Millionär Interview 18 – Jan – Silicon Valley an der Spree

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Teile die Freiheitsmaschine

Die Millionär Interviews – Wir schreiben die Nr. 18 – Der Hammer!

Als ich die Serie gestartet habe, war ich nicht sicher ob mir überhaupt irgendjemand schreibt. Über Geld spricht man im deutschsprachigen Raum schließlich nicht.

 

Oder besser gesagt „sprach“

Denn zum Glück sehen das mittlerweile einige Menschen anders und es werden jeden Tag mehr. Und die Freiheitsmaschine hilft ordentlich mit.

Denn Geld ist in Zahlen gegossene Lebensenergie. Es ist geradezu verrückt darüber nicht zu sprechen und sich nicht um sein eigenes Geld zu kümmern, Vermögen aufzubauen und es zu mehren. Und das so etwas für fast jeden Bürger im deutschsprachigem Raum möglich ist, zeigen unsere Beispiele.

Man kann sich mit eigenem Vermögen als größten Preis eigene Lebenszeit kaufen und nebenbei auch noch wie aus dem Handgelenk, seine Liebsten und sich selbst gegen die allermeisten Unwägbarkeiten des Lebens absichern.

Heute schreibt uns Jan

Und das ist ohne Übertreibung wieder eines der Interviews, wo ich kurz die Luft angehalten habe als sich die einzelnen Parameter zu einem Gesamtbild zusammensetzten.

Was für ein toller Lebensweg Jan und das in einem Alter in dem andere gerade beginnen, Ihr Bafög zurück zu zahlen!

Ich bin wirklich beeindruckt worüber Du Dir Gedanken machst und zu welchen Schlüssen Du in Deinem aus meiner Sicht geradezu jugendlichen Lebensabschnitt schon gekommen bist.

Aber lest selbst:

 

Hallo Maschinist,
nach einigem Ringen mit mir selbst habe ich mich heute dazu entschlossen, deinen Fragebogen zu den Millionärsinterviews auszufüllen.
Wie du eingangs schon erwähnt hast, wird in Deutschland wenig über Finanzen gesprochen. In meinem Bekannten- und Familienkreis ist Geld vor allem etwas Negatives, von dem immer zu wenig da ist, und was uns die Reichen, die bösen Konzerne und der Staat wegnehmen. Meine bisherigen Versuche, etwas Aufklärung zu schaffen sind fehlgeschlagen und so habe auch ich mich entschieden, zu dem Thema zu schweigen.
Meine Partnerin und ich leben sehr bescheiden und behalten unsere finanzielle Situation weitgehend geheim, was uns sicherlich einiges an Neid und ungemütlichen Gesprächen erspart. Deswegen ist mir meine Anonymität sehr wichtig.
Gerade deshalb aber muss ich dich für deine Millionärsinterviews loben! Sie leisten einen wichtigen Beitrag für all diejenigen, die nach Erfolg streben und für diejenigen, die mit dem allgemeinen Lebensmodell nicht glücklich werden. Deswegen nun hier auch mein Beitrag, in der Hoffnung, dass andere von meinen Erfahrungen lernen können und sie imitieren mögen.
Nun also zu den Fragen:

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Meine Partnerin und ich werden beide unseren 30. Geburtstag nächstes Jahr feiern. Zusammen sind wir nun seit etwas über fünf Jahren.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Da wir uns beide bisher stark auf unsere Karriere konzentriert haben, haben wir noch keine Kinder. Dies wird jedoch unser nächstes größeres Projekt zusammen.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Der Karriere wegen haben wir zunächst zwei Jahre im Ausland gelebt, sind jedoch wieder zurück nach Deutschland gekommen um näher bei unseren Familien zu sein. Wir leben momentan recht zentral in Berlin in einer Mietswohnung.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?


