Affiliierst Du Noch – Oder Prostituierst Du Schon?

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Vor weniger als 18 Monaten habe ich zum ersten Mal in meinem Leben eine eigene Webseite erstellt. Ich hatte vorher keine Ahnung wie das funktioniert. Von einigen netten Mitmenschen im Internet konnte ich lernen wie das geht und das in Kombination mit „learning by doing“ und einigen selbst gemachten Fehlern und schwupps war die Freiheitsmaschine geboren.

Es war eine der besten Sachen, die ich in den letzten Jahren selbst getan habe. Eine eigene Webseite ist wie ein weißes Blatt, das man komplett nach eigenem Gusto füllen kann. Im Gegensatz zum direkten persönlichen Umfeld findet man online so gut wie immer Menschen, die sich für ein Thema interessieren und beim Thema Finanzen / Finanzieller Freiheit kommt als Vorteil auch noch die hier vorhandene Anonymität hinzu. Millionär Interviews gibt es deshalb bei der Freiheitsmaschine und nicht in Deiner Eckkneipe.

Der Maschinist hat dabei auch seine Freude am Schreiben wieder entdeckt und wenn das einmal nicht der Fall ist oder die Rotationsgeschwindigkeit zwischen Beruf, Frau, Kindern, Freunden und Umzügen (Mehr dazu ein anderes Mal) zu groß wird, lässt er es einfach einmal gut sein bis es wieder Luft gibt.

Von dieser Art profitieren nach meiner Meinung auch die Leser. Lückenfüllerbeiträge auf dieser Seite gehen hoffentlich gegen null und wer einmal durch das mit Stars&Stripes angemalte Ego des Maschinisten hindurch gewatet ist, kann vielleicht auch die ein oder andere Sache lernen.

Eine weitere Sache die mir gefällt ist, dass die Freiheitsmaschine mittlerweile auch einige Taler verdient. Es sind derzeit noch fast nur Adsense Werbebanner, die ich anfangs mehr aus Neugierde einmal aktiviert hatte. Aber der Maschinist als Freund der freien Marktwirtschaft hat kein Problem damit wenn bald noch andere Einnahmequellen hinzukommen.

Wohin schauen die Menschen beim Lesen in welcher Reihenfolge? Welchen Wert hat ein Click auf welches Thema und in welchem Land? Das sind Dinge, von denen ich vorher nicht wusste dass es Sie überhaupt gibt. Und noch viel weniger wusste ich, dass es Menschen gibt, die mit der Beantwortung dieser Fragen Ihren Lebensunterhalt verdienen.

Neben der Werbung gibt es zusätzlich die Möglichkeit mit Links zu Partnerunternehmen (Affiliation) Einnahmen zu verdienen. Grundsätzlich eine interessante Sache. Der Maschinist hat z.B. ziemlich viel Zeit damit verbracht, einige sinnvolle Dinge zu lernen und dazu gehört auch die besten Unternehmen zu finden, die diese Dinge dann für mich umsetzen. Das Thema Börse ergibt zum Beispiel nur einen Sinn, wenn es einen Broker gibt, über den man dann auch handeln kann.  Dieses Wissen über den je nach Situation besten Broker ist z.B. auch für andere Menschen eine wertvolle Information

Wenn Leser sich eine dieser Fertigkeiten nun auch aneignen möchten, können Sie z.B. hier in der Freiheitsmaschine darüber lesen und es beschleunigt die eigene Lernkurve. Es ist schlauer über die Fehler des Maschinisten den Kopf zu schütteln als Diese selbst zu machen (keine Sorge – die Auswahl an möglichen Fehlern ist noch groß genug – also kein falscher Stolz).

Ein anderes Thema ist Motivation. Einige meiner Beiträge haben den Sinn euch zu motivieren. Hat diese Motivation einen Wert? Nach meiner Meinung schon. Dein eigener Antrieb macht schließlich den gesamten Unterschied in Deinem Leben aus.

Und nun?

Ist es für den Maschinisten moralisch in Ordnung Geld mit diesen Dingen zu verdienen? Absolut. Geld ist eine schöne Art der Belohnung und es macht mir Freude nach einem veröffentlichen Artikel nicht nur die Entwicklung der Leserzahlen zu beobachten sondern auch die Einnahmen.

