Deutschland oder USA – Falsche Frage

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Teile die Freiheitsmaschine

Deutschland oder USA beides tolle LänderDie Siebzigerjahre

  • Nur drei Parteien sitzen im deutschen Bundestag
  • Kanzler rauchen in Talkshows Kette
  • Der Maschinist erblickt in einem kleinen unscheinbaren deutschen Dorf das Licht der Welt.

Dort wächst er auf, bevor er für Studium und Job Dekaden später mehrmals innerhalb der Landesgrenzen umzieht.
Zuerst nur auf einigen Urlaubsreisen und nun die letzten fünf Jahre als Wohnort, lernt der Maschinist schließlich das Leben in den USA kennen und möchte Dir nachfolgend eine Perspektive über beide Länder geben.

Aber alles der Reihe nach.

Bevor wir uns in Details verstricken oder militante USA-Hasser wieder Ihre Keulen hervorholen gibt es:

Die Basics

Im Vergleich zu den meisten anderen Ländern dieser Welt sind beide Orte Weltklasse.

Wenn Du in einem von Beiden geboren bist, hast Du die wichtigste Lotterie des Lebens gewonnen, bevor Deine Zeit auf diesem Planeten überhaupt erst angefangen hat.

Um Dein Dasein in Deutschland oder in den USA zu ruinieren, musst du Dich wirklich schon sehr „anstrengen“. Oder Deine Eltern mussten es noch „härter“ versuchen und Dich mit Ihnen herunter ziehen.

Ansonsten ist es wirklich schwierig, in beiden Ländern kein gutes Leben zu haben.

  • Du glaubst mir nicht?
  • Dein Leben ist schlecht?
  • Zu viele Sorgen?
  • Dein Chef hat Dich angemotzt oder Dir keine Gehaltserhöhung gegeben?
  • Deine Frau liebt Dich nicht mehr?
  • Du kannst einfach nicht aufhören zu klagen?

Ok, Bürger der ersten Welt mit Sternchen – kein Problem.

Der Maschinist wird einfach seine menschliche Swap-Maschine rausholen und Dich mit einer anderen Person aus einem anderen Land austauschen.

Mh, wie wäre es zum Beispiel mit einem Weltbürger aus dem ländlichen China, Indien oder aus Zentralafrika.

Deine Chance, dort geboren zu werden war sowieso um ein Vielfaches höher als in einer westlichen Demokratie.

 

SWOOOSCH!

Weg bist Du.

Ok. Wen haben wir denn nun hier in der freien Welt vor uns?

Herzlich Willkommen!

  • Nein, du brauchst nicht vor Freude zu weinen
  • Bitte nicht vor mir knien
  • Hey, es gibt auch keine Notwendigkeit, die Maschinistenfüße zu küssen!

Jetzt beruhige Dich erst einmal.

Ich zeige Dir jetzt mal Deinen neuen Lebensort. Welche der atemberaubenden und beispiellosen Errungenschaften von 250 Jahren Kapitalismus möchtest Du denn als Erstes erleben?

Möchtest Du in einem neuen pfeilschnellen und sicheren PKW fahren oder lieber zuerst in der Erdatmosphäre fliegen und dabei einen Film schauen?

Nein, es ist nicht teuer.

Ein inländisches Flugticket kostet etwa ein Tagesgehalt.

Möchtest Du lieber eine wunderschöne und sichere deutsche Stadt mit tausendjähriger Geschichte besichtigen oder bevorzugst Du einen amerikanischen Nationalpark, wo Du Natur und gleichzeitig Komfort wie nirgendwo sonst erleben kannst.

Du willst studieren? Kein Problem.

Das ist in Deutschland so gut wie kostenlos und in den USA in den In-State Universitäten auch nicht besonders teuer und bietet Dir eine erstklassige Ausbildung mit nachfolgend hohem Gehalt.

 

Was für eine Freude, unseren Neubürger aus der Dritten Welt zu beobachten

Er erlebt diese Wunder der menschlichen Schaffenskunst und den gesellschaftlich stabilen Raum der ersten Welt zum ersten Mal.

Mit einem einfachen Ortswechsel haben wir sein vormals hartes Leben mit sehr begrenzten Möglichkeiten in Eines von überbordender Fülle und fast unlimitierten Chancen getauscht, die nun auf Ihn an jeder Ecke warten.

Ach ja, da war ja noch jemand… Du!

Nun leider auf der anderen anderen Seite unseres schönen Planeten.

Stimmt, Du hast jetzt wirklich einen Grund Dich zu beschweren.

Du hast es nicht so gemeint? Du hattest ja keine Ahnung?

