Nachrichten
Nachrichten löschen

Klumpenrisiko vs. Abgeltunssteuer

6 Beiträge
3 Benutzer
5 Reactions
261 Ansichten
 mbg5
(@mbg5)
Beiträge: 51
Freiheitskämpfer Plus
Themenstarter
 

Hallo an die Runde,

evtl. gibt es hier Leute mit ähnlichem "Dilemma". Meine 3 großen Techpositionen sind mittlerweile auf über 30% meines Gesamtportfolios angewachsen. Alphabet mit 20%, Amazon 7%, Meta 5%. Wahrscheinlich sogar eher Richtung 35% wenn ich noch die Gewichtung aus den Welt ETF hinzunehme. Das ist ja einerseits erfreulich und ich habe auch Erfahrung damit, Positionsgrößen Richtung 25% hatte ich jahrelang im Tabakbereich da war die Situation aber etwas anders. Es ging um die 8-10% Dividende und nach unten war das recht gut abgesichert. Meine Alphabet ist halt mit >300% im Plus, Meta 200% , Amazon ist relativ frisch und nur gut 50% im Plus. Bei Alphabet war und bin ich nach wie vor überzeugt und habe auch entschieden nachgekauft als es nur noch hies Chatgpt und Alphabet wäre tot. Ich habe Alphabet auch früher (>5-10J) schon öfter mal verkauft wenn ich dachte sie wären überbewertet und jedes mal bereut im Nachgang. Alphabet ist wahrscheinlich etwas gehypt momentan und das KGV von 27 auch deutlich überm Schnitt. Wenn ich allerdings verkaufe ist halt einfach mal >1/4 beim Staat sprich die Aktie müsste unter KGV 20 fallen das ich überhaupt wieder ähnlich investiert wäre. Rein rational tendiere ich daher eher dazu gar nichts zu verkaufen zumindest nicht sofern Alphabet nicht deutlich über KGV 30 steigt. Dagegen spricht der 20% Klumpen. Wie handhabt ihr es bzw. habt ihr überhaupt Positionen die deutlich über 10% als Einzelaktie liegen. Variante B wäre die Hälfte zu geben und in günstiger bewertete Sachen zu streuen wahrscheinlich im Moment sogar in einen Small Cap Value ETF zur Diversifikation. Meine Depotgröße liegt bei >1Mio sprich es geht nicht iwi darum den Sparerfreibetrag auszunutzen oder damit etwas rauszuholen sondern eher darum ob es Wert ist dem deutschen Staat 25k€ reinzuschieben nur um besser diversifiziert zu sein. Ob dann die Rendite damit besser ist steht ja nochmals auf nem anderen Blatt. Mich würde hauptsächlich interessieren ob ihr es schon als fahrlässig anseht so große Depotpositionen in Einzelwerten zu haben (auch wenn es mal mit Einzelkäufen im Prozentbereich losging) oder ob ihr auch eher dazu tendiert solange das Unternehmen kerngesund ist die Position einfach weiterlaufen zu lassen? Ich könnte natürlich auch noch mit nem Stop arbeiten mach ich i.d.R aber nicht


 
Veröffentlicht : 21. Mai 2026 22:48
Maschinist mag das
Sir Invest-a-Lot
(@sir-invest-a-lot)
Beiträge: 108
Aktiver Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @mbg5

Meine Depotgröße liegt bei >1Mio  .... Wie handhabt ihr es?

Mein Depot ist >450T und dein Problem ist eines meiner Hauptgründe warum ich aktuell nur noch ETFs drin bin.

Jetzt musst du entscheiden, ob du eine Aktie wie z.B.  Apple verkaufst, weil du das 10x deines Einsatzes als Gewinn erzielt hast mit dem Risiko, dass du die Chance verpasst, bis zum 1.350-Fachen zu steigen. Aber nicht vergessen, man könnte auch eine Größe wie Nokia im Depot haben und dann hat man langfristig auch ein Problem. 
Wenn du nicht verkaufst, könntest du jedoch auch ein Desaster wie bei Enron (damals unter den Top 7 im S&P 500) oder Lehman Brothers (Top 50 im S&P 500) erleben.

Das ist das Grundproblem bei Einzelaktien, irgendwann muss man verkaufen und umschichten. Bei passiven Index ETFs nicht. Zudem hast du nicht den Vorteil, dass du beim Verkauf  dein Gewinn durch die Teilfreistellung weniger versteuern musst.  

Die Frage die du dir stellen solltest: 
Welchen Fehler kann ich mir eher nicht verzeihen? 
Wann würde ich eher schlecht schlafen oder wie würde ich mich fühlen wenn die Aktie zusammenbricht?

Was würde ich tun?
- Teilverkauf: Dabei ärgert man sich am wenigsten. Am besten verkauft man den Betrag, den man ursprünglich für die Aktie bezahlt hat, und behält die Aktie dann für immer. Andernfalls kann man keinen 1000-fachen Gewinn erzielen.
- Zukünftig eher ETFs zum Nachkauf nutzen.
- ggf. zukünftig das AVD nutzen, da kann man da steuerfrei umschichten. 

 


 
Veröffentlicht : 22. Mai 2026 01:44
Reblaus und Maschinist mögen das
Der Autodidakt
(@der-autodidakt)
Beiträge: 505
Silber Freiheitskämpfer
 

Mein Depot ist auch deutlich 7-stellig und ich verfolge seit nun fast 10 Jahren den Ansatz "das Unkraut auszurupfen und die Rosen zu pflegen". Das Resultat ist, dass ausnahmslos alle meine Werte mindestens 2-stellig grün sind, und nicht wenige sogar 3-stellig. Angeführt von Alphabet mit +460%, Apple +360%, Meta +200% usw... Ich habe aber nicht nur Techwerte die fett im plus sind, sondern auch Firmen wie WW Grainger (+200%), Parker-Hannifin (+260%), Ross Stores (+100%)  Emerson Electric (+100%)... Meine Einzelpositionen sind sehr US lastig, aber es gibt dort einfach sehr gute Firmen. Mehr als 50% des Gesamtportfolios liegt in einem langweiligen Welt ETF.

