Etwa ein Jahr nach meinem Freiheitskämpfer Interview (Nr. 33) will ich hier zusammenfassen, was seitdem passiert ist. Zum einem vermisse ich regelmäßige Updates zu den anderen Freiheitskämpfer Interviews und will hiermit den Anfang machen und zum anderen bin ich im letzten Jahr selbst ein paarmal auf meinen Artikel gegangen, um meine damals aufgeschriebenen Gedanken nachzulesen und zu reflektieren. Ich denke es wird auch in Zukunft für mich interessant sein meine Gedanken dokumentiert zu haben. Zudem gibt es immer noch niemanden mit dem ich offen über das Thema rede und komme so evtl. in einen Gedankenaustausch. Ich denke, dass ich hier einmal im Jahr gegen Ende des Jahres ein Update geben werde.
Es gab keine einschneidende Veränderung seit dem letzten Update, sondern eher graduelle Veränderungen. Wir leben immer noch in den USA in derselben Wohnung. Dieses Jahr waren wir sehr auf unsere kleine Familie und unseren Alltag fokussiert, der mit 2 kleinen Kindern nie langweilig ist. Es macht viel Spaß meinen Kindern beim Entdecken der Welt zu begleiten und ich bin froh, dass ich durch mein fast 100% Homeoffice und flexiblen und nicht zu stressigen Job so viel Zeit mit ihnen verbringen kann. Im Sommer waren wir 7 Wochen auf Familienbesuch in Europa (ich habe dabei remote gearbeitet) und haben zwei je fast 2 Wochen langen Urlaube (Florida und West USA) gemacht. (Verlängerte) Wochenendausflüge sind dieses Jahr leider deutlich zu kurz gekommen, da das Wetter oft die Pläne kurzfristig beendet hat oder wir hier vor Ort Pläne hatten. Das wir hoffentlich besser nächstes Jahr. Ich habe mittlerweile etwas mehr Zeit für mich, auch wenn es auf noch keinem hohen Niveau ist. Das wird sicher besser mit wachsenden Kindern. Ich mache mittlerweile 5-6mal die Woche Sport und höre viele gute Hörbücher/Podcasts. Zudem hat mir mein Arbeitgeber den ThePowerMBA Kurs spendiert, den ich seit einem halben Jahr fleißig durcharbeite.
Der aktuelle Plan ist nächstes Jahr nach Europa zurückzuziehen, sobald sich eine Möglichkeit ergibt. Ob ich dabei den Arbeitsgeber wechsele, weiß ich noch nicht. Es wird gerade bei uns wild umstrukturieret und ich muss abwarten, ob es sich etwas ergibt. Extern habe ich noch nicht ernsthaft nach Stellen gesucht. Eigentlich will ich nicht mehr zurück nach Deutschland, was die Arbeitssuche deutlich erschwert. Ich bin in der zwiespältigen Position, dass ich einen Job habe, der mir liegt, gut bezahlt ist und recht viel Freizeit lässt, sodass ich ihn ohne Probleme noch ein paar Jahre machen würde und gleichzeitig durch den Wunsch nach Europa und der internen Umstrukturierung zwangsläufig aufgeben muss. Ich werde das Thema nächstes Jahr ernsthaft angehen.
Finanzen haben im letzten Jahr nur am Rande eine Rolle gespielt, da alles weitestgehend automatisiert ablief. Da dies aber ein Finanzblog ist will ich hier genauer drauf eingehen.
Ich hatte eine nette Gehaltssteigerung Anfang des Jahres, was aber leider dadurch ausgeglichen wurde, dass der Bonus bei uns (allen Mitarbeitern in den USA) fast komplett weggefallen ist. Dazu konnte ich Anfang des Jahres einige bezahlte Überstunden machen (was bei uns nur selten möglich ist). Das Gesamtnettoeinkommen wird dieses Jahr wohl bei knapp $78.000 liegen plus $29.500 401k. Die Ausgaben sind dieses Jahr deutlich höher als die Jahre davor, was zum einen an den hohen Kosten für Kinderbetreuung und zum anderen an den Urlauben lag. Dadurch werden wir unser diesjähriges Sparziel von $27,5k (+ $29.5k 401k) recht sicher nicht erreichen, sondern bei etwa $22,5k (+ $29.5k 401k) landen. Unser Sparziel nicht zu erreichen war am Ende eine bewusste Entscheidung zu Gunsten des zweiten Urlaubes und wir bereuen es nicht. Es ist der erste Schritt von einer relativ aggressiven Ansparphase hin zu einer "Coast-phase“.
