Freiheitskämpfer Interview 26 – Der Spätzünder

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Freiheitskämfer Interview Spätzünder IslandDie Freiheitskämpfer Interviews der Freiheitsmaschine.

Menschen bis 35 mit sechsstelligen, selbsterschaffenen Vermögen berichten hier von Ihren Höhen und Tiefen auf Ihrem Weg zu finanzieller Unabhängigkeit und Freiheit.

 

Heute schreibt uns der Spätzünder

Er hat schon vor seinem eigentlichen Berufsstart eine beeindruckende „Karriere“ hingelegt.

Diese fing auf der Bildungsseite sehr weit unten an und zeigt, dass es in diesem Bereich für uns als Gesellschaft neben der vorhandenen Durchlässigkeit noch viel Verbesserungspotential gibt.

Aber lest selbst.

 

Lieber Maschinist,
auf die Freiheitsmaschine wurde ich vor gut 3-4 Jahren aufmerksam. Damals stand die eigene Bildung was Finanzen angeht ganz weit oben und ich konnte und kann hier viel mitnehmen.
Da ich in ein paar Monaten 35 Jahre alt werde, möchte ich die Gunst der Stunde nutzen und meinen Weg ebenfalls mit der Community teilen.
Die Zahlen sind vielleicht nicht so beeindruckend wie bei anderen, aber ich hoffe dass für alle Leser etwas dabei ist.
Let’s go.

 

Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?

Ich bin 34 Jahre alt, meine Frau ist 32 und wir haben 2-jährige Zwillinge. Wir sind seit 9 Jahren zusammen und feiern dieses Jahr unseren 5. Hochzeitstag.

 

Wo auf der Welt lebst Du / Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?

Wir haben bis vor gut einem Jahr im Speckgürtel einer süd-west-deutschen Großstadt gelebt. Dann sind wir aus Platzgründen (Kinder) etwas mehr auf Land gezogen. In die Großstadt sind es nun 45min mit dem Auto, mehrere Kreisstädte sind im Radius von 15min erreichbar. Bei der aktuellen Immobilien-Lage war es für uns die beste Entscheidung. Hinter dem Haus beginnt gleich der Wald was für die Kinder ideal ist, wir sind eigentlich jeden Tag draußen.

 

Wie sieht Dein bisheriger Lebensweg aus und welche beruflichen wie privaten Erfahrungen hast Du dabei gemacht?

Fangen wir ganz von vorne an. Nach der 5 Klasse wechselte ich wegen meiner Legasthenie von der Realschule auf die Hauptschule.
Nach 4 Jahren und einem Hauptschulabschluss 2001 war ich mit 15 Jahren einfach nicht bereit für eine Ausbildung bzw. zum „Arbeiten“.
Deswegen besuchte ich eine Berufsfachschule für Elektrotechnik um meinen Realschulabschluss nachzuholen. Hier fing es dann wirklich an Spaß zu machen, die Naturwissenschaften und technischen Sachen haben mich schon immer interessiert.
2 Jahre später war ich nach dem Abschluss aber immer noch nicht bereit eine Ausbildung zu starten. Verlockender fand ich, dass es auf der weiterführenden Schule (auf der ich war) ein Berufskolleg gab, mit dem man die Fachhochschulreife erlangen konnte. Hier stand nun Elektrotechnik, Digitaltechnik und Programmieren ganz oben auf dem Stundenplan.
Auch meine Legasthenie wurde mithilfe von Kinesiologie (Achtung: Nicht das mit den bunten Bändern zum tapen) dann besser. Hier kam übrigens raus, dass meine Gehirnhälften für alles was das Thema Sprachen angeht nicht richtig „zusammenarbeiten“.
Nach der Fachhochschulreife stand dann erst einmal der Zivildienst an. Im Sommer 2006 startete ich dann eine technische Ausbildung, als Sohn einer Nicht-Akademiker-Familie war das Studium doch etwas fremd.
Der Einsatz in mehreren Versetzungsabteilungen in der Firma während meiner Ausbildung hat mir dann aber letztendlich die Augen geöffnet – wenn du später mal was cooles machen möchtest, benötigst du ein Studium.
Dies führte dazu, dass ich nahtlos an die Ausbildung ein technisches Studium begonnen habe. Meiner Firma konnte ich während des Studiums als Werkstudent und auch anschließend als Ingenieur treu bleiben.
Nach dem Bachelor und einigen Monaten im Arbeitsalltag habe ich dann ein berufsbegleitendes Master-Studium angefangen, welches ich nach 2,5 Jahren erfolgreich beendet habe. Nach gut 6 Jahren Berufserfahrung als Ingenieur in der Entwicklung habe ich die Firma gewechselt (Grund war auch der Umzug) und bin nun im Vertrieb. Dies war so geplant und gewünscht, nach 6 Jahren im Labor war Zeit für etwas Neues.

