Quo Vadis Anlagewelt

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Welche Anlageprodukte lohnen sich nochDas coole an einer eigenen Internetseite ist, dass man damit machen kann, was man will.

Der Maschinist z.B. hat echte Freude dabei, Artikel zu schreiben, sich auszutauschen und dabei auch Dinge beim Namen zu nennen.

Unter anderem auch, weil es sonst fast niemand tut.

 

Er schreibt zum Beispiel neben extrem lohnenswerten Dingen auch über Anlageprodukte, die generell oder im aktuellen Marktumfeld keinen Sinn machen aber dennoch beworben und von viel zu vielen Menschen dann nachgemacht werden unter dem Motto:

 

„Niemand hat die Absicht, Dir Blödsinn zu empfehlen!“

 

Die Nachahmer tun es meistens aus dem Grund, weil sie bisher noch keine bessere Anlage-Idee kennen oder sie das Thema (noch) nicht wirklich verstanden haben.

Die Vorturner tun es, weil sie entweder beweisen wollen, dass sie Recht haben oder damit wirklich Geld verdienen können (aber nicht mit der Sache selbst, sondern mit den Nachahmern).

Und einige der Produkte waren sogar in einem anderen Umfeld einmal sinnvoll, jetzt aber nicht mehr.

 

Um herauszufinden, welche das sind und was du stattdessen am besten tust, starten wir nun auf unserer Reise durch diverse Geld- & Anlageprodukte.

Das Motto dabei lautet: Welche davon sind auch in den 20er Jahren des 21.ten Jahrhunderts eine gute Wahl?

 

 

Bargeld, Tagesgeld & (Staats-) Anleihen

 

Die westlichen Staaten haben ein Problem – Zu viele Schulden!

Die großen Notenbanken kamen Ihnen deshalb zur Hilfe und kauften, neben einem festgelegten Zentralbankzinssatz nahe 0%, diese Staatsschulden in Form von Anleihen im großen Maßstab auf und nehmen diese mit in die Notenbankbilanz.

 

FED Zinsrate 40 Jahre

Was kommt nach Null? – Quantitative Easing!

 

Das heißt Nullzinspolitik trifft „Quantitative-Easing“. Eine „interessante“ Kombination.

Es spricht zwar fast niemand darüber aber in Wirklichkeit werden die Staatschulden dadurch effektiv vom Markt genommen und bestehen nur noch fiktiv in den Büchern der Notenbanken.

Niemand sollte glauben, dass diese überbordenden Schulden irgendwann einmal zurückgezahlt werden, ohne dafür wieder neue Schulden aufzunehmen um das Problem damit immer weiter in die Zukunft zu verlagern.

Und die Historie gibt uns recht bei dieser Vermutung.

Außerdem ist es bei diesen einmal in Zentralbankhand befindlichen Staatsschulden nur noch ein kleiner Schritt, diese Verbindlichkeiten irgendwann aus der Notenbankbilanz ersatzlos zu streichen und die aufgekauften Staatsschulden einfach verschwinden zu lassen.

 

Das hört sich zwar einerseits nach einem Taschenspielertrick aber zweitens auch vergleichsweise mühelos an.

Und weil es das für unsere gewählten Volksvertreter im Vergleich zu anderen deutlich unpopuläreren Maßnahmen wie Ausgaben streichen oder neue Steuern erheben auch ist, wird der ganze Vorgang mittlerweile als „alternativlos“ bezeichnet und mehr oder weniger stillschweigend geduldet.

Neben dem Fakt, dass durch diese Vorgehensweise der Zins bei Staatsanleihen mehr oder weniger verschwunden ist und die Renditen langlaufender Staatsanleihen einiger vergleichsweise noch seriösen Schuldnerländer mittlerweile selbst nominal im negativen Zinsbereich liegen, tut die Inflation Ihr übriges und drückt die Realrendite tief in negatives Terrain.

 

Deutsche 10-jährige Staatsanleihen mit einem aktuellen Negativzins von ca. 0,5%, haben dadurch nach Berücksichtigung der Inflation eine „Gesamtrendite“ nach 10 Jahren „Anlagedauer“ von ca. minus 20%.

Aus einhundert investierten Euro werden nach 10 Jahren also reale 80 Euro.

Ganz schön krass, oder. Und in den nächsten Jahren könnte zu diesen schon negativen Nominalrenditen noch eine steigende Inflation hinzukommen, die dann real für alle Geld- und Anleihebsitzer noch größere Verluste bringt. Für die überschuldeten westlichen Demokratien wird diese Lösung immer reizvoller und dann als Kommunikation für den Bürger “alternativloser”.

Die Zentralbanken haben ja schon bewiesen, dass sie diesen Weg mitgehen.

Aber wer sich darüber beklagt und fordert, dass diese Art des Staatsschuldenabbaus sofort aufhört, erreicht damit kaum etwas und verschwendet nur seine Energie.

 

  • Die richtige Frage für Dich lautet deshalb: “Worin soll ich investieren, damit mich diese Vermögensentwertung nicht trifft?”
  • Und die erste Erkenntnis lautet: Auf jeden Fall schon einmal nicht in Staatsanleihen der westlichen Demokratien!

 

Bei Tagesgeld, Sparbüchern und Bareinlagen sieht es seit einigen Jahren leider nicht besser aus.

Aus der nominalen „Nahe-Nullrendite“ wird auch hier real nach einer Dekade ein größerer zweistelliger prozentualer Vermögensverlust.

Trotzdem halten die deutschen Bürger immer noch mehrere Billionen Euro auf diesen in alten Zeiten auch nicht besonders profitablen aber zumindest die Inflation ausgleichenden Anlageprodukten.

Außerdem kommt hier zu der realen Negativrendite noch das Ausfallrisiko der Banken hinzu. Die ersten 100.000 Euro sind je Kunde zwar bei einer Bankenpleite in Deutschland geschützt, aber es ist trotzdem nicht schön, dass als Betroffener dann zu erleben.

 

Einen kleineren Teil des eigenen Vermögens auf Giro- oder Tagesgeldkonten zu halten, ist sicher in Ordnung und einige Monatsausgaben sollte man sowieso immer als Liquiditätspuffer zur Verfügung haben. Das kann man dann auf einem Tagesgeldkonto wie hier hinterlegen.

Aber das reicht dann auch, wenn nicht bald größere einmalige Anschaffungen ins Haus stehen, die beglichen werden müssen.

 

Falls Du also aktuell noch dazu gehörst und zu große Vermögensanteile auf Bankkonten hältst, gilt es zumindest einen Teil von Deinem ganz real und schmerzhaft an Wert verlierendem Vermögen in sichere Produkte anzulegen, die neben dem Inflationsausgleich auch langfristig für eine Realrendite sorgen.

Und damit gehen wir auch schon weiter in unserer Finanzproduktreise.

Einige Menschen, die dem realen Negativzins bei Tagesgeld und Staatsanleihen ausweichen wollen, schauen interessiert auf die Anleihe-Nische der –

 

Hochzinsanleihen

Diese werden entweder von Unternehmen oder Staaten mit schon zweifelhafter Kreditwürdigkeit herausgegeben und mittlerweile sogar von privaten Schuldnern auf sogenannten Peer to Peer Börsen vermarktet.

Doch leider gibt bei sehr vielen Hochzinsprodukten auf Geldbasis ein Problem.

Der dort offerierte hohe Zins ist nur ein Teil dieses Spiels und die Gesamtrendite dieser riskanten Produkte spricht oft eine ganz andere Sprache.

 

Warum ist das so?

Erstens ist nach Berücksichtigung der Besteuerung auf die gesamte Ausschüttung inkl. des Zinsanteils der eigentlich nur die Inflation abdecken soll, die ehemals hohe Verzinsung real deutlich niedriger.

Aus einem aktuell eigentlich bemerkenswerten Nominalzins von z.B. 2,7% wird bei einem sich entwertendem Geldprodukt real nach deutscher Abgeltungssteuer eine Realrendite von 0%, wenn man von einer langfristigen Inflationsrate von 2% ausgeht und die Zinsen mit der deutschen Abgeltungssteuer belastet.

Und dabei wurde dann noch nicht das mit steigender Verzinsung größer werdende Ausfallrisiko des Anleiheherausgebers abgegolten, das besonders in einer Rezession die Realrendite oft deutlich in den negativen Bereich drückt.

 

 

Argentinische Anleihe 100 Jahre Chart

Wer würde Argentinien nicht für 100 Jahre Geld leihen?

 

Wer das Thema dann bis ins Extrem reiten will und auf hochspekulative Junk Bonds oder P2P-Konsumkredite setzt, konnte z.B. auch im deutschsprachigen Raum im Corona Crash miterleben wie sich die Kreditausfälle häuften und selbst der Fortbestand der privat geführten und haftungsbefreiten Kreditbörsen nicht mehr sicher war.

Die Peer to Peer –  Idee hört sich auch im Konsumkreditbereich auf den ersten Blick prima an und in anderen Bereichen wie beim Immobilieninvestment macht sie auch mehr Sinn, wenn dort als Kreditsicherheit ein wahrer Wert entgegen steht.

Aber im Konsumkreditbereich ist das nicht der Fall. Und wenn man dort den Cashflow am dringendsten braucht (in einer Rezession / Börsencrash) bricht er zusammen, weil viele der Kreditnehmer mit geringer Bonität sehr schnell zahlungsunfähig werden und man steht im Regen.

Freiheitskämpfer wissen das schon länger

 

Vor Corona wurden diese ungesicherten Konsumenten – Ramschkredite trotzdem wie geschnitten Brot an die Frau und den Mann gebracht. Jetzt nach dem Crash haben viele Geldgeber erstmals das wahre Risiko verstanden. Und das inkl. der Erkenntnis, dass von der verlockenden Gesamtrendite unter Einbezug der Kreditausfälle zu Krisenzeiten über einen gesamten Wirtschaftszyklus real nicht mehr viel übrig bleibt.

Also ein guter Versuch aber leider auch hier oft ein Satz mit X.

Die Profiteure dieser Anlageklasse sind neben den haftungsbefreiten Kreditbörsen oft die Werber, die mit üppigen finanziellen Entlohnungen die Affiliatemaschine am Laufen halten.

Die gesamte Anlageklasse der geldbasierten Produkte vom Tagesgeld bis hin zu den Anleihen ist also aktuell im Nullzinsumfeld keine echte Anlageoption.

 

Und wenn das so ist, wie sieht es dann mit Sachwerten aus?

Das ist eine gute Frage, lieber Leser!

Die kurze Antwort darauf lautet: Auf jeden Fall besser.

 

Sachwerte gleichen prinzipiell neben der möglichen Rendite die Inflation automatisch mit aus, wenn die Sache selbst zumindest Ihren eigentlichen Wert erhält.

Aber auch hier gibt es einige Dinge zu beachten, wenn man nachher nicht mit leeren Händen dastehen will.

Unser nächstes Beispiel macht das deutlich.

 

Edelmetalle

Gold und Silbermünzen erfreuen sich durch die Preissteigerungen der letzten Jahre wieder einer steigenden Beliebtheit. Und aus historischer Sicht hat Gold seit tausenden Jahren auf sehr lange Sicht zumindest ganz grob seinen Wert erhalten.

Also auf jeden Fall ein besseres Anlageprodukt als eine Geldanlage, oder?

 

Nicht so schnell.

Die beiden Probleme dabei heißen „auf sehr lange Sicht“ und „Werterhalt“ und keine Wertsteigerung.

Gold behält auf sehr lange Sicht seinen realen Wert. Und solange kein Goldmeteorit auf die Erde fällt, wird sich daran wahrscheinlich nicht viel ändern.

