Freiheitskämpfer Interview 28 – Der Aktiensozialist

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Freiheitskämpfer Interview 28 Aktiensozialist Wohlstand trotz HandikapIn unseren Freiheitskämpfer Interviews berichten junge Menschen bis 35, wie sie aus eigener Kraft ein sechsstelliges Vermögen aufgebaut haben und von Ihren Plänen für Ihr weiteres Leben.

Und dabei gibt es nur Gewinner!

Die Interviewten erhalten vielfältiges Feedback zu Ihrer Situation und schon die Bearbeitung des Interviews selbst sorgt für ein mehr an Klarheit.

Den lesenden Freiheitskämpfer bringt es neue Ideen und auch mögliche Lebensmodelle als Motivation für das eigene Vorankommen.

 

 

Heute schreibt uns Der Aktiensozialist

 

Und was habe ich mich gefreut, dieses Interview zu lesen.

Jemand mit einer körperlichen Einschränkung lässt sich absolut nicht unterkriegen und arbeitet sich trotzdem (oder auch deswegen?) weit nach oben.

Und damit Bühne frei für den Aktiensozialisten:

 

Hallo lieber Maschinist, hallo liebe Freiheitskämpfer!
ich verfolge Die Freiheitsmaschine schon sehr lange, quasi seit dem Beginn meiner „Investorenkarriere“.
Ich habe seit dem Start der Millionärs- und Freiheitskämpfer-Interviews jedes davon gelesen und finde diese immer sehr spannend. Aufgrund meiner persönlichen Situation natürlich insbesondere die Freiheitskämpfer-Interviews. Ich habe mich aber bisher nicht getraut, selbst ein Interview zu geben, da ich mich einerseits normalerweise ungern ungefragt in den Vordergrund stelle. Darüber hinaus hielt und halte ich meinen Weg für recht unspektakulär.
Nun habe ich mich aber nach langer Bedenkzeit entschlossen, es doch zu tun. Einerseits als mentale Übung für mich, andererseits, weil das coole Interview von Nicolas „Freiheitskämpfer Interview 23 – Nicolas mit 100.000€ Vermögen als Twen“ erstmals in dieser Serie einen Punkt angesprochen hat, den ich gern aus eigener Erfahrung mehr beleuchten möchte:
Den Aspekt der Schwerbehinderung (in meinem Fall von Geburt an) und dass eine solche das Leben nicht zwingend einfacher macht – aber auch kein pauschales Hindernis für größere Ziele ist.
Viel Spaß beim Lesen,
Der Aktiensozialist

 

  • Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?
Ich bin aktuell 34 Jahre alt, meine Partnerin ist 31 Jahre alt. Wir sind seit knapp 3,5 Jahren zusammen und leben seit knapp 2 Jahren auch zusammen. Kinder haben wir keine.

 

  • Wo auf der Welt lebst Du / Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben aktuell in der Innenstadt einer Großstadt mit mehr als 300.000 Einwohnern. Wir wohnen in einer Mietwohnung (3 Zimmer + Küche + Bad + zwei große Balkone).

 

  • Wie sieht Dein bisheriger Lebensweg aus und welche beruflichen wie privaten Erfahrungen hast Du dabei gemacht?
Ich bin 1986 in Ostberlin noch in der DDR geboren und zumindest für 4 Jahre aufgewachsen.
Während ich als frisch geborener „Neusozialist“ ganz unauffällig und normal erschien, bemerkten meine Eltern mit rund 1,5 Jahre, dass bei mir irgendwas nicht stimmte. Kurzer Check beim Doktor ergab dann: Hochgradige Schwerhörigkeit auf beiden Ohren von Geburt an, faktisch taub ohne Hörgeräte. Seitdem trage ich Hörgeräte, ohne die ich tatsächlich nichts höre (großer Vorteil beim Schlafen z. B. im Flugzeug oder im Hotel in der Nähe des Flughafens oder der Stadtautobahn trotz offenem Fenster ;)).
Da der technische Fortschritt und die Qualität der ersten Hörgeräte in der DDR und auch später nach der Wende noch nicht so weit war wir heute, waren meine natürlichen „Nachsprechversuche“ als Kleinkind nur von sehr bescheidenem Erfolg gekrönt. Meine Eltern haben aber von Anfang an darauf gesetzt, dass ich so „normal“ wie möglich aufwachsen soll, wenn es geht. Heißt also, nach Möglichkeit nicht auf eine spezielle Schwerhörigeneinrichtung, sondern auf normale Schulen mit normalen Kindern und normaler Alltagsumgebung, um mich so früh wie möglich auf das reale Leben vorzubereiten.
Dafür bin ich ihnen bis heute extrem dankbar!

 

