Millionär Interview 21 – Martin – Rock’n’Roll im Osten

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Die Millionär Interviews der Freiheitsmaschine laufen weiter mit Volldampf.

Menschen haben sich mit eigener Anstrengung ein Vermögen erschaffen. Sie haben sich Ziele gesetzt und sie haben sich dabei selbst erlaubt zu träumen.

Und hier bei uns wirst Du dafür nicht schräg angesehen sondern beglückwünscht.

Denn wie immer gibt es für uns alle dabei etwas zu lernen.

Heute schreibt uns Martin. Er hat sich in einer auf den ersten Blick eher strukturschwachen Gegend in relativ kurzer Zeit ein kleines Immobilienreich aufgebaut:

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin 38 und meine Partnerin ist 30 Jahre alt. Wir haben uns 2012 kennengelernt.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Wir haben zwei Kinder im Alter von 4 und 1 Jahr. Die Kinderplanung ist noch nicht abgeschlossen, da ich immer eine große Familie wollte.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Nach mehreren Jahren in direkter Citylage von Leipzig haben wir uns stark verändert und sind ins östliche Thüringen in ein kleines Dorf in Pendeldistanz zu den Wirtschaftspolen Jena, Leipzig und Chemnitz umgezogen. Unser Haus gehört zu einem Gutshof in Familienbesitz, den wir schrittweise sanieren.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?


Ich bin in leitender Position tätig, meine Frau ist in einem Teilzeit-Angestelltenverhältnis. Gemeinsam kommen wir auf ein Haushaltsbruttoeinkommen von 134.000 EUR. Aus Investments in Immobilien und Aktien nehmen wir aktuell ca. 26.000 EUR pro Jahr zusätzlich ein. Ich finde unsere Lebenssituation für unser Alter recht normal, dennoch gehören wir in einer eigentlich ländlich geprägten Region ohne weiteres Zutun zu den absoluten Topverdienern.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Wir haben ein Gemeinschaftskonto, von dem die monatlichen Ausgaben für unsere Hausfinanzierung und die allgemeinen Kosten (Kinderbetreuung, Lebensmittel) bestritten werden. Das sind ca. 1.500 EUR im Monat. Darüber hinaus haben wir jeweils eigene Privatkonten, mit denen jeder machen kann was er will.
Meine monatliche Spar- und Investitionsquote der nach Abzug für das Gemeinschaftskonto noch vorhandenen ca. 4.000 EUR Netto liegt bei ca. 75%.
Meine Frau verdient ca. 1.900 EUR netto und ist ebenfalls recht sparsam, ohne direkt das FIRE-Konzept im Sinn zu haben.

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
Summa summarum: 1.170.000 EUR

 

Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)

Ich liste einfach mal auf, was sich da angesammelt hat, denn ich habe mit dem Start ins Berufsleben direkt mit dem Investieren in Sachwerte begonnen, nachdem ich bereits mehrere Jahre recht sparsam und minimalistisch gelebt hatte, aber kein richtiges Investment-Konzept oder eine Philosophie hatte:

 

  • 2 Eigentumswohnungen in Leipzig in semi-hippen Vierteln:
–> Wert 190.000 EUR – 70.000 Euro Kredit = 120.000 EUR
  • Neun Hektar bestes Ackerland, die ich geerbt habe: 155.000 EUR
  • Dreifamilienhaus in nachgefragter ländlicher Lage in Ostthüringen plus einfache zwei Zimmer Eigentumswohnung:
–> Wert: 330.000 EUR – 115.000 EUR Kredit = 215.000 EUR
  • Gutshof mit saniertem Wohnhaus (280qm Wohnfläche), Nebengelassen und zwei sanierten 5-Zimmer-Einliegerwohnungen:
–> Wert: 900.000 EUR – 250.000 EUR Kredit = 650.000 EUR
  • kleines Aktienpaket (wird in Abständen als Eigenkapital für Immobilienzukäufe eingesetzt, daher stark schwankend): 2.000 EUR
  • Vermögen meiner Frau: 20.000 EUR
  • zusätzlich stecken noch ca. 10.000 EUR in diversen Sparplänen, die aber eher weniger intensiv bespart werden, da ich gerne direkte Kontrolle über meine Investments habe.
Erklärungen dazu:
Meine Aktieninvestments (auch solche in Anleihen und ETFs) betrachte ich als schnell liquidierbare Assets. Daher nutze ich diese auch aktiv als Puffer, um langfristige Immobilieninvestitionen zu tätigen. Daher ist der Bestand aktuell so niedrig. Vor Jahresfrist war es mitten in unserer Haussanierungs-Phase immer ein Bestand jenseits der 20.000 EUR.
Dieser Aktienanteil wird derzeit monatlich wieder um 1.000 EUR aufgestockt. Dies bestreite ich aus meinem Nettoeinkommen. Entsprechend höher fällt der Anteil in Monaten mit Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder nach dem Steuerjahresausgleich aus.
Grundsätzlich habe ich als Starthilfe keine meiner aktuellen Vermögensgegenstände nutzen können. Zwar sind auf die einzelnen Investments entsprechend Grundschulden eingetragen, diese wurden jedoch seitens der Banken aufgrund meiner Einkommenssituation gewährt.
Beispielsweise konnte ich das ererbte Ackerland zum Zeitpunkt der Hausfinanzierung nicht als Eigenkapital einsetzen, da es mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht überschrieben war. Alle Finanzierungen haben wir alleine stemmen müssen und konnte stets einen positiven Cash-Flow aus Arbeitseinkommen demonstrieren. Zudem achte ich sehr auf einen positiven Cash-Flow aus allen Investments zu jedem Zeitpunkt. Dieser verbessert auch weiterhin mein Standing bei den Banken. Überdies fand ich es immer einfacher, Fremdkapital zu erhalten, je mehr laufende Finanzierungen ich im Portfolio hatte. Ohne diesen in unserem Falle positiven Track Record wäre der Ausbau des Immobilienportfolios wahrscheinlich nicht gelungen.

