Millionär Interview Nr. 11 – Heiko – Finanzielle Freiheit mit Immobilien

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Was für ein wunderbarer Sommer in Deutschland! Selbst jetzt im September gibt es viele sonnige, warme Tage. Der Maschinist hat das Wetter mit seiner Familie sehr genossen und war die meiste Zeit draußen unterwegs.

Jetzt naht der Herbst und die kalte Jahreszeit ist statistisch nicht nur eine gute Zeit für die Börse sondern auch für Die Freiheitsmaschine. Die Menschen nehmen sich wieder mehr Zeit für Ihre Finanzen und damit, Ihr Leben zu verbessern.

Und um das zu befeuern ist es wieder Zeit für unsere Millionär Interviews.

Menschen berichten hier darüber, wie Sie sich selbst ein Vermögen aufgebaut haben. Das tun Sie nicht um damit zu prahlen, sondern damit die anderen Leser etwas lernen können und selbst neue Ideen und Motivation erhalten.

Es ist sozusagen eine persönliche Spende an die Mitmenschen, um das Leben in die eigene Hand nehmen zu können.

Der Maschinist lädt hiermit wie im letzten Jahr alle wohlhabenden Menschen für ein solches Interview ein.

Meldet euch einfach unter maschinist@freiheitsmaschine.com und beantwortet die Fragen des Interviews. Alle Beiträge werden wie immer vollkommen anonymisiert. Das heißt, niemand muss Sorge vor Nachteilen im persönlichen Umfeld haben! Also los, ran an die Tasten!

 

Heute schreibt uns Heiko. Er hat sich in ca. einer Dekade ein siebstelliges Immobilienvermögen aufgebaut. Geholfen haben Ihm dabei unter anderem sehr seine erworbenen Kenntnisse im Angestelltenberuf.

Falls jemand auf die Idee kommt, die Schenkungen der Familie zu kritisieren. Er hat das erhaltene Kapital durch kluge Käufe und viel Eigenleistung vervielfacht – Anstatt, wie es wahrscheinlich die meisten anderen Menschen gemacht hätten, es einfach zu verkonsumieren.

Hier das Interview:

Moin Maschinist,
habe die Ehre, hier zum Millionärsinterview antreten zu dürfen.
Ich habe aus zwei Gründen ein paar Wochen mit mir gehadert, ob ich es wirklich tun soll.
Erstens finde ich den Begriff „Millionär“ für mich unangemessen. Ein solcher sollte nach meinem Sprachempfinden neben einem entsprechenden Einkommen auch über mehr als nur eine einzige Million verfügen, diese zudem nicht fest gebunden in Firma oder selbstgenutzter Immobilie.
 
Zum anderen möchte ich mein Modell nicht verallgemeinern oder gar für jedermann propagieren, denn es ist mir durchaus bewusst, dass es nur als Nische funktioniert.
Aber, jetzt mal alle Bedenken beiseite gewischt, die anderen Interviews habe ich schließlich auch gern gelesen. Also lass uns anfangen.

 

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin 44 Jahre alt, meine Frau 30. Wir leben seit drei Jahren zusammen, vor zwei Jahren haben wir geheiratet.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Eines gerade in Arbeit!

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben vor den Toren einer deutschen Großstadt am Rande eines großen Ballungsraumes. Ganz hübsch ländlich.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?
Zurzeit ist eine Umbruchphase, da ich meinen bisherigen Bürojob langsam auslaufen lasse. Meine Frau arbeitet momentan auch nicht, das kann sich aber wieder ändern.
Zukünftig werden die gesicherten jährlichen Einnahmen nur noch aus Vermietung meiner 6 Häuser fließen, das sind 66.000 € Nettomieten. Davon kalkuliere ich 20% für Instandhaltung und Mietausfälle, wobei ich allerdings noch nie einen Monat Mietausfall hatte.

 

Verdient habe ich als angestellter Architekt eher am unteren Rand, zuletzt waren es 2.300,- € netto/Monat bei einer 4-Tage-Woche (80%), also gerade einmal 4.000,- € brutto hochgerechnet auf eine volle Stelle. Andererseits habe ich sehr viele Freiheiten genossen und natürlich auch fachlich viel für meine Immobilien-Investitionen mitnehmen können.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Ich war nie diszipliniert genug, ein Haushaltsbuch zu führen. Daher kann ich das gar nicht genau sagen.
Zwangsläufig müssen wir natürlich mit den Einnahmen auskommen, so dass uns zukünftig von den 66.000,- € nach Abzug von 20% Instandhaltung und nach Bezahlung von monatlich ca. 700,- € GKV mit Pflegeversicherung sowie ca. 600,- Einkommensteuer mit Soli nur gut 3.000,- € netto verbleiben werden. Da wir mietfrei in einer kleinen Dreizimmerwohnung in einem meiner Häuser wohnen, sollte das aber reichen und ich hoffe sogar noch auf etwas Sparquote.
Dabei leisten wir uns zwei Autos, einen Kleinwagen und einen Kompaktwagen. Anders als von den meisten FIRE-Bloggern postuliert, behaupte ich sogar, dass in diesen Fahrzeugklassen der Neukauf mit anschließender etwa 10 jähriger Haltedauer am günstigsten kommt. Also nur etwa 400,- bis 500,- monatlich für beide Karren all inclusive, wobei Sprit mit 200,- € der größte Einzelposten ist.
Generell bin ich vom Gebrauchtkauf bei größeren Konsumgütern abgekommen.  Lieber kaufe ich neu.
Die Faustregel ist meistens, das günstigste Markenprodukt in Basisausstattung online zu kaufen. Kostet wesentlich weniger Zeit und macht auch mehr Spaß.
Bei Lebensmitteln kaufe ich dagegen fast nie Markenware, bei Klamotten immerhin selten.
Urlaube werden wir in Zukunft ausgedehnter machen können als bisher.
 
Da wir mit dem Wohnmobil unterwegs sind, ist das Leben im Urlaub aber nicht zwangsläufig teurer als zuhause. Das haben wir in den letzten Jahren mit jeweils einmonatiger Winterflucht schon ausprobiert.
Das inzwischen vier Jahre alte Wohnmobil teilen wir uns mit einem meiner Brüder und seiner Familie, daher zahlen wir nur 150,- € im Monat dafür. Er nutzt es in den Schulferien, wir außerhalb davon. Das passt prima. Zusätzlich haben wir das Fahrzeug in den Zwischenzeiten, wenn es ohnehin nur rumsteht, manchmal vermietet, so dass unsere tatsächlichen Kosten nur bei etwa 100,- € monatlich liegen. Zuzüglich Sprit natürlich.