Unser Vermögen hatte im Sommer die nächste 100k Euro Marke geknackt. Durch eine gute Entwicklung des Aktienmarktes haben wir aktuell 645.000Euro, die sich wie folgt aufgeteilt:
- 455.000 Euro Aktien (Unveränderte Portfolioaufteilung)
- 50.000 Euro Cash und etwas Gold (zu hoch für meinen Geschmack)
- 44.000 Euro Immobilien (REIT ETF)
- 86.000 Euro 401k (Unveränderte Portfolioaufteilung)
- 10.000 Euro P2P (5.000 Euro auf Bondora G&G wird gehalten, 2 Plattformen entspare ich und 2 sind vollständig abgehoben. Nächstes Jahr soll alles geschlossen werden)
Damit sind wir bei über der Hälfet unseres ursprünglichen Vermögenszieles von 1.2millionen Euro. Ich habe allerdings mittlerweile das Gefühl, dass sich das Ziel noch verschieben wird, was wie im Interview erwähnt von unserer zukünftigen Lebenssituation abhängt. Das folgende ist vermutlich eher ein Vermögen, dass wir als genug bezeichnen würden:
- Die 1.2 Millionen von 2017 werden noch inflationsbereinigt was momentan knapp 1.5 Millionen entspricht.
- Ich kann mir gut vorstellen, dass da noch ein selbstgenutztes Eigenheim hinzukommt.
- Eine zusätzliches Sicherheitspolster von einer Jahresausgabe sollte noch dazu auf dem Konto liegen, um nicht gleich am Anfang Stress zu spüren.
Es wird also am Ende eher 2 Millionen Euro Vermögen sein und daher haben wir nur etwa 1/3 erreicht. Wir könnten sicher auch mit weniger in Frührente gehen, aber momentan gibt es keine Eile mit dem Geldverdienen aufzuhören. Wenn wir mit 40 Jahren finanziell frei sind und den ganzen Tag zu Hause sitzen und auf die Rückkehr der Kinder aus der der Schule warten, sind wir sichere auch nicht glücklich. Wir haben zwar Hobbies und Nebenprojekte, aber die lasten uns lange noch nicht aus. Warum sollten wir also niedrig zielen, so früh es geht aufhören und riskieren am Ende etwas zu vermissen? Wichtiger ist erst einmal wieder in Europa Fuß zu fassen, was beinhaltet, dass wir beide gute Arbeit finden, idealer Weise in Teilzeit und einen ausgewogenen Alltag haben, mit dem wir alle 4 glücklich sind.
MfG MrOpportunity
Da dieser Block wieder an Leben gewonnen und es bei mir sehr viele Veränderung gegeben hat, die ich gerne für mich und für alle, die es interessiert, niederschreiben will, kommt hier knapp 3.5 Jahre nach meinem originalen Interview das nächste Update. Zunächst die privaten, dann die finanziellen Neuigkeiten:
Wir leben seit 1.5 Jahren nicht mehr in den USA sondern wieder in Deutschland. Grund war hauptsächlich die Einschulung unseres älteren Kindes und im Allgemeinen der Wunsch unserer Kinder in der Nähe der Familie zu Wohnen. Auch wenn meine Frau und ich den Drang in die Heimat zurückzukehren nicht so sehr gespürt haben, sind wir aufgrund der Entwicklungen im letzten Jahr froh nicht mehr dort zu sein. Wir konnten am Ende noch viel in den USA und Kanada Reisen, sodass wir das Gefühl haben dann noch das Maximale mitgenommen zu haben. Unsere ETFs mussten wir vor dem Ausreisen alle verkaufen, versteuern und nach dem Umzug hier neu investieren. Das Versteuern hat weh getan, aber immerhin ist der Steuersatz in den USA niedriger und wir haben die Versteuerung auf über 600k€ Aktien ETFs damit bereits hinter uns. Zumindest ein kleiner Trost.
