Millionär Interview 42 – Frauenpower Vermögensachterbahn

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Millionär Interview Frauenpower WeltreiseDie Millionär Interviews der Freiheitsmaschine!

Fleißige und mutige Bürger berichten, wie sie durch eigene Ideen, Durchhaltevermögen und eine schlaue Geldanlagen aus eigener Kraft ein siebenstelliges Vermögen aufgebaut haben.

Der Anteil dieser genannten Parameter ist dabei unterschiedlich ausgeprägt.

Während manche Freiheitskämpfer Ihre monatliche ETF Sparplankontribution auf die nächsten Dekaden hochrechnen, spekulieren andere mit unterschiedlicher Risikotoleranz (kleiner Spoiler 😉 ) .

 

Heute schreibt uns endlich wieder ein weiblicher Teilnehmer

Frauenpower hat sich auf einem herrlich ungeraden Weg und auch nicht zum ersten Mal ein beeindruckendes Vermögen aufgebaut. Das Wort Vermögensachterbahn würde es für manche treffend beschreiben.

Insgeheim habe ich ja ein Faible für Menschen, die auch eine richtig unvernünftige Seite haben, so lange die Gesamtrichtung stimmt und irgendwo die Kurve bekommen.

 

Aber ich möchte nicht zu viel verraten und damit Vorhang auf für Frauenpower im neuen Millionär Interview!

 

Hallo Maschinist,
erstmal vielen Dank für Deine super interessante Webseite!
Ich bin beeindruckt über alle die geradlinigen und zielstrebigen Millionäre – Bei mir sieht das ein Stück weit anders aus.
Aber der Reihe nach:

 

Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen

  • Ich bin weiblich, 55 und seit 10 Jahren verheiratet.
  • Da wir getrennte Kassen haben, nenne ich nachfolgend nur meinen Anteil an Vermögen und Einkommen.
  • Ich habe kein Abitur und auch nicht studiert. Meine Eltern meinten seinerzeit, als Mädchen macht das keinen Sinn.
  • Von den Gehältern, die in den Interviews teilweise genannt werden, konnte ich nur träumen.  Ich war die meiste Zeit als “Bürokraft” eher unter dem Durchschnitt. Erst in den letzten Jahren hab ich mich über den Kundenservice in den Vertrieb hochgearbeitet.
  • Somit dann in die Region um 35 – 40k€ netto im Jahr vorgedrungen.

 

Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?

Keine

 

Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?

Großstadt in Deutschland

 

Was ist Dein jährliches Nettoeinkommen aus Deinem Beruf sowie Deinen Investments?

  • 35 – 40k€ netto Jahr (Gehalt Angestellte, 40% variabel)
  • 12k€ netto Mieteinnahmen
  • 2€ netto Kapitalerträge (Ausschüttende ETFs)

 

Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?

Nachfolgend die jährliche Entwicklung meiner Ausgaben (Nur ich alleine bzw. 50% unserer gemeinsamen Lebenshaltungskosten:
  • 2018:  20k€
  • 2019:  16k€
  • 2020:  13k  (Corona bedingt)
  • 2021:  13k€  (hochgerechnet,  ebenso Corona bedingt)
Ich habe in den letzten Jahren mein Konsumverhalten überdacht und angepasst.
Ich hatte einfach viel zu viele Sachen. Die Schränke und der Keller ist aus allen Nähten geplatzt.
Mit der Überlegung, wo und wie diese ganzen Artikel (Mode, Elektronik, Haushaltssachen) hergestellt werden, welche ökologischen und humanen Probleme daraus entstehen. (https://www.storyofstuff.org/movies/story-of-stuff/) Beschlossen massiv auszudünnen und nur noch gute und langlebige Produkte zu kaufen und auch den ökologischen und human Footprint zu achten, was gar nicht so einfach ist.
Ebenso auf den CO2 Footprint zu achten.
Micro-Adventure statt (Fern-) Reisen, weniger Plastik, weniger Fleisch, Wasser aus der Leitung, mehr Fahrrad, weniger Auto etc.
Die Mehrkosten für fair produzierte Mode und Bio Lebensmittel sind dabei fast zu vernachlässigen. Dieser neue Lebensstil ist als Nebenprodukt viel günstiger.

 

Wie hoch ist Dein aktuelles Vermögen?

950.000€

 

Wie hast Du Dein Vermögen investiert (z.B. Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)

  • 300k€  vermietete Immobilie (schuldenfrei)
  • 300k€   die Hälfte der selbstgenutzten Wohnung (schuldenfrei)
  • 330k€   Aktien (ETF Depot und LV auf Fondsbasis)
  • 20k€   Tagesgeld

 

Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?

Das ist eine längere Geschichte:
Mitte der 80er Jahre (da gab es schon mal einen Immobilienboom) mit mehr Glück als Verstand bei Immo Spekulation und totsicheren Aktientipps vom Bankberater (was auch gestimmt hatte) eine Million DM Gewinn gemacht.
Sicherheit für die Darlehen waren Grundschulden und eine Bürgschaft für das Haus der damaligen Schwiegereltern. Gewinne auf Aktien waren damals nach 6 Monaten, Gewinne aus Immobilien nach 2 Jahren steuerfrei.
Das Geld haben wir in weitere Grundstücke und Aktien investiert, teilweise mit Fremdwährungsdarlehen gehebelt – purer Wahnsinn aus heutiger Sicht, aber hey, alles gut gegangen.
Aber irgendwann kam, wie es kommen musste.
Das heißt, erst der Porsche, dann die Scheidung.
Der Job war zuvor eh gekündigt, fühlte mich als absolutes Finanzgenie.
Wer würde da für popelige 3000 Mark arbeiten gehen?
Das Geld wurde weiter investiert in wieder neue „totsichere“ Einzelaktien (diesmal aber nicht gehebelt).
Dann machte ich eine Weltreise mit dem Rucksack, die mehrere Jahre dauerte.

 

Millionär Interview Frauenpower Weltreise Manta

 

Leider sackten dann gegen Ende die Einzelaktien gegen den allgemeinen Trend ab und mussten dann für die Deckung unserer Kosten mit Verlust verkauft werden.
Man konnte das Depot nur überwachen, indem mal hin und wieder eine Finanz Zeitung kaufte um die Kurse nachzuschauen, Internet war ja noch nicht.

 

So ging es dann weiter:
  • Mitte der 90er Jahre, mit dem kläglichen Rest von 50k$ ein Fonddepot gestartet (Aktive Fonds),
  • Doch wieder einen Job genommen mit Krankenversicherung und Rentenbeiträgen, wurde schon etwas vorsichtiger…
  • Nachdem sich dieses Fonddepot wieder gut entwickelt hatte, Ende der 90er Jahre gierig geworden und in Einzelaktien getauscht. Diesmal nicht vom Bankberater,  sondern auf eigene Recherche – ich war ja das geborene Finanzgenie eh klar: alles Techwerte – Nokia, Intel, Cisco, Infineon etc.
  • Im Jahr 2000 stand ich bei etwa 300.000 DM
Viele hier werden jetzt schon wissen, was danach passiert ist:
  • Bis 2003 wurde mein Depot eingedampft auf 50k€
  • Den kläglichen Rest restrukturiert und in aktive Fonds angelegt, erste ETF’s gekauft
  • Eine Lebensversicherung auf Fondbasis (damals noch steuerfrei) gestartet mit 500€ /Monat bespart.
  • 2005 Kauf einer vermieteten Immo (100% Fremdkapital). Miete trug Zins und Tilgung + ein kleiner Überschuss. Mehr als eine Wohnung habe ich mich zu dem Zeitpunkt leider nicht mehr getraut, wäre aber gut gewesen.
  • Bis 2008 Fonds auf 200k€ gesteigert.
  • Nach dem Crash 2008 den kläglichen Rest von 92k diesmal in 3 ETF:  MSCI World, MSCI EM, MSCI EU small Cap aufgeteilt
  • 2010 Gewinne aus dem ETF Depot (teilweise) realisiert um 2011 eine selbstgenutzte Immo zu kaufen (50% Fremdkapital)
  • Erst jetzt lief es gut: Vermietete Immo im Wert verdreifacht, selbstgenutzte Immo in Wert verdoppelt, alle Hypotheken getilgt. Das ETF Depot und die LV auf Fondbasis durch monatliche Einzahlungen und Wertentwicklung auf ca. 330k€ entwickelt.