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?
Schwierig zu sagen, da fast alles in Immobilien angelegt ist. Irgendwo zwischen 1,0 und 1,5 Mio. € wahrscheinlich. Wenn man Faktor 20 der Nettomieten ansetzt, was hier in der Gegend schon als günstig gilt, wären es 1,32 Mio. € für die Immobilien. Wenn ich schnell verkaufen müsste bestimmt deutlich weniger.


  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)
Wie schon gesagt besteht das Vermögen fast ausschließlich aus Immobilien.
Neben einigen unbedeutenden Grundstücken sind das 6 Häuser, die mir aber nicht alle allein gehören (2 St. zu 100%, 3St. zu 50%, 1St. zu  25%). Die oben angegebenen Einnahmen und Vermögenswerte beziehen sich also nur auf meine Anteile, die anderen Anteilseigner sind Freunde und Geschwister. Von den unbebauten Grundstücken haben höchstens 1-2 das Potential, einmal Bauland zu werden.
Vom Vermögen abziehen muss man noch eine Hypothek, von der noch ca. 70.000 € zu tilgen sind. Auf der Habenseite stehen dagegen 140.000 € Cash, die mir einerseits den Übergang in die „Passive Phase“ absichern sollen (mehr psychologisch, brauche das Geld hoffentlich nicht für den Lebensunterhalt). Andererseits möchte ich aber auch keine Gelegenheit für einen weiteren günstigen Immobilienkauf auslassen müssen. Daher liegt das Geld momentan auch nur auf normalen Girokonten.

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Der größte Turbo war wohl, im Nachhinein betrachtet, dass ich immer extrem günstig gekauft habe. Außerdem nie über Makler, sondern aus Zwangsversteigerungen oder direkt von Kommune bzw. Wohnungsbaugesellschaft, was die Kaufnebenkosten der ersten Objekte bei ca. 4% hielt. 500,- €/m² Wohnfläche waren anfangs mein Limit. Dafür bekam ich natürlich nur Schrottimmobilien in Schrottlagen. Die Mieten waren dementsprechend anfangs sehr niedrig, aber in Relation zum Kaufpreis ganz okay und vor allem steigerungsfähig.
Da ein Architektengehalt unter Akademikern leider deutlich unterdurchschnittlich ist und ich außerdem wenig Selbstdisziplin habe, habe ich die ersten 5 Berufsjahre blöderweise fast nix gespart. Außer einem Notgroschen hatte ich also nicht viel vorzuweisen, als ich mich vor 10 Jahren zum Kauf meines ersten Hauses entschlossen habe.
Wegen eines etwas übertriebenen Freiheitsfimmels kamen für mich damals weder eine Eigentumswohnung in WEG-Teilung noch ein jahrzehntelanger Bankkredit in Frage. Also habe ich etwas außerhalb der Großstadt gesucht und gefunden, um dann meinen Vater wegen eines Kredits anzubetteln. Das Objekt war ein Doppelhaus, bestehend aus zwei Doppelhaushälften .Für die zweite Doppelhaushälfte konnte ich einen meiner Brüder gewinnen.
Das fand unser Vater wohl so gut, dass er direkt nach dem Kauf den Kredit in eine Schenkung umwandelte. Damit war ich erstmal happy und für die nächsten 1,5 Jahre mit Renovierungen beschäftigt. In diesem Haus wohnen wir heute noch. Da ich seitdem keine Miete mehr zahlen musste, blieb etwas mehr Geld monatlich übrig und ich kaufte 2010 Haus Nr.2. Das war der beste Deal überhaupt, denn ich konnte das Grundstück aufteilen und einen Großteil weiter verkaufen. Im selben Jahr folgte auch schon Haus Nr. 3, mein Vater war offenbar auf den Geschmack gekommen, dass Schenken Spaß macht, und hatte die Losung ausgegeben, ein Haus für alle Geschwister zusammen zu kaufen. Wir saßen zu fünft in der Zwangsversteigerung (Papa und alle Kinder)und haben wohl den Saal gerockt. Diese Bude war endlich mal in gutem Zustand und ebensolcher Lage. Wir zahlten trotzdem nur 1.000,- €/m² Wohnfläche für das erst sieben Jahre alte Mehrfamilienhaus.
Haus Nr. 4 ließ etwas länger auf sich warten. Ich hatte schließlich mit Renovieren und Vermieten neben meinem normalen Job gut zu tun. 2013 war dann eine gute Gelegenheit und ich schlug wieder zu. Haus Nr. 5 lag dann erstmals nicht mehr in meinem direkten Wohnumfeld, sondern am Rande eines anderen großen Ballungsraumes. Da einer meiner Brüder mittlerweile in dieser Gegend lebte, habe ich es mit ihm zusammen gekauft. Er kümmert sich mittlerweile um die Vermietung und Abrechnung, nachdem ich es durchrenoviert habe.
Haus Nr. 6 war einerseits schon fast Routine, andererseits aber eine Premiere, da ich erstmals einen Bankkredit zur Finanzierung in Anspruch nahm. Bis dahin hatte ich nur Kredite innerhalb der Familie oder im Freundeskreis genutzt sowie meine geringen eigenen Mittel. Später hat mir auch ein in der Familie seit Generationen vererbtes Grundstück geholfen, dass mittlerweile zu Bauland geworden war. Mit meinem Anteil am Verkaufserlös habe ich dieses Jahr meine Privatschulden alle getilgt und die Bargeldreserve aufgestockt.
Insgesamt haben die Kaufpreise für alle 6 Häuser bzw. Hausbeteiligungen zusammen gerade einmal ca. 300.000,- € betragen, etwa genauso viel habe ich nochmal für Kaufnebenkosten und Renovierungen investieren müssen, konnte es aber aus dem Cashflow der Immobilien bezahlen.
Aus Schenkungen stammen insgesamt ca. 240.000,- €.  Nur ca. 60.000,- € konnte ich in den letzten 10 Jahren von meinem Gehalt sparen, was einer Sparquote von gerade einmal 25% entspricht.
Dass der Wert heutzutage aber sicherlich doppelt so hoch ist wie das investierte Kapital, zeigt recht deutlich, dass sich der Markt inzwischen gedreht hat und mein bisheriges Geschäftsmodell mangels Angebot geeigneter Objekte nicht mehr funktioniert.
Das habe ich innerhalb des letzten Jahres gedanklich realisiert und mir daraufhin überlegt, aus dem Berufsleben schon jetzt auszusteigen. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich noch 2-3 Jahre weitergemacht.