Aber

Wo das Ganze nach meiner Meinung aufhört lustig zu sein ist, wenn ein Blogbetreiber sich von den Entlohnungsmodellen seiner Werbepartner so beeinflussen lässt, das in seinem Blog dann nicht mehr seine eigene Einschätzung steht, sondern die aufgrund des wie ein Magnet wirkende finanzielle Belohnung, die des Affiliate Partners.

Wenn jedes Thema und Schlagwort gleich entlohnt würde, gäbe es dieses Problem nicht. Blogbetreiber könnten Ihre Themen relativ unbeeinflusst wählen und für jeden gäbe es eine Belohnung die skalierbar durch die Nutzerzahlen wäre. Aber so einfach ist es nicht. Es gibt z.B. viele Themen, die einen sehr hohen Kundennutzen haben aber dem Blogbetreiber rein monetär kurzfristig betrachtet nichts bringen.

Das perfekte Beispiel dazu sind passive Index ETF – zum Beispiel die von Vanguard. Auch wenn der von mir hoch geschätzte Finanzwesir den langfristigen Untergang dieses Unternehmens am Horizont erkennt (und sich auch noch ziert, zum Interview zu Erscheinen 😉 ), sind diese nun erstmals auch an deutschen Börsen gehandelten ETF nach meiner Einschätzung eines der besten passiven Investments dieser Welt. Sie haben fast keine Gebühren und das Tracking der jeweiligen Indizes ist so gut, dass zusammen mit den zusätzlichen Einnahmen durch das von Vanguard durchgeführte Verleihen einiger Aktien aus dem ETF sogar noch meistens eine kleine Überperformance zum Börsenindex für den Kunden herauskommt. Wunderbar! Die größte Wohlstandmaschine aller Zeiten für Dich weltweit verfügbar für weniger als zwei Zehntel Prozent Gesamtgebühren im Jahr!

Das kurzfristig blöde ist nur, dass Vanguard keinerlei Affiliate Programm anbietet. Alles geht ins Produkt, rein gar nichts geht in die Werbung. Das heißt der Maschinist verdient auf kurze Sicht $0 mit dieser für Dich so sinnvollen Empfehlung.

Wenn man jetzt zum Beispiel einen solchen passiven Vanguard Index ETF mit einem anderen Produkt wie einer P2P Kreditanbieter vergleicht, wird das ganze Ausmaß der verzerrten Motivation sichtbar. Diese Geldverleihbörsen sind aktuell sehr angesagt und in vielen Blogs werden Sie bis zum Erbrechen empfohlen. Zum Teil werden zig Depots mit jeweils kleineren Geldbeträgen eröffnet, um dem Leser damit große Aktivität und ein eigenes Involvement zu suggerieren.

Aber egal wie oft man diese P2P-„Sau“ durchs Dorf treibt – Langfristig haben Sie gegen ein passives Aktienmarktinvestment nicht den Hauch einer Chance!

  • Die Renditen sind meistens geringer
  • Die Besteuerung ist wie bei Anleihen üblich deutlich höher (alles wird ausgeschüttet, auch die Inflation wird besteuert)
  • Die Ausfallwahrscheinlichkeit der Kredite ist über den jeweiligen Wirtschaftszyklus stark schwankend und diese Anbieter mussten bisher noch nicht eine einzige echte Rezession überstehen.
  • Und last but not least hängt man auch noch mit am jeweiligen Unternehmen, das diese Kreditkontrakte herausgibt. Oft sind diese Kredite auf der Geldverleiherseite nur Schuldscheine des Herausgebers, die im Falle einer Pleite des Emittenten nur nachrangig oder gar nicht gesichert sind.

Wieso kommt es, dass man in deutschen Finanzblogs trotzdem derzeit für jeden Artikel über passive Aktien ETF mehrere über den P2P Geldverleih liest? Die Antwort heißt Finanzieller Anreiz für den Blogger! Diese erhalten für das Generieren von neuen Nutzern von den P2P Börsen aktuell 1% oder manchmal noch mehr an finanzieller Kompensation der gesamten Anlagesumme des zustande gekommenen P2P-Kredites! Wenn über einen Bloggerlink z.B. 500 Menschen jeweils 10.000 Euro in P2P Krediten investieren, sind das für den Blogger Fünfzigtausend Euro (!) an Brutto Einnahmen.