Aber die Preise von Edelmetallen inkl. Gold bewegen sich dabei in sehr starken Trends.

 

Der Goldpreis betrug Ende 1979 in der Spitze z.B. mehr als $800 pro Unze (nach aktueller Kaufkraft ca. $2.000) und danach fiel der Preis dieses Edelmetalls über einen Zeitraum von 20 Jahren auf einen Wert nahe $250.

 

Goldpreis nominal1979 bis 2001

Wie “langfristig” sind 20 Jahre?

 

Das heißt nach zwanzig Jahren gab es im schlechtesten Fall eine Drittelung des Vermögenswertes und nach Inflation war der Verlust noch deutlich größer.

Als Vorwegnahme einer weiteren Anlageklasse gibt es beim US-Aktienmarkt historisch keinen einzigen Betrachtungszeitraum bei dem nach 20 Jahren Investitionsdauer eine Anlage in den Gesamtmarkt eine negative Rendite hatte.

 

Als Ergebnis ist Gold als Vermögensbeimischung mit dem Ziel des Werterhaltes in Ordnung. Und Gold war auch historisch in Zeiten schwacher Aktienmärkte eher stark und sorgte so für eine verminderte Vermögensvolatilität.

Für Spekulanten sind die Gold Trends auch interessant.

Aber als DAS primäre Investitionsprodukt für den eigenen Vermögensaufbau sollte man Gold nicht sehen. Es produziert keine Realrendite und schwankt über lange Zeiträume um einen real gleichbleibenden Wert.

Kommen wir zu einem weiteren Sachwert.

 

 

Immobilien

Zuvor Dekaden lang im Dornröschenschlaf, hat die deutschsprachige Bevölkerung durch die extrem niedrigen Zinsen und aus dem Impuls, das eigene Vermögen zu retten, nach der Finanzkrise den lokalen Immobilienmarkt für sich entdeckt.

Egal ob zur Eigennutzung oder als Vermietung. Seitdem wird besonders in städtischen Lagen gekauft, als gäbe es kein Morgen mehr.

Der deutsche Immobilienmarkt wurde durch diese Kombination in vielen Gegenden mittlerweile durch eine wahre Kaufpanik erfasst.

Die aktuellen Verkäufer kann das freuen.

Aber das Problem auf der Käuferseite ist, dass die Bewertungshöhe dieser Immobilien dadurch mittlerweile besonders in vielen Städten astronomische Höhen erreicht haben.

In München werden z.B. mittlerweile Kaufpreise von bis zu 50 Jahresmieten für eine Immobilie bezahlt. Das entspricht einer effektiven Bruttorendite vor allen Kosten von zwei Prozent.

 

Und eine Immobilie ist keine Aktie!

Sie verursacht neben zeitlichem Aufwand auch finanzielle Aufwendungen auf der Seite des Besitzers.

Neben diversen Steuern und Gebühren beim Kauf, sind das neben dem zeitlichen Aufwand auch oftmals komplett unterschätzte Wartungs- und Instanthaltungskosten, die die Nettorendite dieser in dem Falle zu teuer eingekauften Immobilien nach allen Kosten leider oft gegen Null oder sogar in negatives Terrain abstürzen lassen.

 

Das witzige daran: Im aktuellen Immobilienhype wird darüber oft einfach hinweg gesehen, weil die bisher immer weiter steigenden Bewertungen darüber hinweg täuschen, was dort eigentlich gerade passiert.

Und das Gefühl, den vermeintlich weiteren Preisanstieg sonst zu verpassen, verleitet viele Menschen zu Kurzschlusshandlungen und sie kaufen zum Teil zu völlig überteuerten Preisen.

Hier ist es wichtig, dem inneren Impuls zu widerstehen jetzt noch zu kaufen ohne nachzurechnen, nur weil alle anderen das auch machen.

Sonst geht es einem wie die Telekom Aktionäre um die Jahrtausendwende, die auch bei einem dreistelligen kgv und dem Vielfachen des aktuellen Preises noch gierig und ohne Nachzurechnen zugriffen.

Und das unter anderem, weil ein sympathischer Schauspieler so nett in die Kamera blickte.

 

Was ist denn ein kgv? – Dem Manfred vertraue ich einfach

 

Wir Menschen sind alle für ein solches Herdendenken empfänglich. Deshalb ist es wichtig, sich hier selbst zu kontrollieren um sich nicht selbst finanziell zu begraben.

Bei einem Mietpreismultiple von 30 oder mehr lohnt sich auch bei einer selbstgenutzten Immobilie im Niedrigzinsumfeld so gut wie nie ein Kauf, sondern im Fall der Eigennutzung eher eine Anmietung, wenn man die Alternativen kennt und dann auch konsequent nutzt.

 

Wer auf dem Immobilienumfeld aktuell noch fair bewertete Objekte in zumindest passabler Wohnlage und langfristig stabiler Makrolage findet, kann natürlich gerne einen Kauf erwägen, wenn ein solcher Immobilienkauf zum Lebensentwurf passt und er realistisch den Arbeitsaufwand dazu einplant.

Falls das für Dich in Frage kommt, findest Du z.B. hier die absolut besten Konditionen für eine Immobilienfinanzierung.

 

Bei den Millionär Interviews der Freiheitsmaschine gibt es schließlich auch einige Immobilieninvestoren, die durch schlaue Immobilienkäufe zum passenden Zeitpunkt ein sehr beeindruckendes Vermögen in einem relativ kurzen Zeitraum aufgebaut haben.

Eine wunderbare Sache also – wenn man weiß, was man tut!

 

Kommen wir nun zur Anlageklasse, mit der ein großer Teil der deutschsprachigen Bevölkerung immer noch in einer Art Hassliebe verbunden ist –

 

Der Aktienmarkt

Und das ist ein großer Jammer. Denn die deutschsprachigen Bürger sind statistisch gute und disziplinierte Sparer und auch gebildete Menschen. Aber auf der Finanzseite gibt es leider zu oft noch eine Lücke.

Aktien werden aus dem Grund von vielen deutschsprachigen Menschen immer noch wahlweise als Casino oder Zockerbude wahrgenommen.

Und nicht als das, was sie eigentlich sind: Nämlich die größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten, bei der erstmals in der Menschheitsgeschichte, jeder am steigenden Wohlstand auf der Kapitalseite teilnehmen kann und dadurch nicht nur von seinem Arbeitseinkommen abhängig ist.

Welche außerordentliche Freiheit, verglichen mit der bisherigen Menschheitsgeschichte, bei der für die Massen nie mehr als Krümel übrig blieben und es so gut wie keine Möglichkeit gab, diesem Schicksal aus eigener Anstrengung zu entkommen.

Doch heute ist das alles anders. Jeder kann hier teilnehmen und investieren.

 

Das Problem ist, dass den jungen Menschen dieses Wissen bis heute fast nirgendwo gelehrt wird. Und wer dann nicht die Gnade eines finanzgebildeten Elternhauses hat, geht hier leider zu Beginn mit der falschen Herangehensweise heran und kämpft sich durch die oben erwähnten Blindgänger, bis er hoffentlich irgendwann neben den Immobilien auch bei Aktien landet und dann auch dabei bleibt.

 

Denn selbst wenn man beim richtigen Produkt angekommen ist, muss man es auch ausreichend gut verstehen um in Krisenzeiten keinen Fehler zu machen.

Denn anstatt dann passiv und möglichst breit gestreut weltweit in den Aktienmarkt zu investieren und sich allen Schwankungen, Krisen und Bärenmärkten zum Trotz in Summe über eine reale Vermögensverdopplung selbst nach Inflation und allen Steuern von ca. 13 Jahren freuen zu können, zocken viele Börsenneulingen erst einmal blind in Einzelwerten und Penny-Stocks herum und nach einer Zeit des Nervenkitzels wird oft viel Geld verloren.

Und die Menschen, die Ihr tun dann irgendwann erkennen, drehen den Börsen leider oft den Rücken zu.

Das ist sehr schade.

Wieder andere, die weitermachen und sich nun auf dem zweiten Börsenlevel befinden, machen oft den nächsten Fehler und stürzen sich auf exotische Börsenprodukte, die dann wieder nicht verstehen und die nur auf den ersten Blick hohe und sichere Renditen versprechen. Das ist zum Beispiel der –

 

Optionshandel

Optionen sind nach meiner Meinung vergleichbar mit einem professionellen Buschmesser.

In den richtigen Händen ein wunderbares und nützliches Werkzeug. In unerfahrenen Händen fast der Garant für ein fürchterliches Blutbad.

Das Problem an dieser Finanzproduktklasse ist das mögliche Verlustrisiko bei bestimmten Handelsarten. Während man z.B. beim Kauf von Optionen wie bei Einzelaktien auch meistens nur das eingesetzte Kapital verlieren kann, sieht es z.B. beim Schreiben von Optionen ganz anders aus.

Diese Handelsart, Optionen zu schreiben, die „aus dem Geld liegen“ und dann nach dem Verfall der Option die Prämie einzustreichen ist vor einigen Jahren auch in Deutschland erstmals im größeren Stil in diversen Blogs und YouTube Kanälen aufgetaucht.

Dort sieht es dann wie einfach verdientes Geld aus, dass damit verdient werden kann.

Bei dieser Handelsart bietet der Optionsschreiber über die Börse „aus dem Geld“ stehende Optionen an und beim erhofften wertlosen Verfall der Option fällt Ihm der ursprüngliche Optionswert beim Verkaufszeitpunkt als Prämie zugute.

 

Professionelle Akteure verdienen damit auch gutes Geld.

Und es funktioniert sogar bei Menschen, die das wahre Risiko noch gar nicht abschätzen können in Bullenmärkten jahrelang, bis ein kurzer, scharfer Markteinbruch wie z.B. im Frühling 2020 die eigentlich bald wertlos erhofften Optionen in unerreichte Höhen katapultieren und so beim Optionsschreiber für riesige Verluste sorgen.

Bei geschrieben Optionen ist der mögliche Gewinn (der Optionswert beim Schreiben) limitiert und der mögliche Verlust theoretisch unendlich hoch.

Bei normalen Aktien, die man leerverkauft, ist das zwar genauso aber welche Aktie geht schon Übernacht von einem Euro auf 100? Kaum eine.

Aber bei geschriebenen Optionen in Crashmärkten kommt das immer wieder vor.

Extreme „Long Tail- Risiken“ wie dieses kann unser Homo Sapiens Gehirn nur sehr schlecht abschätzen, weil wir historisch mit so etwas bisher nie konfrontiert wurden.

 

Kommen wir zu einem weiteren unnötig riskanten Investitionsprodukt in einer eigentlich sehr profitablen und sicheren Anlageklasse –

 

Hochdividendenwerte

Entweder als Einzelaktie oder manchmal auch als Hochdividenden ETF täuscht diese Produktnische mit Ihren optisch hohen Cashflow über die wahre Gesamtrendite und auch das bestehende Ausfallrisiko bei den Einzelwerten hinweg.

 

Was sind eigentlich Dividenden?

Im Endeffekt sind sie nichts anderes als erzwungene Auszahlungen.

Und diese erzwungenen Auszahlungen sagen noch nichts darüber aus, wie gesund das Unternehmen oder der Unternehmenskorb eigentlich ist und was damit im Falle einer Rezession passiert.

Die Dividenden sind eigentlich komplett unwichtig im Vergleich zum langfristigen zukünftigen Cashflow und dem Gewinn des Unternehmens selbst. Und das sind deshalb die deutlich wichtigeren Kennzahlen auf die potentielle Investoren besonders beim Investieren in Einzelwerte immer achten sollten.

