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Revisited: Der Unterschied zwischen einem Schuldensklaven und einem Millionär besteht nur aus ein paar Gewohnheiten

 

Nachdem wir jetzt hier und hier Beispiele für einzelne Veränderungen und Ihre Auswirkungen beim Investieren aufgrund des Zinseszins-Effekt kennen gelernt haben, geht es jetzt ums Ganze.

Beginnen wir mit einer für manche Leser wahrscheinlich schmerzhaften Wahrheit: In Wirklichkeit sind fast alle Schuldensklaven, Normalos aber auch Millionäre selbst schuld an Ihrem Status! Ich hatte früher z.B. Arbeitskollegen mit sechsstelligen Einkommen, die über Ihre Schuldenprobleme klagten und andere, die mit mir über die Rendite Ihrer vermieteten Immobilien und den optimalen Investmentdepots fachsimpelten. Vergleichbares Einkommen aber ein völlig anderes Ergebnis. Machen wir uns nichts vor; ohne ein ordentliches Einkommen wird es schwierig und wie schon beschrieben ist Bildung die Basis dazu.

Der Unterschied zwischen Pleite und jemandem, der im Geld schwimmt, ist bei obiger Ausgangssituation aber viel kleiner als die meisten Menschen denken. Er besteht eigentlich nur aus ein paar Gewohnheiten!

Du glaubst mir nicht? Dann besuche mit mir zusammen Hr. Blank und Hr. Schlau:



Beide haben sich angestrengt, einen gefragten Beruf gelernt und legen nun los. „Kann kein großer Unterschied sein“, wirst Du sagen. “Beide verdienen ordentlich und werden ein gutes Leben haben, aber wahrscheinlich bis Mitte 60 arbeiten müssen.”

So, meinst Du?

Unterteilen wir das in zwei Bereiche. Vor und nach Familiengründung. Vor der Heirat leben Hr. Blank und Hr. Schlau beide für sieben Jahre als Junggesellen in der Stadt und lassen es sich gut gehen. Das Leben ist schön. Hr. Schlau bleibt erst einmal entweder in seiner alten Studien WG wohnen oder sucht sich eine Neue, wenn er umziehen muss. Er möchte in der neuen Stadt möglichst schnell viele Leute auch außerhalb der Arbeit kennen lernen. Hr. Blank hat keine Lust mehr auf den Kinderkram. Die WG-Zeiten sind vorbei, jetzt wird „gelebt“. So sieht das Ergebnis dann aus. (Hinweis: Alle Zahlen, inkl. Renditen sind inflationsbereinigt, so dass Sie direkt vergleichbar sind)

Budget1

Hr. Schlau weiß viele Sachen noch nicht; aber seine Eltern haben Ihm zum Glück vorgelebt, was man mit gespartem Geld macht. Man investiert es! Immer! Er hat noch nicht viel Erfahrung an der Börse und möchte sich zeitlich auch nur wenig damit beschaeftigen. Darum kauft er sich monatlich von seinen 1.400 Euro Sparbetrag als Dauerauftrag einfach einen einzigen passiven Index ETF, der die gesamte Welt abbildet, indem er mehrere tausend der größten Unternehmen der Welt beinhaltet. Er vergisst das Ganze dann und konzentriert sich auf seine Arbeit.

Hr. Blank genießt auch sein Junggesellenleben und hat eine gute Zeit. Sein Sparbetrag ist mit 200 Euro klein aber man lebt schließlich nur einmal, oder? Und seine Freundinnen fragen auch nicht nach Sparquoten, sondern bewundern sein schickes Auto. Nach sieben Jahren haben sich beide an Ihren Status gewöhnt. Hr. Blank‘s Wohnung wird Ihm auch langsam zu klein und er möchte genau wie Hr. Schlau nun außerdem heiraten.

Die zukünftige Frau Schlau, die zufälligerweise auch die ersten Jahre nach Berufsstart sparsam gelebt hat und deren Eltern ebenfalls finanziell gebildet sind, konnte jeden Monat 600 Euro sparen und hat das Geld ebenfalls in einen passiven Indexfond investiert. Frau Blank hat genau wie Hr. Blank dafür keine Zeit und Sie war eher interessiert an Hr. Blanks schicker Wohnungseinrichtung und den gemeinsamen Städtereisen am Wochenende mit Hotelübernachtung. Sie hat dadurch gar kein gespartes Geld vorzuweisen.

