Die Freiheitsmaschine macht blau – USA

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Heute macht sich der Maschinist wieder auf die Reise in seiner Reihe: Länderübersicht für finanziell unabhängige Menschen.

Nach der Costa del Sol in Spanien geht es heute auf die andere Seite des Atlantiks.

America The Beautiful!

Wer einmal durch die USA gereist ist, bemerkt die unglaubliche Schönheit dieses Landes. 2.500 Jahre alte Mammutbäume im kalifornischen Sequoia Park, Geysire, die Rocky Mountains. Dazu viele tausend Küstenkilometer an zwei Ozeanen in allen denkbaren Klimazonen.

Egal was das das Herz begehrt, die USA bieten für jeden Geschmack den passenden Wohnort!

 

Zusätzlich gibt es im Vergleich zu Europa dabei einige Bonuspunkte

Millionär Interviews gibt es dort nicht nur in der Freiheitsmaschine, sondern mit etwas Glück auch beim Plausch mit Deinem Nachbarn! Die Menschen dort sprechen über Geld und über Ihre Geldanlagen.

Einem aus eigener Anstrengung wohlhabend gewordenen Menschen wird applaudiert. Jemandem der gescheitert ist, wird zumeist ohne Häme eine neue Chance gegeben.

Verloren hat dort in den Köpfen vieler Menschen nur derjenige, der nicht mehr aufsteht.

Diese Glaubenssätze sind verantwortlich für die hohe Dynamik des Landes. Wenn mich jemand nach einer Einsatz-Zusammenfassung der USA im Vergleich zu Deutschland fragt, lautet diese:

Die Tiefs sind tiefer und die Hochs sind deutlich höher!

 

Du hast in Deutschland Erfolg und ein gutes Einkommen? Du hast Dir selbst Vermögen erschaffen und schaust generell positiv in die Zukunft? In den USA hättest Du mindestens das Gleiche geschafft. Wahrscheinlich aber noch schneller und auch mit mehr Unterstützung aus Deinem Umfeld!

Du denkst dagegen, dass der Kapitalismus die Quelle aller Probleme ist? Meckerst ständig, wie schlecht doch alles ist und Deine Mitbürger müssen mit Ihren Steuergeldern für Deinen Lebensunterhalt aufkommen?

In den USA wärst Du nicht in dieser Situation!

Entweder die Kombination aus mangelndem sozialem Netz und der Erfolg und die Ideen Deiner US-Mitbürger hätten Dich zu einem Umdenken bewegt (was sehr wahrscheinlich ist). Oder deine Behausung bestünde nun im Extremfall aus einem Pappkarton an einer Brückenunterführung, wodurch Du dann vielleicht auch aufwachst.

Dieses Konzept der deutlich spürbaren Konsequenzen des eigenen Handelns sieht für einen Mitteleuropäer manchmal brutal aus. Aber es ist auch ein großer Antrieb für die Menschen dieses wunderschönen Landes.

Und dieses weniger an Unterstützung und mehr an Eigenverantwortung setzt sich in anderen Lebensbereichen fort.

Im Supermarkt bekommst Du viele Medikamente frei zu kaufen, die in Westeuropa verschreibungspflichtig sind. Das Positive dabei ist, dass Du keine Zeit mit Arztterminen verlierst. Eigenverantwortung ist aber auch hier notwendig, um nicht durch Missbrauch im Extremfall in einer Medikamentenabhängigkeit zu enden.

Es gibt in den USA im Gegensatz zu Europa auch keine Limitierung, wie viel Zinsen Kreditinstitute von Menschen verlangen dürfen.

Wenn Du nicht mit Geld umgehen kannst, hindert dich dort niemand daran Kreditkarten mit 30% Sollzinsen oder noch krasser „Pay Day Loans“ mit umgerechnet mehreren hundert Prozent an Negativzinsen pro Jahr „in Anspruch“ zu nehmen.

Wenn Du also mit aller Kraft in den Überschuldungswahnsinn abgleiten möchtest – In den USA wirst Du nicht daran gehindert.

Oder Du hast gegen das Gesetz verstoßen? Großer Fehler. In den USA verblassen Werte wie Täter-Resozialisierung hinter Wörtern wie Opferschutz und auch hinter einem stärkeren Abschreckungsgedanken der Strafwirkung (wobei die Statistiken zeigen, dass dieses Konzept bei manchen Bevölkerungsgruppen nicht allzu gut funktioniert).

