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Dein Weg zur finanziellen Freiheit  

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(@vincent)
Aktiver Freiheitskämpfer

PS: Für die Länge des Posts übernehme ich die volle Verantwortung. Was aber die merkwürdige Formatierung angeht, wasche ich meine Hände in Unschuld 😉

AntwortZitat
Veröffentlicht : 3. November 2016 20:04
(@vincent)
Aktiver Freiheitskämpfer

Tim Schäfer hat auf die Aktion auf seiner Facebook-Seite aufmerksam gemacht!

https://www.facebook.com/timschaefermedia/?hc_ref=NEWSFEED&fref=nf&__mref=message_bubble

Dateianhang entfernt
AntwortZitat
Veröffentlicht : 4. November 2016 07:14
Monika Reich
(@monika-reich)
Neuer Freiheitskämpfer

Hallo, 

mein Weg zur finanziellen Freiheit ist ein langer. Er war aber nicht beschwerlich, sondern gekennzeichnet von vielen interessanten Meilensteinen. Vieles hat sich so zusammengefügt und würde hier den Rahmen sprengen.  

In jedem Fall habe ich es geschafft: Seit etwa drei Jahren bin ich finanziell frei. Wie ich das definiere? Sehr einfach. Meine Einnahmen aus Kapitalerträgen decken unsere Lebenshaltungskosten. Nicht für einen feisten Luxus. Aber für die Grundkosten und ein bisschen darüber hinaus. Dabei leben wir recht sparsam und ich würde sagen, dass diese Grundhaltung auch dazu geführt hat, dass ich mit 45 bereits finanziell frei war. Es hat mir nie viel ausgemacht, kostenbewusst zu leben.

Aber der Reihe nach: Ich heiße Monika, bin inzwischen 48 Jahre alt und verheiratet. Ich arbeite als Beraterin in Nachhaltigkeitsfragen und gebe nebenbei Yogastunden. Bis 2008 war ich angestellt und habe als CSR Beraterin ganz gut verdient.

Die Idee, irgendwann nicht mehr angestellt arbeiten zu müssen, kam mir bereits mit 18 Jahren. Ich habe mich auf Lehrstellen beworben und fand diese Prozedur der Anbiederung irgendwie ziemlich blöd. Genauso wie die Vorstellung, für einen Arbeitsgeber 40 Stunden und mehr die Woche aufzubringen. Damals habe ich einfach mal ausgerechnet, wie viel Geld ich sparen muss, um von den Zinsen leben zu können. Die Rechnung war damals noch recht naiv, ich ging von 6% Tagesgeldzinsen aus, andere Geldanlageformen waren mir damals noch eher fremd. Dennoch war es eine Option, die ich mit 40 erreichen wollte und bei der ich im Grundsatz auch daran geglaubt habe, dass dies zu schaffen sei.

Die wesentliche Investition habe ich mit 28 getätigt. Eher zufällig, an ein Investment habe ich gar nicht gedacht. Eigentlich wollten wir eine Kommune mit mehreren Menschen gründen, was aus vielfältigen Gründen scheiterte. Zurück blieben ein Architekt und ich. Wir beide fanden die Idee gut, ein Mietshaus zu kaufen und dort dann gemeinschaftlich einzuziehen. Ersteres haben wir geschafft, letzteres hat sich aus Jobgründen nie verwirklicht. Aber ich hatte durch diesen Kauf fünf Eigentumswohnungen, die mich zwar auch reichlich gestresst haben, die aber in den letzten zwanzig Jahren eine schöne Wertsteigerung hingelegt haben. In den aufgenommenen Kredit habe ich immer schön reingetilgt, so dass dieser vor drei Jahren abbezahlt war. Eine Wohnung habe ich irgendwann verkauft, vom Gewinn haben wir uns ein kleines Reihenhaus gekauft, in dem mein Mann und ich heute leben. Da dieses auch nicht mit einem Kredit belastet ist, sind unsere monatlichen Kosten relativ gering (< 2.000 €). Als mir klar wurde, dass unsere Kosten durch die Kapitaleinkünfte gedeckt werden, habe ich eine ganze Weile gebraucht, um diesen Zustand zu akzeptieren. Um nicht zu sagen, es hat Jahre gedauert und nur ganz langsam habe ich mich von Arbeiten verabschiedet, die mir eigentlich keinen Spaß machten. Das was ich heute mache, macht mir großen Spaß: Ich entwickle sehr gerne Nachhaltigkeitskonzepte für Firmen und mein Yogaunterricht gehört zu meiner Leidenschaft. Also mache ich es, warum auch nicht. Zumal Geld mehr ist, als nur das Mittel zur Deckung von Lebenshaltungskosten. Im Geld steckt unglaublich viel Anerkennung. Und ohne diese kann ich nicht gut. Unbewusst bedient die Arbeit auch mein Sicherheitsbedürfnis. Es könnte ja sein, dass sich beim Thema Geld oder überhaupt unsere allgemeine Lebenssituation grundlegend verändert. Da finde ich es für mich hilfreich, zu wissen, dass ich mich auch mit meinem Kopf und meinen Händen irgendwie ernähren kann und nicht auf die Mieteinnahmen oder sonstige Kapitalerträge verlassen muss. Die sonstigen Kapitalerträge sind im wesentlichen Dividenden, manchmal verkaufte Aktien oder Zinszahlungen aus Darlehen. Ich habe auch einiges Geld in ETFs angelegt, die ich aber nicht verkaufe, sondern wachsen lasse. 

