Schläft der Maschinist morgens gerne lange? Warum lebt er mit seiner Familie nicht in Tahiti? Und wieso nennt er seine Webseite ausgerechnet “Die Freiheitsmaschine”?


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Alles, was Du schon immer über mich wissen wolltest

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20 Gedanken zu „Alles, was Du schon immer über mich wissen wolltest

  1. Auch mal eine interessante Art von Beitrag und ich nutze die Chance gerne.

    Es gibt einen Aspekt, den ich schon immer an den verschiedenen Geschichten interessant fand und das ist der Anfang bzw. wo die Motivation zum eigenen Handeln herkommt.
    Hast Du schon als Kind/Jugendlicher von Deinen Eltern und Deinem Umfeld den Umgang mit Geld gelernt?
    Wann hast Du angefangen zu sparen und zu investieren?
    Wenn Du noch nicht immer so warst, dann würde mich interessieren, was die Veränderungen ausgelöst hat und wie diese aussahen.

    Ich hoffe meine Fragen sind eingermaßen gut formuliert und verständlich. Auf die Antworten bin ich auf jeden Fall mal gespannt.

    Schöne Grüße

    Dominik

  2. Hallo Dominik,

    ich bin in einem Arbeiterhaushalt aufgewachsen. Meine Eltern wussten nichts darueber, wo mann sein Geld am Besten investiert (Aktienmarkt) und was mit hohen Sparquoten moeglich ist.
    Sie haben mir aber andere unschaetzbar wichtige Dinge beigebracht und vorgelebt:
    – Lebe grundsaetzlich unter Deinen Verhaeltnissen
    – Spare immer einen Teil Deines Einkommens.
    – Mache niemals Schulden (selbst fuer einen Hauskauf nur, wenn Du es locker und auch zuegig abbezahlen kannst).

    Das war schon einmal die halbe Miete.
    Wie ich mein Geld am Besten investiere, habe ich mir ueber Jahre selbst erarbeitet.
    Wie schon geschrieben, gab es am Anfang meines Studiums gerade die ersten Internetseiten ueberhaupt. An spezielle Seiten zur finanziellen Unabhaengigkeit war nicht zu denken. Ich wurde um das Jahr 2000 mit dem Boersenvirus infiziert und habe dann ueber tausende Stunden neben meinem Tagesberuf das Traden gelernt und spaeter das Investieren.

    Ich habe gerne in meinem Beruf gearbeitet, aber es gab auch sehr schnell das Gefuehl, dass meine dort gemachte Arbeit in Wirklichkeit nicht fuer mich selbst ist, sondern fuer andere.
    Tief in mir war auch immer der Wunsch nach mehr Freiheit und Unabhaengigkeit. Mit der Zeit hat sich das alles immer mehr verdichtet.

    Vor ca. drei Jahren habe ich dann (schon in den USA lebend) die ersten Seiten ueber finanzielle Unabhaengigkeit gelesen und es hat direkt klick gemacht. Es war der letzte fehlende Baustein fuer mich.

    Ich hatte waehrend meines gesamten Berufslebens immer ca. 40-50% meines Gehaltes gespart, ohne mich wirklich besonders anzustrengen. Aber danach habe ich richtig los gelegt und meine Ausgaben noch einmal deutlich gesenkt. Schleichend hatten sich durch das gestiegene Einkommen in den Jahren zuvor und die nun andere Umgebung dann doch viele zusaetzliche Ausgaben eingeschlichen, die sich einfach wieder reduzieren liessen.

    In den letzten drei Jahren betrug meine Sparquote dann fast 70% und das zusammen mit dem steigenden Aktienmarkt hat unsere gesamten jaehrlichen Familienausgaben mittlerweile unter die drei Prozent Grenze des gesamten investierten Vermoegens gedrueckt.

  3. Super Idee, die ich auch gerne nutze! 🙂 Wieso bist du in den USA geblieben? (Von wo kommt deine Frau?) Wo wohnt der Rest deiner Familie?

    Welche Hürden waren notwendig, um dort bleiben zu können?