Als Extremfall dieser Hochdividendenprodukte gibt es sogar welche, die mehr Geld an die Investierten ausschütten als sie durch Ihre Geschäftstätigkeit erhalten. Dadurch erodiert langfristig die Substanz eines Unternehmens.

Was hat man schon von hohen Dividenden, wenn im Gegenzug der Wert des Investment selbst in inflationärem Geld immer weiter sinkt?

 

Global X Superdividend Chart

“Superdividend” meets Selbstbetrug – Endlos fallende Kurse 

 

Doch viele Investierte erkennen das nicht und unterliegen der Illusion eines hochprofitablen Geschäfts und einer sicheren schönen Dividende für sie selbst mit der sie langfristig planen.

In Wirklichkeit produzieren sie durch die hohen erzwungenen Auszahlungen nur hohe Steuerbelastungen für sich selbst.

Und in einer Rezession sind diese Hochdividendenwerte oftmals die ersten, die dann Ihre so sicher geglaubten Dividendenzahlungen streichen und der Anleger steht gerade dann im Regen, wenn er die Dividende am nötigsten braucht.

Das passiert immer wieder aus dem Grund, weil Unternehmen, die einen sehr großen Anteil Ihres Gewinns als Dividenden ausschütten, keine bessere Verwendung mehr für dieses Geld im Unternehmen selbst haben. Ihr Business ist meistens schon aus der Wachstumsphase heraus und oft genug befindet es sich sogar schon in einem langsamen Niedergang.

In dieser Situation kommen viele CEO´s dann auf die Idee, die Dividenden möglichst stark zu erhöhen um die Aktionäre bei Laune zu halten. (Falls Dich das überrascht: Auch das Top Management eines Unternehmens ist, wie alle anderen Mitarbeiter auch, nur Angestellte. Die wahren Besitzer sind die Aktionäre).

 

Als Zusammenfassung kann das Thema Hochdividendenwerte zwar meistens nicht so stark in die Hose gehen wie z.B. geschriebene Optionen (solange kein Kapitalhebel im Spiel ist) aber es gibt sichere und einfachere Wege mit geringerer Steuerbelastung um an der Börse ein Vermögen aufzubauen.

 

Der einfachste und auch sehr sichere davon geht so:

 

 

In diesem weltweiten Gesamtmarkt ETF sind die ca. 3.000 größten Unternehmen dieser Welt enthalten.

Die schlechten Werte darin fallen automatisch aus dem ETF heraus, wenn Ihre Marktkapitalisierung zu klein geworden ist. Und die stärker werdenden Unternehmen werden dort automatisch mit aufgenommen und werden immer höher gewichtet, je wertvoller sie werden.

Die ausgezahlten Dividenden all dieser im ETF enthaltenen Unternehmen fallen Dir zu wie auch die Summe der Kurssteigerungen. Und nebenbei erhältst Du langfristig wie bei allen Sachanlagen auch noch den Inflationsausgleich.

Und weil bis zu einem möglichen ETF-Verkauf nur die Ausschüttungen besteuert werden, die deutlich weniger als die Hälfte der gesamten realen Rendite ausmachen, ist die Steuerbelastung bei einer passiven Buy & Hold Anlage auch noch sehr gering.

 

In Summe gleichst Du mit einem solchen Gesamtmarktinvestment auf lange Sicht nicht wie bei Gold nur die Inflation aus, sondern Du erreichst zusätzlich eine Realrendite nach Besteuerung der Dividenden von durchschnittlich 5% im Jahr. Das bedeutet eine reale Vermögensverdopplung durchschnittliche alle ca. 13 Jahre nach allen Kosten und Steuern.

Natürlich gibt es auch hier Schwankungen und auch Jahre mit Bewertungsverlusten. Aber diese Schwankungen des Gesamtmarktes haben innerhalb der normalen Bandbreiten nichts mit Risiko zu tun. Es ist nur eine schwankende Berwertungshöhe.

Und die langfristige Entwicklung geht immer nach oben, seit dem Bestehen der Aktienmärkte.

 

Wer sich damit dann näher befassen will, kann hier bei uns in der großen Community von anderen Erfahrenen Anlegern lernen. Es gibt z.B. die Möglichkeit, zusätzlich mit regionalen Aktien ETF in aktuell vergleichsweise niedrig bewertete Regionen zu investieren, die langfristig dadurch eine höhere Rendite bieten.

 

Und für enthusiastische Anleger ist auch die ein oder andere Einzelaktie interessant, wenn sie nach ausreichender Recherche das Potential besitzt den Gesamtmarkt auf der Renditeseite zu schlagen.

Das wichtigste bei all dem ist, dass Du Dich in Rezessionszeiten durch die schwankenden Börsenkurse nicht von Deinem Weg abbringen lässt. Und die Aktienbörsen als das wahrnimmst, was sie sind –

Die größte Wohlstandsmaschine aller Zeiten!

48 thoughts on “Quo Vadis Anlagewelt”

  1. Top Artikel wie immer 🙂 Danke auch nochmal an die klare Darstellung bzgl. “Dividendenstrategie”.

    Für Leute die nicht 100% Aktien haben wollen, bietet sich zB 80 Aktien, 10 Gold, 10 Cash in mehreren Währungen an. Evtl. auch noch 10 in REITs, international verteilt. Diversifikation ist das A und O, davon bin ich überzeugt.

  2. Danke für den Artikel. Er spricht mir aus der Seele.
    Schade dass die Petitionen (auch die letzte die du hier beworben hast) viel zu wenig Anhänger finden.
    Könnten sich nicht alle Blogger mal zusammentun und in einer gemeinsamen Aktion eine Petition in diesem Stil auf den Weg bringen?
    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_01/_16/Petition_105936.nc.html
    Lesenswert auch der Erste Kommentar. Sagt alles über die deutsche Aktienkultur. Hauptsache Sicherheit. Und wenn es nur die Sicherheit ist, dass man wenig bekommt…
    Grüße
    Windsurfer

    1. Hallo und danke für Deinen Vorschlag Windsurfer.

      Die Situation ist, dass nur ein kleiner Teil der Menschen nach einem Aufruf aktiv wird und eine solche Petition mit diesem Thema unterzeichnet.

      Gerald hat sich bisher eine dreistellige Zahl an Stunden Arbeit mit dem Thema gemacht. Er hat Listen erzeugt mit möglichen Unterstützern bei Bloggern, großen Twitter- und Youtube Accounts sowie alle großen Nachrichtenmagazinen.

      Er hat mindestens 100 Adressen angeschrieben und sie um Unterstützung gebeten, das Ergebnis dann in Listen eingetragen und vom positiven Feedback angefangen die jeweilgen Influencer zu aktivieren.

      Als Ergebnis wurde sein Aufruf in fachnahen Newslettern von Selbständigen mit Eigeninteresse mit in Summe mehreren hunderttausend Subscribern versendet!
      Ich habe zusätzlich große Facebook Gruppen mit in Summe 6 stelligen Subscribern angeschrieben und dort aufgerufen.

      Als Ergebnis war die Unterzeichnungsrate daraus weniger als 1%!

      Der Finanzwesir hat direkt auf meinen Beitrag verlinkt (danke nochmal dafür) und ich habe auch bei anderen großen Blogs direkt mit Link gepostet.

      In Summe all dieser Bemühungen haben den Beitrag bei mir bisher 6.000 Menschen gelesen und davon haben gut 2.000 den Link geclickt und wahrscheinlich unterschrieben. Das heißt ca. ein Drittel hat gehandelt, was schon extrem gut ist (danke auch dafür liebe Freiheitskämpfer).

      Trotzdem ist die Leserzahl dieses Beitrages damit deutlich niedriger als bei anderen Beiträgen (ich habe einzelne Beiträge mit mehr als 25.000 unique Readern).

      Realistisch betrachtet interessiert die Menschen das Thema nicht ausreichend und es werden bei Ihnen nicht genug Emotionen erzeugt um zu handeln.

      Ein Aufruf direkt bei allen großen Bloggern wird das Ergebnis nach meiner Einschätzung nicht bedeutend ändern.

      Wir Menschen handeln alle aus direktem Eigeninteresse. Mögliche Änderungen in der Gesetzgebung an die viele nicht glauben, dass sie umgesetzt werden, ist für die meisten Menschen anscheinen zu weit weg und die mögliche “Belohnung” ist nicht spürbar genug.

      Oder wie Konrad Adenauer so schön sagte:
      “Nehmen sie die Menschen, wie sie sind . Andere gibt´s nicht”.

      Schönen Samstag

  3. Moin Freiheitsmaschine,

    Guter Ansatz. Lass uns den mal zu Ende denken:
    Sachanlagen sind Gold richtig. Aktien aus meiner Sicht auch. Wer jetzt aber den breiten Markt oder noch schlimmer Tech-Aktien kauft wird real keine so dolle Rendite erzielen. Aus meiner Sicht macht es Sinn relativ „billige“ Taschen im Markt zu identifizieren und große Teile im Sinne der Mean-Reversion zu re-balancieren.
    Rohstoffe und die dazugehörigen Equities (Kupfer, Edelmetalle, Energie) sind so günstig wie noch nie. Sie werden massiv von negativen realen Zinsen profitieren.
    Das war meine Analyse in 2016, warum ich meine Standard Aktien alle verkauft und all-in bei Rohstoffen gegangen bin. Sobald Dividenden und Standardtitel wieder vernünftige Bewertungen (analog zu deiner Immobilien Analyse) haben, umschichten.
    Schon Einstein wusste: alles ist relativ! Auch wie der Markt verschiedene Assetklassen bewertet.
    Wer glaubt in der aktuellen Makrolage blind den breiten Markt zu kaufen und damit über die nächsten 10 Jahre inflationsbereinigt 8% Rendite zu machen ist mMn naiv.

    Viele Grüße
    Finanzr

    1. Es gibt allerdings häufig / nahezu immer einen guten Grund, warum Aktien “billig” oder “teuer” sind.

      Ohne in Einzelwerten viel (!!) relevantes mehr zu wissen als der allgemeine Markt, wirst Du im Schnitt auf lange Frist keine Überrendite erzielen können.

      Ich finde es immer wieder lustig, wenn ich zB bei Tim Schäfer in den Kommentaren Sachen lese wie “Nestlé ist mir aktuell zu teuer, ich kaufe dann bei xx EUR.”

      Auch eine allgemeine, breite und massive Marktüberbewertung zu diagnostizieren halte ich mittlerweile für lächerlich. Hier wiederum kommt es auf das ganze Anlageuniversum an – was sind die Alternativen, und wie ist der Konsens bzgl. der zukünftigen Makrorahmenbedingungen? Hier ist es noch schwerer verlässlich mit gegenteiligen Einschätzungen richtig zu liegen.

      1. Vollkommen richtig, gerade bei großen Aktien wie Nestle, mit denen sich Vollprofis den ganzen Tag beschäftigen, wird kein Retail Investor einen Informationsvorteil haben. Aber das hat hier ja auch niemand behauptet – denn das wäre tatsächlich lächerlich.

        Deinen anderen Punkten muss ich heftig widersprechen: beschäftige dich mal mit Zyklen (z.B. in Rohstoffen). Es gibt zu allen Sektoren mittlerweile recht detaillierter Daten zu Bewertungen über lange Zeiträume. Man kann also historische Bewertungen mit aktuellen ins Verhältnis setzen und historische Über- oder Unterbewertungen identifizieren. Das ist Fakt und lächerlich ist nur wenn man dieses ignoriert. Natürlich kann niemand die Zukunft vorhersagen, wenn ich aber die Wahl habe einen Sektor mit einer 10% FCF Rendite zu kaufen, oder einen Sektor mit PE Ratio von 30:1, dann ist das Risiko und die Renditeerwartung bei ersterem geringer. (Wichtig ist hier Sektoren und eben nicht Einzelwerte zu betrachten). Wenn man möchte kann man dann in dem Sektor Einzelwerte fischen (so wie ich das mache). Ob ich dann tatsächlich besser als der Sektor/relevante ETF bin, ist wieder eine andere Frage.
        Ich rede hier auch nicht von präzisem Timing von 6-12 Monaten, mein Horizont umfasst 5-8 Jahre.

