Falls es Gott gibt, empfiehlt er Dir wahrscheinlich einen Kirchenaustritt

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Die Überschrift hat es in sich, ich weiß. Religion ist neben Politik und Geld eines der emotionalsten Themen.

Ich selbst weiß nicht ob es Gott gibt. Ich bin als Kind katholisch erzogen worden und habe Dinge wie Messdienerschaft, Schulgottesdienste und schließlich Zivildienst bei einer kirchlichen Einrichtung durchlebt. Meine Kinder versuche ich diesbezüglich neutral zu erziehen; das heißt Sie bekommen diese Sachen zwar mit aber ich lasse Ihnen die freie Entscheidung, ob Sie das wollen oder nicht.

Nach all den oben genannten Erfahrungen habe ich meine eigene Meinung dazu und Sie weicht bestimmt vom Mainstream vieler anderer ab. Ich finde es zum Beispiel wirklich interessant, das die Deutschen Gläubigen als „Default Einstellung“ nicht nur kirchensteuerpflichtig sind, sondern der Abbuchungsprozess sogar vom Staat selbst direkt bei der monatlichen Gehaltsabrechnung übernommen wird. Toller Service, oder? Ich habe mich schon oft gefragt, ob es im Sinne Gottes ist, dass diese beiden Institutionen automatisch Teile des von den Menschen selbst geschaffenen Wohlstandes abschöpfen und dann darüber eigenmächtig bestimmen. Ob die Angestellten der Kirche wohl besser wissen, was mit Deinem selbst verdienten Geld gemacht werden soll, als Du selbst?


Ein junger Mensch, der sich angestrengt hat, fleißig war und auf vieles verzichtet hat und nun zum Beispiel 4000 Euro brutto verdient, bezahlt im Jahr über 1000 Euro Kirchensteuer. (Rechner siehe hier: http://kirchensteuer.biz/  ). Ich weiß, er bekommt davon bei der Steuererklärung später einen Teil wieder aber Steuergelder sind ja auch nichts anderes als zuvor von jedem einzelnen Bürger zwangsweise enteignetes Vermögen. Das heißt, die Rückerstattung ist nichts anderes als ein Taschenspielertrick. Die Steuerzahler bezahlen Ihre eigene Steuererstattung. Wenn niemand in der Kirche wäre, könnte Hr. Schäuble auch die anderen Steuern senken und damit die Freiheit aller vergrößern.

Später heiratet unsere Beispielperson dann und bekommt zwei Kinder. Das würde seine Kirchensteuer verringern aber seine Lohnsteigerungen und dass Teilzeitgehalt seiner Frau gleichen das in unserem lebensnahen Beispiel wieder aus.

Die genannten 1.000 Euro jährlich werden dann über einen Zeitraum von 40 Jahren genau wie bei unserem Kauf-Kaffee Beispiel aufgrund Nichtvorhandensein und Nichtanlage im Aktienmarkt wieder zu ca. 150.000 Euro vermindertem eigenen Vermögen. Das sind nach der 3% Regel bis zur persönlichen Freiheit je nach Lebensstil z.B. 10% des gesamten Tickets zur finanziellen Unabhängigkeit; bei sparsamen Menschen vielleicht sogar deutlich mehr. Wow! Schon wieder ein dicker Brocken. Zwar emotionaler besetzt als Kaffee aber mit dem gleichen Hebelarm.

Wenn ich mir Gott als gütiges Wesen vorstelle, dass diesen wunderschönen Planeten erschaffen hat, dann glaube ich möchte er dass Du zuerst frei und glücklich wirst, bevor von Menschen geschaffene Institutionen Teile Deines Freiheitstickets nehmen und es für Ihre eigenen Ziele verwenden.