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Ich bin ein klassisches Wendekind und habe sehr gut zu Hause mitbekommen, wie mein Vater sein Handwerksunternehmen durch wirtschaftlich sehr schwierige Phasen führen musste. Daher rührte immer eine Urangst, nicht genug Geld zu haben oder von anderen abhängig zu sein.
Mit 15 habe ich Zeitungen ausgetragen, mit 17 stand ich bei McDonalds und IKEA hinter der Kasse. Von meinen zwei Geschwistern war ich immer der materiellste, ich hatte aber auch immer das meiste Geld. Ich habe mit 18 in Aktien von web.de auf der Höhe des Internet-Hypes investiert weil ein Berater der lokalen Sparkasse meinte, das wäre ein heißes Ding. Die Papiere rauschten umgehend in den Keller. Es war eine Lehre, sich selbst direkt mit seinen Investments und der Substanz zu befassen.
Auch später wurde ich immer wieder in Bankgesprächen von provisionsgetriebenen Beratern zu irgendwelchen Finanzprodukten hingeführt, die ich nicht brauchte oder nicht verstand. Ich habe daher begonnen mich selbst zu belesen und war erstaunt, wie handwerklich und simpel die Regeln des Value Investing sind. Das ist Mathematik und Statistik, keine unkontrollierbare Phantasie!
Das Internet, vor allem im englischsprachigen Teil der Welt ist voll von brauchbaren Anleitungen für Privatinvestoren. Das ist dort auch nötig, da vielfach die Altersversorgung selbst durch Aktieninvestitionen erwirtschaftet werden muss. Auch ist der Kapitalmarkt dort viel besser auf die Bedürfnisse von Altersinvestoren eingerichtet, denke man nur an die monatlichen Dividendenausschüttungen der REITs.
Somit eignete ich mir Wissen an und war fasziniert vom Konzept des passiven Einkommens. Ich habe dann bald zum richtigen Zeitpunkt günstig in Immobilien investiert und einen großen Wertzuwachs realisiert. In Abständen habe ich (zum Leidwesen meiner Frau) günstig dazugekauft.

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Ein früher Fehler war, sich mit Vertretern von Strukturvertrieben und Banken über meine Altersversorgung zu unterhalten. Aus dieser Zeit rühren noch absolut renditeschwache Finanzprodukte, die am Ende zwar auch in Fonds investieren, deren Fondsmanager und ihre Entscheidungen ich aber weder kenne noch beeinflussen kann.
Zudem trage ich nach mehreren Jahren immer noch die Abschlußkosten für ein Produkt, das ich mit einem entsprechenden Aktien- oder Fondskorb einfach hätte nachbasteln können. Schön doof. Also selbst aktiv werden, selbst direkt investieren. Keine Fonds, außer ETFs, keine Finanzprodukte von Banken und Vertriebsgesellschaften, keine Produkte mit viel Phantasie wie Kryptowährungen, Pennystocks, etc.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Selbst Verantwortung übernehmen. Risiko tragen lernen. In der Schule und während der Ausbildung bekommt man nichts über die Funktion des Kapitalmarkts beigebracht. Noch immer stauen Bekannte und Kollegen, dass ich mit Immobilien und Aktien mein Vermögen aufbaue. Sie können nicht zwischen Spekulation und Value Investing unterscheiden, was absolut grundlegend ist. Dieselben beschweren sich dann über zu niedrige Zinsen. Ich rechne den eklatanten Mangel an Finanzbildung in unseren Schulen signifikant dem linken ideologischen Drall unserer Lehrerschaft zu, aber das führt hier zu weit…

