Dein Geld wird wertlos! Na und?

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Geld! So eine tolle Erfindung! Den Erfinder des Geldes sollte man jeden Tag mit Lobgesängen feiern. Es gibt kaum eine andere Errungenschaft, die den einzelnen Menschen so sehr befreit und wohlhabend gemacht hat. Erst dieses Tauschmittel hat die Fokussierung des Einzelnen auf seine Stärken, die Arbeitsteilung und auch Investition in neue Arbeitsabläufe so sehr ermöglicht, wie das Tauschmittel Geld. Mit anderen Worten: Die Erfindung des Geldes war Grundvoraussetzung für unser heutiges marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem. Das System, dass aus Leibeigenen und Dienern, freie Bürger gemacht hat!


„Weiss ich alles Maschinist!“, wirst Du denken. „Und wieso kommst Du schon wieder mit so einer Überschrift? Mir stehen die Haare zu Berge. Lass mein Geld in Ruhe!“



Aber ich kann Dich leider nicht in Ruhe lassen. Denn so schön wie die Erfindung des Geldes auch ist. Es gibt ein großes Problem mit der Wahrnehmung. Besonders Menschen im deutschsprachigem Raum vermischen die Rolle, die Geld einnehmen kann, mit Dingen, mit denen es gar nichts zu tun hat und die es bei der heutigen Ausrichtung des Geldsystems auch gar nicht übernehmen kann!

Geld in Form von Scheinen und Münzen zu besitzen oder auf unterschiedlichen Formen von Geldkonten, ist zum Beispiel zwar kurzfristig betrachtet ein guter Speicher für Liquidität aber langfristig betrachtet, ist es ein extrem schlechter und auch extrem riskanter Wertaufbewahrungsort. Wenn man z.B. die letzten Jahrhunderte der Menschheitsgeschichte betrachtet und die Frage stellt, wie oft die Besitzer von Geld, dass keine Deckung in Edelmetallform hatte, um Ihren Besitz gebracht wurden, lautet die Antwort: Jedes Mal! Always! !Todo el tiempo!

Geld ohne Edelmetalldeckung verliert über einen längeren Zeitraum betrachtet immer seinen Wert. Es ist dabei egal, ob die Währung US-Dollar, Euro oder D-Mark heißt. Ein US-Dollar aus dem Jahr 1966, also von vor 50 Jahren, hat heute noch eine Kaufkraft von ca. 14 Cent! Mit einem Anteil des S&P500, wie Ihn sich jeder heutzutage fast kostenfrei kaufen kann, wurden dagegen aus unserem im Jahr 1966 investierten Dollar, mittlerweile fast genau $100 daraus (oder mehr als $13 inflationsbereinigt).

Wenn man diese Zahlen betrachtet, könnte man sich zum Beispiel fragen, wieso ein klar denkender Mensch auf die Idee kommt, größere Mengen Bargeld zu halten. Und derzeit ist die Frage ja noch dringender. Oder erhälst Du derzeit nennenswerte Zinsen auf Deinem Bankkonto?

Zu diesem Performanceunterschied von ca. 10.000% über den Zeitraum eines Erwachsenenlebens, der nur zu einem geringen Teil durch Zinsen auf einem Bankkonto ausgeglichen wurde, ist noch gar nicht der allerwichtigste Nachteil von Geld als Wertaufbewahrungsort enthalten. In Zeiten der großen Gesellschaftsumbrüche wird nämlich immer eine Vermögensklasse als allererstes enteignet (und die andere niemals). Und es waren und sind natürlich…Tatata!: Die Geldbesitzer und die Geldverleiher an den Staat (ja geehrter Staatsanleihebesitzer, ich meine auch Dich).

Wenn Du diese Fakten langsam sinken lässt und Dich vielleicht gleichzeitig fragst, wie jemand bei vollen Besitz seines Verstandes während der großen gesellschaftlichen Umbrüche Bargeld auf der Bank oder unter dem Kopfkissen halten konnte, wenn es doch gleichzeitig Alternativen gab… . Dann, ja dann kenne ich jemanden, ganz in Deiner Nähe, der die Frage beantworten kann. Genauer gesagt, wohnt er nicht nur in Deiner Nähe, sondern er wohnt sogar in Deinem Haus und Du kannst Ihn sehen, wenn Du Dich im Badezimmer vor den Spiegel stellst!