Ok, der Maschinist kann Dich dort wieder rausholen aber Du musst mir eines versprechen

 

HÖR AUF ZU JAMMERN!

 

Schönes Gedankenexperiment.

Es sollte deutlich machen, dass Du in Deinem bisherigen Leben unfassbares Glück hattest.

Und das nur, weil eine amerikanische oder deutsche Flagge über Deinem Kopf weht.

Falls es noch irgendein klitzekleines Problem in Deinem Leben gibt, ist daran normalerweise nur eine Person schuld.

Diese Person siehst Du jeden Morgen im Spiegel.

Du brauchst Dich also nicht bei anderen Menschen über Deine Situation zu beschweren. Du kannst das ganz einfach mit Dir selbst klären.

 

Nachdem wir diesen Punkt erledigt haben, gehen wir ans Eingemachte.

Was sind die ganz besonderen Stärken beider Länder?

Klima und Landschaft

Über den Punkt brauche ich nicht viel zu schreiben.

Die USA gewinnt diesen Vergleich haushoch!

Warum? Ganz einfach:

  • Möchtest Du an einem tropischen Strand (Florida) leben?
  • In der Wüste (Arizona)?
  • Berge?
  • Mediterranes Klima wie in Südspanien (Südkalifornien)?
  • Kalte Winter oder keine Winter?

Falls Du es vermisst, kannst Du in Seattle sogar Deinen deutschen grauen Himmel mit Nieselregen und wenig Sonnenstunden haben.

Die USA haben fast alle Klimazonen in einem Land.

Trotzdem wird überall die gleiche Sprache gesprochen und man kann in jeder Ecke dieses wunderschönen Landes ähnliche Dienste und Komfort genießen.

In Deutschland gibt es auch Natur und schöne Landschaften. Aber selbst im kalendarischen Sommer kann man nie sicher sein auch wirklich sommerliches Wetter vorzufinden. Jeder der schon einmal einen Nordseeurlaub gebucht und dann die meiste Zeit davon im Apartment oder im Hallenbad verbracht hat, weiß wovon ich rede.

Aber wenn es dann wirklich einmal warm ist und die Tage lang, ja dann gibt es nichts was die Deutschen zurückhalten kann. Sie sind alle draußen und genießen die Sonnenstrahlen so lange Sie da sind.

 

Einkommen & Karrierechancen

Beide Länder genießen ein Wohlstandsniveau, das sich vor hundert Jahren niemand auch nur annähernd vorstellen konnte.

Im Vergleich beider Länder miteinander, haben die Vereinigten Staaten ein um ca. 20% höheres BIP nach PPP-Standard und darüber hinaus auch niedrigere Steuersätze auf Arbeitseinkommen (außer vielleicht in Bundesstaaten wie New York und Kalifornien mit Ihren zusätzlichen Steuern auf lokaler Ebene).

Die US-Bürger können dadurch statistisch über einen größeren Teil Ihres Geldes frei verfügen. Es gibt natürlich auf der anderen Seite auch weniger Sozialleistungen.

Nachdem ich das Glück hatte, in beiden Ländern zu leben, denke ich, dass ein guter Teil dieser höheren Gehälter in den USA auf die oberen ~30% der Einkommensbezieher konzentriert ist.

Wenn Du also Dinge kannst, die stark gefragt sind aber aktuell nicht genug Deiner Mitbürger beherrschen, kannst Du in den USA selbst als Angestellter absurd viel Geld verdienen.

Deutschland hat auch hohe Gehälter. Z.B. im Fahrzeugbau oder im Chemiegewerbe.

Aber diese hohen Gehälter werden durch höhere Steuern und durch einen Zustrom von anderen hochgebildeten europäischen Bürgern stärker gedämpft.

Darüber hinaus ist die US-Kultur viel durchlässiger in Bezug auf berufliche und lokale Veränderungen.

Sogar bei einem Fortune-500 Unternehmen, werden Angestellte vor dem Wochenende gefragt, ob sie nächste Woche in einer höheren oder neuen Position beginnen möchten.

Das ist unvorstellbar in Deutschland, wo eine Vielzahl von Seminaren, Genehmigungen, Lizenzen notwendig ist, um einen Karriereschritt in einem hiesigen Großunternehmen machen zu können.

 

Arbeitsplatzsicherheit

Dieser Begriff hat auf jeder Seite des Atlantischen Ozeans eine andere Bedeutung.