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Die Immobilien sind fremdverwaltet, ich investiere aber stetig und wertsteigernd in Ausstattung und den allgemeinen Bauzustand. Ich strebe in jeder Hinsicht geklärte Verhältnisse bei Mietverhältnissen, Abrechnungen und Unterhalt an. Ziel ist eine Immobilie, die quasi auf „Autopilot“ läuft. Da ich voll berufstätig bin, kann ich die Verwaltung nicht selbst stemmen. Zudem kostet die Verwaltung selten mehr als 16-20 EUR pro Einheit, mein persönlicher Stundenlohn liegt da schon mal höher. Spitz im Sinne von „make or buy?“ gerechnet, lohnt sich der Zukauf dieser Dienstleistung.
Zudem monetarisiere ich zielstrebig die bisher nicht genutzten Teile unseres Privatimmobilienbesitzes. Der große Gutshof will gepflegt werden und das kostet. Alle nicht privat genutzten Flächen werden entweder zu Marktpreisen vermietet (Wohnungen) oder zur Bewirtschaftung durch Dritte abgegeben (3000qm Streuobstwiese als Weideland). Dadurch sinken unsere direkten Kosten und wir decken diese durch zusätzliche Einnahmen.
Aktuell kommen wir auf eine Rendite unseres Privatgrundstücks von ca. 4%, was ich schon beachtlich finde da es nicht in erster Linie um Rendite, sondern unseren privaten Lebensbereich geht. Diese Einnahmen aus letztlich landwirtschaftlichen Grundstücken sind aber dennoch eher gering und historisch stabil, aber renditeschwach. Sie werden umgehend in höher rentierende ETFs, REITs oder Unternehmen (vornehmlich Dividenden-Aristokraten aus DEU, EU, USA) investiert. Wir agieren also lokal, um global zu investieren.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Zunächst so viel, dass wir unsere monatlichen Ausgaben aus passivem Einkommen decken können. Zunächst geht es um die Rückführung des Verschuldungsgrades. Aber: the sky is the limit. Prinzipiell geht es um die Schaffung eines eigenen Finanzökosystems aus verschiedenen privaten Investments, die eine gute Rendite erwirtschaften.
Die Gold-Liga wäre der Einkommens-Millionär, aber das ist der übernächste Schritt.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Unser Lebensort wird sich nach aller Voraussicht auf lange Zeit nicht ändern. Wir wohnen in einem großzügigen Herrenhaus mit luxuriösen Platzverhältnissen und leben gleichzeitig gut aus dem Garten und von dem was diverse Privatanbieter in der Umgegend Gesundes produzieren. Selbst für unsere Kinder wäre samt deren Familien Platz. Unsere bisherigen Investmententscheidungen ermöglichen uns ein lokales, gutes, sozial eingebundenes Leben.
Ich finde nicht, dass wir in unserer privaten Lebensführung sonderlich sparsam sind. Wir fahren mit den Kindern in den Urlaub, kaufen normal ein. Lokale Einkünfte mehren wir durch die Teilnahme am globalen Kapitalmarkt. So können wir eigentlich Gegensätzliches gewinnbringend verbinden.
Perspektivisch wäre nochmal interessant, das Immobilienvermögen steuermindernd in eine Offshore-Gesellschaft (estnische OÜ, o.ä.) auszulagern. Das ist aber noch unausgegoren, wäre aber ein netter Wachstumsturbo für das Immobilienportfolio.
Zudem wäre bald eine Diversifikation sinnvoll, eine Unternehmensbeteiligung im Technologiebereich wäre hier von größerem Interesse.
Mit anderen Formen wie P2P, Optionen, Edelmetallen kenne ich mich nicht genug aus.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Auch die persönlichen Finanzen brauchen Pflege, Führung und Verantwortung. Viele wollen diese nicht übernehmen oder schieben ihr Unvermögen auf äußere Verhältnisse. Schaut Euch bitte die Vorträge des kanadischen Psychologen Jordan Peterson über das Tragen von Verantwortung an. Mehr muss man dazu nicht sagen.

 

Das war das Interview mit Martin.

Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit dafür genommen und auch meine Rückfragen beantwortet hast.  Und herzlichen Glückwunsch zum bisher erreichten. Eine solche Vermögenssumme vor dem 40.ten Lebensjahr aufgebaut zu haben, ist beeindruckend.