        Investoren wie Buffet sind mit so einem Ansatz (antizyklisch bestimmte Sektoren kaufen) übrigens recht vermögend geworden…

        1. Das heißt Deine These ist Energiewerte werden im aktuellen Makroumfeld besser abschneiden als Tech?

    2. Hi Finanzr,

      der Artikel soll dafür werben, überhaupt zu investieren, dann dabei zu bleiben und die vielen Fallen zu vermeiden.

      Wer sich sich dann dafür interessiert und Zeit aufwenden will, kann zusätzlich schauen, wie er das mit der Absprungbasis über die Zeit noch etwas weiter optimiert.

      Deshalb auch der Hinweis auf das Forum sowie die regionalen ETF.

      Der Großteil der Bevölkerung hat immer noch den überwiegenden Anteil als Geldeinlage in nicht inflationsgeschützen Konten herumliegen. Diese Menschen zum passiven Investieren in den gesamten Aktienmarkt zu motivieren, macht den Großteil des Unterschiedes und eine Nachsteuerrendite von 5% nach Inflation ist fantastisch und langfristig besonders bei einem Sparplaneintrag, der einen Durchschnittskurs erzeugt, realistisch

      Wir alle sind anfällig dafür, die Schwierigkeit den Gesamtmarkt über lange Sicht zu schlagen, deutlich zu unterschätzen.

      Viele günstige Bewertungen haben Ihren Grund. Auch die meisten Rohstoffe werden historisch ja immer günstiger, weil unsere Wirtschaft pro BIP Einheit immer weniger darauf angewiesen ist und immer mehr Wirtschaftsleistung aus Wissen und Innoviation besteht.

      Deshalb gibt es natürlich trotzdem immer Trends in der übergordneten Marktrichtung und Deine Spekulation kann supergut funktionieren.

      Es ist aber trotzdem im Gegensatz zu einem passiven Gesamtmarktinvestment ein deutlich höheres Risiko und das Ergebnis weniger planbar.

      Gruß und schönes Wochenende

      1. Ich Stimme dir in allen Punkten zu – bis auf den letzten: in meinen Augen ist das Risiko viel geringer und besser planbar – der Ansatz ist halt nicht komplett ohne Arbeit machbar. Man kann Rohstoffe und Zyklen durchaus auch konservativ über ETFs spielen. Man muss sich keine Sekunde mit Einzelaktien beschäftigen wenn man das nicht möchte.

        1. Für mich persönlich wären Rohstoffe glaube ich zu spekulativ – man kauf sie aus dem einzigen Grund damit man sie in Zukunft teurer verkauft. Frei nach Buffet:

          “Es ist etwas vollkommen Anderes, etwas zu kaufen und darauf zu hoffen, dass dir in Zukunft jemand mehr dafür zahlt als etwas zu kaufen, von dem du erwartest, dass es dir ein Einkommen im Laufe der Zeit produziert.”

          Ich investiere lieber in Produktivwerte (Aktien). Dennoch kann ich die Gedanken zum Zyklus schon nachvollziehen und wünsche dir viel Erfolg mit deiner Strategie!

        2. Das der Ölpreis in naher Zukunft wieder über $60 liegen wird, bezweifele ich sehr stark und das wir Öl- und Rohstoffwerte weiter am Boden halten. Just my 2 cents.

  4. Vielen Dank für den sehr guten und lesenswerten Artikel.

    Wenn ein Großteil der Bevölkerung wie mit einem 401 K Sparplan monatlich 1500 Euro passiv investieren könnte und würde, würde ich die demographische Entwicklung in Dt entspannter sehen. Darüber hinaus wären diese Steuerprivilegien langfristig effektiver als die 100 Mrd Euro Steuerzuschuss pro Jahr für die Rentenkassen. Wäre mal ein Schritt weg vom Nanny-State und hin zu mehr Eigenverantwortung.

    1. Naja, so einfach funktioniert es nicht. Das Bruttomedianeinkommen liegt in Deutschland bei rund 2500 Euro.
      Du hast schon recht, sowas wie die 401k Pläne wären eine gute Sache, aber leider zeigt sich bei sowas immer, wie akademisch die Diskussion geführt wird und wie weit weg sie von der realen Situation in Deutschland ist, wenn Sparraten von 1000€ und mehr vorgeschlagen werden.

  5. Ja, schön, es gibt noch mehr passive Finanzprodukte an der Börse: Ob das aktiv verwaltete Fonds sind oder social trading wie Wikifolio. Und diese werden hier im Blog stark vernachlässigt.
    Hier so ein Beispiel:
    https://www.onvista.de/derivate/index-und-partizipations-zertifikate/ENDLOS-INDEXZERTIFIKAT-AUF-LUS-WIKIFOLIO-INDEX-FUTECUS-DE000LS9AUL0
    Performance seit Emission von 11.4.2013 : 620%, max. Verlust: 33% = Nasdaq schaffte in dem Zeitrahmen 31%, DAX über 40%

    1. Hallo Dr. Bundy,

      aktiv verwaltete Fonds sind vergleichbar mit Einzelaktien. Mit zeitlichem Aufwand und Erfahrung kann man welche finden, die hoffentlich dann auch in Zukunft den Markt schlagen. Das kann profitabel sein, aber es ist auch kein Selbstläufer und irgendwann endet die Überperformance auch wieder und man muss abschätzen können, wann das ist.

      Da Du Dich damit beschäftigst, wäre es prima, wenn Du Deine Erfahrungen und Strategien im Forum teilst. Das hilft dann anderen und animiert sie, Ihre Erfahrungen ebenfalls zu teilen.

      Schönen Tag

  6. Hallo Freunde,

    vielen Dank für den Artikel lieber Maschinist.

    Was haltet ihr von Pfandbrief ETF, welche mit Immobilien Besichert sind?
    Ich hatte mir vor einiger Zeit einen größeren Posten IE00B3B8Q275für den “sicheren Teil” ins Depot gelegt.

    Nach dem Artikel bin ich nun aber leicht verunsichert.

    Viele Grüße
    Benjamin

    1. Hi Benjamin.

      Ok. Es muss Dir nur klar sein, dass Du damit sehr wahrscheinlich in den nächsten Jahren eine negative Realrendite machen wirst.

      Gesamte Performance aus Zinsen plus Kursentwicklung der letzten vier Jahre (Sep. 2016 bis Sep 2020) betrug in Summe in diesem Pfandbrief Anleihe ETF etwa 3,35%.

      Die Auschüttungen betrugen davon in Summe über 4 Jahre ca. 2%, also nach Kapitalertragsteuer ca. 1,5%

      Diesen in Summe ca. 2,85% Nominalrendite steht die gesamte Eurorauminflation von in Summe (2016-2020) ca. 5% gegenüber:

      https://www.finanzen-rechner.net/inflationsrechner.php

      Das heißt in den letzten 4 Jahren betrug die Realrendite des investierten Geldes minus 2,15%.

      Das war in diesem Fall besser als Bar- und Tagesgeld mit 0% Verzinsung, das die volle Inflation von minus 5% abbekommen hätte.

      Es gibt in den nächsten Jahren dafür bei diesem ETF das überschaubare Risiko, dass die Bewertungshöhe der Pfandbriefe leicht sinkt.

      Die jährlichen Zinsen aus diesem Anleihe ETF beträgt ja aktuell nur 0,35% pro Jahr. Das heißt, wenn die Bewertung der Pfandbriefe selbst nicht noch weiter steigt (wie stark ins Minus wird die EZB die Zinsen noch drücken?) dann steht dieser Nominalrendite von 0,35% jährliche eine Inflation von ca. 1,5% gegenüber und zusätzlich leicht sinkende Kurse drücken die Rendite noch stärker ins Minus.

      Ich würde das Konzept “Riskolos” vs. “Risiko” noch einmal überdenken. “Risikolos” bedeutet in den nächsten Jahren nur schwankungsarm aber dafür fast garantierter Kaufkraftverlust. Ich würde versuchen, den Anteil des Vermögens in diesen Produkten möglichst klein zu halten und den Anteil in Sachwerten besonders als junger Mensch möglichst hoch.

      Die Bewertungsschwankungen in den Sachwerten sind ungleich einem (Ausfall)- Risiko und hohe Beträge an Papiergeld-Anleihevermögen lohnen sich im aktuellen Umfeld besonder bei jungen Menschen nur, wenn in den nächsten Jahren wirklich große Anschaffungen anstehen, wie das Eigenkapital für ein Haus.

      Schönen Tag

  7. Super Artikel Maschinist,

    es scheint derzeit so zu sein, dass Aktien und ETFs relativ alternativlos sind, wenn man sein Geld auf Dauer vermehren möchte.

    Ich glaube im Immobilienbereich wird es immer schwieriger aufgrund der stark gestiegenen Preise noch vernünftig bepreiste Objekte zu finden – das ist nicht nur ein Thema in den Großstädten, sondern durchaus auch in gesamten Metropolregionen. Mich würde es auch nicht wundern wenn Corona und das dadurch bedingte “Mehr” an Home Office die Preise in den Speckgürteln der Großstädte mit halbwegs vernünftiger Anbindung nun noch stärker treiben wird. Ich persönlich würde mir heute im derzeitigen Umfeld keine (selbstgenutzte) Immobilie mehr kaufen. Aber auch hier gibt es sicher Experten die noch gut Rendite machen können, aber gefühlt wird die Luft (zumindest in Süd-Deutschland) im Immobiliensektor immer dünner.
    Ich bin wirklich gespannt ob sich die Immobilienpreise langfristig bezüglich Wertsteigerung wieder an die 2% Inflationsmarke annähern (und es damit zu einem Einbruch oder längerer Stagnation kommt) oder ob langfristig mit einer höheren Preissteigerungsrate als 2% zu rechnen ist.

    Im derzeitigen Umfeld fühlt es sich für mich persönlich auf jeden Fall gut an, die Immobilie (gekauft mit einem Preis/Jahresmiete – Verhältnis < 25) auf lange Sicht abzuzahlen mit einer mietähnlichen Belastung und parallel in ETFs zu investieren, da so ein großer Teil des monatlichen Geldflusses in vermögensbildende Werte fließt.

    Ich freue mich jedes mal über einen neuen Artikel von dir, ich mag deinen klaren und humorvollen Schreibstil 😉

      1. Hi Björn, das wäre eine Alternative, allerdings aus meiner Sicht die Schlechtere.

        Gründe:

        • Höchstwahrscheinlich geringere Rendite des eingesetzten Geldes als bei der ETF Anlage (8%/Jahr über längeren Zeitraum)
        • Wenn ich sondertilge, geht der Geld von einem flüssigen in einen betonierten Zustand über. Das lässt sich auch nicht ohne Weiteres rückgängig machen für einen Worst-Case Fall wie Arbeitsverlust auf längere Sicht, schlimme Krankheit etc. In diesem Fall ist man dann relativ schnell von der Bank abhängig da man seine Kreditraten (trotz geringere Restschuld) nicht bedienen kann. Wenn das Geld stattdessen im ETF liegt, kann es zwar sein, dass ich zu niedrigerem Kurs verkaufen muss, ich bin dennoch zu jeder Zeit flüssig, da ich das angelegte Geld in kurzer Zeit wieder verfügbar machen kann. Das fühlt sich für mich deutlich “antifragiler” an.