Meine Partnerin hat als ausgebildete Krankenschwester begonnen und ist nun auf dem Weg Ärztin zu werden. Seid ihr Studium begonnen hat, arbeitet sie Teilzeit als Krankenschwester um ihre eigenen Ausgaben zu decken. Sie verdient monatlich ungefähr 650 EUR netto.
Ich selbst arbeite als Software-Entwickler in leitender Position in einem größeren, internationalen Unternehmen, dass vor einigen Jahren an die Börse gegangen ist. Monatlich verdiene ich um die 6.000 EUR netto.
Der Großteil unseres Vermögens ist jedoch aus dem Verkauf von Aktien entstanden, die ich erhalten habe, noch bevor mein Arbeitgeber an die Börse gegangen ist. Hier erhalte ich im Jahr noch einmal zusätzlich ca. 150.000 EUR netto.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Im Gegensatz zu den meisten meiner Kollegen und Bekannten leben wir sehr bescheiden: Gemeinsam geben wir im Jahr ungefähr 20.000 EUR aus.
Unsere größten Kostenpunkte sind monatlich:
– 700 EUR für die Mietwohnung (warm) inklusive Internet etc.
– 300 EUR für Essen
– 200 EUR für unser gemeinsames Reisekonto
– 200 EUR für Sport
Meine Eltern behaupten manchmal, dass wir ein spartanisches Leben führen würden, aber dem widerspreche ich vehement. Wir geben unser Geld genau so aus, dass es uns am meisten Glück spendet!
Unsere Mietwohnung ist zentral gelegen, in der Nähe eines großen Parks und erlaubt uns überall mit Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln hinzureisen. Ein Auto haben wir nicht; wer will schon jeden Tag mit dem Auto im Berufsverkehr stehen?
Wir kochen beinahe jeden Tag gemeinsam und laden auch gerne Freunde zu uns ein. Wir haben fest verteilte Rollen beim Kochen und sind ein eingespieltes Team. Dafür können wir jeden Tag genau das zaubern, was wir am liebsten Essen!
Wenn wir verreisen, dann immer so günstig es geht. Schon oft haben wir  gecampt und waren wandern, haben im Kofferraum unseres PKWs geschlafen und von Brot & Käse gelebt (statt teure Club-Urlaube zu machen). Wir planen unsere Reisen gemeinsam und lernen dabei viel über unsere Umgebung.
Letztendlich geben wir beide viel Geld für unseren Sport aus. Ich selbst betreibe Langhanteltraining und gehe gerne Segeln.
Daher würde ich behaupten, dass wir sehr zielgerichtet Geld ausgeben. Für alle anderen Sachen geben wir kaum Geld aus (und sind sogar etwas geizig, unsere gesamte Wohnungseinrichtung hat weniger als 2.000 EUR gekostet dank Ebay Kleinanzeigen).

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
Wir besitzen gemeinsam ungefähr 850.000 EUR.

 

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld).
– 45% unseres Vermögens sind in Aktien meines Arbeitgebers gebunden
– 45% sind in Vanguard Aktien-Fonds (vor allem MSCI World) investiert
– 10% liegen auf Tagesgeldkonten

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Von besonderer Wichtigkeit war sicherlich mein Elternhaus: Meine Mutter hat mich weitgehend alleine erzogen und es war nie viel Geld da. Sie hat mich so gut unterstützt, wie sie konnte, doch für Klassenfahrten oder Ähnliches hat das Geld nie gereicht. Und so habe ich bereits mit 16 Jahren angefangen, mein eigenes Geld zu verdienen.
Meine Leidenschaft für Computer hat dies besonders einfach gemacht! Begonnen habe ich mit 16 damit, Computer-Unterricht zu geben. Später habe ich dann Webseiten gebaut. Wieder später wurden es dann Anwendungen.
Als ich dann angefangen habe Informatik zu studieren, habe ich schnell festgestellt, dass eine Karriere an der Universität nichts für mich war und habe mir dann andere ambitionierte Menschen gesucht und in einem Startup angefangen zu arbeiten. Dort habe ich einen großartigen Mentor kennengelernt, der mein Leben mehr als jeder andere geprägt hat.
Unser Startup wurde dann bald von meinem jetzigen Arbeitgeber aufgekauft. Beinahe dem gesamten Team wurden neue Arbeitsverträge im Ausland angeboten, bei denen wir nicht nur wesentlich mehr Gehalt erhalten haben, sondern auch Anteile an dem neuen Unternehmen.
Seitdem bin ich für den gleichen Arbeitgeber tätig und bin durch Fleiß, großartige Menschen und einer gehörigen Portion Glück in eine leitende Position aufgestiegen.
Da wir stets weiter genügsam gelebt haben, konnten wir noch mehr Aktien erwerben, als sie noch günstig waren und auch ein Großteil unseres Einkommens sparen.
In meinen fünf Jahren in diesem Unternehmen hat sich die Anzahl an Mitarbeitern vervierfacht. Meine ursprünglichen Aktienanteile haben sich im Wert verzehnfacht.
Hierdurch ist der Großteil meines Vermögens entstanden.