Als Herr und Frau Schlau bei der Hochzeitsplanung auch über Ihre Finanzen sprechen, stellen Sie verblüfft fest, dass Ihr gemeinsames Vermögen nach den jeweils sieben Jahren im passiven Welt Index ETF eine durchschnittliche jährliche inflationsbereinigte Rendite von ca. 5,5% nach deutscher Versteuerung der Dividenden hatte und damit zu ca. 200.000 Euro nach Steuern angewachsen ist. Nicht schlecht. Man könnte davon zum Beispiel eine 80% Finanzierung für ein riesiges Haus schultern, dass eine Million Euro kostet und alle beeindrucken. Aber die Schlaus‘s haben keine Lust auf riesige Häuser im Neubaugebiet und außerdem haben Sie mittlerweile Ihre Aktiendividenden lieben gelernt. Sie fragen sich jetzt, was möglich wäre, wenn man sich noch etwas mehr anstrengt…

Familie Blank dagegen schaut bei der Heiratsplanung auf den von Hr. Blank gesparten Betrag. Auf dem Girokonto gab es zwar 1% Verzinsung, aber das ist ja im Gegensatz zum Aktienmarkt vor Inflation. Die Rendite nach Inflation liegt nur mit Glück bei null, wahrscheinlich ist sie negativ. Aber sind wir gnädig und sagen dort liegen 17.000 Euro. Frau Blank hat noch nie so viel Geld auf einmal gesehen. Da hat Sie ja eine gute Partie gemacht. Von dem Geld kann man eine Super Hochzeit feiern und zusätzlich danach noch in die Karibik fliegen. Gesagt, getan! Die beiden haben ein paar schöne Wochen und die Freunde bewundern das “wohlhabende” Paar. Danach wird Ihr Mann auf einmal ein bisschen spießig. Er möchte jetzt unbedingt ein eigenes Haus haben. Für die Kinder und so. Außerdem reden seine Kollegen im Job von nichts anderem mehr und es scheint einfach schlau zu sein, sein Geld in Beton anzulegen.

Hr. Blank schaut sich um. Die Hauspreise sind in den letzten Jahren ganz schön angezogen. Für ein ordentliches Haus braucht er 500.000 Euro. Wer hat schon so viel Geld…? Die Blanks haben jedenfalls nach Hochzeit und Flitterwochen keins mehr aber zum Glück bietet Ihnen Ihre Hausbank einen Kredit mit 100% Finanzierung an. Hr. Blanks Arbeitgeber hat einen erstklassigen Ruf und sein Job ist bombensicher. Nach kurzer Überlegung kaufen die Blank‘s das Haus vollfinanziert. Die Kollegen beglückwünschen Ihn zu seiner Entscheidung.

Die Schlau‘s sind auch auf Wohnungssuche. Die WG Zeit war superklasse aber ein bisschen Platz braucht es jetzt schon, besonders wenn bald Kinder kommen. Beim Vergleich zwischen Kaufen und Mieten stellen die Schlau’s fest, dass sich ein Hauskauf in Ihrer Gegend überhaupt nicht lohnt. Die Zinsen sind zwar auf Rekordtief aber ein Haus kostet in Ihrer Stadt über 30 Jahresmieten. Sein Bankberater versucht Ihn zu einer Hausfinanzierung zu überreden aber Mieten ist viel günstiger. Außerdem hat er genug Stress im Job. Er will am Wochenende nicht noch Hauspflichten übernehmen. Die Schlau‘s schauen sich auf dem Mietmarkt um und finden dort zufälligerweise Hr. Blanks Wohnung. Die ist in einem super Zustand! Hr. Blank überlässt Ihnen sogar die Küche und das komplette Wohnzimmer für kleines Geld. Das ist für sein neues Haus alles viel zu klein. Unglaublich, dass jemand noch Geld für fünf Jahre alte Möbel bezahlt, meint Hr. Blank.