Jetzt wohnen wir in einem Haus im Einzugsgebiet einer Großstadt, in der ich arbeite. Meine gesamte Familie wohnt etwa eine halbe Stunde von uns entfernt, was für uns die optimale Entfernung ist. Das Haus haben wir vor gut einem Jahr erworben und bewohnen einen Teil, während wir den Rest in viel Eigenleistung sanieren. Im Sommer sind wir hoffentlich damit fertig, sodass wir in den renovierten Teil ziehen und uns dem Rest zuwenden können (was noch mal insgesamt ein noch größeres und teureres Projekt ist, aber hoffentlich in viele kleine aufgeteilt werden kann). Als jemand, der immer in Wohnungen gewohnt hat, ist die Sanierung eine komplett neue Welt, die viel Spaß macht, aber auch unendlich viel Kraft kostet. Ich hoffe ab Sommer einen Gang runter schalten und alle folgenden Projekte langsamer angehen zu können, denn meine Gesundheit hat immer noch eine sehr hohe Priorität für mich. Ich versuch 6-mal in der Woche Sport zu machen, aber das klappt zurzeit nicht immer und ich mache deutlich zu wenig Krafttraining. Ein Fitnessraum im Keller ist neben einer gut ausgestatteten Werkstatt bereits fest eingeplant.
Nun zu dem finanziellen Teil:
Die Finanzen haben sich durch den Umzug und den Hauskauf verändert. Vorher haben wir so ziemlich alles, was wir hatten, in breitgestreute ETFs investiert. Jetzt ist mit dem Haus ein zweiter großer Klumpen hinzugekommen. Wir sparen gar nicht mehr in ETFs sondern alles geht in die Tilgung, Sondertilgung und Sanierung. Das wird vermutlich auch die nächsten ~3 Jahre so bleiben. Ich habe gemerkt, dass ich das Gefühl Schulden zu haben gar nicht mag und daher tilgen wir immer das Maximum, das geht, auch wenn es finanzmathematisch vermutlich nicht das Optimum ist. Dadurch haben wir zumindest eine hohe jährliche Tilgung von über 11% und steigern gleichzeitig den Wert des Hauses durch die Renovierungsarbeiten.
Wir haben nichtsdestotrotz einen hohen ETF Anteil, da wir für den Kauf des Hauses keiner unser Anteile Verkauft haben. Wir haben von unseren Eltern ein vorzeitiges Erbe ausgezahlt bekommen, das wir für den Eigenanteil (40%), Nebenkosten und ein paar Renovierungsarbeiten verwendet haben. Somit konnten wir auch den Aufschwung an der Börse seitdem voll mitnehmen. Meine ETF Strategie hat sich dabei nicht viel geändert.
Mein Gehalt ist heute brutto aber vor allem auch netto deutlich niedriger als in den USA. Allerdings leben wir sehr sparsam, verkonsumieren weniger als 40% und der Rest geht ins Haus. Diese Sparquote werden wir allerdings nicht dauerhaft halten. Wir müssen irgendwie lernen mehr Geld für Dinge, die uns glücklich machen, auszugeben.
User Vermögen sieht im Moment folgendermaßen aus:
- Aktien ETFs = 740k €: 4 ETFs (Thesaurierter) mit ähnlicher Aufteilung wie früher. Es wird seit einem Jahr nichts eingezahlt, allerdings auch nicht verkauft, sondern soll weiterwachsen
- Immobilie = 180k €: Angegeben ist der Kaufpreis minus Restschulden. Mittlerweile gehört uns damit über die Hälfte. Eine Wertsteigerung durch Renovierung rechne ich nicht ein, da sie bis zu einem potenziellen Verkauf irrelevant ist und zu diesem Zeitpunkt eh nur Spekulation wäre.