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Ich war zu Beginn meiner Karriere zu sehr fokussiert auf meinen Beruf. Dies hat mir zwar geholfen, einen guten Job als Angestellter führen zu können, aber ich habe auch einige Fehler außerhalb der Arbeit gemacht.
Besonders schwer fiel mir daher der Umstieg zur leitenden Position. Auch wusste ich zu wenig über Geld. Und eine eigene Philosophie hatte ich auch noch nicht entwickelt.
Meinem jüngeren Ich würde ich dazu raten, so viele Bücher wie möglich zu lesen – zu allerlei Themen. Ich lese im Jahr zwischen 50 und 100 Bücher und folge stets meinem Interesse. Durch Bücher habe ich mehr gelernt, als in meinen 13 Jahren Schule und meine 10 Jahre Berufserfahrung.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
– Lese so viel du kannst, insbesondere die Biografien berühmter Menschen wie Theodore Roosevelt, Winston Churchill, Benjamin Franklin oder Warren Buffet.
– Luxus und Wellness sind nicht erstrebenswert. Es bereitet viel mehr Freude, Dinge zu verstehen und dann selbst herstellen zu können. Minimalismus und Genügsamkeit können dich weit bringen.
– Niemand anderes wird sich für dich um dein Geld kümmern. Eine finanzielle Grundausbildung sollte sich jeder aneignen. Verlasse dich dabei nicht auf andere.
– Suche dein Glück auf deine eigene Weise, sei skeptisch und hinterfrage die allgemeinläufigen Meinungen. Geld ist ein Mittel zum Zweck und ist weder gut noch böse. Es ist ein Werkzeug, das dein Leben verbessern oder verschlechtern kann.
– Überlege ernsthaft, ob du wirklich einen Universitätsabschluss brauchst, um in deinem Beruf erfolgreich zu werden. Viele meiner Freunde und Klassenkameraden gelten mit Anfang 30 noch als Berufsanfänger. Wer früher anfängt und Berufserfahrung sammelt, hat bessere Chancen im Arbeitsmarkt und kann außerdem noch weiter vom Zinseszins-Effekt profitieren.
– Die Gehälter, die in Deutschland gezahlt werden, sind außerdem nicht sonderlich hoch. Es kann sich also lohnen seine Karriere im Ausland aufzubauen und anschließend zurück nach Deutschland zu kommen.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Mir geht es nun darum, mein Vermögen zu erhalten und von den Zinsen leben zu können.
Der hohe Anteil meines Vermögens, der in Aktien meines Arbeitgebers gebunden ist, bereitet mir Sorgen. Diesen Anteil will ich demnächst verkaufen und umverteilen in weitere Aktienfonds und in Immobilien.
Ich hoffe, dass der Zinseszins-Effekt und unsere geringen Lebenskosten uns ermöglichen ein freies Leben zu führen, bei dem wir uns auf unsere Leidenschaften konzentrieren können.

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Ich würde gerne eine Million auf dem Konto haben, einfach um noch etwas mehr auf der hohen Kante zu haben. Aber wirklich notwendig ist das nicht.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Ich werde noch bis zum Ende diesen Jahren als Angestellter arbeiten und dann kündigen. Ich möchte mich noch mehr um die Familie kümmern, meine Freundschaften besser pflegen und mir Zeit für eigenen Nachwuchs nehmen.
Meiner Leidenschaft dem Programmieren werde ich mich weiter widmen, dann aber nach meinen eigenen Regeln und ohne abhängig davon zu sein. Dafür verzichte ich gerne auf Konsum!