Wer mit diesen Punkten schon in Deutschland keine Probleme hat, muss sich aber auch dort keine Sorgen machen.

 

Wie sieht der Bereich Einkommen und Steuern aus?

Die USA sind das Land des Kapitalismus!

Für finanziell kluge Menschen gibt es in diesem Bereich deshalb deutliche Vorteile gegenüber dem deutschsprachigen Raum und auch den meisten anderen Ländern.

Wie hier schon geschrieben, sind die Gehälter in den USA durchschnittlich deutlich höher als in Deutschland oder Österreich und die Bundessteuern sind gleichzeitig geringer. Darüber hinaus hat die Trump Regierung die Steuersätze in diesem Jahr nun noch einmal gesenkt.

Zusätzlich gibt es als großen Vorteil steuerfreie Investitionskonten für die meisten Arbeitnehmer und Selbständige unter dem Begriff 401k. Angestellte können in den USA zum Beispiel im Jahr 2018 jährlich $18.500 unversteuertes Bruttogehalt in ein 401k Konto einbringen und dieses Geld dann steuerfrei an der Börse z.B. in passive Aktien ETF anlegen.

Vom Arbeitgeber gibt es meistens noch einen vierstelligen Dollar-Betrag an „Company Match“ oben drauf. Vermögensaufbau vom feinsten für diejenigen, die das Konzept dahinter verstehen und eine finanzielle Grundbildung besitzen!

Das so aufgebaute Vermögen kann dann ab dem 59.5 Lebensjahr entnommen werden (mit ein paar legalen Kniffen auch schon früher) und wird erst bei einer Entnahme versteuert. Die Steuersätze durchschnittlicher Einkommen sind in den USA aber so gering, das die Steuerbelastung auch dann oft nur im einstelligen Bereich liegt.

Viele Aktiendividenden und eine möglichst lange Haltedauer von Investments werden auch in normalen Aktiendepots generell noch einmal zusätzlich gefördert, indem nach einer Haltedauer von 12 Monaten eine noch niedrigere „Long Term Capital Gains“ Besteuerung gilt.

Im Endeffekt sind dadurch für eine finanziell unabhängige Familie, die von Dividendeneinkommen lebt, bis zu ca. $100.000 an Dividendeneinkommen (qualified dividends plus Freibeträge) auch in normalen Aktienanlagen komplett steuerfrei! Wahnsinn.

Aktienunternehmen oder Aktien ETF, die Ihren Sitz nicht in den USA haben, werden durch Steuerabkommen der USA mit den meisten dieser Länder, wie auch in Deutschland, mit 15% Quellensteuer belegt. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Aktienmarkt in den USA aber so groß, dass man zum großen Teil nur in den USA anlegen kann und diese Steuern damit zum großen Teil vermeidet.

Ich persönlich würde als Summe dieser Rahmenbedingungen in den USA mit einem Steuersatz von 0 bis maximal 5% vom passiven Einkommen planen. Damit sind die USA in unserem Ländervergleich das Land mit der geringsten Steuerbelastung für finanziell unabhängige Menschen mit Einkommen aus Kapitalerträgen.

Die Steuerbelastung ist effektiv sogar geringer als in Ländern die selbst überhaupt keine Steuern auf Auslandseinkommen erheben, wie zum Beispiel Malaysia, Uruguay, Panama und weitere.

Diese Länder haben im Gegensatz zu den USA selbst keinen wirklich großen Aktienmarkt.  Damit werden bei Anlage des Vermögens in den USA, Asien oder Europa selbst bei Ländern mit Steuerabkommen mindestens 15% Quellensteuern auf Aktiendividenden fällig. Wenn im Falle wie zum Beispiel Malaysia kein Steuerabkommen vorhanden ist, sind es sogar 30% Quellensteuer auf erzielte Aktiendividenden und andere Kapitalerträge.

Die Steueroase wird dadurch schnell zum Albtraum.

 

Lebenshaltungskosten

Generell kann man auf der Webseite „The Earth Awaits“ einen guten Überblick über die Lebenshaltungskosten in verschiedenen Ländern erhalten. Man kann dort auch in den Details einmal die Kaltmietkosten herausnehmen, falls man eine eigene Immobilie kauft.