 

Das Thema Finanzen war für mich bis vor ca. 6 Jahren vollkommenes Neuland.
Bis dahin habe ich mich darauf verlassen was mir mein Bankberater empfohlen hat. Irgendwann sind mir auch hier die Schuppen von den Augen gefallen und ich habe mein Wissen mit Hilfe von Finanzblogs und Büchern erweitert. Seitdem kümmere ich mich komplett selbst darum, so wie es eigentlich jeder machen sollte.
In der Schule sowie auch im Studium (ausgenommen BWL etc.) fehlt es an einer gewissen Finanzbildung in diesem Land.

 

Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles jährliches Nettoeinkommen. Wie hat es sich entwickelt und wie sieht die weitere Entwicklungsmöglichkeit in Deinem Bereich aus?

Mein jährliches Nettoeinkommen liegt bei rund 50.000€. Je nachdem wie es in den nächsten Jahren weiter geht ist hier noch Luft nach oben.
Ich strebe es auf jeden Fall an, mich beruflich noch etwas weiterzuentwickeln. Meine Frau ist verbeamtete Lehrerin und aktuell in Elternzeit. Sobald die Jungs im Kindergarten sind will sie wieder mit ca. 30% einsteigen. Dann habe ich noch ein Nebengewerbe mit dem ich aktuell ca. 6.000€ netto pro Jahr mache.

 

Wie hoch sind Deine / Eure aktuellen jährlichen Ausgaben und in welchen Bereichen schränkst Du Dich ein, um eigenes Vermögen aufzubauen?


Das Ganze ist mit Kindern nicht mehr ganz so einfach zu kalkulieren. Im letzten Jahr waren es ca. 50.000€. Dies lag aber auch daran, dass wir von einer Wohnung in ein Haus gezogen sind und einiges neu anschaffen mussten (Möbel, Garten, Küchengeräte, etc).
Kinder kosten natürlich und da wir alles gleichzeitig doppelt benötigen und nicht wie andere Geschwisterkinder Sachen doppelt nutzen können, sind die Ausgaben höher. Wenn man 2 neue Paar Winterstiefel und Schneeanzüge benötigt, überlegt man kurzfristig welche Position im Depot man dafür auflöst J.
An den Kindern sparen wir auf jeden Fall nicht, vor allem aktuell nicht. Da wird dann mal ein Klettergerüst gebaut welches so nicht geplant war, weil es aktuell kein Kinderturnen gibt oder es gibt hier und da mal ein Puzzle oder Spielzeug.
Wir versuchen aktuell gut als Familie durch die Pandemie zu kommen und schauen aktuell nicht so sehr auf das Geld. Im Normalfall bleiben 300-500€ pro Monat übrig zum Sparen. Das Geld aus dem Nebengewerbe fließt zu 100% in die ETF’s.

 

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Wenn meine Frau wieder anfängt, soll ebenfalls der Großteil ihrer Bezüge in die ETF’s fließen. Einen speziellen Sparplan gibt es nicht, wenn Summe X auf dem Konto ist wird nachgekauft.

 

Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles Vermögen, wie hast Du es investiert und was möchtest Du in Zukunft dabei noch besser machen?

In Summe sind es aktuell rund ~211.000 € die sich wie folgt verteilen.
Aktien-ETF’s:              ~ 115.000€
Cash-Reserve:                20.000€
Krypto-Wallet:               ~45.000€
bAV:                              ~31.000€
Einen Riester und Bausparvertrag hatte ich, wie wahrscheinlich viele hier, auch. Diese habe ich aber schon vor einigen Jahren gekündigt und alles in ETF’s gesteckt. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Sachen waren mir zu kompliziert und undurchsichtig.
Bei den ETF’s liegen rund 50% in einem All-World. Die anderen 50% sind in spezielle Branchen verteilt für mehr Rendite. Die Themen KI, Big Data, Digitalisierung und digitale Infrastruktur sind in den nächsten Jahren definitiv gefragt.
Beim Thema Krypto bin ich kein Experte. Ich bin hier Ende 2016 rechtzeitig genug mit etwas Spielgeld eingestiegen und das ist mittlerweile zu einer bedeutenden Vermögensposition angewachsen. Hier schaue ich einfach, was die nächsten 5 Jahre passiert.
Immobilien sind aktuell kein Thema für mich.