Die Blank’s ziehen glücklich in Ihr neues grosses Haus. Der Zins für den Kredit ist mit 3% dann zwar doch höher als erwartet, weil eben kein Eigenkapital da war und so können sie sich nur eine 1% Tilgung leisten. Das macht insgesamt 1.666 Euro im Monat fuer Zins und Tilgung; weitere 133 Euro an Versicherungen und Haussteuer sowie 200 Euro monatlicher Nebenkosten. Die Kollegen meinen, das klappt schon, schließlich wurde sein Gehalt jetzt ja auch erhöht.

Ok. Die Blank’s und die Schlau‘s sind in einem neuen Lebensabschnitt. Schauen wir uns die Kosten an:

Budget2

Die Blank‘s müssen jetzt beim Urlaub sparen. So ein Mist! Aber das Haus beansprucht sowieso viel Zeit am Wochenende. Aber zumindest haben Sie jetzt mit der Immobile eine gute Altersvorsorge. Oder?

Den Schlau‘s gefällt es gut in der neuen Mietwohnung. Alles ist zu Fuss oder mit dem Fahrrad erreichbar. Die Kinder, die nun kommen, müssen sich ein Zimmer teilen. Aber es scheint Ihnen nichts auszumachen. Die Schlau‘s genießen weiter Ihr Stadtleben. Der Sparbetrag von monatlich 2.000 Euro wird automatisch vom Konto abgebucht und natürlich direkt investiert. Manchmal denken Sie monatelang nicht daran.

Die Kinder beider Familien wachsen. Die Ausgaben steigen bei beiden ein wenig aber es gibt auch zwei Lohnerhöhungen für beide. Die Jobs laufen gut.

Frau Blank ist angenervt, dass Sie jetzt öfter wegen des Geldes streiten. Wenn Sie sich jetzt noch nicht mal neue Schuhe kaufen kann, hat Sie bald keine Lust mehr. Hr. Blank ist auch ganz schön gestresst in letzter Zeit. Der Job verlangt gerade viele Überstunden. Er würde gerne mehr Arbeit am Haus fremdvergeben aber es ist irgendwie kein Geld mehr übrig am Monatsende. Also muss er alles selbst machen.

Sieben Jahre nach der Heirat, ziehen die Schlau‘s jetzt doch noch einmal um. Das große Kind möchte ein eigenes Zimmer. Ok, wird gemacht, die nun 200 Euro höheren Mietkosten bezahlt die letzte Gehaltserhöhung. Hr. Blank bekommt die gleiche Erhöhung. Er ist weiterhin gestresst. Es bleibt kaum Zeit für Ihn selbst. Der Job, das Haus, die Kinder und dann noch dauernd der Streit ums Geld. Hr. Blank hat die Nase voll. Von den 200 Euro mehr an Gehalt least er sich nun einen BMW anstatt seines Passats. Wow! Die Nachbarn staunen. So “wohlhabende” Leute! Und auch die junge Praktikantin lächelt Ihn jetzt deutlich öfter an. Gute Entscheidung, sagen seine Kollegen. Genieße einfach das Leben!

Die Jahre vergehen. Die Blank‘s und die Schlau‘s leben jetzt seit 15 Jahren in Ihrem Haus, bzw. in Ihrer Wohnung. Das älteste der jeweils beiden Kinder macht immer mehr Sachen alleine und langsam wird es fast schon Zeit über die Zeit nach dem Auszug der Kinder nachzudenken.

Beide Familien machen Kassensturz. Die Blank‘s waren 15 Jahre mit Zins und Tilgung Ihres Hauskredites beschäftigt. Der Hauswert ist absolut betrachtet um 30% gestiegen. Wow, Wahnsinn! Was für eine gute Entscheidung das Haus zu kaufen. Oder? Leider sind 25% davon nur ein Inflationsausgleich gewesen. Real ist der Wert nur um 5% in 15 Jahren gestiegen (und damit haben die Blank’s historisch betrachtet noch Glück gehabt).