    1. Hallo Ex Studentin, wir sind in den USA geblieben, weil wir das Land sehr moegen und es auch eines der Laender ist, in dem ich meine Kinder ohne Bauchschmerzen gerne zur Schule schicke. Die Menschen sind sehr nett und meistens optimistisch. Es gibt dort alle Klimazonen; z.b. tropisch warm in Florida, trocken warm in Sued-Kalifornien. Berge und alles andere dazwischen. Das gibt es so in Europa nicht und wenn doch, dann nur in Laendern mit hoher Arbeitslosigkeit und wenig guten Aussichten.
      Meine Frau kommt aus Argentinien, wir haben vorher viele Jahre zusammen in Deutschland gelebt. Der Rest der Familie wohnt damit in Deutschland und in der Naehe von Buenos Aires.

      Das beste ist ein Greencard Status, damit gibt es keine Limitierungen. Den kann man zuegig erreichen, wenn der eigene Beruf sehr gefragt ist und/oder der Arbeitgeber einen sponsort. Am einfachsten geht das, wenn es ein multinationales Unternehmen ist, bei dem man vorher z.B. in Deutschland gearbeitet hat und von dem dann in die USA versendet wird. Bei mir war das der Fall.

    1. Hallo Hansi, grundsaetzlich mag ich Geld, weil es mehr Freiheit bedeutet. Ich schreibe den Blog hauptsaechlich, um meinen Kindern meine Einstellung zu dem Thema offiziell zu hinterlassen und auch genauso, um anderen Menschen zu helfen. Wenn der Blog spaeter auch Geld einbringt habe ich nichts dagegen! Ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann Werbebanner gibt und das ich Produkte empfehle, die ich selbst habe und mir auch kaufen wuerde. Bezahldienste kann ich mir keine Vorstellen, da ich eine moeglichst breite Schicht an Menschen erreichen will, die an dem Thema interessiert sind.

      Schoenen Tag!

  4. Hallo Maschinist,

    zunächst einmal möchte ich deinen Blog loben. Ist einer der besten die ich bisher im deutschsprachigen Raum gefunden habe.
    Fragen die ich an dich habe sind relativ persönlich, weiss nicht ob du die hier beantworten möchtest. Stelle sie aber trotzdem mal:
    Wie ist die genaue Zusammensetzung deines derzeitigen Depots? Wie ich das verstanden habe investierst du ja inzwischen hauptsächlich in ETF hast aber auch noch ein paar Einzelwerte.
    Wie ist der derzeitige Marktwert deines Depots und wie hoch sind die monatlichen Ausgaben die du aus den Dividendenerträgen bestreitest?
    Wie lange hat es gedauert die investierte Summe anzusparen und wie hoch war dein Gehalt in deiner Festanstellung (anfangs / durchschnittlich / am ende deiner Zeit als Festangestellter)?
    Hast du das Geld nur durch dein Gehalt als Angestellter erlangt oder auch noch andere Einnahmequellen gehabt?
    Wie viele Kinder hast du und wie alt sind sie?

    Falls dir einige Fragen zu persönlich sind habe ich auch Verständnis wenn du sie nicht beantwortest.

    Bin selber Anfang 30 und seit knapp 3 Jahren dabei mir ein Depot für die finanzielle Freiheit aufzubauen, setze bisher hauptsächlich auf Dividendentitel. Vermutlich macht es aber tatsächlich mehr Sinn und vor allem weniger Pflegeaufwand auf ETFs zu bauen.

    Grüße
    Der Dauerläufer

    1. Hallo Dauerleaufer,

      danke fuer das Lob.

      Mein Werdegang ist weit ab vom Mainstream, deshalb versuche ich die Antwort so zu beantworten, dass Du und die anderen moeglichst viel davon habt.

      Ich bestreite aktuell noch keine Ausgaben aus den Dividendenzahlungen, da ich aktuell noch andere Einnahmequellen habe. Ich hatte mit vor drei Jahren ausgerechnet wie viel Geld ich brauche, um finanziell frei zu sein. Fuer mich persoenlich kam dabei mit meiner Familie am Standort USA eine Zahl von $40.000 pro Jahr + eine abbezahlte Immobilie heraus. Da ich noch etwas vor der Mitte meines vierten Lebensjahrzehntes stehe und der Aktienmarkt aktuell relativ hoch bewertet ist, habe ich mir die sehr konservative drei Prozent Entnahmeregel pro Jahr abgeleitet. Diese waere in den letzten 200 Jahren niemals gescheitert, egal wie hoch der Markt bewertet ist und man das alleine schon mit Dividenden schafft. Das heisst, um die $40k pro Jahr zu erzeugen, brauchte ich etwas ueber $1,3 Millionen. Die Immobilie, die ich plane in Nord Florida zu kaufen, kostet ca. $400.000. Das heisst meine Mindestsumme betrug $1,7Millionen. Das habe ich mittlerweile geschafft.