 

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Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?

  • Viel riskiert und ziemlich viel gewonnen und wieder verloren.
  • Viele Fehler gemacht (oben selbsterklärend), aber den größten Fehler, nämlich nie was zu riskieren und nie zu investieren, den habe ich nicht gemacht!
  • Besonders in jungen Jahren bin ich der Meinung, muss man sich auch was trauen, notfalls aus eigenen Fehlern lernen.  Nur Hebelgeschäfte – bitte Finger weg, das hätte auch ins Auge gehen können.
  • Wenn ich sehe, wie manche total geradlinig und zielstrebig vorgehen – ist das nicht auch mega langweilig???
  • Und ganz ehrlich, die Zeit des Verprassens war schon total cool.
Habe die ganze Welt gesehen und möchte echt nix davon missen.

 

 

Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?

Siehe oben

 

Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen / zu erhalten oder noch zu erhöhen?

  • Weiter Arbeiten
  • Weiterhin regelmäßige monatliche Einzahlungen
  • Konsum Ausgaben im Griff halten (siehe oben)

 

Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?

Nein

 

Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?

Ich bin gerade ziemlich unzufrieden mit der Gesamtsituation.
Gefühlt habe ich schon alles gemacht
  •  Ich habe die Welt gesehen, Karriere gemacht und könnte eigentlich demnächst aufhören zu arbeiten oder was ganz anderes machen oder woanders leben oder, oder, oder.
  • Ich weiß aktuell nicht, was ich will, habe aber keinen Plan B.
  • Gar nichts machen würde mich vermutlich in eine handfeste Depression stürzen ☹.  Ich weiß, jammern auf ziemlich hohem Niveau.

 

Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?

Ich denke man braucht keine konkrete Summe.
Man muss ja nie endgültige Entscheidungen treffen. Habe z.B. gerade einen Nachbarn getroffen, der macht mit 70 noch Energieberatung. Einfach so, weil er noch Lust darauf hat.

 

Irgendwas geht immer!

 

Millionär Interview Vermögensachterbahn Frauenpower

 

 

Das war das Millionär Interview mit Freiheitskämpferin Frauenpower

 

Herzlichen Glückwunsch zum (mehrmals) erreichten Vermögen und all die gemachten Erfahrungen!

Gerade die Vermögensachterbahn liest sich für mich einerseits anstrengend aber auch super interessant.

Ich denke viele Menschen können dabei etwas lernen. Und dabei nach meiner Meinung nicht nur die, die sich nun bestätigt mit Ihrem ETF Sparplan sehen sondern auch Menschen, die gerne etwas unternehmen würden aber sich nicht trauen.

Du beweist, dass Irgendwas eben immer geht 😉

 

Und jetzt Ihr

Welche Fragen oder Feedback habt Ihr an Frauenpower. Was hat euch besonders gut gefallen und an welcher Stelle wurde euch schwindelig?

Außerdem: Mach auch Du mit bei den Millionär Interviews, wenn Du Dir aus eigener Kraft ein Vermögen von min. 500.000 Euro aufgebaut hast.

Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und sei dabei.

Neben dem Fakt den anderen hier etwas zurück zu geben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Ich garantiere allen Teilnehmern dabei absolute Anonymität.

 

Und bei der großen Freiheitskämpfer Community sind alle Menschen eingeladen, die Ihr Leben verbessern und neue Dinge lernen möchten.

Gib Gas mit der Freiheitsmaschine und mach Dein Leben zu einem wunderbaren Abenteuer.

51 thoughts on “Millionär Interview 42 – Frauenpower Vermögensachterbahn”

  1. Das ist wirklich ein tolles Achterbahn-Interview, Wahnsinn was Du erlebt und erreicht hast! Die Immobilien-Entscheidungen scheinen sich ja als Volltreffer herausgestellt zu haben und aus meiner Sicht ist das die Basis Deines Vermögens – die eine reduziert Deine Wohnkosten und die andere liefert regelmäßige Einnahmen. Siehst Du das auch so?
    Mich würde interessieren, wie Du potenzielle Instandhaltungskosten abdeckst – nur über die laufenden Mieteinahmen bzw. dein Gehalt, oder ist dafür auch das Tagesgeld da?

    1. Hallo Siduva,

      vielen Dank für Dein Feedback! Es ist in der Tat so, muß keine Miete zahlen, deshalb habe ich sehr geringe laufende Kosten. Die Mieteinnahmen sind schon 2/3 meiner monatlichen Ausgaben, eine komfortable Situation, dies erhöht ebenso die Sparquote.
      Instandhaltung läuft über die Verwaltungen, da Eigentumswohnungen. Es gibt Instandhaltungsrücklagen, die meist ausreichen, manchmal gibt es eine Sonderumlage (z.B. für die neue Heizung 2023) von 2000€ das geht aus dem laufenden Einkommen.

  2. Toll wie Du am Thema Vermögensaufbau mit Aktien drangeblieben bist, mit so vielen Aufs und Abs hätten die meisten das Thema denke ich abgehakt.

    “Ich weiß aktuell nicht, was ich will, habe aber keinen Plan B.Gar nichts machen würde mich vermutlich in eine handfeste Depression stürzen”.

    In so einer Situation war ich auch mal: wenn du es Dir finanziell leisten kannst würde ich den Angestellten-Job an den Nagel hängen und tatsächlich erst mal gar nichts machen. Der Rest kommt aus eigener Erfahrung von selber. Jemand mit so viel “Pfeffer im Arsch” wie Du wird nicht wirklich lange “nichts” machen. Man benötigt aus meiner Sicht aber einfach das Nichtstun, um aus dem Alltagstrott rauszukommen und “sich selber wieder zu spüren” bzw. was man machen möchte. Das kommt dann ganz von alleine.

    Weiterhin viel Erfolg!

    1. Hallo Lejero,

      vielen Dank für Dein Feedback. Hab meine Chefs kürzlich vorgewarnt, daß ich demnächst gerne was anderes machen will, mit kürzeren Arbeitszeiten. Man will mich wohl nicht verlieren und jetzt jemanden einstellen, der meinen Job in einigen Monaten übernehmen soll und ich dann andere, weniger operative Aufgaben bekommen soll. Also, bis jetzt gibt es noch keine Bewerbungen – Fachkräftemangel – schaun wir mal.

      Zwischenzeitlich hat sich die Welt eh auf den Kopf gestellt, wer hätte gedacht, daß die jemand so einen Krieg beginnen würde. Es tut mir so leid um die Leute dort.