Ich durfte dementsprechend auf eine „Grundschule mit Integrationsstufen“, die zu 95 % aus ganz normalen Kindern bestand und dann einige Plätze explizit Kindern mit Schwerbehinderungen vorbehielt. Da mein Wortschatz und Aussprache aufgrund Schwerhörigkeit + schlechte Hörgerätequalität noch zu minderwertig waren, hatte ich neben dem normalen Schulunterricht bis zum Abi-Abschluss immer noch zusätzliche Förderstunden mit einer Logopädin. Da ich aber von klein auf ein sehr leidenschaftlicher Leser war, konnte ich diesen Nachteil sehr schnell auf- und sogar überholen, sodass ich ab der zweiten Klasse immer zu den Besten gehörte.
Aber ich musste trotzdem immer im Unterricht und Zuhause mehr ackern als die hörenden Mitschüler. Im Unterricht, weil ich immer parallel hören + Lippen ablesen musste für ein volles Verständnis und das immer schnell genug, so dass ich mitkomme. Oder ich musste zuhause, was ich im Unterricht nicht verstanden habe, mir selbst erklären und beibringen.
Das hat dazu geführt, dass ich viele Dinge schneller und umfassender verstanden habe und leider auch dazu, dass ich während der Grund- und Gesamtschulzeit als „Streber“ dargestellt wurde. Oder angeblich bei der Notenvergabe von Lehrern bevorzugt würde allein aufgrund meiner Schwerhörigkeit. Diese Zeit ist aufgrund einiger Mitschüler meine unschönste gewesen (andererseits habe ich heute noch vier meiner besten Freunde aus dieser Zeit).
Gleichzeitig war diese Periode einer der Gründe, warum ich den Ehrgeiz hatte, „erfolgreich“ zu sein. Nach dem Wechsel auf ein Gymnasium ab der 11. Klasse mit ganz neuen Mitschülern wurde es viel besser. Ich wurde so aufgenommen, wie ich war. Und gute Noten bzw. Leistungen waren eben dem Fleiß geschuldet und nicht irgendwelchen angeblichen Bevorzugungen für den „armen Schwerhörigen“.
Nach dem Abi habe ich dann zunächst ein BWL-Bachelorstudium abgeschlossen.
Anschließend war ich für ein halbes Jahr Work & Travel allein in Australien & Neuseeland unterwegs, wo ich unter anderem einen Monat lang 6 Tage die Woche ganztägig in einer Metallverarbeitungsfabrik in der Produktion an den Maschinen mitgearbeitet habe. War eine bis heute bereichernde und sehr erdende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Nach der Rückkehr habe ich dann ein Jahr lang Vollzeit bei einem Personaldienstleister gearbeitet, bis ich mein Masterstudium im Bereich Wirtschaft mit explizitem Fokus auf Innovation & Nachhaltigkeit beginnen konnte. Dies beinhaltete neben Studienaufenthalten in Kasachstan und Russland auch ein Vollzeit-Praktikum im Innovationsmanagement bei einem Solarunternehmen, wo ich anschließend auch meine Abschlussarbeit geschrieben habe.
Mit Abschluss des Masterstudiums Mitte 2014 bin ich per Einstiegsprogramm zu einem börsennotierten Großkonzern im Energie- & Infrastrukturbereich gekommen, welcher in Deutschland aktiv ist und wo ich bis heute arbeite. Nach dem Traineeprogramm, welches durch verschiedene Bereiche im Konzern inkl. Auslands- und Blue-Collar-Einsatz führte, arbeitete ich zunächst für zwei Jahre als Technologiescout.
Weil ich dann Lust auf wieder was Neues mit mehr Verantwortung hatte, wechselte ich in einen neugeschaffenen Bereich sehr nahe am Vorstandsbereich und bin dort für die Entwicklung neuer (digitaler) Produkte & Geschäftsmodelle für Städte und Quartiere zuständig. Hier habe ich seit nun mehr als zwei Jahren eine klasse Chefin mit tollen Kollegen und einen Job, der mir bisher viel Spaß macht. Ich durfte 2018 und 2019 auch u. a.  verschiedene Geschäftsreisen in Asien (China, Singapur, Südkorea, Japan, Israel), Nordamerika (USA + Kanada) und Europa (u. a. Dänemark, Österreich, Spanien, Türkei) und Gespräche mit potenziellen Partnern und verschiedenen Akteuren im Bereich Stadtentwicklung vorbereiten und durchführen, was mich enorm motiviert und weiterentwickelt hat.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles jährliches Nettoeinkommen. Wie hat es sich entwickelt und wie sieht die weitere Entwicklungsmöglichkeit in Deinem Bereich aus?
Meine Partnerin und ich haben zwar einen gemeinsamen Haushalt, aber nach wie vor komplett getrennte und damit jeweils unabhängige Vermögen. Daher berichte ich hier nur über mich allein.
Mein aktuelles Nettoeinkommen aus der Arbeit beträgt derzeit rund 43.000 EUR im Jahr. Dazu kommen noch aktuell zwischen 2.500 – 3.500 EUR netto pro Jahr an Kapitalerträgen in Form von Zinsen und Dividenden. Diese dürften weiterhin jährlich steigen, da jedes Jahr mehr investiert wird.
In den Konzern eingestiegen bin ich mit rund 30.000 EUR netto, die dann durch jährliche Tarifsteigerungen sowie v. a. Höhereinstufung aufgrund meiner beiden Jobwechsel im Konzern auf die heutige Nettosumme gestiegen sind. Also keine extremen Sprünge wie bei vielen anderen hiesigen Interviews, aber ich habe bisher noch keine Jobwechsel zu einer anderen Firma vollzogen, wo naturgemäß die größten Chancen dafür liegen.
Ich bin mittlerweile fast am Ende der „normalen“ Tarifeinstufungen angekommen. Für größere Sprünge müsste ich offizielle Führungsverantwortung übernehmen (bisher nur „inoffiziell“ im Rahmen meiner Arbeit im kleineren Maßstab, von daher ok) und quasi in den außertariflichen Bereich gehen, wo ich mir aber nicht sicher bin, ob die ich zumindest im aktuellen Unternehmen / Umfeld annehmen möchte.
Nach meiner Meinung ist das reine Gehalt als Vergleichsmaßstab auch zu kurz gedacht. Das Gesamtpaket muss aus meiner Sicht stimmen. Ich bekomme z. B. auch volle 40 EUR pro Monat vermögenswirksame Leistungen und 35 Tage Urlaub im Jahr bei einer Wochenarbeitszeit von 37 Stunden. Außerdem werden Überstunden aufgezeichnet und können abgebummelt werden oder werden ausbezahlt. Eine BahnCard 50 gibt es zusätzlich auch für Privatnutzung. Es gibt noch viele andere (großkonzerntypische) Annehmlichkeiten wie Betriebskindergarten, Familienzulagen, zusätzliche Pflegetage oder Sabbatical-Optionen, die ich bisher nicht nutze.