Interessant fand ich auch, dass Du es geschafft hast, Deine selbstgenutzte Immobilie zu einem Cashflow erzeugenden Investment umzubauen.

Und jetzt zu euch. Was würdet Ihr gerne von Martin wissen. Was interessiert euch besonders an seinem Lebensweg.

Feuer frei im Kommentarbereich! Und als (angehender) Millionär schreibst Du natürlich dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und wirst selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews.

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Spare Geld mit dem Maschinisten:
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Moin Martin,

danke für die ganzen Infos. Kannst du vielleicht noch etwas zu deinem beruflichen Background sagen (Fachrichtung, Unternehmensgröße, Studium oder Ausbildung etc.)? Auch bei deiner Frau klingen 1,9 Netto bei Teilzeit nicht so schlecht….

LG Felix

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Martin

Ich bin studierter Magister der Medienwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften. Ich arbeite jedoch nach einigen Jahren als Consultant in der Pharmalogistik für ein amerikanisches Pharmagrosshandelsunternhmen in Leipzig und habe ca. 15 Mio. Euro Umsatzverantwortung.
Meine Frau arbeitet als Bilanzbuchhalter mit nur 35h. Verschiedene unserer Freunde haben ähnliche Positionen, wir sind also keine Seltenheit.

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Danke für die weiteren Infos. Nein, eine Seltenheit ist das sicherlich nicht. Und für deinen Werdegang auch ein entsprechendes Gehalt. 35h/Woche wären für mich allerdings eher Vollzeit als Teilzeit.

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Martin

Ich denke das ist regional unterschiedlich. Für uns ist es jedoch eher schon ein Zugeständnis. Ich selbst habe lange Zeit 60-70h/Woche gearbeitet und meine Frau durchaus ebenso 50h+. Das verstehen wir dann unter Vollzeit 😀 Im übrigen waren die 35h das Ergebnis der Verhandlung mit dem Arbeitgeber 😀

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Paul

Wo lassen sich denn solche Gehälter im Osten realisieren? Neben deinem Einkommen, sind die fast 2k netto für Teilzeit ja auch sehr ordentlich.

Über ein paar Infos zu Ausbildung/Studium/Berufseinstieg würden mich sehr interessieren.

Besten Dank & Viel Erfolg weiterhin!

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Martin

Ich habe nie den Eindruck gehabt es gäbe in unserer Region zu niedrige Gehälter. In Berlin vielleicht, aber sicherlich nicht in Thüringen und Sachsen mit der hohen Industriedichte. Die muss man nur selber verhandeln weil es diese ganzen Gewerkschaften oder Tarifkram eher selten gibt. Wir beide waren immer ordentlich bezahlt und hatten nie Probleme mit der Gehaltsfindung. Ich weiss auch nicht wo dieses Thema immer herkommt. In unserer Region herrscht jedenfalls größtenteils Vollbeschäftigung, somit ist das Gehaltsthema auch mal erldigt nun.

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Pascal Weichert

Dann hast du dich noch nicht als Student bei den Agenturen in Jena Beworben^^
Ich dachte bei manchen angeboten auch nur, das ist Beleidigung und Tschüss. Dann mache ich mich bald wieder Selbständig.
Die geringen Gehälter gibt es.

Erfurt und Jena sind sehr viele Studenten. Die Städte, zusammen mit LE Boomen. Jena wirbt sogar damit, das hier Westlöhne gezahlt werden^^, ist aber in Thüringen die einzige Stadt. Die Lebenshaltungskosten sind vergleichsweise gering.
Sobald man auf das Land fährt merkt man wie Kaputt das andere alles ist. Gera, Apolda und Eisenach sind Orte denen es nicht so gut geht. Die Innenstädte sehen teilweise aus, wie bei uns in Bremen 2008 der Vorort. In Apolda gibt es nur einen Platz und ein Shoppingcenter welche wirklich mit Geschäften gefüllt ist, die ganze Einkaufsmeile, fast verlassen.

Westdeutschland durschnittentgeld Vollzeit:
3.209 Euro
Thüringen: 2.459 Euro
Sachsen: 2.479 Euro

Deine Vermutungen werden nicht von den Daten gedeckt. Auch
Quelle: https://www.mdr.de/nachrichten/politik/inland/loehne-im-osten-weit-hinter-einkommen-im-westen-100.html

Menschen wandern meistens zu den Perspektivisch besseren orten hin. Und aus den schlechteren ab.
Thüringen hat ein Negatives Wanderungssaldo, Sachsen ein Positives:
https://www.statistikportal.de/de/bevoelkerung/raeumliche-bevoelkerungsbewegung/wanderungen-ueber-die-grenzen-der-bundeslaender

Die Gewerbesteuerhebesätze sind auch nicht ohne. Das Politische hat es hier auch in sich, aber ist eine andere Kultur wie du schon sagtest, kein gemeinsames, Wir verbessern dass, sondern Grübchenbildung wir gegen DIE und wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns. Der Neid ist hier auch stärker. Leider…
Aber es wird besser, so habe ich es mir zumindest sagen lassen, dass der Neid früher noch größer war.