- Cash = 75k €: Der Anteil ist immer zu hoch für mich, aber da wir noch sehr viel für Renovieren benötigen, muss das im Moment so. Ich erwarte noch einen fünfstelligen Betrag für energetische Förderung und Steuerrückzahlungen. Sobald wir allerdings Geld in Renovierung stecken, vermindert das unser berechnetes Vermögen, da ich keine Wertsteigung der Immobilien in unser Vermögen berechne. Wir werden vermutlich das gesamte Cash (und viele zukünftige Einnahmen) noch für das Haus verwenden. Es ist verrückt, wie hoch die Kosten einer Renovierung sind.
- 401k = 125k €: Halte ich und können im Hintergrund weiterwachsen. Die Zahl ist ehrlich gesagt auch von vor über einem Jahr, da ich gerade nicht in meinen Account komme. Es sind vermutlich eher 180k.
- P2P: sind endlich komplett beendet. Bei P2P im Allgemeinen bin ich in der Summe knapp positiv rausgekommen, aber auch nur, weil ich vor ein paar Jahren rechtzeitig den Stecker gezogen habe. Es war auf jeden Fall kein gutes Investment.
Erklärungen zu der Kurve: Vor Oct 2018 ist linear, da ich keine monatlichen Werte habe. Immobilien waren erst REITS (während unserer Zeit in den USA) und ist jetzt unser Haus. Die beiden grünen Spitzen waren Umzug in die und aus den USA, wo wir vorher jeweils alle ETFs verkaufen mussten. Der Vermögensanstieg in der ersten Hälfte 2025 kommt vom vorzeitigen Erbe für den Hauskauf.
Damit sind wir bei geschätzten 1,1 Million Euro und damit über der Hälfte des beim letzten Update berechneten Vermögensziels. Ob es bei dem Ziel bleibt, wird sich erst in den nächsten ~3 Jahren entscheiden. Bis dahin soll die Sanierung abgeschlossen sein und wir unsere Ausgaben besser planen können. Vielleicht sind wir dann schon finanziell frei? Ich muss nämlich sagen, dass das Leben mit Kindern, Arbeit, Renovierung und etwas Hobbies gerade sehr stressig ist und wir uns gerade gar nicht frei fühlen. Für Freunde, Familie, Reisen und mehrere Hobbies, die wir gerne betreiben würden, bleibt gerade kaum Zeit. Auch mit deutlich mehr Freizeit wäre mehr auf jeden Fall nicht langweilig. Daher habe ich im Januar diesen Jahres angefangen, jeden Monat unser Haushaltsbudget (ohne Haus und Wohnnebenkosten) auf 4% unseres nachsteuer-ETF Portfolios zu begrenzen, um zu sehen, ob wir damit hinkommen. Wir haben bis jetzt noch in keinem Monat auch nur annähernd das Budget ausgegeben, obwohl wir unsere Ausgaben nicht tracken. Ich werde es weiter beobachten und wenn es reicht, mittelfristig auf der Arbeit Stunden zu reduzieren, da mein Gehalt dann theoretisch nur noch die Ausgaben für das Haus/Wohnen decken müssten. Wie ich mich kenne, werde ich praktische damit aber noch warten, bis ich besser planen kann. Erst mal werde ich das Budget nutzen, um uns etwas zu höheren Ausgaben zu „zwingen“. Es gibt so einige Dinge, die ich mir kaufen will, seit wir hergezogen sind, aber mich nicht überwinden kann, das Geld dafür auszugeben. Ich denke immer, dass ich das Geld evtl. für das Haus benötige, auch wenn ich weiß, dass das quatsch ist.
