perfektionistisch am Tag nach dem Gehaltseingang erfolgt. Dann wird das zur Routine und selbst größte Cash-Eingänge werden automatisch ebenso effizient der Investition zugeführt, genauso wie man seinen Wochendeinkauf plant und macht. Das habe ich z.B. so erlebt, als mir meine Mutter ankündigte mit “übrigens, Mitte Dez, laufen bei mir für 50.000 Sparbriefe aus. Keine Woche später war das alles abgearbeitet nach Rebalancing-Schema F in die am meisten eingebrochenen US-Aktien und -REITs, Geholfen hat natürlich das hohe Vertrauen, mit dem meine Mutter kein einziges Mal nach dem Stand der Dinge gefragt hat. Sie wusste eh, dass ich das als einer von 2 Erben schon richtig machen werde.

Mitglied
Annabella

Danke an Maschinist und Smartinvestor,
ich gehe mit Euch einig dass ich etwas tun muss, denn wenn ich nix mache verliere ich ja genauso, ist mir Alles klar.
Zu Bedenken gilt, dass ich bereits ein Alter erreicht habe, wo in 2 Jahren dann der vorzeitige Rentenbeginn ansteht, es also auch reizvoll sein kann Cash zu haben, aber ich werde nun 1/4 einmal einsetzen und schauen wie es mir damit geht,
für dieses neue Portfolio wird es tatsächlich auf ETF’s rauslaufen, Musterportfolios gibt es zur Genüge, aber ich bevorzuge eine simple Variante,
voraussichtlich ein Grossteil Vanguard All World, ein Teil Swiss Performance Index, der dritte Teil ist noch unklar, wie seht Ihr das?
Überstürzen werde ich es jedenfalls nicht.