Wenn Du dann später finanziell unabhängig bist, kannst Du sowieso viel besser Gutes für andere tun, wenn es dass ist, was Dich glücklich macht. Du hast dann viel mehr selbstbestimmte Lebenszeit und Du könntest Sie auch dazu einsetzen, anderen persönlich zu helfen. Mit Deinem Geld und auch mit Deiner Zeit! Wenn es dann Deinem Lebensglück dient, speziell die Institution Kirche zu unterstützen, kannst Du dort zum Beispiel ehrenamtlich arbeiten und direkt persönlich Geldbeträge spenden. Was meinst Du, wie sich Deine Gemeinde freut, wenn Du Ihnen direkt einen Betrag von 1000 Euro persönlich übergibst. Du bekommst viel mehr direkten Einfluss und Dankbarkeit für Deine Großzügigkeit und siehst selbst, was sinnvoll ist und was nicht.

Aber bevor Du Dich nicht selbst befreit hast, hast Du besonders in der Lebensmitte kaum zeitliche Ressourcen dazu und anonym überwiesenes Steuergeld alleine wirkt meistens wieder nur wie die Schmerztablette beim Kauf des teuren Autos. Wie Du selbst, brauchen auch Kirche und Staat immer mehr davon, wenn Sie nicht aufpassen.

Erspare Ihnen diese Kopfschmerzen. Befreie Dich zu aller erst selbst!

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6 Kommentare auf "Falls es Gott gibt, empfiehlt er Dir wahrscheinlich einen Kirchenaustritt"

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Gast

Hi,
Aus der Kirche bin ich vor einigen Jahren ausgetreten, aber nicht in erster Linie, um mein Einkommen zu erhöhen. Mich hat vielmehr gestört, dass das Gros des Geldes gar nicht zur Förderung karitativer Institutionen verwendet wird. Diesem Irrglauben bin ich lange Zeit aufgesessen und bin deswegen kirchensteuerpflichtig geblieben. Nun habe ich meine karitativen Spenden deutlich erhöht. Ich halte es für wichtig, sich auch schon zu engagieren, wenn es einem deutlich besser geht, als der Mehrheit der Menschen.
Liebe Grüße
Dummerchen

Gast

Bei mir war es auch eine Mischung aus finanziellen Gründen und Zweifel an der Institution. Menschen schieben die Religion vor, um andere zu diskriminieren. Wer ein guter Mensch sein möchte, muss dafür nicht der Kirche angehören.

Gast

Sehr schoener Blog hier, vielen Dank.
Kirchensteuer ist ein Uebel (gibt’s aber weltweit nicht so verbreitet). Dadurch werden schlechte Strukturen und Leitungen laenger als noetig am Leben erhalten. Da ist es in USA -glaub’ ich?- besser: Wenn die Gemeinde Leitung Mist macht, wechseln die Schaefchen zur naechsten Gemeinde und das Problem erledigt sich von sich selbst?!
So ist es schon in den 2000 Jahren christlicher Kirche normal. Lediglich wegen zB Abschaffung von Zoelibat und Verquickung von Macht und Glaube sind unselige Strukturen entstanden, die zT bis heute anhalten.

Ich bin bekennender Christ und gehe in eine Freikirche. Bei Freikirchen wird i.d.R. durch die Spenden der oertlichen Gemeinde alles bezahlt (ggfls Gebaeude, Voll- oder Teilzeit-Stellen, etc). Der Vorteil bei groesseren Verbuenden ist es aber, dass dann auch karitative Aufgaben leichter wahrgenommen werden koennen (das ist fuer kleine autarke Gemeinden schwieriger).
Letztendlich ist es aber ueberall gleich, wenn die Menschen den waren Kern des Ganzen verlassen (Christus), sich mehr ueber Spitzfindigkeiten als das Evangelium kuemmern, faengt der Weinstock an zu welken …

Geld ist fuer mich eine Gabe, ein Talent, ein Mittel zum Zweck. Es ist neutral. Es kann zum Guten wie zum Schlechten verwendet werden.
Wenn man viel davon hat, muss man aufpassen, dass man sich nicht zurueckzieht und hart, unabhaengig, unnahbar wird (man braucht ja niemanden mehr, kein Job, keine Helfer, etc).
Deshalb danke, dass du dich hier auf dem Blog “offen” machst.

Mich wuerde noch interessieren (bin noch nicht ganz durch mit deinen Artikeln) weshalb du nach USA fliehen musstest? 🙂 und wann du wieder zurueck darfst?

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