Ein großes Thema zwischen meiner Frau und mir ist gerade die allgemeine Situation hier in Deutschland. Die Schulklasse meines Kindes ist eine Katastrophe und wir sind schon an der „guten“ Schule in der Stadt. Über das Niveau des Bildungssystems und der völligen Überladung der Lehrer, die sich nur um Problemschüler kümmern können und alle anderen vernachlässigen, sind wir absolut schockiert. Auch das Freizeitangebot für Kinder lässt stark zu wünschen übrig und der Kindergarten meines jüngeren Kindes ist im Winter gefühlt öfters ausgefallen, als er stattgefunden hat. Auch das Bild, das sich im Allgemeinen in der Stadt und den Spielplätzen zeigt, deutet auf eine negative Entwicklung der Gesamtsituation hin. Wir hatten damals überlegt von den USA entweder nach Deutschland oder dem Heimatland meiner Frau zu gehen und hatten uns für Deutschland entschieden, da ich hier Arbeit gefunden habe. Wir sind uns mittlerweile nicht mehr sicher, ob das ein gute Idee war. Vielleicht können wir nach der Sanierung und Ende der Spekulationsfrist das Haus verkaufen und in die landschaftlich schönere und finanziell günstigere Gegend meiner Schwiegereltern/Schwägerin ziehen. Dort sind bessere Schulen und wenn wir unsere Karten richtig spielen, wird arbeiten dort für uns optional sein. Das Land hat übrigens in der Länderübersicht des Maschinisten auch gerade eine gute Note bekommen😉. Da es dort auch Homeschooling gibt, kann man die neugewonnene Freiheit dann auch als Familie gemeinsam genießen (z.B. ein Jahr zusammen Reisen). Es ist zumindest unmöglich, dass meine Kinder dabei weniger lernen, als sie es jetzt tun. Vielleicht finde ich auch eine Hybridlösung mit meinem Arbeitgeber, der auch in dem Land tätig ist, aber da ist alles Zukunftsmusik.
Noch einen Punkt am Ende: Mir ist im Laufe des letzten Jahres immer mehr klar geworden, wie sehr ein eigenes Heim und die Fähigkeiten es selbst instand zu setzten für die Unabhängigkeit extrem wichtig ist. Das liegt nicht nur daran, dass ein Haus mit vorhersehbaren Kosten das Sequence-of-Return Risiko während der Entsparphase stark mindert und damit ein gutes Investement sein kann. Handwerker werden auch immer teurer, wenn man sie überhaupt bekommt und man muss froh sein, wenn sie grob das machen, was man möchte. Wir sind beim Renovieren Anfänger und haben niemanden um uns herum, der uns an die Hand nimmt, haben also hauptsächlich mit YouTube, Technischen Datenblättern, Anleitungen und KI gelernt. Aber dennoch sind wir mit dem Resultat oft genauso oder mehr zufrieden als mit der Arbeit der Profis. Und wir haben keine osteuropäischen Handwerkertrupps über Kleinanzeigen, die nach der Arbeit unauffindbar verschwinden, sondern die bekannten lokalen Betriebe genommen (Vielleicht lag gerade da der Fehler?). Die Handwerksmeiter hier sind dauern mit ihren Sportwagen im Urlaub und haben oft wenig Interesse an Aufträgen von Privatleuten. Ich glaube die goldene Zeit der Handwerker kommt (bzw. hat schon angefangen) und wer viel selber machen kann, hat hier klar Vorteile. Auch als Mieter wird man davon langfristig nicht verschont bleiben. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt umzusatteln, da die manuelle Arbeit mir sehr viel Spaß macht, ich ein Händchen dafür habe (ehrlich gesagt deutlich mehr als in meinem aktuellen Job, aber erzählt das nicht meinem Chef) und ich gerne mehr in dem Bereich lernen möchte. Allerdings bin ich dann wieder im nächsten Hamsterrad, würde über mehrere Jahre deutlich weniger verdienen als jetzt und wer will schon einen Lehrling, der auf die 40 zugeht? Vielleicht verkaufen wir auch unser aktuelles Haus nach der Renovierung, stecken die Hälfte in Aktien und kaufen vom Rest und ein heruntergekommenes altes Haus und machen alles noch einmal von vorne. Nur dieses Mal ohne Job nebenbei und von Anfang an mit mehr Sachverstand und dem richtigen Werkzeug.