Die Blank‘s haben also ca. 95.000 Euro getilgt. Die Restschuld beträgt reale (405.000 x ~0,83 (wegen Inflation) = 335.000 Euro und der Hauswert nun reale 525.000Euro. Wow; Familie Blank hat 190.000 Eigenkapital; so ein Wahnsinn. Reiche Leute! So eine smarte Entscheidung das Haus zu nehmen. Hr. Blank fühlt sich wie ein Genie…

Die Schlau‘ s denken nach 15 Jahren auch mal wieder an Ihre monatlichen Abbuchungen und dem automatischen Invest in einen Welt Index ETF. Die Börse ging zwischendurch auf und ab. Es gab sogar einen richtigen Bärenmarkt zwischendurch und die Kurse waren kurzzeitig um 40% eingebrochen. Aber die monatlichen Einzahlungen liefen weiter Die Kurse haben sich (wie immer seit 200 Jahren) wieder erholt. Die Schlau’s sind das mittlerweile gewohnt. Immer diese Panik und dann wieder ein Hype. Die meiste Zeit war er sowieso mit seinem Job beschäftigt und mit seiner Familie. Die Kinder meckerten manchmal, dass die anderen Schulfreunde viel grössere Häuser hätten und manchmal war Ihnen auch das Auto ein bisschen peinlich. Ein sieben Jahre alter Golf… Aber am Wochenende hatten Sie immer viel Zeit füreinander. Die Eltern wurden mit jedem Jahr irgendwie entspannter und die Kinder beobachteten auch, dass Ihr Vater kaum noch Stress im Job zu haben schien. Irgend etwas schien Ihn zu beruhigen.

Das was Ihn und seine Frau wahrscheinlich beruhigte waren: DIE MITTLERWEILE EINE MILLION EURO AUF DEM KONTO im Alter von 47 Jahren mit einem Startkapital von null Euro im Alter von 25! “Witzig”, dachte Hr. Schlau. Ich bin Millionär und niemand sieht es mir an. Meine Kollegen machen manchmal sogar Witze, dass wir immer noch in einer Mietwohnung leben.

Die Schlau‘s waren also jetzt Millionäre. Sie überlegten kurz aber die nächsten fünf Jahre blieb Hr. Schlau noch in seinem Job. Es machte Ihm oft immer noch Spass. Um seinen Stress zu reduzieren, fragte er bei einer guten Gelegenheit nach einem Abteilungswechsel in die Qualitätssicherung, in der es deutlich ruhiger zuging. Hr. Schlau fragte aufgrund des eigenen Vermögens als Sicherheit mit einer solchen Ruhe und Bestimmtheit, dass sein Wunsch ohne Probleme erfüllt wurde.

Nach diesen weiteren fünf Jahren machte auch das jüngere Kind sein Abitur und zog in eine andere Stadt zum Studieren. Das Geld ließen die Schlau‘s während dieser Zeit weiterhin im Indexfond wachsen. Von den 2.000 Euro monatlichen Sparbetrag kauften Sie sich in der Zeit aber fünfjährige Unternehmensanleihen und sogar einen Junk Bond ETF mit in Summe drei Prozent Zinsen nach Inflation, damit dieser Betrag nicht den gleichen Börsenschwankungen unterlag. Die Schlau‘s hatten nämlich den Plan sich in Südspanien am Strand eine Immobilie zu kaufen. Die Million im passiven Index ETF wuchs durch 5 Jahre weitere Dividenden und Kurssteigerungen auf fast 1,4 Millionen Euro. Zusätzlich wurden die Anleihen jetzt fällig. Das waren versteuert weitere 127.000 Euro geworden.

Hr. Schlau sprach mit seinem Chef nun in einer ruhigen Minute über seine Situation. Er hatte seine Arbeit immer gemocht, aber er möchte jetzt mehr Zeit für sich selbst haben und finanziell geht es Ihnen gut. Der Chef war verblüfft aber alle trennten sich im Guten.

Für die Finca haben die beiden dann fast 400.000 Euro in bar bezahlt. Herrn Schlau war das zuerst peinlich aber seine Frau meinte, dass Sie viele Parties dort feiern können und die Kinder kommen so bestimmt auch lieber zu Besuch. Die ca. 30.000 Euro Nachsteuer- Dividendeneinahmen, die die beiden von Ihren verbliebenen 1,15 Millionen Euro jährlich erhalten, können Sie fast gar nicht ausgeben. Ohne die Arbeitsausgaben und die Pendelei brauchen Sie weniger Geld als erwartet. Außerdem kommt in 15 Jahren mit 67 die gesetzliche Rente hinzu. Überflüssiges Geld. Aber Sie werden den Kindern und Enkel eine Freude machen, nachdem diese gelernt haben wie man mit Geld umgeht.