      Die lange geglaubten Sicherheiten gibt es auch bei uns nicht mehr – Stichwort Inflation. Auch deshalb Kündigung erstmal aufgeschoben.

      Grundsätzlich hast Du natürlich recht – ich denke weiter darüber nach.

      1. Erstmal: Super, Deine Story. Hammer-Interview, ohne jede Frage das unterhaltsamste bisher. Hast sicher viel erlebt, mit Geld und auch mit Deinen Reisen. Vielleicht gibts mal wieder ein Usertreffen, Da wirst Du hoffentlich die ganze Mannschaft unterhalten. Na ja, von den Alpen nach Braunschweig ist es Stückchen hin 🙁

        Zu meinen besten Entscheidungen meines Lebens zählt die Teilzeit.

        Ich habe das hier nach dem Lesen des ersten Beitrags geschrieben und erst danach mitbekommen, wie viele Dir zur Teilzeit raten. Immerhin: Ich habe eigene Erfahrung damit seit 20 Jahren, das gilt vermutlich nicht für alle Mitschreiber.

        Ich hatte vor vielen Jahren einen Tiefpunkt im Beruf, wußte nicht recht weiter, wollte nicht recht weiter. Da habe ich mir dann den Freitag freigekauft. Das waren damals 20% weniger Arbeit für 13% weniger Geld, Progression andersherum. Das hats bei mir total gebracht: Montags gehe ich gern hin (weil ich den Job an sich gerne mache), donnerstags gehe ich ganz beschwingt zur Arbeit (“Freitagsgefühl”). Dann dehnt sich ein langes Wochenende, von dem ich einen Tag ganz für mich habe, und sonntagabends freue ich wieder auf die Woche. Für mich wäre ganz aussteigen nichts, obwohl ich das schon viele Jahre finanzieren könnte. Die Herzdame zöge nicht mit.

        Eine Option wäre, daß Ihr beide den Freitag frei macht. Vielleicht ist ja auch für ihn eine Arbeitszeitverkürzung ein Thema.

        In den Köpfen vieler Chefs ist noch immer die Anwesenheit aller als unabdingbare Tatsache festgebrannt. Dieses Prinzip wird aktuell von zwei Seiten durchlöchert: erstens Home-office, zweitens Teilzeit. Beides wird nicht mehr weggehen, und wenn ein Unternehmen nicht darauf eingeht, gehen halt die Leute weg zu einem anderen Unternehmen, das flexibler ist. Es geht vieles, von dem man vorher absolut ausgeschlossen hat, daß es nie funktionieren könnte. Abhängig von der Größe des Unternehmens hast Du übrigens ggf. einen Anspruch auf Teilzeit.

        Bei Licht besehen bist Du finanziell unabhängig. Wenn Du nicht willst, mußt Du nicht mehr arbeiten. In letzter Konsequenz gehst Du halt. Du kannst es Dir leisten. Finanzielle Unabhängigkeit ist (auch dann, wenn man aus Neigung weiterarbeitet) ein verdammt wohliges Gefühl. Maschinist, was meinst Du?

        Ich mag das Gerede der Deutschen über die Sicherheit nicht. Sicherheit, so wie sie sie meinen, nämlich: “Es kann auch unter den absonderlichsten Bedingungen nichts passieren”, die gibt es nicht. Keiner kann sein Leben so führen, daß er 30 Jahre im voraus die Uhr genau stellen kann.

        Ziemlich sicher aber bist Du: Dein Vermögen hängt ziemlich wenig an der Inflation: Du erlebst sie wie alle anderen, aber Du hast in Deinem Vermögen keinen Hebel, den Du hättest, wenn beispielsweise Deine Altersversorgung an festverzinslichen Papieren hinge. Wenn auf der anderen Seite eine Totalkatastrophe über uns käme, wie gerade in der Ukraine, dann hilft Dir Betongold auch nichts. Wir Westler sollten uns da eine Scheibe bei den Moslems abschneiden, die sagen: Kismet. Nimms hin, Du kannst es ohnehin nicht ändern. 

        Halt die Ohren steif und erzähle uns bitte, wie das ausgegangen ist.

        🙂

        1. Hallo Adular, danke für Deinen Input! Würde meine Arbeitszeit total gerne massiv reduzieren, leider macht der Arbeitgeber das nicht mit. Bin im Vertrieb, meine Kunden sind Automobil Zulieferer und ich hab auch noch die größten und wichtigsten in dem unserem Gebiet. Obwohl ich keinen Abschluss hab kann und will niemand der Master of … Kollegen einen oder mehrere dieser Kunden übernehmen.
          Meine Firma bietet hier nur 40+ Stunden Verträge an. Ganz oder gar nicht Situation. Es gibt so eine gesetzliche Regelung zu Teilzeit, hab jedoch auch wenig Lust die gleiche Arbeit für weniger Geld zu machen, wenn ich keine Kunden abgeben kann bzw. darf. Im Vertrieb ist man auch ein Stück weit fremd bestimmt und wenn der Kunde am Freitag Nachmittag um 16:00h einen Schmerz hat, dann muss sich jemand darum kümmern.

          Und Stichwort Fachkräftemangel, es sind eh 2 Jobs seit Monaten ausgeschrieben, die wir nicht besetzt bekommen, da will man niemanden reduzieren lassen.

          Wir ist die Arbeitszeit Verkürzung bei Deinen Arbeitgeber angekommen, ist es üblich? Was sagen die Kollegen, wenn Du Dich an Donnerstag ins WE verabschiedest?

        2. Hi Taketwo, ich arbeite auf “deiner Kundenseite”, also Tier1 Zulieferertochter und bei uns arbeiten die meisten 40h+. Jedoch beginnen die ersten, weniger zu arbeiten so 30-38h. Ich selbst arbeite probeweise für 1 Jahr 32h und will dann sehen wie es weitergeht. Selbst mit reduzierter Arbeit ist Karriere möglich, allerdings muss man schon Leistung bringen. Bin selbst in der SW tätig, weiß jetzt weniger wie es im Vertrieb ist. Aber ich denke, dir würde es weiterhelfen, einen AG zu suchen, bei dem du in Teilzeit arbeiten kannst und dich trotzdem relativ verwirklichen. Auf 100% Gehalt bist du nicht angewiesen. Denke darüber nach, dein AG Nacht die Bedingungen und das geht nicht, heißt doch nicht dass du es akzeptieren musst langfristig.

        3. Hallo Natmann und Yakari (Beitrag weiter unten),

          Es werden keine Teilzeitstelle mit halbwegs gutem Einkommen ausgeschrieben. Ich schau seit Jahren!! Man kann nur eine Vollzeit Tätigkeit aufnehmen und dann die Arbeitszeit reduzieren, und das wird nirgends gerne gesehen, gemacht. Das gleiche gilt für Sabatticals, alle reden darüber, wenn man es machen will gibt es überall total gute Gründe warum das gerade hier und gerade jetzt nicht geht.

          Da ich nicht studiert hab und nicht mal Abitur falle ich bei allen online Bewerbungs Tools für halbwegs qualifizierte Tätigkeiten auf der ersten Seite raus.

          Mit ein Grund dass ich mich quasi in diesem Job locked in fühle, goldene Handschellen sozusagen.

          Natürlich ginge auch ein Barista Job, oder was soziales, was zwar schlecht bezahlt, dafür erfüllend (Alten Betreuung etc.) – bedeutet in Teilzeit für 1000€ netto zu arbeiten, wieder irgendwelchen Schichtplänen unterworfen zu sein und Urlaub max 2 Wochen, naja…. Gut, die KV wäre bezahlt und reichen würde es in der Tat.

