Freiheitskämpfer Interview 21 – Manu mit Dekadenvorsprung

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100000 Euro Interview 21 Manu DekadenvorsprungWenn mir jemand vor einigen Jahren gesagt hätte, dass ich selbst einer der größten Nutznießer der Freiheitsmaschine sein würde; ich hätte es nicht geglaubt.

Damit meine ich nichts monetäres, sondern die Erweiterung des eigenen Erfahrungsschatzes und den Einblick in das Mindset meiner Mitmenschen.

Ich war immer ein positiver Mensch aber die Flut eurer Meldungen, Zuschriften und Interviews, haben mir so viel neues Verständnis und Bewunderung für andere Mitmenschen gegeben.

Dieses Interview ist ein weiteres Beispiel dafür.

Denn heute schreibt uns Manu.

Für Ihn hätte ich betreff Lebensalter und des dabei Erreichten auch eine eigene “Freiheitskämpfer Interviews Plus” Rubrik aufmachen können.

Er beweist, dass man mit einer gefragten Berufswahl und einer sparsamen Lebensführung auch ohne Abitur finanziell schon in jungen Jahren mehr erreichen kann, als die meisten Mitmenschen sich vorstellen können. Wenn dann noch, wie hier, das Glück eines guten Elternhauses hinzukommt, gibt es nur wenige Limits.

 

Los geht’s

 

Hallo Maschinist,
mit Begeisterung lese ich deine Millionärs– und Freiheitskämpfer-Serie!
Konnte daraus schon vieles für mich mitnehmen und lese sie zum Teil immer und immer wieder zur Motivation.
Auch die sehr tolle und erfahrene Community in den Kommentaren und im Forum hebt deine Plattform hinsichtlich der Qualität von so vielen anderen Facebook-Gruppen, Blogs und Foren ab.
Gruß, Manu

 

  • Wie alt bist Du (& der Partner falls vorhanden), wie lange seid Ihr schon zusammen und habt Ihr Kinder?
Ich bin 25 Jahre alt und gerade wieder Single.

 

  • Wo auf der Welt lebst Du / Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Ich lebe in meinem Elternhaus in einem kleineren, ländlicheren Ort, aber mit guter Infrastrukturanbindung an eine große süddeutsche Stadt.

 

  • Wie sieht Dein bisheriger Lebensweg aus und welche beruflichen wie privaten Erfahrungen hast Du dabei gemacht?
Ich bin nach der Realschule in einen mittelgroßen Konzern (mit IG-Metall Tarif) als Fachinformatiker-Azubi gelandet, wo ich eine sehr gute Ausbildung genoss und wo ich immer noch beschäftigt bin. Mittlerweile bin ich als IT-Spezialist tätig.
Nachdem ich drei Jahre berufstätig war (ab dann ging Studieren ohne Abitur), habe ich nebenberuflich ein Wirtschaftsinformatik-Fernstudium gestartet, das ich voraussichtlich Ende 2020 mit dem Bachelor-Zeugnis abschließen werde.
Ansonsten bin ich sehr behütet und glücklich aufgewachsen.

 

Landschaft Süddeutschland Freiheitsmaschine

 

Hierfür bin ich meinen Eltern sehr dankbar! Geld war dabei nie ein großes Problem bei uns, obwohl wir in den meisten Lebensbereichen dennoch sparsam gelebt haben und mir durchaus Sparsamkeit anerzogen worden ist.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles jährliches Nettoeinkommen. Wie hat es sich entwickelt und wie sieht die weitere Entwicklungsmöglichkeit in Deinem Bereich aus?
Mein jährliches Einkommen aus dem Angestelltenverhältnis (35h-Woche) beträgt rund 40.000 € netto. Dazu kommen dann noch Dividendenerträge von mittlerweile ca. 2.500 € / Jahr und Einkünfte aus einem staatlich finanzierten Stipendium für das Studium von ca. 2.000 € / Jahr.
Die Entwicklung des Einkommens war bisher von Tariferhöhungen und normalen Umgruppierungen geprägt – eher aber moderat. Größere Steigerungen sind sicherlich nur bei Positionswechsel mit mehr Verantwortung innerhalb des Unternehmens möglich oder durch einen Arbeitgeberwechsel.