Dass wir finanziell frei sind, merken die meisten Menschen nicht. Denn dieses Lebenskonzept ist in Deutschland so fremd, dass ich immer das Gefühl habe, ich werde von einer Welle von Unglauben, Neid und dummen Bemerkungen überrollt. Das macht keinen Spaß!  Zumal es dann kaum jemanden interessiert, wie ich es geschafft habe und welche Probleme es auf dem Weg dorthin zu bewältigen gab. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Vermieterin zu sein, sei ein Zuckerschlecken. Über lange Strecken habe ich das gehasst. Und auch bei meinem Aktiendepot ist nun wirklich nicht immer Sonnenschein. Ganz zu schweigen von der Grundhaltung, alle Kosten immer wieder in Frage zu stellen und mit viel Energie bei Investments ins Risiko zu gehen. Denn diese beiden Haltungen sind in meinen Augen die wesentlichen, um Vermögen aufzubauen.

Im Sommer 2015 habe ich mein Schweigen zum Thema Geld gebrochen. Im Buch „Finanziell frei“  habe ich meine Geschichte aufgeschrieben und versucht, möglichst viele Tipps für die Leserin und den Leser zu sammeln, die irgendwie allgemeingültig sein könnten. Tatsächlich war ich selber erstaunt, wie sich mein Weg entwickelt hatte. Im Gehen schaut man ja nicht laufend zurück und bewundert die eine oder andere Windung. Es war schön, zu sehen, wie sich alles gefügt hat. Und weil mir das Schreiben so viel Spaß macht, blogge ich regelmässig bei Klunkerchen.wordpress.com, einer Seite, die überwiegend Frauen das Thema Geld näherbringen will. Euch könnte wahrscheinlich mein Artikel zu den Nachteilen der finanziellen Freiheit interessieren. Denn ich möchte auch über die nicht so schönen Seiten der finanziellen Freiheit erzählen. Diese hätte ich mir nie träumen lassen, dass es die überhaupt gibt. Ich selbst habe diese erst entdeckt, als ich tatsächlich in der Situation war. Sie sind auch alle nicht so schlimm, dass sie nicht lösbar wären. Aber das es überhaupt Probleme gab und gibt, das hat mich selbst überrascht. Dennoch will ich auch immer wieder zusammenfassen, dass ich es als riesengroßen Luxus begreife, dieses Leben so leben zu können, wie ich es aktuell leben darf! 

 

Dateianhang entfernt
AntwortZitat
Veröffentlicht : 4. November 2016 17:04
Michael und Maschinist mögen das
 Mike
(@mike)
Neuer Freiheitskämpfer

 Hello the Machinest und hallo an alle Leserinnen und Leser,

unsere Geschichte begann bei unserem ersten Date am 05. März 2010 in einem Restaurant in Aschaffenburg.

Wie das mit Geschichten so ist, merkt man erst viel später, wo eigentlich der Anfang war, so dass wir uns zu dieser Zeit darüber noch gar nicht bewusst waren.

Heute feiere ich meinen 30. Geburtstag, was ungefähr so surreal ist, wie die über sechsjährige Beziehung und den gemeinsam eingeschlagenen Weg zur finanziellen Freiheit.

Wir sind übrigens Mike und Marielle – 30 und 24 Jahre alt – Psychologe und Betriebswirtin – Blogger – zukunfts-, ziel- und entwicklungsorientiert – Theatergänger – Gesellschaftsspielliebhaberinnen – zukünftig finanziell frei.

Warum wir uns da so sicher sind, dass wir es erreichen werden? In den vergangenen Jahren haben wir uns ein sehr solides Fundament aufgebaut.

 

Unsere Beziehung

Sie ist unser größter Antrieb und unser stärkstes Fundament auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Über die Jahre haben wir durch harte Arbeit und ständige, offene Kommunikation einen Raum aufgebaut, in dem wir uns vollkommen auf den/die andere/n verlassen können.

Wir haben aus vielen, vielen Trennungsgründen gelernt und uns jedes Mal weiterentwickelt. Wir denken im Sinne unserer Beziehung ohne die Bedürfnisse des Einzelnen zu vernachlässigen.

In den letzten Jahren haben wir es geschafft von wenigen gemeinsamen Interessen und Überschneidungspunkten immer mehr Unternehmungen und Ziele zu finden, die uns beiden großen Spaß bereiten. Und, wo wir beide unsere jeweilige Expertise einbringen können.

Dies gilt nicht nur für unseren Blog und unsere Investitionen, sondern auch unsere Hobbies wie Sport, Gesellschaftsspiele, Theater, Kochen und vieles mehr. Wir sind sehr gut darin, zusammen Dinge zu entwickeln und aufzubauen.

 

Unsere Heterogenität

Was zu Beginn noch als Nachteil zu empfinden war, ist mittlerweile eine unserer größten Stärken und der Grund, warum wir zusammen und individuell erfolgreich sind.