liebe Grüsse

Gast
Smartinvestor

@Maschinist, es war auch mein Ansinnen, den Einsteigern meine Erfahrungen mit auf den Weg zu geben, wie ich selber am Anfang vorgegangen bin. Meine leicht autistische Ingenieursart, die ich auch lebe, wenn ich erkenne, dass sie mir hilft, kommt mir dabei natürlich zugute, weil ich Gefühle rel. leicht komplett ausblenden kann, wenn sie mich stören. Dafür ist mein max. Gefühlswert relativ begrenzt und bei Bedarf eher schwierig zu erhöhen. So hat jeder seine Stärken und Schwächen, mit denen er klarkommen muss und sie vor allem richtig nutzen sollte. Aber man kann ja auch an seinen Schwächen arbeiten. Das Wichtigste für erfolgreiches Investieren ist aus meiner Erfahrung von Anfang an, ALLE Emotionen komplett auszublenden, ganz besonders schlechte Gefühl bei echten und vor allem bei reinen Buchwert-Verlusten. Die sind so überflüssig und hinderlich wie ein Kropf. Ich sage nicht, jetzt bewusst auf Verluste hinzuarbeiten. Aber du musst üben, Verluste, wenn sie nach bestmöglicher rationaler Entscheidung auftreten, dankbar entgegenzunehmen wie konstruktives Feedback von deinem Mentor, das dich scheinbar alt aussehen lässt aber das vor allem als Anstoß zur rationalen Reflexion und ggf. grundlegenden Verbesserungen gedacht ist. Wer das im Berufsleben beherrscht, sollte es relativ einfach aufs Investieren übertragen können, denn da geht es ja nur ums Geld, im Berufsleben aber um die ganze Persönlichkeit. Wer das im Berufsleben nicht drauf hat, sollte erst mal daran arbeiten und das reine Kapital auf TG/FG ruhen lassen. Denn das Humankapital geht immer vor! Wenn es im Berufsleben dann klappt, s.o. Fall A übertragen auf das reine Kapital. Emotionen sind nämlich in der Steinzeit ausgebildet worden und fest in unserer Hardware verdrahtet. Leider ist die in der hochkomplexen dynamischen Finanzwelt total dysfunktional, d.h. VERMÖGENSSCHÄDLICH, weil unsere heutige Welt nach ganz anderen Regeln funktioniert!! Je mehr du irrationale Steinzeit-HW walten und wüten lässt, umso mehr Schäden richtet die in deinem Depot an!! Das ist so als ob in deinem Navi die Karte vom alten römischen Reich fest verdrahtet ist. Die navigiert dich defaultmäßig ohne Eingabeaufwand immer auf romantischen, emotionalen Feldwegen, wenn du deren Anweisungen nicht aktiv unterdrückst und nicht konzentriert die Anweisungen für das heutige rationale Straßennetz mit wesentlich mehr Aufwand abrufst, z.B. umständliches Menü bedienen und ständig durch Nachjustieren am fehlerträchtigen Laufen halten musst. Aber der Aufwand lohnt sich extrem, weil du nach den mühsam herausgelockten Anweisungen weißt, wie du auf rationalen Autobahnen und nicht mehr nur auf emotionalen Feldwegen fahren kannst. Diese Analogie ist mir in den Sinn gekommen, wenn ich Kurzläufer mit durchschnittlich um die 2% Rendite, die die meisten Anleger ausschließlich zur emotionalen Risikoreduzierung verwenden, mit meinen Managed Futures mit durchschnittlich ca. 10%, die ich ausschließlich zur rationalen Risikoreduzierung verwende, vergleiche. Die Emotionen, die ich gegen dieses vermeintliche Teufelszeug schon erlebt habe, sind sehr aufschlussreich über deren Träger aber hindern diese massiv an der Nutzung von rationalen Finanz-Autobahnen statt emotionalen -Feldwegen, um z.B. von Hamburg aus das Fernziel München zu erreichen. Man kann das mit den leidenschaftlichen Maschinenstürmern beim Einzug der Technik in unsere Zivilisation vergleichen. Im Nachhinein betrachtet waren sie bemitleidenswert, weil sie den Fortschritt nicht aufgehalten, sondern nur sich selber geschadet und anderen einen Vorteil verschafft haben. Es lohnt sich also sehr, die Emotionen beim Investieren komplett auszuschalten, auch wenn es anfangs gegen alle Gewohnheiten sehr schwerfällt und nur mühsam vorangeht. Aber man kommt voran, weil wir auch mehr oder weniger vernunftbegabt sein sollen. Ich empfehle dazu jetzt mit max. Emotion und Herz die Bücher von Dobelli und Kahnemann, um an diese überaus profitable Schlüsselkompetenz der Emotionskontrolle zu kommen: https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_ss_c_1_10?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=rolf+dobelli&sprefix=dobelli+ro%2Caps%2C258&crid=23WCGJFBU951T Wenn man diese Emotionskontrolle schließlich nach viel Übung beherrscht, legt sich als Lohn – wer hätte das erwartet – die aktuelle rationale Straßenkarte sogar wie von selbst über die alte emotionale römische. Genauso leicht wie einem Lesen, Schreiben und Rechnen fällt. Voraussetzung dafür ist, dass man die aktuelle Straßenkarte über richtige Finanzbildung (nicht in der Pornoversion!) regelrecht einpaukt und damit auch sehr beständig im Permanentspeicher einprogrammiert. Das ist genau wie früher Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, wovon die meisten Kinder emotional auch nicht von ganz allein angezogen werden. Und jetzt kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie man ohne die 3 rationalen Grundfähigkeiten überhaupt leben konnte, obwohl man damit auch weniger emotional handelt als früher ohne diese. Das Problem mit der unzureichenden Finanzbildung ist, dass man mit dem Lernen aufhört, bevor man die braucht. Wer ständig an seiner Weiterentwicklung weiterarbeitet, bleibt antifragil und kann sich ständig mit fast beliebig rationaleren Inhalten neu programmieren und dabei die alten irrationaleren fast komplett überspielen. So plastisch ist unser Gehirn, wenn man es so nutzt. Ohne Managed Futures wüsste ich z.B. gar nicht mehr, wie ich rational investieren sollte. Wenn man dann jedoch durch die harte Finanz-Schule durch ist, wundert man sich manchmal, warum an manchen Stellen die rationale Finanz-Autobahn so leer wird und alle versuchen, auf Feldwege (für mich = irrationale Risikoreduzierung durch Kurzläufer ) abzubiegen. D.h. man kommt auf keinen rationalen Grund und kann sich nur sagen, dass müssen die wohl wegen ihrer irrationalen Emotionen so machen, und kann die nur noch z.B. bei Dobelli nachschlagen, wenn man die zumindest rational verstehen will. Das ursprüngliche Gefühl kann man dann nicht mehr empfinden. Sehr hilfreich finde ich bei diesem ganzen mühsamen Lern- und persönlichen Investment-Veränderungsprozess das Buch “ A Wealth of Common Sense: Why Simplicity Trumps Complexity in Any Investment Plan“ https://www.amazon.de/Wealth-Common-Sense-Simplicity-Complexity-ebook/dp/B00TWK3TX4/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1528128093&sr=8-1&keywords=carlson+common+sense Das Prinzip des „Gesunden Menschenverstands“ schützt vor allem vor unmenschlichem, naivem Rationalismus, der auch leicht dabei herauskommen kann, wie ich beobachtet habe, wenn man sich ganz neue Verhaltensweisen antrainieren will. Oder wenn man es übertreibt und sich an dem in Finanzblogs (z.B. Finanzwesir) und -foren rel. häufig zitierten „Kommer“ mit seinem ganzen unsinnigen und mehr als zweifelhaftem Rohstoff-/Single-/Multi-Faktor-Smart-Beta-Zoo orientiert, wo es auch 2-3 Welt-ETFs sogar viel besser tun würden. Das erwähnt er zwar auch beiläufig ansatzweise, aber dekliniert den ganzen Unsinn von A-Z durch. Kennt und nutzt den hier jemand? Das ist wie bei Verbesserungsprozessen in Unternehmen, bei denen es anfangs auch erst mal schlechter werden kann, wenn es keine gute Prozessbegleitung gibt, weil dadurch viele sehr verunsichert werden. Das verursache ich… Read more »