        Viele Grüße!

        1. “…ich bin dennoch zu jeder Zeit flüssig…”
          “Das fühlt sich für mich deutlich “antifragiler” an.”
          Interessant. Das Gegenteil ist, rational betrachtet, leider der Fall. Daher rät gerade der Finanzwesir grundsätzlich dringend davon ab. Denn durch den unnötig höheren Kredit bist du doch höher gehebelt und daher mit höherem Risiko im Markt als nötig! Und der ist bei schweren Krisen hoch korreliert, inkl. Aktien, Anleihen, REITs (verbriefte Immobilien), sogar Gold…

          Das haben wir doch gerade erst im März erlebt, wie es ausnahmslos alles gleichzeitig in den Keller gerissen hat. Und wenn dann noch das Vertrauen in die Zentralbanken verschwunden wäre, wäre es mit der historisch höchsten Geschwindigkeit weiter nach unten gegangen, wie 1929ff aber im Quadrat!

          Also überleg dir am besten, wie du solch ein Szenario mit deiner Strategie überstanden hättest. Denn dann vergrößert sich dein Verlust um deinen Kredithebel! Eine in solchen Zeiten wahrscheinlichere Arbeitslosigkeit würde dich dann umso früher an dein finanzielles Ende bringen.

          Denn was hilft es dir, dass du deine Aktien-ETFs dann – zu jeder Zeit liquide(?) – nur zu einem Bruchteil des Kaufwertes – 1/2, 1/4 oder gar nur 1/10, wie 1929ff – verkaufen KANNST. Das ist doch der Super-GAU, der sogar viele vermeintlich passive Indexer auf den Boden verhaltensökonomischer Realitäten zurückholt und sogar ohne Not verkaufen lässt, von der Herde mitgerissen und weil die eigene Risikotragfähigkeit in der schweren Krise doch geringer ist als im Boom optimistisch erhofft. Bei dir wäre es dann nicht nur das. Sondern du MUSST dann verkaufen, damit du deinen Kredit weiter bedienen kannst. Du müsstest damit also hohe Verluste realisieren.

          So wie ich zumindest Antifragilität von Taleb verstehe, bedeutet die jedoch, dass man, antifragil aufgestellt, von Krisen sogar besonders profitiert, also diese nicht nur gerade so übersteht. Wie würdest du also in einer Krise wie 1929ff oder auch nur 2008 deutlich profitieren?

          Als kleiner Tipp: Taleb nimmt dafür in lange anhaltenden normalen Börsenzeiten agnostisch laufend kleine Verluste durch günstige Versicherungen mit stark unterbewerteten Put-Optionen, weit aus dem Geld, und viele hämische Kommentare in Kauf. Die Optionen kauft er dann all den neunmalklugen Stillhaltern sehr günstig ab, weil zu viele von denen sich damit über lächerlich kleine laufende Einnahmen lange freuen wollen und die Dinger unter ihrem wahren Wert verkaufen. Aber so biased ist der Mensch. Er nimmt dafür gern seltene, aber in Summe über die vielen kleinen Gewinne vergleichsweise viel größere Verluste in Kauf.

          In Krisen explodieren diese Optionen jedoch viel mehr im Wert als sie Taleb an Prämien in Summe zuvor gekostet haben, sozusagen anti-fragil anti-korreliert zum Portfoliowert der somit turbo-fragilen Stillhalter, die ihm den Spaẞ teuer mit ihren hohen Verlusten bezahlen. Und zwar nicht nur, weil er Glück hatte, sondern weil der Markt ihm das quasi garantiert. Nur wie hoch es bei Taleb explodiert und wie tief bei den Stillhaltern implodiert, ist dabei ungewiss. Also ich geselle mich da viel lieber zu Taleb mit Trendfolgern, der antifragilen Anlage für die Kleinen.

          Was explodiert also bei deiner Strategie in schweren Krisen nach deinem Gefühl und warum?? Dabei ist relevant, wie du deine Downside ständig nach unten sicher begrenzt, und was deine unbegrenzte Upside in schweren Krisen ist.

        2. @Norbert,
          letztlich ist entscheidend: wie gross und wie lange waere so eine 1929er-Wirtschaftskrise heute oder demnaechst?
          Kann man das wissen?

          Die Erfahrung der juengeren Vergangenheit: Die Regierungen und Zentralbanken tuen alles, wirklich alles, dass es nicht sooo tief und v.a. nicht sooo lange wird.
          (Boerseneinbruch 2000-2003 2,5 Jahre; 2008-2009 1,5 Jahre; seitdem immer nur 2-4 Monate; zukuenftig???).

          Man braucht ja auch nicht zu einem Punkt X ALLES Geld aus dem Depot, sondern lediglich fuer eine gewisse Ueberbrueckungs-Periode (zB Raten fuer das Haus/Lebenshaltung bei Arbeitsverlust), oder?

          Jeder muss fuer seine pers. Situation abwaegen, was ihm wichtiger ist: schnalzende Hosentraeger (ETF-Depot) UND Leder-Guertel (Immo) oder nur eines davon oder ausgeleierter Schlafanzuggummizug (P2P, Kryptos) oder einen Katastrophen-Schutz-Bunker (trendfolgende MarketWizards) der nur alle zig Jahre gebraucht wird 😉

          Generelles “richtig” oder “falsch” kann es in der Gegenwart (ohne Wissen zur Zukunft) nicht geben?

          Und im Rueckblick (so kurz vor dem Tod) verblasst das eh’ und wichtigeres kommt hoffentlich in den Sinn (fuer “Narren-des-Zufalls”)?

          LG Joerg

        3. Hallo Smartinvestor,

          die zusätzliche Sicherheit einer Immo-Sondertilgung ist eine Illusion solange der Immokredit nicht vollständig getilgt ist. Egal ob schon 50% getilgt oder erst 20%; sobald durch Arbeitslosigkeit oder sonstiges der verfügbare weitere Cashflow zur Restkreditbedienung verebbt, wird die Immobilie nach einiger Zeit versteigert.
          Wohl dem, der dann schon ein sechstelliges Aktiendepot hat und davon auch längere Durststrecken überbrücken kann.

          Hier hatten wir den Fall verglichen:
          https://freiheitsmaschine.com/2018/11/22/sondertilgung-immobilie-oder-investieren-aktienmarkt-etf/

          Das wäre selbst in der großen Depression die bessere Lösung als Sondertilgung gewesen, da damals alle Sachwerte crashten und jeder bei Arbeitslosigkeit das gleiche Problem hatte die weiteren Raten zu bedienen, unabhängig vom zuvor schon erfolgten Abtrag.

          Menschen wie Du mit z.B. 150.000 Euro Bruttoeinkommen im Jahr können auch mit dem “Immokredit-first Ansatz” noch ein schönes Vermögen in einem Aktiendepot aufbauen.

          Für die meisten Durchschnittsverdiener sind sehr viele Wagongs des Zug aber mit Mitte 50 schon abgefahren, wenn dann endlich das Haus abbezahlt ist.

          Wir hier in der Freiheitsmaschine möchten, dass auch Familie Mustermann finanziell unabhängig werden kann und nicht nur Topverdiener. Und das geht halt viel besser mit ETFs für den Vermögensaufbau neben der Immobilie:

          https://freiheitsmaschine.com/2018/05/13/rente-mit-55-rente-mit-60-aktiendepot-sparquote-investieren-freiheit-fuer-familie-mustermann/

          Die Standardsprüche, wie erst Immobilie abbezahlen, ergibt bei Durchschnittsverdienern im aktuellen Nullzinsumfeld meistens leider ein Durchschnitts-Ergebnis.

          Mir ist auch klar, dass ich bei den Diskutierenden selbst hier keine nennenswerte Meinungsänderung erreichen werde. Es geht um die jüngeren Leser, die sich so selbst eine Meinung bilden können.

          Schönen Tag

        4. Vielen Dank für die weiteren Gedankenanstöße. Dazu zwei weitere Erhellungen, damit jeder das für sich möglichst gut entscheiden kann. Ob es dann richtig war, kann man natürlich erst danach feststellen, wenn es ggf. zu spät ist(?):

          > “Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht – Häääh?”

          …scheint heute im Überfluss mit grenzenloser staatlicher und EZB-Fürsorge allgemeine Ratlosigkeit hervorzurufen. Wie lange noch?

          http://www.lokalkompass.de/essen/c-lk-gemeinschaft/der-krug-geht-so-lange-zum-brunnen-bis-er-bricht-haeaeaeh_a1306788

          > “THE ALLEGORY OF THE HAWK AND SERPENT – How to Build a Portfolio that Lasts 100 years” – http://www.artemiscm.com/research

          Darin wird die aktuelle Situation mit der Ouroboros-Schlange verglichen, die sich selber in perfekter Symmetrie vom Schwanz her verschlingt. Also genau wie die Zentralbanken ww, die ihre Finanzmärkte nach und nach aufkaufen, damit die Finanzwelt im Best Case im ww japanischen Szenario jahrzehntelangen Dahinsiechens endet.

          Wie diese legalen Schnellballsysteme wohl ausgehen werden, wenn das nicht funktionieren sollte mit dem ww japanischen…, und wie man sich für wirklich jedes un/mögliche Zukunftsszenario wirklich ANTIFRAGIL positionieren kann, damit man auch als Durchschnittsverdiener damit weit überdurchschnittliche Anlage-Ergebnisse erzielen kann, als all die anderen kleinen Häusle- und/oder ETF-Sparer, zeigt dieses metaphorische Meisterwerk – selbst für mich – aufrüttelnd auf:

          In dem Sinne ist m.E. statistisch sehr wohl ein generelles “richtig” auch ohne Wissen zur Zukunft möglich! Zeigen das Talebs Ergebnisse mit seinem Universa-Fonds in jeder neuen Krise mit 100+% aber langfristtig aktienähnlich hoher Rendite nicht deutlich genug?

          Die Allegorie weist neben der Trendfolge noch auf den Eurekahedge Long Volatility Hedge Fund Index als Talebs antifragile Anlageklasse für uns Kleinen hin, egal ob 15, 50 oder 150 Einkommen. Gute Fonds davon gibts bereits ab 250 EUR. Dieser Index hat zwar nicht +100+%, wie Taleb, aber um immerhin +30+% im 1. Q.2020 zugelegt. Der relevanteste SG Trend Index immerhin um rund +2%.

          Wenn man dort “DJ World Index” als Benchmark zum Vergleich selektiert, kann man sehen, welche antifragil anti-korrelierte Symmetrie auch für Fonds-Sparer mit Durchschnittsverdienst möglich ist: http://www.eurekahedge.com/Indices/IndexView/Eurekahedge/640/CBOE-Eurekahedge-Long-Volatility-Hedge-Fund-Index

          Wie gesagt, es war nicht die Frage, wie man Krisen gerade so überstehen kann, wie alle anderen, die evtl. gerettet werden, wenn sie Glück haben. Sondern es ging mir primär um marsupilami’s kecke Behauptung, mit seiner Short Volatility-Wette, gehebelt auf den Markt, antifragil unterwegs zu sein. Also wenn schon gehebelt, dann auf eine wirklich antifragile Risk Parity Strategie, wie sie gut in der Allegorie beschrieben und über ein Jahrhundert beschrieben wird. Damit kann marsupilami nicht nur seinen Kredit in der tiefsten Krise sicher weiter bedienen, sondern gleich noch die notleidenden Immobilien anderer Kredit-Spekulanten aufkaufen.