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
Aus heutiger Sicht war ich wohl viel zu risikoscheu, habe zu spät angefangen zu sparen und zu investieren und hätte über größere Kredite und ohne Ausschluss von Eigentumswohnungen aus meinem Beuteschema einen wesentlich größeren Hebel erzeugen können.
Mein jüngeres Ich hatte aber auch so schon manchmal Muffensausen und die Buxe voll, daher bin ich mir nicht sicher, ob ich zu höherem Risiko raten würde.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Gelernt habe ich, dass es ganz ohne Risiko und ohne Eigeninitiative nicht geht. Wer das hohe Risiko scheut, muss eben langsam und klein anfangen, wichtig ist aber, überhaupt anzufangen.
Frugalismus ist nicht mein Weg, Sparsamkeit schon.
In den unteren Gehaltsklassen funktioniert reines Sparen aber nicht, hier muss man meiner Meinung nach den Schritt in die Selbständigkeit wagen, für Risikoscheue am besten zunächst im Nebenerwerb.
Zufall ist natürlich auch im Spiel. Wenn man aber nicht zu hohe Risiken eingeht, egalisieren sich die Effekte von Glück und Pech im Laufe der Jahre wieder. Das Schöne ist, dass man in der Erinnerung hauptsächlich die Glücksmomente behält. In meinem Fall bedeutet das z.B., dass das halbe Dutzend geglückter Käufe von mehreren Dutzend Fällen begleitet war, in denen ich schon dicht dran war an einem Objekt, es aber nicht bekommen habe. Weil ich aber eben hin und wieder etwas günstig kaufen konnte, hänge ich diesem Pech nicht sehr nach.
Es sei denn, ich muss wieder darüber nachdenken…Wie z.B. jetzt, da ich darüber schreibe…Oh, Mann! Eine Doppelhaushälfte in bester Großstadtlage, noch in der Krise vor 10 Jahren, für nur 90.000,- weggegangen. Ich wurde um ganze 500,- € überboten! OMG! Moment, ich muss mir kurz in den Hintern beißen…

 

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Durch die Aufgabe meiner hauptberuflichen Tätigkeit wird die Sparrate in Zukunft noch niedriger sein als bisher schon, aus dieser Richtung ist nicht viel zu erwarten.
Bleibt also noch, die vorhandenen Werte auszubauen. Bei 2-3 der Häuser besteht die Möglichkeit zum Dachausbau/Aufstockung, 1-2 Grundstücke dürfen vielleicht irgendwann bebaut werden, so etwas will auch immer angeschoben werden.
Sollte doch noch eine sehr günstige Kaufgelegenheit um die Ecke kommen, wird die natürlich geschnappt!

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Die Vermögenshöhe ist mir nicht so wichtig, den Cashflow würde ich aber schon noch gerne auf ca. 7.000,- € monatlich steigern. Der Zusammenhang ist bei Immobilien nicht immer so direkt, eigentlich ähnlich wie bei Aktien.
So hoffe ich z.B. bei zwei Häusern auf eine in Planung befindliche Umgehungsstraße, die würde den Vermögenswert direkt und ohne mein Zutun um 100-200k € steigern, hat aber auf den Cashflow kaum Einfluss.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Nun, wir stehen gerade an der Schwelle zu einem spannenden neuen Lebensabschnitt, auf den ich mich sehr freue.
Trotzdem werde ich mit dem Erhalt der Häuser und der Vermietung noch ausreichend beschäftigt sein.
Die meisten Reparaturen kann ich selbst erledigen. Vor dem Studium habe ich eine handwerkliche Ausbildung abgeschlossen, Elektrik, Sanitär und Heizung habe ich mir über die Jahre selbst beigebracht.
Der Lebensstil und Lebensort wird sicherlich beibehalten werden. Wir sind beide nicht an einem Umzug ins Ausland interessiert. Hier in Deutschland gefällt es uns super. Neun von 12 Monaten finde ich auch klimatisch okay bis sehr gut. Die übrigen drei Monate kann man mit je zwei einmonatigen Aufenthalten in Südeuropa prima verkürzen. Wenn wir mal schulpflichtige Kinder haben, sieht das natürlich anders aus, aber das dauert ja noch.

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Probiert ruhig viele verschiedene Dinge in eurem Leben möglichst früh aus und habt dabei keine Angst vorm Scheitern!

 

 

Dankeschön Heiko, dass Du Dir die Zeit genommen hast, die Fragen aus der Millionär Interview Reihe zu beantworten! Und natürlich herzlichen Glückwunsch, was Du in Deinem Leben erreicht hast!

Den Bereich, bei dem ich schmunzeln musste ist, wie Du Dir Dein siebenstelliges und so gut wie schuldenfreies Immobilienvermögen selbst kleinredest. Ich kenne das von mir selbst. Wenn ich in unsere Depots schaue, habe ich manchmal ähnliche Gefühle unter dem Motto: „Schließlich habe ich gut verdient – Das ist doch fast zwangsläufig und jeder kann das Gleiche tun…“

Im Nachhinein ist es immer einfach und wenn man die dafür notwendigen Fertigkeiten alle verinnerlicht hat, kommt es einem wie eine Normalität vor.

Wie die Mitmenschen zeigen, ist das meistens aber nicht der Fall. Der Unterschied zwischen einem Millionär und einen Schuldensklaven besteht nur aus ein paar Gewohnheiten. Und Deine Gewohnheit war es, nicht das gesamte Geld auszugeben und Dir von der Familienschenkung keinen Sportwagen und Kokain zu kaufen. 😉

Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg bei euren nächsten Schritten und den Plänen für die Zukunft! Es würde mich und die Leser natürlich sehr interessieren, wie euer Alltag ohne das Angestelltendasein später aussieht, wenn Ihr das eine Zeitlang gemacht habt. Und als Reiseliebhaber interessiert mich natürlich auch, welche Länder Ihr mit eurem Wohnmobil bereist.

 

Und jetzt zu den Lesern. Habt Ihr auch eine vergleichbare Geschichte? Habt Ihr eigenes Vermögen aufgebaut und könnt niemandem davon erzählen? Hier in der Freiheitsmaschine könnt Ihr das tun.