Gast
Smartinvestor

@Annabella
Aus meiner Sicht muss natürlich noch ein guter Managed Futures Fonds (MFF) rein. Damit könntest du vom sicheren nächsten Crash kräftig profitieren. Und du gerätst nicht in Versuchung, kurzfristige reversible Einbrüche der ETFs durch Realisierung in langfristige, permanente Verluste zu wandeln. MFFs schießen dann nämlich durch ihr Crisis Alpha entgegen der Börse in die Höhe, weil die dann short gehen. Dann kannst du einen Teil davon mitten im Crash mit großem (reversiblem) Gewinn verkaufen (den solltest du damit permanent machen), um abgestürzte ETFs zum Schnäppchenpreis vom Ramschtisch einzusammeln.
Durch die damit auf 1-2% p.a. erhöhte Rebalancing-Mehrrendite verbesserst du deine Gesamtperformance ebenso um 1-2% p.a. Mehrrendite. Gleichzeitig senkst dabei noch die Gesamt-Volatilität und vor allem die Draw-Downs deines Portfolios ab.
So würde ich es jedenfalls mit meiner rationalen Straßenkarte machen.
Ohne MFFs wüsste ich gar nicht mehr, wie und was… ☹

Gast
Anja

Hallo Smartinvestor, was hat es mit deinen Managed Futures Fonds auf sich und warum schwörst du so darauf? Klingt interessant (wegen Gewinnen während eines Crashs), aber ich habe davon noch nie gehört …
Viele Grüße

Mitglied
Annabella

hallo Smartinvestor,
ich werde eher keinen MFF einbauen, so richtig verstehe ich diese Anlagekategorie nicht, zudem sind mir die Kosten dafür zu teuer.
Aber ich werde voraussichtlich zum Vanguard All World und einem CH-ETF (eher im Small/Midcap-Bereich) noch einen Reit ETF dazunehmen, Bonds halte ich im Moment für nicht angebracht. Die genaue Aufteilung muss ich aber noch austüfteln.
Eine Frage hätte ich noch, so wie ich das verstanden habe, möchtest Du ja so antifragil wie möglich aufgestellt sein, da erschreckt mich ein wenig Dein letzter Satz “ohne MFF’s wüsste ich gar nicht mehr wie und was”, also ich muss auch ohne diese auskommen und denke ich werde das auch.
Liebe Grüsse
Annabella