 

Lebenshaltungskosten in den USA

Die USA sind noch deutlich mehr als Mitteleuropa ein diverses Gebilde und es gibt dazu keine pauschale Antwort. In Städten wie New York oder San Franzisko erreicht man sicher leicht das Doppelte bis Dreifache an Lebenshaltungskosten einer westdeutschen Großstadt!

Abseits der Zentren, im Landesinnern und auch bei meinen persönlichen Favoriten Florida, Arizona, Colorado oder den Carolinas sind die Lebenshaltungskosten dagegen vergleichbar mit Deutschland, wenn auch mit anderer Aufteilung.

Zum Beispiel gibt es einerseits in den USA meistens eine beträchtliche Haussteuer von einigen tausend Dollar im Jahr. Andererseits kosten PKW inkl. der Betriebskosten fast nichts und die Gebrauchtpreise sind dort deutlich geringer als in Deutschland, weil die Amerikaner fast alle neue Fahrzeuge finanzieren und diese dann nach drei Jahren mit riesigen Abschlägen in den Gebrauchtmarkt gedrückt werden.

 

Teilbereich Wohnkosten

Grundsätzlich sind die reinen Hausbaukosten in den USA deutlich geringer als im deutschsprachigen Raum, da der Markt nur gering reguliert wird und die Bauvorschriften (z.B. energetische Dämmung) deutlich niedriger sind. Da es in den USA auch viel mehr Platz als in Mitteleuropa gibt, sind abseits der Zentren auch die Grundstückspreise sehr niedrig.

Die USA haben als Ergebnis im Vergleich zu anderen westlichen Ländern im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen seiner Bürger die niedrigsten Hauspreise. Während man z.B. im oberen extrem Hong Kong ca. 40 Jahreseinkommen braucht um ein Apartment in dem Stadtstaat zu erwerben, sind es in den USA durchschnittlich weniger als vier Jahreseinkommen.

In den USA gab es im letzten Jahrzehnt wie auch in Spanien eine Immobilienpreisblase, die im Zuge der Finanzkrise platzte. Die Preise fielen bis zum Jahr 2012 und erholen sich seitdem wieder regional unterschiedlich.

Da der amerikanische Immobilienmarkt im Gegensatz zum deutschen oder spanischen Markt sehr liquide und transparent ist, lohnt sich in den USA deutlich öfter ein Immobilienkauf als Miete zu bezahlen.

Falls ich mit meiner Familie finanziell unabhängig in den USA leben werde, plane ich einen Immobilienkauf in Norden von Florida in Strandnähe. Der beste Schulbezirk in Nordflorida ist Ponte Vedra Beach. Eine schöne Immobilie mit 200m2 und vier Schlafzimmern kostet aktuell ca. $400.000. Dort wohnen einkommensstarke Berufsgruppen, die in Jacksonville arbeiten oder schon kein weiteres Arbeitseinkommen mehr brauchen.

Im Gegensatz zu Südflorida gibt es in Nordflorida fast keine Tornados, was sich deutlich an den Versicherungskosten für eine Immobilie zeigt. Außerdem ist es etwas weniger schwül im Sommer und in den deutschen Wintermonaten gibt es ein eher frühlingshaftes Klima mit knapp 20°C am Tag. Die Bevölkerung ist überwiegend europäischen Ursprungs im Gegensatz zu Miami und co., dass mittlerweile fest in lateinamerikanischer Hand ist.

 

Womit plant der Maschinist

Ich selbst plane bei abbezahlter Immobilie in Ponte Vedra Beach Florida mit ca. $40.000 Nachsteuerausgaben für uns zusammen. Das sind umgerechnet bei aktuellem Kurs ca. 33.000 € und damit weniger als an der Costa del Sol.

Die Gründe sind hauptsächlich die in den USA nicht vorhandenen Schulkosten, da die öffentlichen Schulen in Ponte Vedra Beach exzellent sind und meine Kinder fließend Englisch sprechen. Die kaum vorhandene Besteuerung auf (long term) Kapitalerträge verbessert die Kostensituation und reduziert damit das notwendige Vermögen noch einmal.

Notwendige Bruttoeinnahmen betragen damit also kaum mehr als $40.000.