Beim Thema klassische Konsumentenkredite sieht es noch krasser aus. Für einen einzigen deutschen Klick (!) auf ein Werbebanner mit einem Konsumkreditangebot erhält ein Blogbetreiber aktuell 10-20 Euro. Für einen Klick! Für einen Vertragsabschluss kommt auch hier eine finanzielle Beteiligung im Prozentbereich hinzu und oft noch eine dreistellige Einmalentlohnung. Das sind kurzfristige Anreize!


Für die Leser von Finanzblogs bedeutet das

Egal was ein Blog empfiehlt; macht euch eure eigenen Gedanken darüber, wem diese Empfehlung nutzt. Es ist vollkommen ok und sogar wünschenswert, dass ein Blog mit Empfehlungen Geld verdient. Wenn das aber nur noch einseitig stattfindet und die Leser langfristig mit dem gesamten Risiko und geringer Rendite alleine im Regen stehen bleiben, hört der Spaß definitiv auf.

Empfiehlt der Maschinist jetzt in Zukunft P2P Kreditbörsen oder die Aufnahme eines Privatkredites für den Konsum?

Nein – In diesem Leben nicht mehr. Es gibt nämlich neben der Problematik in den Spiegel und den eigenen Kindern ins Gesicht schauen zu können noch einen weiteren Punkt.

Die langfristige Betrachtungsweise!

Warum kaufen die Menschen den PKW einer bestimmten Marke. Warum hören Sie auf den Ratschlag eines Freundes und stehen zu Ihrem Ehepartner auch in schlechten Zeiten?

Die Antwort heißt Vertrauen!

Viele Menschen tun sich schwer damit, sich vom großen langfristigen Nutzen motivieren zu lassen und schauen zu sehr auf den kurzfristigen Benefit. Diejenigen, die es schaffen Ihre Impulse zu kontrollieren und langfristig zu handeln (Gratifikationsaufschub here I come!) haben auf lange Sicht einen riesigen Vorteil. Das gilt beim Investieren an den Börse genauso wie beim Verfassen von Content für die eigene Webseite.

Die Freiheitsmaschine wird deshalb auch in Zukunft des Hohelied auf den Aktienmarkt und dabei besonders auf passive Index Investments singen.

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25 Kommentare auf "Affiliierst Du Noch – Oder Prostituierst Du Schon?"

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Gast

Was?!? Aber die ganzen Blogger versichern doch immer hoch und heilig, dass das alles einzig und alleine deren wahre Überzeugung aus tiefstem Herzen ist und sie sich niemals auch nur das kleinste bisschen von irgendwelchen Provisionen zu Empfehlungen beeinflussen lassen – das gibt es ja schließlich nur bei den bösen Versicherungs-/Finanzberatern… 😉

Nicht umsonst werden Finanzblogs zum Teil schon als die aktuelle Version der Nischenseiten gesehen. Bei so manchem Exemplar kann man sich des Eindrucks nämlich wirklich nicht erwehren, dass die Seiten nur zum Geldscheffeln erstellt wurden. (Im Gegensatz zu manchen anderen wo man immer wieder merkt, dass jemand das Geschriebene auch wirklich lebt.)

Gast

Hallo Maschinist,

ich sehe es ganz ähnlich mit dem Thema Affiliate-Marketing.
Das wichtigste ist letzten Endes auf lange Sicht das Vertrauen der Leser. Wenn Du Dich als Blogbetreiber durch die Affiliateprovisionen dazu verleiten lässt die eigenen Werte zu verraten oder den Menschen Schwachsinn zu verkaufen, wirst Du wahrschieinlich irgendwann nicht mehr in den Spiegel schauen können und zudem auch noch Deine Leser verlieren. Durch das Internet wird das auch irgendwann wieder herauskommen.

Auf CFD-Konten gibt es zum Teil bis zu 500 € für eine einzige Kontoeröffnung. Dass dabei die meisten Kunden ihre Einzahlungen über kurz oder lang verspielen und dadurch die Banken reich werden, hält manche (nicht aus der Finanzblogszene) davon ab die eigenen Werte zu vergessen.

Andere Beispiele für dieses Phänomen sind Lebensversicherungen, Bausparverträge und sonstige unnütze Versicherungen. Sie machen die Bank und den Vertriebler reich, aber niemals den Kunden.