Gast
Smartinvestor

@Annabella:
“Eine Frage hätte ich noch, so wie ich das verstanden habe, möchtest Du ja so antifragil wie möglich aufgestellt sein, da erschreckt mich ein wenig Dein letzter Satz “ohne MFF’s wüsste ich gar nicht mehr wie und was”, also ich muss auch ohne diese auskommen und denke ich werde das auch.”
Dann wirst du wahrscheinlich kaum antifragil wein, wenn die seit 2008 enorm gestiegenen Korrelationen zwischen Aktien und REITs so weiter bestehen bleiben oder noch weiter steigen. D.h., dann wirst du tiefe Einbrüche während weiterer Crashs verkraften müssen, ohne was davon zu haben, wenn du nicht Cash in der Hinterhand hast und durch Nachkauf stark gefallene ETFs verbilligen kannst.
Mit wettbewerbsfähigen MFFs sind die Einbrüche des Gesamtdepotwertes durch deren Crisis Alpha bislang stark reduziert und du profitierst zusätzlich antifragil durch erhöhte Rebalancing-Mehrrendite. Das erhöht die risikoadjustierte Rendite bislang um mehrere Prozentpunkte.
Umsonst gibt es die natürlich nicht. Denn um reines Alpha gegen den harten Wettbewerb in schon sehr effizienten Märkten zu generieren, brauchen die die besten Experten und Hochleistungs-Computersysteme. Und die sind sehr teuer.
Wenn man die relativen Kosten pro Alpha-Ertrag betrachtet, sind sie durch den Einzatz kosteneffizientester Futures und Options – im Gegensatz zu den Abzockerpapieren Hebel-ETFs und Optionsscheinen oder gar Binären Optionen – die günstigsten aktiven Fonds, gerade auch im Vergleich zu aktiven Publikums-Aktienfonds. Denn deren relative Kosten/Alpha-Ertrag sind mindestens unendlich hoch, weil die im voraus nicht erkennbaren Allerbesten ca. 5% gerade mal die Indexfonds-Renditen erzielen. Alle anderen vernichten sogar gegen Gebühren mit Opportunitätskosten gegenüber Index-Fonds Kapital.

@Anja:
“Hallo Smartinvestor, was hat es mit deinen Managed Futures Fonds auf sich und warum schwörst du so darauf?”
Die wettbewerbsfähigen darunter generieren unkorreliertes fast reines Alpha durch Trendfolge- und Relative Value Arbitrage -Strategien in allen Finanzmärkten, d.h. Aktien, Anleihen, Commodities, Währungen… Die sind seit ca. 10 Jahren als “Liquid Alternatives” in Form von UCITS-Fonds für Privatanleger in D erhältlich. Hier in dieser Neuauflage des berühmten “Lintner Paper”, in dem der Harvard-Prof. John Lintner vor 35 Jahren auf diese einzigartigen Vorteile von Managed Futures Fonds im Portfolio-Management zum ersten Mal hingewiesen hat, findest du alles Wissenswerte und Vor- und Nachteile für den Anfang:
Abrams, R., Bhaduri, R. Flores, L., 2014, “Lintner Revisited: A Quantitative Analysis of Managed Futures”. http://www.cmegroup.com/education/alternative-investment-resource-center/research/lintner-revisited.html
Ich schwöre darauf, weil ich mit deren Wirkprinzip seit 20 Jahren recht gleichmäßig ca. +2% p.a. Mehrrendite beim Portfoliogesamtwert gegenüber breitesten MSCI ACWI IMI TRN-Weltindex-ETFs bei ca. halbierten Drawdowns in meinem Privatdepot mit einer einfachen Buy-and-Hold Investmentstrategie mit regelmäßigem Rebalencing nur alle paar Jahre erzielte. ich habe bislang noch nichts besseres gefunden und wundere mich auch über deren relativ begrenzte Nutzung. Wobei ich darüber auch wieder sehr froh bin. Denn dadurch wird Overcrowding seit ca. 70 Jahren Existenz verhindert, was ansonsten praktisch alle erfolgreichen aktiven Fonds mit signifikanter Outperformance eingeholt und deren Outperformance abgebaut hat, wenn die nicht rechtzeitig für neue Anlagegelder geschlossen wurden. Von diesen Problemen blieben wettbewerbsfähige MFFs bislang verschont

Gast
Verschulden für die Fammilienimmobilie - oh no!

Hallo Maschinist,

was würdest Du einer Familie raten, die einen sechstelligen Betrag an Vermögen hat, davon 30% im Depot, der Rest vergammelt auf Festgeldkonten bzw wird Festgeldhopping betrieben.
Eine Wohnimmobilie wäre schön, leider sind die Preise davongaloppiert und die Familie wankt zwischen einem Immobilienwunsch und daher der Verfügbarkeit des Vermögens und der finanziellen Freiheit hin und her.
Somit nichts Halbes und nichts Ganzes. Das Vermögen wirde aufgrund einer vielleicht in der Zukunft verfügbaren Immobilie nicht investiert und der Unmut wird immer größer…Was sollen wir tun?
Danke für die Antwort!!

Gast
Ulrich

Hallo Maschinist,

das große Problem des Expat Paares ist die mentale Entscheidung, eine recht große Summe auf einmal in den Aktienmarkt zu schieben.Oder doch über 12-24 Monate verteilt, da scheiden sich die Geister.
Aber komischer Weise gibt es meistens weit weniger Probleme, beträchtliche Summen auf einen Schlag in eine Immobilie zu stecken,vielleicht weil der Wert nicht so offensichtlich schwankt wie die millisekündliche Preisfindung an den Börsen.