Ihr könnt anderen Menschen auf Ihrem Weg damit sehr helfen und beim zwanglosen Austausch dabei selbst neue Ideen erhalten.

Schreibt dem Maschinisten unter maschinist@freiheitsmaschine.com und werdet selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews!

Und jetzt Feuer frei im Kommentarbereich. Was interessiert euch speziell am Weg von Heiko. Was hilft euch besonders weiter?

 

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Markus

Was für ein toller Artikel: Reich durch Erbschaft bzw. Schenkung des Vaters. Und dann noch Tipps geben? Danke, Maschinist, aber das hast du nicht nötig. Was willst du damit bezwecken?

Gast
heiko

Hallo Markus,
wenn ich auch antworten darf, möchte ich das gerne tun. Also, was könnte man mit der Story anfangen? Habe ich mich auch gefragt, schließlich stellt der Maschinist diese Frage gleich dreimal in verschiedener Form. Weil solche Ratschläge immer ganz schnell altklug rüberkommen, tue ich mir etwas schwer mit der Beantwortung:
– Früh anfangen, Hintern hochbekommen, auch gegen Mahnungen aus dem persönlichen Umfeld mal etwas investieren oder eine selbständige Tätigkeit beginnen (wenn man überdurchschnittliches Einkommen hat, reicht auch bloßes Investieren).
– Materiellen Lebensstandard auf niedrigem Level halten und finanziell gut organisiert sein (keine unnötigen Versicherungen, keine Kombifinanzierungen für’s Eigenheim, keine unrentablen Rentenversicherungen etc.)
– Mit beiden Punkten viele Jahre konsequent durchhalten.

Meine Eltern hatten auch nur ein Mittelschichtseinkommen, die großzügigen Schenkungen an die Kinder wurden nur durch die beiden genannten Punkte möglich. Mein Vater hat z.B. schon in den 80ern regelmäßig an der Börse investiert, seine Praxis Anfang der 80er selbst tapeziert und mit IKEA-Möbeln eingerichtet, Autos immer zwei Klassen unter seinen Möglichkeiten gefahren. Diese jeweils neu gekauft und etwa eine Dekade bis zur TÜV-Scheidung runtergeritten. Möglichst ohne teure Reparaturen und Wartung in der Werkstatt. (Anekdote: Wir sind z.B. mit einem “Nissan Sunny Traveller” durch die 80er gerutscht, von wegen Generation Golf. Bilder dieser traurigen Karre bei Interesse bitte selbst googeln, aber nicht erschrecken! Während heute schon lamentiert wird, dass keine drei Kindersitze auf die Rückbank passen, saßen wir dort zu viert, die mittleren mussten sich einen Gurt teilen. Wenn wir mal mit dem Hobel – in Ausnahmefällen – zur Schule gefahren wurden, ließen wir uns einen Block vorher absetzen, um Spott und Schande der Mitschüler zu entgehen.)
So richtig bewusst geworden ist mir das aber eigentlich erst, als ich die ganzen FIRE-Blogs für mich entdeckt habe.
Also, eine mögliche Schlussfolgerung: Wenn man die FI-Regeln sogar über mehrere Generationen befolgt, klappt’s mit RE umso schneller.
Naja, mal schauen, ich gebe Euch ab nächstem Jahr gerne Feedback. 🙂

Gruß, Heiko

Gast
Leser

>Meine Eltern hatten auch nur ein Mittelschichtseinkommen […] seine Praxis

Wenn wir jetzt nicht gerade von einer Reiki-Praxis o.ä. reden, haben Mediziner mit eigener Praxis doch recht selten “nur ein Mittelschichtseinkommen”…

Gast
heiko

Lieber Leser, freut mich, dass meine Texte so aufmerksam gelesen werden. 🙂
Wegen der gebotenen Konzentration aufs Wesentliche habe ich natürlich viele Details ausgelassen: Mein Vater erkrankte mit Anfang 40 an einer sehr seltenen Krankheit, musste sich daraufhin über Jahre in mehreren Krankenhäusern aufhalten und behielt starke Lähmungen zurück. Zum Glück hatte er über das Versorgungswerk eine ganz gute BU, aber so gut wie bei einer Facharztpraxis war das Einkommen natürlich nicht mehr. Dafür hatte er umso mehr Zeit, ab Mitte der 80er seine Börseninvestitionen zum Hobby zu machen. Passt also schon mit dem Mittelschichtseinkommen, wir wohnen aber auch in einer sehr einkommensstarken Region.

Gruß, Heiko

Gast

Moin Heiko,

Hut ab! Alles richtig gemacht. Ich finde Dein Beispiel besonders inspirierend, weil Du Dir Dein stattliches Vermögen ohne eigenes hohes Einkommen geschaffen hast. Klar ist es auch gut gelaufen in den letzten 10 Jahren am Immobilienmarkt. Aber Du i) bist Risiken eingegangen, ii) hast einen Arsch voll Arbeit neben Deiner normalen Arbeit in den Umbau und die Renovierung investiert und iii) warst in der Lage Chancen zu erkennen und sie zu nutzen. Du hast die losen Enden verknüpft. Das ist außergewöhnlich. Deine Story kann man nicht 1 zu 1 kopieren, aber wir alle haben Möglichkeiten um uns herum die wir nutzen können oder aber eben auch nicht.

Dass Du jetzt mit 44 Jahren und Baby im Anmarsch (!) den Mut hast Deinen Job zu schmeißen und Dich voll und ganz auf die Familie und die Vermietung zu konzentrieren ist noch mal genauso beeindruckend. Bei den meisten von uns herrscht solch ein Sicherheitsdenken vor, dass wir wohl viel zu lange darauf warten den Schritt zur Kündigung zu wagen. Du wirst es nicht bereuen. Da bin ich mir sicher. Langweilig wird es auch nicht werden mit einem Hosenscheißer Zuhause 🙂

VG, nico

Gast
heiko

Hallo Nico,
vielen Dank für die Blumen, die ich gerne zurückgebe. Dein Blog war der erste der FIRE-Bewegung, den ich zu Gesicht bekommen habe, und ich lese ihn so gerne wie regelmäßig. Meine Frau ist bis heute sehr skeptisch, was das Konzept des vorgezogenen Ruhestands angeht (ich auch etwas, ehrlich gesagt, wollte es aber einfach ausprobieren). Um so mehr hat es mich gefreut, als sie mir eines Tages, vor wenigen Monaten, Deinen Blog zeigte und sagte: “Guck mal, der hier hat so etwas Ähnliches vor wie Du!”. Habe seitdem alle Deine Artikel gelesen und noch viele weitere spannende Blogs dabei entdeckt.
Ob ich die Jobkündigung noch bereuen werde, weiß ich jetzt natürlich noch nicht. Habe mich aber trotzdem zu dem Schritt entschlossen, weil ich mich jetzt noch für jung genug halte, mir im Zweifelsfall einfach wieder einen Job zu suchen.