Die Schlaus‘s verbringen die nächsten 30 Jahre also in Ihrer Finca am Strand und genießen Ihr Leben. Die Kinder und Enkel kommen oft zu Besuch. Das weiterhin “In der grössten Wohlstandsmaschine aller Zeiten” investierte Vermögen von 1,15 Millionen Euro, schwankt zwar wie immer hin und her aber wächst durch die Kursteigerungen durchschnittlich real weiterhin leicht an und die Finca behält auch Ihren Wert. Durch die Rente ab dem 67 Lebensjahr fassen die Schlau‘s noch weniger von den Dividendenzahlungen an. Das Geld kommt Ihnen fast aus den Ohren heraus und Hr. Schlau sieht ein, dass er wahrscheinlich einige Jahre zu lange gearbeitet hat. Er überlegt kurz, sich einen teuren Sportwagen zu kaufen aber das passt einfach nicht zu Ihm und es wird ein gebrauchtes Cabrio. Dafür bezahlt er für zwei Nachbarkinder ein Schulstipendium, nachdem er sieht, dass deren Eltern sich finanziell übernommen haben.

Und was ist mit den Blank‘s?

Nun ja, Hr. Blank geht weiterhin jeden Tag arbeiten. Bis zu seinem 67.ten Lebensjahr. Der Stress im Job war gerade in den letzten Jahren fast unerträglich. Er hatte keinen Spaß mehr daran aber musste trotzdem weiter hingehen und den überwiegenden Teil seiner Lebenszeit dort verbringen. Die Tilgungen für das Haus waren weiterhin fällig und weil er so nervös war, wurde er sogar einmal wegen Unkonzentriertheit abgemahnt.

Frau Blank hatte das Gestreite ums Geld irgendwann satt. Sie stritten sich über Ihre Anwälte einige Zeit um das Haus und wer die Kinder wie oft sehen kann. Die Bank hatte irgendwann auch genug und versteigerte es. Jeder von beiden bekam schließlich 80.000 Euro aus dem Verkauf und Hr. Blank kaufte sich davon einen gebrauchten Porsche und ein kleines Boot. Die Praktikantin aus der Firma fuhr nun auch gerne mit Ihm mit und tröstete Ihn. Durch die geänderte Steuerklasse und den Unterhalt für Frau und Kinder konnte Hr. Blank auch weiterhin nichts sparen. So arbeitete er bis zum Erhalt der gesetzlichen Rente weiter und meckerte während seiner gesamten Restlebenszeit über die geringe staatliche Rente und wie unfair doch alles ist…

🙂

Eine erfundene Geschichte; ich weiss. Aber wenn Ihr euch in eurer Umgebung oder vielleicht sogar bei euch selbst umschaut, bemerkt Ihr wahrscheinlich viele Schlau’sche oder Blank’sche Verhaltensweisen. Einfache Gewohnheiten eben, die kurzfristig keine grossen Auswirkungen haben aber langfristig im deutschsprachigen Raum in Summe den gesamten Unterschied zwischen pleite und vermögend ausmachen und damit auch zwischen “abhängig & gestresst” und “frei & finanziell unabhängig”.

Das Beispiel zeigt auch, dass fast jede fleißige Familie mit einem gefragten Beruf und einem sparsamen Verhalten ab ca. mitte/ende 40 im deutsprachigen Raum finanziell unabhängig sein kann und das ohne Erbschaft. Mit einem Supermann-Einkommen wie es Zehntausende in Deutschland haben, geht es sogar noch früher. Wer mit einem gefragten Beruf in die Schweiz oder in die USA auswandert und schlau ist, schafft es auch eher. Selbst wer weniger stark Sparen und Investieren möchte oder kann oder erst deutlich später damit anfängt, hat zumindest einen völlig stresslosen Ruhestand ab z.B. mitte/ende 50.