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Sei immer aufgeschlossen und neugierig. Man kann eine ganze Menge von so ziemlich jedem anderen Menschen lernen, wenn man sich nur auf ihn einlässt.
Gruß, Jan
PS: Ich freue mich bereits auf das Treffen am Samstag. Ich hoffe dort und auch über dich andere Gleichgesinnte kennen lernen zu können!

 

Das war das Interview mit Jan und ich bin wirklich beeindruckt.

Von Dir können viele Menschen etwas lernen und dazu zählen auch solche, die zum Teil deutlich mehr an Lebenszeit zur Verfügung hatten als Du.

Und danke, dass Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast. Du hast Dir den freien Abend auf Kosten der Freiheitsmaschine beim Treffen der Freiheitskämpfer mehr als verdient (als Dankeschön an alle bisherigen Interview Teilnehmer).

Und jetzt zu den Lesern. Was würdet Ihr noch gerne von Jan wissen und was interessiert euch besonders an seinem Lebensweg.

Habt Ihr eigenes Vermögen aufgebaut und könnt niemandem davon im echten Leben erzählen? – Hier in der Freiheitsmaschine ist das anders!

Hier könnt Ihr anderen Menschen auf Ihrem Weg damit sehr helfen und beim zwanglosen Austausch dabei selbst noch neue Ideen erhalten.

Schreibt dem Maschinisten im Kommentarbereich oder betreff Interview unter maschinist@freiheitsmaschine.com und werdet selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews!

Und jetzt Feuer frei im Kommentarbereich!

 

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Markus
Gast
Markus

Sehr interessantes interview!
Welche Länder würdest du als Boost für die Karriere und/oder das Gehalt empfehlen?

Jan
Gast
Jan

Moin Markus,
gute Frage – ich vermute, dass es sehr vom Beruf abhängt, aber aus eigenen und den Erfahrungen von Freunden denke ich da an die üblichen Kandidaten: USA (Software), England (Finanzen), Schweiz (Medizin).

Dr.Bundy
Gast
Dr.Bundy

Bei Medizin haben USA, Niederlande, Kanada, Australien top Gehälter, Schweiz ist super, v.a. nach der Uni gibt die Schweiz schon gutes Geld im Gegensatz zu USA, aber nach dem Facharzt ist die Schweiz nicht top 5 auf der Welt.

Paul
Gast
Paul

Wow, beeindruckend.

Habe ich das richtig verstanden, du hast dein Informatik Studium nicht abgeschlossen?

Jan
Gast
Jan

Hey Paul,
das ist korrekt! Ich habe schon recht früh gemerkt, dass ich an der Universität nicht glücklich bin. Daraufhin habe ich mich dann nach vielversprechenden Startups umgesehen und habe noch im ersten Semester gewechselt.

Damit bin ich damals auf viel Unverständnis gestoßen, vor allem im weiteren Familien- und Bekanntenkreis. Das Motto war “du ziehst ja eh nichts durch, was soll da aus dir werden”. Mit der Kritik umzugehen war damals ziemlich schwer. Heute kann ich darüber nur lächeln.

Gast
Pascal Weichert

…. (Anonymität wahren)

Nehmen wir mal an du warst in den USA, wie bekommt man als nicht Startupmensch dahin und wie bekommt man am besten die Englisch Sprachkenntnisse (Verstehen geht) auf die reihe?
Ich mein ich wär echt bereit auch mal einen Monat ungeldlich in solchen Unternehmen zu Arbeiten um dort ein Fuß rein zu bekommen. Ich glaub das rentiert sich ziemlich schnell. Deine Meinung?

[Das Motto war “du ziehst ja eh nichts durch, was soll da aus dir werden”], kommt mir sehr bekannt vor.