 

  • Würdest Du Deine / Eure berufliche Tätigkeit anderen Menschen empfehlen, wenn es um die Punkte Einkommen, Entwicklungsmöglichkeiten und persönliche Erfüllung geht und was sind die Gründe dafür?
Die Themen meiner Arbeit sowie die Studienrichtungen, die mich dahin gebracht haben (Energie, Infrastruktur, Stadtentwicklung, Entwicklung digitaler Produkte & Geschäftsmodelle), kann ich persönlich total empfehlen. Es ist ein sehr spannendes und breites Feld, wo viele unterschiedliche Aufgaben, Projekte und Arbeitsthemen übernommen werden können und die sehr viel Raum für die persönliche und fachliche Weiterentwicklung mitbringen. Da das Thema Stadt-/Quartiersentwicklung und der Aufbau von solchen „Lebensräumen der Zukunft“ ein globales und noch sehr langfristig wichtiges Thema sind, sind aus meiner Sicht auch die Chancen groß, in anderen Ländern arbeiten zu können bzw. diese zu „besuchen“.
Man muss sich aber auch klar sein, dass man hier in einem sehr komplexen Feld mit vielen unterschiedlichen Stakeholdern befindet und das laufend von vielen verschiedenen Trends und Veränderungen geprägt ist. Das kann den ein oder anderen schon mal überfordern, wie ich es in meinem eigenen Arbeitsumfeld zuweilen erlebe.
Die Verdienstmöglichkeiten sehe ich persönlich auch gut, wobei es natürlich darauf ankommt, ob man bei einem Großkonzern, KMU, Startup oder im öffentlichen Sektor arbeitet.

 

  • Wie hoch sind Deine / Eure aktuellen jährlichen Ausgaben und in welchen Bereichen schränkst Du Dich ein, um eigenes Vermögen aufzubauen?
Meine Ausgaben belaufen sich pro Monat um die rund 1.700 EUR (12-Monats-Durchschnitt), wobei Miete und Lebensmittel mit ca. 60 % die größten Posten sind (ich zahle hierfür einen deutlich größeren Anteil in unserer Beziehung). Ansonsten sind noch Urlaubsreisen, sofern diese möglich sind, der nächstgroße Kostenblock. Alles andere ist dann nur noch „kleines Beiwerk“.
„Einschränkungen“ in dem Sinn habe ich keine. Ich leiste mir alles, was ich mir leisten möchte, insbesondere eben bei hochwertigen Lebensmittel sowie Reisen. Ich habe kein Auto (nie gehabt), und brauche auch keins für den All- oder Berufstag. Und wenn doch, leihe ich mir eins (privat) oder nehme eines aus dem Firmenpool (beruflich). Ansonsten habe ich mit Fahrrad, Lastenrad und ÖPNV alles, was ich aktuell brauchte. Mir waren Autos und neueste technische Gadgets schon immer egal im Gegensatz zu vielen Freunden. Aber ich spreche es auch niemanden ab, der es möchte. Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Ansonsten war ich schon immer jemand, der wenig „Zeug“ im Leben haben will, einfach aus Ordnungs- und Einfachheitsliebe. Ich bin da ein ziemlicher Simplicius Simplicissimus und bin mit wenig Materiellem zufrieden, da ich vieles aus dem Immateriellen beziehe (Natur, Reisen, Freunde treffen, Videospiele) und kein „Vergleichssyndrom“ habe.
Ich habe auch nach dem Berufseinstieg und dem damit verbundenen Gehaltssprung nach dem Studium meinen studentischen Lebensstil behalten, indem ich in einer ca. 35 qm großen Einzimmerwohnung mit sehr großzügigem Balkon für grad mal 350 EUR / Monat gelebt habe. Ich brauchte auch schlicht nicht mehr. Jetzt mit Freundin ist es etwas größer, aber immer noch völlig im Rahmen für die Lage und das Einkommen.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles Vermögen, wie hast Du es investiert und was möchtest Du in Zukunft dabei noch besser machen?
Mein aktuelles Nettovermögen beträgt derzeit knapp unter 200.000 EUR und setzt sich grob aus verschiedenen Portfoliobestandteilen zusammen:
  • Einzelaktien, sowohl Dividende als auch Growth: 96.000 EUR
  • Sparplan-ETFs: 51.000 EUR
  • Crowdinvesting / P2P: 30.000 EUR
  • Fest-/Tagesgelder: 10.000 EUR
  • Genossenschaften: 3.000 EUR
  • Cash: 3.000 EUR
  • Minipositionen bei Gold und Kryptos
Die Werte bei den Aktien und ETFs sind reine Kaufwerte.
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Für mich zählt: Buchverluste werden zumindest kalkulatorisch berücksichtigt, Buchgewinne hingegen nicht bis zur tatsächlichen Realisierung.
Da spielen viele andere in der Finanzcommunity ja gern ein bisschen mit rum beim Veröffentlichen ihrer „Depotwerte“, sodass nicht immer klar ist, was gemeint ist und dann wird evtl. gern mal „geschönt“. Würde ich all meine aktuellen (immer temporären) Buchgewinne und -verluste berücksichtigen, stünde mein „Vermögen“ bei knapp 250.000 EUR. Finde ich jedenfalls nett, wenn auch nur eine Momentaufnahme, die morgen schon wieder viel schlechter aussehen kann.
Eventuell interessanter Hintergrund: Ich war schon immer ein sparsames Kind von klein auf.
Geldgeschenke etc. habe ich immer gern gespart, während der Schulzeit habe ich auch ein paar Jahre lang bei Nachbarn am Wochenende gegen Geld die Gehwege sauber gehalten. Während Bachelor- und Studium habe ich auch immer parallel einen Nebenjob als wissenschaftliche Hilfskraft bei einem Lehrstuhl der jeweiligen Uni gehabt und weitergespart. Allerdings wirklich nur gespart, nicht investiert. Zum Ende meines Bachelorstudiums mit 24 hatte ich dann 15.000 EUR gespart und war stolz wie Bolle. Das Geld habe ich dann im Rahmen meines anschließenden Work&Travel fast komplett ausgegeben nach dem Motto „Jung und so unabhängig ist man nur einmal – also ausnutzen“. Hätte man natürlich auch anders machen können, aber ich bereue nichts.