 

Hast Du ein bestimmtes Vermögensziel?

Ich denke die „magische“ Million im Depot will jeder erreichen, dies ist natürlich auch mein Ziel.
Sonst wäre ich mit 50 Jahren gerne soweit, dass ich beruflich etwas kürzer treten kann, wenn mir danach ist. Wenn ich dann mit 60 Jahren soweit bin, dass ich nur noch arbeiten „kann“ und nicht mehr „muss“ wäre mein Ziel zu 100% erfüllt.

 

Welche weiteren Lebensziele hast Du? Wo und wie möchtest Du Leben und was treibt Dich aktuell besonders an?

Der Plan für die nächsten Jahre ist erstmal in unserer Miet-Immobilie zu bleiben – zumindest bis die Kinder aus dem Haus sind (also noch mindestens 16-18 Jahre).
Was danach passiert bleibt offen, wenn es die Kinder in eine andere Ecke zieht gehen wir vielleicht mit oder evtl. zieht es uns dann doch wieder etwas mehr in den urbanen Raum. Vielleicht legen wir uns mit dem ersparten auch eine Immobilie zu… es wird sich zeigen.
Auch wenn mir der Winter hier in Deutschland nicht so schmeckt (abgesehen vom Snowboarden), kann ich mir aktuell nicht vorstellen in einem anderen Land zu leben aber evtl. ist das in 30 Jahren anders.
Beruflich bemühe ich mich natürlich und hoffe, dass es in den nächsten Jahren noch etwas weiter nach oben geht auf der Leiter.
Meine Frau und ich haben schon einiges auf der Welt gesehen und wollen dies natürlich (nach Covid-19) mit unseren Jungs auch noch einmal erleben.

 

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Aktuell steht natürlich die Gesundheit an vorderster Stelle und allgemein gut durch die Covid-19-Situation zu kommen aber in einer ruhigen Minute denke ich gerne an eine Rundreise durch Kalifornien mit der ganzen Familie.

 

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Was sagt Dein Umfeld generell zu Deinen Plänen und wirst Du dabei unterstützt?


Mit meinen Eltern und Schwiegereltern spreche ich nicht darüber, die sind bei der Sparkasse und werden es auch bleiben und wenig offen für Neues.
Ich habe einen guten Bekannten mit dem ich mich regelmäßig austausche. Er hat zwar einen etwas anderen Weg aber wir verfolgen im Großen und Ganzen die gleiche Sache. Meine Frau ist natürlich auch eingeweiht, ich erzähl ihr immer von den aktuellen Geschehnissen aber ihr Interesse hält sich bei dem Thema in Grenzen. Sie vertraut mir aber hier und freut sich, wenn das Plus im Depot wieder ein bisschen gewachsen ist.

 

Gibt es noch etwas, dass Du den anderen Freiheitskämpfern mitgeben willst?

Heute vor 20 Jahren hatte ich noch nicht einmal den Hauptschulabschluss in der Tasche.
Damals hat man mich als „dumm“ abgestempelt und auf eine Ausbildung vorbereitet ohne große Perspektive.
Zuerst war es die Faulheit zu Arbeiten weshalb ich weiter auf die Schule gegangen bin.
Erst später ist dann der Groschen mit meiner Legasthenie und dem Studium gefallen.
Viele der Leser hier sind wahrscheinlich in einem ähnlichen Alter wie ich oder älter, nehmt dies mit der Schule aber bitte für eure eigenen Kinder mit.
Die aktuelle Schulform ist kein Aushängeschild für gute Bildung, es benötigt eine Reform die mehr auf die Stärken und Schwächen der jeweils einzelnen eingeht.

 

Außerdem hört nie auf an euch selbst zu arbeiten und entwickelt euch weiter.
Ein ehemaliger Kollege gab mir den Rat: „Man muss immer etwas nebenher am Laufen haben, wenn nicht bei den Frauen dann bei etwas Anderem“.
Vor 12 Jahren habe ich mein Nebengewerbe gegründet, vor 6 Jahren kam die finanzielle Bildung und aktuell nehmen die Kinder die übrige Zeit in Anspruch.
Mit den Kindern lernt man ebenfalls jeden Tag dazu (wenn vielleicht auch nicht immer gleich ersichtlich). In der Zukunft will ich mich definitiv weiter und noch tiefer mit dem Thema Aktien und Börse auseinandersetzen.