      Ich habe diesen Betrag in gut 16 Jahren erarbeitet. Ich hatte nach meinen Studium genau null Euro und habe auch kein Geld von anderen erhalten. Ich war in Deutschland einer von zehntausenden Akademikern bei einem Dax Unternehmen. Die bezahlen, heute glaube ich als EInstieg ca. 60.000 Euro. Das sind Netto bei einem Junggesellen 35.000 Euro. Das habe ich damals zum Einstieg (minus Inflation) auch ungefaehr bekommen. Am Ende war es aufgrund von Bevoerderungen vielleicht das doppelte. Die Heirat hat dann auch die Steuerbelastung verbessert. Zu den US Gehaeltern hatte ich ja schon etwas geschrieben.

      Da ich einen guten Teil mit dem aktiven Boersenhandel verdient habe, passt meine Sparquote nicht ganz zum Endergebnis. Wenn Du zum Beispiel 1,5 Millionen Euro passiv an der Boerse ansparen willst, brauchst Du dazu bei einem Sparbetrag von 2000 Euro pro Monat 27 Jahre und bei 3000 Euro pro Monat ca. 22 Jahre. Wenn Dein Zielzeitraum ab dem Bereich von 50 Jahren Lebensalter liegt, brauchst Du wahrscheinlich aber weniger Geld. Erstens bekommen die meisten irgendwann eine gesetzliche Rente und zweitens kann man dann dadurch auch die jaehrliche Depotentnahme etwas erhoehen (auf 4% pro Jahr). Daduch hast Du manchmal etwas Kapitalverzehr aber das Geld muss in seiner vollen Summe, ja auch weniger lange reichen.

      Wie Du anhand der Parameter und Lebensumstaende siehst, kann niemand wissen, wie viel Geld Du fuer Dein Leben brauchst. Ich empfehle Dir sehr stark, dass richtig durchzurechnen! Einige Kosten kommen vielleicht hinzu, wenn Du nicht mehr arbeiten gehst. Aber viele andere fallen auch weg z.B. Pendelkosten, Berufskleidung, Mittagessen Kantine, Antistress-Urlaube, die Du jetzt noch machen musst…etc. Gleichzeitig sind die Immobilienkosten voellig unterschiedlich. In Muenchen Stadt bekommst Du fuer $400.000 nur ein kleines Appartment. In Nord Florida bekomme ich dafuer ein neues 220m2+ Haus in Strandnaehe im besten Schulbezirk mit Pool und endlosem Sommer. Irgendwo in Thailand oder Malaysia brauchst Du wahrscheinlich noch weniger Geld fuer sehr viel Wohnqualitaet. Das heisst, wenn Du frei waehlen kannst, wo Du wohnst, hast Du wieder ganz andere Kosten und andere Moeglichkeiten.

      Mein passives Anlagedepot besteht zum grossen Teil aus einen S&P500 ETF. Dazu kommen US REIT ETF, US High Yield ETF, ca. 10% Hong Kong Hang Seng ETF und ca. 10% Singapur Strait Times ETF. Ich muss in den USA andere ETF nehmen als Du aufgrund der Steuern, dass heisst Du musst schauen, was dazu in Deutschland zugelassen ist. Du brauchst im Endeffekt ca. 50% USA, vielleicht 25% Emerging Markets (aktuell deutlich niedriger bewertet als USA) und die restlichen 25% Rest der Welt inkl. Europa. Lass die Finger von Staatsanleihen und auch EU Firmenanleihen sind aktuell absolut ueberbewertet durch die Marktverzerrung der EZB Anleihekeaufe.

      Ich habe dazu neben einem 10% Immobilieninvest und ca 10% bei Lendingclub Konsumerkrediten im Aktiendepot noch Einzelwerte und auch ein Tradingdepot aber das hilft hier nicht weiter, da ich dort Positionen aktiv handele bzw. ersteres geht nur fuer US Steuerzahler.

      Meine aeltestes Kind geht gerade in die Schule das juengere noch in den Kindergarten.