Nach der seit 200 Jahren absolut dauerhaft sicheren 3% Entnahmeregel brauche ich dafür knapp $1.35M an investiertem Vermögen. Wenn ich diesen Schritt erst in einem Alter von 50 Jahren mache, kann ich auch mit ca. 3.3% jährlicher Entnahme planen, da die Zeit bis zum Start der gesetzlichen Rente und meiner kleineren Betriebsrente dann immer kürzer wird.

In Summe sind das für Nord-Florida also:
  • $1.35M investiertes Vermögen
  • $0.4M für das Haus in Strandnähe
  • $0.05M Kaufgebühren und Steuern für das Haus und ein gebrauchter PKW
  • Wenn meine Kinder nach der Highschool studieren, würde ich dafür in Summe max. ca. $100k in ca. 10-15 Jahren abzweigen. Die „In State Universitäten“ sind im Gegensatz zu den privaten Hochschulen in den USA deutlich günstiger. Zusätzlich erhalten viele Studenten je nach schulischer Leistung und eigener Anstrengung private und öffentliche Stipendien, die die Studienkosten noch einmal reduzieren.
Macht $1.8M notwendiges Gesamtvermögen (bei aktuellem Umrechnungskurs knapp 1.5M €).

Durch die sehr konservative 3% Entnahmeregel, spätere Rentenzahlungen und Nichtbetrachtung anderer möglicher Einkommen, sind in dieser Rechnung mehrere Sicherheitsfaktoren enthalten.

 

Schulen

Wie auch allgemein für die USA gilt hier im Vergleich zu Deutschland: Die Tiefs sind tiefer die Hochs viel höher.

Es gibt unglaublich schlechte Schulen in den USA, die eher einer Aufbewahrungsstelle ähneln. Diese schlechten Schulen befinden sich in Gegenden mit hoher Armut und vielen anderen sozialen Problemen. Der Grund ist, das in den USA ein großer Teil der öffentlichen Schulfinanzierung über die lokale Haussteuer läuft.

Dabei gilt: Hohe Haushaltseinkommen = Hohe Hauspreise = Hohe jährliche Steuerzahlungen an die Schulen = Hohe Schulqualität.

Als Ergebnis sind die öffentlichen Schulen in den wohlhabenden Bezirken oft sehr gut. In den Problemvierteln sind Sie dagegen auch schon einmal extrem schlecht.

Fürsorgliche Eltern mit ausreichendem Cashflow für den passenden Hauskauf suchen sich Ihre Immobilie dort deshalb hauptsächlich nach dem Schulbezirk aus um eine gute Bildung und einen guten sozialen Umgang sicher zu stellen. Direkte Schulkosten sind damit (wie in Deutschland) bei richtiger Auswahl niedrig.

Amerikanische Universitäten haben in Europa den Ruf sehr teuer zu sein. Das gilt jedoch hauptsächlich für private Hochschulen wie Harvard, Stanvord und co.

Die öffentlichen Universitäten, die bei richtiger Auswahl auch sehr gut sind, sind deutlich günstiger. Und wenn man innerhalb des Bundestaates studiert in dem die eigene Familie wohnt, sind die Kosten noch einmal deutlich reduziert. Ich plane deshalb mit ca. $50k Studienkosten pro Kind und ich würde diesen Betrag, dann in 10 bis 15 Jahren aus meinem Vermögen entnehmen.

 

Gesundheitssystem

Das ist in den USA die große Unbekannte. Das Gesundheitssystem der USA ist das teuerste der Welt. Einerseits werden nirgendwo auf der Welt so viele neue Medikamente und Therapien entwickelt wie dort und auch gute Gesundheitsleistungen angeboten.

Aber in diesen Genuss kommen zum Großteil nur Menschen, die eine Krankenversicherung haben.

Außerdem ist das gesamte System vergleichsweise uneffektiv, da die US-Pharmaunternehmen dort eine Art abgeschotteten Markt aufgebaut haben, in dem z.B. Reimporte von Medikamenten aus andern Ländern verboten sind. Dadurch können diese Unternehmen teilweise ein Vielfaches der europäischen Preise für Medikamente verlangen und die Gewinnspannen sind sehr hoch.