Liebe Grüße, Heiko

Gast
Erbschaftssteuer

Hi Maschinist,

hier verstehe ich die Rechnung/Auflistung/Logik bei einigen Punkten dann beim besten Willen nicht mehr:

“Insgesamt haben die Kaufpreise für alle 6 Häuser bzw. Hausbeteiligungen zusammen gerade einmal ca. 300.000,- €
–> 6 Häuser bzw Beteiligungen für 300k€ in einem Ballungsraum. Kauf zwischen 2008 und heute?!
2008 waren die Preise günstig – ja, aber nur 300k€??

“Auf der Habenseite stehen dagegen 140.000 € Cash”
–> Wo kommen die so locker her? Mieteinnahmen? Muss ich doch auch irgendwas mal versteuern!?

“Da wir mietfrei in einer kleinen Dreizimmerwohnung in einem meiner Häuser wohnen”
“Damit war ich erstmal happy und für die nächsten 1,5 Jahre mit Renovierungen beschäftigt. In diesem Haus wohnen wir heute noch.”
–> Zwei Wohnsitze?

“Neben einigen unbedeutenden Grundstücken…”
“Grundstücken haben höchstens 1-2 das Potential, einmal Bauland zu werden.”
–> Sind vom Himmel gefallen?

Hört sich für mich sehr nach Story einer eingesessenen Familiendynastie an – gibt es viele – leider für meinen Geschmack zu viele, sorry!!

Gast
Peter

1.) Dieser berufliche Werdegang erinnert mich an den Architekten, den meine Frau und ich für unser Eigenheim in Anspruch genommen haben, wobei dieser im 1. Bildungsweg eine Tischlerausbildung gemacht hat.

2.) Du hast mit den dir gegebenen Mitteln das Beste gemacht, du hast eine Familie, die bei deinen Projekten mitzieht und das ist heute sehr viel wert. Wenn ich da an den Anhang meiner Frau denke… lassen wir das.^^

Ich finde, du hast vieles richtig gemacht, finde es sehr beeindruckend, dass du das ohne Fremdkapitalhebel so gut umsetzen konntest und denke mal, dass du dir den Erfolg redlich verdient hast. Ich bedanke mich jedenfalls sehr für dieses inspirierende Interview und wünsche dir für die Zukunft alles Gute. (:

Gast
Heiko

Hallo Peter,
vielen Dank für die netten Worte und Wünsche!

Gruß, Heiko

Gast
Dr.Bundy

Glückwunsch. Schön zu sehen, dass ich nicht der einzige ü38jährige bin, der noch keine Kinder hat und auch darauf pfeift 😀

Gast
Heiko

Hi Doc,
ja, hat Vor- und Nachteile, in der Familienplanung antizyklisch unterwegs zu sein. In meinem Bekanntenkreis ist die erste Scheidungswelle schon längst durch…

Gruß, Heiko

Gast
Glücksjäger

There‘s more than one way to skin a cat!
Toller Beitrag! Ich finde es immer wieder interessant: versuchen, lernen, optimieren, wiederholen. Wie hast Du den Drang wiederstanden, selber Immobilien zu entwerfen und als es Eigenimmobilie zu benutzen? Ich kenne nicht wenig Architekten, die sich hochverschulden um ihre eigene Vorstellungen/Ideen zu realisieren. Die Bodenständigkeit Deiner Erziehung war möglicherweise sehr prägend. Was ist der nächste Schritt? Mit Deinem Wissen und Erfahrung stünden Projekte schlange!

Gast
Heiko

Waidmannsheil Glücksjäger!
Merci für’s Kompliment. Das mit der eigenen Immobilie ist bei den Architekten nicht anders als bei anderen Leuten, im Grunde genommen geht es immer auch um Selbstdarstellung. Das muss man eben genauso in den Griff bekommen wie den Drang zu übergroßen Autos etc. und lieber Freude am Understatement entwickeln. Es ist ja auch nicht jeder Koch übergewichtig 🙂 .
Wie’s weitergeht? Im Prinzip wie bei Dir, immer auf der Jagd nach dem Glück. Wobei ich mir die Latte etwas niedriger hängen würde, Zufriedenheit reicht mir schon aus. Und wenn die Zufriedenheit NICHT merklich höher ausfällt als vorher im Arbeitsleben (davon gehe ich aber aus), suche ich mir vielleicht wieder einen Job.
Wenn Projekte, dann nur kleinere und private, wie oben schon geschrieben: Einen Dachboden ausbauen oder ein Gebäude aufstocken. Wollte schon immer mal einen Dachstuhl selbst aufschlagen!

Gruß, Heiko

Gast
Martin

Hallo,

Du schreibst: “Auf der Habenseite stehen dagegen 140.000 € Cash.
Das Geld liegt momentan nur auf normalen Girokonten.”

Wenn Du davon nur 100.000 € für zwischendurch bei Bondora (Go & Grow)
anlegen würdest, hättest Du ca. 6750 € Zinsen brutto pro Jahr. Du könntest jederzeit
an Dein Geld ran.

Aber wenn es Dir nicht auf die paar tausend Euro ankommt, kannst Du das Geld
bis zum Kauf einer neuen Immobilie auch auf dem Girokonto lassen.

Gruß Martin

Gast
John doe

Hallo Heiko,

sehr interessant wie sich unser Lebensläufe ähneln.

Bin ein paar Jahre jünger und kein Architekt, und habe von meinen Eltern im Studium “nur” eine Bürgschaft für die erste Wohnung bekommen. Meine jährliche NKM ist identisch. Meine Netto Mietrendite im Durchschnitt ca. 9%. Lage ist ist identisch, aufgrund der Risikostreuung in mehrere WEGs und Häuser.

Ich habe ab 2003 alles an Schrottimmobilien gekauft was ich unter die Finger bekommen konnte und wo meine Bank mitgespielt hat (als Student wohlgemerkt). Grundsätzlich recht riskant aber alles machbar. Ich habe jede Wohnung selber renoviert und mache die gesamt Vermietung selber.