          Was ich da interessanter fände: was saisonales. So von November bis April. Da wäre ich auch bereit im Preis massiv runter zu gehen. Nachteil ist, dass die KV in den freien Monaten selber fällig wird, wäre auch machbar. Ausser Hotel fällt mir dazu aber nichts ein.

          Ideen willkommen!!!

        4. Meine Idee ist: probier es doch bei der Zulieferfirma mit den 5 roten Buchstaben. Wenn du von Automotive kommst und Ahnung technisch hast, ist ein Querschnitteinstieg ohne Studium möglich (nennt sich Studium oder vergleichbar). Je nach Job gibt es 32h bis 35h Stellen, im Vertrieb vermutlich auch.

        5. Zum Bewerbungsprozess fällt mir ein, dass du es vielleicht eher über Vitamin B versuchen solltest, damit du die Onlineverfahren (die natürlich nur Schema F mögen können, in das du nicht hineinpasst) meidest. Hast du ein (berufliches) Netzwerk, wo du dich mal umhören könntest? Im privaten deinen Wunsch zur Neuorientierung zu streuen, könnte die Chance auf eine neue Branche erhöhen.

          Zum Saisonjob: Klassisch ist natürlich Hotel & Gastro, aber auch Landwirtschaft (wolltest du nicht was Öko-mäßiges machen?). Die heimischen Spargelbauern stellen natürlich keine deutschen Frauen an, gibt nur Ärger unter den Leuten. Aber das würde ich evtl. mit Auslandsaufenthalt kombinieren um es spannender zu machen, Weinlese, Kibbuz oder so? Ansonsten suchen natürlich noch Freizeitparks Saisonkräfte. 😉 Sorry, das ist mein Abiturientenwissen, über 20 Jahre alt.

          Ich kann dir ansonsten nur empfehlen, suche dir das Äquivalent für ein freiwilliges soziales/ökologisches Jahr für Erwachsene: Bundesfreiwilligendienst. Oder studiere die Listen, was man da so machen kann, vielleicht inspiriert dich das.

          Übrigens haben auch Theater & Oper eine “Saison”. 😉

        6. Wie wäre es, wenn du dich einmal extern auf Teilzeitstellen bewirbst? “Einfach nur so”? Und dann mal schaust, was so passiert. Ich lese aus deinem Beitrag heraus, du machst dir die Sorgen des Arbeitgebers. Typisch Frau 🙂 Denk mal an dich, so richtig glücklich bist du ja nicht. Wenn es in dieser Firma keine passende Teilzeitstelle gibt (das Argument, dass du nicht in weniger Zeit und für weniger Geld dieselbe Arbeit machen möchtest, kann ich sehr gut verstehen!), dann eben extern – vielleicht ist es Zeit, für etwas Neues, das dir mehr Befriedigung verschafft statt nur Schmerzensgeld einzubringen. Daher würde ich einfach mal just for fun ein paar Bewerbungen schreiben und schauen, ob man so dem Glück nicht auf die Sprünge helfen kann. Wenn nicht, dann ist die Zeit eben noch nicht reif dafür?! LG

        7. Hallo Leute, Update: ab nächsten Ersten arbeite ich 24h/Woche. Das ging so: meine Mutter (82) braucht mittlerweile einiges an Unterstützung. An eine Pflegestufe hab ich nie gedacht, wegen den 125€ Monat lohnt nicht. Da hab ich rausgefunden, dass es einen Rechtsanspruch auf Teilzeit gibt. Nennt sich Familienpflegezeit. Mit diesen Zauberwort ging das ohne weitere Diskussion durch. Ein Anruf bei HR, done. Was jahrelang unmöglich war geht jetzt live.
          Wie das mit der workload wird muss man sehen, ist, wie ein Vorredner schon bemerkt hat, nicht mein Problem, Kündigungsschutz gibts übrigens on top. Ich mach heute einen Schampus auf – total happy!!

          Vielen Dank auch an den Maschinist und die vielen guten Inputs von Euch allen, hat alles mitgeholfen nach Lösungen zu suchen.

          Mein Chef meinte dann noch, nicht dass das Schule macht und alle mit einer Oma das auch machen wollen, dann meinte ich, wieviele er kennt, die mit 60% vom Brutto leben können. Er kennt niemanden.

        8. Freut mich für dich taketwo, echt der Hammer! Genieße es und ich denke 24h sind genau richtig für dich.

        9. Trotzdem solltest du unbedingt einen Pflegegrad beantragen!
          Meine Eltern bekommen dadurch zusätzlich die Möglichkeit zu einer stundenweise Hilfe im Haushalt, Unterstützung beim barrierefreien Umbau usw. Es ist quasi der Einstieg, um bei Bedarf schneller Hilfe zu bekommen.
          Beratung gibt es zB bei der Krankenkasse.
          Ansonsten ein tolles Interview. Viel Gück auf dem weiteren Weg!

        10. > Würde meine Arbeitszeit total gerne massiv reduzieren,
          > leider macht der Arbeitgeber das nicht mit.

          Du hast ein gesetzliches Anrecht darauf.

          > Bin im Vertrieb, meine Kunden sind Automobilzulieferer
          > und ich hab auch noch die größten und wichtigsten in
          > unserem Gebiet.

          Na ja.

          > Meine Firma bietet hier nur 40+ Stunden Verträge an.

          Diesbezüglich wird sie umdenken müssen.

          > Im Vertrieb ist man auch ein Stück weit fremdbestimmt,
          > und wenn der Kunde am Freitag Nachmittag um 16:00h
          > einen Schmerz hat, dann muss sich jemand darum kümmern.

          Klar. Das läßt sich aber organisieren.

          > Und Stichwort Fachkräftemangel, es sind eh 2 Jobs
          > seit Monaten ausgeschrieben, die wir nicht besetzt
          > bekommen, da will man niemanden reduzieren lassen.

          Da will man sehr wohl jemanden reduzieren lassen, wenn der dem Arbeitgeber sagt: Entweder arbeite ich Teilzeit weiter – oder ich kündige. Und in der Situation, es Dir leisten zu können zu kündigen, bist Du ja.

          > Wie ist die Arbeitszeit Verkürzung bei Deinen Arbeitgeber
          > angekommen,

          Mein damaliger Chef hat es gelassen hingenommen. Dann ist er in Ruhestand gegangen und wurde gefolgt von einer Jungdynamikerin. Da bin ich dank eigener Faulheit dem Verderben von der Schippe gesprungen: Diese Dame wollte letztlich volle Leistung von ihren Teilzeitlern, insbesondere deren Arbeitszeit nach ihren Bedürfnissen frei einteilen. Meine Teilzeit stand damals zur Verlängerung an, ein Schreiben der Personalabteilung habe ich gut abgelagert. Eine andere Teilzeitlerin der Abteilung hat es unterschrieben, wurde am Folgetag bereits zur Chefin gerufen, die ihr verkündet hat: Ab nun teile ich ein, wann Sie frei haben und wann nicht. Als ich das gehört habe, habe ich MEIN Schreiben ununterschrieben in die Rundablage gesteckt.

          Die Präsenzunkultur ist in den Köpfen fest verankert. Ein Bekannter ist Arzt in einer Klinik.