Als Zusammenfassung ist das gerade für die eigene Bevölkerung kein Glanzpunkt dieses Landes. (Für den Rest der Welt sieht die Sache wieder anders aus, da die in den USA aufwendig entwickelte Medizin, dann auch anderswo zur Verfügung steht).

Präsident Obama wollte dieses System mit seiner Healthcare Gesetzgebung „Obamacare“ verbessern. Er hat jedoch dabei hauptsächlich nur den Teilbereich „Staatliche Transferleistungen für Gering- und Normalverdiener“ überarbeitet. Diese Bürger erhalten nun deutliche staatliche Subventionen, wenn Sie eine Krankenversicherung abschließen. Die Gesamtkosten des Gesundheitssystems sind weiterhin sehr hoch.

Interessanterweise zählt für die Subventionsberechnung im Gesundheitsbereich nur das laufende Einkommen eines Bürgers, nicht aber sein Vermögen! Das Ergebnis ist, das aktuell finanziell unabhängige Menschen mit siebenstelligem Depotvermögen nur sehr geringe Krankenversicherungskosten in den USA haben.

Präsident Trump möchte dieses Subventionssystem deutlich ändern. Bisher hatte er damit noch keinen Erfolg. Ich würde mich einerseits nicht darauf verlassen, dass das so bleibt aber es wird aus der Bevölkerung auch deutlichen Wiederstand geben, die Subventionen einfach ersatzlos zu streichen.

Es wird also wahrscheinlich auf einen Mittelweg zwischen Subventionsreduzierung und Kostenoptimierung der Medikamente hinauslaufen.

Menschen ab 65 Jahren haben in den USA Anspruch auf die staatliche Medicare Versicherung (Vergleichbar mit der deutschen Krankenversicherung der Rentner). Die Versicherungskosten im Alter sind damit überschaubar. Grundvoraussetzung zum Erhalt der Medicare Leistungen sind allerdings in Summe zehn Jahre Einzahlungen in die Amerikanische Social Security Versicherung (40 Punkte Regel).

Die Einhaltung dieser Regel kann man allerdings bei einem späteren Zuzug auch zum Teil durch ein kleineres selbständiges Einkommen erreichen, um in Summe auf diese 40 Punkte zu gelangen (zum Beispiel durch einen Internetblog oder Beratertätigkeiten).

In Summe würde ich den Punkt Krankenversicherungskosten in den USA aufgrund der wackeligen Gesetzeslage zwar als Risikoposition bezeichnen aber auch nicht als etwas, was man nicht mit etwas Planung und Flexibilität meistern kann.

 

Lebensqualität

Ozeane, Klimazonen, Landschaften. Die USA hat für jeden das Passende zur Auswahl.

Positiv sind Klima, Meer, Platz, gute Infrastruktur und saubere und sichere Umgebung an meiner Wohnortwahl. Dazu vergleichsweise günstige und schöne Immobilien und interessante Menschen.

In Florida fehlen mir als einziges die Berge und generell ein wenig die europäische Kultur. Berge gäbe es auch in Kalifornien aber dieser Staat ist betreff Steuergesetzgebung und der allgemeinen Lebenshaltungskosten deutlich teurer.

 

Chancen

Die USA sind eine einzige Chance!

Nirgendwo ist es so einfach ein eigenes Unternehmen zu gründen, den Job zu wechseln oder generell etwas Neues zu machen.

Du bist gescheitert? Ok, das heißt Du hast etwas Neues gelernt. Du willst was Anderes machen? Cool, lass uns schauen was geht.

Geschenkt wird einem natürlich auch nichts. Harte Arbeit ist auch hier notwendig. Aber im Gegensatz zu vielen Ländern in Europa, sieht und spürt man hier, das man selbst seines eigenen Glückes Schmied ist.

Kindern wird hier früh beigebracht, durch einen Nebenjob selbst erste Erfahrungen zu sammeln und etwas Geld zu verdienen.

Investieren, Aktien und co. werden zumeist als etwas Gutes wahrgenommen und diese Themen sind zumindest bei der gebildeten Schicht Basiswissen.