Ich hoffe dieses Update war nicht zu lange für euch. Ich freue mich über Kommentare, Tipps und Inspirationen.
MfG MrOpportunity
Sehr interessante Zeilen von dir. Es klingt gut mit dem Renovieren. Bei uns ist es allerdings anders mit den Handwerkern. Wir selbst sind da weniger gut beim Modernisieren, habe aber mit 3 verschiedenen Gewerken zeitnahe und professionelle Arbeit am Haus gehabt und es gab null Probleme. Generalhandwerker alle kleinen Themen drum herum innen und außen. Heizungsmensch hat den Verteiler der Fußbodenheizung ersetzt. Dachschutz gegen Tauben für Dach und Solaranlage.
Vielen Dank für das Update und herzlichen Glückwunsch zur ersten Million @mropportunity!
Standortwahl inkl. Schulen ist für Familien ein Top Thema.
Wir haben in unserer deutschen B-Stadt fast alle Gymnasien angeschaut und sind mit der gewählten staatlichen Schule seit Jahren zufrieden. Das Thema, ob die aktuelle deutsche Beschulungsweise im Jahr 2026 überhaupt noch zeitgemäß ist / für das KI-Zeitalter adequat vorbereitet, bleibt natürlich trotzdem.
Während der Grundschulzeit hatten wir damals für beide Kinder aber eine private Grundschule mit Gebühren gewählt, da die staatliche Grundschule in unserem Wohnbezirk wirklich schlecht war.
Ich bin gespannt wie es bei euch weiter geht und würde mich über weitere Updates freuen.
Hi, beeindruckendes Portfolio. Darf man fragen, zu welchem Zinssatz ihr den Immobilienkredit habt?
Danke für das Update!
Dank für die Antworten!
Es wurde viel behauptet und ich kann jetzt bestätigen, das das überschreiten der Millionen zwar gut klingt und man kurz stolz ist, aber an sich gar nichts ändert.
Das mit den Handwerkern kann je nach Wohnort anders sein und natürlich auch besser werden, wenn man an dem Ort, an dem man lebt, mit der Zeit besser vernetzt ist. Ich habe hier allerdings viel herumgefragt und auch die Handwerker selber sagen, dass sie sich vor Aufträgen nicht retten können. Ich bin auch davon überzeugt, dass es immer schlimmer wird. Überall werden vergeblich Lehrlinge gesucht und die Regulatoren lassen sich jedes Jahr neuen Unsinn ausdenken, um den Bau teurer und komplizierter zu machen. Daher denke ich, dass mit mehr handwerklicher Erfahrung auch die Unabhängigkeit wächst. Man wird nie alles alleine machen können, aber doch einen großen Teil.
Wir haben uns noch nicht über die Gymnasien hier informiert, da das noch weit in der Zukunft ist. Private Grundschulen gibt es leider nicht in vertretbar Entfernung. Unsere Schule hat eigentlich einen guten Ruf, aber das ist vermutlich nur relativ. Die Lehrer sagen selbst, dass sie zu dritt sein müsstem, um die Klasse zu betreuen, da ein paar Kinder Vollzeitbetreuung brauchen (Aufmerksamkeitsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, kaum Deutschkenntnisse,...) und daher kaum Aufmerksamkeit für die unauffälligen haben. Auch fällt dauernd irgendetwas aus. Wir müssen eigentlich zu Hause alles nachholen, was sie in der Schule lernen sollten...
Das Haus haben wir zu 3.0% finanziert (Jan 2025 fest gemacht). Da wir Tagesgeldkonten mit 3% haben (waren noch 3,5 letztes Jahr) und an der Börse durchschnittlich noch mehr zu holen ist, sind Sondertilgungen daher nicht sinnvoll. Ich werde es jedoch weiterhin tun, um den Schuldenberg los zu werden.