Schau dort mal hinein und frage Dich, wieso Du gerade größere Mengen Bargeld auf Deinen Konten hast, anstatt das Geld permanent in der sichersten (und gleichzeitig profitabelsten) Anlageklasse zu investieren, die es je gegeben hat? Du hast Angst, dass die Aktien schwanken? Ach so, das hatten die Menschen damals auch. Du „vertraut“ Aktien nicht und Deine Freunde haben Ihr Geld auch auf der Bank? Tja, dann wären Dir die enteigneten Geldbesitzer aus der Vergangenheit, bestimmt direkt sympathisch. Die dachten und fühlten nämlich genau das Gleiche!

“Kann ja gut sein, Du manchmal ganz schön anstrengender Maschinist“, wirst Du jetzt denken. „Aber die Zeiten sind heute doch ganz anders. Inflation ist derzeit fast nicht existent. Unsere Bundeskanzlerin hält die Südländer gut in Schach und Sie sagte selbst, dass die -Vermögen der Sparerrinnen und Sparer sicher- sind“.

Ohne mich hier näher über das zweitälteste Gewerbe dieser Welt auszulassen, meint Frau Merkel damit vielleicht die absolute Zahl auf dem Geldschein, die für Dich sicher ist. Denn viel mehr kann Sie gar nicht garantieren. Es gibt nämlich diese schier unglaublichen Schuldenberge, die die demokratischen Staaten dieser Erde mittlerweile aufgetürmt haben, und die niemand jemals wieder zurückzahlen kann oder auch nur überhaupt will! Die Wähler wollen es nicht und dann wollen es die Politiker zweimal nicht. Südeuropa z.B. türmt selbst jetzt, inmitten einer deutlich wachsenden Weltwirtschaft, viele weitere Schulden auf und hat gleichzeitig dabei überhaupt kein Wirtschaftswachstum.

Aber die Lösung dieses Problems ist ganz einfach und Sie wird aktuell sogar schon ansatzweise durchgeführt. Die Notenbanken dieser Welt, kaufen in den nächsten Jahren einfach den Grossteil der Staatsschulden auf! Das heißt, die Schulden werden über einen sehr eleganten Umweg direkt über eine Geldmengenausweitung eliminiert. Notenpresse ist das Schlagwort dafür und das ist auch der Ort, woher Deine Scheine und Zahlen auf dem Konto herkommen. Und je mehr es davon bei konstanter Geldumlaufgeschwindigkeit gibt, desto…. Na? Bingo. Irgendwann wird es bei diesem Aufkauf mit neu geschaffenem Geld sicher ruppig werden. Es könnte sogar eine Art Wettlauf zwischen den grossen Wirtschaftsblöcken geben. Wer seine Schulden als erstes los ist, kann wieder mehr neue Schulden machen oder sogar in echte Vermögenswerte des anderen Wirtschaftsraums investieren.

Aber Du brauchst vor dieser Lösung keine Angst zu haben. Ich z.B. verschwende daran fast keinen Gedanken, obwohl ich Vermögenswerte angesammelt habe und vorhabe, davon möglichst lange in Freiheit zu leben. Die Lösung wird auch Dir kaum schaden, wenn Du eine Sache tust. Du musst einfach nur den Menschen, der Dich im Badezimmerspiegel so nett anschaut, davon überzeugen nicht den gleichen Fehler zu machen, wie seine direkten Vorfahren in Mitteleuropa. Halte einfach keine großen Werte in Geldform. Weder in bar, noch auf Bankkonten und verleihe auch auf keinen Fall aktuell Geld an den Staat.

Investiere Dein Geld stattdessen permanent in die rentabelste Anlageform, die es je gegeben hat. Das ist alles. Danach kannst Du Dich wieder entspannt um Deine Lieben zu Hause kümmern. Oder um Deinen Job, der Dir diesen schönen monatlichen Cashflow bringt. So lange, bis Du Ihn nicht mehr brauchst.

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10 Kommentare auf "Dein Geld wird wertlos! Na und?"

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Gast

Wie wahr, wie wahr!
Ich finde die Diskussion über “Sparen mit Bargeld” auch im Zusammenhang mit den bevorstehenden Negativzinsen noch immer irritierend. Denn selbst wenn Bargeld in Scheinen und Münzen vor Negativzinsen schützen mag, gibt es definitiv keine Rendite.
Ich finde Deinen Ansatz, primär in rentable, reale Werte zu investieren genau richtig. Neben Aktien (z.B. über ETFs) können das meines Erachtens auch Immobilien sein.