          Da gab es vor einigen Jahren eine Gesetzesänderung, die besagte: Wer Nachtdienst geschoben hat, muß dann nach Hause gehen und darf nicht den Folgetag auch noch durcharbeiten. Das hat ein großes Gejammere der Chefs gegeben, die dann ja nicht genau den Mitarbeiter zitieren konnten, der wußte, was in der Nacht passierte, aber gegen die EU-Gesetzgebung war kein Ankommen. Mittlerweile ist das in den Köpfen angekommen: Man sieht den Betreffenden bei der Frühbesprechung und kann ihn dann noch fragen, danach ist er für den Arbeitstag unerreichbar.

          > ist es üblich?

          Damals nicht, heute ja.

          Vor 40 Jahren gab es zuviele Leute für zu wenig Stellen: “Lehrstellenmangel”, “Arbeitsstellenmangel”.

          In Zukunft wird es zu wenige Leute geben: “Arbeitskräftemangel”. So mancher Arbeitgeber wird sich von seiner Vorstellung “Meine Leute sind immer da!” lösen müssen, er wird seine Arbeit flexibler anbieten müssen – oder er wird keine Leute finden oder die vorhandenen werden ihn verlassen. Home-Office geht in eine ähnliche Richtung. Das mögen viele unflexible Arbeitgeber auch nicht, werden es aber aus dem genannten Grund anbieten müssen.

          > Was sagen die Kollegen, wenn Du Dich an Donnerstag ins
          > WE verabschiedest?

          Ich muß dazu etwas ausholen: Vereinbart waren 80%, davon den Freitag immer frei (ohne freien Tag hätte ich es nicht gemacht). Die anderen arbeiten am Freitag kürzer als an den anderen Tagen, also ist Mo – Do volltags mehr als 80%. Ich habe mir die rechnerische Überzeit aufgeschrieben, das summierte sich zu einer Woche Extra-Urlaub im Jahr (und der war unproblematisch zu nehmen).

          Das hat prima funktioniert.

          Dann habe ich die Abteilung gewechselt, und dort wollten sie das nicht. Der dortige Abteilungsleiter sagte: “Keine Überstunden schreiben, sondern donnerstags nach der richtigen Zeit gehen (also 1 1/2 h vor dem allgemeinen Feierabend).” Das macht erhebliche Probleme (was ich vorher schon wußte). Man kommt als Teilzeitler nicht früher raus als die anderen. Die Kollegen lassen einen nicht weg, sondern kommen noch zwei Minuten vor dem eigenen Feierabend mit einer Sache an: “Kannst Du nicht noch eben mal?” Zu oft habe ich mich zum eigenen Schaden breitschlagen lassen.

          Das ist aber bald Vergangenheit. Ab dem 1. Juli ist auch der Donnerstag weg.

          Man muß aber halt sehen, daß man als (arger) Teilzeitler nicht mehr ganz dazugehört. Einen Tag weniger kann man kompensieren, auch das Team kompensiert das. Da zählt man noch dazu. Wenn es aber mehr wird, gilt man als sporadisches Geschöpf. Ich gehe das in meinem Fall ganz bewußt ein, weil es nur für eine überschaubare Zeit ist.

          Wie ich weiter unten lese, hast Du nun auf 24 Stunden reduziert (Wie verteilt?). Das heißt, Du kannst nun (oder bald) mitreden (und wirst das Obige sicher bestätigen).

        11. Hallo again, nachfolgend ein kleines update, arbeite seit 01.06. 24 std. = Mo Mi Do. Dienstag und Freitag bin ich bei der Mama. Wochenende frei. Es ist so geil Zeit zu haben. In Garten rumtüddeln, im Eiscafé sitzen, Nachbarn spontan zum grillen einladen – Sommer satt.
          In der Arbeit: die Chefs sind entspannt aber den Kollegen passt das gar nicht, hier null Unterstützung, niemand will Aufgaben von mir über nehmen. Die Kunden erwarten den gleichen Service Level.
          An den 3 Tagen arbeite ich schon intensiver, aber den Job von 40+ Std. Kann ich nicht leisten. Bleibt halt was liegen, bzw. Manches wird nicht an gepackt.
          Bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt.

        12. Die Kunden erwarten den gleichen Service-Level das ist logisch, da sollten deine Chefs so nett sein und einen Kollegen mehr einstellen / Support einstellen, so dass deine Kollegen wieder netter zu dir sind. Win-Win oder? Nur muss es auch bezahlt werden…

        13. Wir würden einige Leute einstellen, nur es bewirbt sich niemand. Echt krasse Zeit gerade.

  3. Unabhängig von all dem Auf und Ab beim Vermögen sticht für mich vor allen Dingen heraus, dass du anscheinend gerade unglücklich bist mit deinem Leben. Auf der Suche nach einem Plan B…
    Daher meine Frage: Hat die Umstellung des Konsums auf nachhaltige Alternativen für dich einen sinnstiftenden Charakter gehabt? Ich lebe – so gut es gerade geht – nach meinen Werten, kann die aber im Arbeitsleben nicht immer voll ausleben (Kompromisse gehören zum Job). Ist das bei dir ähnlich oder ganz anders?
    Viele Grüße
    Jenni

    1. In der Tat. Arbeite im automotive Bereich, “premium Cars”. Nicht illegal, aber nicht wirklich das, was die Welt heute weiter bringt.

      Es gibt echt wichtigeres!!

  4. Hallo Freiheitskämpfer,

    ich habe das Feedback erhalten, dass es auf dieser Hauptseite Probleme beim Einloggen und Kommentare schreiben gab (Das Forum-Login funktionierte im Gegenteil dazu).

    Ich konnte den Fehler mit einem Testaccount reproduzieren und habe ein PlugIn identifiziert, das die Webseite eigentlich schneller machen soll aber derzeit anscheinend auch die Login Probleme verursacht.

    Ich habe das PlugIn aktuell abgeschaltet und bei mir funktioniert das Login auf dieser Kommentarseite nun auch mit User Accounts.

    Wenn es bei einem von euch weiterhin Probleme gibt, bitte eine kurze Nachricht an:
    maschinist@freiheitsmaschine.com oder direkt im Freiheitsforum.

    Danke und schönen Sonntag!

  5. Erfrischend anderes Millionärsinterview, “Die Zeit des Verprassens war schon total cool” habe ich hier noch nicht so deutlich gelesen 🙂 Wenn du die 500k€ in den frühen 80ern in den MSCI World gesteckt hättest, hättest du jetzt etwa 16 Mio € auf dem Konto, aber vermutlich weniger erlebt und wärst wohl auch nicht weniger unzufrieden mit dem status quo.
    “Jammern auf ziemlich hohem Niveau” gibt es für mich dazu ohnehin nicht. In der Konsequenz dürften wir ansonsten nur bei tödlicher Krankheit in irgendeinem Drittweltland lebend klagen. Gibt dafür sogar ein Modewort (Whataboutism). Wenn es für dich ein Problem ist, ist es ein Problem.

    1. Hallo Johannes, vielen Dank für Deine netten Zeilen. Ich hatte das in der Tat auch schon oft nachgerechnet, auf 16 Mio bin ich nicht gekommen, aber ein paar Euro Mio wären es schon geworden. Allerdings gab es seinerzeit keinen MSCI World für Normal Anleger, weis nicht wann der erste Index Fond, Vangard glaube ich war das, für Kleinanleger verfügbar war. In den 80er und 90er waren die Templeton und Pioneer Fonds die Top Seller, die hatte ich mir sogar angeschaut, aber wer wird denn so einen Fond kaufen, wenn man ja selber ein geborenes Aktien Genie ist?? Ob es mir dann besser ergangen wäre – keine Ahnung. Der Karriere Pfad den ich irgendwann eingeschlagen hab war stellenweise auch ganz nett, insbesondere um es denen zu zeigen, die mich als “drop out” abgeschrieben hatten und auch mir selber.