 

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Bis zum Ende meines Masterstudiums konnte ich trotz temporären Vollzeitjob und dann auch beim Masterstudium keine großen Sprünge machen bzgl. Sparen, sodass ich zum Berufseinstieg 2014 mit einem Gesamtvermögen von rund 5.000 EUR gestartet bin. Glücklicherweise bin ich gleichzeitig zu diesem Zeitpunkt mit dem plötzlich so viel verfügbaren Geld, was ich gar nicht brauchte für den Moment oder die nächsten Jahre, auf das Thema „Investieren“ gekommen und hab gar nicht lange gezögert und mich gleich langsam, aber stetig dem Thema in der Praxis angenähert, sodass das Geld gleich von Anfang an arbeiten konnte. Und jetzt heißt es eben „Stur weitermachen“, wobei auch das aktuelle Leben schön sein sollte und nicht erst in 10 oder 20 Jahren. Dafür brauche ich (und glücklicherweise auch meine Partnerin) nicht viel.
  • Hast Du ein bestimmtes Vermögensziel?
Nicht im systematischen Sinne, da das Sparen (seit meiner Kindheit) und Investieren (seit Berufseinstieg) so ein inhärenter Automatismus meinerseits ist, dass ich glücklicherweise keine Ziele setzen muss, um dieses Thema weiter am Leben zu halten.
Momentan will ich endlich den Sprung über die 200K Nettoinvest schaffen und mich dann erstmal schnellstmöglich auf die symbolische Marke von 250K hocharbeiten (idealerweise noch dieses Jahr, spätestens Nächstes), weil „Viertelmillion“ einfach schön klingt. Und dann irgendwann mal natürlich die Verdopplung dieser investierten Summe.

 

  • Welche weiteren Lebensziele hast Du. Wo und wie möchtest Du Leben und was treibt Dich aktuell besonders an?
Ich würde gerne für eine längere Zeit im Ausland leben & arbeiten, der Erfahrung und persönlichen Weiterentwicklung wegen. Die bisherigen Auslandsstationen und Einsätze, die immer nur zwischen 1-2 Wochen bis max. 2 Monate dauerten, haben mich darin noch mehr bestärkt. Leider sind die Möglichkeiten dafür im hiesigen Konzern beschränkt. Insofern trage ich mich immer mehr mit dem Gedanken, nach nun fast 7 Jahren im gleichen Konzern trotz all der erwähnten persönlichen positiven Umstände, das Unternehmen zu wechseln, wo mir diese Möglichkeit (entweder über Entsendung oder durch Sitz des Unternehmens im Ausland) gegeben wird.
Es wäre aufgrund meiner Schwerhörigkeit auch ein persönlicher größerer Sprung für mich, den ich mir selbst beweisen möchte. Meine (übrigens ganz normal hörende) Partnerin, die selbst aus Lettland ist, ist auch sehr dafür, insofern passt das also.
Fun Fact: Ich bin überrascht, wenn ich in manchen Medien lese, dass viele deutsche Arbeitgeber angeblich Probleme hätten, jüngere Arbeitnehmer zu finden, die ins Ausland gehen würden für die Firma, insb. Länger als nur ein paar Wochen oder Monate. Mich überrascht das und ich denke mir da manchmal: „Nehmt mich – ich bin gerne bereit dazu!“

 

Frage: Gibt es eigentlich hierzulande eine Art Jobbörse speziell nur für solche Jobpositionen? Würde mich interessieren, denn ich habe bisher keine gesehen.

 

Bezüglich Führungsposition bin ich mir unsicher. Einerseits hätte ich Interesse und würde mir das Zutrauen (auch nach positiver Rückmeldungen im Freundes- und Arbeitsumfeld), andererseits habe ich recht wenig Lust auf unnötiges Drama und hätte Sorge, nur noch wenig Zeit für das Inhaltliche und die eigentlichen Themen zu haben, sodass meine natürliche Neugier & Lernbegier weniger befriedet werden kann.

 

Wenn da jemand aus der Freiheitscommunity Gedanken, Tipps o. ä. für mich parat hat – liebend gern!