 

  • Würdest Du Deine / Eure berufliche Tätigkeit anderen Menschen empfehlen, wenn es um die Punkte Einkommen, Entwicklungsmöglichkeiten und persönliche Erfüllung geht und was sind die Gründe dafür?
Den IT-Bereich kann ich vollumfänglich empfehlen, wenn man bereit ist sich entsprechend zu spezialisieren.
Hinsichtlich des Gehaltes und der Sozialleistung kann ich mich nicht beschweren, aufgrund der Konzern-Tarifbindung und einer eher höherpreisigen Region. Es wäre aber definitiv noch etwas mehr drin, wenn ich mich auch für andere Positionen oder Arbeitgeber öffnen würde.
Dies hatte und hat aber für mich derzeit eher eine niedrigere Priorität, da ich den Fokus zurzeit primär auf das nebenberufliche Studium lege. Wie es sich danach entwickelt, weiß ich Stand heute noch nicht so genau. Leider auch mit dem Hinblick darauf, dass mir die Ist-Situation thematisch und bezüglich der Randparameter bisher sehr gut gefällt. Ja ich weiß – eine Luxussituation.
Was mir halt im Allgemeinen super gefällt und mich persönlich erfüllt in der IT ist die Dynamik und die Philosophie des täglichen Lernens. Des Weiteren kann man als IT-Experte recht einfach und mit geringem Risiko ein kleines Nebengewerbe mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten hochziehen. Dies hat zum Beispiel mein Vater ähnlich so gemacht, dem ich bei unterschiedlichsten Projekten immer mal wieder unterstütze.

 

  • Wie hoch sind Deine / Eure aktuellen jährlichen Ausgaben und in welchen Bereichen schränkst Du Dich ein, um eigenes Vermögen aufzubauen?
Meine Ausgaben bei Wohnen und Essen sind sehr gering, weil ich noch bei meinen Eltern im großen Haus wohne. Mir ist durchaus bewusst was für ein Glück und Privileg ich an dieser Stelle habe und bin dafür sehr, sehr dankbar. Dass dies kein Zustand von Dauer ist, ist mir auch vollkommen bewusst.
Ein Auto besitze ich ebenfalls nicht, da ich zur Arbeitsstätte mit der Bahn pendle (ca. 2,5 Stunden täglich hin und zurück) und somit auch für private Zwecke die Jahreskarte mitbenutzen kann. Den Rest gehe oder radle ich.
Einmal im Jahr verreise ich, meist im europäischen Ausland. Diese Kosten halten sich aber in der Gesamtbetrachtung auch in Grenzen.
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Nennenswerte Ausgaben hinsichtlich Hobbies (u.a. Klavier spielen, Fahrrad fahren, Zeichnen) habe ich auch nicht. Technik-Spielzeug ist sicherlich vorhanden, aber das hält bei mir meist auch recht lange.
Die Studiengebühren für mein Fernstudium fallen da schon eher ins Gewicht. Diese werden aber zum großen Teil vom Stipendium abgefangen und können steuerlich, wie auch schon bei der Bahnkarte, geltend gemacht werden.
Daher sind meine monatlichen Ausgaben, die ich nicht tracke (ca. ein niedriger dreistelliger Betrag), sehr gering und die Sparquote entsprechend hoch.

 

  • Wie hoch ist Dein / Euer aktuelles Vermögen, wie hast Du es investiert und was möchtest Du in Zukunft dabei noch besser machen?
Mein aktuelles Gesamtvermögen beträgt ca. 224.000 € und verteilt sich auf folgende Assets:
  • 93.000 € Einzelaktien
  • 40.000 € ETFs (70/30 World + Emerging Markets)
  • 7.000 € Bausparvertrag
  • 2.000 € P2P-Kredite
  • 82.000 € Cash
Angefangen habe ich 2015 mit dem Investieren, nachdem ich die ersten Angestelltengehälter nach der Berufsausbildung auf dem Konto hatte und die klassischen Zinsprodukte immer weniger Rendite brachten. Damals bin ich dann mit der bekannten 70/30-ETF-Strategie gestartet. Dies wurde mir aber dann recht schnell zu langweilig, weshalb ich dann in Einzelwerte investiert habe. Hierbei verfolge ich hauptsächlich die Dividendenstrategie.

 