      Jedenfalls wären alle Millionäre, hätte man rechtzeitig Amazon oder Immobilien in der Innenstadt oder oder oder.

  6. Super Interview. Danke dafür.
    Mich würde ja brennend interessieren, wie die erste Immo Spekulation, bzw. die Aktien Spekulation gelaufen ist. Da musst du ja Anfang 20 gewesen sein. Hattest du Startkapital? Auch für einen Kredit benötigt man doch ein gewisses Kapital?

    Der Bankberater muss ja gut und damit eine absolute Ausnahme gewesen sein.

    Schöne Grüsse
    Max

    1. Hallo Max, das kann ich gerne erklären: Da war ein Mehrfamilienhaus im Rohbau, ewig. Dann war ich bei der Bank und hab mal gefragt ob die wüssten was damit sei. Der Bauträger war pleite und die Bank hatte ein Problem. Ich hatte als “Bürokraft” bei einer Hausverwaltung gearbeitet und etwas Ahnung von Mietern, Verträgen etc. Ein Bekannter war Architekt mit dem hab ich das dann durchgerechnet. Kosten pro Gewerk, Miete pro Quardatmeter, Zinsen (damals 6%) etc. ohne Excel, weil das gab es ja noch nicht. Mein Bekannter, der Architekt meinte, wenn Du das nicht machst, mach ich das. Mit dem Business Modell und einer Grundschuld auf dem Haus des Schwiegervaters hat die Bank das gemacht. Ich war noch keine 20 und der Notar hat erstmal ausgerechnet, ob ich überhaupt schon geschäftsfähig sei. Fertig gebaut, gut vermietet und nach 2 Jahren steuerfrei verkauft. Da war die Spekulationsfrist noch 2 Jahre. Der Bankberater hatte nicht nur geschäftliche Interessen, mehr sag ich nicht :-).

      1. Supercool. Da war dann also doch einiges an Fachwissen deinerseits im Spiel. Und du hast dich aktiv drum gekümmert.

        … beim letzten Satz musste ich lachen 🙂

  7. @Frau Power8erbahn
    Vielen Dank fuer deine offene Schreibe!

    Hier ein kurzes Lebenskonzept als These zur Diskussion:
    a) Wenn wir von einem liebenden Gott geschaffen waeren, um in Kategorien der Liebe Erfuellung zu finden,
    (Luk.10,27: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst!«)
    b) dann fuehrt vermutl. eine Missachtung dieser “Bauweise” letztendlich zu Unerfuelltsein
    c) Zerstreuung und Ablenkung scheinen fuer viele ziemlich lange moeglich (Maennern sind da uebrigens durchschnittlich findiger als Frauen? mit Familie/Kinder aufziehen/Alte versorgen/sich um andere kuemmern (Sozialarbeit) kommt man evtl spaeter/gar nicht auf die Idee?). Aber frueher oder spaeter holt einen das ggfs ein (bei Zielerreichung falscher Ziele? Krisen, Krankheit, wenns aufs Sterben zu geht?)
    d) Was heisst das nun konkret? Gluecklich macht: zu lieben/sich kuemmern/Verantwortung fuer andere uebernehmen (weniger/kaum darauf zu warten, um endlich geliebt/umsorgt zu werden).
    e) aus eigener Kraft zu lieben klappt jedoch immer nur begrenzt (wir koennen es nicht alleine), deshalb die Beziehung zu Gott als Gamechanger
    f) vielleicht mal Johannes-Brief lesen (Bibel). Im Wesen Jesu Christi erkennen wir Gott – wie er ist.

    LG & viel Erfolg, schreib’ mal, was du davon haelst?
    Joerg

    1. Hallo Jörg,
      erstmal danke für Deine Zeilen. Vorab, bin bekennender Ateist. Das hab ich mir nicht leicht gemacht, wurde in einer Kloster Schule erzogen und hab auch die Bibel von vorne bis hinten mehrfach gelesen. Dabei ist mir als Teenager aufgefallen, daß sich die Kirche überhaupt nicht an die eigenen Regeln hält, Stichwort Hexenverbrennung, Kreuzzüge. Meinen Lieblingsnaturwissenschaftler Gallileo Gallilei wollten sie verbrennen. Zu der Zeit war er nicht mal rehabilitiert und die offizielle Meinung der katholischen Kirche in ein 1980er Jahren war, daß sich die Sonne um die Erde dreht. Mein Beichtvater hatte sich mehr für meine sexuellen Erlebnisse als für meine “Sünden” interessiert, aus heutiger Sicht müsste man ihn anzeigen.
      Somit habe ich mich mehr dem Hedoismus zugewant und mein Leben dem Spaß und dem Risiko gewidmet.
      Du hast sicher recht, daß man dem irgendwann überdrüssig wird und sich sinnvolleren Tätigkeiten widmen sollte, was immer das auch ist. Muss ich für mich noch finden.

      1. Danke TakeTwo, spannende Vita und viele schlechte Erfahrungen mit Kirche … hast du schon mal daran gedacht, pers. Glauben getrennt von Kirche/Religion zu betrachten? Vielleicht wendest du dich direkt an Gott und guckst was passiert …? Ich weiss nur, dass ER dich lieb hat und eine Beziehung zu dir sucht.
        LG Joerg

        1. dass es ein ER ist, finde ich schon mal doof. Warum eigentlich nicht eine Sie? Mit so einer Goettin könnte ich mich vielleicht anfreunden. Sie würde auch keine Ministranten missbrauchen und Kreuzzuege führen oder wie die Orthodoxen den Putin in seinem Krieg unterstützen. Spaß beiseite, eine gewisse Spititualität ist sicher gut und sinnvoll. Dass da so eine Person sitzt mit dem großen Buch glaube ich eher nicht. Und es heißt ja Glaube und nicht Wissen. Vielleicht stehe ich eines Tages vor der Tür zum Fegefeuer und denk mir, hätte ich bloß auf den Jorg gehört 🙂

        2. Ich glaube, Er ist dir nicht boese wenn du Ihn sie nennst 😉 Hauptsache, du redest mit Ihm/Ihr und deine Neugier siegt ueber dein Ego?

  8. Tolles Interview mir gefallen besonders dass es auch Tiefen und nicht nur Höhen gab und dass du deinen Weg weitergegangen bist zu FIRE. Was besonders ist, dass du keine besondere Erfüllung im Job zu haben scheinst. Hier würde ich ansetzen und dich nach einer Sinnstiftenderen Tätigkeit umzusehen. Bezahlung ist nicht das Wichtigste, sondern halbwegs krisensicher und es macht Spaß und Freude!

    Ich habe ein paar Fragen:
    – schließt du aus weiter zu reisen aus Umweltbewusstsein / Fußabdruck?
    – wäre es eine Idee, Arbeit zu reduzieren und dafür eine kleine soziale Tätigkeit / Ehrenamt, BUND Engagement?