 

 

Das war das Freiheitskämpfer Interview mit dem Spätzünder

Vielen Dank, dass Du hier dabei bist.

Dein Weg vom „abgeschriebenen“ Hauptschüler zum abgeschlossenen technischen Masterstudium hat mich sehr beeindruckt!

Und ich kann Dir als Familienvater mit zwei schulpflichtigen Kindern nur zustimmen. Das deutsche Schulsystem würde von einer Reform, die auf die einzelnen Stärken und Schwächen der Kinder stärker eingeht, deutlich profitieren.

Wenn sich die Eltern nicht kümmern, tut es sonst überraschend oft im Schulbereich auch niemand. Und dann führt die frühe Trennung der Kinder ab der 5.ten Klasse aktuell zu einer deutlichen Benachteiligung der Kinder aus bildungsfernen Schichten.

Viele dieser Kinder, die dann (anders als Du) keinen späten Motivationsschub erhalten, holen das nicht mehr auf.

Das ist nicht nur vertanes Potential für diese Menschen selbst, sondern für das ganze Land.

Es gibt also weiterhin viel zu tun und prima, das Du das Zepter zwar spät aber dann souverän in die Hand genommen hast.

 

Und jetzt Ihr

Welche Fragen habt Ihr an den Spätzünder. Was gefällt euch gut und was würdet Ihr Ihm für seinen weiteren Weg mitgeben?

Außerdem mach auch Du mit bei der Interviewreihe, wenn Du Dich im Lebensabschnitt bis 35 und min. 100.000 Euro selbsterschaffenem Vermögen befindest.

Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und nimm an den Freiheitskämpfer Interviews teil.

Neben dem Fakt den anderen hier etwas zurück zu geben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Als zusätzliche Möglichkeit, kannst Du Deinen weiteren Weg gerne in einem Tagebuch hier in unserer Community veröffentlichen.

 

Die Millionär Interviews laufen natürlich auch weiter und auch hier freue ich mich auf weitere Gäste.

Gib Gas mit der Freiheitmaschine und mach Dein Leben zu einem wunderbaren Abenteuer!

25 thoughts on “Freiheitskämpfer Interview 26 – Der Spätzünder”

  1. Hi Spätzünder,

    das ist wirklich extrem beeindruckend was ihr erreicht habt. Konsequent weiter so!
    Und ganz wichtig: das finanzielle Know-How an die Kinder weiter geben. In der Schule lernen sie das nicht!!!
    Ein tolles Beispiel wie man mit eisernen Willen phantastisches erreichen kann.

    Du machst tolle Fotos mit gutem Bildaufbau. Ist das dein Nebengewerbe?

    Gruß
    Finanzr

    1. Hallo Finanzr,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ja das werde ich definitiv an die Kinder weitergeben. Mit deiner Vermutung zum Nebenerwerb liegst du goldrichtig. Leider lief das letzte Jahr wegen Corona auch nicht so besonders gut.
      Viele Grüße

      1. Hi Spätzünder,
        tolles Hobby/Nebenwerwerb! Machst du das über (Micro)Stockagenturen? Da sind 500€ / Monat netto schon ein ziemlich guter Schnitt!
        Dranbleiben!
        Gruß
        Finanzr

        1. Hallo Finanzr,
          das Ganze hat als Hobby angefangen. Ich hatte mich vor Jahren mal mit der Stockfotografie beschäftigt aber das ist ein hartes Pflaster. Habe mich auf 2-3 Bereiche spezialisiert und bin dort tätig.
          Viele Grüße

  2. Hi Spätzünder,
    vielen Dank für das Intervwie. Herzlichen Glückwunsch zum Erreichten. Was das Bildungssystem angeht sieht man ja sehr schön, dass die Differenzierung ab der 5. Klasse häufig dazu führt, dass Kinder zu früh in “Schubladen” gesteckt werden. Bei mir war es ähnlich. Nach der Grundschule war ich noch nicht “reif” fürs Gynmasium, habe mich dafür dann aber Klasse 6. gelangweilt und konnte dann später aufs Gynnasium. Eine Differenzierung nach der 7. Klasse wäre glaube ich nicht schlecht und würde Bildungsaufstiege erleichtern.

    Sehr beeindruckender Aufstieg bei dir und schon eine bachtliche Vermögenshöhe. In welche Krypots bist du denn investiert? Mich würde natürlich auch der Bereich deines Nebengewerbes interresieren? Darüber hinaus wirklich schöne Bilder. Was habt ihr denn für Reisepläne, falls es wieder möglich ist?

