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Die Edelmetall-Exoten Platin und Palladium

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Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator

Platin ist ja über die letzten Monate billiger geworden und hat die Chance, aus diesem Grund Palladium den Rang in der Autobranche abzulaufen. (Zieht aktuell bereits an...) Allerdings ist die Transformation dort im Gange zur Elektrifizierung, wodurch langfristig dieses Anwendungsgebiet beider Weißmetalle wegfallen wird. Ich sehe in meinem EM-Portfolio Platin als Absicherung gegen ein (nicht sehr wahrscheinliches) Goldverbot. Silber eignet sich dafür theoretisch auch, allerdings hat man ein Platz- und Lagerproblem bei einem gewissen Anteil am Vermögen und einer entsprechenden Positionsgröße. Ich diversifiziere und mische Platin zu 15% bei, bei derzeit 60% AU und 25% ARG. 

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Themenstarter Veröffentlicht : 24. Oktober 2021 09:03
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Roman
(@roman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Ob Palladium in der Autobranche durch Platin mittelfristig substituiert werden wird, ist denke ich weniger entscheidend als wie sich die Absatzzahlen bei den Verbrennern (speziell bei Dieselfahrzeugen) demnächst entwickeln werden. Die steigenden Anforderungen bei Abgasnormen werden die Nachfrage wohl eher stützen und mittelfristig ist der zunehmende Einsatz von Platin in Wasserstoffspeichern die neue Killerapplikation.

Was Platin als Investment attraktiv macht, ist dass es relativ preiswert im historischen Vergleich zu Gold ist (G/P Ratio bei 1.7 ist immer noch weit über den langfristigen Durchschnitt) und dabei viel seltener ist als Gold. Die weltweiten Vorkommen sind sehr konzentriert in Südafrika und Russland was Platin zu einem ziemlich anfälligen und engen Markt macht, selbst im Vergleich zu Silber.

Genau wie auch bei Gold und Silber sind PGM-Produzenten aktuell sehr attraktiv.

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Veröffentlicht : 24. Oktober 2021 11:02
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yok
 yok
(@yok)
Freiheitskämpfer Gold

Ich sehe Platin aktuell irgendwo zwischen Investmentmetall (Gold) und Industriemetall (Rh, Ir, Pd, Ru). Es gibt einen oversupply, der aber durch Schmuck und Investment absorbiert wird. Die Wasserstoffanwendungen werden noch etwas brauchen, bis sie wirklich nennenswert Pt verbrauchen werden. Automobilverbrauch zusammen mit der sinkenden Verbrennerquote wahrscheinlich eher abnehmend. Die Musik hat dieses Jahr bei den kleinen gespielt, Rh, Ir, Ru, die man alle leider physisch nicht handeln kann. Dadurch wurden die Minen- und Aufarbeitungskapazitäten wieder stark motiviert zu expandieren, vor allem in Südafrika (Russland und Nordamerika haben kaum von diesen). Da die Erze je nach Ort in konstanten Verhältnissen vorliegen, wird vor allem eine Menge Pt in Südafrika zusätzlich erzeugt, wenn die Produktion der kleinen hochgefahren wird. Daher rechne ich eigentlich erstmal mit einem weitern Sinken des Pt-Preises, will mich trotzdem langfristig, aber nur in den Dips oder eventuell Sparplan-like, einkaufen. Die Frage ist, in wie weit und wann die Märkte Pt als das "bessere Gold" entdecken werden, da in einem Jahrzehnt wahrscheinlich ein riesiger industrieller Bedarf herrschen wird. Da wir aber nach der all-assets-Hausse einen all-assets dip (crash?) erleben werden, kann man mit dem kaufen eigentlich beruhigt noch etwas abwarten. 

Platin als Wasserstoffspeicher sehe ich nicht, das ist zu teuer, kann man aber entweder bei hohem Druck gasförmig lagern (japanische H2-Autos) oder besser flüssig (Airbus strebt das für seine H2-Flieger an). Aber Bedarf natürlich sowohl in Elektrolyseuren als auch in Brennstoffzellen. 

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Veröffentlicht : 24. Oktober 2021 13:50
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yok
 yok
(@yok)
Freiheitskämpfer Gold
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Veröffentlicht : 24. Oktober 2021 13:52
Natman mag das
Roman
(@roman)
Verdienter Freiheitskämpfer

Die grosse Unkannte auf der Nachfrageseite ist wohl auch die Investmentnachfrage, die zuletzt deutliche Abflüsse verzeichnet hat. Hier kann das Pendel aber schnell wieder in die andere Richtung schlagen.

Auf der Angebotsseite lässt sich schon erkennen, dass die Margen bei reinen Platinproduktion extrem eng und die Förderung nur durch hohe Preise für Beiprodukte wie Palladium und Rhodium profitabel ist. Ich denke die hohen Produktionskosten setzen einen natürlichen Preis-Floor bei PGM, woraus man schlussfolgern könnte, dass das Upside grösser ist als das Downside. Das heisst auch, dass Preisschwankungen bei PGM einen höheren Hebel auf die Gewinne der Produzenten haben. 

Das ist auch ein wesentlicher Unterschied zu Goldproduzenten, deren ASIC-Kosten von um die 1000$ pro Unze und einen Goldpreis bei 1800$ eine sehr komfortable Marge haben. 

Für mich sind PGM-Produzenten als Investition die bessere Option als physisches Metall, zumal sie während des Wartens auf höhere PGM-Preise bereits attraktive Dividenden zahlen.

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Veröffentlicht : 25. Oktober 2021 10:58
Judge Dredd und Natman mögen das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold Moderator
Veröffentlicht von: @roman

Für mich sind PGM-Produzenten als Investition die bessere Option als physisches Metall, zumal sie während des Wartens auf höhere PGM-Preise bereits attraktive Dividenden zahlen.

Ergänzend nicht zu vergessen, die üblen Preisspreads bei Barren und Münzen auf den Spotpreis, die bei PT und PD sehr weh tun...

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Themenstarter Veröffentlicht : 25. Oktober 2021 11:16
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Roman
(@roman)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @natman

Ergänzend nicht zu vergessen, die üblen Preisspreads bei Barren und Münzen auf den Spotpreis, die bei PT und PD sehr weh tun...

Ausserdem sind Platin und Palladium im Gegensatz zu Gold in Deutschland (wie vielen anderen Ländern auch) umsatzsteuerpflichtig, was den physischen Erwerb noch zusätzlich verteuert.

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Veröffentlicht : 25. Oktober 2021 12:56
Natman und Judge Dredd mögen das
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