      Abschliessend werde ich wahrscheinlich immer mit irgendetwas zusaetzliches Geld verdienen, da ich einfach Spass am Arbeiten habe. Es ist dann nur nicht mehr in einem Buero und meine Prioritaet ist die Freude daran und es gibt kein Muss.

  5. Hallo Maschinist,

    vielen Dank fuer die Moeglichkeit dir Fragen zu stellen, und fuer deine Offenheit. Das is auf jeden Fall sehr motivierend, und ich finde deinen Blog hervorragend geschrieben. Toll dass du in so kurzer Zeit schon so viele fundierte Posts veroeffentlicht hast.

    Nun zu meinen Fragen, einige davon hast du schon im vorigen comment beantwortet! Nur ganz kurz, ich lebe mit meiner Familie seit knapp 6 Jahren in Kalifornien, und bin vor 1-2 Jahren auf das Thema finanzielle Unabhaengigkeit gestossen (MMM, Jim Collins, madfientist u.a.). Ich aergere mich zwar dass ich nicht vor 10 Jahren davon gehoert haben und die ganzen Boom-Jahre mitnehmen konnte, aber besser spaet als nie. Aufgrund des Jobs muessen wir in einer teuren Metropole leben, aber dafuer passt auch das Gehalt und wir schaffen im Idealfall eine Sparquote um die 50%.

    – hast du dich bewusst fuer Florida entschieden oder wegen dem Firmensitz/Transfer?
    – plant ihr langfristig in USA zu bleiben, und bist du jetzt schon early retiree oder arbeitest du noch fuer deine Firma? (ich glaube du hattest geschrieben dass du die greencard ueber die Firma beantragt hast?)
    – wie hast du es geschafft deine Ausgaben in den letzten Jahren nochmals deutlich zu senken? Ich tue mich damit schwer, da man viele Kosten wie Miete, daycare oder Krankenversicherung kaum senken kann. Alles andere ist einigermassen optimiert 🙂
    – dollar cost averaging: wuerdest du eine groessere Summe die auf dem Bankkonto rumliegt trotz des hoch bewerteten US Aktienmarkts dennoch komplett investieren (vtsax), oder einen Teil aufheben? Ich hatte dieses Jahr einigermassen Glueck mit Market timing (Januar und Brexit), aber grundsaetzlich finde ich den Ansatz von Jim Collins gegen market timing sehr ueberzeugend, und auch entspannter.
    Irgendwie kann ich die Statistiken, dass alle 7-10 Jahre eine Marktanpassung kommt nicht so recht vergessen! Ich habe aber auch deinen Eintrag gelesen, dass aufgrund der Niedrigzinsphase der Markt auch noch einige Jahre weiter steigen kann.
    – die frage kaufen oder mieten hast du ja eigentlich schon beantwortet, ich vermute aber du mietest bis du eine Immobilie cash kaufen kannst? Trotz niedriger Zinsen? Wir mieten momentan auch und sind ganz happy damit.
    – was haelst du von Mietimmobilien als Mittel zur FI?
    – ich denke sehr oft darueber nach ob es mehr Sinn macht hier zu bleiben oder langfristig wieder nach Deutschland zu gehen (Familiennaehe, kostenlose Ausbildung/Studium). Ich finde es sehr schwierig sich durch das Wirrwarr von Steuerabkommen, Rentenbestimmungen usw. zu kaempfen, und z.B. zu entscheiden welche Investment accounts am meisten Sinn machen (401k, Roth, …), wenn man noch gar nicht weiss wo man mal die Rente bezieht. Von sowas wie exit tax, oder dass manche deutsche Banken einem das Konto kuendigen wenn man US-resident ist moechte ich gar nicht anfangen 🙂
    Hast du das alles soweit fuer dich durchschaut?

    Ich hoffe die vielen Fragen sind ok! Glueckwunsch zu deinem tollen Erfolg und dem super Blog.
    Cheers!

    1. Hallo Californiadreamer,

      ich lebe aktuell noch nicht in Nord Florida aber ich schaue mich dort derzeit nach Immobilien um.
      Ich lebe aktuell noch in der Naehe von Washington DC. Das deswegen, weil wir damals dort beim Wechsel aus Deutschland angekommen sind.