    Alles Gute für die Zukunft und LG

    Judge Dredd

    1. Hallo Judge,
      was die Bildungspolitik angeht sind wir uns einig. Ich bekomme das durch meine Frau ja auch direkt mit. Hier gehört dringend etwas gemacht… Ist aber alles nicht so einfach da gehört auch mal etwas Geld in die Hand genommen und ich rede nicht von ein paar Laptops für die Schule.
      Bei den Cryptos halte ich eigentlich nur noch Bitcoin. Ich hatte früher auch eine große Position IOTA aber da gab es mir zu viel schlechte Nachrichten und Gezanke.
      Mein Nebengewerbe ist wie von Finanzr schon vermutet die Fotografie.
      Aktuell schmiede ich keine großen Pläne… wir haben erst vor kurzem unseren Mallorca Urlaub den wir von letztem auf dieses Jahr verschoben haben abgesagt. Nächstes Jahr sieht es hoffentlich anders aus… wir sind zwar große Fans von Fernreisen aber die Kanaren lieben wir auch.
      Liebe Grüße

  3. Hallo Spätzünder,

    top Leistung! Diese Entwicklung geht nur mit dem Mindset eines Gewinners, da darfst du stolz auf dich sein! Du warst ja quasi auch nur „Alibi-Hauptschüler“ 😉

    Es gibt zwei Stellschrauben, mit welchen du hauptsächlich skalieren kannst:
    – Nebengewerbe pushen und die berühmte Extra-Zeit investieren. Da ich nicht weiß, was du machst, kann ich hier keinen Rat geben.

    – Vertriebsmeister werden. Als Arbeitnehmer kann man quasi fast nirgends so frei und selbstbestimmt Geld (schnell) verdienen und skalieren, wie an der Vertriebsfront. Bekommst du hier bereits Provisionen? Hier würde ich raten, gute Vertriebsschulungen wahrzunehmen, Provisionskonditionen auf das Maximum zu verhandeln und dabei auf höheres Fixum verzichten. (Vorausgesetzt dein Arbeitgeber hat ein gutes Produkt, denn das kannst du nicht beeinflussen).

    Zu deinen Anlagen:
    Hier bin ich kein Profi.
    Dein kryptoanteil ist mir aber recht hoch bemessen.

    Ansonsten, weiter so und viel Erfolg!

    1. Hallo Alibi-Student,
      danke für deinen Kommentar.
      Das Nebengewerbe ist jetzt keine Sache die man groß skalieren kann. Der Beruf zählt offiziell ja zum Handwerk. Ich möchte die nächsten 3-4 Jahre aber schon noch etwas pushen. Ewig will ich das aber nicht machen, die Zeit mit den Kindern und der Familie ist mir dafür zu wichtig.
      Ich arbeite in einem recht großen Konzern, die Aufstiegsmöglichkeiten und Gehaltsverhandlung sind hier nicht so einfach aber dafür stimmt das Grundgehalt. In meiner jetzigen Position ist aber wie gesagt noch Spielraum nach oben.
      Ja der Crypto Anteil ist im Vergleich recht hoch. Vor gut 4 Jahren hab ich aber nicht mal eine vierstellige Summe investiert. Ich hab schon oft überlegt hier Teilgewinne mitzunehmen aber ich gehe hier noch etwas Risiko ein. Ich denke, dass der Bitcoin früher oder später die Marke von 100.000 $ knackt. Spätestens dann fange ich an Gewinne langsam mitzunehmen.
      Liebe Grüße

  4. Respekt für Deinen Werdegang und auch die tollen Bilder! 🙂
    Macht direkt wieder Lust auf Sommer, Urlaub und Reisen.

    Alles Gute weiterhin und vielen Dank für die weitere Facette des FI-Puzzles. 😉

    1. Vielen Dank Praezisionminister,
      ja ich hoffe auch das der normale “Alltag” – bei dem man in den Urlaub fahren kann – bald wieder beginnt.
      Viele Grüße

  5. Ich habe mal eine Frage an die Community.
    In den Interviews lese ich oft von den tollen Erfolgs-Geschichten usw.
    Ich selbst hatte erst vor 2 Jahren diesen Moment, wie von Spätzünder beschrieben, wo mir klar geworden ist, dass ich das Thema Finanzen selbst in die Hand nehmen muss und habe angefangen zu lesen und zu recherchieren, zu sparen und zu investieren.
    Mein Problem dabei ist, dass ich meine Frau nicht für dieses Thema interessieren kann bzw. ich Probleme habe ihr klar zu machen, dass das ein wichtiges Thema ist, wo man erst an sich selbst arbeiten muss.
    Sie sieht den Nutzen davon sich was auf die Seite zu legen. Kann sich aber selbst überhaupt nicht zügeln.