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Anfang 2017 entdeckte ich in ein paar Finanzblogs den Optionshandel und war sofort Feuer und Flamme. Ich verkaufte dabei Put-Optionen auf verschiedene Einzelaktien. Ging der Kurs nach oben, so konnte ich die Option schließen und bekam eine Prämie. Ging der Kurs nach unten, musste ich entweder handeln oder mir wurden 100 Stück der Aktie eingebucht, mit denen ich dann Buy-and-Hold betreiben konnte.
Wer den Chart von 2017 sich anschaut, der sieht, dass es immer nur nach oben ging. Ich beendete das Jahr mit einem schönen Plus und rechnete mir schon in Gedanken aus, wie reich ich einmal sein werde.
Im Februar 2018 saß ich von einem Geschäftsessen kommend im Zug und war auf den Weg nach Hause. Wie gewohnt checkte ich mein Handelsdepot hinsichtlich meiner offenen Trades. Der Tagesverlust war tiefrot, denn fast alle meine verkauften Optionen sind ins Geld gelaufen! Wie ein Zombie saß ich im rollenden Zug und schloss nach und nach einen großen Teil meiner Positionen. Die gesamte Rendite von 2017 war innerhalb eines Tages dahin.
Mit angezogener Handbremse und defensiverer Strategie konnte ich dank eines positiv laufenden Restjahres wieder etwas gut machen, aber von einem grünen Jahresergebnis 2018 war ich weit entfernt. Mitte 2019 habe ich dann den Optionshandel zum Glück komplett aufgegeben. Den Corona-Crash hätte ich in diesem Bereich sehr, sehr ungerne mitmachen wollen.
Insgesamt war mein Ausflug in den Optionshandel ein Nullsummenspiel hinsichtlich der Rendite. Der tägliche Aufwand und der psychische Stress bei Problemen waren dafür enorm. Dennoch konnte ich einiges aus dieser Zeit lernen.
Meine heutige Einstellung ist, dass ich mit ETFs höchstwahrscheinlich am besten fahre. Eine Überrendite (auch inkl. der Dividenden) konnte ich mit meiner eigenen Aktienauswahl seit 2015 nicht erzielen, wofür mir der Zeitaufwand einfach schlussendlich zu hoch ist. Das Interesse für intensive Aktienanalysen ist mittlerweile auch verflogen. Ein Verkauf der Einzelaktien steht zwar nicht an, aber Neuinvestitionen hier werden reduziert und frisches Geld wird nun automatisiert in ETFs per monatlichen Sparplan angelegt.
Gelernt habe ich, dass ich beim Gedanken vom „einfachen, schnellen Geld“ sehr, sehr vorsichtig bin und erstmal eine gewisse Skepsis aufbaue. Von Hebeln und Marginkonten lasse ich in Zukunft auch die Finger.
Bei den P2P-Krediten werde ich auch immer misstrauischer hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen, weshalb ich hier Neuinvestitionen komplett ausgesetzt habe und nun nach und nach mein Geld davon abziehe.
Dass die Cashquote in Bezug auf meine derzeitige Lebenssituation viel zu hoch ist, ist mir klar. Hier plane ich, dass ich nun Stück für Stück meine ETF-Sparpläne erhöhe und somit immer mehr an der Börse investiere.

 

  • Hast Du ein bestimmtes Vermögensziel?
Nein, eine ganz konkrete Zahl schwebt mir nicht vor – auch wenn die 1 Mio. € Vermögen schon seinen Reiz bei mir auslöst. Ich werde einfach solange weitermachen wie ich mich gut damit fühle.

 

  • Welche weiteren Lebensziele hast Du. Wo und wie möchtest Du Leben und was treibt Dich aktuell besonders an?
Das klassische Ziel hinsichtlich einer kleinen eigenen Familie mit Eigenheim steht auch auf meiner persönlichen Agenda. Ansonsten möchte ich gesund sein, eine gewisse Freude am Leben verspüren und mich mit Dingen beschäftigen, die mich erfüllen und Sinn stiften.
Daneben habe ich auch den Gedanken, einer Nebenselbständigkeit nachzugehen. Hier habe ich sicherlich das Glück, dass ich entsprechend schon Einblick in ein Kleinstbusiness erhalte habe bei meinem Vater und auch die Option auf eine Fortführung bestehen würde. Den direkten Kundenkontakt zu haben und zu 100% für das eigene Unternehmen zu wirtschaften ist schon besonders erfüllend im Gegensatz zum prozessgetriebenen Konzernjob.
Über die oft propagierte finanzielle Freiheit habe ich schon oft nachgedacht, strebe sie aber nicht bewusst an. Mein finanzieller Wunsch ist, dass Geld keine Last ist und mir zusätzlich Unabhängigkeit, Freiheit und Sicherheit schenkt. Ich möchte definitiv in meinem Leben etwas leisten. Möglichst viele Optionen hierbei zu haben ist daher mein größtes finanzielles Ziel.

 

  • Was sagt Dein Umfeld generell zu Deinen Plänen und wirst Du dabei unterstützt?
Leider habe ich niemanden in meinem privaten Umfeld, mit dem ein offenes, realistisches und neidloses Gespräch über solche Geldthemen möglich wäre. Die konkreten Zahlen kennt auch keiner.
Mit 1-2 Bekannten / Arbeitskollegen kann ich aber wenigstens ein bisschen über das Thema Aktien / Investieren philosophieren.