Schöne Grüße
Dominik

Mitglied

Und was dreister ist. Wer eh schon sparsam lebt und sein kleines Vermögen an der Börse hat, der sollte doch so ein Quark nicht nötig haben. Ich habe auch mal eine Seite geleitet und habe sie voller Idealismus gemacht, keine Kompromisse. Ich hatte so eine riesige Motivation an der Seite weiterzuarbeiten, dass wir auch immer grösser wurden. Die Stimmung im Forum war toll, ich schätze, weil die User auch fühlten, dass ich mit ganzem Herzen dabei war. Faule Kompromisse hätten meiner Motivation sicherlich geschadet. Wir verkaufen sowieso schon genug unserer Seele an das Geld in Form von Beruf, da ist es sehr wertvoll, wenn wir in der Freizeit eine Nische haben, wo wir auch idealistisch was machen können. Wo wir der Boss sind und keiner reinredet = nicht fremdbestimmt sind.
Ich finde es aber hilfreich, wenn du darüber berichtest, welche Unternehmen mit viel Geld locken, damit man auf anderen Seiten dafür sensibilisiert wird.

Gast

Moin Maschinist,

die Entwicklung im P2P-Bereich sehe ich weniger kritisch. Die meisten Finanzblogger schreiben relativ deutlich, dass sie P2P Kredite selbst nur als Beimischung verwenden und diese mit Risiken verbunden sind. Viel schlimmer finde ich den ganzen Forex-Mist. Hier trifft das Wort “Prostitution” schon eher zu. Aktuelle sehe ich außerdem den ganzen Krypto-Wahn ziemlich kritisch – zumindest für unbedarfte Leser…

Viele Grüße
Götz

Mitglied

alle blogs mit too much von diesen affiliate links hab ich rigoros aussortiert, teilweise waren es blogs die echt super gut gestartet waren, dann kam noch der ganze P2P – Kram dazu und für mich war definitiv Ende Gelände. Dazu ist mir meine Zeit zu schade.

Gast

Huihuihui,
was soll man zu so einem Artikel sagen?
Erst einmal, vielen Dank, dass ich der Prostitution bezichtigt werde.
Vielen Dank, dass du mir unterstellst, ich würde meine Leser verschaukeln und mich an ihnen bereichern wollen.
Und vielen Dank, dass du mir unterstellst, ich wäre eine Marionette und würde nach dem Willen der P2P Plattformen tanzen.

Wo fange ich nun an, dir ein paar Lücken in deiner Argumentation aufzuzeigen?

Fangen wir bei der Google Werbung an. Dies Form der Werbung scheint für dich in Ordnung zu sein.
Heute Nachmittag wurde mir ein Banner für eine, noch nie gehörte, Cryptowährung ausgespielt, die ich “nur jetzt” ganz günstig erwerben könnte.
Jetzt gerade lacht mich der Banner an, der mir den Einstieg bei Plus500 schmackhaft machen möchte.
Sehr merkwürdig, dass ein P2P Kredit verwerflich ist, Werbung für dubiose Cryptowährungen und CFD Handel aber scheinbar für dich in Ordnung ist??

Und woher hast du die Informationen, dass irgendwer 10-20 Euro pro Klick zahlt?? Weißt du was man pro Klick bei einem P2P Plattform Anbieter erhält? Gar nichts. 0 Euro. Nada, rien, nix. Null-Komma-Nix.
Für das Werben eines neuen P2P Investors erhält man bei einigen Plattformen 5 Euro. Es gibt aber auch Plattformen wie Twino, Viventor,… die überhaupt kein Affiliate Programm haben.
Und ja, es gibt Anbieter, die gewähren zu den 5 Euro auch noch einen Bonus von 1% des investierten Betrags innerhalb von 30, 60 und 90 Tagen.
Und weißt du was das richtig geile ist. Diesen Bonus von 1% bekommt nicht nur der Blogbetreiber, sondern auch der Investor (siehe Mintos). Auch das ist ein Fakt, denn du hättest ganz leicht recherchieren können.
Du wirst es nicht glaube aber durch den bösen Blogger hat der Investor doch tatsächlich einen Vorteil und kassiert 1%, die er ohne den Blogger nicht bekommen hätte.
Das ich als Blogger noch mehr bekomme, halte ich ebenfalls für ein Gerücht deinerseits. Da würde ich mich über mehr Informationen sehr freuen.

Zu deiner 50.000 Euro Milch-Mädchen-Rechnung sage ich mal gar nicht. Einfach lächerlich. Ich betreibe meinen Blog seit ca 1 Jahr und nehme seit April an den Affiliate Programmen teil. Ich habe noch nicht einmal 1% deiner Rechnungssumme erreicht.