      – Ich werde mich weder jetzt, noch in dreissig Jahren Rentner nennen. Ich erhalte aktuell noch ein Gehalt und auch bei einem Umzug nach Florida, habe ich vor, mit freiwilliger/optionaler Arbeit Cashflow zu erzeugen. Ich manage zum Beispiel noch einige wenige Trading Konten und in Florida koennte ich mir Dinge wie Surflehrer, Portfoliomanager und/oder Hobbymusikbandauftritte in Kneipen vorstellen. Nach einer Ruhephase, faellt mir bestimmt noch mehr ein. Den ganzen Tag nur am Strand zu liegen, wuerde mir nach einiger Zeit fuerchterlich auf die Nerven gehen.

      – Nord Florida haben wir zur wahrscheinlichen naechsten Station ausgewaehlt, weil es dort eine Mischung aus guten Wetter, Strand, guten Schulen fuer die Kinder, sehr sichere Gegend, keine Einkommensteuer im Bundesstaat und guenstigen Immobilienpreisen, gibt.

      – Wir haben vor, die naechsten Jahre in den USA zu bleiben. Vielleicht so lange, bis die Kinder in ca. 13 Jahren aus der Schule sind. Mitteleuropa ist super aber ich habe wirklich keine Lust mehr auf das Wetter und ich mag auch die US-Freundlichkeit der Menschen. Alternativ wuerde ich ohne Kinder vielleicht in Sued Spanien wohnen, aber die Arbeitsumgebung/Mentalitaet will ich meinen Kndern nicht antun. Wir schauen auch immer nach Penang in Malaysia. Da sind viele Expats aber alles leauft ueber Privatschulen und ich bin lieber in einem westlichen Land.

      – Wir haben es geschafft vor drei Jahren die Kosten nochmal zu optimieren, weil wir zuvor einfach noch deuliches Sparpotenzial hatten. Ich habe immer ca. 40-50% gespart (vielleicht mal 30% nach der Geburt der Kinder). Aber durch das steigende Gehalt, hat sich trotzdem ueber die Zeit ein gewisser Schlendrian eingeschlichen. Als mir dann vor drei Jahren zum ersten Mal bewusst wurde, was moeglich ist, habe ich das wieder konsequent gestrichen. Und es hat so gut wie keine Auswirkungen auf meine Lebensqualitaet. Wenn Du schon annaehrend optimal lebst, dann machst Du es besser als ich zu der damaligen Zeit. Dann bleibt Dir noch die Einkommensseite.

      – Ich lasse grundsaetzlich kein Geld im Anlagekonto uninvestiert liegen und das solltest Du auch nicht tun. Die Loesung fuer mich liegt darin, sich weltweit umzuschauen. Die Aktienmaerkte der Emerging Markets und dabei speziell die in Singapur und Hong Kong sind aktuell sehr guenstig bewertet. Als US-Steuerzahler kannst Du dort zum Beispiel einfach fuer die gesamten Emerging Markets den Vanguard VWO nehmen. Wenn Du wie ich auch speziell Singapore und Hong kaufen wilst, kannst Du das mit den I-Shares ETF’s von Black Rock investieren. (EWH fuer Hong Kong und EWS fuer Singapore). Singapore liefert aktuell fast 4% Dividende + 4% Kursteigerung + Inflationsausgleich, also das doppelte der USA! Ausserdem haben beide Laender keine eigene Dividendenbesteuerung. Dass heisst, Du hast nur die US Steuer wie sonst auch. (allerdings zaehlen Sie nicht als Prefered Dividends) In Summe ueberwiegen aktuell deutlichst die Vorteile, weltweit zu investieren. 50% wuerde ich allerdings immer in den USA lassen (VTSAX oder den ETF VTI oder den S&P500 VOO. Ausserdem kann man immer etwas in einen US REIT ETF investieren (VNQ von Vanguard). Die weltweite Streuung + weitere Anlageklassen wie REIT’s senken auch Deine Volatitliaet im Konto. Wenn Du Deine Zielsumme mal erreicht hast ist das sehr hilfreich, um ruhig zu schlafen.