Gruß,
Pascal

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Martin

Danke fürs umfangreiche Auflisten. Statistik ist das Eine, meine persönliche monatliche Erfahrung in Form meiner Gehaltszahlung das Eine. Auch: In unserem Unternehmen wird standardmäßig für interne Logistikmitarbsiter ein Gehaltsrahmen von 2500 Euro aufgerufen. Deutschlandweit. Ich halte die Statistik verzerrt durch sehr hoch dotierte Angestelltenpositionen im Westen. Da zieht eine verhältnismäßig kleine Gruppe den Durchschnitt nach oben. Mich stört an solchen Auflistungen, dass sie oft dazu dienen ganze Regionen schlecht zu reden mit dem Tenor “Seht, da geht alles eh den Bach runter.” Das ist realitätsfremd und absurd. Mein Beispiel zeigt aber, dass in meiner Region kein kaputtes Armenhaus ist, ganz im Gegenteil. Was folgt denn nun aus Deiner Analyse? Alles furchtbar, schrecklich, usw.? Es ist in Deutschland in jeder Region möglich gut und wirtschaftlich erfolgreich zu leben. Dass das seltenst mit dick dotierten Angestelltenverhältnissen wie im Südwesten möglich liegt auf der Hand. In meiner Region muss man schon selbst unternehmerisch tätig werden. Das gilt auch für andere Regionen. Dass Unternehmerische liegt nicht jedem, jedoch ist es in einer Region die derart wirtschaftlich kaputtgeschlagen wurde, logische Konsequenz. Und daher auch das obige Argument: Die Region Sachsen und Thüringen muss dynamisch wachsen, dabei stört der Sozialballast einer arrivierten westdeutschen Wohlstandsgesellschaft mehr als das er nützt, ohne die Errungenschaften desselben in Zweifel zu ziehen. Der Sozialstaat westdeutscher Prägung passt nicht hierher. Er ist auf Befriedung, Ausgleich und Sedierung ausgelegt. Nicht auf Wachstum und Aktivierung. Gut zu beobachten bei Gruppen wie Langzeitarbeitslosen und Migranten. Das ist gesellschaftlich kein Vorbild und darf es auch auf lange Sicht nicht sein. Ich jedenfalls will arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten und so viel Vermögen wie nur irgend möglich erwirtschaften. Denn ich hatte nie arrivierte gut vernetzte Eltern und ererbe auch nichts. Alles was ich habe ist selbst geschaffen. Wirtschaftshistorisch wird man sehen, was aus den jetzigen Zuwanderungshotspots rund um die Automobilindustrie wird wenn diese Branche wegen der Elektromobilität in Deutschland mal heftig schrumpft. Da kann aus Ingolstadt mal Cottbus werden. Wie schnell das geht und welche jahrzehntelangen Wunden das hinterlässt, kann man bald am nächsten Wahltermin beobachten.

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Pascal Weichert

Schön finde ich, dass du das Unternehmertum betonst 🙂

Das hier der Staat kritischer gesehen wird als im Westen, ist mir auch schon positiv aufgefallen. Meine Erfahrung deckt sich damit. Gleichzeitig gibt es immer noch viele (komischerweise hauptsächlich Junge Leute hier) die sich richtige Staatswirtschaft Wiederwünschen.
Politisch wie gesagt ein wenig extremer. Das hier alles Schlimm ist? Nein.

Generell sieht man an den Statistiken auch, dass das Lohnwachstum prozentual stärker im Osten als im Westen ist:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Realloehne-Nettoverdienste/Tabellen/nominalloehne.html

Wenn du dann noch bedenkst, dass hier eine gute Wohnung in Leipzig 300€ kostet. Die z.b. in Heidelberg nicht unter 900€ zu bekommen wär. Ich glaub Netto bleibt dir heutzutage alleine hier schon mehr hängen. Die Statistiken müssen nicht von wenigen verfälscht sein. 600€ mehr Netto sind gut 1000€ die du mehr an Brutto benötigst um die gleiche Kaufkraft zu behalten.

Auch das die Arbeitslosenquote bei 5,*% angekommen ist, ist eigentlich ein riesiger Erfolg. Wenn man bedenkt von wo die kamen.