Aufgrund unserer unterschiedlichen Interessensgebiete haben wir in grundverschiedenen Bereichen sehr viel Wissen angesammelt. Und mittlerweile Punkte gefunden, in denen wir es vereinigen können.

Marielle ist ein absolutes Organisationstalent und von Umsetzung getrieben. Ich bin viel mehr durch neue Ideen getrieben und kann mich für Neues unfassbar schnell begeistern. Marielle würden also die Ideen fehlen und mir der Drang zur Umsetzung. Zusammen bekommen wir beides hin.

 

Unsere Homogenität

Eine Sache, die 2010 nur bei sehr naher Betrachtung ersichtlich war, ist unsere ähnliche Denkweise hinsichtlich Werten, Entwicklung und Zielsetzung.

Wir sind auf den zweiten Blick also gar nicht so verschieden, wie es zunächst den Anschein bereitet. Unsere größte Übereinstimmung finden wir, bei dem Bedürfnis uns persönlich weiterzuentwickeln. Und dies lässt sich auf alle Lebenslagen ausweiten: Unsere Beziehung, unsere Karriere, unser Wissen, unsere Eigenschaften, unsere Finanzen, unsere Unternehmungen und so weiter.

Ein echter Glücksgriff: Heterogene Fähig- und Fertigkeiten und homogene Bedürfnisse und Ziele!

 

Unser weiterer Weg

Seit etwa 18 Monaten lesen wir uns umfangreiches Wissen rund um Investitionsmöglichkeiten an. Seit einem Jahr investieren wir gemeinsam aktiv in Aktien und freuen uns über den bisher kurzfristigen Erfolg unserer Strategie.

Im kommenden Jahr stehen weitere Investitionen hinsichtlich Aktien, Immobilien und die Gründung unseres ersten (nebenberuflichen) Unternehmens an.

Weiterhin werden wir in unsere Beziehung, unsere Bildung, unsere Gesundheit und unsere Projekte investieren, um unser Fundament weiter zu festigen und auszubauen.

 

Unser Mindset

Wir haben die finanzielle Freiheit bereits erreicht.

Nicht, dass unser passives Einkommen höher wäre als unsere Ausgaben. Aber

  • ·         wir führen beide Berufe aus, die uns erfüllen und jede Menge Spaß und Entwicklungsmöglichkeiten bieten;
  • ·         wir können unsere Freizeit beliebig gestalten;
  • ·         wir haben jede Menge Ziele und die nötige Lust diese zu verfolgen und zu erreichen;
  • ·         wir könnten zufriedener kaum sein und arbeiten hart daran, dass es so bleibt;
  • ·         wir lernen immer mehr Menschen kennen, die dieselben Bedürfnisse und Ziele haben.

 

Unser Anfang

Alles begann mit einem leckeren Essen, einem unterhaltsamen Abend und dem Selbstverständnis, dass jede/r für sich selbst zahlt.

 

Vielen Dank für Eure spannenden Geschichten. Wir finden es immer wieder inspirierend andere Geschichten und Wege zu verfolgen!

 

Beste Grüße
Mike und Marielle aka die Beziehungs-Investoren

AntwortZitat
Veröffentlicht : 5. November 2016 10:08
Mike, Michael, Marielle und 1 User mögen das
(@hallo)
Neuer Freiheitskämpfer

Mein/unser Weg zur finanziellen Freiheit

Eigentlich wollte ich (noch keine 50 Jahre alt) keinen eigenen Beitrag verfassen. Dann habe ich aber Ende Oktober entdeckt, dass das Wachstum in unseren Depots und auf unseren Konten in den ersten 10 Monaten des Jahres 2016 unser Erwerbseinkommen überstieg. Wir hätten also noch gleich viel Geld wie Anfang Jahr, selbst wenn wir in diesem Jahr nicht erwerbstätig gewesen wären. Das könnte ja ein Indikator für finanzielle Freiheit sein (klar, besser wäre es, das allein mit Dividenden und ohne Kurssteigerungen erreicht zu haben, aber immerhin…)! Zur Feier des Etappenziels habe ich mir überlegt, aus Dankbarkeit und Freude über das Erreichte andere zu motivieren, indem ich meinen/unseren Weg zur finanziellen Freiheit beschreibe.

Zwei Vorbemerkungen

-          Vorausschicken muss ich, dass wir in der Schweiz wohnen, wo die Lebenshaltungskosten extrem hoch sind – aber natürlich sind auch die Löhne höher als andernorts.