      – Mein Arbeitgeber bezahlt aktuell noch unser Haus in DC. In Florida kaufe ich dann wahrscheinlich mit Cash, weil ich maximale Entspannung will. Wenn Du noch im Kapitalaufbau bist, solltest Du immer genau abwaegen was fuer Dich guenstiger ist. Fuer dies USA gibt es hier einen phaenomenalen Buy/rent calculator: http://www.nytimes.com/interactive/2014/upshot/buy-rent-calculator.html

      – Wo Du leben willst, musst Du wissen. Du kannst spaeter ja auch Deine Kinder zum Studium nach Deutschland schicken und Sie dann von den USA oder woanders aus besuchen. Die “In State Universitaets Gebuehren” sind ja jetzt auch in den USA nicht so extrem. Wenn Deine Kinder dann weiter bei Dir im Haus wohnen bleiben, kannst Du die gesparten Wohnkosten in die Uni Gebuehren investieren. Das sind alles nur Gedanken-Spiele von mir. Its your life! 🙂

      Bei direkten Immobileninvests habe ich keine Lust auf den Verwaltungsaufwand und einem Immobilienverwalter muss man trauen koennen (es gibt mehr schwarze Schafe als Weisse). Ich habe aktuell knapp 10% in verschiedenen Online Immobilien Invests ueber das Unternehmen Fundrise in den USA. Das geht mittlerweile aber nicht mehr, bzw. die bieten nur noch eine Art REIT an und das kannst Du besser und sicherer direkt an der Boerse machen

      Falls Du das noch nicht gemacht hast, musst Du unbedingt einen 401k aufmachen! Das Geld wird aus Deinem Bruttolohn entnommen, senkt damit Deine Steuern in den USA. Dann waechst es steuerfrei ueber Dekaden in diesem Account und wenn Du es entnimmst wird nur dann die Steuer in den USA faellig. Wenn Du dann schon wieder in Deutschland lebst, ist es noch besser. Das Steuerrecht fuer 401k bleibt weiter in den USA. Wenn Du dort aber nur diese Rente beziehst, dann sind die Steuern darauf fast 0. Das heisst es ist alles steuerfrei von vorne bis zum Ende. Unbedingt sofort machen! Die Roth’s lohnen sich dagegen fuer Dich nicht, weil Sie beim Einzahlen einmalig besteuert werden, und Dein Steuersatz ist wahrscheinlich vergleichsweise hoch.

      Ich habe noch ein Deutsches Konto bei der Netbank. Die machen bisher keine Probleme. Aber das FACTA Abkommen der USA ist unschoen, falls Du als US Staatsbuerger wieder im Ausland lebst. Deshalb planen wir aktuell nur mit der Greencard.

      Viele Gruesse!

      1. Hallo Maschinist,

        sehr verspaetet, aber dennoch vielen Dank fuer deine ausfuehrliche Antwort. Weiss ich zu schaetzen 🙂

        – Ich sehe das aehnlich wie du, falls ich es irgendwann schaffe FI zu erreichen, werd ich trotzdem noch irgendwelche Einkommen haben, sei es consulting, teaching, oder sonstwas. Ausserdem habe ich das Glueck dass mir mein Job eigentlich sehr viel Spass macht.
        – die Lebenshaltungskosten in Florida sind ein gutes Argument, das kann ich gut nachvollziehen. Ist beneidenswert wenn man sich den Lebensmittelpunkt frei aussuchen kann, ich glaube mich wuerde es nach Colorado ziehen 🙂
        – wenn ihr noch einige Jahre bleiben wollt, wie siehst du das ‘problem’ der exit tax? Ich hab gehoert wenn man die green card eine bestimmt Zeit lang hat (glaub es waren 7 Jahre) und dann wieder aufgibt, wird die faellig. Bin noch dabei die Details zu verstehen.
        Freut mich zu hoeren dass du mit dem Schulsystem soweit zufrieden bist, wir haben bis dahin noch etwas Zeit…
        – Yup, an der Einkommensseite arbeite ich grade. Wenn wir double income haben, sollten auf jeden Fall ueber 200k zusammenkommen, was dann hoffentlich ordentliches Spar- und Investitionspotential ergibt. Dadurch lassen sie aber wiederum Kosten wie 2 Autos und daycare nicht vermeiden.
        – Ich werde mir auf jeden Fall den emerging market fonds anschauen, und mehr ueber REITs lesen. Davon hab ich noch kaum Plan, danke fuer die Tips!
        – den 401k hab ich seit einem Jahr laufen, leider hab ich den nicht gleich zu Anfang abgeschlossen, das is aergerlich. Dadurch hab ich 5 Jahre bull market verpasst. Naja, immerhin investiert der auch in Vanguard fonds. Eine Frage hierzu, du meintest das auf den 401k nur US Steuern anfallen, falls ich in Deutschland wohne. Will da der deutsche Staat nix abhaben?
        Und bezueglich des Roth, was genau is da der Nachteil? Steuerfreies Wachstum is doch immer noch besser als wenn man den normalen taxable account benutzt oder? Ich ueberlege den zusaetzlich zum 401k zu machen.