Auch das Internet ist zumindest in Jena und näherer Umgebung grandios. Einer der wenigen Orte Deutschlands in denen man fast überall min. 100 Mbits anschlüsse hat. In Erfurt kann man sich mittlerweile die Hälfte der Stadt 1Gb/s Leitungen buchen. Es hat schon seinen Grund warum sich hier so viel IT angesiedelt hat 🙂

Nicht nur der Staat wird kritischer angesehen auch der Kapitalismus. Obwohl es mittlerweile Sparpläne für 25€ gibt. Im Osten besitzt fast keiner Aktien. https://www.comdirect.de/cms/ueberuns/de/presse/aktienquote-deutschland.html

Die Linke, eine offensichtlich Kommunistische Partei ist immer noch mit gut 20% dabei:
(Sachsen 16%)
https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen.htm
(Thüringen 25% trotz Regierungskoalition)
https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/thueringen.htm
(Obwohl sie bei der Europawahl nur 13% bekommen hatte)

Das Links hier bei der nächsten Bundestagswahl Prozente verliert, vermute ich schon allein wegen R²G. Die Städte die Aufstreben sind schon hard Links. Das Land eher konservativ. Diesen Bruch sehe ich auch.

Das man sich in den Städten besser nicht zum Kapitalismus bekennen sollte hab ich letztes Jahr selbst erleben müssen:
https://de.indymedia.org/node/26333
(Den Bericht von Jahr davor hab ich nicht mehr gefunden)

Wahrscheinlich kann man überall erfolgreich werden in DE, die Frage ist nur mit welchen Aufwand 🙂

Ich sehe den Osten nicht schwarz und weiß. Ich sehe Boomende Städte, wie Leipzig und Jena, die so sehr Boomen und nach Vorne gehen, wie ich es in kaum einer anderen Stadt Deutschlands gesehen habe. (Deshalb halte ich deine Investments In LE auch für sehr aussichtsreich)
Die Probleme schon gelöst haben, bevor es andere Städte überhaupt für sich entdeckt hatten. Ich meine als ich hier vor 3 Jahren hingezogen bin, waren Behördenanmeldungen wie z.B. für den Wohnsitz und co. schon Digital möglich. Es hat schon seine gründe warum ich noch hier lebe^^

Für Unternehmensgründungen gibt es (ja in einem R²G regierten Land) auch super Programme von der Aufbaubank.

Aber ich sehe auch eine Starke Linke die sich auf die Städte konzentrieren und Städte wie Gera die Insolvenz anmelden mussten. Eine Bevölkerung die im allgemeinen wenig besitzt und damit anfälliger für Externe Schoks ist. Neid der noch stark ist. Weniger großes Geld das zu verdienen ist. Der Osten ist nicht nur Gera, Berlin und Eisenach. Der Osten ist aber auch nicht nur Jena, Leipzig. Ich glaube aber, dass sich die Erfolgsstory zumindest in LE und Jena fortsetzen wird.

Das von mir viel Mimimi kommt ist (noch) normal. Arbeite aber dran 🙂

Gruß,
Pascal

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Martin

Erkenntnis ist der Weg zu Besserung 😀 😀 :D.

Wieder tolle, umfangreiche Faktensammlung. Aaaaber: Wer hindert denn jemanden daran, sich hayekschem Kapitalismus in Deutschland hinzugeben? Niemand. Wer hindert jemanden daran, Aktien zu besitzen? Niemand. Wer hindert jemanden, sich Wissen über die Kapitalmarkt oder Immobilien anzueignen? Niemand. Egal ob Flensburg, Kassel oder Dresden. Seine Erfolgsstory schreibt man doch selbst, nicht die Region drumherum. Jedoch muss man sehr wohl auf seine Heimat Bezug nehmen, wenn man erfolgreich sein will. Man wird in Sachsen mit einem auf Lösungen für den Maschinenbau spezialisierten IT-Unternehmen Erfolg haben, als mit einem Edelrestaurant. Auch wird das wohl in den meisten Fällen großer Anstrengungen bedürfen. Geschenkt kriegt man jedenfalls nirgendwo was. Wer dann anführt, dass anderswo besser bezahlt wird, kriegt das Mehr gleich in Form von hohen Kosten für Mieten und Kinderbetreuung wieder abgezogen. Eine Bilanzverlängerung wie man so schön sagt.

Und was den Neid angeht: Da steht doch keine Region besonders heraus. Das kann man getrost wegstecken. Der Neid der anderen kann doch kein Einflußfaktor für den eigenen Erfolg sein! Wieso sich solche Hindernisse aufbinden?