Zum Bereich Aktieninvest, hier sollte auch die steuerliche Situation im jetzigen Land und die weitere Lebensplanung betrachtet werden, also die steuerliche Behandlung von Veräußerungsgewinnen und Dividenden jetzt im Ausland und später in Europa oder wo auch immer es hingehen soll.
Danach ein ETF Portfolio ausgewählt mit der Entscheidung ausschüttend oder thesauierend. Vor einem Wechsel der steuerlichen Ansässigkeit gegebenfalls noch alle aufgelaufen Gewinne realisieren und das Portfolio umschichten. Die Steuer sollte man immer im Auge behalten, es zählt am Ende der Nettogewinn.

Gast
alex

vielen dank erstmal das unser “problem” bearbeitet wurde und das lob ;-)! ich hab nach meinem realschulabschluss ein bischen den finger gezogen… viel glueck mit meinen arbeitgebern und vorgesetzten gehabt … und realisiert das ich mit meinem beruf sehr viel erfolgreicher im ausland sein kann als zuhause

ich denke ulrich und dein artikel bringen es ziemlich gut auf den punkt, ein gro-teil ist psychologisch. ich habe mir nach dem durchlesen des artikels die letzte woche desoefteren zeit genommen und versucht distanzierter & rationaler ueber die zukuenftigen investitionen nachzudenken. sparplaene wurden in der gesamtsumme etwas angepasst, 2 etf’s sind noch dazu gekommen um das gewuenschte gesamtkonstrukt zu kompletieren. “all in” ist uns etwas zu wild…. auch wenn es eigentlich voellig bekloppt ist das sich ein immobilienkauf fuer den betrag weniger abenteurlich anfuehlen wuerde….

die fertige loesung haben wir noch nicht, ich bin aber eigentlich recht zuversichtlich das ich in den naechsten monaten den plan fertig habe

mit verlusten hatten wir bisher eigentlich keine probleme. da hat mir glaube ich damals das boersenspiel etwas geholfen, nachdem mein spieldepot abgestuerzt ist… und ich nach 12 monaten abstinenz festgestellt habe das aus viel minus aufeinmal sehr viel mehr plus wurde. das erste mal -40% mit echtem war aufjedenfall ein erlebniss, aber solange man nicht verkauft verliert man nix….

beim lebensstil gebe ich dir definitiv recht, sehr sehr viele unserer kollegen/freunde passen das ihrem gehalt an und denken nicht wirlich an die zukunft. wir haben fuer uns ne recht gute methode gefunden. das monatliche budget finde ich zuviel kontrollwahn (mein privatleben muss davon verschont bleiben, die monatlichen p&l meetings reichen mir schon), aktuell organisieren wir uns ueber 2 konten… eins auf das beide gehaelter am monatsanfang gehen, ein zweites auf das wir nach dem gehaltseingang den monatlichen mindestsparbetrag ueberweisen. wenn es mal nicht reicht oder das auto in die werkstatt muss kann man noch nachschiessen, aber damit kontrollieren wir unsere monatlichen ersparnisse recht gut.

das mit der steuerlichen situation & der lebensplanung ist ein thema auf das wir aktuell keine antwort haben. es gibt mehrere varrianten, aktuell sehen wir uns in 12 – 15 jahren wieder in europa (vllt eine kleine extra wohnung fuer meine frau und mich irgendwo in asien, evtl kuala lumpur, das ist recht mittig … wenn es zuhause mal wieder zu langweilig wird und man fuer ein paar wochen die flucht antreten muss) .

mit kindern … schule … usw macht das einfach mehr sinn. den kids hier oder an anderen orten eine vernuenftige bildung bieten zu koennen geht nur wenn ich oder meine frau fest arbeiten (und das will ich ja irgendwann mal aufhoeren – mit meinem ueberstunden der letzten 10 jahre bin ich sowieso gefuehlt dann wohl schon im rentenalter angekommen). expat family packages werden mittlerweile auch immer seltener … die frage ist ob man selbst in den hohen positionen in 10 jahren noch das volle programm bekommt, ich glaube mittlerweile nichtmehr ganz daran.

und ganz zum schluss muss ich den jungen mann ein paar beitraege weiter unten entaeuschen, ich/wir sind kein fake. wir verdienen sicherlich nicht schlecht fuer unser alter, aber als expat verzichtet man auf das ein oder andere (z.b. sehe ich meine familie mit viel glueck 3 mal im jahr… oder in einem land zu leben das nicht so toll und gruen wie DL ist …. da waere man ja schoen dumm das ganze auf 400 euro basis zu machen…)

Gast

Ein sehr interessanter Artikel. Er wird auf den einen oder anderen treffen. Das Geld was ich in den letzten Jahren gespart habe, versuche ich nun monatlich an die Börse zu bringen. Das ist, wie du bereits geschrieben hast für Manche nicht so einfach, dass Geld vom Tagesgeldkonto ins Depot zu schieben – meine Eltern tuen es sich da verdammt schwer mit… und ich soll das demnächst für die übernehmen.