        Vielen Dank nochmal, und ein schoenes Wochenende!

  6. Hallo Maschinist.

    Lese deine Beiträge sehr gerne, mir gefällt deine aufrichtige Art. Welche ETFs würdest du speziell für Deutschland empfehlen. Ich würde gerne in Singapure und Hongkong investieren. Deine Fonds werden in D als intransparent geführt.
    Zu Singapure habe ich nur denn db x-trackers MSCI Singapore LU0659578842 gefunden mit pysischer Nachbildung. Bei Hong Kong schaut es schlecht aus.

  7. Hallo Niko,

    danke für Dein Feedback.
    Wie Du richtig erwähnt hast, musst Du in Europa andere ETF’s kaufen als jemand, der in den USA steuerpflichtig ist; ansonsten hast Du einen Steuernachteil.
    Einzelne Länder zu tracken ist in Europa bisher noch schwieriger, da es deutlich weniger Produkte dazu gibt. Als Volumeninvest für Asien (ohne Japan) würde ich als europäischer Steuerzahler den Vanguard developed Asia (ex Japan) nehmen: https://global.vanguard.com/portal/site/loadPDF?country=de&docId=1521
    Jahresgebühr 0,22%, physisch alle Aktien vorhanden und neben Australien und Korea ist dort Hong Kong und Singapore dabei. Das sind alles gute, stabile und wachsende Länder mit aktuell vergleichsweise günstiger Bewertung:
    Wenn Du dann Singapore und Hong Kong noch etwas stärker gewichten willst, kannst Du entweder fuer Singapur etwas X-Tracker nehmen und fuer Hong Kong ausnahmsweise ein paar % Depot eines Swap ETF. Aber der Asia ex Japan ETF von Vanguard ist super und dort sind keine schlechten Länder dabei.

  8. Hallo Maschinist,

    legst Du Geld nur in Aktien an? was würdest Du einem etwas älteren Anleger empfehlen so 5 Jahre vor der Rente? wie wirst Du das später handhaben? Übrigens finde ich die Vanguard ETF’s Klasse, ich habe den V. FTSE All World und den V. All World High Dividend Yield, u.a., der V. Developed Asia steht auch auf meiner Wunschliste,
    ansonst hab ich noch den iShares J.P. Morgan $ EM Bond ETF als kleine Beimengung.

  9. Hallo Annabella,

    wie Du Dein Geld 5 Jahre vor der Rente anlegen sollst, haengt stark davon ab, wie viel Prozent Du davon danach jaehrlich verbrauchen willst. Wenn Deine jaehrliche Entnahmerate spaeter maximal 3% des Vermoegens betraegt, dann rate ich Dir zu einer sehr hohen Aktienmarktquote. Der Grund ist, dass Du diese Entnahmerate alleine schon mit den Dividenden einer guten Mischung von Index ETF erreichen kannst. Das heisst, die Kurse und damit der umgerechnete Geldbetrag Deines investierten Vermoegens schwankt natuerlich deutlich aber das Geld geht nie aus, sondern wird langfristig mehr. Die Inflation wird damit auch langfristig betrachtet ausgeglichen, da Aktien Sachwerte sind.

    Wenn Deine Entnahmerate deutlich hoeher als 3% ist wird es schwieriger. Du koenntest dann z.B. einen Teil in gute Unternehmensanleihen mit gestaffelten Laufzeiten anlegen. Die Rendite ist damit aktuell kaum hoeher als die Inflationsrate und Du wuerdest dieses Kapital dann ueber die Jahre verzehren (Ich plane fuer mich persoenlich nicht mit Kapitalverzehr aber die Situation jedes Menschen ist unterschiedlich).

    In den USA gibt es in manchen Gegenden immer noch eine gute Mietrendite, wenn man dort in Immobilien investiert. Das geht fuer einen Europaer entweder ueber einen Immobilienverwalter oder an der Boerse mit REITs (Real Estate investment Trusts). Ich habe dort aktuell eine deutliche Position. Ausserdem bin ich noch mit ca. 10% meines Vermoegens in nicht risikofreie Private Equity Immobilienprojekte (Fundrise) investiert (kannst Du nur als US Steuerbuerger machen).