    Meine Frage ist jetzt:
    Wie habt ihr das hinbekommen?
    Ich möchte meine Frau ja nicht in Ihren Möglichkeiten beschneiden oder unser Leben komplett frugal gestalten. Ich will Ihr nur die Vorteile einer etwas sparsameren Lebensweise klar machen. Um dann daraus z.B. die Mittel für eine große Reise oder größere Anschaffungen zu stemmen.

    Ich weiß, dass es keine Pauschalantworten darauf gibt. Deshalb die Frage.
    Danke

    1. Hallo Der Koch,

      über nichts wird in Beziehungen und Ehen so viel diskutiert, wie über Sex und Geld. Und das dann, wenn es davon jeweils zu wenig gibt oder einer der beiden komplett andere Bedürfnisse hat.

      Beide Themen sind im Endeffekt Ausdruck mehrerer Grundbedürfnisse von uns Menschen, von denen einige zu Beginn kaum sichtbar sind.

      Wie Du schon vermutest, ist es schwer, aus der Ferne mit Deinen Informationen eine “Empfehlung” zu geben.

      Das gesamte Einkommen nicht auszugeben sondern einen Teil permanent anzulegen, um dadurch gegen finanzielle Unwägbarbeiten gewappnet und immer weniger von einem Einkommen abhängig zu sein, hat nach meiner Einschätzung auch viel mit Selbstrespekt (und Respekt gegenüber dem Partner) zu tun.

      Schaffst Du es, Dich um Dein “zukünftiges Ich” ausreichend gut zu kümmern und an es zu denken oder gewinnt der kurzfristige Dopamin Kick wie bei einem Dorgensüchtigen die Überhand, einen Gegenstand jetzt zu kaufen, den man oft gar nicht braucht und bald gar nicht mehr denkt?

      Wenn Du aktuell noch darüber diskutierst, etwas kurzfristig zurück zu legen um es dann längerfristig zu konsumieren, bist Du davon nochmals ein ganzes Stück weg.

      Ich würde versuchen, mich mit meiner Partnerin über eure generellen Lebensziele zu unterhalten und was man tun würde, wenn eins oder das Einkommen einmal eine Zeitlang ausfällt.

      Wenn Deine Partnerin “nur” Ihr eigenes Einkommen komplett ausgibt, ist es in eurem Fall nach meiner Meinung etwas anderes, als wenn es “Dein” verdientes Geld ist.

      Im ersten Fall ist sie “nur” respektlos gegenüber sich selbst.

      Im Zweiten auch Dir gegenüber, weil Sie Dir dadurch viel mehr Stress aufbürdet und Dich im Endeffekt bis zur eventuellen, oftmals mageren Rente in Jahrzehnten zwangsweise an Dein Einkommen kettet.

      Im ersten Fall könnte man zu getrennten Konten übergehen wenn aller Austausch und Diskussionen nichts bringt. Du sparst und investierst einen Teil Deines Einkommens. Wenn dann immer noch kein Umdenken stattfindet, würde ich das irgendwann auch vertraglich fixieren, damit Du im Trennungsfall nicht noch darüber diskutieren musst.

      Im zweiten Fall würde ich nach vielen Gesprächen und offenen Lebenszieldiskussionen irgendwann auch einmal die Reißleine ziehen und ein Teil des Einkommens einfach anfangen zu sparen und investieren, nachdem eure Lebenshaltungskosten gedeckt sind.

      Eine Sache in die Hand zu nehmen, ist irgendwann auch Ausdruck von “Erwachsen sein”.

      Langfristig kommt so etwas in einer Beziehung überraschend gut an, nachdem sich beide Parteien an den neuen Status quo gewöhnt haben, während dem es wahrscheinlich erst einmal Diskussionen gibt.

      Kannst Du damit etwas anfangen und was sind Deine Gedanken dazu?

      Schönen Tag

      1. Hallo Lieber Maschinist,

        Es ist natürlich kompliziert und meine gesamten Familienverhältnisse muss ich hier ja nicht aufdröseln.
        Getrennte Konten hatten wir immer schon und einen recht ausführlichen Ehevertrag auch. Ich investiere auf schon geraume Zeit in Aktien und ETFs.