Wie gesagt Schenkung gabs bei uns nicht aber vertrauen aus der Familie, dass ich das schon schaffe.

Mich spricht die Fire Bewegung überhaupt nicht an und halte sie für sinnfrei, da sie nur in der Nische funktioniert. Ob man so leben möchte muss jeder für sich selber entscheiden. Ich weiß aus eigener Erfahrung das es ganz schnell vorbei sein kann.

Ich besitze ungerne Geld und renne Geld ehr nicht hinterher, meist kommt es von selbst. Ich mache nur Dinge von dem ich auch was verstehe. Ca. 80% meines Geldes investiere ich übrigens wieder.

Ich würde dir übrigens auch bei zwei Dingen völlig zustimmen:

-Der Gewinn liegt im Einkauf.
-Entgangen Gewinnen sollte man nicht hinterherweinen. (Und die 500€ Geschichte ist mir genau so passiert)

Hinzufügen würde ich noch:

– Sei nicht gierig, keiner mag gierige Menschen.
– Wenn man im Bereich Immobilien unterwegs ist, ist eine handwerkliche Ausbildung sehr wertvoll, aber man kann alles lernen.
– Für das Immogeschäft sollte man Zeit haben am besten früh anfangen zu investieren (bei mir war es mit 26).
– Ich habe oder hatte noch nie einen Konsumkredit, was ich nicht bezahlen kann, kaufe ich nicht(gilt nur für den Konsum!).

Mein Immowert liegt noch ein wenig höher, aber dagegen liegen auch noch ca. 700k Schulden, interessiert mich aber recht wenig. Da ich nicht wüsste was ich mit dem Geld machen soll. Ich entnehme übrigen nichts aus den Mieteinnahmen. Nie. Ich sehe dies als Nebengeschäft, als Unternehmen.

Völlig unterschiedlich zu dir ist betrachte ich den kauf von neuen Dingen, ich bin kein Freund von der Wegwerfgeselschaft, ich kauf fast alles gebraucht.

Ich habe übrigens einen normalen Angestelltenjob mit 40 st/ Woche, kaufmännischer Bereich, wo ich mich nicht sonderlich verausgabe. Ich mag halt die Sicherheit.

Mit den Jahren ist mir aufgefallen das ich sehr gerne Sachen kaufe, oft nur des Handels willen bzw. zur Investion um zu sehen ob das Invest funktioniert, dies können Autos (klappt nie), Möbel (klappt fast immer), Spielzeug sein. ca 95 % verkaufe ich wieder. Min. Gewinn sollte 100-500% sein klappt zu 60% würde ich sagen. Dafür nutze ich monatliches Spielgeld von ca. 500€.

Ist aber ehr ein Hobby.

Das ist übrigens mein letzter Tip, jeder sollte ein Hobby haben. Gut für die geistige Gesundheit!

Gast
Immobilienblase

Hi John doe,

super interessant Dein Beitrag und auch Heikos. Ich bin Immobilien gegenüber generell sehr aufgeschlossen. Habe auch seit Jahrzehnten eine eigene Immobilie in der Verwandschaft die ich mitverwalte und von der mir zwei Wohnungen gehören.
Gerne würde ich eine Wohnung oder noch besser ein Mehrfamilienhaus erwerben und vermieten.
Ich wohne in Süddeutschland in einem Ballungsraum. Die Preise sind aktuell leider völlig uninteressant.
Wie steht ihr aktuell Investments in Immobilien gegenüber? Wo/Wie kommt man an brauchbare Objekte, auch wie Du sie nennst – Schrottimmobilien?
Hier wird gefühlt alles zu absurden Preisen aufgekauft. Können die Leute nicht rechnen oder bin ich doof??

Gast
Heiko

Hallo Blase,
leider kann ich Dir hier nicht alle Einkaufsmöglichkeiten offenlegen, brauche schließlich auch ein paar Betriebsgeheimnisse 🙂
Mal nur ein paar Tipps:
– Zwangsversteigerungen waren lange der sogenannte “Geheimtipp”, funktionieren in einem ausgesprochenen Verkäufermarkt aber leider auch in die andere Richtung: Die Bieter heizen sich gegenseitig an. Ist aber immer noch eine gute Quelle, zumindest in ländlichen Gebieten etwas außerhalb der Ballungsräume. Aber aufpassen: Besichtigung ist meistens nicht drin, die Finanzierung kann man leider erst fest machen, wenn man schon die Kaufverpflichtung eingegangen ist.
– Kommunen und Wohnungsbaugesellschaften sind als Verkäufer auch super, hatte ich 2-3 mal.
Hier auf die Veröffentlichungen in z.B. Tageszeitungen und Gemeindeblättchen achten, läuft oft nicht über Immoscout.
– Von Maklern habe ich noch nie gekauft, weiß aber von Bauträgern, dass die bei Maklern sehr gut vernetzt sind und auch zu zusätzlichen Incentives bereit sind, falls die Provision nicht ausreicht 🙁 .
– Mund-zu-Mund Propaganda ist auch nicht zu verachten, funktioniert natürlich am besten, wenn man im Immobilienumfeld arbeitet. Aber auch privat werde ich immer öfter angesprochen, ob ich kaufen möchte, seit mein Umfeld weiss, dass ich Vermietungen betreibe. Also einfach mal sehr breit in Deinem Bekannten-, Kollegen- und Familienkreis streuen, dass Du kaufen möchtest!
Grundsätzlich gilt: Man darf nicht zu wählerisch sein, was Aufteilung, Größe, Zustand oder Lage angeht. Hauptsache, das Objekt rechnet sich für Dich und hat in Deinen Augen Zukunft.
Mit Tabellenwerken rechne ich nie rum, alles in einfachen Faustformeln.

Wünsche Dir viel Erfolg, Heiko

Gast
John doe

Hallo Immoblase,

vorab muss ich sagen, alle die ich kenne wollen ein Mehrfamilien Haus erwerben. Meist landen diese Menschen dann bei einer Wohnung was völlig OK ist, dann werde ich häufig und euphorisch gefragt gefragt wie ich das finde.

So gut wie immer nicht so gut.

Der Grund:

Ich handel nicht mit Immos, ich kaufe und vermiete, diese ist ein sehr sehr wichtiger Unterschied! Der Unterschied ist simpel aber relevant, da ich nicht verkaufe interessiert mich die mögliche Wertsteigerung wenig (Nur in Form wenn die Bank eigenkapital sehen will und ich eine Hypo erhohe auf das Objekt, Siehe hier: Im Einkauf liegt der Gewinn oder wie Hebel ich eine Immo) oder garnicht.