Das Haus haben wir zu 3.0% finanziert (Jan 2025 fest gemacht). Da wir Tagesgeldkonten mit 3% haben (waren noch 3,5 letztes Jahr) und an der Börse durchschnittlich noch mehr zu holen ist, sind Sondertilgungen daher nicht sinnvoll. Ich werde es jedoch weiterhin tun, um den Schuldenberg los zu werden.
Kann ich total nachvollziehen. Meine 1. (kleine) Wohnung hatte ich zu im Schnitt knapp 1,5% finanziert und mich für ein 15-Jahre-Volltilgung entschieden (KfW-Anteil sogar 10 Jahre). Die Gesamtbelastung war damit als "quasi Miete" trotzdem nur knapp 15% meines Netto-Einkommens und der Ausblick schuldenfrei zu sein, war verlockend.
Jetzt sechs Jahre später hätte ich mir doch gewünscht, die Zahlung auf 20 Jahre zu strecken und dafür mehr Cashflow zu haben. (Aber bei der "niedrigen" Summe sind das alles keine relevanten Zahlen und die KfW, die 2/3 des Kredits ausmacht, musste auf 10 Jahre laufen.)
Wir müssen eigentlich zu Hause alles nachholen, was sie in der Schule lernen sollten...
Das muss aber nicht unbedingt an den Lehrern oder der Klasse liegen.
Bei unseren zwei Kindern ist es so (gleiche Schule, ähnliche Klassenzusammensetzung, gleiche Lehrerin), dass die jüngere kaum was daheim machen muss, die ältere aber einiges wiederholen musste. Denke Lern- und Wiederholthema ist sehr individuell und nicht unbedingt direkt auf den Lehrer/die Klasse übertragbar.
Jetzt sechs Jahre später hätte ich mir doch gewünscht, die Zahlung auf 20 Jahre zu strecken und dafür mehr Cashflow zu haben.
Mein Ziel ist es eher früher die Schulden los zu werden, um in der FI phase keine oder nur kurz noch die hohen monatlichen Ausgaben zu haben. Ich weiß nicht, ob mehr Cashflow uns jetzt helfen würde. Mit Sondertilgung sind es gut 40% meines Nettoeinkommens und wir geben knapp 40% für Lebenserhaltungskosten aus. Der Rest wird für Renovierung verwendet bzw. zurück gelegt. Das ist eher ein Teil, den ich reduzieren würde. Aber vielleicht schaue ich auch in rin paar Jahren zurück und denke mir, ich hätte es ruhiger angehen lassen sollen.
Bei unseren zwei Kindern ist es so (gleiche Schule, ähnliche Klassenzusammensetzung, gleiche Lehrerin), dass die jüngere kaum was daheim machen muss, die ältere aber einiges wiederholen musste. Denke Lern- und Wiederholthema ist sehr individuell und nicht unbedingt direkt auf den Lehrer/die Klasse übertragbar.
Ein guter Punkt. Mein Kind ist ein schneller Lerner, aber lässt sich sehr leicht ablenken. Dafür ist eine wilde Klasse worst case. Wenn wir uns zusammen hinsetzen versteht es alles sehr schnell und merkt es sich auch. Aber es kann mir oft nicht mal sagen, was in der Schule an dem Tag gemacht wurde, da es so viel durcheinander und so laut in der Klasse ist. Beim Elterngespräch hatte ich auch nicht das Gefühl, das die Lehrer mein Kind wirklich kannten. Ich will damit auch nicht sagen, dass die Lehrer schuld sind: Wie gesagt, sagen die selber, dass sie eigentlich zu dritt sein müssten in der Klasse, da die Kinder so unterschiedlich sind und so viele besondere Zuwendung brauchen. Mein Kind verbringt so viel Zeit in der Schule, um dann gestresst und müde nach Hause zu kommen und dann alles nachholen zu müssen anstatt zu spielen oder Hobbies nachzugehen. Das ist frustrierend für alle...
Wow, sehr spannend zu lesen!