Es wird auch deutlich, dass viele Menschen es schaffen diesen wahnsinnigen und riesigen Geldfluss komplett auszugeben und einfach nicht merken, was Sie Ihrem zukünftigen Ich damit eigentlich antun! All diese Ausgaben und das Nichtinvestieren werden als “normal” empfunden. Und das nur, weil es viele Mitmenschen um einen herum auch nicht anders machen. In unserem Beispiel ging bei Familie Blank ja noch nichtmal etwas richtiges schief. Es gab keine Krankheiten und auch keine Entlassungen. Ab Mitte 50 gilt man in Deutschland leider immer noch als schwer vermittelbar. Das ist ein Spass, wenn man dann noch Schulden hat und die Immobile plötzlich nicht mehr veräusserbar ist, weil durch die Pleite des Arbeitgebers die ganze Umgebung betroffen ist. Das sind Lebensdramen, die sich mit ein paar einfachen Regeln vermeiden lassen.

Bring Dich selbst nicht in eine solche Situation und tue Dir das nicht an! Du musst auf Dein späteres Ich gut aufpassen und jetzt an es denken! Es wird Dir dafür ewig dankbar sein! Wenn Du bisher eher wie Familie Blank gehandelt hast, schau auf Deine Einnahmen und Ausgaben. Fast die gesamte Verschwendung findet in den Bereichen Wohnen, Essen, Transport und Reisen statt. Mit ein paar einfachen Verhaltensänderungen kannst Du Dich auf einen völlig neuen Weg bringen. Der Weg heisst Wohlstand und bei ausreichender Sparquote und Zeit auch finanzielle Unabhängigkeit!

Die Feiheitsmaschine macht Dich frei!

 

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Best of Freiheitsmaschine: Der Unterschied zwischen einem Schuldensklaven und einem Millionär besteht nur aus ein paar Gewohnheiten

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12 Gedanken zu „Best of Freiheitsmaschine: Der Unterschied zwischen einem Schuldensklaven und einem Millionär besteht nur aus ein paar Gewohnheiten

  1. Wer schlau genug ist so einen Lebensstil wie den hier beschriebenen überhaupt nur umsetzen zu wollen, der kann sich so gut bilden, dass ausreichend hohe Gehälter bezogen werden, um einen Lebensstil wie Familie Blank leben zu können.

    Es für mich Luxus, nicht auf’s Geld achten zu müssen, sehr komfortabel leben und trotzdem ausreichend Geld jeden Monat investieren zu können.

  2. Toller Artikel und unglaublich inspirierend.

    Ich dachte immer, dass ich verschwenderisch lebe. Dass ich immer stärker sparen könnte. Ich stelle aber immer mehr fest, dass ich gar nicht so verschwenderisch bin, wie ich dachte. Da zeigt sich auch die eigene Psyche. Es lohnt sich das mal aufzuschreiben, dann sprechen die Zahlen für sich, ob man zu “Familie Schlau” gehört.

    Ich werde den Artikel in meinen nächsten Monatsfavoriten empfehlen, auch wenn es sich um eine aktualisierte Version handelt und der eigentliche Artikel älter ist. 😉

  3. Wenn ich diesen Artikel so lese, fühle ich mich mit meiner derzeitigen Sparrate direkt schlecht. Andererseits – und das sollte man auch nicht vergessen – geht meiner Meinung nach viel Lebensqualität verloren, wenn sich das Leben nur ums Sparen dreht und man auf Urlaube, Restaurants usw. verzichtet. Es mag engstirnig klingen, aber ich würde eher den Mittelweg einschlagen. Warum soll ich beispielsweise auf eine Vollkaskoversicherung verzichten?