 

  • Gibt es noch etwas, dass Du den anderen Freiheitskämpfern mitgeben willst?

 

  • Seid immer skeptisch, wenn zu viele Leute vom schnellen Reichtum schwärmen und ihre kurzfristigen Erfolge zeigen (z.B. Optionen, Kryptowährungen, Wirecard usw.), denn es könnte ein bitteres Ende nehmen.
  • Weiterbildung ist immer irgendwie möglich (z.B. Studieren ohne Abitur, Studieren neben dem Beruf usw.).
  • Dankbar sein für das was man hat. Freude daran haben was man im Jetzt tut und keinen (noch) nicht erfüllten Träumen hinterherjammern.

 

 

Das war das Freiheitskämpfer Interview mit Manu

 

Vielen Dank, dass Du dabei bist.

Ich finde Dein mit 25 Jahren erreichtes Wissen und Dein Mindset absolut beachtenswert.

Ich war in Deinem Alter gerade beim Studienabschluss, finanziell an der Nulllinie und hatte keine Ahnung was eine Aktie eigentlich ist.

Optionsstrategien und anderes wären mir damals wahrscheinlich wie Dinge vom Mond vorgekommen.

Was ich damit sagen will ist, dass Du Dir im Vergleich zu so gut wie all Deinen Mitmenschen einen Dekaden großen Vorsprung erarbeitet hast. Und Deinen aktuellen Wissensstand und Dein erfahrungsgeprägtes Mindset wird die Mehrzahl im Anlagebereich wahrscheinlich gar nicht erreichen.

Das ist prima! Nutze das und lass Dir von niemanden etwas anderes einreden.

Herzlichen Glückwunsch auch zum parallel zum Beruf nun bald abgeschlossenen Studium. Auch das zeigt Deinen Willen und Deine Motivation, Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

 

Und jetzt Ihr

Welche Fragen habt Ihr an Manu. Was gefällt euch gut und habt Ihr Hinweise an Ihn, was er in diesem Lebensabschnitt beachten sollte.

Außerdem mach auch Du mit bei der Interviewreihe, wenn Du Dich im Lebensabschnitt bis 35 und min. 100.000 Euro selbsterschaffenem Vermögen befindest.

Schreib dem Maschinisten unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und nimm an den Freiheitskämpfer Interviews teil.

Neben dem Fakt den anderen hier etwas zurück zu geben, lernst Du durch das Interview selbst wieder Neues und kannst das Feedback für Deinen weiteren Weg nutzen.

Als zusätzliche Möglichkeit, kannst Du Deinen Weg gerne in einem Tagebuch hier in unserer Community veröffentlichen.

Die Millionär Interviews laufen natürlich auch weiter und auch hier freue ich mich auf weitere Gäste.

Gib Gas mit der Freiheitmaschine und mach Dein Leben zu einem wunderbaren Abenteuer!

32 thoughts on “Freiheitskämpfer Interview 21 – Manu mit Dekadenvorsprung”

  1. Hey Manu,
    vielen Dank für das Interview! Habe es mit Begeisterung gelesen, herzlichen Glückwunsch zum Erreichten und das mit erst 25 Jahren. Sauber! Habe in Bezug auf das Verhältnis Einzelaktien und ETFs eine ähnliche Entwicklung hinter mir. Vor der Freiheitschmaschine hatte ich nur Einzelaktien. Mittlerweile bei den Neuinvestionen 80% in ETFs und 20% in Einzelaktien.

    Weiter so und viel Erfolg! Halt uns mal auf dem Laufenden und spätestens beim Millionärsinterview lesen wir wieder von dir!
    VG
    Judge Dredd

    1. Hi Judge Dredd,

      dankeschön für die netten Worte!
      Ich verfolge mittlerweile das Börsengeschehen nur noch am Rande. Die wirklich wichtigen Dinge kriegt man schon noch mit und der Rest ist nach 2 Wochen eh schon wieder vergessen. Die ETF-Sparpläne inkl. Daueraufträge laufen automatisiert. Monatlich pflege ich noch Portfolio Performance – was aber meist unheimlich Spaß macht wg. der Dividenden.

      Ich glaube aber, dass da jeder seinen eigenen Weg durch Ausprobieren finden muss. Kann mir durchaus auch vorstellen, dass viele auch nach vielen Jahren noch Spaß an Aktienanalyse und Börsennews haben und möglicherweise auch ein besseres Händchen als ich dabei haben.