Die Provisionen bei den P2P Krediten sind gering. Schau dir mal an was Commerzbank & Co für einen Kunden zahlen, der ein Depot eröffnet? Da sind 100-150 Euro möglich.
Ist das Schlimm? Nein!
Wenn ein Anleger mit der Commerzbank zufrieden ist, warum soll er das Depot nicht empfehlen dürfen? Warum sollte er auf die 150 Euro verzichten?

Durch die Affiliate Programme hat doch niemand einen Nachteil.

Ich schreibe über P2P Kredite und Crowdlending, weil ich vom Konzept dahinter überzeugt bin.
So überzeugt, wie du von deinem Vanguard ETF Angebot. Wirst du von Vanguard bezahlt, dass du so positiv berichtest? Warum schreibst du positiv über Vanguard, wenn du kein Geld von denen erhältst?
Ah, weil du vom Konstrukt ETF überzeugt bist.
Und jetzt stell dir vor, ich bin vom Konstrukt P2P Kredite überzeugt!

Ich berichte über meine Erfahrungen und nehme an den Affiliate Programmen der Plattformen teil. Und trotzdem belüge und bescheiße ich meine Leser nicht. Alle meine Affiliate-Links sind gekennzeichnet und ich warne regelmäßig vor den Risiken und Gefahren.
Jedem meiner Leser steht es frei, ob er meinen Blog und meine Arbeit unterstützen möchte oder nicht. Meistens lohnt es sich für ihn sogar, weil er dann ebenfalls einen Bonus erhält.

Und das Thema P2P Kredite boomt, weil jeder ab 10 Euro seine eigene Bank spielen kann und nicht weil irgendwer angebliche 20 Euro pro Klick zahlt.
Zudem sind, anders wie du behauptet hast, die Rendite höher als mit einem durchschnittlichen ETF.
Und die Besteuerung ist ebenfalls nicht höher.

Du musst kein Freund von Affiliate Programmen sein. Aber bitte prüfe deine Aussagen.
Du benennst Fakten, die schlichtweg falsch sind.
Aber mach du ruhig deine Google Werbung aber dann achte doch drauf, dass Werbung für CFD, Kredite, Cryptowährungen und Spielcasinos deaktiviert sind.

Schönen Abend
Sebastian

Gast

Moin Maschinist,
kannst Du mir deine Affiliate-Partner weiter vermitteln? 10-20€ pro Klick hätte ich auch gerne. Du kriegst auch 10% ab 😉

Wenn ich mir deinen Artikel anschaue und z.B. meinen Blog gegen halte, denke ich, dass Du einige Tatsachen verdrehst. Und bei vielen anderen Blogs sehe ich es ähnlich.

Wie jeder andere Finanzblogger auch habe ich am Anfang auch viel über ETFs geschrieben. Aber ganz ehrlich: Wenn man einmal seine Wahl getroffen hat, sind ETFs total langweilig. Sie sind akzeptiert, weitgehend verstanden und es gibt nicht viele Neuigkeiten.

P2P-Kredit hingegen sind relativ neu, ziemlich riskant und werden in weiten Teilen der Community noch sehr skeptisch gesehen. Darüber hinaus tut sich hier auch viel: Neue Plattformen, neue Darlehensanbahner, Änderungen an den Zinssätzen, neue Arten von “Sicherheiten” und und und.

Dadurch gibt es im P2P- und Crowdfunding-Umfeld einfach viel mehr Bedarf an Menschen, die ihr Geld riskieren um dort Erfahrungen zu sammeln. Und diese Menschen sollten auch darüber berichtet, damit andere davon profitieren. Und warum sollten diese Menschen nicht auch dafür bezahlt werden. Zumal dem Nutzer dadurch ja auch kein Nachteil entsteht.

Gleichzeitig schreibe ich nach wie vor darüber, warum ich kürzlich meinen ETF gewechselt habe oder wie mein Frankreich-Urlaub war.

Ich habe angefangen über P2P-Kredite und andere Dinge zu schreiben, ohne auch nur einen Gedanken an Gewinne zu verschwenden. Und ich schreibe genau so über Plattformen, bei denen ich keine Affiliate-Links habe. Die Gewinne sind ein netter Nebeneffekt, würde ich in der Zeit einer “richtigen Arbeit” nachgehen, wäre das aber viel lukrativer.