-          In den folgenden Text sind 20 Tipps eingebaut, die anderen helfen könnten, aus unserem Weg zu lernen

Meine Kindheit

Ich bin in einer mehrköpfigen Familie aufgewachsen. Rückblickend war es wohl untere Mittelschicht – es fehlte uns an nichts, aber es gab auch keinen Luxus, z.B. keine Familienferien. Inspirierend für meinen Weg zur finanziellen Freiheit war sicher mein Vater. Er hat als einfacher, mittelloser Arbeiter begonnen, sich dann selbstständig gemacht und sein Leben lang fleissig gearbeitet und gespart. Mal hörte ich die Anekdote, dass er früher in die Stadt gefahren sei, dort mehrere Uhren gekauft und diese dann nebenberuflich auf dem Land in seinem Bekanntenkreis nach und nach mit Gewinn verkauft habe. Weil er sich damals als Selbstständiger in der Schweiz keiner Pensionskasse anschliessen konnte, musste er selber fürs Alter vorsorgen. Er hat dies mit Anleihen und mit Immobilien getan – an Aktien getraute er sich nicht (er verstehe nichts davon, sagte er mir mal). Als Jugendlicher habe ich ihn mal auf die Idee der finanziellen Freiheit angesprochen – er meinte nur, das habe er sich auch schon überlegt, aber das sei halt schwer. Selbst eine Million Franken würde mit sicheren Anleihen nicht ausreichen, eine Familie durchzubringen…

Ein nachhaltiges Kindheitserlebnis

Als Kind wurde uns Sparsamkeit eingeimpft. Wir brachten unser Geld regelmässig zur Bank. Einmal drückte uns unser Vater Geld für den Jahrmarkt in die Hand mit der Bemerkung: "Hier habt ihr etwas für den Jahrmarkt. Alles, was ihr mir am Abend wieder zurück bringt, verdopple ich euch!" Das war seine Art der Vermittlung finanzieller Bildung. Ich glaube, ich habe alles wieder zurückgebracht und abkassiert… (Tipp 1: Kurzfristige Bedürfnisse hinterfragen, langfristige Bedürfnisse stärker gewichten, d.h. Belohnungsaufschub).

Erste Berufsjahre

Um die Eltern finanziell nicht zu belasten, habe ich schnell einen Beruf mit solidem Einkommen gelernt (Tipp 2: schnell eine eigene, solide, ökonomische Basis aufbauen), bin ausgezogen, habe erstes eigenes Geld verdient und während vielen Jahren in einer Einzimmerwohnung gewohnt (Tipp3: Fixkosten tief halten). Meine (Arbeits-) Kollegen wohnten damals allein in Drei- und Vierzimmerwohnungen und flogen mehrmals jährlich in den Urlaub. Darauf und auf ein Auto habe ich verzichtet, auch wenn alle anderen eines fuhren (Tipp 4: Nicht am Statuswettbewerb teilnehmen). Nach Jahren habe ich mich beim Car-Sharing angemeldet. Erst als es beruflich unabdingbar wurde, habe ich mir meinen ersten gebrauchten Kleinwagen gekauft (Tipp 5: Dinge erst kaufen, wenn man sie so nebenbei sofort bezahlen kann, ohne im Vermögensaufbau-Prozess substanziell zurückgeworfen zu werden). Nach Jahren fand ich endlich eine doppelt so grosse Wohnung – die NOCH günstiger war als meine bisherige Einzimmerwohnung! Mit einem motorlosen Boot genoss ich damals die Freizeit auf dem nahen Badesee; mit Freunden gingen wir oft wandern. Ich hatte jedenfalls nie das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Noch heute sagen mir teure Autos usw. überhaupt nichts (Tipp 6: Das Lebensglück in immateriellen Dingen suchen, nicht in kostspieligen materiellen Dingen). Mit dieser Lebensweise konnte schnell ein Notgroschen aufgebaut werden. Der Notgroschen wurde später nach und nach erhöht, er beträgt heute deutlich mehr als ein Jahr (Tipp 7: schnell einen ersten Notgroschen aufbauen und diesen dann laufend der Situation anpassen).

Erste Anlageerfahrungen

Früh wurde ich schwer krank. Manche Ärzte sagten mir ein kurzes Leben voraus. Da ich dennoch eine Familie plante, war ich mir meiner Verantwortung durchaus bewusst. Ich konnte wegen meiner Krankheit keine Lebensversicherung mehr abschliessen und musste deshalb selber beginnen, für finanzielle Sicherheit zu sorgen (Tipp 8: Finanzielle Angelegenheiten selber an die Hand nehmen). Ein guter Kollege weckte in dieser Zeit mein Interesse an der Börse. Da er bezüglich Finanzen wesentlich gebildeter war als ich, sagte er mir jeweils, welche Aktien nun ein Kauf oder Verkauf wären. Das ging eine Weile gut, mit der Dotcom-Blase kamen aber auch grössere Verluste. Ich verzichtete deshalb fortan auf die Zusammenarbeit mit diesem Kollegen. Vielmehr setzte ich anschliessend auf Fonds – denn ETFs waren mir damals noch nicht bekannt. In dieser Zeit las ich auch das Buch von Bodo Schäfer, das mich definitiv zur finanziellen Freiheit inspirierte, sowie und eine Menge anderer Geld-Bücher (Tipp 9: Ständige Weiterbildung).