Die meisten Einsteiger spekulieren auf den Wertgewinn, kann man machen ist aber schwierig und ich denke dann kann man anders besser Geld verdienen.

Mich interessieren die harten Fakten der Vermietung, 1. Nettomietrendite sollte bei min 6 % liegen. 2. Kaufpreis zur Jahresmiete unter Faktor 20. 3. Der Rest sind einzel Fallentscheidungen. Z.B. Renovierungsaufwandt, wie ist die WEG, glaube ich an die Lage? Entwickelt sich die Stadt/ Dorf/ Land? Wie sieht der Markt für diese Art von Wohnungen aus? Jetzt und in 10 Jahren?

Diese Fragen stelle ich mir immer. Punkt 1 und 2 müssen, positiv sein, oder es gibt ein Killerargument, Punkt 3 muss jeder selber einschätzen

Wenn ich dann meinen Bekannten dies aufzeige haben die meisten keinen Bock weiterzureden und sehen dies als schwarzmalerei, meist sind es aber nur die Erkenntnis das das alles garnicht so sexy ist wie es immer beschrieben wird. Vor ca. 5-10 Jahren habe ich dann immer gesagt: “Hi kauf doch in Berlin, ist ein super Markt, einfache Regel: alles im S-Bahn Ring und unter 750€ kann man wenig falsch machen, sieht zwar alles Scheiße aus aber Berlin wird garantiert kommen”. Ich war sicher das ist ein gutes Investment ist da ich Berlin tatsächlich als Killerargument verstanden habe. es war absehrbar das Berlin eine Weltstadt wird. Wenn ich Berlin mögen würde würde ich dort investieren, ist mir aber auch zu weit weg. Ich werde bequem.

Ich vertrete den Punkt “Lage Lage Lage” nicht, Lage ist wichtig aber nicht alles. Beispiel: Es werden zu viele Hochwertige Wohnanlagen im gehobenen Segment gebaut, tatsächlich ist der Markt aber oft gesättigt. Eine einfache 1 1/2 Zimmerwohnung mit einfacher Ausstattung im ehr schlechten Viertel (Stadt über 100.000 EW) für unter 8€ kalt wirst du immer los. Meist an Leute die viel selber machen, oder das Amt zahlt. Muss man Lust zu haben.

Ich habe öfter über Makler gekauft, Vorteil war, ich hatte damals noch nicht soviel Ahnung vom Geschäft, die haben mir bei der Abwicklung geholfen. Ein weiterer ist die haben oft nochmal angerufen und weitere Wohnungen angeboten. Weil Sie wussten ich kaufe über den Preis, nicht die Ausstattung, ich besitze mehre Wohnungen die ich noch nie betreten habe, die Leute habe ich auch noch nie gesehen. Ist schräg aber ist so. Der Makler hatte wenig Aufwand und ich einen guten Preis.

Ein Tip: Meist kann man mit jedem Makler die Maklerkosten verhandeln. Ich habe bei verhandlungen immer eine Mail von meiner Bank dabei das ich das Finanziell kann und diese Bank das gerne finanzieren möchte, da ist Schmieröl beim Handeln.

Zwangsversteigerungen habe ich noch nie gemacht, weiss eigentlich nicht genau warum, war mir zu aufwendig…

Süddeutschland kenne ich aus immobilientechnischer Sicht nicht. Da kann ich nichts zu sagen.

Tja, mein Geheimtipp kann ich dir leider nicht sagen, da er geheim ist.

Ich glaube aber, das derzeit es wirklich nicht einfach ist, neue Objekte zu finden die Punkt 1 und 2 erfüllen. ich bin derzeit aber auch recht zufrieden mit der Menge an Objekten, das kostet ja auch alles Zeit und ich habe einfach kein Bock auf ein stressiges Leben.

Meine Faustregel ist simpel, es geht nur mit Geduld, Zuverlässigkeit und Kenntnissen vom Fach. Wie Heiko, kann ich fast alles reparieren, hat ein Mieter ein Problem, löse ich das, möglich sofort. Ich habe den Anspruch das meine Mieter Ihre Miete gerne zahlen. Ich habe in 20 Jahren ca. einen niedrigen 3 stelligen Mietausfall gehabt. Wirst du gierig kostest, früher oder später mehr Geld als du verdient hast und so gut wie immer kostet es viel Zeit. Meine Zeit ist mein wichtigstes Gut da passe ich sehr darauf auf.

Zuletzt noch zum Thema Schrottimmobilien, dass sind aus meiner Sicht Immos die ein hohes Risiko auf den ersten Blick haben. Unklare Besitzverhältnisse, frisch ausgebrannt(und die Obdachlosen haben das Metall aus der Wand gerissen), oder eine Besichtigung ist nicht Möglich. Schrott heißt nicht unbedingt kaputt sondern auch das die Wirtschaftlichkeit nicht unbedingt sofort attraktiv ist.

So viel geschrieben.

Gast
Heiko

Hi John, fast schon langweilig, kann Dir in nahezu allen Punkten zustimmen. 🙂 Das mit dem Neu- versus Gebrauchtkauf hatte ich oben auch nur so entschieden formuliert, weil mich die ewig gleiche Leier in den Finanzblogger-Foren etwas genervt hatte. Seit die Gebrauchtmärkte durch die vielen Internetbörsen sehr transparent wurden, ist der Gebrauchtkauf bei vielen Dingen eben nicht mehr zwangsläufig die wirtschaftlichere Entscheidung. Ein gutes Beispiel sind professionelle nichtstationäre Maschinen: Während ich nach meiner Lehre wochenlang die Anzeigenblättchen nach gebrauchten Festo-Maschinen durchsuchte, gibt es die heute schon nach ein paar Klicks. Dafür ist der Preis meistens aber auch in korrekter Relation zum Neupreis, es sind also weniger Schnäppchen möglich als früher. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass Profimaschinen auch entsprechend genutzt wurden, der Neukauf mit Rechnung steuerlich absetzbar ist, man beim Gebrauchtkauf leicht an Hehlerware gelangen kann (musste einmal Ebay-Ware bei der Polizei abliefern), der Gebrauchtkauf in der Regel etwas mehr Zeit kostet und das Neugerät über eine Gewährleistung oder sogar Garantie verfügt, dann ist Gebraucht eben oft billiger, aber nicht preiswerter. Bei Autos verhält es sich ähnlich. Bei Babyausstattung sieht das alles ganz anders aus: Nicht steuerlich absetzbar, kann man leicht selbst reparieren (wenn kaputt), braucht man nur für einen überschaubaren Zeitraum und brauchen auch Erstkäufer nur für kurze Zeit. Ergo suchen wir uns alles gerade gebraucht zusammen (Wer hat noch einen Kinderwagen kostenlos oder günstig abzugeben 🙂 ).
Mit dem Rat zu Hobbies bin ich auch ganz bei Dir, neben Hausrenovierungen und Streuobstwiesen schraube ich auch noch an alten Karren herum: http://www.wannenglueck.de
Daher kann ich Dir sagen, dass sich auch dort mit An- und Verkauf Geld verdienen lässt. Aber lieber sollte man das Handeln auf Dinge beschränken, an denen nicht so viel Herzblut hängt, sonst behält man doch mehr, als man wieder verkauft!