 

Ansonsten möchte ich gern diese Balance wahren zwischen guten Jobs mit guter Bezahlung, sodass ich laufend neuinvestieren kann, aber gleichzeitig meine Wünsche und Aktivitäten im Jetzt erfüllen kann, die ich gerne mal machen möchte. Dito für die Arbeits- und private Zeit. Meine Partnerin und ich haben jetzt z. B. einen Tanzkurs angefangen (Charleston), um wieder gemeinsam was Neues zu lernen. Diese Balance aus finanzieller Freiheit, zeitlicher Selbstbestimmung sowie Bewahren der physischen & mentalen Gesundheit war und ist mir sehr wichtig und stellt für mich ein besseres „Lebensziel“ dar als der rein finanzielle Fokus, welcher nur die Basis für ein glückliches Leben sein.
Ganz persönlich würde ich zudem gern mehr in der Öffentlichkeit zeigen, was ich als Schwerhöriger erreichen konnte. Ich habe immer wieder in meinem Leben erfahren, wie überrascht die Leute von mir sind, wenn sie meinen Lebensweg hören und gleichzeitig sehen, was ich erreicht habe. Ich würde mir wünschen, dass ich evtl. mehr Menschen und insb. Kindern & Jugendlichen zeigen kann, was möglich ist.
Da steht mir allerdings noch meine persönliche Introversion im Weg.
Mag man kaum glauben, wenn man den Text liest, aber bin in der Tat ein Meister des „Mich-Selbst-Runterspielen“, sobald ich anderen Personen gegenüber stehe. Ich habe die Sorge, dass die Leute denken, ich wolle mich nur selbst darstellen, wobei das für mich nur das leider notwendige Übel zum eigentlichen Ziel ist.
Hier bin ich mir also noch sehr unsicher, ob es am Ende überhaupt Sinn macht und wie ich das angehen könnte.

 

  • Was sagt Dein Umfeld generell zu Deinen Plänen und wirst Du dabei unterstützt?
Meine Eltern wissen und unterstützen mich sehr bei diesem Thema, sie sind auch selbst seit rund 30 Jahren (nach Ende der DDR) glückliche und gut fahrende Aktionäre (neben anderen Investments). Wir reden auch manchmal ganz beiläufig über aktuelle Wirtschafts- oder Finanzthemen sowie unsere Investments.
Mein engster und wichtigster Freundeskreis kennt meine Lebensweise und meine Einstellung zu Geld und Finanzen. Manch einer interessiert sich für mehr und wir reden dann gern drüber, aber keiner von ihnen ist da so intensiv / fokussiert wie ich dabei. Aber das ist völlig ok, wie normale Menschen und gute Freunde respektieren wir die unterschiedlichen Lebensstile und können auch kontrovers über bestimmte Finanzthemen sprechen und unterschiedlicher Meinung sein, ohne dass die Freundschaft in irgendeiner Weise einen Knacks bekommt. Hauptsache, alle sind gesund und glücklich, egal in welcher Form und mit welchen Mitteln.
Meine Partnerin ist ein Glückstreffer für mich. Sie ist finanziell sehr interessiert, hat selbst ETF-Sparpläne laufen und kauft auch gern mal die ein oder andere Einzelaktie dazu für die langfristige Geldanlage. Insofern agieren wir da glücklicherweise auf demselben Niveau, was mich froh und stolz macht.

 

  • Gibt es noch etwas, dass Du den anderen Freiheitskämpfern mitgeben willst?
Ich konnte hoffentlich zeigen, dass es auch Menschen wie ich mit etwas weniger günstigen Startbedingungen schaffen können, wenn sie wollen. Natürlich hatte ich auch Glück, dass meine Eltern mir die nötigen Rahmenbedingungen geben konnten & wollten, mich anfangs mehr fördern zu lassen und auf „normale“ Schulen zu schicken. Aber alles das hätte auch nichts genutzt, wenn ich mich z. B. auf eine Opferrolle reduziert hätte a`la: „Die Welt behandelt mich so schlecht, weil ich schwerbehindert bin“. Ja, wir sind auch immer ein Produkt der Umwelt und Historie, die wir nicht immer beeinflussen können. Aber zu einem gewissen Grad haben wir vieles selbst in der Hand. Wie heißt es so schön: „Glück ist, wenn Gelegenheit auf Bereitschaft trifft“.
Zudem bin ich dafür, dass Menschen wie ich, die finanziell sehr gut dastehen, davon auch etwas zurückgeben sollten. Nicht unbedingt in Form von mehr Steuern, aber im Sinne von Spenden, Ehrenengagement oder ähnliches. Ich habe zum Beispiel in vielen Dinge meine Probleme mit dem deutschen Staat. Andererseits hatte ich als hochgradig Schwerhöriger sehr viele Möglichkeiten & Chancen, die mir der deutsche Staat und viele Menschen in unserer Gesellschaft angeboten haben, wovon man woanders nur träumen würde. Insofern versuche ich auch immer, regelmäßig was zurückzugeben, indem ich z. B. seit Arbeitsbeginn immer zum Jahresende zwei bewusst sehr kleine Organisationen raussuche, denen ich jeweils 500 EUR zum Jahresende spende. Also nicht WWF, Plan Patenschaft, Caritas und Co., sondern die ganz kleinen, die kaum eigene Werbekampagnen haben und oftmals lokale / regionale Probleme angehen.

 

 

Das war das Freiheitskämpfer Interview mit dem Aktiensozialisten

Prima, dass Du dabei bist & Deine Geschichte hat mich sehr beeindruckt!

Du hast Dein vermeintliches Handikap zu einer Deiner größten Stärken gemacht.

Das Nichtaufgeben!

Das zu Beginn negative Feedback aus Deiner Umgebung hast Du in Motivation umgewandelt und eben nicht in Selbstmitleid.

Das hast Du super gemacht und ich wünsche Dir alles Gute für Deine nächsten Schritte!

 

 Und jetzt Ihr

 

Der Aktiensozialist hat im Interview selbst einige Fragen.

Vielleicht könnt Ihr Ihm dabei helfen und habt selbst noch Ratschläge.

Schreibt dazu gerne im Kommentarbereich.

 

Außerdem mach auch Du mit bei den beiden Interviewreihen der Freiheitskämpfer oder den Millionär Interviews. Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und sei dabei.

Neben dem Fakt den anderen hier etwas zurück zu geben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Ich garantiere allen Teilnehmern dabei absolute Anonymität.

