Daytrading – Die Heroinabteilung des Finanzmarktes

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Es gibt eine dunkle Seite in der Finanzwelt. Sie wirkt wie die gefährlichste aller Drogen. Sie ist so dunkel und destruktiv, dass ich nicht mal meinem ärgsten Feind wünsche, damit in Kontakt zu geraten. Hunderte Broker (die man eigentlich besser Dealer nennen sollte) leben davon Sie zu Promoten und für Sie zu Werben. Sie wird als ungefährlich und einfach in der Handhabung dargestellt. Nach dem Einstieg (besser gesagt der Kontoeröffnung) gibt es genau wie beim Heroin am Anfang oft ein paar schöne Gefühle. Es sieht wie einfach zu verdienendes Geld aus. Doch mit der Zeit werden die User erst nervös, dann gestresst und danach setzt auch schon die destruktive Maschine der Sucht ein. Das eingesetzte Vermögen verglüht am Ende meistens bei einigen wenigen Trades.


Wie beim Heroin selbst, gibt es auch beim Daytrading sogar einige wenige langjährige User, die den Neuankömmlingen versprechen, dass man die Droge Daytrading sicher anwenden kann und bieten Ihnen kostenpflichtige Seminare, um das zu Erreichen. Die langjährigen Nutzer sind aber nichts anderes als selbst Abhängige, die nun noch irgend etwas finanziell verwertbares aus Ihrem langen Irrweg machen möchten. Sie promoten die Illusion, damit Ihnen die neugierigen Einsteiger zumindest etwas Geld geben, bevor es der Daytradingmarkt sowieso nimmt. Sie sind selbst zu desillusionierten Sarkasten geworden, denen das Wohl Ihrer Mitmenschen oft nichts mehr bedeutet.

In meinen mehr als 15 Jahren beim aktiven Börsenhandel habe ich eine Menge Daytrader in Internetforen erlebt. Sie waren dort alle einige Wochen bis maximal drei Jahre lang, bevor Sie eigentlich ohne Ausnahme wieder im Nichts verschwanden. Am Anfang waren Sie oft sehr euphorisch aber auch rechthaberisch und manchmal sogar arrogant. Mit der Zeit konnten die alten Hasen in den Traderforen ganz gut abschätzen, wie lange ein Daytrader der Gemeinschaft erhalten blieb. Es war die Fähigkeit, einen Fehler einzugestehen. Wenn es eine Gruppe von Menschen gibt, bei denen dieses Verhalten nur gering ausgeprägt war, dann war es die Daytrader-Junkies Gruppe. Wenn es dann wieder einen von Ihnen erwischt hatte und sich das zuvor mühsam aufgebaute Vermögen des Süchtigen dem Ende neigte, gab es am Ende fast nie einen offiziellen Abschied. Wie schon geschrieben, tun sich Menschen in Mitteleuropa schwer mit dem Scheitern und möchten damit nicht in Verbindung gebracht werden. Wie ein Alkoholiker oder Heroinsüchtiger wäre es aber einer der wenigen Wege, das destruktive Verhalten zu erkennen und dann auch zu beenden.

Die Freiheitsmaschine möchte Dich auf den richtigen Weg bringen aber Dich auch vor Irrwegen bewahren. Wenn Dich jemand vom Daytrading überzeugen will oder dafür wirbt, geh nicht weg sondern renn. Lauf so schnell Du kannst nach Hause und schau, ob Du nicht Deine Sparquote noch etwas erhöhen kannst und dann investierst Du das dadurch zusätzlich gesparte Geld natürlich grösstenteils sofort in passive Index ETF. Wenn Du danach Lust hast, kannst Du ja mal im Internet recherchieren, wie viele erfolgreiche Daytrader es auf dieser Welt gibt. Nein, ich meine nicht die, die von Buchverkäufen und Seminaren leben, sondern echte Multimillionäre, die jetzt z.B. einen eigenen Daytrading Hedge Fond leiten oder auf andere Arten beweisen können, dass Sie eine profitable Strategie haben. Du wirst kaum jemanden finden.

Trading funktioniert für einige Wenige, nachdem Sie es über tausende Stunden und unter vielen Schmerzen gelernt haben und auch ich habe einen Teil meines Vermögens damit verdient. Aber je kürzer die Zeitachse für diese Spekulation auf Kursänderungen wird, desto höher werden die Gebühren, je stärker wird der Einfluss des Zufalls und je grösser wird die Gefahr, dass es sich nur um ein reines Zocken handelt. Das hat mit der Spekulation aber gar nichts zu tun. Bei der geht es nämlich hauptsächlich um Wahrscheinlichkeiten und um Verlustminimierung. Das heisst, man muss sich regelmässig eingestehen können, dass man falsch liegt und das Handeln korrigieren, bevor man grösseren finanziellen Schaden anrichtet.