          Damit wollte ich einfach nur mein Wissen teilen, was ANTIFRAGIL, rational betrachtet, wirklich bedeutet und nicht nur wohl-“gefühlt” mit dem Herdentrieb. Der ist nämlich auch Maddoff über Jahrzehnte mit seinem illegalen Schneeballsystem gefolgt samt Talebs all sogenannten IdI/IYIs. Ökonomisch grundlegend unterscheiden tun sich diese Schneeballsysteme der wundersamen Geldvermehrung jedoch nicht. Also Finger weg von diesen schändlichen Rattenfängern, wenn der Finanzwesir hier dem einen oder anderen etwas sagen sollte…

          Irgendwann knallts richtig und/oder das jahrzehntelange Dahinsiechen folgt. Davor kann natürlich noch ein paar Wochen bis Jahre oder Jahrzehnte(?) mit immer kürzeren aber umso heftigeren Knallern auf des Messers Schneide gefeiert werden. Wer smart ist, übt dabei jetzt schon mal wirklich antifragiles Investieren.

          Wünsche allen möglichst richtig antifragile Entscheidungen

          Norbert

          Wünsche allen möglichst gute Entscheidungen in diesen fragilen Zeiten,
          Norbert

        5. Vielen Dank fuer die Links, Norbert.

          Die ArtemisCM-Artikel schaue ich mir mal an.

          Den Eurekahedge-Long-Volatility-Hedge-Fund-Index finde ich wenig aussagekraeftig.
          Seit wann haben sie den Index (Hindsight-Trick: schuster ein paar in der Vergangenheit gute Fonds im nachhinein zusammen)? Wieso sind die Komponenten (Einzel-Fonds) nicht oeffentlich (sind sie hier fuer Lieschen-Mueller in D kaufbar, seit wann, welche Lot-size)?

          Ich verstehe ja, dass du gerne moechtest, dass “aktien-aehnliche” Renditen von solchen Fonds mittelfristig erzielt werden koennen (zentraler Punkt deiner Argumentation), aber das ist einfach nicht der Fall!
          Dazu gab es ja schon einige Battles mit konkreten Fonds-Vergleichen zB bei finanzwesir.com.

          Ist ja auch nicht schlimm. Man (Du) kannst ja einfach sagen, dass es bei Deiner pers. Vermoegenssituation (Bewahrung des Erbes steht im Vordergrund?) gut zu dir passt.
          Aber es als Allheilmittel fuer breite Sparer-Massen (Vermoegensaufbau statt Bewahrung) anzupreisen, passt einfach nicht?

          Alle Hedge-Fonds funktionieren – wenn ueberhaupt – nur fuer kleine Geldmengen (schon per Definition, lassen sich Vorteile in Null-Summen-Spielen immer nur fuer Minderheiten erzielen, nie fuer die breite Masse).
          Deshalb gibt es Probleme bei der Liquiditaet und meist horrende laufende Kosten. Gute HF-Manager lassen sich nur fuer die Vergangenheit identifizieren, nicht fuer die Zukunft.

          Risiken gehoeren zum Leben dazu. Gute Hedge-Fonds KOENNEN wie eine Versicherung gegen Tail-Risks wirken.
          Weil es eine Nachfrage dafuer gibt, gibt es auch ein Angebot, wie fuer fast alle Lebensbereiche (mehr oder weniger) sinnvolle Versicherungen existieren.
          Ob der Abschluss einer solchen Kapital-Versicherung “richtig” war, entscheidet sich am Ende, bzw man kauft ein Sicherheitsversprechen(Illusion?) zur Beruhigung …
          Wem’s nuetzt: von mir aus OK, die Welt ist bunt.

          LG Joerg

        6. zu THE ALLEGORY OF THE HAWK AND SERPENT:
          Nette Alegorie mit der Schlange und dem Habicht!

          Ein bisschen reduktionistisch auf die USA angewendet? Die Argumente bei einer weltweiten Betrachtung zerfliessen eher (Demographie, Baby-Boomers, Zyklen)?
          Die Realitaet ist ja eher ein komplexes System von Hauptwellen, Unterwellen, Gegenwellen, statt so schoene Abfolgen wie im Hawk/Serpent-Modell dargestellt? Bzw ein Gewimmel von Falken bis Condors und Blindschleichen bis Anakondas?

          Fuer die HedgeFonds-Industrie ist allerdings, die sich vom Schwanz selbstverzehrende Schlange, das perfekte Bild (Nullsummenspiel)! Auch die Selbstzerstoerungszyklen passen perfekt auf die HedgeFonds-Industrie! HedgeFonds an die Wand gefahren? Neuen aufmachen wie Phoenix aus der Asche! Sind zuviele Player mit zuviel Geld am Markt? Prompt verzehrt sich die Riesen-Schlange selbst, bis zur Groesse einer Kreuzotter, bevor junge Schlangen wieder durch neue Anlegergelder aufgepumpt werden 😉

          Mutig sind sie bei Artemis ja: “A new period of secular decline began with the Great Recession and will likely end with entitlement default, helicopter money, and monetization of budget deficits before 2030.”
          Also spaetestens in 10 Jahren wissen wir, ob die Einschaetzung richtig, fast-richtig, etwas-richtig, gar-nicht-richtig war 😉

          “The mantra of “buy on weakness” and the popularity of passive indexation would not have worked for most of the last 90 years.”
          Das mag fuer Bonds gelten (von 19% auf 0% geht nur einmal) aber fuer Aktien sieht es in den Graphen m.E. anders aus?!

          An dem Punkt steige ich regelmaessig aus:
          “If you need to meet a return target, you are far safer, leveraging the balanced portfolio(Assets A + C) rather than adding correlated risk (Assets A+B). In other words, anti-correlation is worth more than excess return.”
          “The balanced DRAGON PORTFOLIO substantially outperformed all alternatives throughout the last 90 years when adjusted for risk [und nur dann].”
          In einem sehr(unbekannt) langen Zeitraum ist mir doch nicht so wichtig, unterwegs weniger Schwankungen zu haben (“adjusted for risk”), sondern moeglichst viel absoluten Return???
          Als KAG ist es natuerlich anders, da bin ich nach 3-5 Jahren Unterperformance mein Kunden-Mandat los! Aber ich bin keine KAG! Norbert mit seinem “Quasi-Family-Office” ist vielleicht eine?

          Auch weiss ich nicht, wie sie fuer die Studie sinnvolle Rendite-Werte fuer “Long-Volatility” und “Trend Following Commodities” fuer den Zeitraum ab 1928 berechnen … Also ziemlicher Mumbo-Jumbo?!
          Halt, hab’s gefunden: “Hypothetical performance back to 1928 requires assumptions based on avalaible data”, nee, is klaaar
          “We do not represent our composite portfolios as realized performance, but rather as our best effort at understanding how a given asset or portfolio strategy WOULD have performed had it existed in the distant past. It is IMPOSSIBLE to accurately model the interplay between buyers and sellers, regulatory changes, or the liquidity impact of any modern strategy re-imagined into history.” OK, sie sind ehrlich, hoffentlich lesen die Kunden bis zu dieser Fussnote im Appendix 😉

          Voellig andere Umwelten und Mikroklimate an den Finanzmaerkten werden in das Habicht/Schlangen-System gepresst, um daraus scheinbar allgemeingueltige Schlussfolgerungen zu ziehen:
          Wirtschaftliche Down-Phasen 1929-1946 (Weltwirtschaftskrise, Weltkrieg2) 1964-1983 (HyperInflation, Oelkrise, Aufgabe Goldstandard, noch kaum Globalisierung) hatten alle Besonderheiten. Das als wiederkehrende Zyklen fortzuschreiben ist – zumindest – gewagt?!
          Natuerlich ist es menschlich, alles in Muster zu pressen, aber ehrlicherweise ist unsere Boersenhistorie ein kurzer Pfad in “Uncharted Territory” mit sehr vielen Besonderheiten, wir koennen nicht wissen wie die mittlere und entfernte Zukunft aussieht (Digitalisierung, KI, Robotics, etc). Vergangenheitsbetrachtungen sind erlaubt, aber Schluesse fuer die Zukunft sollten demuetig bleiben?!

          Insgesamt einfach eine huebsche Geschichte, um Hedgefonds-Dienstleistungen zu vertreiben … “Komm zu uns, da werden Sie geholfen”
          Emotional wird an “Sicherheit” appeliert: “hat meinen Rentner-Eltern auch geholfen den hohen Lebensstandard zu sichern …” Da bleibt kein Auge trocken, wo muss ich unterschreiben?

          Gewuerzt mit Halbwahrheiten wie “The mythology that Stocks always rebound from losses is uniquely American. For example, Japanese investors that bought Equities in the late 1980s, or Spanish, Greek, or Italian investors in mid-2007, still have not recovered”
          Deshalb investieren wir ja auch nicht in “Laender-Indices”, sondern in weltweite Market-Cap-Indices mit Aktien aus Egal-Woher-Laendern (“Moegen die (Hunger)Spiele beginnen und der “Bessere”(haha) gewinnen”)

          OK, es kommen auch viele Wahrheiten und Binsen vor, denen man uneingeschraenkt zustimmen kann (man kann auch was lernen beim Lesen).

          Schliesslich kommen die Produkte: “The traditional method for investors to access Long Volatility and Commodity Trend is through private hedge funds. Rather than relying on any single fund, savvy investors often combine several defensive funds in a mosaic approach. For a starting point, consider constituent members of the CBOE Eurekahedge Long Volatility Hedge Fund Index and the HFRX Macro Systematic Diversified CTA Index [in USA gibt’s ETFs darauf].”

          “What is extremely important to understand is that in the balanced portfolio, each of the five core asset classes (Equity, Fixed Income, Gold, Active Volatility, Commodity Trend) can go a decade or more without performing, but what matters is that they are all non-correlated to one another.
          The average investor [ich] may look at these results and mistakenly think they can time the business cycle [noe, denk ich nicht], but this makes for a grave error.”
          Unser (Gegen)Konzept: Ich kann eine Dekade (oder 1,5x) mit niedrigen Aktienrenditen leben. Fuer mich zaehlt, wie sich unser Depot langfristig entwickelt (dynastisch, ggfs Stiftung). Ich kann Baissen durchhalten. Rentenansprueche sind unser Cash/Fixed Income. Mietfreies Wohnen schmaelert unseren Kapitalbedarf. Wir haben 5% Goldminen als Versicherung, um auch in einem Aktien-Katastrophenjahr [hoffentlich] genug Geld fuer Spass-Ausgaben zu haben. So sieht unser pers. “Dragon” aus.

          “It may be surprising, but the last forty years of losses in defensive assets [gold, long-vol, trend-foll-commod] where an anomaly and not the norm.” Hahaha, die 40 Jahre davor waren artifizielle hindsight-Simulationen, die so gut waren, um die letzten 40 Jahre in deren Dragon-Portfolio mit zu schleppen, dass der arme Geier (Hawk) bloss nicht umkippt mit seinem einen Stummelfluegel 😉

          Der Ausblick ist interessant und scheint mir nicht unwahrscheinlich:
          “The most likely solution is that the Federal Reserve will print money to buy Pension Obligation Bonds from State and Local governments at artificially low-interest rates to plug a multi-trillion dollar unfunded liability. The proceeds from the sale will then be reinvested into financial assets propping up markets. The government may even prohibit systemically essential institutions like banks and large asset managers from selling. If this happens, it will be the first step toward full fiat devaluation and helicopter money. There is a genuine risk that populist anger and bail-outs may threaten the social fabric of our democracy.”
          Nur was sonst – ausser Aktien – ist da trotzdem die richtige Schlussfolgerung?