      Gruß,
      Manu

  2. Hallo Manu,

    mit viel Aufmerksamkeit habe ich deinen Beitrag gelesen.
    Herzlichen Glückwunsch zu dem, was du bisher erreicht hast!

    In welchem Bereich der IT bist du denn tätig?

    Gibt es einen tieferen Grund, wieso du an Einzelaktien festhältst, wenn dich das Börsengeschehen nicht mehr interessiert und du vom ETF-Konzept überzeugt bist?

    Welches staatliche Stipendium konntest du in Anspruch nehmen, während du einem Vollzeitjob nachgehst?

    Viele Grüße
    mabo

    1. Hallo mabo,

      vielen Dank für die Lorbeeren!

      Ich bin in einem recht speziellen Bereich bzgl. Infrastruktur / Rechenzentrum. Man kann das durchaus noch als Admintätigkeit (wenn dann nur 2nd/3rd-Level) ansehen (ab und zu trage ich als Abwechslung auch noch Serverhardware rum), ist aber sehr spezialisiert und mit viel Projektgeschäft / Inhouse-Beratung / strategische Entwicklung für meinen Verantwortungsbereich usw. angereichert.

      Diese Erkenntnis ist noch relativ frisch (seit diesen Sommer ca.), weshalb ich auch noch keinen wirklichen Plan habe, was ich mit dem doch recht großen Einzelaktienportfolio machen möchte. Ich sehe halt klar in Portfolio Performance an meinen ersten ETF’s vor ca. 5 Jahren, dass ich mit meiner Einzelaktien-Auswahl einfach underperforme. Zudem mag ich auch das erhöhte Risiko eines Komplettverlusts eines Wertes nicht (siehe Wirecard – ich war da aber nicht investiert, hatte sie aber schonmal auf der Watchlist). Dies kombiniert mit einem ziemlich stark abnehmenden Interesse an dem täglichen Börsengeschehen und Aktienanalysen etc. haben mich wieder zu den ETF’s zurückgeführt. Geplant habe, dass ich mich auf alle Fälle von ein paar Werten noch dieses Jahr trennen möchte, von denen ich langfristig nicht überzeugt bin. Größere Neuinvestitionen habe ich darin eh nicht mehr vor. Wenn jemand einen guten Tipp hat hierfür – gerne her damit.

      Nennt sich Weiterbildungsstipendium. Wird vom Bildungsministerium gefördert und von den örtlichen IHK-Stellen organisiert. Zielgruppe sind jetzt mehr Meister-, Techniker-, Betriebswirt-Kurse, da viele sich ein nebenberufliches Studium nicht vorstellen können bzw. es jedenfalls von staatlicher Seite auch nicht so viele gute Modelle gibt. Voraussetzung ist halt eine sehr gut abgeschlossene Berufsausbildung. Ich hatte halt 96/100 Punkten damals, war auch damit Kammernbester. Von dem her ging das Probleme durch. Das Schöne ist halt, dass du außer einen Antrag ausfüllen und halt die geförderte Veranstaltung zu besuchen nichts dafür sonst machen musst. Also kein Motivationsschreiben, keine Mindestnoten, kein zusätzliches soziales Engagement usw. Wer einen starken Ausbildungsabschluss hat und nebenbei sich weiterbilden will (man kann darüber z.B. auch Sprachreisen finanzieren usw.), unbedingt anschauen!

      Gruß,
      Manu

  3. Hallo,

    Top-Leistung. Gratuliere dir.

    Falls ich darf, folgende Tipps von mir:

    -versuche die 2,5 h Zugfahrt als Arbeitszeit zu nutzen. Regle das falls möglich mit deinem AG, dass er es anerkennt. Dürfte aus meiner Sicht kein Problem sein. Dadurch steigert sich deine Lebenszeit.

    -nimm jedes Projekt an, dass du in jungen Jahren bekommen kannst, z.B. im Ausland, solange es möglich ist

    -Versuch auf jeden Fall dir ein eigenes Unternehmen aufzubauen solange du noch zu Hause wohnst und keine großen Verpflichtungen hast. Dazu könntest du sabbatical nehmen oder evtl. Masterarbeit, falls geplant.

    schöne Grüße

    leansoccer

    1. Hallo Leansoccer,

      danke dir auch für dein Lob und deine guten Tipps. Das war für mich auch das Ziel, hier Feedback und neue Erkenntnisse von außen zu bekommen.