Darüber hinaus: Weißt Du eigentlich, wieviele Kooperationsanfragen so ein Durchschnittsblogger wie ich jeden Tag bekommt und ablehnt? Einfach weil das Produkt nicht zu seinen Werten passt? Das reicht von überteuerten Fonds eines bekannten niederländischen Anbieters über Versicherungsplattformen bis hin zu CFD und Crypto-Plattformen. Ich habe sogar CFD/Forex-Themen bei meinen Adsense-Werbungen komplett rausgenommen. Einfach weil ich mich bemühe, auf meinen Seiten nur Werbung für Dinge zu machen, die zu meiner Anlage-Philosophie passen.

Für mich steht der Gewinn nicht an erster Stelle (ja das behaupten alle). Aber selbst wenn es so wäre: Was würde das ändern? Wir alle fordern unsere Leser dazu auf, ihren Kopf zu benutzen und selber zu entscheiden, was für sie sinnvoll ist. Und ein Leser merkt relativ schnell, ob ein Blog nur als Cash-Cow dient, die einfach erbarmungslos gemolken wird, oder ob der Blogger (oder die Bloggerin) guten Content liefert.

Letztendlich sind wir da wieder beim Thema freie Marktwirtschaft: Es gibt (noch) keine staatliche Förderung für Blogger. D.h. die Guten (oder die es aus Leidenschaft tun) werden sich durchsetzen und die anderen werden wieder verschwinden.

Und zu guter Letzt kenne ich auch keinen Blogger, der P2P-Kredite “empfiehlt”. Alle Blogs auf meiner Leseliste schreiben (soweit ich weiß) nur über ihre Erfahrungen und weißen explizit darauf hin, dass es eben keine Empfehlung ist, sondern jeder selbst schauen muss, was zu ihm passt.

Insgesamt finde ich deinen Blog-Artikel also etwas zu wenig differenziert. Ich würde nicht einfach alle Blogs über einen Kamm scheren, nur weil der Inhaber gerne in P2P-Kredite investiert. Denn hierfür gibt es durchaus rationale Gründe. Welches das sind werde ich vielleicht noch mal in einem Artikel beschreiben, in dem ich die ganzen Affiliate-Links unterbringen kann. 😉

Viele Grüße
Tobias

Mitglied

Starker Beitrag Maschinist. Wir wissen, was wir an Dir haben.

Gast

Hallo Maschinist,
einige Worte von jemanden, der das meiste von dem Werbequatsch um die Jahrtausendwende mit entwickelt hat oder hat groß werden sehen 😉

GA
Damit konnte man mal Geld verdienen, heute wird es immer mehr zum Ramschplatz für vagabundierendes Klick-Inventar (remnant inventory). Milliardenfach ausgespielte Werbung, die auf CPC-Basis enhlohnt wird. In der Vergangenheit wurde damit viel Schindluder von Seiten der Publisher getrieben. Inhalts- und sinnleere MFA-Sites (Made-for-Adsense), die dann ins Ranking optimiert wurden oder gleich mit billigem gekauften Arbitrage-Traffic versorgt wurden. Google hat die Spamfilter-Daumenschrauben extrem angezogen. Mal sehen, was von den Klickvergütungen übrig bleibt. Google kürzt da bis zu 50% nachträglich raus.
Ich setze aus den folgenden Gründen kein GA ein

– wirtschaftlich: Es gibt luktrativere Deals
– Brand-Experience: Ich gebe Kontrolle ab. Google spiele mir irgendwas ein. Legendär sind die Vergewaltigungs-Artikel, die Google mit Sextoys beliefrtt hat. Außerdem sind die Banner sauhäßlich.
– politisch: Keine Lust Teil des weltweiten Google-Spionagenetzwerkes zu werden. Soll sich die NSA doch ein bißchen anstrengen. Ich liefere nicht frei Haus.
– mangelnde Reichweite: Ich habe in kritisches & technikaffines Publikum. So wie das einschätze sind sehr viele meiner Leser mit Adblockern unterwegs. Warum soll ich PLatz für etwas zur Verfügung stellen, was dann doch nicht ausgeliefert wird?
– Speed: Google nicht das Thema, aber oft genug macht die Third-Party-Auslieferung die Seite langsam.