In Deutschland bedeutet er, dass Gewerkschaften, Arbeitsverträge und manchmal sogar politische Gegebenheiten dafür sorgen, dass Arbeitnehmer in größeren Unternehmen faktisch unkündbar sind, wenn Sie keinen kompletten Blödsinn machen, wie Dinge zu stehlen oder nackt im Büro herum zu laufen, womit wir wieder beim Hinweis zu Beginn dieses Beitrags wären.

Diese Beschäftigungsbedingungen gibt es manchmal auch noch in den USA als Beamter oder in einem alten Industriezweig.

Aber in den meisten US-Staaten gibt es mittlerweile „Right to Work“ Arbeitsgesetze, was nichts anderes bedeutet, als dass das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten zu jeder Zeit aus fast jedem Grund beendet werden kann.

Für die meisten Deutschen ist das ein angsterzeugendes Konzept. Aber es hat viele Vorteile für die Wirtschaft und erhöht die Flexibilität nicht nur für Arbeitgeber, sondern auch für Mitarbeiter.

Wer jederzeit gefeuert werden kann, bereitet sich erstens mehr auf diese Eventualität vor und hat zweitens auch weniger Skrupel, den eigenen Arbeitgeber seinerseits zu verlassen. Wenn die Wirtschaft gut läuft, ermöglicht dies deutlich mehr Aufstiegsmöglichkeiten und auch mehr Zufriedenheit, weil man nicht bei einem Arbeitgeber hängen bleibt, nur weil ein Wechsel ein mehr an „Unsicherheit“ erzeugt.

Persönliche Sicherheit

Sagen wir es so – Mit einem hohen Einkommen kannst Du in einer schönen und unglaublich sicheren Umgebung in den USA leben.

Du brauchst dabei weder nachts Dein Haus zu verriegeln, noch Dein Auto abzuschließen wenn Du zum Einkaufen gehst. Es wird Dir nichts passieren und die Nachbarn um Dich herum, bringen Dir Freundlichkeit und ein großes Grundvertrauen entgegen.

Das Gleiche gilt in vielen amerikanischen Kleinstädten, wo die Leute sich kennen.

Wenn das allerdings nicht gegeben ist oder Du aus Mangel an Geld in einer armen Gegend wohnst, gibt es definitiv unsichere Ecken, wo man vorsichtig sein muss oder am besten gar nicht hinzieht.

Dort sind dann auch die Schulen meistens schlecht und so kommt eines zum anderen.

Deutschland ist im Vergleich dazu mit ein paar Ausnahmen fast überall relativ sicher. Gewaltlose Verbrechen wie Autodiebstahl oder Taschendiebstahl häufen sich auch hier seit ein paar Jahren, aber echte Gewaltverbrechen sind im Vergleich zur USA selten.

Allgemeine Freundlichkeit

Auf diesen Punkt hat der Maschinist gewartet.

Als ich für eine multinationale Megacorp in den Vereinigten Staaten arbeitete, mussten die US-Angestellten die als Expats nach Deutschland transferiert wurden, an einem Seminar vor ihrem Umzug teilnehmen.

Der offizielle Titel hieß: „Kulturelle Unterschiede“. Aber es ging eigentlich darum, als Amerikaner mit der anfänglich deutschen Reserviertheit umzugehen und Sie nicht persönlich zu nehmen.

Als ich auf der anderen Seite als Deutscher in den USA ankam, war ich erstaunt wie freundlich die Amerikaner zu mir waren.

Jeder fragte: “Wie geht es Dir?” und zeigte mir dabei sein schönstes Lächeln.

Anstelle eines deutschen Kopfnickens oder falls man Glück hat, einem kurzen trockenen Hallo, gab es jede Menge Smalltalk und gute Laune.

Nach einiger Zeit habe ich dann gemerkt, dass meine US-Kollegen nicht wirklich wissen wollen, wie ich mich fühle. Es war meistens nur ein höflicher Austausch von Worten.

Aber dieses Procedere ist nach meiner Meinung trotzdem nett und es erleichtert gerade Neuankömmlingen den Einstieg.

Die Zeit, die es braucht, bis Du echte Freundschaften geschlossen hast, dauert im Endeffekt auf beiden Seiten des Atlantiks ungefähr gleich lange.

Ich habe nach einiger Zeit echte Freunde in den USA gefunden, genauso wie es in Deutschland passiert wäre.

Wenn Amerikaner schon einige Zeit in Deutschland gelebt haben und sich einmal an den eher trockenen Einstieg gewöhnt haben, sind Sie danach noch einmal überrascht wie warm und herzlich Deutsche sein können, wenn sie Dich einmal besser kennen.

Auf den zweiten Blick fühlen sich Amerikaner dann meistens auch in Deutschland sehr wohl.

Familienleben

Beide Länder bieten großartige Bedingungen für eine glückliche Familienzeit.