Und bei der großen Freiheitskämpfer Community sind natürlich alle Menschen eingeladen, die Ihr Leben verbessern und neue Dinge lernen möchten.

Den aktuellen Krypto Bullenmarkt haben wir dort z.B. schon frühzeitig erkannt und viele Freiheitskämpfer profitieren aktuell davon ganz massiv.

Gib Gas mit der Freiheitsmaschine und mach Dein Leben zu einem wunderbaren Abenteuer.

18 thoughts on “Freiheitskämpfer Interview 28 – Der Aktiensozialist”

  1. Vielen Dank das du deine persönliche Geschichte mit uns teilst! Dein Werdegang ist eine tolle Erfolgsgeschichte die insbesondere Menschen mit körperlichen Behinderungen Mut und Inspiration gibt.

    Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur empfehlen ins Ausland zu gehen und dort deine Karriere zu machen. Ich würde es über Headhunter im Zielland versuchen oder evtl. zunächst bei einer internationalen Firma einsteigen, die langfristige internationale Karrierewünsche unterstützt. Letzteres ist m.E. die einfachere Möglichkeit.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg bei der Erreichung deiner persönlichen Ziele.

    1. Hallo Roman,

      ich habe mich sehr über deine so lieben Worte und ebenso deine Wünsche gefreut!

      Vielen Dank Dir auch für deinen Tipp. Ich habe tatsächlich immer wieder mal im allgemeinen Netz geschaut bzw. umgehört, aber schnell gemerkt, dass nur weil eine Firma prinzipiell international “aufgestellt” ist, nicht zwangsläufig auch immer offen für “Internationalisierungswünsche” einzelner MA ist, die nicht aus dem Zielland kommen. Fand/finde ich zwar irgendwo seltsam, aber scheint es auch zu geben. Daher ist das nicht immer leicht (oder ich geh das irgendwie falsch an). Werde aber weiter am Ball bleiben =)

      Auch Dir alles Gute und viele Grüße
      der Aktiensozialist

  2. Wow, das ist ein Hammer Interview, vielen Dank Aktiensozialist!

    Gratulation für das Erreichte und sehr bemerkenswert, wie Du mit Deinem Handikap umgehst. Ich bin mir sicher, dass Du für viele Menschen ein Vorbild sein könntest. Traue Dich mehr in der Öffentlichkeit zu zeigen. Andere Menschen, die mit ihrem Handikap nicht so umgehen wie Du, können viel von Dir lernen.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    1. Lieber reinvest,

      auch dir ganz herzlichen Dank für die netten Worte.

      Ich überlege halt nur, in welchem Format. Mich einfach in der Schlendermeile der Stadt auf einen Hocker stellen und laut aus dem Nichts heraus meine Geschichte erzählen dürfte eher auf wenig Interesse stoßen. Und übliche Diskussionformate wie Stammtische o. ä., wenn es nicht dezidierte Redezeit gibt, wo alle einem zuhören müssen, sind für mich aufgrund Hörthematik oft recht schwierig. Da kann ich dann ggf. schlecht auf Gegenfragen o. ä. reagieren, was dann ggf. auch die anderen verständlicherweise nerven kann. Mal schauen…

      Auch Dir alles Gute und viele Grüße
      der Aktiensozialist

      1. Wäre Lehre, beispielsweise nebenberuflich in Form eines Lehrauftrags an einer Hochschule, eine Möglichkeit für Dich? Du erzählst etwas zu einem Thema, mit dem Du dich auskennst. Einige Menschen hören zu und manche stellen Fragen. Es gibt dedizierte Redezeit, Du kannst dich gut vorbereiten und es wird leidlich bezahlt.

        1. Interessanter Punkt, damit habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Danke, hab ich aufgenommen!

  3. Moin, @Aktiensozialist

    Danke fuer die interessante, positive Lebensgeschichte von Disziplin, Anstrengung und Bemuehung.

    Mich wuerde interessieren, wie du auf den Namen “Aktiensozialist” gekommen bist und wieso du ihn verwendet hast?

    Weil: Sozialist:
    “1. Anhänger, Verfechter des Sozialismus
    2. Mitglied einer sozialistischen Partei”

    und: „Sozialismus bezeichnet Ideologien, welche die Überwindung des Kapitalismus und die Befreiung der Arbeiterklasse aus Armut und Unterdrückung (soziale Frage) zugunsten einer an Gleichheit, Solidarität und Emanzipation orientierten Gesellschaftsordnung propagieren.“

    Iwie kriege ich Aktien-Besitz, Ziele ums pers. Reichzuwerden, etc nicht mit “Ueberwindung des Kapitalismus” auf die Reihe ;-)?

    Vielleicht Ironie wegen deiner Herkunft aus der ehem. DDR?

    LG Joerg

    1. Moin Joerg,

      vielen Dank für dein Kompliment bzgl. meiner Geschichte. ich bemühe mich =)

      Zu deiner Frage: Es sind im Prinzip drei Punkte gewesen, die mich zum besagten (schon lange genutzten) Pseudonym bewegt haben.

      Ein Grund ist tatsächlich der ironische Aspekt auf Basis meiner Herkunft und dem gefühlten “Gegensatz” dieser Wortkombination, wie du es richtig vermutet hast. Insofern ist dieses “Nicht auf die Reihe kriegen” also durchaus beabsichtigter Effekt =)

      Der andere ist aber, dass “Sozialismus” neben deinen genannten Attributen aber auch immer gern u. a. mit “Vergesellschaftung der Produktionsmittel” verbunden wird, sehr gerne auch von der LINKE und Kohorten (die ich persönlich übrigens absolut nicht ab kann). Und ich find es immer seltsam, dass diese dann so vehement gegen Aktien agieren, wo doch diese (neben anderen Formen wie Genossenschaftsmodelle) doch genau DAS Mittel dafür sein könnten. Aber sie verstehen halt “Aktien” per se nicht als “Unternehmensanteil”.