    1. Hallo Natman, Vielen Dank für Deinen Input. Richtig erkannt, der Job macht keine Spaß. Täglich sinnlose Probleme lösen, dafür wird man (leider) mit Geld “zugeschissen”. Vielleicht auch ein Fall von Gier frißt Hirn – weil es würde ja mit weniger gehen und dafür sinnstiftend, sozial etc. Meine Chefs wissen Bescheid und würden mir auch was anderes mit weniger Stunden anbieten, sofern man einen Ersatz findet – was gerade schwierig ist. Hatte schon vor einfach zu kündigen, dann kam dieser Krieg und wer weis was da noch alles kommt. Zu Deinen weiteren Fragen:

      • Reisen: gefühlt bringt es mir nichts mehr, war schon überall: Segeln, Tauchen, Bergsteigen in Nord- und Südamerika, Asien, Japan, Afrika, es zieht mich einfach nicht mehr in die Ferne + der Fußabdruck, mein Anteil an CO2 hab ich ganz sicher schon mehrfach überstrapaziert.
      • Soziale Tätigkeit wäre jetzt vielleicht das Richtige, weis aber nicht ob ich das kann. Mein Leben war ein Stück weit eine jahrelange Party, Sex Drugs and Rock’n Roll unterbrochen von Abenteuer auf und unter Wasser, den Bergen, Wüsten und exotischen Stätten. Mein Feindbild waren Spießer, Langweiler und Normalo’s. Nachhilfe für unmotivierte Kids – das würd nicht gut gehen. Was ich total spannend fände wäre was im Natur- und Artenschutz, aber dafür habe ich keine Ausbildung, da sind promovierte Biologen schon am Start auch für wenig Geld.

      In jedem Fall gute Inputs – in diese Richtung werde ich mich wohl irgendwie weiterentwickeln müssen.

  9. Hello, schönes Interview 🙂 Deine Gefühlslage kann ich sehr gut nachvollziehen und das klingt jetzt gegebenenfalls etwas unhöflich, aber ich bin immer erleichtert, wenn es anderen auch so geht.

    Das Streben nach Reichtum und Freiheit treibt viele Menschen an und ist enorm sinnstiftend für den Moment. Wenn aber der Punkt erreicht ist, steht man da: Was nun? Viele malen sich dann ein schönes Bild aus: Haus, Reisen, Hobbys, unendlich viel Zeit, soziales Engagement. Die Realität ist aber eine vollkommen andere und das wird zu selten thematisiert. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass es wenige gibt, die es zu dem Punkt schaffen und aus der Realität öffentlich berichten.

    Mit Geld und Zeit kann man in erster Linie viel erleben und Erfahrungen sammeln. Wie die Hippies oder luxuriös wohnen, Urlaub in der Wildnis oder im 5 Sterne Hotel, segeln, fliegen oder sonstiges lernen. Aber das alles nutzt sich auch unglaublich schnell ab. Wer einmal den Jochen Schweizer Katalog durch hat, der hat dann tatsächlich ein Problem.

    Ich werde immer schief angeschaut, wenn ich sage: Es macht auf Dauer keinen Spaß jeden morgen auf einer Yacht aufzuwachen, Sex, Drugs & Rock Roll zu leben und oder sich von einem Butler bedienen zu lassen. Dass das nicht der Weg ist, zeigen ja augenscheinlich genug Stars, die früh das zeitliche segnen.

    Mit sozialen Engagement tue ich mich auch schwer: Wenn die Freiheit dann da ist, willst du nicht unbedingt dich in einen Dienstplan bei der Tafel einfügen und als Unternehmer musst du auch mit der Ineffizienz im sozialen Sektor deinen Frieden machen können. Die Menschen sind auch zweifelsohne zum größten Teil warmherzig, aber die Einstellungen zum Thema “reiche Leute” und zu Problemstellungen sind auch eher schwierig.

    Bleibt die viele freie Zeit. Leider hast nur du die in der Regel selbst. Wenn dein alter Schul-/Studien-/Arbeits-Freundeskreis noch bestand hat, dann muss der einem Job nachgehen. Hast du Unternehmer im Freundeskreis, sind die meist auch viel beschäftigt. Du sitzt also alleine Vormittags im Cafe, gehst alleine zum Sport und fährst alleine zum See und das alles teilst du dir dann maximal mit Eltern in Elternzeit oder Rentnern. Mit denen kann man sich natürlich auch anfreunden 🙂

    Hat dann doch auch mal ein Freund Zeit, musst du erstmal noch gemeinsame Themen finden. Du hast schließlich kein Chef über den du dich beschweren kannst, nicht zu wenig Urlaub und auch nicht zu wenig Zeit oder zu viel zu tun.

    Fazit: Auch das Leben ist kein Zuckerschlecken. Ich bin Anfang 30 und stehe nun auch achselzuckend da und denke: Und nun?

    Ein paar Ideen habe ich und ich suche gerne den Austausch unter gleichgesinnten und “Leidensgenossen”. Vielleicht hat der Maschinist ne Idee, wie man sich anonym austauschen kann? Telegram Gruppe für sinnsuchende Millionäre? Meine ich ernst 😉

    1. Danke für Deine Gedanken SinnCity!

      Austausch geht z.B. im Forum hier und dabei ganz besonders im geschlossenen Freiheitskämpfer Bereich, auf den alle registrierten User Zugriff haben:

      https://freiheitsmaschine.com/freiheitsforum/freiheitskaempfer-ecke/

      (Schaltet sich für Dich automatisch nach Deiner Registrierung hier frei und Du siehst auch alle schon eingestellten Threads / Beiträge).

      Anonymität untereinander bleibt zu 100% wie bei den Interviews selbst auch gewahrt.

    2. Hallo SinnCity, Du bist schon Anfang 30 und auch schon “durch”, Gratulation und danke für Deine einfühlsamen Worte :-). Du hast meinen Gefühlszustand sehr schön beschrieben. Es gibt wenige in so einer Position und wenn dann wissen sie es nicht, oder wollen es nicht wissen/wahrhaben, somit ist man entweder weiter in der Tretmühle oder irgendwo allein am See.

      Das mit Teilzeit hat jetzt noch keiner so ins Spiel gebracht, es ist aber total schwierig eine “qualifzierte” Teilzeitstelle zu bekommen, Telefonistin wollte ich jetzt auch nicht machen. Kommt Zeit, kommt Rat!

      Das mit dem Austausch finde ich gut, vielleicht eröffnen wir eine Thread in dem geschlossenen Bereich wie Maschinist beschrieben hat.

  10. Hallo, mir hat dein authentisches Interview sehr gut gefallen, 1. weil du es mit einem „normalen Einkommen“ weit gebracht hast, 2. imponiert mir deine Beharrlichkeit. Du hättest nach der 1. Bauchlandung jegliche Geldanlage verteufeln können, bist aber drangeblieben, Chapeau und weiter so!
    Würde mich freuen, von dir im Forum mehr zu lesen, du hast viel erlebt und eine erfrischende Denkweise, ein Austausch mit dir ist sicher spannend.
    Zum Thema passendes Ehrenamt finden: Du solltest sicher nichts übers Knie brechen, aber ohne dich etwas unters Volk zu mischen, kommst du wahrscheinlich nicht ans Ziel – auch Umwege und Irrwege können mitunter bereichernd sein.
    Als ich mal Anschluss suchte, habe ich mich als Freiwillige Helferin für größere Events gemeldet und dabei Einblicke in mir bislang fremde Welten erhalten und Leute abseits meiner Bubble kennengelernt. Wenn ich an denen „drangeblieben“ wäre, hätte sich bestimmt ein neues Betätigungsfeld gefunden… Schau doch mal, was es Interessantes in deiner Region gibt, und geh einfach mal hin, nur zum Gucken.
    Oder lass dich, wie ich damals, für kurze Projekte (1 Tag z.B.) einspannen, und sei es nur als Wahlhelfer oder so. Es gibt im Netz Freiwilligenagenturen und Ehrenamtsbörsen, aber bestimmt findet man auch in Gruppen bei Facebook oder bei Ebay Kleinanzeigen Aufrufe (oder startet selbst etwas…). Es gibt wirklich viel viel mehr zu tun als Kids Nachhilfe zu geben.
    Wenn du total ideenlos bist, frage bei deinem Landes-Innenministerium nach einer Liste von gemeinnützigen Organisationen oder recherchiere, wer oder was in der letzten Zeit Ehrenamtspreise, Verdienstorden usw. erhalten hat.
    Zu guter letzt gibt’s nahezu überall Bürgerstiftungen mit interessanten regionalen Projekten, worüber man auch Kontakte knüpfen kann…
    In all dieser Fülle wird schon etwas Ansprechendes sein, und wenn nicht, vielleicht ein Impuls eine eigene Idee zu verwirklichen?! Viel Spaß auf dieser neuen Reise!
    PS: Brieffreunde werden nach wie vor von JVA-Insassen gesucht. Falls alle Stricke reißen…