      1)
      Arbeiten während der Zugfahrt wäre evtl. möglich, ist aber nicht so mein Ding. Bevorzuge halt einen anständigen Arbeitsplatz mit zwei großen Monitoren. Des Weiteren wird die Pendelei eh weniger und weniger. Während Corona zum Teil 100% im Homeoffice und selbst wenn sich die Situation wieder beruhigen sollten, dann werde ich auf 3x Homeoffice, 2x vor Ort umsteigen, um die Pendelzeit zu reduzieren. Bisher konnte ich die Zeit auch sehr gut fürs Lernen nutzen. Ansonsten ist die Bahnzeit auch irgendwie Freizeit – wo ich mal bissl Lesen, Podcasts hören o.ä. machen kann. Sehe das mit der zukünftigen Homeoffice-Option recht entspannt an.

      2) Nehme ich gerne an den Tipp. Auch wenn ich immer mal wieder an meiner eigenen Komfortzone stoße.

      3) Wie oben beschrieben, ist eine Nebenselbstständigkeit auf alle Fälle ein Ziel von mir. Master weiß ich noch nicht so wirklich, ob der in der IT unbedingt nötig ist und ich nicht lieber in berufliche Weiterbildungen mehr investieren sollte. Der Zug ist aber da noch nicht 100% abgefahren. Gerne auch hier Kommentare von dir/euch, ob sich ein Master wirklich noch rentiert oder ob ein höheres Invest in Job oder Nebenselbstständigkeit nicht mehr Output am Ende erzeugt?

      Gruß,
      Manu

      1. Hi,

        Master würde ich machen, wenn du

        -dein Wissen vertiefen möchtest

        -Führungsposition anstrebst (dann hast du mehr Chancen)

        Das meiste lehrt dir aber das Leben.

        wichtiger ist Selbstständigkeit.

        LG

        leansoccer.de

        1. Hey,

          Führungskarriere strebe ich gar nicht an. Ich weiß, dass in Mitarbeiterführung und Unternehmenspolitik sicherlich so gar nicht meine Stärken sind. Maximal noch Projektleitung oder so.

          Wissensvertiefung ist schon eher interessant. Aber da tendiere ich auch mehr zu praxisbezogenen Weiterbildungen / Zertifizierungen, als zu einem akademischen Titel. Aber wie gesagt, das Master-Thema ist noch nicht komplett vom Tisch.

          Gruß,
          Manu

  4. Hi Manu,

    Klasse Interview!! Danke für diese Motivation. Ich werde nächsten Monat 30Jahre und bin im Vergleich zu dir nur bei 80K. Aber dein Interview hat mich enorm motiviert und im Frühjahr kann ich dem Machinisten endlich auch ein Interview geben 🙂

    Ich hätte noch eine Frage: wie viel Investierst du im Monat in deine ETF und welche ETFs besparst du?

    Auch ich habe einige Einzelaktien aber habe für mich auch entschieden, dass die Investition in ETFs für mich sinnvoller ist.

    Danke nochmal

    1. Hi Sonny,

      lass dich nicht von den Zahlen blenden. Jeder hat andere Voraussetzungen, Gegebenheiten, Ziele und Wünsche im Leben. Sei stolz was du bisher erreicht hast und das wichtigste ist, dass man dran bleibt und immer wieder nachjustiert.

      Zur Zeit laufen zwei monatliche Sparpläne auf Vanguard FTSE World (1400€) und EM (600€).

      Danke dir auch für deine netten Worte!

      Gruß,
      Manu

      1. Lieber Manu,

        vielen Dank für die Details.
        Eine kurze Nachfrage dazu: Gewichtest du die EM bewusst deutlich über? Im Vanguard All-World sind ja schon 10-11% enthalten.

        Herzliche Grüße

        P.S.:
        “Über die oft propagierte finanzielle Freiheit habe ich schon oft nachgedacht, strebe sie aber nicht bewusst an. Mein finanzieller Wunsch ist, dass Geld keine Last ist und mir zusätzlich Unabhängigkeit, Freiheit und Sicherheit schenkt.”Das klingt doch verdächtig nach finanzieller Freiheit als Ziel… 😉

        1. Hallo Praezisionsminister,

          danke für den Punkt! Da bin ich etwas naiv drübergehüpft und habe gedacht das MSCI World und FTSE World hier identisch wären bzgl. EM-Anteil. Ich glaube, da werde ich nun eher auf eine 80/20-Verteilung runtergehen. Bewusst übergewichten will ich den EM-Anteil nämlich nicht.

          Gruß,
          Manu

    2. Diese Details zu den ETFs hätten mich ebenso interessiert wie eine genaue Aufschlüsselung der monatlichen/jährlichen Ausgaben. 🙂

      1. Da ich kein Haushaltsbuch führe habe ich keine genaue Auflistung vorliegen. Da es mich selbst interessiert, werde ich mal eine Jahresauflistung machen und evtl. nachrreichen. Versprechen tue ich es mal nicht.