Ich bewundere deinen Mut diesbezüglich. Ich hatte/ habe ihn noch nicht, obwohl ich das Studium mit der Sunk-Cost-Falicy am besten beschreiben würde. Im Moment versuche ich mich so wenig wie möglich mit dem Studium, außer der Programmierung, zu befassen, weil sonst bekommt man echt nicht so schöne Laune und die nächsten drei tage bekommt man eh nichts mehr auf die Reihe, weil ich den nächsten Tag dann durchschlafe. Nach dem lernen fühlt man sich einfach nur geschreddert, ich weiß echt nicht wieso mich dieser, größtenteils, Bullshit zu einem Besseren Mitarbeiter machen soll. Gleichzeitig hat man aber einein Imaginären Maschinisten im Kopf der einem dem Satz oben sagt. Man will auch irgendwie Leistung bringen, aber irgendwie sagt der eigene Computer nein. Er wehrt sich richtig. Ein Unternehmen aufzuziehen und zu Studieren, Fokus lässt grüßen. Auch keine Option. Und alles hinzuschmeißen, dafür bin ich dann doch ein zu großer Schisser. Ich hoffe es wird alles ein wenig besser mit der neuen Ernährung. Lassen wir das, schon allein drüber zu schreiben…

Ich bewundere deinen Mut.

Gruß,
Pascal

Jan
Gast
Jan

Hallo Pascal,
danke für deine netten Worte!

Die benötigten Sprachkenntnisse erlernt man innerhalb kürzester Zeit im Job. Ich habe viele Interviews mit Kandidaten geführt, die mit starkem Akzent und geringen Wortschatz gesprochen haben. Nachdem diese Kandidaten dann für ein halbes Jahr im Unternehmen gearbeitet haben ist davon nichts mehr zu merken (na gut, den Akzent wird man nur schwer los, gibt jedem aber seinen Charm).

Der beste Weg in größere Unternehmen zu arbeiten ist es, bereits auf dem Level zu arbeiten, auf dem das Unternehmen Leute benötigt. Bewerber, die selber Experten auf einem Gebiet sind (und zum Beispiel DAS Buch geschrieben haben, über das alle reden), oder Bewerber, die bereits selber ein erfolgreiches Startup gegründet haben, werden gerne eingestellt. Im Bereich von Software-Entwicklung lohnt es sich auch, an dem Open Source Projekt mitzuarbeiten, dass alle benutzen.

Mir ist klar, dass dies schwer und aufwendig ist, aber gerade deshalb hast du dann so hohe Chancen. Achja und zuletzt sind natürliche Beziehungen zu den richtigen Menschen von großer Bedeutung.

Klaus
Gast
Klaus

“Achja und zuletzt sind natürliche Beziehungen zu den richtigen Menschen von großer Bedeutung.” – Ja, das habe ich auch bereits erlebt – zumeist zählt das mehr als die Arbeitsleistung/-einstellung. Wieviel davon war es denn deiner Meinung nach bei dir?

Dr.Bundy
Gast
Dr.Bundy

Heute sehe ich es aber genauso wie du: Früh ins Berufsleben eintreten macht finanziell gesehen viel mehr Sinn als 5-10 Jahre an der Uni zu verlieren. Es gibt nur ein gutes Gegenargument. Das Leben als Student: die Freiheit v.a. , die sind einmalig und können später nicht nachgeholt werden. An der Uni sollte man auch nicht nur für den Beruf lernen, sondern seinen Blödsinn machen um als Mensch zu reifen. Das ist auch der ursprüngliche Gedanke der Uni in Deutschland, den ich gut finde.

Gast
Kleinunternehmer

Hallo Jan,
gratuliere zum Erreichten. Ich finde es super, dass du mit eigener Arbeitsleistung im Startup, und die daraus folgenden Ereignisse so gut liefen. Hier und auch bei den anderen Interviews sieht man meiner Meinung nach dass man am Anfang den Turbo mit Arbeitsleistung und Know How zündet (Sparleistung vorausgesetzt, welche hier ja eindeutig gegeben ist).

Bravo!!

Markus
Gast
Markus

Super! Bekommst du nun die 150.000 Euro netto nun jedes Jahr?