Ein deutsches Highlight sind ganz klar die sechs Wochen bezahlter Urlaub für fast alle Arbeitnehmer.

Dabei wird man oft sogar angewiesen doch bitte einmal jährlich einen durchgängigen Urlaubszeitraum von mindestens zwei Wochen ohne Unterbrechung zu nehmen.

Wenn amerikanische Arbeitnehmer das zum ersten Mal hören, trauen Sie Ihren Ohren kaum.

Auf der anderen Seite des Ozeans ist es normal, nur sehr kurze Urlaubszeiträume zu nehmen, damit es keine Unterbrechung der Arbeitsabläufe gibt. Aber auch, damit jeder den anderen zeigen kann, wie hart er doch arbeitet.

Das Konzept der „Batterie im Urlaub aufladen“ ist dort gänzlich unbekannt. Die deutsche Herangehensweise gefällt mir in diesem Bereich besser.

Als weiteren deutschen Pluspunkt kannst Du, falls Du einmal Nachwuchs bekommst, in Deutschland mit einer äußerst großzügigen finanziellen und zeitlichen Unterstützung rechnen.

12 – 14 Monate bezahlte Elternzeit für jedes neue Familienmitglied und eine garantierte Wiedereinstellung ab mittlerer Unternehmensgröße.

Dieses Konzept ist für Amerikaner wie von einem anderen Planeten. Dort gibt es einen Kinderfreibetrag für niedrige bis mittlere Einkommen. Der phased aber relativ schnell aus und das war es auch schon an staatlicher Unterstützung für den Nachwuchs.

In den meisten amerikanischen Unternehmen ist es immer noch ungewöhnlich, wenn ein Elternteil nach der Geburt mehr als 12 Wochen frei nimmt und diese Zeit ist dann normalerweise auch unbezahlt.

Wo die USA dagegen absolut glänzen, ist das ultrafreundliche Verhalten gegenüber Familien mit Kindern.

Geh einfach in Amerika in ein Restaurant und egal wie viel Lärm Deine Kinder machen, Du wirst freundlich behandelt und Ihr werdet mit Serices umgarnt.

Als Expat kannst Du auch sehr einfach neue amerikanische Freundschaften schließen, wenn Du mit Deiner Familie ins Land kommst. Eine Vielzahl von Barbeque Einladungen und Schwimmclub Aktivitäten prasseln auf Dich ein.

Amerikanische Gastfreundschaft at its best!

Und wenn Du aus Deutschland kommend denkst, dass zwei Kinder schon fast zu viel sind, wirst Du überrascht sein, dass viele Amerikaner drei, vier oder noch mehr Kinder haben. Sie sind sehr stolz darauf und Du wirst niemals Klagen darüber hören wie teuer das alles ist.

Und das alles ohne umfangreiche Sozialtransferleistungen wie in Deutschland.

Zusammenfassung

Beide Länder sind genial.

Also falls mir zu Ohren kommen sollte, dass Du in einem der beiden Länder herum jammerst, läufst Du Gefahr vom Maschinisten in die dritte Welt gebeamt zu werden.

Also reiß Dich zusammen und konzentriere Dich auf die nahezu unendlichen Chancen, die beide Länder bieten.

Wenn Du Dich anstrengst, wirst Du in Beiden ein fantastisches Leben haben. Eines, für das die anderen 90%+ der Weltbevölkerung so ziemlich alles tun würde, um die gleichen Möglichkeiten zu haben wie Du.

 

Wenn wir zu den Details kommen, sind in den USA nach meiner Erfahrung die Höhen des Lebens tendenziell höher und die Tiefen tiefer als in Deutschland.

Wenn Du also eher ein “High Achiever” bist, der für sich selbst sorgen kann, Fertigkeiten erlernt hat, die sehr gefragt sind und generell eine positive Einstellung zum Leben hast, dann lebst Du wahrscheinlich noch besser in den USA oder zumindest solltest Du dort einige Zeit verbringen.

Wenn Du dagegen eher Struktur, feste Prozesse, Sicherheit und Freizeit mit Freunden und Familie schätzt und Du die europäische Kultur liebst und Dich auch mitteleuropäisches Wetter nicht stört, dann ist Deutschland für Dich erste Wahl.

Das Beste an einem Umzug oder zumindest einem längeren Aufenthalt auf die andere Seite des Teiches ist für Dich persönlich sowieso das Geschenk einer neuen Perspektive.

Diese neue Erfahrung kann Dir niemand mehr nehmen. Du wirst dadurch als Person wachsen und das wird Dir für den Rest deines Lebens dienen.

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