        Aber eine Lebenszieldiskussion haben wir so noch nicht geführt. Das ist auf jeden Fall ein guter Tipp.
        Vielen Dank für deine Antwort

        1. Hallo Koch,

          ich für meinen Teil würde ziemlich sicher auf stur schalten, wenn ich das Gefühl hätte mir würde mein Partner bzgl meines Geldes (auf meinem Konto) versuchen Vorschriften zu machen.
          Ich denke sich über Ziele zu unterhalten macht Sinn, aber ich kann ein langfristiges Ziel leichter verfolgen, wenn ich auch auf dem Weg dahin zufrieden bin.
          Vielleicht könntet ihr gemeinsam überlegen wo ihr zumindest versuchen könntet, ob trotz Einsparung die Zufriedenheit nicht zu kurz kommt.

          Beispiel bei einem Kauf x Tage warten und reflektieren, ob ein ähnlicher Kauf in der Vergangenheit wirklich zu mehr Zufriedenheit geführt hat, bevor gekauft wird, um Impulskäufe zu vermeiden. Oder etwas kostenloses/ günstigeres als Alternative ausprobieren – Bonuspunkte wenn die Alternative besonders ist und die Kosten nicht im Vordergrund stehen. Beispiel wären ein Picknick an einem schönen Ort in der Nähe und dabei Sonnenuntergang schauen.

          Wichtig finde ich auch unterschiedliche Prioritäten, wenn möglich versuchen zu verstehen und zu akzeptieren, solange diese nicht destruktiv sind und Kompromisse auf Augenhöhe zu verhandeln.

          Falls deine Frau ein negatives Selbstbild in Hinblick auf Finanzen hat (“das kann ich /Frauen eh nicht”) würde ich versuchen ein positives Selbstbild zu fördern

          Grüße
          Schildkröte

    2. Für mich war der erste Punkt, dass man nie wieder vor plötzlichen Ausgaben Angst haben muss, dann der Punkt beim unerwarteten Wegfallen des Einkommens.
      Ich muss allerdings sagen, dass in meiner ersten Ehe das auch ein Problem war – einer der gerne Dinge “upcycled” und versucht sein Geld möglichst effizient einzusetzen (und dabei auch zu viel konsumiert hat – und jemand, der am liebsten immer alles Neu und Sofort und große Reisen und und und…. wollte. Ich war der knausrige Spielverderber und langfristig war’s das dann…
      Es ist also schwierig – wenn man den Partner nicht vergraulen will sollte man es behutsam angehen…

    3. Bei meiner Frau ist es so, dass sie sich schlichtweg nicht für Finanzen im Sinne von Geldanlagen interessiert und sich auch nicht darum kümmert. Das war bei mir genauso, bis ich vor ca. 2,5 Jahren auf diese Seite hier gestoßen bin. Ich habe jetzt die finanzielle Verantwortung unserer Familie übernommen, mit unserem gemeinsamen Einkommen. Dabei sehe ich unsere kleine Familie in dieser Hinsicht wie ein kleines Unternehmen an mit Cashflow, Einkommen, Ausgaben und Gewinn/Verlust pro Monat und Jahr.

      Sie vertraut mir in dieser Sache und ich habe sie auch gedanklich abgeholt dazu, was meine Gedanken dahinter sind mit früher in Rente gehen, mehr Zeit im Leben füreinander haben etc. Sie konnte da sehr gut mitgehen. Dieses Verständnis von ihrer Seite ist sehr wichtig, und hilft auch, dass auch sie mittlerweile eine gewisse Motivation hat, Geld nicht unnötig auszugeben, sondern für Dinge die wirklich wichtig sind oder uns Freude bereiten im Leben.

      Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man in einer Ehe im Bezug auf Finanzen in einem Boot sitzt und auch ähniche Ansichten teilt, da es sonst früher oder später wohl immer im Streit endet.

    4. Ich denke, dass ein ähnliches Ausgabeverhalten in der Beziehung viele Sorgen und Konflikte erspart. Ich kann für unsere Ehe eigentlich nicht sagen, dass wir dafür aktiv etwas getan hätten, sondern es war eben schon immer so; wenn wir uns streiten, dann nicht über Geld. Davon haben wir für unsere Bedürfnisse genug und eher animiere ich meine Frau manchmal dazu, sich etwas zu gönnen.