Moni
Gast
Moni

Für mich ein sehr motivierender Beitrag. Vielen Dank fürs Teilen! Ich selbst habe nach der Realschule mit 16 eine Ausbildung begonnen. Mit 18 hatte ich ein gutes Gehalt und konnte von vielen firmeninternen Weiterbildungen profitieren. Ein Studium kann sicher der bessere Weg sein, in vielen Fällen aber auch nicht. Alles Gute weiterhin! LG

Gast
Daniel

Das Interview ist interessant, aber ich empfinde 850′ zu zweit nicht als Millionärinterview und bei 50-100 Büchern am Tag frage ich mich wie das rein mathematisch gehen soll, sofern der gute Mann nicht den ganzen Tag auf der Arbeit liest.
Ansonsten natürlich viel Erfolg weiterhin.

Jan
Gast
Jan

Hey Daniel,
tatsächlich stoße ich oft auf ähnliche Fragen, wenn ich erzähle, dass ich im Jahr zwischen 50 und 100 Büchern lese. Gerne gebe ich dazu eine ausführliche Antwort, in der Hoffnung auch andere damit motivieren zu können, mehr zu lesen!

Beginnen wir mit einer simplen Rechnung: Um 50 Bücher im Jahr zu lesen müssen wir durchschnittlich ein Buch pro Woche schaffen. Nehmen wir mal an, dass ein Buch durchschnittlich 300 Seiten hat (Schätzung basierend auf persönlicher Erfahrung, wobei sich die Bücher mit 100 und diejenigen mit 1000 Seiten recht gut ausbalancieren). Angenommen wir lesen an sechs Tagen in der Woche, dann bedeutet dass, dass wir pro Tag 50 Seiten schaffen müssen. Das ist eine Menge, die man komfortabel in zwei Stunden schaffen kann.

Wenn man nun noch am siebten Tag etwas mehr liest, sagen wir ein halbes Buch jeden Sonntag, dann kommt man schon auf ca 75 Bücher im Jahr.

Ich hoffe, dass dir diese Rechnung zeigt, dass es durchaus komfortabel möglich ist, eine solche Menge an Büchern im Jahr zu lesen – und das trotz eines Jobs mit 40-Stunden-Woche und anderen Hobbies.

Sollte dir dies immer noch viel vorkommen, dann lass mich drei Beispiele nennen, die mich sehr geprägt haben:

– Warren Buffet ist dafür bekannt am Tag zwischen 500 bis 1000 Seiten zu lesen. Und das jeden Tag!!! Damit kommt er nach meiner Schätzung auf über 600 Bücher im Jahr.

– Benjamin Franklin hat in seinem Leben nur ein paar wenige Jahre auf der Schule verbracht. Dennoch hat er es in seinem Leben sehr weit gebracht, denn er hat eine riesige Menge an Büchern verschlungen. Seine Bildung hat viele Menschen, die er getroffen hat, sehr beeindruckt und so ist er schon sehr früh in seinem Leben durch Gesprächsrunden und Clubs mit den einflussreichsten Menschen seiner Zeit in Kontakt gekommen.

– Theodore Roosevelt ist dafür bekannt, in jeder freien Minute zu lesen. Selbst auf langfristigen Reisen hat er eine Auswahl von Büchern mitgenommen und diese durchgearbeitet. Gerade auf seinen zahlreichen Expeditionen hatte er immer Bücher dabei.

Ich hoffe, dass dich meine Beispiele überzeugen konnten, dass es bequem möglich ist, so viel zu lesen und dass jeder! der lesen kann die Möglichkeit dazu hat. Es geht einfach nur darum, seine Prioritäten richtig zu lesen. Hier ist eine Reihe von Techniken, die mir persönlich sehr viel helfen:

– Ich habe immer ein Buch bei dir und lese in jeder freien Minute. Fahren mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln, Pausen im Fitnessstudio, in der Mittagspause, Warten auf Freunde oder an der Kasse sind ideale Möglichkeiten, um regelmäßig vorwärts zu kommen. Ich finde dies sinnvoller, als ständig mein Smartphone in die Hand zu nehmen. Es kann helfen ein Hintergrundbild auszusuchen, dass dich daran erinnert, stattdessen zu lesen.