      Der dritte Punkt ist recht simpel: Ich habe vor Jahren vom Konzept des “Aktienmarktsozialismus” des italienischen Volkswirts Giacomo Corneo gelesen und fand die darin zitierten Gedankengänge und das Modell recht interessant (gar nicht viel anders als bestehende Lösungen wie z. B. in Norwegen, nur etwas “radikaler”). Vielleicht kennt das jemand anders auch?

      Herzliche Grüße zurück
      der Aktiensozialist

  4. Glückwunsch zum Erreichten. Es liest sich sehr durchdacht und du klingst trotz “Sozialismus” im Namen zufrieden ^^. Was mir noch eine Herzensangelegenheit ist: bitte überprüfe bei dir, ob du mit dem Tiefstapeln und Introvertiert sein nicht einen Glaubenssatz hast aus deiner Kindheit. Und darüberhinaus kann ich dir von außen sagen, dass dein eingeschlagener Weg Vorbildcharakter hat und es sehr wohl teilenswert ist. Dabei könntest du die Akzeptanz von Menschen mit kleineren und größeren Einschränkungen (haben wir nicht alle irgendwas?) erhöhen und Anderen weiterhelfen. Bei deinen finanziellen Parametern und den geringen Ausgaben steht euch die Welt offen! Go for it!

    1. Hallo lieber “Na-na-na-na-na-na-na-Natman!”

      Hehe, vielen Dank für deine lieben Worte und ja, trotz Sozialismus im Namen kann ich behaupten, derzeit insgesamt zufrieden mit dem Leben zu sein =)

      Die Botschaft deiner Herzensangelegenheit könnte zutreffend sein. Evtl. habe ich u. a. aufgrund meiner eher schlechteren Erfahrungen während meiner Grund-/Gesamtschulzeit tatsächlich “verinnerlicht”, etwas unauffälliger zu sein, um meinen “Schulkameraden” weniger potenzielle Angriffsfläche für Kommentare o. ä. zu bieten. Kinder können zuweilen herzzerreißend, aber auch zuweilen grausam sein.

      Dieses “Selbstschutz”-Verhalten habe vielleicht bis heute ins Arbeitsleben mitgenommen, wenn auch ohne den “Selbstschutz”-Aspekt, da heute nicht mehr nötig. Gut möglich…da muss ich mal drüber nachdenken.

      Ansonsten herzlichen Dank für deine Aufmunterung!

      Viele Grüße
      der Aktiensozialist

      1. Es könnte sein, dass ein Teil des introvertierten Verhaltens und des Angepasstseins nicht immer hilft in Bezug auf Karriere und auch im privaten ist es manchmal von Vorteil selbstbewusst und stark aufzutreten und nach außen mehr zu wirken, du sollst dich aber auch nicht umkrempeln. Ich denke, dass einiges Übung ist und du musst ja dein Naturell nicht verdrehen, aber vielleicht in manchen Situationen versuchen, mehr aus dir hinauszugehen. Dies passt auch gut zu deinem Plan, beruflich ins Ausland zu gehen, weil man in einigen Kulturen mit Small Talk und netten Gästen weiterkommt und sich schneller ein Netzwerk aufbauen kann.

  5. Schönes Interview:)

    Etwas befremdlich finde ich die Einstellung von ihm, dass “Buchgewinne” nicht zum aktuellen Vermögen dazugezählt werden sollen (Buchverluste aber schon…?).
    Demnach wären Jeff Bezos, Warren Buffet, Elon Musk usw. nicht besonders vermögend, es sei denn sie veräussern ihre kompletten Aktienbestände, sie sitzen ja lediglich auf gewaltigen Buchgewinnen;)
    Vermögen aus Aktien können in verschiedenen Zeiträumen natürlich erheblich schwanken, können aber minütlich exakt quantifiziert werden. Mal ist man halt reicher, mal ärmer… und auf lange Sicht sicher wieder reicher:)

    1. Da hat er Recht, der Sepplhuber, das ist schon eine besondere Form der Tiefstapelei.
      Allerdings ist mir in vielen anderen Interviews der Freiheitsmaschine bei den Vermögensübersichten auch immer wieder aufgefallen, dass anfallende Steuern auf Aktien- oder Immobiliengewinne genauso “vergessen” werden wie eventuelle Vorfälligkeitsentschädigungen auf langfristige Immobilienkredite.
      Ist aber schließlich jedem selbst überlassen, wie er sein Vermögen bewertet. Solange die Bewertung nachvollziehbar ist, muss es auch den Leser nicht stören.

      Gruß, Ente

      1. Hallo lieber Sepplhuber, hallo liebe Ente,

        danke für die netten Worte bzw. euer Eingehen auf meinen Gastbeitrag.

        @Sepplhuber: Du hast völlig Recht mit all deinen Punkten. Es ist tatsächlich nur eine ganz persönliche “Zählweise” für mich aus dem simplen Gedanken heraus, nicht versehentlich “zu gemütlich” zu werden, indem ich mich besser rechne, als es in der Tat ist. Das ist für den einen zu hart, für den anderen Unsinn und für mich genau das Richtige. Und das Beste daran: Keiner hat “Unrecht”, es ist einfach nur eine persönliche Entscheidung =)

        Dazu gehören auch natürlich die Punkte die du, liebe Ente, ansprichst mit dem Steuer-Aspekt. Der ist in meiner obigen Rechnung mitinkludiert pauschal mit knapp 28 Prozent. Am Ende zählt für mich halt, was ganz hinten rauskommt – das ist im Fall von Buchgewinnen eben, wenn ich diese tatsächlich realisiere. Vorher kann ich recht wenig damit im Alltag kaufen.