  5. Hallo Manu,
    Glückwunsch, du bist wirklich schon sehr weit in deinem Alter, sowohl was die Einstellung als auch das Vermögen betrifft.
    Darf ich fragen bei welcher Fernuni du studierst?
    Alles Gute,
    Ruben

  6. Hallo Manu,

    großartige Story. Meinen Herzlichen Glückwunsch zu deiner bisherigen Reise.
    Welche Fachrichtung hatte denn die Ausbildung bzw. welche macht aus deiner Sicht am ehesten Sinn (ggf sind ja auch alle “brauchbar”)
    Beste Grüße JC83

    1. Hey JC83,

      bin Fachinformatiker Systemintegration. Ist ansich egal – je nachdem was dir mehr liegt und wo du eher was findest. Viel wichtiger ist es, dass du einen sehr guten Ausbildungsbetrieb findest.

      VG,
      Manu

  7. Hi Manu,
    das hast du gut gemacht. Schon jetzt hast du alle Mittel für ein selbstbestimmtes und freies Leben. Das ist hervorragend :).

    Ich habe einen ähnlichen Weg hinter mir (ohne Optionen) und habe den Großteil meiner Aktien gegen ETFs eingetauscht.
    Ein überschaubares ETF-Depot gibt mir Ruhe und lässt mich viel ruhiger schlafen.

    Mit dem Vanguard FTSE All-World hast du ja schon ein super Basisinvestment.
    Ich könnte mich mittlerweile sogar ausschließlich mit diesem ETF anfreunden.
    Aktuell habe ich aber auch noch EM und einen REIT-ETF beigemischt.

    Weiter so und alles Gute 🙂

    Schwaberle

      1. Hi Manu,

        es kommt wohl darauf an, wie hoch die Gewinne bei dir sind oder wie sehr dich deine Aktieninvestments ablenken oder “nerven. Ich habe meistens recht steuerneutral die Aktien verkauft und das Geld dann meine ETFs investiert. Über die Erfahrungen bin ich trotzdem froh :).

        Ich persönlich kaufe ETFs bei fallenden Kursen, bei steigenden Kursen oder stagnierenden Kursen gerne nach.

        Bei den Einzelaktien ist das anders. Ich habe bei fallenden Kursen eher am Investment gezweifelt und wollte die ab dem Zeitpunkt nur noch loswerden. Das ist viel Psychologie und ich wähle den Weg, bei dem ich rational handeln kann. Daher habe ich auch die Orderkosten und Steuern in Kauf genommen.

        Das ganze war auch ein Prozess und hat sich über 2 Jahre gezogen. Rückblickend hätte ich mich wohl einfach auf einen Schlag von den Aktien verabschieden sollen. Da die Börse gut lief, kann ich mich aber nicht beklagen.

        Wie sehr ziehen deine Einzelaktien deinen Fokus auf die täglich schwankenden Kurse?

        VG Schwaberle

        1. Interessantes Thema: ich habe auch Fokus auf ETFs, kann von einigen Einzelwerten aber nicht lassen. Ich habe es so gelöst, dass ich die Kurse nur beim Nachkauf der Einzelaktien checke. Ich konzentriere mich auf Werte, die mich überzeugen nach dem Motto gut ausgewählt und Renditebringer oder Totalverlust.

        2. Hi Schwaberle,

          danke für deine Erläuterungen.
          Das mit den psychologischen sehe ich ähnlich – irgendwie nerven mich die Einzelwerte grad etwas. Andererseits ist diese Erkenntnis noch etwas jung, von dem her weiß ich nicht, ob das nicht einfach nur ne Phase ist. Mit dem Nachkaufen hast du recht – automatisierter Sparplan und mir ist einfach super egal wo der Kurs grade steht. Bei Einzelwerte leider immer schaun, dass die ja nicht überbewertet sind usw.

          Mein Problem ist leider auch, dass mein Einzelwertedepot anhand einer Dividendenstrategie aufgebaut ist. D.h. wenn ich nun hier abbaue / umschichte in World/EM, müsste ich damit klar kommen, dass ich einen Rückschlag bei der Dividendenentwicklung hinlegen muss. Ja ich bin so gar nicht darauf angewiesen, aber für mich waren die steigenden Dividenden ein Motiviationsanreiz…

          Zur Zeit tendiere ich dazu, dass ich auf alle Fälle die Anzahl der Einzelwerte reduzieren möchte und dies einigermaßen steuerneutral machen möchte. D.h. ein paar Rohrkrepiere raus und ein paar Gewinneraktien beschneiden. Auch schau ich mir alle untergewichteten Werte an, ob’s die noch braucht.