    1. Ganz einfach, weil Du gelernt hast, dass ein PKW nur ein Konsumartikel und Geldgrab ist. Deshalb kaufst Du nur so viel “PKW” wie Du fuer Deinen sicheren Transport brauchst. Das heisst selbst fuer eine Familie reicht ein gebrauchter Kompaktwagen fuer ca. 5-10tsd Euro, der trotzdem viele Jahre kaum Reparaturen hat.
      Um diesen Geldbetrag abzusichern, brauchst Du natuerlich auch keine Vollkaskoversicherung, da Du diesen Geldbetrag im Falle des Falles einfach selbst aufbringen kannst. Versicherungen sind durchschnittlich immer ein Verlustgeschaeft fuer den Nehmer. Ansonsten wuerde das Unternehmen kein Geld verdienen. Versicherungen machen nur Sinn, wenn es darum geht, katastrophal hohe Schaeden abzusichern (Deshalb ist eine Privathaftpflichtversicherung eine gute Sache). Am sinnlosesten sind Sie bei ueberteuert gekauften Konsumguetern, die schnell Ihren Wert verlieren.

      Wie bei den Schlau’s sichtbar, geht es nicht um den generellen Verzicht. Es geht daraum, alles problemlos jeweils eine Nummer unter den eigenen jeweiligen Moeglichkeiten ablaufen zu lassen. Familie Schlau faehrt auch jedes Jahr in Urlaub. Nur halt nicht dauernd mit dem Flugzeug in die Karibik sondern meistens Pauschal dorthin wo es einen guten Gegenwert gibt.

      Dein Betrag impliziert, das ein eigenes grosses vollfinanziertes Haus generell gluecklicher macht, als ein Appartment und ein neuer PKW gluecklicher als ein gebrauchter. Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das nicht stimmt. Viele Menschen um mich herum in den USA haben 400m2 Heauser mit 4 Badezimmern und 2-3 SUVS in der Einfahrt. Das macht genausowenig dauerhaft gluecklich wie die deutsche Version.

      Langfristig gluecklich machen neben Gesundheit, Familie und Freunden ein moeglichst selbstbestimmtes Leben. Das heisst auch moeglichst viel Zeit so verbringen zu koennen, wie man moechte.

  4. Was für eine geniale Internetseite / Blog ist das denn???
    Warum finde ich denn so etwas immer zu spät?
    Als ich bereits in meinem ersten Ausbildungsjahr jeden Monat 50 Mark in Bundesschatzbriefe angelegt habe, weil es im letzten Jahr schier unglaubliche 8,75% Zinsen gab hat man mich belächelt. Und als ich dann im zweiten Ausbildungsjahr von meinen 480 Mark Ausbildungsvergütung auch noch zusätzliche 70 Mark in eine private Rentenversicherung mit 12 Jahren Laufzeit gesteckt habe mit der Idee: “Dann bekomme ich mit 30 schon Rente. Nicht viel, aber das summiert sich doch irgendwann.” da haben mir einige einen Vogel gezeigt.
    Das war 1986. Heute bin ich 48 Jahre jung und stehe ganz kurz vor meiner finanziellen Freiheit. So richtig traue ich mich gar nicht das genau durchzukalkulieren, denn möglicherweise habe ich die im Grunde schon erreicht.
    Bis hierhin war es ein weiter Weg mit vielen Höhen und Tiefen. Bundesschatzbriefe, Sparbriefe, Festgeld, vermögenswirksame Leistungen, Bonussparen, Aktienfonds, Rentenfonds, offene Immobilienfonds, geschlossene Schiffsfonds, Einzelaktien, Inhaberschuldverschreibungen, Optionsscheine, Derivate, Zertifikate, Bausparen, vermietete Immobilen, vermietete Ferienwohnungen, Selbständiges Handelsunternehmen, Zweitunternehmen als GmbH. Ich dachte ich hätte wirklich schon so ziemlich alles gesehen und selber ausprobiert, und dann kommen jetzt auch noch diese ETFs. Ich gebe zu: ich bin spontan angefixt und werde meinem Depot welche beimischen.
    Wenn Du Fragen an mich hast: Immer her damit. Ich habe ebenfalls so einige…..