 

Kommen wir damit zur abschließenden Gesamtbewertung USA und hier speziell Nordflorida für finanziell freie Menschen vom Maschinisten (0-10 Punkte System):

 

    • Steuern: 10 von 10. So gut wie keine Steuern auf Kapitalerträge und Dividenden aufgrund Long Term Capital Gain Gesetzgebung, steuerfreien Investitionskonten (401k) und generell sehr steuergünstige Gesetzgebung. Selbst in Steueroasen ist der effektive Steuersatz im Endeffekt oft höher als in den USA, da sich dort meistens Quellensteuerzahlungen an andere Länder nicht vermeiden lassen.
    • Lebenshaltungskosten: 7 von 10. Die USA können so günstig oder auch teuer sein, wie man es macht. Die Umgebung von Ponte Vedra Beach Florida ist z.B. vergleichbar mit einer westdeutschen B-Stadt. Finanzielles Risiko sind hauptsächlich die Gesundheitskosten durch Modifizierung der Obamacare Gesetzgebung. Der Rest ist gut planbar.
    • Lebensqualität: 9 von 10. Für den Maschinisten ist das eine weitere Toplokation. Nur Nebensächlichkeiten würden dort meinen Genuss beim Surfen am Strand, Grillen auf der Veranda, Restaurieren meines Muscle Cars, Musikmachen mit Gleichgesinnten oder beim Feiern mit Freunden stören.
    • Chancen: 10 von 10. Bei Auswahl eines Lebensortes mit guten Schulen und erfolgreichen Mitbürgern liegt der eventuelle Mangel an Chancen in den USA hauptsächlich an einem selbst.

 

Das einzige Haar in der Suppe könnte in der Argumentation liegen, dass Nordflorida von der Wirtschaftsaktivität nicht mit dem Silicon Valley in Kalifornien oder dem Fairfax County in Virginia vergleichbar ist.

Das Thema heißt dann eher Geoarbitrage: Verdiene Dein Geld in einer Gegend mit möglichst hohen Gehältern und genieße Deine Finanzielle Freiheit anschliessend in einer Umgebung mit geringen Lebenshaltungskosten. In den USA geht das perfekt.

 

Das war der zweite Teil der Länderauswahl für finanziell unabhängige Menschen – Die USA.

Wer mehr über Florida und den Südosten der USA lesen möchte, wird hier fündig.

Plant Ihre einen Urlaub oder eine Reise? Bei AirBnB gibt es weltweit Millionen von Häusern, Apartments oder einzelnen Zimmern von privaten Anbietern. Durch das vorhandene Bewertungssystem kann man wie bei Ebay einfach sehen, welche Anbieter vertrauenswürdig sind und was andere Reisende dazu sagen.

Wenn Ihr euch über diesen Link registriert, erhaltet Ihr 30 € Reiseguthaben!  Die Freiheitsmaschine bekommt dann zusätzlich $20 und kann endlich wieder Geld in einer neuen Aktion verschenken).

 

Habt Ihr selbst Länder, die Ihr nach dem Erreichen eurer finanziellen Unabhängigkeit besuchen oder in denen Ihr einmal Leben wollt? Habt Ihr euch schon Gedanken gemacht, wie euer Leben dort aussehen könnte? Dann schreibt dem Maschinisten eure persönlichen Wünsche, Träume oder Länderinformationen unter maschinist@freiheitsmaschine.com.

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16 Kommentare auf "Die Freiheitsmaschine macht blau – USA"

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Gast

Hallo Maschinist – ich wieder mit Überlegungen zur Krankenversicherung! 🙂 Ich frage mich nach dem Artikel wie es sein kann, dass in einem Land, das eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt hat, es ausreicht 10 Jahre lang einen Nettoverdienst von rund 5000 USD erwirtschaftet zu haben, um ab 65 eine ausreichende KV (zu einem akzeptablen Preis) zu erhalten. Da kann doch etwas nicht so recht stimmen, oder doch? Ich habe zwar etwas gegoogelt, aber sich in ein fremdes KV-System einzuarbeiten braucht wohl etwas länger … – hattest du hierzu schon soweit recherchiert, um auf grobe voraussichtliche monatliche Beiträge zu kommen? VG! “Gast”

Gast

Schöner Artikel wie immer 😀
In Deutschland bist du nicht was du leistest, sondern welche Zertifikate du hast. Leider. Die schlausten Köpfe hab ich auf der Sonderschule kennen gelernt, da war es entweder das Umfeld (Eltern etc) oder das Zwangssystem in welches sie nicht reingepasst hatten.