Studium

Dann habe ich mir das Ziel gesetzt, doch noch ein Studium zu absolvieren. Mit meiner Ausgangslage war das nicht einfach. Mit viel Einsatz, habe ich es – selbst finanziert – dennoch auf die Reihe gekriegt, indem ich in reduziertem Ausmass weiter gearbeitet und parallel dazu studiert habe. Mit der Zeit habe ich dann am Abend zusätzlich zum Hauptjob und zum Studium verschiedene recht gut bezahlte Nebenjobs angenommen. Das war eine sehr strenge Zeit. Aber als Single mit Zielen hat die Woche 24x7 Stunden… (Tipp 10: Studienzeit nutzen, um parallel dazu Geld zu verdienen).  Auf jeden Fall blieb mir immer noch Zeit für Vereine, Ausgang, Natur, Freundin oder Sport – fragt mich nicht, wie ich das im Detail gemacht habe, aber in jungen Jahren ist die Energie einfach noch ungebremst…

Eigene Firma

Nach und nach flogen mir freiberuflich Aufträge und Projekte nur noch so zu. Ich machte es mir zum Motto, bei einer Anfrage immer zuerst zuzusagen und dann erst zu überlegen, ob ich das dafür nötige Know-How und die Zeitressourcen überhaupt besitze. Das führte dazu, dass ich mir laufend neue Kompetenzen aneignen musste (Tipp: 11: sich selber in ein Umfeld bringen, das einen immer weiter vorwärts pusht), was wieder zu neuen Aufträgen und Beziehungen führte. Grösstenteils waren dies Aufträge, bei denen ich nicht für meine aufgewendete Zeit, sondern für das fertige Produkt bezahlt wurde. Da die Nachfrage nach meinen Produkten damals hoch war, war meine Nebentätigkeit sehr einträglich (Tipp: 12: sich nicht für Zeit, sondern für Produkte bezahlen lassen). Irgendwann habe ich dann meine nebenberuflichen Tätigkeiten in einer eigenen Firma gebündelt. Wenn viel Arbeit anfällt, stelle ich temporär Leute ein, die mich unterstützen. Diese bringen mir ohne substanzielle Mehrarbeit ein zusätzliches Einkommen (Tipp 13: Andere für sich arbeiten lassen, das ist ein grosser Hebel).

Immobilien

Einige Zeit nach der Hochzeit mit meiner Frau haben wir ein Mehrfamilienhaus erworben, in dem wir in einer schönen, sehr grossen Wohnung selber wohnen und andere Wohnungen vermieten (Tipp 14: Falls Wohneigentum zur Selbstnutzung gewünscht wird, dieses erst relativ spät kaufen, wenn man es sich leisten kann ohne das ganze Depot zu plündern). Während es in Deutschland offenbar üblich ist, Hypotheken schnellstmöglich abzubezahlen, eilt es in der Schweiz nicht so sehr, da es steuerliche Anreize gibt, das Haus nicht abzuzahlen (Abzug des Schuldzinses vom Einkommen). Ausserdem ist der Hypothekarzins für unsere Belehnung von ca. 60% in den nächsten 10 Jahren fix extrem tief angebunden (Tipp 15: Hebelwirkung von kreditfinanzierten, fremdvermieteten Immobilien nutzen).

Sparquote und Asset-Allocation

Als Ehepaar mit zwei vollen Einkommen (ohne Kinder) konnten wir umfassende Rücklagen bilden (Tipp 16: Die Zeit als kinderloses Paar für den Vermögensaufbau nutzen – nachher wird es deutlich schwieriger). Nachdem eher spät Kinder dazu gekommen sind, können wir (das passive Einkommen ausgeklammert) «nur» noch etwa 20% des Erwerbseinkommens sparen. Unsere Ausgaben sind nun deutlich gestiegen, die Löhne aber auch – und zusätzlich haben wir ja noch das passive Einkommen. Nachdem mittlerweile ETFs in aller Munde sind, haben wir unsere Fonds verkauft und diese durch ETFs ersetzt, die wir langfristig halten und weiter aufstocken möchten (Tipp 17: Vermögensaufbau über kostengünstige, breite ETFs angehen). In unserer Asset-Allocation orientieren wir uns lose am Vorschlag von Kommer (Tipp 18: Bewusst eine Asset-Allocation festlegen, dann innerhalb exakter Bandbreiten daran festhalten und periodisch mittels Zukäufen ein Rebalancing durchführen):

Welt-ETF: 4% (Ziel: 4%)

Value-ETFs entwickelte Märkte: 11% (Ziel 12%)

Small Caps ETFs entwickelte Märkte (10% (Ziel: 12%)

Schweiz-ETFs (Large Caps und Small Caps): 9% (Ziel 12%)

Schwellenländer ETFs: 11% (Ziel: 12%)

60% des Eigenkapitals an selbstgenutzter und fremdvermieteter Immobilie: 20% (Ziel: 12%)

Rohstoffe, insbesondere auch Goldmünzen für den Super-GAU: 1% (Ziel: 2%)

Peer-to-Peer-Kredite: 4% (Ziel: 4%)

Anleihen: 5% (Ziel: 4%)

Notgroschen auf dem Konto: 25 % (Ziel: 26%)

Zusätzlich haben wir noch etwas Geld auf Pre-Payed-Kreditkarten, in unseren Geldbeuteln sowie in unserem Tresor.