    1. hallo Maschinist,
      danke für Deine Antwort, die Entnahmequote wird die ersten beiden Jahre tatsächlich bei 3% sein, danach eher 4% mit teilweisem Kapitalverzehr.
      Im Moment habe ich rund 80% in Aktien/Etf’s angelegt, gerade heute habe ich mir wieder 85 Anteile am Vanguard All World gegönnt.
      An Corporate Bonds hab ich auch schon gedacht, gibt es ja auch von Vanguard, ich bin mir hier nicht sicher da die ja eigentlich auf USD lauten, die Handelswährung ist in CHF aber erhältlich, auch Reit’s sind eine Überlegung wert, zuerst möchte ich aber meinen Vanguard All World Allwetter-ETF noch ein wenig mästen.
      Mit Private Equity kenn ich mich leider gar nicht aus, aber ich werde mich nicht verzetteln, für mich gilt immer das Prinzip “keep it simple”

  10. Hat es dich nie gezogen aus der 1.Welt zu verschwinden? Mal eine total andere Welt zu leben, wo die Umgebung nicht so auf Arbeit, Karriere fixiert ist? HAst du mal ausserhalb der 1. Welt gelernt (Argentinien ist aber ein schlechtes Beispiel, da dieses Land die Arschkarte bekommen hat mit ihrem Bankrott)?
    Du bist zwar finanziell frei, aber im Kern ist dein Leben immer noch gleich: Arbeit. Das hält dich im Grunde genommen fest: an den Arbeitsort. Auch bei den Kommentaren von anderen lese ich das heraus. Mein wichtigstes Ziel ist eben komplett aus der Arbeitswelt zu verschwinden und wie ein irrer zu reisen oder Dinge zu lernen, die meine Persönlichkeit interessiert (Religionen, Sprachen, Sportarten, Hobbys). Neuer Wohnort wird wahrscheinlich Westafrika sein. Den einzigen Unterschied, den ich bei dir sehe, ist, dass du nicht 100% arbeitest, sondern so eher 60%, was natürlich viel entspannter ist. Und wenn dich jemand kündigt, kannst du die Schulter zucken. Sehe ich das richtig?

    1. Hallo Dr. Bundy,
      ich bin im Moment in einer Lebenssituation mit juengeren/schulpflichtigen Kindern. Das heisst ich moechte fuer einen sicheren Lebensort sorgen und eine sehr gute Schulbildung. Die USA an meinem aktuellen Wohnort erfuellen beide Punkte und ich kann gleichzeitig an einem Ort leben leben mit fuer mich besserem Klima; mehr Sonne und weniger grauem Himmel.

      Wie Du richtig schreibst, kann ich bei einer Kuendigung mit der Schulter zucken und auch sonst muss ich dadurch in einem angestellten Job viel weniger Bloedsinn ertragen. Ich mache mir weniger Sorgen und es ist entspannt. Ich habe noch ein paar finanzielle Sonderziele. Wenn das erfuellt ist; fahre ich das weiter zurueck.

      Ich bin in meinen Zwanzigern viel gereisst. Ich war mehrmals in Afrika; auch mit meinem Motorrad und auch in Asien. Nun mit fast mitte vierzig mag ich andere Dinge mehr. Ich moechte keine Armut und Chancenlosigkeit um mich herum haben.

      Ich weiss; als Deutscher Jungeselle mit Geld in einem Entwicklungsland bedeutet, das die Frauen Dir die Tuer einrennen. Das kann man eine Zeit geniessen aber irgendwann waere mir das langweilig geworden und Du kannst Deiner Bekanntschaft auch niemals trauen, ob Sie Dich wirklich mag.

      Hier in den USA erzaehlen mir meine Freunde von Ihren Unternehmungen und wir teilen neue Ideen. Das mag ich und es macht mich gluecklich. Reisen mag ich immer noch aber lieber in kurzen Abschnitten von wenigen Wochen. Monatelange Trips mag ich nicht mehr. Ich wuerde mein Gym vermissen und meine BBQ’s abend auf der Veranda. Wenn meine Kinder aus den Haus sind; lebe ich vielleicht wieder woanders aber im Moment mag ich alles so wie es ist.

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