Warum das beliebteste Hobby der Deutschen das eigene Vermögen verrotten lassen ist

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rotting moneyDie Deutschen und Ihr Vermögen – Was für ein schönes Thema!

 

Wenn man z.B. einen US Amerikaner abschätzen lassen würde, wie hoch das durchschnittliche Vermögen eines Deutschen Bürgers ist, würde er wahrscheinlich eine viel zu hohe Zahl nennen. Die Deutschen sind nicht nur im Ausland inklusive den USA mittlerweile sehr beliebt, Sie gelten auch immer noch als fleißig, zielstrebig und sparsam. Die Sparquote eines Deutschen Privathaushaltes ist mit knapp 10% immerhin mehr als doppelt so hoch, wie die eines Amerikanischen. Was kann da schon bei der Vermögensbildung schief gehen?

Das was schief geht, ist das der durchschnittliche Deutsche Bürger zwar weiß, wie man Geld spart aber der Großteil keine Ahnung hat, was man am Besten damit macht. Von den über 5 Billionen Euro Privatvermögen der Deutschen Haushalte sind weniger als 20% in Aktien+Fonds investiert. Fast die Hälfte dagegen liegt aktuell völlig unproduktiv auf Bankkonten herum und erwirtschaftet dort mittlerweile kaum noch Zinsen! In den USA wird dagegen mehr als die Hälfte des Privatvermögens gewinnbringend in Aktien und Aktienfonds investiert.

Das durchschnittliche Netto-Vermögen eine US Amerikaners liegt unter anderem dadurch, trotz der deutlich geringeren Sparquote, mit fast 139.000 Euro netto mehr als dreimal so hoch wie das eines Deutschen Bürgers mit nur knapp 45.000 Euro. (Quelle: Allianz Wohlstand Report 2015 Seite 118.)

Der „Spatz in der Hand“, den die Deutschen der „Taube auf dem Dach“ so gerne bevorzugen, ist nichts weiter als ein verrotteter Geldschein, der Ihnen keinerlei passives Einkommen erwirtschaftet. Die Unkenntnis und fast schon hysterische Angst vor dem Aktienmarkt ist mit verantwortlich für den geringeren Wohlstand und auch für eine stärkere Abhängigkeit vom Staat.

Der Aktienmarkt ist langfristig die sicherste Anlageform überhaupt. Sie ist viel sicherer (und nebenbei viel profitabler) als Bankkonten, Bargeld, Anleihen und sogar Immobilen! Welche Anlageform hat als einziges in Deutschland zwei Weltkriege, eine Hyperinflation und eine komplette Geldentwertung überlebt? Welche Anlageform hat dabei zusätzlich noch selbst in diesem Land, dass zwei Weltkriege verloren hat und dabei einmal völlig zerstört wurde, noch eine positive Realrendite erwirtschaftet? Der Aktienmarkt! Welche Anlageform wird auch in Zukunft jede andere Anlage langfristig schlagen, weil es eben Produktivkapital ist und Welche würde sogar ein Auseinanderbrechen der Euro Zone, mit all dem damit einhergehenden Chaos locker überleben? DER AKTIENMARKT!

Jeder, der diese Anlageform verstanden hat und für sich zu nutzen weiß, braucht sich um seine Rente keinerlei Sorgen zu machen; sondern er kann, wenn er zielstrebig und sparsam ist, sogar relativ früh die eigene finanzielle Unabhängigkeit erreichen.

3 thoughts on “Warum das beliebteste Hobby der Deutschen das eigene Vermögen verrotten lassen ist”

  1. Die Welt sieht das Thema aehnlich und hat sogar rein zufaellig den gleichen Allianz Wohlstands-Link im Bericht und mag auch anscheinend einige meiner Redewendungen:
    https://www.welt.de/finanzen/article158296022/Die-Deutschen-sind-zu-dumm-zum-schlauen-Sparen.html

    Die Kommentare dort geben einen guten Querschnitt ueber das Mindset von Max Mustermann. Entweder sind als Gruende fuer das Nichtinvestieren “die Loehne zu niedrig”, “die Steuern zu hoch” oder “im naechsten Crash geht eh wieder alles verloren”.

    Thema nicht verstanden; setzen sechs!
    🙂

  2. Hallo, Machinist. Sehr gut, dass jemand das Konzept der finanziellen Freiheit auf den deutschen Raum uebertraegt. Ich mag deinen Stil. Vielen Dank dafuer!
     
    Ich lebe im Moment in den USA und bin auf Mr. Money Mustache usw. gestossen und habe die Philosophien verinnerlicht. Aber ich konnte es meinen deutschen Freunden nicht so richtig erklaeren. Meistens wird es unglaubwuerdig abgetan, oder es heisst dass es in Deutschland ja sowieso nicht funktioniert. Und ja, die Angst vor der Boerse gibt es auch. Falls wieder Fragen aufkommen, werde ich meine Freunde an deine Seite weiterleiten. 🙂

    1. Hallo Faules Radieschen,
       
      vielen Dank für das Feedback!
       
      Ich war selbst fast fünf Jahre in den USA. Ich mag das Land und die Menschen dort sehr und kenne das dortige Mindset ganz gut.
       
      In den USA ist die Ansparphase durch höhere Löhne, niedrigere Steuern und steuerfreien Rentenkonten wie 401k zwar einfacher aber dafür ist es in Deutschland durch die gut abschätzbaren Kosten für die Krankenversicherung plus der Unterstützung für Familien (Steuerfreies Kindergeld) sogar planbarer.
       
      Der Hauptunterschied ist, dass ein durchschnittlicher White Collar Amerikaner das Verhalten des US Aktienmarktes gut kennt und jährlich fleißig in seinem 401k Vermögen über den Aktienmarkt aufbaut. Für den durchschnittlichen Deutschen sind Aktien wahlweise Teufelszeug, Spielcasino oder Zockerbude. 😉
       
      Dafür muss man einem deutsprachigem Bürger meistens nicht erklären wie dähmlich Kreditkartenschulden mit Zinsen von 20% (in den USA) sind.
       
      Gruß über den Teich und viele Grüße

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