Mir hatte der Berufsberater in der 8. Klasse als Jobaussicht eine ABM in Aussicht gestellt, eigentlich müsste ich ihm dankbar sein, als ich ihm entgegnete, dass ich Abitur machen werde, meinte er nur, dass ich zu dumm dafür wäre. Das war der Moment in dem Abitur zu mein Lebensziel wurde 😀

Zum Sozialsystem:
Grundsätzlich sehe ich die soziale Sicherung in DE aus 2 verschiedenen Sichten. Mir hat die starke Staatliche Intervention, als ich mit 13 ins Heim gehen musste, definitiv das Leben gerettet. In Bremen hätte ich nicht mehr lange gelebt. Also viel tiefer ging es eigentlich für deutsche Verhältnisse nicht. Nichts desto trotz müssten eigentlich schon viel früher die Alarmglocken bei dem Jugendamt angegangen sein.

Aber andererseits sehe ich auch diese extreme Ineffizienz im Sicherungssystem. 9.000€ und dann keine funktionierende Heizung über 2 Jahre. Die Heimleitung, also das Büro, haftet für keinen Fehler sondern nur die Betreuer. Die Mitarbeiter in der ersten Reihe, die dank der Gesetze sowieso schon mit einem Fuß im Gefängnis stehen. Überall wo es solche Haftungsverhältnisse gibt, passiert viel Schmu. Deshalb wird es auch schwer fallen unter 18 länger als 10 Uhr draußen zu sein.

Auch die Erfolgsqoute ist sehr gering. Es gab 2 Personen insgesamt aus dem Heim, die sich gut entwickelt hatten. Mindestens einer liest dein Blog 🙂
Vermutlich liegt es an dem Zwang der im System ausgeübt wird, in dem Eigenmotivation versucht wird zu verhindern.

Auch Psychologen, ich bin der Ansicht, dass die Meisten Bulshit-Artisten sind. Wir hatten im Heim immer einen begleitenden Psychologen. Dieser Berufsgruppe wird anscheinend beigebracht, dass man am Anfang die Kinder anlügen soll um Sympatie zu sammeln, welches ich strikt ablehne.
Psychologen sind wie Aspirin. Wenn du Kopfschmerzen hast, schmeißt du es ein und die Kopfschmerzen gehen weg. Aber wenn es jetzt nur daran läge, wie bei den Meisten, dass dein Rücken verspannt wäre? -> Man bekämpft mit der Wirkung aber seltenst die Ursache. Im übrigen steht diese Berufsgruppe nicht so drauf, wenn man sagt, das man mehr Eigenverantwortung haben möchte.

Oder eine andere Analogie. Du weißt ja, dein Umfeld ist Key.
Stell dir vor dein Umfeld ist, sorry für die Wortwahl, Scheiße. Also Du sitzt förmlich in ein Güllefass. Bis zum Hals drin. Der Psychologe wird dir sagen, dass du dich dran gewöhnen musst, das Leben sei einer der schwersten, dir im Extremfall Medikamente geben (ja dürfen nur Psychiater ich weiß) 😀
Anstatt dir aus dem Fass zu helfen, möchte dieser, dass du dich darin gut fühlst.
Natürlich sind nicht alle so (hoffe ich mal) 😀
Zu Gute halten muss ich dieser Berufsgruppe, dass sie trotzdem fachlich gut ausgebildet sind, also wenn du sie nach dem fachlichen Hintergrund der Entscheidung oder der Begründung fragst :), ich war schon immer wissbegierig 😀 Und das wir viele hatten die direkt nach dem Studium zu uns kamen.

Ich könnte hier wahrscheinlich noch den ganzen Abend schreiben, warum ich dieses Ineffiziente Sicherungssystem nicht mag. Davon das der ASD und das Jugenamt oft gegen einen Arbeiten und nicht mit einem und Dich gerne versuchen bedürftig zu halten. Zu welchen Preis erfolgt das Hedging in DE, das die tieferen Tiefs auffangen sollen?

Aus Investitionssicht bin ich bestimmt, trotz der hohen Kosten, ein Millionen Gewinn für den Staat 🙂 (Oportunitätskosten). Es schaffen aber nur die wenigsten.