          Alles in allem ein interessantes Paper, Danke Norbert, hat Spass gemacht, es zu lesen. (Sorry, M. fuer das Sprengen der Kommentare hier)

          LG Joerg

        7. Vielen Dank für die weiteren Gedankenanstöße. Dazu zwei weitere Erhellungen, damit jeder das für sich möglichst gut entscheiden kann. Ob es dann richtig war, kann man natürlich erst danach feststellen, wenn es ggf. zu spät ist(?):

          > “Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht – Häääh?”
          …scheint heute im Überfluss mit grenzenloser staatlicher und EZB-Fürsorge allgemeine Ratlosigkeit hervorzurufen. Wie lange noch?
          http://www.lokalkompass.de/essen/c-lk-gemeinschaft/der-krug-geht-so-lange-zum-brunnen-bis-er-bricht-haeaeaeh_a1306788

          > “THE ALLEGORY OF THE HAWK AND SERPENT – How to Build a Portfolio that Lasts 100 years” – http://www.artemiscm.com/research
          Darin wird die aktuelle Situation mit der Ouroboros-Schlange verglichen, die sich selber in perfekter Symmetrie vom Schwanz her verschlingt. Also genau wie die Zentralbanken ww, die ihre Finanzmärkte nach und nach aufkaufen, damit die Finanzwelt im Best Case im ww japanischen Szenario jahrzehntelangen Dahinsiechens endet.

          Wie diese legalen Schnellballsysteme wohl ausgehen werden, wenn das nicht funktionieren sollte mit dem ww japanischen…, und wie man sich für wirklich jedes un/mögliche Zukunftsszenario wirklich ANTIFRAGIL positionieren kann, damit man auch als Durchschnittsverdiener damit weit überdurchschnittliche Anlage-Ergebnisse erzielen kann, als all die anderen kleinen Häusle- und/oder ETF-Sparer, zeigt dieses metaphorische Meisterwerk – selbst für mich – aufrüttelnd auf:

          In dem Sinne ist m.E. statistisch sehr wohl ein generelles “richtig” auch ohne Wissen zur Zukunft möglich! Zeigen das Talebs Ergebnisse mit seinem Universa-Fonds in jeder neuen Krise mit 100+% aber langfristig aktienähnlich hoher Rendite nicht deutlich genug?

          Die Allegorie weist neben der Trendfolge noch auf den Eurekahedge Long Volatility Hedge Fund Index als Talebs antifragile Anlageklasse für uns Kleinen hin, egal ob 15, 50 oder 150k Jahres-Einkommen. Gute Fonds davon gibts bereits ab 250 EUR. Dieser Index hat zwar nicht +100+%, wie Taleb, aber um immerhin +30+% im 1. Q.2020 zugelegt. Der relevanteste SG Trend Index immerhin um rund +2%.

          Wenn man dort “DJ World Index” als Benchmark zum Vergleich selektiert, kann man sehen, welche antifragil anti-korrelierte Symmetrie auch für Fonds-Sparer mit Durchschnittsverdienst möglich ist: http://www.eurekahedge.com/Indices/IndexView/Eurekahedge/640/CBOE-Eurekahedge-Long-Volatility-Hedge-Fund-Index

          Wie gesagt, es ging mir primär um marsupilami’s kecke Behauptung, mit seiner Short Volatility-Wette, gehebelt auf den Markt, antifragil unterwegs zu sein. Also wenn schon gehebelt, dann bitte nur auf eine wirklich antifragile Risk Parity Strategie, wie sie gut in der Allegorie, über ein Jahrhundert getestet, beschrieben wird. Damit kann marsupilami nicht nur seinen Kredit in der tiefsten Krise sicher weiter bedienen, sondern gleich noch notleidende Immobilien anderer Kredit-Spekulanten aufkaufen. Das bedeutet “antifragil”!

          Damit wollte ich einfach nur mein Wissen teilen, was ANTIFRAGIL, rational betrachtet, wirklich bedeutet und nicht nur wohl-“gefühlt” mit dem Herdentrieb. Der ist nämlich auch Maddoff über Jahrzehnte mit seinem illegalen Schneeballsystem gefolgt samt Talebs all sogenannten IdI/IYIs. Ökonomisch grundlegend unterscheiden tun sich diese Schneeballsysteme der wundersamen Geldvermehrung jedoch nicht.

          Also bitte Finger weg von diesen gehebelten Wetten auf den Markt, wenn der Finanzwesir hier dem einen oder anderen etwas sagen sollte. In dessen Blog habe ich die Allegorie auch gefunden nach anderen Quellen. Warum wohl? Dann habe ich sie mir jedenfalls wirklich aufmerksam reingezogen. Denn der Finanzwesir denkt bei allem erst mal tiefer nach als manch andere, bei dem was er vermeintlich so locker vom Hocker “raushaut.”

          Irgendwann knallts richtig und/oder das jahrzehntelange Dahinsiechen folgt. Davor kann natürlich noch ein paar Wochen bis Jahre oder Jahrzehnte(?) mit immer kürzeren aber umso heftigeren Knallern auf des Messers Schneide gefeiert werden. Wer smart ist, nutzt diese Feuerwerke jetzt schon mal zum Üben wirklich antifragilen Investierens. 

          Wünsche allen möglichst richtig antifragile Entscheidungen

          Norbert

        8. Hi Norbert, nur nochmal zu dem Punkt:

          “Sondern es ging mir primär um marsupilami’s kecke Behauptung, mit seiner Short Volatility-Wette, gehebelt auf den Markt, antifragil unterwegs zu sein.”

          Ich sagte, es fühlt sich für mich antrifragiler an, ich erhebe hier keinen Anspruch dass meine Aussage die einzig Richtige ist.

          Für mich persönlich bleibt es dabei: Eine satte Rücklage in ETFs die man veräußern kann (und wenn es sogar nur 50% des Werts sein sollten und das wäre schon arg unglücklich gelaufen) gibt mir mehr Sicherheit, als mein Geld in der Immo zu verbetonieren. Letzten Endes muss das jeder für sich entscheiden.

          Ich bin ein optimistischer Mensch und kein Freund davon mit der worst case Betrachtung der möglichen Ausgänge durchs Leben zu laufen, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Das Szenario Arbeitslosigkeit/schwere Krankheit (damit ich überhaupt an meine Rücklagen muss) plus Börsencrash wie 1929 ist dann doch recht unwahrscheinlich. Ich könnte auch drauße spazierengehen und es fällt mir ein Ziegel aufn Kopf und ich kippe tot um.

          Viele Grüße!

        9. Hi marsupilami,

          In dem Moment, wenn du eine Immobilie gekauft hast, hast du dein Geld bereits verbetoniert, egal ob auf Kredit oder bar. Denn wenn mit dem Betongold was passiert, ist erst mal ausschließlich der Besitzer dafür dran. Erst wenn der sein allerletztes Hemd samt außergewöhnlich häufig gleichzeitig abgestürzter ETFs ausgezogen hat – genau das macht den “fat tail” von wegen der gleichzeitig auf 1 springenden Korrelationen praktisch aller Marktwerte inkl. Gold und Immobilien – und in die Insolvenz gegangen ist, übernimmt die Bank gnädig den Rest, weil beim Besitzer rein gar nichts mehr zu holen ist bis auf das Existenzminimum auf Sozialhilfeniveau.

          Das zermürbt dann dummerweise viele so sehr, dass sie auch noch körperlich und/oder geistig krank werden und gar noch größere Dummheiten machen. Die Arbeitslosigkeit folgt dann fast zwangsläufig. Denn wer will schon deprimierte Mitarbeiter mit zittrigen Händen und flatternden Nerven, wenn die die Firma mit Zuversicht und neuen Ideen retten sollen?

          So ergibt sich der Worst Case nicht durch eine fast unmögliche Häufung kleiner Wahrscheinlichkeiten, sondern die außergewöhnlichen Belastungen lassen die Korrelationen auch im täglichen Leben in schweren Krisen nach oben schnellen und die Tails fat werden.

          Um nicht in diesen unentrinnbaren Strudel gerissen zu werden, braucht man sich mit Bogles Common Sense einfach nur an alte Volksweisheiten zu halten. Denn die wurden durch die real existierenden Wahrscheinlichkeiten geprägt. Und zwar um dem fehlbaren Menschen zu helfen, der sich damit gefühlt offensichtlich schwertut!

          Hier gilt also z.B.: “Ein Unglück kommt selten alleine.” und “Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch nicht.” Dass das heute als alte Sprüche abgetan wird, kommt laut Taleb daher, dass mit nur halb verstandener Pseudo-Statistik operiert wird. Taleb rät daher, lieber auf die Großmutter zu hören statt auf die neunmalklugen IdIs/IYIs mit ihren Pseudo-Lehren.

          Meine hat zwei Weltkriege mit der Lebenseinstellung gemeistert: “Wer weiß, wozu das noch gut ist.” Das gelingt nur mit richtig antifragiler Positionierung. Daher habe ich die vermutlich. Taleb erklärt damit die großen Zusammenhänge wunderbar verständlich.

          Und du willst also dieses hoffentlich jetzt klare viel wahrscheinlichere Worst Case Risiko, das real viel größer ist, als der auf den Kopf fallende Ziegel, nur für ein paar Jährchen freiwillige Arbeitslosigkeit bzw. Vorruhestand eingehen? Andere wirklich Antifragile wehren sich mit Händen und Füßen dagegen bis vor Gericht, wenn ihnen das in Krisen wie jetzt aufgedrängt wird, und erkämpfen sich dadurch i.d.R. eine gute Abfindung für die entgangene Restarbeitszeit.

          Denn das Recht auf Arbeit und die Arbeitsplatzsicherheit wird hier zum Glück sehr hochgehalten. Warum wohl? So bekommen die, die nicht freiwillig auf ihr Recht auf Arbeit verzichtet haben, trotz bzw. wegen der Krise sowohl ihren Vorruhestand als auch einen großen Teil ihres entgangenen restlichen Arbeitsentgelts. Das ist antifragil! Meistens machen die sich dann in der Krise auch noch mit disruptiv neuen Ideen nützlich und machen noch mehr Geld in und aus der Krise.

          Sorry. Aber da ich mich mit Antifragilität intensiv beschäftigt habe, muss ich einfach dem natürlichen Drang folgen, solch krasse Fehldeutungen zu korrigieren. Das ist z.B. so wie bei Engländern, die ihre deutschen Freunde einfach korrigieren müssen, wenn die im Restaurant selbstbewusst sagen: “I want to become a steak.” (“Ich möchte ein Steak werden.”). Oder sollte der englische Ober die Order konsequent ausführen, weil der Kunde ist ja König?!

          Also nix für ungut. Ist nur gut gemeint. 😉
          Antifragile Grüße!

        10. Hallo Smartinvestor,

          unabhängig davon ob man, trotz Multimillionen, bis ins hohe Alter als Angestellter arbeiten möchte, oder wie zum Beispiel der von mir sehr geschätzte Albert vom Finanzwesir, der in seinen 40ern seinen Angestelltenjob beendet hat um dann neue Dinge auszuprobieren –

          hier ist jeder willkommen!

          Was ich nicht teile, ist das Mindset, dass die nächste Katastrophe trotz 7stelligem Depot & vielen Rentenpunkten quasi hinter der nächsten Ecke lauert.

          Die einzige Garantie im Leben ist sein Ende. Es endet immer mit dem eigenen Tod. Es kommt darauf an, die Zeitspanne bis dorthin bestmöglich zu nutzen. Und dabei auch einmal neue Dinge auszuprobieren, wenn das eines der eigenen Ziele ist und dabei dann auch kalkulierte Risiken einzugehen.

          Taleb bezeichnet ein monatliches Angestelltengehalt neben Heroin & Kohlenhydraten als eine der 3 schädlichsten Abhängigkeiten und ich kann seine Denkweise dahinter nachvollziehen.

          Gruß und schönen Tag!