      Um unsere privaten Finanzen kümmere ich mich und halte meine Frau auf dem Laufenden, d.h. ich habe eine fortlaufende Einnahmen- und Ausgabenplanung für die kommenden 12 Monate, kümmere mich um die Bankangelegenheiten und die Steuern. Im gemeinsamen Unternehmen erledigen wir es genau umgekehrt.

      Eine Sache finde ich hilfreich: Wir nehmen uns gelegentlich einen halben Tag Zeit, damit derjenige, der sich um das jeweilige Tagesgeschäft kümmert, dem anderen den Stand der Dinge und die aktuellen Fragestellungen verständlich aufbereitet. Danach essen wir was schönes.

  6. Hallo Spätzünder,

    auch ich bin beeindruckt davon, dass du nicht aufgegeben hast und schließlich deinen Bildungsweg gegangen bist!

    Interessieren würde mich noch, ob die Branchen ETFs bisher tatsächlich die erhoffte Überreste gebracht haben. Wie lange verfolgst du/ihr diese Strategie schon?

    Danke für die Einblicke und Grüße!

    1. Hallo Schildkroete,

      danke für deinen Kommentar.

      So wahnsinnig lange gibt es diese Branchen-ETF’s natürlich noch nicht deswegen kann man hier keine großen und fundierten Vergleiche anstellen. Wenn ich aber mal 1 Jahr zurück blicke… dann hatte wir vor ca. 1 Jahr den Tiefpunkt bei Corona. Seitdem ist ein MSCI World und ein FTSE All-World gut 40% gestiegen. Mein Digitalisierungs-ETF hat hier rund 60% und mein Big Data & KI ETF ca. 75% gemacht. Ich bin da jetzt seit ca. 2 Jahren dran… wie erwähnt viel länger gibt es die ETF’s auch nicht aber diese Themen werden wichtig für die nächsten Jahren.

      Viele Grüße

  7. Hallo zusammen,

    erstmal herzlichen Glückwunsch zum Erreichten und den noch vielen vorhandenen Plänen, das sieht doch gut aus!

    Auch auf die Gefahr hin als Spielverderber zu gelten, aber…

    1. Ich finde den Lebenslauf jetzt nicht soo beeindruckend. Rechnet man es sich mal durch, so hat der Spätzünder in annähernd/genau dem gleichen Alter seinen höchsten Schulabschluss erreicht (mit 19/20). Wo wurde da also spät gezündet? Er ist ein Jahr jünger als ich, ich hab dafür das Pech der späten Geburt und durfte somit auch erst mit 19/20 mein Abi erhalten und ich finde mich jetzt nicht langsam. Legasthenie könnte man als ein Argument werten, aber es gibt auch viele andere Menschen, die trotz Legasthenie (sehr) erfolgreich sind.
    2. Seit wann zählt man bAV zum Vermögen? Handelt es sich hier um eine spezielle bAV, die man sich früher auszahlen lassen kann? Bei meiner bAV geht das nicht, das kann ich erst ab 60+ Jahren und wenn man das zugrunde legt, könnte man auch seine gesetzliche Rente oder die BUV als Vermögen mit einrechnen. 😉 Die Sechsstelligkeit bleibt aber dennoch gewahrt.

    Ich drücke dir, Spätzünder, aber natürlich weiterhin die Daumen und wünsche dir viel Erfolg!

    1. Hallo Andreas,
      die Kommentare dürfen doch auch Kritik enthalten 🙂
      Wie oben erwähnt gibt es hier definitiv Interviews mit noch beeindruckenderen Geschichten oder Zahlen. Ich war 13 Jahre auf der Schule… normal hat man hier die allg. Hochschulreife. Bei mir war es „nur“ die FHSR – die kann man auch in 11 Jahren erwerben. Bund/Zivi war bei mir noch Pflicht, in der Ausbildung habe ich zwar einiges gelernt und sie hat mir den Weg zum Studium geöffnet aber nutzt mir jetzt nichts mehr… wenn man alles zusammen rechnet könnte man es durchaus schneller machen. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich bei dem ein oder anderen Interview auch mal eine Zahl beim bAV gesehen. Der Maschinist hat diese Summe nicht gestrichen aber du hast Recht, aktuelle komme ich da nicht ran.
      Viele Grüße

      1. Ich hatte die bav auch immer dazu gezählt, aber es ist klassisch eine Forderung und kein echtes Vermögen in eigener Hand. Aber ist für FF Aspiranten sowieso ein Luxusproblem 😉

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