Wenn ich staatspolitisch noch was einwerfen darf: Ich glaube, wir sehen hierzulande die Verhältnisse, in denen Deutschland die nächsten 50 Jahre leben wird. Die werden nämlich nicht so cozy wie im Westen die letzten 50 waren. Es wird politisch extremer. Schon jetzt haben es die Sachsen mal wieder nach 5 Jahren Pegida und AfD-Nölerei geschafft, die Verhältnisse in ganz Deutschland in epochale Bewegung zu versetzen. Die Mitteldeutschen an sich sind von lutherischer List und Sturheit. Da soll sich keiner was einreden. Der Riß zwischen linker Stadt und konservativem Land wird noch deutlicher und konkreter werden, jedoch wird zumindest im Osten das Land obsiegen. Und weiter – Es wird ein nebeneinander von Boom und Bust geben. Und da ist jede Region mal dran. Derzeit haben Bayern und Baden-Württemberg eben einen Lauf, das wird sich auch mal wieder ändern. Nie hätte jemand noch 1935 dran geglaubt, dass Sachsen als reichste Region Europas, die voller mittelständischer Unternehmen des Maschinenbaus und der Konsumgüterindustrie war, bald nach ganz ganz unten durchgereicht werden wird. Das gilt auch heute für die Boomregionen: Wenn man in Stuttgart den Daimler zusperrt, dann ist die Stadt in 5 Jahren auf dem Niveau von Magdeburg 1995.

Da prüfe sich jeder, ob er seine eigene Verletzlichkeit kennt oder die Nase weit oben trägt, wenn er nicht selbst mal ganz unten angefangen hat.

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Pascal Weichert

Erstmal Glückwunsch zum Erreichten.

Schon allein Wohnungen in Leipzig zu besitzen ist sehr gut, das wird wahrscheinlich die nächste Stadt sein, die richtig durchgentrifiziert wird^^.

“Perspektivisch wäre nochmal interessant, das Immobilienvermögen steuermindernd in eine Offshore-Gesellschaft (estnische OÜ, o.ä.) auszulagern”, wird in DE schwierig, solange dein Wohnsitz samt Lebensmittelpunkt in DE ist. Weil Deutschland diesbezüglich Austernsteuergesetze etabliert hat.
Wenn du aber deinen Lebensmittelpunkt außerhalb von DE und AT legst (in AT kann man das in Kombination mit zwei Zyprischen Gesellschaften auch sehr gut umsetzen) dann könnte es funktionieren. Ich bin aber kein Steuerberater 🙂

Gruß,
Pascal

Kurzer Nachtrag:
Du müsstest dann in Estland Substanz schaffen (Eigenes Büro/ Mitarbeiter) damit umgeht man die Außensteuergesetze, weil es dann nach der Europäischen Niederlassungsfreiheit geht.

Wenn du aber mittelfristig stark wachsen möchtest warum keine Vermögensverwaltende UG/GmbH

15% Körperschaftsteuer bei Vermögensverwaltung sonst kommt noch Gewerbesteuer hinzu, die du dann auch nur in der Endphase zahlst (Weil vorher werden Gewinne reinvestiert) Alle 6 Jahre fast steuerfrei Ver und neukaufen (6b Rücklage). Wenn du einen Share Deal machst (Sprich Holding hällt Gesellschaften, in den Gesselschaften sind dann die Immobilien, wenn Gesselschaften denn verkauft) zahlst du auch nur ca. 1,6% auf Verkaufsgewinne und entgehst der Grunderwerbssteuer.

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Martin

Das Thema überlasse ich im Detail dann doch meinem Steuerberater 🙂

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Respekt. Ich bin zwar auch Wendekind und von den Sparkassen Beratern genauso falsch Beraten worden. Allerdings hab ich es finanziell noch nicht so weit geschafft. (Vielleicht kommt ja noch eine Erbschaft von der ich nichts weiß)
Aufgrund der Falsch-Beratung hatte ich nach den Crash der “Neuen Märkte” immer die finger von der Börse gelassen. Eigentlich genau falsch.
Erst vor 4 Jahren habe ich mich dann wieder mit dem Thema befasst und mir selbst Wissen angeeignet und in ETFs investiert(was ich heute noch mache)

Zur Millionen wird’s sicher nicht mehr bei mir kommen, aber ich hoffe hierdurch auf eine ordentliche Aufstockung im Rentenalter, damit es doch noch was mit dem Lebensabend in Florida wird.