Gast
Felix

In der Tat, es sind mentale/psychologische Sperren, die bei Investitionen großer Summen die entscheidende Rolle spielen. Ich bin jetzt zwanzig Jahre an der Börse unterwegs und habe im Normalbereich Tagesschwankungen, die mehrere Monatsgehälter ausmachen. Daran habe ich mich gewöhnt.
Trotzdem bringe ich es nicht fertig, ohne größere Tagesgeldbeträge auszukommen, will heißen, ich halte immer eine sechsstelligen cashbetrag bereit, der natürlich Rendite frisst. Ob ich dann die Nerven haben werde, wenn mal wieder Weltuntergangsstimmung herrscht, die Sonderangebote an der Börse einzusammeln, bin ich mir nicht sicher. Immerhin habe ich es geschafft, nach dem Facebookskandal und den -20% Kurseinbruch beherzt für 25000 € eine Position aufzubauen, mit der ich jetzt binnen acht Wochen mit 30 % im Plus bin.
Aber diese Chuzpe muss man sich mühsam und langsam erarbeiten. Nur durch die allmähliche Erfahrung, dass die Börse sich immer wieder erholt, gewinnt man das nötige Grundvertrauen in das Investieren.

Gast
Stellplatz

Die hier dargestellten Beiträge als auch das Paradebeispiel mit 7000, Netto befremdend mich aus mehreren Gründen. 1. An den Börsen scheint es ja nur Gewinner zugeben. Auch die zahlreichen Loblieder auf ETFs kann ich nicht verstehen. Weshalb ich bereits über einen längeren Zeitraum ungefähr 10 hoch gelobte ETFs periodisch recherchiere und siehe da, rund 60% haben bereits Verlust gemacht, heisst, sind weniger Wert als zum Beginn meiner Aufzeichnungen. Also müsste Mann oder Frau schon in mindestens 10 Fonds investieren um die realistische Chance auf Ausgleich der Verluste durch Gewinn zu ermöglichen. Die Gewinne müssten zusätzlich so hoch sein, dass auch die Kosten abgedeckt sind und auch die Abgeltungssteuer. Des weiteren gesparte ich seit etlichen Jahren Fonds, von jährlichen zweistelligen Gewinnen, kann ich ehrlicherweise nicht berichten. Somit scheint auch dieser YBeitrag bzw. Beispiele und Posts nicht mehr als eine Ansammlung von Fakes. Ps. Noch was zum Betongold. Wer zu diesen Preisen und den nur schnell hichgekloppten Projekten kauft, kauft überteuerte Immobilien mit garantiert eingebauten Mängeln.

Gast
Smartinvestor

@Gast A
Verschulden für die Fammilienimmobilie – oh no!

“Aber aktuell sehr hohe Bewertung des Aktienmarktes, Ende des Bullenmarktes in Sicht etc etc. Mit Familie im Hintergrund kommen uns da Zweifel alles zu investieren – berechtigt??”

Ja, sehr berechtigt sogar!!! Was also tun??? Ich kann es dir sagen: Raff dich endlich auf, investier endlich richtig in deine Finanzbildung, wie ich vor ziemlich genau 20 Jahren, und bastel dir deine antifragile Investment-Strategie zusammen. Dann hast ab der Zeit nie mehr solche Fragen und Zweifel wie: soll ich jetzt all in oder lieber doch nicht oder vielleicht erst auf den Crash warten, aber wenn er nicht kommt und stattdessen die große Inflation, wie bei diesen extrem hohen Geldmengen sehr zu befürchten, aber wenn ich dann voll drin bin und gleich danach kommt er dann doch der nächste erwartete große Crash, und ich oder meine Frau verlier die Nerven und mach meine temporären Verluste im Tiefpunkt permanent, wie die meisten…? Schei… Situation.