– Ich habe keine Social Media Accounts (mehr) und surfe auch so selten im Internet. Dies schafft eine ganze Menge Zeit. Ich verzichte darauf, ständig die Nachrichten zu verfolgen.

– Ich besitze keinen Fernseher und verzichte fast komplett auf TV Shows und auf Filme (außer wenn Freunde dabei sind). Sicherlich entgeht mir damit etwas Kultur, aber das ist es mir Wert.

– Ich habe einen minimalen Arbeitsweg und bin nicht auf ein Auto angewiesen. Verglichen mit vielen meiner Bekannten habe ich somit schonmal eine Stunde mehr am Tag, die ich zum Lesen nutzen kann

– Meine Partnerin und ich lesen uns gerne gegenseitig etwas vor, wenn wir Zeit haben, zB Jane Austen Romane.

– Wenn mich ein Buch langweilt oder mir nicht zusagt, dann lege ich es einfach weg statt mich damit zu quälen.

– Ich lese mehrere Bücher parallel. Sollte ich gerade das Interesse an einem Buch verlieren, wechsle ich und komme später dahin zurück.

– Meine Bücher erhalte ich aus den öffentlichen Bibliotheken, gebraucht von Medimops, geliehen von Freunden und selten neu gekauft. Hierdurch lässt sich eine große Menge für sehr wenig lesen.

Solltest du dir nun vornehmen, mehr zu lesen (was ich hoffe), so würde ich dir raten dich langsam heranzutasten. Beginne zum Beispiel mit dem Ziel 1 Buch im Jahr, dann 1 Buch im Monat, etc zu lesen. Steigere dich langsam, denn regelmäßiges Lesen ist eine Gewohnheit, die man langsam erlernen muss.

Gast
Daniel

Ich muss mich wirklich entschuldigen, dass ich mich so unbedacht und respektlos ausgedrückt habe. Vielen Dank, dass du dir die Mühe für den Text gemacht hast. Solche Momente möchte ich in Zukunft vermeiden.
Respekt an dich und mein Lesepensum werde ich definitiv erhöhen.

Gast
Glücksjäger

Toll! Weiterhin viel Erfolg!
Was mich wirklich freut ist die Tatsache, dass es auch in DE passiert! Man denkt, daß tolle Ideen, Wagniskapital, Mut zum Start up, wahnsinns Computerkenntnisse, eine gute Portion Glück, eine erfolgreiche Verkauf oder Börsengang ein reines California Monopol/Geschehnis wäre! Oops, kommt wieder der Germanophile in mir raus – sorry!
Lifestyle Inflation – möge euch (ein bisschen) verschont bleiben, halte den Ball flach, und be yourselves! Alles Gute!

Felix
Gast
Felix

Hallo Jan!
Interessante, wenn auch ziemlich singuläre Story, herzlichen Glückwunsch dazu.
Ich bin auch überzeugt, dass Bücherlesen wesentlich für die eigenen Entwicklung ist. Jedenfalls war es bei mir auch so.

Mich würde interessieren, nachdem du viel Wissen aus Büchern bezogen hast bzw. beziehst: Was wären die 5 Bücher, die dich am meisten beeinflusst haben bzw. die dir besonders wichtig sind.

Ich würde nennen:
1. Denke nach und werde reich
2. In 7 Jahren zur Million
3. Tu was!
4. Buffett: Die Geschichte eines Kapitalisten
5 Sie belieben wohl zu scherzen, Mr. Feynman
6. Rich Dad, poor Dad

Jetzt sind es sechs geworden, gar nicht so einfach, wenn man viel liest.

Bin gespannt auf deine Liste.

Gast
Chris

Hallo Jan

Für Dich und Deine Freundin Gesundheit und Glück auf Euren weiteren Lebensweg.

Würdest Du sagen, dass Du ein Gespür für den zukünftigen Trend in der Informatik hast?
Bist Du auf GitHub ein aktives Mitglied?
Hältst Du Vorträge oder gehst auf Treffen?