Altersvorsorge und Steuern

Nicht einbezogen habe ich in die obige Übersicht unsere Pensionskassengelder, die wir uns bei der Pensionierung als Rente beziehen oder als Kapital ausbezahlen lassen können (z.B. um dann die Hypothek abzuzahlen). Das wird voraussichtlich eine recht üppige zusätzliche Summe werden, da wir beide immer sehr viel gearbeitet haben (dann muss man in der Schweiz auch zwingend in die Pensionskasse einzahlen). Daneben gibt es in der Schweiz die Möglichkeit zur steuerbegünstigten, freiwilligen Altersvorsorge. Insbesondere für Gutverdienende ist dies eine attraktive und einfache Steuersparmöglichkeit, die gegenüber der Lösung in Deutschland m.E. deutlich weniger Nachteile hat (man kann dieses Geld mittlerweile sogar in ETFs mit geringen Gebühren anlegen). Mit Altersvorsorge, eigenen Immobilien, eigener Firma und Angestelltenverhältnis gibt es in der Schweiz so einige Möglichkeiten, seine Steuerzahlungen zu optimieren – das nutzen wir im legalen Rahmen gerne aus (Tipp 19: Steuerliche Vergünstigungen gezielt suchen und im legalen Rahmen nutzen).

Gegenwart und Zukunft

Da meine Frau und ich beruflich sehr viel Freude erleben, haben wir keinen Anreiz, beruflich kürzer zu treten (beide arbeiten Teilzeit). Wir haben sehr viele Freiheiten, können eigene Projekte anreissen und durchziehen, ausserhalb des Büros arbeiten, die eigenen Kinder betreuen, Anerkennung gewinnen usw. Wir haben keine Stempeluhren, sondern enorm viele Freiheiten, so lange wir bei wichtigen Terminen/Meetings aufkreuzen und gute Ergebnisse liefern (Tipp 20: sich eine Lebens- und Arbeitswelt suchen und einrichten, in der es sich wohlsein lässt). So haben wir kaum Anreize, die Erwerbsarbeit aufzugeben, zumal wir noch schulpflichtige Kinder haben. Da ist Reisen nicht gerade unser Hauptthema. In unserem Umfeld verhalten wir uns eher unauffällig und bescheiden, damit wir nicht allzu viele Fragen beantworten müssen. Die haben wir ja hiermit alle beantwortet 😉

 

Hoffentlich konnte ich die einen oder anderen mit diesem Beitrag auf ihrem Weg zur finanziellen Freiheit motivieren. Nachdem ich es lange Zeit nur intuitiv für möglich gehalten habe, finanzielle Freiheit erreichen zu können, weiss ich seit kurzem, dass es definitiv möglich ist! Hoffentlich können meine Tipps andere dazu inspirieren, es uns gleich zu tun.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 6. November 2016 12:48
Michael, Ahmet und Maschinist mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Nachfolgend noch der Beitrag vom Nutzer "Turtle to be", der hiermit auch zur Abstimmung steht.

 

“Geld ist nicht alles – oder doch?

“Geld ist nicht alles” entgegnete mein jugendliches, gerade pubertierendes Ich meinen Eltern. Ich dachte dabei an all das was einem in der Pubertät wichtig ist, statt mich auf die Sorgen meiner Eltern einzulassen. Ich kann mich nicht mehr im Detail erinnern, was meinen Eltern in diesem Moment finanzielle Sorgen bereitet hat, aber noch heute denke ich oft an ihre Reaktion: Sie lächelten mir zu. Nicht in dem Sinne, dass sie mich belächelten. Meine Antwort hätte sich für meine Eltern wie Hohn angehört, wenn es jemand anders gesagt hätte. Aber da stand ihr kleiner Junge vor ihnen, der noch nicht begriffen hatte, welche Entbehrungen meine Eltern durchgemacht hatten und die nächsten Jahre durchmachen sollten.

Kindheitserfahrungen als Triebfeder heutigen Verhaltens

Meine Eltern sind als sogenannte Gastarbeiter nach Deutschland gekommen. Mein Vater hat sein Leben lang in einem Stahlwerk gearbeitet, wahrscheinlich für die Hälfte des Lohns, den ich mit Mitte Dreißig nun bekomme.

Meine Mutter hat sich um die drei Kinder gekümmert hat. Beide haben kaum eine Schulbildung genossen und finanziell hat es an allen Ecken und Enden gefehlt. Eine gute Schulbildung für die Kinder war ihnen das wichtigste Ziel, dem sie alles untergeordnet haben. Ihr Leben war geprägt von maximaler Enthaltung und Einschränkung ihrer persönlichen Wünsche und Bedürfnisse, damit es den Kindern eines Tages besser geht. Es ist erstaunlich an welche Begebenheiten aus der Kindheit und Jugend man sich erinnert. Nicht ausschließlich gravierende oder dramatische Einschnitte, sondern belanglose Ereignisse. Z.B. erinnere ich mich, wie sehr ich mich gefreut habe, wenn mein Vater an bestimmten Tagen Kaiserbrötchen mitgebracht hat, die es einmal die Woche im Angebot gab.