        11. @Herr-der-Ringe Fans:
          Genau, mich erinnert die Schwarzseherei/Ringen um Antifragilitaet von Norbert ein bisschen/in zarten Ansaetzen an:

          “Denethor [Stadthalter von Minas Tirith, Hauptstadt von Gondor] aber blieb nicht standhaft, schaute hinein [in den Palantír] und wurde im Lauf der Zeit in den Wahnsinn getrieben, weil er nicht in der Lage war, zwischen Wirklichkeit, und den vom Feind bewusst gesandten Trugbildern zu unterscheiden.”
          https://lotr.fandom.com/de/wiki/Palant%C3%ADr

          LG Joerg

  8. “Genau, mich erinnert die Schwarzseherei/Ringen um Antifragilitaet von Norbert…”

    Beim Rest… kann und will ich nicht mitreden. Aber was hat das eine mit / dem anderen zu tun? Ersteres lehne ich auch vehement ab. Vielleicht liegt das Missverständnis an meinem wohl immer noch mangelhaften Kommunikationstalent? Ähnlich wie bei Taleb, mit dem ich mich nicht ungern vergleichen lasse.

    Denn Zweiteres ist in der Tat, genau wie beim Finanzwesir AlbertW*), meine große Passion, mein durch und durch antifragiles Mindset konsequent zu nutzen. Denn Taleb, der stoische Kämpfer für die Antifragilität, sagte, dass die größten Gewinne und Verluste in Krisen gemacht werden. Daher rät er dringend: “If you own stocks without a hedge [right now], it’s not rational.”!

    Da will ich einfach gern stoisch mit ihm auf der Gewinnerseite stehen. Wer nicht? Aber das geht leider nicht ohne intensive Vorbereitung in den guten Zeiten. Und zwar durch wahre Diversifikation statt falscher mittels zinslosen Anleihenrisikos oder gar Aktien-ETFs, die mit Hypotheken gehebelt sind. Also wirklich.

    Die guten Zeiten sind dafür m.E. ausreichend lang. Nur richtig nutzen muss man sie halt. Und zwar vor allem ohne Recency Bias für die jüngste Vergangenheit! Denn in der hat die in mehrfacher Hinsicht “passive” Indexing-Hausse Dank scheinbar unendlichem QE ww und TINA-Effekt die passive Indexing-Hausse genährt. Bis sie es eines Tages nicht mehr tut. Dann wird diese ww riesige fragile ‘Short Volatility’-Wette krachend platzen. Wer will und wer wird dann gewinnen und wer verlieren?

    1. ???Was meinst du?
      Du hast einen JP Morgen USD Emerging Market Bonds ETF verlinkt.
      (klick auf Positionen: also v.a. Staatsanleihen von zB Russland, Urugay, Kuwait, etc, in USD notiert)
      Die sind im Mrz um 18,6% abgeraucht (klick auf Grafik) und liegen inzwischen wieder leicht im Plus.
      Was genau wundert dich jetzt? Dass die EM-Regierungen ihre Kupons bezahlt haben? Dass es im Mrz “nur” 18,6% runter ging? Dass es sich wieder (so schnell) erholt hat?

      1. Mich wundert, dass er nur moderat gefallen ist, obwohl in meinen Augen mehr Risiko drin ist als in einem Breitmarkt-Aktien-ETFs. Und auch dass es sich so schnell erholt hat.

        1. OK,

          Unternehmen sind bankrott-riskanter als Staaten. Staaten gehen nicht bankrott (nur dessen Steuerzahler ;-)).

          Der Crash war u.an. ein Liquiditaets-Crash, da verkauft dann jeder alles, um Verpflichtungen nachzukommen (d.h. da werden Risiken fuer kurze Zeit fehlbepreist – MegaChance fuer Investoren).
          Wenn dann die Welt nicht untergegangen ist, kommt wieder “Business as usual …” d.h. die Jagd nach Rendite (Geldflut) hebt wieder alle Boote.

          Risiko-Bepreisungs-Verhaeltnisse schoen hier nachzulesen:
          https://www.gerd-kommer-invest.de/cash-flow-kaskade/

          LG Joerg

        2. Ich hatte zur FF den ursprünglichen Plan diese HY Bonds als Einkommensquelle zu nehmen habe es aber wegen des Risikos u der Volatilität verworfen

  9. “Der Crash war u.an. ein Liquiditaets-Crash, da verkauft dann jeder alles, um Verpflichtungen nachzukommen (d.h. da werden Risiken fuer kurze Zeit fehlbepreist – MegaChance fuer Investoren).”

    GENAU. Wieder Mal ein Volltreffer, Joerg! Und was braucht es, um diese “MegaChance fuer Investoren” zu nutzen? Genau, vermeintliche “Schwarzseherei/Ringen um Antifragilitaet.” Oder was sonst?

    Offensichtlich auch noch “Standardsprüche”, wie “erst Immobilie abbezahlen” des ebenfalls antifragilen AlbertW:

    “Schulden tilgen macht mich weniger fragil.”

    “Warum ist mir das so wichtig? Seit ich Nassim Talebs Bücher “Schwarzer Schwan” und “Antifragilität” gelesen habe, ist mir klar, dass wir Menschen das seltene, aber verheerende Ereignis systematisch unterschätzen.”!!
    http://www.finanzwesir.com/blog/vorstellung-leser-depot-vermoegen

    Das ist der entscheidende Punkt. Der kann bei vermeintlich präziser finanzieller Lebensplanung nach hinten losgehen. Denn nach AlbertE. gilt gerade im chaotischen Finanzmarkt: “Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.”

    Also besser den Spieß herumdrehen, ‘Short Volatility’-Wetten asap abbauen, z.B. durch Sondertilgung, was geht, und ‘Long Volatility’-Wetten aufbauen. Und zwar um mit wahrer antifragiler Aufstellung von der “MegaChance” der Fehlbepreisung zu profitieren, weil die meisten “Menschen das seltene, aber verheerende Ereignis systematisch unterschätzen.” Genau dadurch verschaffen sie den anderen jedoch diese außergewöhnlichen “MegaChancen.” Nur ergreifen muss man sie halt noch mit wahrer antifragiler Ein- und Aufstellung, wie o.a.

    Wer es macht, kann dann mit prall gefülltem Geldbeutel auf Beutetour der abgestürzten Marktwerte gehen, also u.a. zwangsversteigerter Immobilien mit zuvor hypothekengehebelten Aktien-ETFs noch als Schmankerl oben drauf.

    Warum heißt es eigentlich ‘Sondertilgungs-RECHT’? Das ist ein wertvolles Rechtsgut für den Hypothekennehmer, der es besitzt und rechtzeitig nutzt, um später in der Krise davon zu profitieren. Die Geber-Seite der Bank, die dieses Recht gewährt, hat dadurch dann entsprechende Nachteile. Die hat sie ihren Kunden jedoch über den Zinssatz bereits in Rechnung gestellt.

    Da das alles nicht so leicht zu verstehen ist, noch eine weitere ggf. lebensnähere Anregung zum Üben wahrer Antifragilität. Und zwar mittels der aktuell großen Not mancher Unternehmen, die das RECHT auf Arbeit gewähren. Denn für dessen Sicherung lohnt sich für manche Arbeitnehmer, wie gesagt, ggf. sogar der teure Gang zum Arbeitsrechtsanwalt, wenn sich notleidende Unternehmen jetzt nicht mehr daran halten wollen. Aber bei harter Gegenwehr müssen diese Unternehmen dieses Rechtsgut ihren Arbeitnehmern dann mit teuren Abfindungen abkaufen, um sich an ihre Verpflichtungen zu halten.

    Das kann natürlich temporär außerhalb der Komfortzone stattfinden. Aber gerade das zeigt doch den hohen materiellen Wert solch scheinbar immaterieller Rechtsgüter in aktuell noch lange nicht beendeten Krisenzeiten. Darauf muss man sich jedoch antifragil gut vorbereiten, um sich in solchen Krisen möglichst nicht selber in Not zu bringen, sondern dann die Not anderer gezielt ausbeuten zu können.

    Die sich daraus ergebenden wahrhaftigen “MegaChancen” sind natürlich nicht präzise auf Jahrzehnte planbar. Aber wenn sie immer Mal wieder kommen, dann viel höher als erwartet. Die bringen rein statistisch – wegen der anomalen ‘Fat Tails’ der für kurze Zeit immer Mal wieder sehr ineffizienten Finanzmärkte – in Summe über ein Anlegerleben deutlich höhere Erträge, als alles vermeintlich präzise Durchgeplante, was dann in der Krisen-Not präzise daneben gehen kann. Wie gerade erst das Riester-Desaster, nach dem viele Durchgeplante vom Glauben abgefallen sind.

    Auf der anderen Seite warten Talebs/Spitznagels antifragiler Universa und alle anderen ‘Tail Risk Hedge’ und ‘Long Volatility-Fonds gut vorbereitet auf solche Gelegenheiten, um diese Verluste Recht-mäßig einzusacken. Damit verschaffen sie ihren bestens vorbereiteten Anlegern – mitten in der Liquiditätskrise – Liquidität en masse zig bis tausender Prozente explodierender Krisenalpha-Gewinne zur Schnäppchenjagd in abgestürzten Märkten, siehe:
    https://mobile-reuters-com.cdn.ampproject.org/v/s/mobile.reuters.com/article/amp/idUSKBN2152X3?amp_js_v=a6&amp_gsa=1&usqp=mq331AQFKAGwASA%3D#aoh=16053469365113&csi=1&referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com&amp_tf=Von%20%251%24s&ampshare=https%3A%2F%2Fwww.reuters.com%2Farticle%2Fus-health-coronavirus-tailrisk-idUSKBN2152X3

    Gerade in solch volatilen Zeiten, wie aktuell, ohne Hedge sogar auf beide Options-Rechte, also Sondertilgungs-Recht und Recht auf Arbeit, freiwillig verzichten zu wollen, ist m.E. nicht sehr rational, ganz vorsichtig ausgedrückt. Der Finanzwesir fragte daher gerade erst vor kurzem treffend, besorgt ob dieses sehr fragilen Zeitgeistes:
    “Wie hoffnungslos ist die Lage?”

    Dann zitiert er “teilverwahrloste Wohlstandskinder”:
    “Sie werden lernen müssen, dass Geld nicht einfach aus dem Geldautomaten kommt.”!!
    http://www.finanzwesir.com/blog/wochenueberblick-kw40-2020

    Ich meine, damit sollte man am besten gleich anfangen und vor allem auf seine Rechte nicht ohne Not verzichten, um sich deren Verkauf in der Not von anderen möglichst teuer bezahlen zu lassen. Denn diese Rechte wurden ja alle nicht grundlos hart erkämpft, vermutlich nach vielen bitteren Erfahrungen in der Not.

    Hoffe, dass ich damit nun etwas klarer machen konnte, dass wahre Antifragilität überhaupt nichts mit “Schwarzmalerei” zu tun hat. Sondern sie ist immer die gezielte Vorbereitung auf die nächste Krise. Und zwar mit freudiger Erwartung auf die nächste “MegaChance”, um mich daran schadlos zu halten. Denn nach der Krise ist vor der Krise. Wer glaubt, dass Zentralbanken Krisen verhindern, der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten oder Ratgeber…

    Denn auch die vermeintlich geballte Geldmacht aller Zentralbanken weltweit konnte die sich lange ankündigende letzte Krise nicht verhindern, sondern nur mittels einer nie erlebten Geldspritze von rund 10.000.000.000.000 USD mit größter Mühe und Not abwürgen. Das wird die nächste(n) Krise(n) und damit das Krisenalpha-Gewinnpotenzial noch mehr verstärken.

    Antifragile Grüße 😉

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