        Bezos, Musk und Co. sehe ich da eh auf einem ganz anderen Niveau – selbst ohne deren Buchgewinne durch ihre jeweiligen Aktienpaketen haben sie mehr als genug “harte” Assets wie Immos & Co. =)

        Herzliche Grüße

  6. Lieber Aktiensozialist, auch ich lese jedes Interview dieser Community und bin immer wieder aufs neue Begeistert davon, wie die Leute Ihr Leben selbst gestalten. Insbesondere das aktive Überwinden der Bürden und teilw. Startschwierigkeiten der Freiheitskämpfer beeindrucken mich. Du hast schon jetzt weitaus mehr in deinem Leben geschafft als es viele andere je tun werden.
    Sei stolz auf dich und die Werte, die dir deine Eltern mitgegeben haben – mach weiter so!
    Ich wünsche Dir und deiner Partnerin alles Gute.
    Herzliche Grüße aus dem Rheinland 🙂

    1. Hallo lieber marwel,

      ja, das stimmt: Es ist immer wieder beeindruckend, von den verschiedenen Freiheitskämpfern sowie Millionären und deren Leben zu lesen. Da ist für viele etwas dabei. Ich hoffe, ich kann einen kleinen positiven Impact in diesem immer größeren Geschichten-Pool da lassen und mich somit auch bei allen bisherigen und künftigen Bereitstellern ihrer Geschichten ein bisschen bedanken.

      Stolz auf das, was meine Eltern mir mitgegeben und mit viel Einsatz ermöglicht haben, bin ich auf jeden Fall – und dankbar noch viel mehr.

      Lieben Dank für deine Wünsche, das gebe ich natürlich sehr gern zurück!

      Herzliche Grüße zurück
      der Aktiensozialist

  7. Lieber Aktiensozialist,

    da habe ich beim Lesen schlicht das Gefühl gehabt, das ist ein schöner Lebensweg und mit ein ganz klein wenig Glück geht das so weiter.

    Ich habe eine Frage, aus Interesse: Du hast 3.000 Euro in Genossenschaftsanteilen. Handelt es sich um Banken (dafür kommt mir der Betrag recht hoch vor) oder um etwas anderes? Ich bin selbst Mitglied in einer Energiegenossenschaft, daher die Frage.

    Ich würde ansonsten gar keine Tipps geben, wenn Du nicht danach gefragt hättest. Aber folgendes ist mir aufgefallen:

    Zu den Auslandseinsätzen:
    Wenn ich Deinen jetzigen Arbeitgeber und Deine Branche (“Energie & Infrastruktur”) richtig einschätze, dann handelt es sich zwar um große Konzerne, aber sie sind jeweils in ihrem Heimatland verwurzelt und machen auch den Löwenanteil ihres Umsatzes dort. Diese Konzerne sind – historisch gewachsen – nur im Ausland tätig, wenn Ihnen dort Beteiligungen vor die Füße gefallen sind. Du kannst bei einem ausländischen Unternehmen derselben Branche anheuern, das dann aber ebenfalls in seinem Heimatland verwurzelt sein wird.
    Die Chance auf eine Auslandsentsendung ist wohl größer, wenn Du in eine angrenzende Branche wechselst. Es gibt große deutsche oder französische Konzerne, die Maschinen für Deine jetzige Branche herstellen und, wenn man das Arbeitsumfeld mag, Unternehmensberatungen. (Der häufigere Berufsweg ist freilich der, dass der Berater nach einigen Jahren dort landet, wo Du bereits bist.)

    Zur Introversion:
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: als introvertierter Mensch kann man glücklich werden. Deine Außendarstellung muss ja nicht nur persönlich, face-to-face sein, sondern gerade die heutige Zeit bietet da ja noch andere Möglichkeiten. Ich teile sonst die Meinung von Natman und möchte hinzufügen: Wenn man sich selber gut findet, darf das gegenüber den Mitmenschen auch rüberkommen.

    1. Hallo lieber Andreas,

      herzlichen Dank für deine schönen Worte und den kleinen Glückswunsch =)

      Die 3.000 EUR teilen sich auf in 2.000 Euro auf eine Bank und die restlichen 1.000 EUR in eine lokale Supermarktkette. Letzteres bringt eher ideellen und “Sachdividenden”-Mehrwert, während ersteres eine rein finanzielle, kleine Diversifikation darstellt (sowie Neugier). Mitglied einer Energiegenossenschaft wäre ich interessehalber auch sehr gerne geworden, aber da gibt es bisher nichts in der Umgebung, wo ich zeichnungsberechtigt wäre.

      Großen Dank für deine Tipps. Den Punkt bzgl. meiner Branche hast du richtig eingeschätzt. Den Arbeitgeber in derselben Branche, aber geografisch woanders zu wechseln, ist eine Option, die ich immer wieder überlege. Ich habe keine Nibelungentreue zu meinem AG, auch wenn ich bisher und aktuell sehr zufrieden mit dem Gesamtpaket bin (was nicht so bleiben muss).

      Firmen aus der Maschinen(liefer)branche hab ich ehrlich gesagt gar nicht noch betrachtet. Sehr guter Punkt – danke, nehme ich neu mit auf bei mir!

      Bzgl. der Introversion (im Real-Life) muss ich vielleicht einfach mal probehalber einen “leap of faith” machen und es einfach ausprobieren, wie Indiana Jones sagen würde…

      Danke nochmal und viele Grüße
      der Aktiensozialist

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