    1. Hallo Yakari, vielen Dank für Dein Feedback! Deine Inputs sind wirklich hilfreich, so was in der Art muß ich mir in der Tat überlegen. Ich warte jetzt mal diese Krise ab, je nachdem, was da rauskommt – kann ja alles mögliche werden.

      Brieffreunde aus der JVA werde ich aber sicher nicht – schreiben kann ich ja in allen möglichen Foren, wenn schon soll sich das live abspielen mit richtigen Leuten.

      Es sind sicher auch die sozialen Kontakte auf Arbeit die man nicht unterschätzen darf.

      Hatte kürzlcih das Buch Bullshit Jobs gelesen, da hat sich so herauskristallisiert, je sinnvoller die Arbeit um so schlechter die Bezahlung und umgekehrt. (Krankenschwester vs. Hedgefond Manager)

  11. Das Interview zu lesen war wirklich spannend. Als “Investmentstrategie” für meine Familie untauglich, aber hey, ist gut gegangen. Im nachhinein also noch herzlichen Glückwunsch 😉

    Mitte der 80er 1 Mio. DM auf dem Konto und danach noch teils in Fremdwährung weiter gehebelt und gut gegangen… Darf man fragen wieviel DM ihr damals dann eigentlich “verballert” habt? Klingt nach einer sehr lustigen Zeit 😉

    1. Hallo Vroma, zur Nachahmung wirklich nicht zu empfehlen :-). Wieviel ich genau “verballert” hab und wieviel aufgrund von schlechten Investments abgeschmolzen ist kann ich nicht mehr nachvollziehen. Es gab auch einige Papiere mit Totalausfall. Schätze mal im Zeitraum von etwa 8 Jahren ca. 700k DM verballert. Das ist gar nicht so schwer. Mal ein Beispiel: Mein Ex hatte sich nach der Scheidung einen Porsche gekauft und ich musste das natürlich toppen und hab einen Jaguar geleast (zuviel James Bond geschaut). Geleast deshalb, weil ich ihn ja nur kurz fahren wollte und ihn jederzeit zurückgeben wollte. Das mit dem jederzeit war nicht so, ich hatte den Vertrag nicht wirklich gelesen. Allein die Versicherung waren 1.800DM im Quartal (!). Die Beziehungen kamenund gingen, oft umgezogen, da denkt man, der Mann des Lebens, zieht in eine Wohnung kauft eine Küche mit Marmorplatte und 3 Monate später waren Mann und Küche History. Dann die große Liebe (Unternehmensberater, hatte selber Geld aber auch den entsprechenden Lebensstil), Auszeit genommen, Tauchen auf den Malediven, Segeln in Kroatien und Karibik, Safari in Afrika, Asien, Südamerika, USA mit dem Wohnmobil. Wir haben in den teuersten Lokalen gegessen und in den besten Clubs flaschweise Champagner kommen lassen – da geht schon was weg. Wir haben gelebt, als gäbe es kein Morgen, was leider tatsächlich so war, nach der Krebsdiagnose war das Geld wirklich wurscht und danach waren 50k$ übrig.

        1. Finde ich auch. Demnächst in Ihrem Kino?!
          @TakeTwo Vielleicht magst du mal über deine Abkehr vom Konsum berichten, wie bist du dazu gekommen, war es Verzicht oder lag es auf der Hand? Welche Etappen gab es? Vermisst du den Schampus? 😉

        2. Hallo Yakari,
          klar gerne, als ich wieder alleine war und das Geld größtenteils weg, hab ich mich hingesetzt und ganz klassisch ein Haushaltsbuch geführt. War mir irgendwann schon klar, daß ich da finanztechnisch ein paar grobe Schnitzer reingehaun hab. Konsum im Sinne von vielen Sachen kaufen hatte ich durch meinen nomadischen Lebensstil eh nie, von da zum Minimalist war es ein kleiner Sprung. Nach der Lektüre zu Themen wie Klimawandel ging es vom Minimalist Richtung nachhaltigerem Lebensstil. Kaum Flugreisen, kein Auto, weniger Fleisch, kleinere Wohnung, das kostet wenig und ermöglicht eine vernünftige Sparquote.

          Ein Winzersekt aus der Pfalz ist ebenso gut wie ein Röderer Cristal und ab einem gewissen Alter ist die Disco weniger spannend. Da koche ich lieber selber und lade Freunde ein. Man muß auch nicht nach Nepal zum Bergsteigen, wir haben die Alpen vor der Haustüre und da hat es auch Berghütten, da kann ich ohne Führer und Mannschaft wandern. Seit 10 Jahren bin ich verheiratet, langweilig mit Eigentumswohnung – eine Beziehung auf Augenhöhe, echt angekommen.

          Weniger Risiko eingehen, bedeutet auch langsamer “reich” werden, aber sicherer. Ein langweiliger Fond bzw. ETF Sparplan zum Beispiel, funktioniert streßfrei und kostengünstig. Aber please don’t call me “Spießer”!!!

          Um es kurz zu machen: Vermissen tue ich nichts, aber missen wollte ich es wilde Leben auch nicht.

  12. Wow – ich habe mich schon gefragt wann es das nächste Interview gibt. Wirklich ein besonderer Pfad – ich finde es wirklich toll wie du immer dran geblieben bist und dich von den Rückschlägen nicht hast auffressen lassen. Ich möchte nicht wissen, wieviele sich vom ersten Rückschlag nicht mehr erholen und in eine Opfer Rolle schlüpfen…

    Gruß
    Finanzr

    1. Hallo Finazr, vielen Dank für Deinen Kommentar, hat mich gefreut. Man hört immer wieder von Leuten, die sich mit dem Neues Markt die Finger verbrannt haben und nie wieder was mit Aktien gemacht haben. Wer dann jeden Monat alles raushaut, sitzt da mit einem teueren Lebensstil und muss ackern bis 67 und es wird gejammert, dass es anders ja gar nicht geht.

  13. Gratuliere, dass du dran geblieben bist und und vielen Dank fürs Teilen deiner Erfahrungen. Kleiner Vermutstropfen: das Interview ist viel zu kurz.

    1. Hallo Reblaus, vielen Dank für Dein Feedback, das ist immer so eine Balance, manche mögen es lieber kurz und knackig. Liebe Grüße!

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