Ich erzähle diese Episoden nicht um Mitleid zu erhaschen und sicherlich gibt es Menschen, deren Kindheit von größeren und gravierenden Entbehrungen geprägt war als meine. Die Sichtung der wöchentlichen Rabatte war eine Selbstverständlichkeit, hungern mussten wir niemals. Auch heute bin ich sehr gut im Bilde über die wöchentlichen Angebote und Sparmöglichkeiten, die es gibt, mittlerweile macht es mir auch nichts aus, wenn Bekannte und Freunde sich darüber lustig machen oder z.T. skeptisch reagieren.

Mein Beitrag fokussiert sehr deutlich meinen familiären Hintergrund und das Denke, dass meine Eltern bewusst und unbewusst an mich weitergegeben haben und mein Verhalten bis heute prägt. Denn mir ist in den letzten Jahren sehr deutlich geworden, dass meine Unfähigkeit dem Ziel finanzielle Unabhängigkeit auch nur in Ansätzen nahe zu kommen, mit den Erfahrungen in der Kindheit und Jugend zu tun hat. Diese Erfahrungen sind in meine DNA übergegangen und haben mein Verhalten geprägt und prägen es weiter.
Auf der anderen Seite teile ich die feste Überzeugung, dass eine Kindheit, die von materiellen Nöten geprägt war, mir die notwendige Motivation und v.a. den Durchhaltewillen bietet, dieses Ziel anzustreben und auch zu erreichen.

Als ich nach dem Abitur so langsam auf eigenen Beinen gestanden habe, habe ich die Sichtweise meiner Eltern bezüglich der immensen Bedeutung von Geld übernommen. Leider hat dies paradoxerweise zunächst dazu geführt, dass ich auf ein finanziell verlorenes Jahrzehnt zurückblicke. Ich war beseelt von dem unbedingten Willen Geld zu besitzen, es jedoch für den Konsum flüchtiger Dinge auszugeben. Dies waren, so denke ich mir, vergebliche Versuche die materiellen Entbehrungen zu kompensieren, die ich in der Jugend erfahren habe. Nicht in der Weise feiern können wie meine Freunde. Nicht ferne Länder in den Ferien bereisen zu können, oder sich das Mofa zu kaufen, das ich mir so sehr gewünscht hatte.

Ein neuer Lemming betritt die Börse

Auf der anderen Seite bin ich in den letzten Zügen der Dot-Com Blase mit der Börse in Berührung gekommen. Einen heißen Tipp eines Freundes folgend habe ich Eurogas gekauft, einen Pennystock, der wenn ich das richtig sehe, auch heute noch alle paar Jahre durchs Dorf getrieben wird. Weder wusste ich was die Firma machte, noch was eine Aktie ist. Aber der Zeitgeist hat Lemminge wie mich an die Börse gelockt und sie kurzzeitig belohnt. Die ca. 300 Mark hatten sich fast verdoppelt. Mein Sparkassenberater hatte mir noch zum Ausstieg gerieten, aber die Gier war stärker, so dass ich recht schnell meinen Einsatz fast vollständig verloren habe. Im Gegensatz zu vielen Freunden und Bekannten, die der Börse den Rücken gekehrt haben, bin ich der Börse treu geblieben. Ich bin zu der Zeit auf ein Zitat von Kostolany gestoßen, dessen Bedeutung wie gemacht für meine Situation schien: „Wer viel Geld hat, kann spekulieren, wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren, wer kein Geld hat, muß spekulieren.“ Ich kann jedoch nicht behaupten, dass ich auf eine positive Performance verweisen kann. Immer wenn ich mir etwas Geld zusammengespart habe, habe ich es recht bald an der Börse verloren, zumindest habe ich mein Wissen erweitert: Ich habe gelernt die Finger von Pennystocks zu lassen, keine Optionsscheine anzurühren, keine ausgebombten Werte zu kaufen in der Hoffnung, dass sie endlich steigen. 2005 bin ich auf das Mastertraders-Forum von Simon Betschinger gestoßen, ein besseres Forum habe ich nicht mehr gefunden und schätze die Beiträge und die Denke der Mastertrader bis heute. Der Maschinist verzeiht mir sicher die Werbung, aber wer sowieso nicht dort auf dieses Angebot aufmerksam gemacht wurde, sollte sich die Seite bzw. das Netzwerk genauer anschauen.Hochprofessionelle und über Jahre erfolgreiche Trader bieten eine gute Orientierung und hilfreiche Hinweise auf Trends und aussichtreiche Aktien. Ich habe aber das Kunststück vollbracht fast alle der angebotenen Dienste zu abonnieren und trotzdem Verluste zu machen. Dies ist ausschließlich meiner Verantwortung zu zuschreiben. Was nützt einem das beste Angebot, wenn der “Dümmste anzunehmender Trader” hartnäckig und entgegen aller Hinweise meint es besser zu wissen, d.h. z.B. kein Risikomanagement zu betreiben, zu hoch gewichtete Trades einzugehen, in Fahnenstangen zu kaufen und nicht die Fähigkeit aufzubringen Verluste konsequent zu begrenzen. Meine gesamten Verluste der letzten 10 Jahre haben sich bisher auf ca. 15 Tausend Euro belaufen. Viele Leser werden sicherlich mit dem Kopf schütteln und fragen, warum ich weiterhin versuche etwas zu schaffen, an dem 90% der Anleger (inklusive mir) scheitern: dauerhaft Geld an der Börse zu verdienen.