Gruß Steven

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Martin

Naja wenn du dein Geld raushauen willst, kannst du gerne in einer überteuerten Rentnersiedlung wohnen, ich bleib in unserem schönen Deutschland 🙂

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Windsurfer

Nach der Definition 35h sind Teilzeit arbeitet 90% der Belegschaft von Daimler und Bosch in Teilzeit

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Martin

Danke für den Einwurf, stimmt 🙂 Alle faul bei Bosch oder was? Naja sicherlich nicht aber das sind Konzernarbeitsverhältnisse, die so ja nicht repräsentativ für die Gesamtwirtschaft sind. Gilt vielleicht für ein paar grosse Firmen in Baden-Württemberg oder so. Ich kenne jedenfalls niemanden, der in einem solchen Arbeitsverhältnis steht.

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Teilzeitarbeitsverhältnisse sind in Deutschland glaube ich genauso verbreitet wie 40h+ Wochen. Ist halt immer die Frage, aus welcher Ecke man selber und sein Bekanntenkreis so kommt…

Insgesamt bin ich auch davon überzeugt, dass man auf die Stundenproduktivität gesehen mit reduzierten Stunden produktiver ist als mit einem 40h+ Job.

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Martin

Das geb ich durchaus zu. Aber wie Du richtig sagst, da haben wir regional eine andere Kultur. Ich persönlich käme auch nicht auf die Idee, nach einer 35h/Woche zu fragen.

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Hanseat

“Weil es Gewerkschaften und den ganzen Tarifkram nicht gibt…” Ich zitiere dich gerne, in Branchen mit starken Gewerkschaften sind 37,5h oder auch 35h (gut, das ist dann eher IG Metall-spezifisch) auch im Rest Deutschlands durchaus Normalität. In meinem Bekanntenkreis hat außer Beamten niemand eine reguläre 40+ -Stundenwoche. Mir ist aber durchaus auch bewußt, dass im Osten Deutschlands durch die jüngere Geschichte hier ab und an noch andere Tatsachen vorherrschen. In der Industrie in der Region kann ich mir das aber kaum vorstellen.

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Martin

Danke für den Hinweis, ich glaube aber nicht dass sich da was ändern wird. Es gibt eine generelle Aversion, sich diese westdeutschen bürokratischen Prozesse überzustülpen. Ich kann das gut verstehen, mir ist sowas auch total fremd. Bisher habe ich jedenfalls nicht den Eindruck gehabt, irgendwelche Gewerkschaftsleute oder Betriebsräte hätten meine Verdienstverhältnisse an irgendeinem Punkt meiner Berufskarriere positiv beeinflussen können. Ich muss mit meinem Arbeitgeber nicht endlos ringen, wenn es nicht passt, dann suche ich mir eher einen neuen Job.
In großen Firmen mag das anders aussehen, dort sind die Konzernstrukturen bei der Ansiedlung mitgebracht worden, aber ein Vorbild für die Gesamtwirtschaft kann das nun wirklich nicht sein.

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Hanseat

Ich merke: Es ist dir total fremd 😉 Zugegeben: Deine Branche und deine Position ist auch eine, wo man es eher nicht nötig hat seine Kraft als Gemeinschaft zu nutzen. (in meiner im Allgemeinen auch nicht) Bei anderen ist es allerdings durchaus besser, dass man die Macht der Arbeitskraft nutzt um die Macht des Kapitals ein wenig auszugleichen. Statistisch ist es eindeutig, dass Branchen mit hoher Tarifdichte deutlich bessere Arbeitsbedingungen und Löhne haben als ohne.

Ich stichele mal ein wenig: Arbeitswochen von 60-70 Stunden (von denen du schreibst) wären wahrscheinlich mit einem vernünftigen Betriebsrat nicht passiert – die sind nämlich in fast jedem Fall schlicht illegal.

Am Ende bitte meinen Einwurf nicht übel nehmen – die AN-Vertreterseite kommt hier eher zu kurz 😉

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Martin

Ach was, es ist doch schön, wenn wir offen diskutieren. Ich verstehe sehr gut, dass das ein kontroverses Thema ist. Jedoch muss ich auch anmerken, es herrscht regional eine sehr unterschiedliche Kultur. Ich war immer froh arbeiten zu dürfen und produktiv sein zu können. Ich war ja auch nicht immer in leitender Position. Ich wollte immer das “der Laden läuft”, da Ansprüche zu stellen, wäre mir da nicht in den Sinn gekommen. So ticke ich einfach nicht.

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Peter

Hallo Martin,

tolle Geschichte und herzlichen Glückwunsch zu Eurem bisherigen finanziellen Erfolg.

Zwei Fragen:
1. Sind die Werte für die Immobilien nicht etwas hoch angesetzt?
2. Kannst Du mir Deine Verwaltung für die Immobilien empfehlen?

Besitze ebenfalls ein paar Wohnungen in den sächsischen Städten und überlege die Verwaltung in gute Hände zu geben.

Danke vorab.