  5. Ich hatte bereits 1986 als ich im zarten Alter von 16 meine Ausbildung als Kfz-Mechaniker begann eine Vision: Wenn ich nur genug spare, dann muss ich irgendwann überhaupt nicht mehr arbeiten.
    Wie kam es dazu, dass ein 17-Jähriger über so etwas nachdenkt?!
    Aus meiner Sicht ist die Erziehung hier der entscheidende Faktor gewesen. „Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!“ war ein Satz den meine Großeltern bereits meinen Eltern andauernd vorgebetet haben. Und auch meine Eltern haben mich bereits in ganz jungen Jahren dazu animiert den einen oder anderen „Heiamann“ (für die jüngeren Mitleser: Damit ist das gute alte silbern glänzende 5-Mark-Stück gemeint) nicht auszugeben, sondern auf dem ebenfalls guten alten Sparbuch zu sparen. Meine Mama nahm mich dann immer mit zur Sparkasse. Am Schalter hob Sie mich oben auf den Tresen und das von mir bis dahin gut gehütete Geldstück wurde dann am Schalter abgegeben und weil ich so brav sparen wollte als zusätzlicher Anreiz von meiner Mama beim Einzahlen mit eigenem Geld in einem feierlichen Akt verdoppelt.
    Boah, wie toll! Ich gebe 5 Mark ab und auf meinem Sparbuch stehen durch die Verdoppelung dann plötzlich 10 Mark. Zusätzlich konnte ich den Januar fast gar nicht abwarten, denn schon als Knirps wusste ich: Vom 31.12. bis zum 01.01. bekommen die Taler auf dem Sparbuch auch noch Nachwuchs. Zinsen nennen das die Erwachsenen. Erst waren das nur Pfennigbeträge, später dann mehr. Als dann irgendwann die Zinsen die magische 10 Mark Grenze überstiegen war ich vollends angefixt. Von ganz alleine wird das Geld soviel mehr wert wie ich sonst an normalem gesparten Taschengeld einzahlen kann. Und das jedes Jahr immer wieder. Da ich nie etwas abhob wurde der Zinsbetrag sogar immer größer – ich hatte den Zinseszins-Effekt entdeckt!
    Dann steckte ich mir das erste ehrgeizige Ziel: Ich wollte unbedingt 1000 Mark zusammenbekommen. Keine Ahnung warum, wahrscheinlich einfach weil die Zahl für mich damals so unglaublich hoch und abstrakt war. Ich gab so gut wie kein Taschengeld mehr aus (meine Eltern machten sich zu diesem Zeitpunkt schon fast Sorgen, weil ich so geizig war). Als es um mein Geburtstagsgeschenk ging und ich gefragt wurde was ich mir wünsche habe ich schon als Grundschulkind geantwortet: „Geld !“
    Nun machten sich meine Eltern ernsthafte Sorgen. Der Verdoppelungsvertrag wurde einseitig gekündigt. Damit konnte man mich jedoch nicht schocken, das Ziel einer 4-stelligen Zahl war bereits in greifbarer Nähe. Als es dann soweit war muss ich zugeben, war das doch recht enttäuschend, ja sogar ernüchternd für mich. Keine Fanfare beim Einzahlen, kein Konfetti was in der Sparkasse von der Decke fällt, noch nicht einmal ein Kommentar der sonst so netten und immer gut gelaunten Kassiererin. Nur auf dem Sparbuch-Ausdruck war nun eine längere Zahl als sonst. Ich war wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Meine Mutter muss mitbekommen haben dass ich auf dem Nachhauseweg irgendwie schlechter drauf war als sonst. Auf Nachfrage teilte ich ihr mit dass ich über die gesparten 1000 Mark zwar total stolz sei aber ich irgendwie mehr erwartet hätte. Ich hatte vorher mit meinen Eltern nie über mein Sparziel gesprochen, diese magischen 1000 Mark waren irgendwie mein Geheimnis.
    Gelernt habe ich daraus, dass man sich nicht auf irgendeine Zahl festlegen sollte. Das durchaus bei manchen Sparern geläufige Ziel „eine Million“ ist ebenfalls nur eine Zahl. Genauso abstrakt und anfangs nahezu unerreichbar scheinend wie die „1000 Mark“ für den kleinen Knirps. Und vermutlich sind die meisten am Ende bei Erreichen fast genauso enttäuscht wie ich damals. Vielleicht macht man sich einen Sekt auf und feiert die Zahl still für sich, aber am Ende ist es nur eine Zahl.

    Wenn Euch gefällt was ich schreibe, dann gibt es sicher in den nächsten Tagen eine Fortsetzung. Ich bin erst am Anfang meiner teils turbulenten Geschichte…..

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