Du und alle anderen könnt noch so viel fragen und zuwarten. Es wird nie besser werden. Ihr werdet es nie wirklich wissen, ewig im Zweifel leben und in dieser unberechenbaren Welt höchstwahrscheinlich bereuen, egal wie ihr euch entscheidet. Denn wenn der Markt gut = effizient funktioniert, was er nicht ganz perfekt aber eigentlich schon meistens ganz gut tut, dann kannst du beruhigt sein. Er wird den zukünftigen Frust relativ gleichmäßig auf alle Marktteilnehmer verteilen. D.h. es ist praktisch egal was du machst. Es gibt leider keinen vorher bekannten idealen Weg, der dir den späteren Ärger vom Hals hält. Da die Gesamtsituation aufgrund der mittlerweile extremen Fragilisierung des gesamten Weltfinanzmarktes total verfahren ist, wird es früher oder später viel Frust und Ärger geben bei praktisch allem – und dem Gegenteil – nur zu unterschiedlichen Zeiten, die wir alle durchleben und abarbeiten müssen. Denn das ist nach meinem Verständnis der einzige Weg, wie es weitergehen kann. Denn allein verschwindet diese Misere nicht. Und da sie keiner haben will, wird der schon einigermaßen funktionierende Markt dafür sorgen, dass die immer schneller hin und hergeschoben wird, bis sie groß genug ist, dass einer nein danke sagt. Und dann geht es erst mal nach und nach nach unten für jeden, egal wie er aufgestellt ist. Jeder kann sich das Horrorszenario jetzt schon ganz genau für seine Aufstellung und deren Gegenteil ganz realistisch ausmalen. Jahrzehntelanges Sichtum wie in Japan kann auch eine Option sein, muss aber nicht. Niemand weiß es leider nicht, auch ich nicht.

Aber wenn du als findiger Kopf in top Finanzbildung investierst, so wie in deine Berufsbildung, dann wirst du relativ bald zu der Erkenntnis kommen, dass aktuell der wohl weltbeste Risiko-Experte Nassim Taleb den besten Durchblick durch diese ganze Misere hat und uns allen den m.E. besten Rat auch noch völlig kostenlos gibt:
Go A N T I F R A G I L E !!!

Das ist doch eigentlich das Nächstliegendste in dieser unseren aktuellen maximal fragilen Welt. Also rafft euch auf, lernt wie es geht und macht euch schnellstens antifragil. Das ist das Ende aller Zweifel sowie alles unvermeidbaren Frust und Ärgers über sehr wahrscheinliche Fehlentscheidungen. Ab dann lasst ihr jede unerwartete Änderung, Disruption und Eruption für euch arbeiten und profitiert fast nur noch von allem und dem Gegenteil. So einfach ist das. Natürlich nicht leicht umzusetzen. Aber dafür gibt es alles Wissen frei im Internet und wir helfen uns gegenseitig in solchen tollen Blogs und Foren, das wertvollste daraus für sich zu finden. Dann muss man es nur noch wissen wollen, wie man sich selber besser helfen kann als jeder andere. Also rafft euch auf. Der Lohn ist der Unterschied zwischen Dauerzweifel, -frust und -ärger über unvermeidbare Verluste einerseits und einer profitablen, volatilen Zukunft andererseits. Denn die aktuelle VUCA-World ist darwinistisch maximal chancenreich für die Antifragilen – und aussortierend für die anderen…

Bei mir lief es so, dass ich diese Misere genauso fragend und zweifelnd bereits vor gut 20 Jahren erlebt habe und dann durch einen rel. kleinen Betrug aufgeweckt wurde, es ab dann selber in die Hand zu nehmen, aber richtig wie o.a. Ab da ging es bei mir nach relativ kurzer Zeit von ca. einem guten Jahr intensivster autodidaktischer Weiterbildung mit den Mitteln und dem Wissen der 90er Jahre von Null aus nur noch aufwärts, egal ob Boom or Bust. Meine antifagile Strategie lebt von dieser Berg- und Talfahrt, so wie der Spass beim Achterbahnfahren, weil wir dort aufgrund von Ingenieurwissen die kontrollierte physische Sensation genießen. Ich habe aufgrund meines antifragilen Finanzwissens und im Vertrauen auf meine Strategie mit guten Erfahrungen durchlebten dot.com-Crashs vor allem den letzten grossen Crash genauso genossen wie das Achterbahnfahren. Jetzt freue mich schon auf den nächsten großen. Denn noch besser als beim Achterbahnfahren war ich nach den beiden Crash durch enorme völlig systematisch generierte Rebalancing-Gewinne jeweils reicher als ohne sie.