          Gruß Manu

        3. Kann auch den All-World High Dividend nehmen, um die weltweite Diversifikation aufrecht zu erhalten. Im Endeffekt ist die Performance im Vergleich zum normalen All-World halt mega mager. Klar sind halt die ganzen Tech-Werte nicht drin.

          Vor allem ich brauche ja die Dividenden sicherlich die nächsten Jahre nicht. D.h. jetzt explizit Growth-Aktien auszuschließen ist wahrscheinlich nicht so klug.

        4. Hi Manu,

          das ist wirklich sehr interessant. Ich hatte auch einige Dividendenwerte im Depot. Für mich war das ein Weg vom Klassiker (70/30) über verschiedene Einzelwerte und HighDividend ETFs zurück zum Klassiker :). Wobei mir, wie gesagt, auch eine 1-ETF-Lösung mit dem All-World gut gefallen würde.

          Du hast ja noch genug Cash, dann kaufst du halt etwas mehr vom ausschüttenden All-World und schon bleiben die Ausschüttungen gleich :P.

          Ich bin gespannt, welche Entscheidung du triffst.

          Gruß Schwaberle

        5. Hi Schwaberle,

          ja tendiere auch eher hinsichtlich einer klassischen und einfachen Strategie. Wird wahrscheinlich langfristiger die sinnvollere Variante sein, da es in meinen Augen eher zählt, dass man lang und regelmäßig dran bleibt.

          Ne ich denke, ich werde nun schrittweise das Einzelaktien-Depot reduzieren und die ETF-Sparpläne weiterlaufen lassen und nach und nach erhöhen. Dann habe ich zwar eine längere Umstellphase, aber ich fühle mich wahrscheinlich damit etwas wohler.

          Danke für deinen Gedanken!

          Gruß,
          Manu

  8. Eine Frage habe ich noch zu deinem Gesamtvermögen – finde es sehr spannend und motivierend, auch ohne Studium so eine Summe aufzubauen.

    Bist du da tatsächlich von 0 gestartet oder hattest du durch deine Eltern o.ä. eine Starthilfe?
    Sonst kann es natürlich sein mit ca. 18-25 (7 Jahre) je 25k € sparen plus etwas Aktienperformance.
    Sollte nicht-Akademiker angregen, wobei 40k € Netto-Gehalt natürlich auch ordentlich ist.

    1. Hallo Max,

      ich hab glaub ich mit einem niedrigen / mittleren 4-stelligen Vermögen in die Berufsausbildung gestartet. Das sind halt 16 Jahre Geldgeschenke von verschiedenen Parteien (hauptsächlich von den Omas :D) zu den bekannten Anlässen. Habe auch so gut wie nie Taschengeld bekommen – dafür halt das was ich brauchte, bezahlt bekommen bis zum 16. Lebensjahr. Den Führerschein mit 17 habe ich dann schon 100% selbst bezahlt. Natürlich bin ich auch hierfür dankbar für das Startkapital, aber ich würde sagen, dass das so in meinem persönlichen Umfeld ganz normale Startbedingungen waren.

      Ab dann habe ich während der Berufsausbildung ca. 700-800 € / Monat netto eingenommen. Erst ab Mitte 2014, also mit 19 Jahren, habe ich dann entsprechend ein Angestelltengehalt bezogen.

      Ich finde das Konstrukt der dualen Berufsausbildung mit den zahlreichen nebenberuflichen Möglichkeiten in Deutschland echt genial. Ich würde diesen Weg immer wieder machen. Wenn man dann als Angestellter einigermaßen gut verdienen möchte, kommt man aber leider nicht drum herum, dass man einen gute bezahlte Richtung (in meinen Fall halt IT) und einen gescheiten Ausbildungsbetrieb (in meinem Fall mittelständischer Konzern mit IG-Metall-Tarif) findet.

      Dennoch muss ich auch sagen: Ich bin mittlerweile nach Berufsausbildung und 6 Jahren Berufserfahrung gehaltstechnisch bei uns soweit, dass ich mich mit einem frischen Bachelor-Absolventen vergleichen könnte. An der Stelle kann man nun diskutieren wer mehr Mehrwert für das Unternehmen liefert. Mein Antrieb für das nun fast abgeschlossene Studium war aber eher weniger der höhere mögliche Verdienst, sondern eher die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Bewerbermarkt. Final sollte man sich immer überlegen ein Studium dranzuhängen in meinen Augen. Am besten halt nebenbei oder gleich zu Beginn in Form eines dualen Studiums.

      Gruß,
      Manu

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