Erfolg ergibt sich nur durch das richtige Mindset!

In den letzten beiden Jahren ist mir sehr klar geworden, wie wichtig mein Mindset, meine Einstellung zu Geld und meine familiären Erfahrungen für meine (erfolglose) Art zu handeln sind. Ich habe die Hoffnung, dass mit dieser Einsicht, der erste Stein gelegt ist, in Zukunft erfolgreich zu handeln. Dass die Reflektion der eigenen Einstellung mindestens so wichtig für den Erfolg ist, wie das konkrete Wissen um die Funktionsweise der Börse oder des Kursbildungsmechanismus, sehe ich an meiner Frau, die viel Verständnis für mein Handeln an der Börse hat, mich unterstützt und niemals Vorwürfe macht, wenn ich erneut Geld verloren habe. Alles was meine Frau über die Börse weiß, weiß sie von mir und ich bin mir sicher, dass sie eine erfolgreiche Traderin oder Investorin wäre, wenn sie den Lust hätte zu handeln.

Sie hat mir vor Jahren ein Buch über die Turtle Trader geschenkt und als Teil des Geschenkes das Buch gelesen, um mit mir zu diskutieren. Sie hat sehr deutlich die Bedeutung der Risikokontrolle erfasst, v.a. wie wichtig ein langweiliges, dafür beständiges und langfristig orientiertes Denken für den Erfolg ist. Langfristig in dem Sinne, dass sie nicht die Bedeutung des gegenwärtiges Trades, sondern der nächsten tausend Trades im Blick hat. Und genau an diesen Aspekten scheitere ich weiter. Mein Risikomanagement ist nicht konsequent, weil ich Angst habe. Angst habe Geld zu verlieren und daher die Stops nicht konsequent setze, um mir, solange es “nur” Buchverluste sind, nicht eingestehen müssen, Geld verloren zu haben. Ich habe aber auch Angst nicht genug Geld zu verdienen, was meine Gier erklärt. Ich kaufe in Fahnenstangen, obwohl ich weiß, dass ein Trend sich aus Bewegung und Korrektur zusammensetzt. Ich habe es doch tatsächlich geschafft, den Gewinn, den ich mit der ab 2009 beginnenden Hausse anfänglich gemacht habe, in der ersten Korrektur zu verlieren. Angst ist eine sehr wirkungsmächtige Uremotion, die viele beim Handeln an der Börse unterschätzen. Es werden körperliche Reaktionen hervorgerufen, die den konkreten Handel entscheidend prägen und zu Fehlern führen. Diese Angst muss ich in den Griff bekommen. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, dass meine Unfähigkeit erfolgreich zu handeln, so lange andauern wird, bis ich meine frühkindlich erworbene Einstellung zu Geld bzw. den unbedingten Willen Geld zu besitzen produktiv auflöse. Wenn ich es schaffe nicht so verbissen an die Börse heran zu gehen, werde ich Erfolg haben. Das ist meine tiefste Überzeugung. Ich fülle daher mein Trading-Konto monatlich mit ca. 200-300€ auf. Große Summen stehen mir derzeit nicht zur Verfügung, ich will aber “im Spiel bleiben”, denn erfolgreiches Handeln und die Bewältigung meiner Angst kann ich nur mit realem Geld einüben. Sobald es unsere finanzielle Situation zulässt, werden wir zusätzlich über ETFs ansparen, so dass wir langfristig passives Einkommen generieren können.

“Geld ist nicht alles” – oder doch?

Schlussendlich die Frage warum ich das Ganze eigentlich mache? Warum nehme ich den Frust auf mich? Die vielen Stunden am Rechner, die vielen Bücher und Webinare? Die dummen Kommentare und das Gelächter von Freunden, die um die Verluste wissen? Vor einigen Jahren wäre eine ehrliche Antwort gewesen: Nervenkitzel!. Auch diesbezüglich hat sich meine Einstellung geändert. Heute lautet meine Antwort: Weil mein pubertierendes Ich – auf eine andere Weise als ich es damals dachte – doch Recht hatte: Geld ist nicht das wichtigste im Leben: Geldbesitz sollte nicht Selbstzweck sein oder um ein Instagramm-Leben zu führen, mit tollen Autos, den neuesten Notebooks oder regelmäßigem Essen in teuren Restaurants. Aber mit Geld lassen sich diese wichtigen Sachen viel leichter, bequemer und z.T. überhaupt erst realisieren. Die Qualität des Zahnersatzes meines Vaters ist eine Frage des Geldes. Die Möglichkeit der Schulbildung meines Sohnes ist eine Frage des Geldes. In diesem einen Leben, das ich habe, soviel Zeit wie möglich mit meinen Liebsten verbringen zu können, ist eine Frage des Geldes. Zugegeben, dies sind überaus banale Erkenntnisse, aber es hat lange gedauert, bis ich dies realisiert habe. Wir werden sehen, ob diese Erkenntnis dazu führen wird, dass mein verhalten sich nachhaltig verändern wird. Wünscht mir Erfolg dabei!

AntwortZitat
Veröffentlicht : 7. November 2016 19:27
Michael und Maschinist mögen das
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