Außerdem konnte ich schon einigen lieben Menschen, angefangen bei meiner Mutter, bekanntlich rechtzeitig helfen, ihre Depots antifragil aufzustellen. Nach den damit nicht nur überlebten sondern voll profitablen Crash hab ich dann jeweils fast peinlichen Guru-Status erlangt, weil es ihnen wie Magie erschien, aus der irrationalen Misere vieler anderer einen unerwartet großen Profit zu schlagen. Denn der Rational schlägt Irrational. Der Aufwand ist nicht gering aber für jeden mit Abitur, sag ich mal, in sehr angemessener Zeit machbar. Denn der Profit davon hält das ganze Leben lang an und ist in allen anderen Bereichen auch nutzbar. Denn frugal = antifragil.

Taleb und einige ganz wenige andere von mir tief verehrte Menschenfreunde (u.a. Bogle, Swensen, Soros, Finanzwesir) zeigen sehr konsistent, wie es geht.
Wünsche jedem die richtige Entscheidung.

Gast
Smartinvestor

Hier gehts zur antifragilen Quelle mit kostenlosem engl. pdf-Buch und Hörbuch:
Taleb, N. N., 2014, “Antifragile: Things That Gain from Disorder.”
http://cpor.org/af/Taleb_Antifragile.pdf
https://www.youtube.com/watch?v=Xm64GC9qzPw

Wer Antifragile versteht und anwenden kann, sieht vieles mit anderen Augen, stellt andere Fragen und findet viele alternative Antworten weit weg vom (Finanz-)Establishment.

Gast
sonny

Hi Maschinist,

wiedermal ein sehr guter Beitrag.Danke dafür. Gibt es denn die Möglichkeit mit dem Leserbrief Verfasser in Kontakt zu kommen? Da wir bzgl. des verkorksten Realschulabschlusses einen ähnlichen Werdegang haben , hätte ich einige Fragen an den Verfasser 🙂 also wenn gewünscht kannst du Ihm gerne meine Email weiterleiten. Ich würde mich sehr freuen.

LG

Sonny

Gast
Sükrü

willst du nicht antworten Maschinist?

Gast

Hallo Maschinist,
Ich denke, dass das beschriebene Phänomen keine Einzelerscheinung ist. Jüngst ginge die Zahlen von auf Tagesgeldkonten gehorteten Beträgen durch die Presse … es muss also eine ganze Menge an Sparer geben, die nicht aus dem Tagesgeldkonto ausbrechen.
Nur zur im Artikel diskutierten Kernfrage: Wenngleich ich davon überzeugt bin, dass es die (zum jetztigen Zeitpunkt, mit dem jetzigen Wissen) beste Entscheidung ist den gesamten Geldbetrag zu investieren, ist das leichter gesagt als getan. Siehe auch folgenden Artikel https://meinefinanziellefreiheit.com/2017/04/13/grosser-geldbetrag/
Dies ist so schwierig, weil eine gewaltige emotionale Hürde dagegen besteht, insb. auf Grund der Sorge, dass es sich um eine finanzielle Fehlentscheidung handelt. Die maximale Beschleunigung von 0 auf 250 km/h ist auch nicht jedermanns Sache. Ich denke, dass Deine Empfehlung daher praktikabel ist, auch wenn es sich nicht um die optimale Lösung handelt! Vielleicht gibt es ja noch andere “Sicherheitsmaßnahmen” die die Angst vor der vollen Beschleunigung nehmen ;-)?
Viele Grüße
MFF

Gast
Pete

Hallo Maschinist,

ich habe mal eine frage zum Thema “nicht investiertes Vermögen”, obwohl Vermögen in dem Fall nicht ganz zu trifft.
Ich bin selbstständig tätig und halte pro Jahr viel Geld für Einkommenssteuer zurück, da dieses Geld aber gute 1,5 Jahre auf meinen Tagesgeldkonto liegt bevor die jeweilige Steuer beim Finanzamt des Vertrauens fällig wird, stell ich mir nun schon länger die Frage, was tun mit dem “Steuergeld”?

Reserven für andere Fälle oder auch kurzfristige Vorauszahlungen, halte ich selbstverständlich vor.
Wir reden hier von ca. 25.000 Euro die jährlich unbenutzt rum liegen.

Vielleicht hast du ja dazu eine Meinung oder rätst mir sogar das Geld einfach liegen zu lassen.

Freue mich auf eine Antwort.

LG Pete

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