Also die Heimzeit war das Beste was mir passieren konnte, aber die Ineffizienzen erregen dann doch meine Gemüter 🙂

Gruß,

Pascal

Gast

Hi Maschinist,

danke für den Artikel, gefällt mir sehr gut!

Hast Du Tipps, wie man am Besten die Auswanderung in die USA schafft? Habe den Eindruck, dass es im aktuellen System einer Lotterie gleicht (Greencard Lottery, aber auch für die Unternehmensvisa).

Mein Arbeitgeber hat zur Zeit leider nur wenig gut für mich passende Stellen in den USA. Darauf zählen, dass sich das ändert, will ich nicht.

Ich bin 30 Jahre jung, hab einen Top CV & Top Ausbildung (Ingenieur, Top MBA, mehrere Jahre bei Top Strategieberatung gearbeitet). Trotzdem habe ich den Eindruck, dass ich mit einer Direktbewerbung aufgrund des bescheuerten Visa-Systems wenig Chancen habe.

Bleiben mir neben Greencard Lottery und strategischem Arbeitgeberwechsel in Deutschland (mit der Hoffnung dann transferieren zu können) noch Optionen?

Ideas highly welcome 🙂 Danke!

Gast

Hier eine Buchempfehlung in diesem Kontext: https://www.caniretireyet.com/can-i-retire-yet-book/

Ich fand das zum Überdenken meines Ruhestandes sehr informativ obwohl mich die US-Spezifika nicht interessierten. Ist klar, verständlich und weder zu länglich noch zu knapp geschrieben.
Wertungen sind sehr neutral und nachvollziehbar gehalten. Besonders hilfreich finde ich die Ausagen und Überlegungen zum Ungang mit der Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen und die Lifeboat-Strategien falls Dinge nicht laufen wie geplant/erhofft.

Gast

Eine Sehr schöne Ecke mit hohem Freizeitwert: Strand, Golf ohne Ende, angeln, Bootfahren, Sport: Jacksonville Panthers, Nähe eines großen Flughafens, ein mildes Klima, wohnen wo andere Urlaub machen, usw. Respekt!
Ja, mir fehlen ein paar Renten-Punkte – die brauche ich. Ich muss schauen wie ich sie zusammenbekomme. Womöglich Sommerarbeiten in USA!

Gast

Jacksonville Jaguars, Carolina Panthers
😉

Gast

Sehr interessanter Beitrag, vielen Dank dafür. Ich habe selber einige Jahre in den Staaten “blau gemacht”, allerdings etwas weiter nördlich. Ich stimme dir zu, dass es vor allem die Glaubenssätze sind, die so komplett anders sind als hier bei uns in Deutschland. Der Erfolg des Nachbarn wird (in der Regel) nicht als Bedrohung oder Beleidigung aufgefasst, sondern als Ansporn und Ausdruck von Kreativität. In einem solchen Klima gedeihen Ideen und Geschäftsideen VIEL besser. Das hat meiner Meinung nach systemische Gründe (in Deutschland lohnt es sich leider finanziell sehr, für den Staat oder die EU zu arbeiten, vor allem, wenn du wenig leistungswillig und einfallsreich bist), aber auch mit der Geschichte der USA als Land der Pioniere zu tun. Ich frage mich nur, wie erfolgreich DT damit sein wird, das gesellschaftliche Klima zu vergiften. Bei meinem letzten Besuch vor einem Jahr hatte ich den Eindruck, dass viel von dem typischen Optimismus von Zukunftsangst abgelöst worden ist…

Gast

Expansion teams: alles nicht so einfach – entschuldige! Wie gehst Du vor wenn man ein Fleckchen Erde schön findest (was später vielleicht zum Hauptsitz sein könnte)? Wie lernt man es richtig kennen? Öfter Urlaub dort machen? Ausgedehnte Aufenhalte? Aufs gute Glück? Über viele Jahre erkundschaften? Ich finde die Romantik und die Realität unterscheiden sich manchmal gewaltig. Vielleicht das beste: hole so viel Information wie möglich ein, mache Erkundigungstouren, dann springe einfach ins kalte Wasser. Der Kulturschock kommt so oder so… Der Versuch ist es ja Wert. Ändert sich das mit steigendem Alter? Bequemlichkeit? Lieber nicht zu viel denken, oder….?