Klassische Banner
Wie GA, nur schlimmer

gekaufte Artikel
Hurerei, aber extrem lukrativ

Affiliate
Brauchbar, wenn auch im Finanzbereich ein sensibles Thema. Für mich funktioniert das am besten über Bande. Deshalb nur Amazon-Affiliate (Buchempfehlungen). Wäre ich ein Reiseblogger, würde ich natürlich die Lufthansa, Hotels, Globetrotter, etc. auf der Seite haben. Mein Artikel über 3 Wochen Südafrika wird nichr dadurch beschädigt, dass ich sage: Der Rucksack war der Backpack Global 2000. Mein Broker ist Consors, da bin ich seit Jahren. Ich würde aber nie einen Affilate-Link darauf setzen, hat halt immer diesen Ruch der Korruption. Das ist der Fluch unserer Nische.

Was Du mal ausprobieren könntest, wären diese speziellen Finanz-Affiliate-Netzwerke. Die haben keinen Bauchladen und scheinen – nach allem was ich gehört habe – mit den Publishern individuell und kompetent zusammenzuarbeiten. Klar wollen die Umsatz sehen, aber sie unterstützten Dich auch mit guten Werbemitteln (Vergleichsrechner und andere hochwertige Apps).

Eigene Inhalte
Das einzig Wahre. Eigene Assets und dann die Hand aufhalten. Buch, Seminare, Coachings, Speaker… Das ist ein ehrlicher Deal. Ich leiste, ihr zahlt und es gibt keinen Sponsor, der sich mit seiner hidden Agenda dazwischen drängt. Das verlangt vom Blogger Selbstbewusstsein (meine Produkte sind ihr Geld wert) und vom Kunden Verständnis (die Bank berät nicht kostenlos, dann das Geld lieber als Honorar transparent rüberschieben).
Das ist aber meiner Meinung nach der Königsweg. Fair und transparent.

Wie immer gilt: Tun was Udo Lindenberg sagt: https://youtu.be/utEGrtLwdMs

Gruß
Finanzwesir

Gast

Hallo Maschinist,

Mit einigen Aussagen triffst du bei einigen Bloggern wahrscheinlich ins Schwarze, bei vielen Wiederum wirst du sie wohl durch die allgemeine Formulierung “beleidigt” haben. Ich selbst benutze Werbung/Affiliatelinks, sie sind aber überschaubar: Coinbase (mein Online Wallet), Amazon Bücher und Adsense. Thats it.

Ich finde es gut wenn Blogger etwas Geld verdienen können und das nicht auf kosten der Leser (wenn Sie z.B. müll empfehlen). Ich habe aber schon viele suspekte oder “Müll” Werbeanfragen bekommen, die ich abgelehnt habe, weil es meiner Meinung nach (ohne jemanden zu beleidigen) und das ist wirklich meine Meinung. Ein schlechtes Produkt oder einfach nur Müll war. Einige Wochen später finde ich Beiträge bei anderen Bloggern genau über dieses Produkt/Seite und denke mir dann: “Hmm okay, da hat wohl die Gier überhand gewonnen.”

Alles was ich auf meinem Blog predige und schreibe ist meine Meinung und so mache ich es, da hat niemand was zu sagen, auch wenn er mit Geld daher kommt. Kryptowährungen sind ein gutes Beispiel, extrem risikoreich, spekulativ und kein “sicheres” Investment. Dennoch schreibe ich ab und an einen Beitrag darüber, da ich selbst am spekulieren bin 😉 Momentan habe ich etwa 0.078 BTC, 1.5 ETH und 6 LTC alles sicher auf Paper-Wallets gestored. Dabei nutze ich aber eben Coinbase (meiner Meinung nach die nutzerfreundlichste Börse/Wallet die es momentan gibt.), dann finde ich es auch nicht schlecht diese zu promoten.

P2P Kredite finde ich interessant, sie sind sicherlich ertragreich aber auch verbunden mit höheren Risiko, bisher habe ich einen bogen drum herum gemacht. Da ich gerne in eine Schweizer P2P Plattform investieren würde, allerdings gibt es da wenige und dei wenigen die es gibt haben fast keine offenen Kredite die gut sind zum investieren.

Finde solche kritischen Blogbeiträge immer gut, so kann auch der Leser oder Mitblogger (wie ich) kritisch über das eigene Verhalten nachdenken und reflektieren.

Grüsse
Thomas

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