Wie hier schon geschrieben: Wenn Du unbedingt auch Spekulieren möchtest, dann nimm einen prozentual kleinen Betrag Deines Vermögens und probiere es aus aber lasse den Grossteil Deines Vermögens in passiven Produkten. Alles was unterhalb einer Spekulationsdauer von wenigen Tagen liegt, ist statistisch ausserordentlich schwer in Wahrscheinlichkeiten zu fassen und auch der Gebührenanteil dieser Art des Handelns wird immer höher.

Also lass Dich nicht von den Dealern anfixen! Mach um das Daytrading einen ganz grossen Bogen!

Die Freiheitsmaschine möchte gerne mehr glückliche und freie Menschen um sich herum haben. Freie und wohlhabende Menschen sind meistens Menschenfreunde, die sich oft Zeit nehmen (können), Ihre Ideen zu teilen und Sie wählen auch eine freiere Politik! Bevor Du also nach einer Antwort fragst, wieso sich der Maschinist die ganze Arbeit mit diesem Blog macht. Das ist Sie.

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11 Kommentare auf "Daytrading – Die Heroinabteilung des Finanzmarktes"

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Gast

Vielen Dank!!! Leider ein paar Monate zu spät. Ich habe mächtig Lehrgeld bezahlt. Ich glaubte ich bin unsterblich, das Depot wuchs und dann hat ein Trade fast alles verbrannt… Jetzt bin ich geheilt und werde nie wieder Daytrading oder Investments in dubiose für den Laien nicht durchschaubare Produkte vornehmen.

Zum Glück bleibt mir noch genug Zeit diesen Verlust wieder auszubügeln aber er schmerzt und sich das scheitern und die Dummheit einzugestehen ist das schlimmste dabei…

Gast

Ich habe mal ein paar einschlägige Youtube-Videos zu dem Thema gesehen. Für die Protagonisten schienen Statussymbole sehr wichtig zu sein (Autos, exotische Urlaubsziele etc.).
Mir wäre das auch zu stressig. Mein Online-Broker wirbt aber auch auf seiner Startseite immer mal wieder mit dem “Trader-Konto”, wo es dann ein paar “Trades” für 4,99 € gibt. Mit den Gebühren lässt sich halt was verdienen…

Gast

Sind die vorgeschlagenen ETFs von Vanguard wenigstens mit den echten Aktien replizierend?

In Deutschland haben viele ETFs als zugrunde liegende Werte dubiose Finanzkonstrukte oder ganz andere Aktien, zum Beispiel japanische bei einem S&P 500-ETF m(

Gast

Hier einpaar Daten fuer Vanguard-Fans aus Europa (vorgekaut aus den KIIDs [Key Investor Information Document]):
http://www.finanzwesir.com/blog/msci-acwi-imi-fm
durchsuche die Seite nach zB IE00B3RBWM25 dann kommst du zur Tabelle …

Ich gehoere uebrigens auch zu den 95% fuer die Sparplaene besser sind … 🙂 und zocke nur noch mit 0,5-1% vom Depotwert mit CfDs
-> geheilt! Bsp. tschernobylisiert (Betonguss-Schichten) 🙂

Mitglied

“Den Goldgräbern Schaufeln verkaufen” heißt das Geschäftsmodell beim Daytrading. Man wird nicht mit Daytrading reich, sondern mit Seminaren, Kursen und Büchern, in denen man anderen erzählt wie sie schnell reich werden. Nämlich mit Daytrading! Aber nur wenn du das Geheime Geheimwissen eines erfolgreichen Daytrading-Profis gelesen hast. So wird´s gemacht! $$$! Wenn ich mir es so recht überlege: der schnellste Weg arm zu werden ist zu versuchen schnell reich zu werden. Was in dem ansonsten sehr schönen Artikel oben fehlt ist der Hinweis, dass beim klassischen Daytrading wie etwa Forex Hebelprodukte zum Einsatz kommen. Und diese abgeleiteten Derivate sind zum einen wesentlich schwieriger zu durchschauen als etwa Aktien und vor allem kreditfinanziert. Und der Kreditgeber hat ja auch so seine Interessen bei der Auflage eines solchen Produkts.

Gast

Ein echtes Teufelssysten, in der Tat.

Viele glauben an den schnellen Reichtum, aber das ist Quark. Ich finde, am Anfang geht es vor allem um den Kapitalerhalt.

So sehe ich das:
– Wer nach einem halben Jahr +/- 0 auf dem Konto hat, der hat Potenzial.
– Wer nach einem Jahr noch immer dabei ist, der sollte dran bleiben.
– Wer nach zwei Jahren profitabel ist, der kann sich ein Nebeneinkommen erwirtschaften.
– Wer nach drei Jahren quartalsweise grüne Zahlen erwirtschaftet, könnte für dieses Leben gemacht sein.

Teuflische Grüße
– des Teufels Trader –

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