Gast

Hallo,

“die Schulden werden über einen sehr eleganten Umweg direkt über eine Geldmengenausweitung eliminiert.”

Soweit der Plan der EZB. Doch der Funke der Inflation will einfach nicht zünden. Das bräuchte es aber, damit die Staatsschulden – inbesondere der Südländer, wie du selbst schreibst – sinken sollen. Es weiß nicht wie und wann, aber ich bin mir sicher: es geht böse aus.

Gruß!

Torsten

P.S.: Wenn ich nur wüsste, warum ich bei deinen Artikel immer schmunzeln muss…

Mitglied

Ja, das mit der (noch nicht fühlbaren) Inflation ist so eine Sache…

Allerdings habe ich aber gerade gestern Nacht diesen sehr interessanten Spiegel-Artikel gefunden: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/inflation-die-preise-steigen-wieder-gefahr-fuer-die-weltwirtschaft-a-1115790.html

Kern-Aussage darin ist eine Prognose des IWF zur Zinsentwicklugn in näherer Zukunft: “Darin sagt der Fonds [IWF] voraus, dass die Inflationsraten deutlich steigen werden.”

Ich hatte in meiner Depot-Strategie immer einen Anteil an Staatsanleihen für den risikoloseren Teil vorgesehen, habe mich aber davon verabschiedet – was mehrere Gründe hatte:

1) Keine Aussicht mehr auf Kursgewinne bei Anleihen (mehr negativ Zins geht fast nicht) und gleichzeitig 0%-Zins-Cupons = keine Aussicht auf Performance

2) Bei Anlage über ETFs zB mit 1-10 Jahre ausstehender Restlaufzeit kommen in der nächsten Zeit ziemlich viele Anleihen mit nahe 0% Zinsen in das Portfolio

3) Genau der vom Maschinist erwähnte Punkt – Risiko einer stillen “Enteignung” zur Sanierung der Haushalte…

Für mich klare Schlussfolgerung: Trotz Buy-and-Hold Ansatz habe ich den Ausstieg aus allen Anleihe-Positionen vollzogen (mit nicht schlechten Gewinnen) und habe den Ziel-Aktien-Anteil im Portfolio erhöht.

Viele Grüße
Thorsten – mit “h” 😉

Gast

Ich finde dass Gold (physisch) auch eine sinnvolle Vermögensversicherung ist, da können die Börsen krachen wie sie wollen. Wer weiß, vielleicht gibt es einen schwarzen Schwan irgendwann.

Gast

Ich kann diesem Artikel absolut zustimmen. Immobilien und (in Grenzen)Gold haben sicher auch ihre Daseinsberechtigung, aber bei Immobilien sind Aufwand und Nebenkosten viel höher als viele auf den ersten Blick wahr haben wollen und der Goldpreis schwankt auch gewaltig (-30 % in den vergangenen 5 Jahren in USD betrachtet), während das Gold gleichzeitig im Gegensatz zu Aktien nicht produktiv ist. Eine Unze Gold bleibt eine Unze Gold, eine Aktie von Nestle erhöht den auf sie entfallenden Gewinn im besten Fall kontinuierlich.

Geldanlagen sind auf lange Sicht hoch riskant, aber das will niemand wahr haben. Im Grunde muss man allerdings sagen, dass eine moderate Inflation innerhalb des derzeitigen Geldsystems auch die beste Lösung ist. Was wären die Alternativen? Eine große Währungsreform inkl. Schuldenschnitt? Da wäre die Inflation das kleinere Übel..

Gruß
Jonas

Mitglied

Hallo Finanzmixerin,

kann Deine Position gut nachvollziehen:

Ich habe mich in meiner Portfolio-Aufteilung auch zu einer Beimischung von Gold über ETCs entschieden.

Nicht für den Katastrophenfall als Währung, sondern als Balance. Man kann über lange Zeit einfach gut beobachten, dass der Goldpreis (auch ohne produktive Erträge) eine gute (negative) Korrelation zu anderen Investments bietet. Und da dann auch über längere Zeit auch in der Regel noch Kursgewinne hinzukommen, passt das in (m)ein Gesamt-Portfolio.

Der Anteil von Gold bleibt aber begrenzt: Für mich deutlich weniger als 10%!

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