Warum Ihr die USA verlassen habt um hier im Se Älend weiter zu leben ist eure Entscheidung, aber ich hätte es nicht gemacht. Da hättet Ihr euch m.M. nach vorher mit Eltern Schulpflichtiger Kinder unterhalten sollen die nicht Corona geimpft sind und alles differenzierter betrachten. Einfach da diese klar denken, geistig gesund sind und nicht Ideologisch zerfressen.
Das mit den Grundschulen und weiterführenden Schulen kann ich zu 100% bestätigen. Liegt an Lehrer und Bildungssystem. Und das wird auch nicht besser werden. Unser Bildungssystem das vor 20 Jahren exisitert hatte war eins der Weltweit besten und würde heute immer noch gut funktionieren. Es war nicht das beste, da hätte man manches besser machen können, aber was da geändert wurde, man kann es nicht fassen. Aber D soll ja nicht mehr gut funktionieren und daher wäre es ja schlecht wenn der großteil der Jugend gut vorgebildet ins Berufsleben einsteigen könnte. Und die obere Mittelschicht die sich privat Schulen leisten kann, die schickt Ihre Kinder auf Privat Schulen. So wie früher. Warum soll sich Soja-Sören mit Pöpel umgeben, man wohnt ja schon ausserhalb der Problembezirke und ist unter sich.
Andererseits Chapeau das Ihr finanziell so toll aufgestellt seid, da könnt Ihr schnell einen abflug machen und die Sache mit Germoney hinter euch lassen. Insofern, sind es nur Luxusprobleme die Ihr habt.
Also wer des Leben in Deutschland als Elend bezeichnet, hat noch nichts von der Welt gesehen. Wir haben es hier sehr gut und wer nicht versteht, warum man nicht um alles in der Welt in den USA leben will, hat noch nicht dort gelebt. Es gibt sehr schöne und positive Aspekte dort, aber auch sehr viel negatives. Ich könnte unzählige Beispiele für und dagegen nennen. Mit China übrigens das gleiche. Ich empfehle mehr die Welt zu erleben und dann merkt man, dass das Gras nicht überall grüner ist.
Uns ist momentan die Nähe zur Familie am wichtigsten. Entweder zu meiner oder der meiner Frau. Eine andere Option kommt gerade nicht in Frage. Dass kann in 15 Jahren anderes sein, wenn die Kinder unabhängig sind oder auch früher wenn allgemeines Interesse besteht, aber soweit planen wir nicht. Wir sind hier auch nicht unglücklich. Die Arbeit haben wir uns größtenteils selbst auferlegt und wäre woanders genauso. "Nur" Kindergarten, Schule und Freizeitangebot für Kinder ist ernüchternd. Aber das kann 30km entfernt ganz anders sein. Wir haben uns auch durchaus vorher informiert und da war das Feedback deutlich positiver. Endweder haben wir Pech oder (was ich eher vermute) sind die, mit denen wir uns ausgetauscht haben, einfach bereits an das niedrige Niveau gewöhnt und merkten das Defizit nicht. Wir haben durch unsere internationale Erfahrung vielleicht einen zu hohen Standard erwartet.
Das Haus haben wir zu 3.0% finanziert
Könntest du bitte einen Überblick über die Fixkosten einer Immobilie geben, die nicht mit der Finanzierung zusammenhängen.
z.B. Strom, Wasser, Internet, TV, Grundsteuer, Versicherung, HOA usw.
Musst du irgendwelche Kosten bei den Kinder zahlen die du in Deutschland nicht hättest?
@sir-invest-a-lot die Immobilie ist in Deutschland, nicht in den USA.
Also wer des Leben in Deutschland als Elend bezeichnet, hat noch nichts von der Welt gesehen. Wir haben es hier sehr gut und wer nicht versteht, warum man nicht um alles in der Welt in den USA leben will, hat noch nicht dort gelebt. Es gibt sehr schöne und positive Aspekte dort, aber auch sehr viel negatives.
Mich würden die Beispiele brennend interessieren. Ich selbst bin noch nie aus Europa herausgekommen. Könntest du evtl. mal einige Beispiele hier schreiben?
Schöne Grüsse
Max