Gruß, Heiko

Gast
John doe

Hallo Heiko,

ich muss schon sehr schmunzeln.

1. Wirklich wenn es eine Sache gibt die ich nie nie nie(!) gebraucht kaufe ist es Werkzeug für mich. Du hast es komplett richtig und vollständig oben beschrieben. Wenn man Ebay kl. Gebrauchtwaren neuwaren gegenüberstellt macht es schlicht keinen Sinn gebrauchte Maschinen zu kaufen.
Die steuerlichen und Garantie Fragestellungen natürlich noch garnicht betrachtet.

Tja bei Autos ist es ja so eine Sache… eine Auto ist ein Gebrauchgegenstand für mich, ich betrachte den gesamten Lebenszyklus mittlerweile, zu dem dann auch auch Kinder gehören, die da mal reinkotzen und das mit dem Finger verrühren und dann anmerken das Sie ja genau den Schokoeisfleck von vorletzter Woche getroffen haben, als Ihnen das Eis aus der Rechten Hand gefallen ist während der Stock in der Linken Hand ein Loch im den Himmel riss… Ich fahre auch einfach mal irgendwo gegen oder mach ne Beule rein, beim Handwerkern.
Als Kaufmann sehe ich auch beim Kfz den Einkaufspreis versus Verkaufspreis(Siehe Kinderthema oben).

2.

Du: “neben Hausrenovierungen und Streuobstwiesen schraube ich auch noch an alten Karren herum: http://www.wannenglueck.de

Ich: neben Hausrenovierung und Obstbaumrückschnitt / Baumfällen schraube ich auch noch an (einer) alten Karren rum, in dem Fall aber ein 4 Sitzer Coupè mit wumms, Tatsächlich finde ich da innere Ruhe, da und bei Videospielen.

Wahrscheinlich habe ich bei 25 Jahren Oltimerliebe/schrauberei nie ein gutes Händchen gehabt. Ich habe in diesem Thema immer nur Geld verbrannt…

Wie gesagt, sehr lustig wie dann die Lebenswege doch immer ähnlich sein können….

Kinderwagen brauche ich noch, mit Kleidung kann ich dich zuwerfen. Übrigens mit Kind wird der ganze Geldkram anders. Vor allen aber richtig viel lustiger!!!

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Thorsten
Mitglied

Hallo Heiko,

beeindruckende Leistung – Glückwunsch!

Hast Du denn einen Plan, ob Du das gesamte Vermögen im Immobilien-Bereich lässt? Oder planst Du irgendwann auch eine Art Diversifikation in andere Asset-Klassen?

Und gerade wenn Du von einem neuen “neuen Lebensabschnitt” schreibst und das Du bei den Immobilien “vieles selbst erledigen kannst”, würde mich in etwa Dein Zeitaufwand pro Monat für die Verwaltung interessieren!?

Viele Grüße
Thorsten

Gast
Heiko

Danke Dir Thorsten,
momentan plane ich keine Veränderungen, Aktien oder ETFs könnte ich mir auch nur in geringem Vermögensanteil vorstellen. Etwa so, wie es der Maschinist vorgeschlagen hat, zur Ausnutzung des Sparerfreibetrags. Das liegt daran, dass ich das Immobilienthema ganz gut im Griff habe, wie ich denke. Auf dem Gebiet kann mich nicht mehr viel schockieren, bei negativen Überraschungen kann ich durch eigenes Handeln gegensteuern. Andere Anlageformen sind mir da zu passiv, insbesondere wenn ich davon leben möchte.
Außerdem brauche ich etwas zum Anfassen und Anschauen, bei so einem Haus stellt sich nach getaner Arbeit so etwas wie Besitzerstolz ein, das kenne ich von Aktien, Gold oder Papiergeld überhaupt nicht.
Jetzt zur Kehrseite und dem zweiten Teil Deiner Frage: Wie ich oben schon irgendwo geschrieben habe, ist das Vermietungsgeschäft eher kapitalintensive Unternehmung als Geldanlage. Den Zeitaufwand pro Monat kann ich kaum abschätzen. Die letzten Monate waren sehr ruhig, in den Jahren davor hatte ich aber ständig irgendwelche Baumaßnahmen laufen. Abseits der Bautätigkeiten sind Mieterwechsel besonders zeitintensiv. Zur Reduzierung des Arbeitsaufwandes wäre es sinnvoll, sich auf ein großes Objekt anstatt viele kleine zu konzentrieren, das ist aber in der Vermögens-Aufbauphase kaum möglich. Dann könnte man besser delegieren an Hausmeister, Makler, Hausverwaltung, Steuerberater. Senkt aber auch die Rendite massiv. So wie ich es betreibe, schwankt der Zeitaufwand zwischen wenigen Stunden pro Monat und nahezu Vollzeit bei Baumaßnahmen.

Grüße in die Bundesstadt, Heiko

Gast

Spannender Artikel. Das hat er ja sehr gut hinbekommen. Das aktuell nicht die beste Zeit sein soll um Immobilien zu kaufen sehe ich ähnlich.

Sehr interessant finde ich den Aufbau des Portfolios über die Jahre gesehen.

Sehr lässig ist, das man mit 44 Jahren noch die Familie (Kinder) plant. Das wäre für eine Frau schon wieder schwierig in dem Alter.

Es gibt wohl 2 Wege die zu einem Vermögen führen, das eine sind Immobilien und das andere Aktien. Bei Immobilien ist es wohl mit weniger Risiko möglich.

Ich freue mich schon auf das nächste Interview! Viele Grüße aus dem Allgäu, Jens