Mein Ehepartner und ich sind denselben Weg gegangen, Unternehmensgründung während des Studiums.
Wenn ein Studienunterbrecher 100.000 EUR pro Jahr verdient, dann beträgt der finanzielle Vorteil 500.000 EUR zum Diplom- oder Masterabsolventen plus die Weiterbildung im Tätigkeitsbereich. Im Allgemeinen benötigt man 10 Jahre oder 10.000 Stunden zur Meisterschaft auf einem Gebiet.

Zwanzig Jahre später standen wir erneut vor der Entscheidung. Wir haben unser Kind beobachtet. Es begann damit, dass es in der ersten Klasse Bücher schrieb und illustrierte, es folgten zwei Jahre Chemie mit Preisverleihung, dann Robotik und schließlich wünschte es sich in der vierten Klasse ein Standardwerk auf Englisch im Bereich Programmierung. Das besaß die Dicke eines Telefonbuches und wirkte genauso ansprechend. In der zweiten Klasse hatte es einen Bildschirmschoner für seine Lehrerin programmiert. Ein ziemlich echt wirkendes Aquarium mit schwimmenden Fischen. Dann machte unser Kind uns auf Bitcoin aufmerksam. Ich sagte ihm, dass es ruhig Teile seiner Ersparnisse verwenden könnte, damals kostete der Coin 96 ct, stieg dann stark an und fiel wieder, beim zweiten Mal war mir die sichere Aufbewahrung zu kompliziert. Leider eine verpasste Chance, das hätte eine bezahlte Eigentumswohnung ergeben. Später bin ich testweise mit Minibeträgen eingestiegen und noch im Plus ; ). Mein Fokus lag damals auf dem erfolgreichen Platzieren eines Computerspiels bei Apple. Was ihm sehr gut gelang, nur war es mit 13 Jahren noch nicht geschäftsfähig und so musste ich mich ebenfalls damit beschäftigen. Es förderte den Sinn für die Selbstständigkeit, Programmieren, Marketing, Jura, Buchhaltung und Englisch. Es wurde dann am Wunschinstitut aufgenommen. Nicht der Abschluss ist wichtig, auch nicht das Erlernen der Informatik, sondern endlich unter Gleichgesinnten zu sein. Die vielfältig begabten Persönlichkeiten, die Teilnahme an den Clubs, die Nebenfächer, die Studenten aus den anderen Fachbereichen, die Minister und Vorstände der Großunternehmen, die vorbeischauen, die Start-Ups, die ihre Ideen präsentieren, der hohe Anteil der Absolventen, die sich selbstständig machen, um die 36%. Also die unerwarteten Herausforderungen und der Aufbau eines Netzwerkes, bevor man in die ganze Welt verstreut wird. Ich denke, ein erfolgreiches Start-Up ist ähnlich inspirierend. Man benötigt ein geeignetes Umfeld zum Wachsen.
Einen unbedingten Abschluss und den evt. Verbleib an der Universität würde ich nur Theoretikern empfehlen, also jenen, die den mathematischen Teil lieben und hierin besser sind, als in der Informatik.
Eine Unterbrechung zu Gunsten der Praxis hätte uns als Eltern nie gestört. Der erste Abschluss lag nach 5 Semestern vor und damit war auch dies kein Thema mehr. Wichtig sind kurz-, mittel- und langfristigen Pläne. Mit Zielen, oder wenn man keine hat, hält man sich an die Traditionen, diese sind eine tausendfach geprüfte Richtschnur, handelt man fokussierter und strukturierter.

Also allen, die diesen Weg, wie Jan gehen wollen, spreche ich Mut zu, er kann im Bereich Informatik auch in Deutschland erfolgreich sein.

Gast
Benjamin Maul

Wow, wirklich beeindruckend! Gratulation zu diesem Lebenslauf. Respekt!
Das erinnert mich stark an Mr. Money Mustache’s Weg bis zu seinem 30. Geburtstag.
Die Vermögenshöhe ist auch sehr ähnlich.

Ich wünschte, ich hätte früher von Menschen wie euch gehört/gelesen oder dich gar gekannt.

Alles Gute für eure Zukunft!

LG
Benjamin