Ich sehe das nicht als Problem, sondern eher als angestrebtes Resultat einer sehr langfristig ausgerichteten Investment-Strategie. Du wirst immer Gewinner und Verlierer haben. Die Verlierer werden verkauft und der freiwerdende Verlust wird verwendet um steuerneutral umzuschichten (meist in Welt ETF). Das findet maximal einmal pro Jahr statt, eher seltener. Ich würde jetzt nie auf die Idee kommen meine Alphabet oder Apple zu verkaufen, aber ich muss sie auch aktuell nicht nachkaufen.


 
Veröffentlicht : 22. Mai 2026 11:29
ziola und Reblaus mögen das
Sir Invest-a-Lot
(@sir-invest-a-lot)
Beiträge: 108
Aktiver Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @der-autodidakt

das Unkraut auszurupfen und die Rosen zu pflegen

Deine Strategie kann ich nachvollziehen und finde ich auch tatsächlich gut, jedoch darf man nie vergessen, dass Top Unternehmen auch untergehen können. 

Nokia war mal auf Platz 1 im Stoxx 600 

Cisco war mal auf Platz 2 im S&P 500

Intel war mal Platz 3 im S&P 500

 

Man muss auch damit leben können, wenn Unternehmen irgendwann über 16 Jahre in einem Bärenmarkt verharren.Beispielsweise war Microsoft etwa 16 Jahre lang in einem Bärenmarkt. Keine Frage, Microsoft ist ein Top-Unternehmen, doch hätte man die Aktie vorher verkauft, wäre man möglicherweise besser gefahren.

Man darf die Opportunitätskosten nicht unterschätzen. 16 Jahre lang keinen Gewinn zu erzielen, ist hart. Falls man passiv Index-ETFs auswählt, sollte man die Auswahl des Index nicht unterschätzen. Der Nasdaq benötigte 15 Jahre, um sich von einem Bärenmarkt mit einem Rückgang von bis zu 78 % zu erholen.


 
Veröffentlicht : 22. Mai 2026 12:39
Der Autodidakt
(@der-autodidakt)
Beiträge: 505
Silber Freiheitskämpfer
 

Veröffentlicht von: @sir-invest-a-lot

Man darf die Opportunitätskosten nicht unterschätzen. 16 Jahre lang keinen Gewinn zu erzielen, ist hart.

Klar, aber deshalb diversifiziert man ja auch.

Veröffentlicht von: @sir-invest-a-lot

Der Nasdaq benötigte 15 Jahre, um sich von einem Bärenmarkt mit einem Rückgang von bis zu 78 % zu erholen.

Ja, und hat in der Folgezeit massive Überperformance abgeliefert.

Diversifikation und „Long Game“ spielen, lautet die Devise. 

 


 
Veröffentlicht : 22. Mai 2026 13:58
 mbg5
(@mbg5)
Beiträge: 51
Freiheitskämpfer Plus
Themenstarter
 

Danke für den Input und die Denkanstöße schonmal. 

Zum Thema Teilverkauf und dann ins Altersvorsorgedepot musste ich dann aber doch schmunzeln. Dem Letzten dem ich mein Geld anvertraue ist dem deutschen Staat, Stichwort nachträgliche Sozialabgaben auf Betriebsrenten. In 30 Jahren wird nicht mehr Geld da sein und der Staat sicher kreativ werden und die "ehrlichen oder soll ich sagen dummen" Leute die in das AVD gespart haben sicher mehrfach besteuern. Ganz abgesehen davon das diverese weitere Nachteile vorhanden sind (kein Zugang/vorzeitige Auszahlung etc.). Den anderen Gedanken eines Teilverkaufes und Umschichtung in einen Welt ETF hatte ich auch zuerst aber wenn ich dann sehe das die größten 10 Positionen 25% ausmachen und ausschließlich aus Amerika kommen dann kann ich meine herausgepickten 3 Stück bzw. 4 mit Microsoft auch gleich behalten. Ich hätte eher an einen Avantis Small Cap Value ETF zur Diversifikation gedacht. In Sachen Ländergewichtung bin ich mit 48% USA nicht so schlecht aufgestellt im Prinzip stört mich lediglich der 20% Alphabet Anteil etwas aber ich muss Autodidakt Recht geben mein Arista Tenbagger habe ich auch immer wieder verkauft zwischendrin und das war definitiv ein Fehler, im Prinzip war es egtl. mit allen Positionen so die mal >100% Gewinn lagen. Bei meinem 25% Tabakanteil hab ich mittlerweile auf 10% gestutzt und auch das war ein Fehler weil sie seither nochmals um 20% gestiegen sind. Das sind egtl. die guten Aktien die die Nieten mehr als ausgleichen. Lediglich bei Novo Nordisk lag ich da richtig mit dem Verkauf. Das ist ja egtl. die Krux, wer ne 3% Positionsgröße eingeht und damit 500% macht hat zum Schluss nen Klumpen sollte sich aber wahrscheinlich wirklich eher freuen das es geklappt hat. Meine Alphabet hab ich halt immer wieder in Tiefs nachgekauft sodass die Positionsgröße mehr als 5% war. Sowas sollte ich in Zukunft evtl. lassen. 


 
Veröffentlicht : 22. Mai 2026 17:53
Teilen: