Millionär Interview 24 – Christian – Superboost im Ausland

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Die Millionär Interviews der Freiheitsmaschine powern auch im Sommerloch.

Jedes Mal wenn mir jemand schreibt, freue ich mich schon vor dem Öffnen der Mail. Ein Mensch, der aus eigener Kraft Vermögen aufgebaut hat, breitet seinen Lebensweg vor uns aus und hat auf den ersten Blick keinen direkten Vorteil davon.

Aber in Wirklichkeit ist das hier eine (für alle Beteiligten vorteilhafte) „Naval Ravikant“ Situation und viele Interviewteilnehmer haben das erkannt.

Es geht hier neben den Punkten einer verbesserten Klarheit über die eigene Lebenssituation und auch einmal Feedback zu erhalten darum, anderen etwas zurück zu geben.

Und durch solch auf den ersten Blick selbstloses Verhalten ergeben sich oft genug wie von magischer Hand wieder langfristige Vorteile, an die zu Beginn niemand denkt.

Mittlerweile zwei Duzend Interviewteilnehmer – was ergibt das z.B. für ein interessantes Netzwerk…

Heute schreibst uns Christian. Er hat besonders auf der Einkommensseite so richtig, richtig Gas gegeben und kann mittlerweile auf eine wunderbare Lebensleistung blicken.

 

Aber lest selbst

  • Wie alt bist Du (und der Partner falls vorhanden) und wie lange seid Ihr schon zusammen?
Ich bin 53 und meine Frau ist 45 – wir sind seit mehr als 10 Jahren verheiratet.

 

  • Habt Ihr Kinder und wenn ja, wie alt sind sie?
Ja, wir haben 2 Kids, 12 und 10 Jahre alt.

 

  • Wo auf der Welt lebt Ihr (in der Stadt oder auf dem Land)?
Wir leben zwischenzeitlich wieder in Deutschland – mitten in einer Großstadt. Bis vor einiger Zeit waren wir insgesamt fast 20 Jahre in zwei Ländern im Ausland unterwegs.

 

  • Was ist Dein (euer) jährliches Nettoeinkommen aus euren Berufen sowie euren Investments?


Ich lebe zurzeit ausschliesslich vom passiven Einkommen – und komme da auf ungefähr EUR 120k brutto. Meine Frau geht Vollzeit arbeiten bei einer großen Firma mit etwa EUR 70k p.a. brutto. Sie hat ausserdem noch geringe Kapitaleinkünfte und eine vermietete Immobilie, die voll abgezahlt ist (zusammen vielleicht nochmal ca EUR 12k).
Nachdem wir in Deutschland angekommen sind, habe ich mich nach ein paar Monaten selbständig gemacht – bin aber noch in der Start-up Phase. Ich will weiterhin etwas tun, aber NUR noch was mir Spass macht und sicherlich nur noch mit begrenztem Zeitaufwand – vielleicht an 2 Tagen die Woche oder sowas.

 

  • Wie hoch sind eure jährlichen Ausgaben und gibt es Dinge für die Du gerne Geld ausgibst?
Die grösste Position ist die Miete (Haus in zentraler, städtischer Lage) mit knapp EUR 40k – zusammen mit Lebenshaltungskosten, Urlauben, Rausgehen etc. werden wir vermutlich auf insgesamt etwa EUR 90 – 100k im Jahr kommen.
Solange ich noch voll gearbeitet habe, waren die Ausgaben deutlich höher – vor allem für Urlaube, aber auch teure Autos etc. Wir haben die Ausgaben deutlich reduziert – und geben ausser für die Miete vom Haus und die damit für uns verbundene Lebensqualität, weiterhin Geld für tolle Urlaube aus.

 

  • Wie hoch ist Dein (Euer) aktuelles Vermögen?


Aktuell liegt das gesamte Vermögen so um die EUR 3,4 Mio. Darin sind verschiedene Rentenansprüche nicht enthalten, die auch aufgrund jahrelanger freiwilliger Einzahlungen sich allein bei mir auf (vom Versicherungsträger kalkulierten) mehr als EUR 5k pro Monat summieren sollten.

 

  • Wie hast Du (Ihr) euer Vermögen investiert (Aktien, Aktienfonds, vermietete oder selbstgenutzte Immobilien, eigenes Business, sowie Bargeld (inkl. Giro- und Tagesgeld)
Ich bin ein großer Fan von Diversifikation: Verschiedene Währungen, Banken, Länder. Es gibt auf meiner Seite drei grössere Portfolios.
Eins in einem Land, in dem ich jahrelang gelebt habe, mit etwa umgerechnet EUR 700k. Dies besteht zur Hälfte aus einzelnen Aktien und zu anderen Hälfte aus Unternehmensanleihen. Zum Teil kenne ich die dortigen Unternehmen aus meinem Arbeitsleben persönlich. Ich weiss also wie das Management tickt, welche Strategien dort verfolgt werden und kenne natürlich auch deren Jahresabschlüsse.
Eine zweite Säule ist ein Portfolio bei Interactive Brokers mit ca. USD 1,2 Mio. (ausschliesslich US-ETF: mit jeweils einem Drittel in weltweiten Aktien, REIT und primär US-High-Yield-Anleihen). Mit den HY-Bonds ist sicherlich ein Risiko verbunden, versuche es damit zu begrenzen, dass ich nunmehr ausschliesslich große ETF mit Kurzläufern von max. 3 Jahren habe.
Die 3. Säule ist ein Portfolio in Deutschland mit etwa EUR 1,4 Mio. Dies ist leider noch am wenigsten strukturiert, d.h. es gibt eine Reihe Aktien-ETF, auch eins mit Bonds, aber auch verschiedene Einzelaktien. Ich halte hier einen hohen Cash-Anteil von mehr als 50% – und bin am Überlegen was ich damit am sinnvollsten anstellen sollte. Leider bin ich von Interactive Brokers und den Anlagemöglichkeiten in den USA ziemlich verwöhnt und habe das Gefühl kaum was Gleichwertiges zu entsprechend günstigen Konditionen zu finden. Daneben gibt es noch verschiedene «kleinere» Crowdinvestments in P2P und andere – diese sind alle auf vollautomatisch eingestellt und laufen bislang ganz gut.
Meine Strategie ist: ich will langfristig möglichst hohe Zinsen und Dividenden kassieren und bin dafür auch bereit Risiken einzugehen. Ich schaue wenig auf aktuelle Kursbewegungen, sondern passe die ausländischen Portfolios max. zweimal im Jahr relativ geringfügig an.
Als z.B. im Dezember 2018 die Kurse ziemlich nach unten sind, hatte ich ungefähr 10% Wertverlust in den USA – habe aber nichts verkauft und die Verluste wurden ja im Januar auch bereits wieder weitestgehend aufgeholt. Die Netto-Rendite (nach deutscher Kapitalertragsteuer etc.) der ausländischen Portfolios liegt bei gut 5 %, die des deutschen aufgrund des hohen Cash-Anteils natürlich niedriger. Beim deutschen Portfolio bin ich noch in der Aufbauarbeit.
Meine Frau verfügt auch noch über ein kleineres Portfolio sowie eine relativ kleine, gut vermietete Eigentumswohnung.
Bis auf ganz wenige Titel – von denen ich mir erhebliche Wertsteigerungen erhoffe – bin ich sehr an Zinsen bzw. Dividenden interessiert. Diese sammle ich dann von den einzelnen Anlagen ein und überweise sie auf mein «Lebenskonto», bilde auch entsprechende Rücklagen für anfallende Steuern daraus. Ich verbrauche nicht alles – wohl auch deshalb, da meine Frau auch noch gut verdient und wir unsere Fixkosten nach einem bestimmten Schlüssel teilen.
Ich gehe erstmal davon aus, dass dieses Modell eine Reihe von Jahren tragen sollte – zu den Risiken sage ich später noch etwas mehr. Auch aufgrund des (noch) hohen Cash-Anteils entnehme ich weniger als die berühmten 4 % pro Jahr, ich fühle mich insofern relativ sicher. Vor allem auch weil ich momentan ausschliesslich «nur» die erwirtschaftete Rendite entnehme. Macht das Sinn, oder denke ich hier zu simpel…gerne auch hier euer Feedback!

 

  • Wie hast Du es geschafft, Dein Vermögen zu generieren?
Abgesehen von einer kleineren Erbschaft stammt das gesamte Vermögen aus meiner Tätigkeit in leitenden Stellungen im In-, aber vor allem im Ausland. Ich habe sicherlich die ersten Jahre – wie viele andere hier auch – richtig Gas gegeben und dadurch bin ich ziemlich schnell sehr weit nach oben gekommen. Mein Einkommen lag viele Jahre bei mindestens EUR 400k im Jahr. Zudem war die Besteuerung viel niedriger als in Deutschland.
Wir hatten einen hohen, aber gemessen am Einkommen sicherlich nicht übertriebenen Lebensstandard. Ansonsten wäre es mir auch nicht möglich gewesen jahrelang mind. EUR 200k p.a. auf die Seite zu packen. Der Lebensstandard ist immer noch hoch, aber eben ohne Sportwagen und derartigen Spielereien. Richtig ist aber auch, dass das Vermögen jetzt grösser wäre, wenn wir wirklich sparsamer gelebt hätten. Naja, hätte-hätte Fahrradkette…
Zwischenzeitlich bin ich so eingestellt, dass ich persönliche „Investments“ im Konsumbereich vermeide – Wir haben z.B. keine selbst genutzte Immobilie gekauft, nur noch ein günstiges Familienauto. Aufgrund der Wohnlage fahren wir alle ganz viel Fahrrad, sonst ÖV oder selten bei Bedarf noch car-sharing und andere Dienste und versuche soweit wie möglich «off-balance-sheet» zu sein. Natürlich schaue ich zwischenzeitlich auch sehr genau wo ich die günstigsten Tarife für alle möglichen Dienste, notwendigen Versicherungen etc bekomme.

 

  • Welche Fehler hast Du auf Deinem Weg gemacht, was würdest Du Deinem jüngeren Ich dazu raten und was können die Leser Der Freiheitsmaschine davon lernen?
„Den“ Riesenfehler, der nachhaltig die Substanz gefährdet hat gab es nicht aber schon einige Andere:

 

  1. Wahrscheinlich hätte ich ein bisschen sparsamer sein können in der Zeit, als ich sehr gut verdient habe
  2. Ich bin am Anfang ziemlich bei meinen Investments gesprungen…habe in Boom-Zeiten gekauft und wenn es runter ging aus Panik verkauft
  3. Einen Fehler, denn ich mir irgendwie immer noch nicht verzeihe: vor zig Jahren habe ich mich aus steuerlichen Gründen mal auf ein Investment auf den Kanalinseln eingelassen, mit einem Vermögensverwalter aus Zypern. Bis ich gemerkt habe was da tatsächlich abgeht und dann die Notbremse gezogen habe, waren ca EUR 50k in den Sand gesetzt. Kein Totalausfall…aber es ärgert mich heute irgendwie immer noch. Ich habe mich, obwohl damals in einem Niedrigsteuerland lebend, von vermeintlichen Steuervorteilen blenden lassen – und habe eigentlich nur auf die Meinung von Kollegen gehört, ohne wirklich selbst mir die ganze Sache anzuschauen. Natürlich gab da ein paar Warnsignale, die ich leider alle komplett ignoriert habe.
  4. Neben der nicht so ausgeprägten Sparsamkeit könnte mein jetziges Vermögen noch aus einem anderen Grund höher sein: jahrelang habe ich große Beträge einfach nur auf dem Geldmarktkonto oder sonstigen nach Renditegesichtspunkten miesen Anlagen gehalten. Sei es aus Faulheit oder auch weil ich ziemlich busy mit anderen Dingen war. So richtig denke ich erst seit wenigen Jahren über mein Vermögen nach und habe auch noch die «Baustelle» meines deutschen Portfolios.
  5. Last but not least, wie sicherlich viele andere: in den ersten Jahren meines Berufslebens habe ich noch mit Anlageberatern von Banken und Versicherungen gesprochen und ihnen geholfen, ihren Sportwagen zu finanzieren…bin da aber überall relativ schnell wieder rausgekommen.
Nach meiner Meinung ist es ganz wichtig seine eigene Strategie zu entwickeln – bin da auch gut vorangekommen, aber da geht noch mehr. Sicherlich ist es auch sehr wichtig die Dinge zu verstehen, die man so macht. Dafür gibt’s ja heutzutage Gott sei Dank das Internet und viele gute Bücher. So viel einfacher als früher. Ich finde es auch wichtig sich mit anderen auszutauschen…aber ohne seine Linie zu verlassen.
Z.B. war ich nie ein Immobilienfreund…passt irgendwie nicht zu mir. Ich finde es toll, wie es andere schaffen damit wirklich richtig gute Vermögen aufzubauen. Da gab es hier bei den Interviews ja auch ein paar echt beeindruckende Beispiele. Passt aber trotzdem irgendwie nicht zu mir und darum lasse ich da die Finger von – nur passiv über REIT, aber keine eigenen, grossen Investments.
Zudem könnte ich auch Kredite aufnehmen, um weitere, vermeintlich höher rentierliche Wertpapiere zu erwerben – auch nicht mein Ding. Ich habe immer Schulden vermieden – und will es auch weiterhin so halten.

 

  • Was hast Du während Deines Weges zur finanziellen Unabhängigkeit gelernt und was können andere Menschen davon für sich nutzen?
Für meinen Vermögensaufbau war das Investment in meine Karriere absolut entscheidend. Am Anfang wirklich Gas zu geben! Der richtige Kick war für mich die Entscheidung ins Ausland zu gehen. Dort war eine Karriere möglich, die ich so in Deutschland nie gehabt hätte. Zudem hat es mir wahnsinnig Spass gemacht, so viel gelernt und so viele tolle Menschen kennengelernt. Ich habe viel gearbeitet, verbunden mit vielen Geschäftsreisen in alle möglichen Länder, vielen Abendterminen, aber eben eine Arbeit die (meistens) Spass gemacht hat und das zu exzellenten finanziellen Bedingungen.
Mir hat einer mal vorgeworfen, ich sei eine Art «Schmarotzer». Hier studiert, dann die hohen Einkommen im Ausland niedrig versteuert und jetzt mit versteuertem Vermögen wieder zurück nach Deutschland. Sehe ich nicht so, aber da soll jeder seine eigene Meinung haben.
Wenn ich heute lese, dass die Bereitschaft bei jüngeren Leuten ins Ausland zu gehen nur noch gering sei, tut mir dann echt leid. In meinem Fall bin ich über meinen damaligen Arbeitgeber in eine ausländische Niederlassung geschickt worden, d.h. es war eine abgesicherte Geschichte. Zuerst als klassischer Expat, inkl. schönem finanziellem Paket. In diesem Fall gibt es auch keine Probleme mit der Anerkennung von irgendwelchen Studienabschlüssen oder sowas. Nach solchen Möglichkeiten an höherer Stelle beim Arbeitgeber immer wieder nachzufragen kann ich nur empfehlen, da der direkte Chef häufig kein Interesse daran hat, jemanden für Jahre zu verlieren.
Es müssen auch nicht unbedingt die klassischen Länder wie USA oder England sein (waren sie bei mir auch nicht, da es sich bei mir um kleinere Länder handelt, möchte ich sie hier aus Anonymitätsgründen ungern nennen). Viel spannender finde ich momentan den gesamten asiatischen Raum. Sobald man dort Fuss gefasst hat, ergeben sich dann weitere Karrieremöglichkeiten, die man aus Deutschland überhaupt nicht abschätzen kann.

 

  • Was machst Du aktuell um Dein Vermögen zu nutzen/erhalten oder noch zu erhöhen?
Erhöhen will ich das Vermögen nicht mehr. Meine Familie und ich sollen gut davon leben können. Soweit möglich möchte ich von den Erträgen leben können, würde mich aber auch nicht davor scheuen mal in die Substanz einzugreifen. Letzen Endes muss ich so ungefähr 13 Jahre bis zur Rente (habe während der Zeit im Ausland immer freiwillig eingezahlt und zahle nach wie vor ein, auch als Selbständiger) überbrücken…dann gibt es diese als weiteres Sicherheitsnetz.

 

Ich denke eher an die möglichen Risiken, betreff meines Vermögens – wenn ich mal Krankheit und Tod weglasse, sind das die folgenden:

 

– Der viel beschworene Crash: Klar wird der irgendwann mehr oder weniger stark kommen. Ich habe keine wirklichen Absicherungen für diesen Fall (freue mich da gerne auf Feedback, ob ich da was machen kann bzw. sollte…) – für mich ist es einfach die beschriebene Mischung aus verschiedenen Ländern, Währungen und Anlageklassen. Aber auch im Falle eines solchen Crashs fallen ja nicht von heute auf morgen alle Aktien und Bonds ins Nichts…es mag Ausfälle geben, aber Dividenden und Zinsen werden zumindest zum Teil weitergezahlt werden. Ich halte auch weiterhin ausreichend Cash um da einige Zeit aus der Substanz leben zu können. Und nach jeder Krise ging es bislang auch wieder nach oben.

 

– Steuerliche Risiken: ich lebe momentan ausschliesslich vom passiven Einkommen (ok, meine Frau geht normal arbeiten – weitere Sicherheit). Zinsen und Dividenden werden privilegiert behandelt mit 25% plus SolZ. Die GroKo will dies ändern…damit könnte natürlich meine Steuerquote sich deutlich erhöhen. Dagegen kann ich erst Mal nichts machen. Auf der anderen Seite: momentan generiere ich bereits ungefähr EUR 120k und bei guter Aufstellung meines deutschen Portfolios ist da noch Luft nach oben. Wenn jetzt der Durchschnittssteuersatz um ca 15% steigen sollte, ist das zwar unangenehm, aber auch kein Weltuntergang. Ich lasse mir zwar alle Zinsen und Dividenden auf ein separates Konto überweisen, brauche es aber nicht komplett auf – selbst da habe ich – obwohl nicht mal beabsichtigt – noch eine Sparquote und damit eine Reserve. Zumal plane ich noch ein bisschen berufstätig zu sein…und in 13 Jahren kommt noch eine ordentliche Rentenzahlung, die wiederum Dinge auffängt. Damit fühle ich mich in diesem Thema insgesamt halbwegs ok.
– «Lebensrisiken»: hiermit meine ich den Fall, dass die Beziehung zu einem Ehe- oder Lebenspartner (hoffe, dass das halbwegs politisch korrekt geschrieben ist…) aus welchen Gründen auch immer beendet wird. Dies könnte im Fall des gesetzlichen Zugewinnausgleichs natürlich ein materielles Problem für ein Vermögen sein. Sofern beide Partner halbwegs gleich zum Vermögensaufbau beigetragen haben, ist alles ok. Häufig ist dies aber eben nicht der Fall.
Ich habe bereits einmal in meinem Leben den Wert eines fairen Ehevertrages zu schätzen gelernt. Fair heisst für mich, dass dort vor allem eine Gütertrennung vereinbart wird – Unterhaltszahlungen oder auch einen Versorgungsausgleich auszuschliessen, insbesondere wenn noch Kinder da sind, kann sehr schnell unfair und auch rechtlich unzulässig sein. Ob ein Ehevertrag dann auch noch im Ausland anerkannt würde…klar, ist nochmal eine weitere Frage.
Ich habe mir sagen lassen, dass die gemeinsame Vereinbarung auf ein bestimmtes anwendbares Recht eines Landes für den Fall der Trennung im Ehevertrag da meistens schon sehr hilfreich ist. Und so habe ich es auch vereinbart. Man weiss halt nie wie das Leben so spielt…

 

  • Hast Du eine bestimmte Vermögenshöhe, die Du erreichen willst?
Nein. Habe viel mehr erreicht als ich zu Beginn meines Berufslebens auch nur von geträumt hätte.

 

  • Wo stehst Du aktuell? Was sind Deine Pläne für die Zukunft bezüglich Deine Lebensstils, Lebensortes oder Deiner aktuellen Arbeit?
Wir fühlen uns wohl wieder in Deutschland zu sein. Jetzt kümmere ich mich viel um die Kinder, engagiere mich in der Schule und anderswo. Ich möchte neben der «Vermögensverwaltung» auch noch selbständig tätig sein, aber im überschaubaren Rahmen. Suche mir gerade auch ehrenamtliche Tätigkeiten und versuche regelmässig Sport zu machen…
Wenn die Kids aus dem Haus sein werden, beginnt ein neues Spiel. In der Hoffnung dann noch fit zu sein, kann ich mir sehr gut vorstellen, dem deutschen Winter zu entfliehen…sei es nach Mallorca oder Florida oder sonst wo auf dieser Erde.
Betreff möglichem Erbe ist es meine Absicht nicht mein gesamtes Vermögen zu verbrauchen – gerne hinterlasse ich auch meinen Kindern etwas. Ich habe da allerdings keine bestimmte Höhe im Auge und möchte mich davon auch nicht einschränken lassen. Ich weiss einfach auch nicht wie die beschriebenen Risiken sich auf mein Vermögen auswirken werden. Erstmal werde ich alles dafür tun, um meinen Kindern eine richtig gute Ausbildung mit auf den Weg zu geben und sie zu fördern so gut es geht. Ich komme aus einem eher einfachen Elternhaus. Ich musste mich sogar durchsetzen, um Abitur und Studium machen zu dürfen. Meine Eltern sahen mich eher als Mitarbeiter einer Volksbank oder Sparkasse in einer Kleinstadt – dort sah ich mich aber nicht. Meine Kinder brauchen für eine gute Ausbildung nicht zu kämpfen. Wenn sie es wollen und auch können sind wir als Eltern da um es zu ermöglichen.


Südafrika! – Was für ein tolles Land! Und jeden Tag Fisch in allen Variationen essen! Ich liebe das Meer, den blauen Himmel, eine tosende Brandung und den Geschmack von Salzwasser…das Bild strahlt viel von dem aus, was ich mag. Ich finde es sehr optimistisch – mit einer weiten Aussicht bis zum Horizont, aber eben auch nicht ganz klar. Da ist Dunst…und man weiss nicht so genau, was dahinter kommt…wo der Weg hinführt. Und genau das finde ich spannend. Ich will heute gar nicht wissen, wo ich mich in 10 Jahren befinden werde und will offen bleiben für Veränderungen!

 

  • Gibt es noch einen Rat, den Du den Menschen in Der Freiheitsmaschine gerne mitgeben möchtest?
Tja, ich glaube ich habe meine «Weisheiten» schon so ziemlich alle dargelegt. Nach meiner Meinung schafft jeder seine finanzielle Freiheit hauptsächlich dann, wenn er/sie sich am Anfang seines Berufslebens voll reinhängt. Es soll natürlich auch Spass machen, denn nur dann ist man wirklich gut und erreicht etwas. Nur dadurch schafft man die Grundlage für eine hohe Sparquote. Von wenig kann man halt einfach auch wenig sparen (sehr kluges Statement, ich weiss). Zum Schluss: Auch das Streben nach finanzieller Unabhängigkeit kann sich zu einem Hamsterrad entwickeln. Mit anderen Worten: Egal wo man sich auf dem Weg dorthin befindet, es sollte immer noch eine gehörige Portion Spass im Leben dabei sein!
PS: Ich würde mich übrigens sehr über Euer Feedback freuen – z.B. hinsichtlich Optimierung meiner Vermögensallokation etc.
Gerne auch Ideen, was ich noch mit meinem Cashanteil anfangen soll. Wie sichere ich das Vermögen am besten gegen einen möglichen Crash ab. Ich bin gespannt und vielen Dank im Voraus!

 

Das war das Interview mit Christian – Vielen Dank noch einmal für Deine Teilnahme und fantastisch, welches beeindruckende Vermögen Du Dir aufgebaut hast!

Ich kann einen beruflichen Auslandsaufenthalt gerade für jüngere Menschen auch nur empfehlen. Neben dem oft verbesserten Einkommen ist das auch sehr gut für die persönliche Entwicklung. Und wenn man Kinder hat, gibt man diesen dabei oft auch noch das Geschenk einer Fremdsprache, die in diesem Alter dann nach einiger Zeit ganz selbstverständlich wie eine weitere Muttersprache gesprochen wird.

Christian hat nach Meinungen zu seinem Portfolio und auch der Allokation gefragt. Dann lasst uns Ihm nun etwas zurückgeben.

Und falls Ihr Fragen an Christian habt, seid Ihr ebenfalls Willkommen. Vielleicht kann er euch in eurer spezifischen Situation helfen.

Nun also Feuer frei im Kommentarbereich!

Als (angehender) Millionär schreibst Du dem Maschinisten natürlich sowieso unter: maschinist@freiheitsmaschine.com und wirst selbst Teilnehmer bei den Millionär Interviews.

 

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Paul

Wow, Respekt.

In welcher Branchen warst du unterwegs, bzw. was hast du studiert? Ein Einkommen von 400k außerhalb von der USA/UK ist echt eine ordentliche Leistung.

Kannst du uns vielleicht noch ein paar Karriere-Tipps aus der Praxis nennen ;-)?

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Christian

Hi Paul, danke. Klassisch BWL studiert – in die Beratungsbranche gegangen und immer bei bekannten grossen Firmen gearbeitet. Ich wollte halt immer ins Ausland…und habe da auch nicht locker gelassen. Musste dann aber bei der location flexibel sein und bin in eine Region gegangen, die ich zuvor nicht auf dem Radar hatte. Und genau dies war die für mich absolut richtige Entscheidung. War dann viel spannender als USA oder UK für mich. Muss einem aber auch Spass machen…sich auf neue Kulturen einzulassen, dort wirklich einzutauchen. Lokale Kontakte aufbauen und nicht in der Expat-Community bleiben. Mein Tipp also – so blöd und ausgetreten es sich anhört: flexibel, mobil sein und dann voll reingehen. Klar gehört auch Glück dazu…

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summon

Hi Christian,

Danke für die Infos und das tolle Interview!

War selbst bei einer “MBB” Beratung mehrere Jahre in Deutschland tätig, hat mich auch schnell weiter gebracht, habe dann aber angesichts der 80h Wochen und langen Nächten aufgehört. Job an sich war aber sehr spannend.

Konntest Du das im Ausland “verträglicher” gestalten? Und nach wieviel Jahren in der Beratung bist Du ins Ausland?

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Christian

Hi, klar gab es immer mal Projekte, die stressen. 80h Wochen hatte ich in der Regel nicht, aber natürlich auch keine 40h 🙂 Kommt aber auch ein bissen drauf an, was zur Arbeitszeit zählt – für mich waren zB die regelmässigen abentlichen social events keine Arbeit, auch wenn es da vor allem um Kontaktpflege ging. Ich bin nach ca 10 Jahren ins Ausland – also die Grundlage für die Führungsposition im Ausland habe ich in Deutschland gelegt.

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Thomas

Hi Christian,
Glückwunsch zu dem bisher Erreichten!
Wie sah bei dir der Sprung vom Studium ins Berufsleben aus? Hast du dir da klare Ziele gesetzt oder war es mehr Zufall, dass du in einer großen Firma der Beratungsbranche gelandet bist? Stehe auch in ein paar Jahren vor der Entscheidung wo es für mich hingehen soll und bin über Tipps bzw. Erfahrungen dankbar 🙂

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Christian

Hi Thomas, danke !
War schon so geplant – einfach vom Gedanken her, dass du von gross nach klein leichter wechseln kannst als umgekehrt. Ausserdem bieten die grossen Firmen mehr Möglichkeiten sich zu entwickeln, wie z.B. eben auch den Auslandsaufenthalt. Dies traf zumindest zu meiner Zeit alles noch so zu….
Alles Gute, Christian

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Joerg

Moin Christian,

der pers. Anlagestil veraendert sich mit akkumuliertem Wissen.
Was zu dir momentan passt ist entscheidend, nicht was wir dir raten.

Fuer passive Anlagen ist vermutl. Finanzwesir.com eine der umfassendsten Quellen.
Fuer Entspar-Strategien findest du bei frugalisten.de Anregungen.
(oder wissenschaftlicher, in engl. bei earlyretirementnow.com)

Um (zu) grosse Cash-Positionen (Erbschaft, Abfindung, Hausverkauf, Versicherungsauszahl., zB 400k) in den Markt zu kriegen wuerde ich pers. es so machen:
– alles in thes. ETFs stecken (siehe: https://www.finanzwesir.com/blog/thesaurierend-detail auch alle Kommentare lesen)
Vorgehensweise: in 4-5 Tranchen mit Zeitstempel (zB 1.Kauf sofort und dann alle 3 Mon.) oder falls Eintritt: Kursstempel (alle -10% Rueckgang = Kauf, davon ausgehend neuen Zeitstempel berechnen)
Bsp: 400k sollen zeitnah investiert werden: 80k morgen (Aug.), dann Plan: im Nov.(n. 3 Mo), aber Absacken -10% schon im Sept. ->2.Kauf 80k, neues Ziel: Kauf im Dez (3 Mo), dann Absacken im Okt. nochmal 10% ->3.Kauf 80k, neues Ziel Kauf Jan. usw
Index: Kurs-Zeit-Stempel-Kauf
– Entsparen: Mache mir ein paar ETF-Toepfe (Kursgewinnleiter) von dem Geld, was ich noch verdienen wuerde (bei dir: “was uebrig bleibt”) und fasse die 400k-Anlage erst so spaet wie moeglich an (mit 70/80/90? oder vererbe/stifte sie)

Was ich pers. anders machen wuerde?
– Du hast viele Einzelaktien – Diversifikation? Rendite? Wenn du ehrlich zurueck blickst, hast du pers. ~ die Indexrendite erzielt (MSCI WORLD oder ACWI, FTSE All WORLD)?
– REITs und HighYield sind ziemlich zins-sensitive Anlagen, bei Zins-Achterbahnen stuerzen die ziemlich ab (Risiko), Waehrungsturbulenzen machen grosse % Ausschuettungen ggfls zu kleinen EUR-Betraegen?
Nicht mehr als jew. 15% REITS/HighYield?
– Kein Focus auf Ausschuettungen, sondern auf Verzehr von Kursgewinnen (Depot strukturieren! kleine Kursgewinne zuerst, grosse Kursgewinne so spaet wie moeglich realisieren); ist in D steuerlich guenstiger?

LG Joerg

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Christian

Hi Jörg,
erstmal danke für all deine wertvollen Kommentare.
Du hast absolut recht…mein Anlagestil hat sich und wird sich weiter verändern mit zunehmendem Wissen…merke das jetzt schon.
Zu deinen Punkten:
– ich habe relativ viel in REITS und High Yield, so insgesamt vielleicht zusammen 40 % – klar sind die auch am schwanken mit den Zinsveränderungen. Aber mit denen erreiche ich einfach eine hohe Ausschüttung. Achte da vielleicht zu wenig auf Total Return …da ich die Teile auch gar nicht beabsichtige zu veräussern. Warum sollte ich da weniger Fokus drauflegen…und mehr auf Kursgewinne realisieren ?
– habe keinen Vergleich mit MCSI oder so gemacht – wäre vielleicht noch mal interessant – nur was mache ich dann mit dem Ergebnis ?
– ja, es gibt ein Währungsrisiko, da ich neben dem EUR noch 2 andere, dominante Währungen habe. Ist aber auch für mich irgendwie eine Art von Diversifikation. Zudem glaube ich, strategisch, wird der EUR auf absehbare Zeit eher schwach bleiben, zumindest solange es im EUR Raum so viele gegenseitige Interessen gibt (siehe gerade mal wieder Italien…)
Ich werde mir auf alle Fälle nochmal die von dir genannten blogs genauer anschauen..
Danke, LG Christian

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Felix

Hallo Christian,
informativ und beeindruckend. Deine Assetallokation ist teilweise noch eine Baustelle wie du selbst schreibst. Das ist wohl bei den meisten so.
Trotzdem hast du dich damit mittlerweile intensiv beschäftigt. Was waren deine ergiebigsten und wichtigsten Quellen, die du empfehlen kannst?
Danke und weiterhin alles Gute!

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Christian

Hi Felix,
es kommt auf das Portfolio an: beim “kleinsten” habe ich tatsächlich einen guten Berater in dem Land und kenne aus meiner persönlichen Berufserfahrung dort auch viele Unternehmen.
Bei meinen US engagements setze ich sehr stark auf Seeking Alpha…kostet so USD 200 p.a. – lohnt sich aber denk ich. Habe mir da meine persönlichen Favoriten rausgesucht und lese da viel (z.B. Thema REIT oder -relativ neu jetzt für mich- sog. “preferred stock”)
Bei meinem EUR – tja, da fehlt mir noch ne richtig gute Info-quelle. Gehe durch manche blogs, auch mal irgendwelche Zeitschriften und so. Ist auch in diesem Punkt noch die grösste Baustelle. Aber da habe ich ja hier schon Tipps bekommen….
VG, dir auch alles Gute !

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Roman

Hallo Christian,

Danke für den Beitrag, Respekt und Glückwünsche zum Erfolg. Bin beeindruckt!

Ich sehe einige Parallelen zu meinem bisherigen Werdegang insbesondere frühzeitig Risiko einzugehen und sein Glück im Ausland zu versuchen wo es Karrierechancen und überdurchschnittliche Verdienstmöglichkeiten gibt.

Du bist auch einer der sehr raren Beispiele die es aus eigener Kraft zu Fat-FIRE geschaft haben. Wenn man in deutschen Bloggs über „Frugalisten“ liest, heisst das in den allermeisten Fällen ein minimalistischer Lebensstil um mit den (sehr beschrankten) Finanzressourcen über die Runden zu kommen. Wenn man jedoch in der Lage ist, jährliche Kosten von 100k aus Erträgen von Kapitalanlagen zu finanzieren und das Leben geniessen kann, dann hat man definitiv alles richtig gemacht.

Ich find es interessant, dass du offensichtlich (noch immer) einen Highyield-Ansatz fährst, obwohl bei einer Vermögensgrösse ein Durchschnittszinssatz von 3-4% wohl ausreichend wäre die Lebenskosten zu decken. Ich würde dir empfehlen die Hochrisiko-Positionen zu überdenken, damit die Volatilität und Marktrisiken zu reduzieren und damit den nächsten Crash gelassener entgegen zu sehen. Je grösser das Portfolio, desto weniger Risiken muss man eingehen…

Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist dein Kapital hauptsächlich in USD und EUR-Raum investiert. Wenn du bereits bei Interactive Brokers bist, warum nicht noch z.B. in Asien oder Australien investieren? Inbesondere in Singapur und Hong Kong sind viele interessante Dividendenwerte gelistet.

Was du ebenfalls als Risiko siehst sind „Lebensrisiken“ und hier sehe ich in meinem Fall ein erhebliches Risiko z.B. in der Erbfolgeregelung, d.h. dem hinterbliebene Ehepartner werden bereits bei Abgang der Pflichtanteile deutlich weniger Vermögen zur Verfügung stehen um Kapitalerträge zu erwirtschaften. Erbschaftsteuer ist bei grossen Vermögen ebenfalls ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

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Christian

Hi Roman
danke für deinen Beitrag – vor allem auch dazu, dass du ähnliche Erfahrungen bzgl. Ausland gemacht hast.
Ich musste erstmal googeln was “FatFIRE” bedeutet 🙂 Aber danke dafür. Der Unterschied zu den Frugalisten mit minimalistischem Ausgabestil ist vielleicht auch einfach der, dass ich ja schon ne ganze Reihe von Jahren gearbeitet habe…und mein Ziel war es nicht mit 30 oder 40 auszusteigen. Ich kam eigentlich auch erst mit 45 oder so auf den Gedanken, dass es eigentlich bald schon reichen könnte für ein gutes Leben ohne festen Job. War da auch in einer Art Hamsterrad – und die Kollegen auf vergleichbarer Ebene haben meistens so bis mindestens 55 gemacht…da bin ich dann ein paar Jahre früher ausgestiegen, zumal der Job zum Schluss auch nicht mehr den Spass gemacht hat.
Mit dem HY Ansatz: werde ich mir sicherlich anschauen, bislang lief das echt ganz gut. Gerade auch weil ich mich da auf Kurzläufer fokussiere – Risiko sehe ich da mehr in höheren Ausfallraten, sobald es richtig in eine Rezession gehen würde.
Im asiatischen Markt kenne ich mich (noch) nicht gut genug aus – werde ich mir sicherlich auch nochmal anschauen. Grundsätzlich ist meine Massgabe, dass ich mind. 5 % Vorsteuer-Return haben will. Bin da glaube ich nicht zu “gierig”. Um die zu erreichen, muss ich gewisse Risiken eingehen, aber nicht crazy gehen, so denke ich. Mache daher auch nichts mit Optionen oder irgendwelchen anderen Finanzinstrumenten, die ich nicht 100% verstehe und möglicherweise sogar zu einem Totalausfall führen könnten.
Zu den “Lebensrisiken”: Erbfolge ist ein Punkt. Mache mir darüber nicht so die Gedanken, da es mich offensichtlich nicht direkt betrifft:) Ist aber aufgrund der hohen Freibeträge für nächste Angehörige auch nicht so ein Riesenthema…bei EUR 1 mio pro Kind sind das knapp 9%, beim Ehepartner ca 3%. Halte ich durchaus für tragbar. Im Falle einer Scheidung mit Zugewinnausgleich ist da deutlich mehr weg….
VG, Christian

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Sonny

Hallo Christian, ich stehe auch in den letzten Zügen meines Studiums und werde im Oktober in der Wirtschaftsprüfung bei einer der BIG4 Unternehmen anfangen. Mich würde brennend interessieren bei welcher Beratungsfirma du gearbeitet hast.. falls du es aus Anonymitätsgründen hier nicht öffentlich machen willst , gerne auch per Email.

Das würde mir sehr weiterhelfen ggf. auch für meine Berufliche Orientierung. Du bist mit deinem Einkommen und deinem geleisteten ein absolutes Vorbild und eine starke Motivation. Danke dafür

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Christian

Hi Sonny – danke für deinen Kommentar.
gerne per mail dann. Bitte lass mich deine Adresse wissen.
VG

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Sonny

Ich habe dir soeben eine PN gesendet

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alex_f

Erstmal schließe ich mich allen Vorschreibern an… herzlichen Glückwunsch zum erreichten!

Ich finde gerade die Expat Interviews wie das hier ganz besonders interessant, weil es für uns Auslandsdeutsche doch recht wenig Anhaltspunkte für die halbwegs richtige Altersvorsorge gibt und man sich das ein oder andere abschauen kann. Da ich mit Mitte 30 aktuell mehr oder weniger mitten im “Maschinenaufbau” bin ist es recht praktisch zu sehen, wie ältere und Rückkehrer das ganze aufgestellt haben.

Ich kann das Arbeiten im Ausland nur empfehlen, nach Asien, Afrika und eben jetzt seit einigen Jahren den GCC kann ich auf viele lustige, stressige und definitiv abenteuerreiche Jahre blicken die ich nicht missen möchte. Ich glaube das man sich dabei aber nicht zusehr vom Geld leiten lassen sollte, sondern von der Abenteuerlust. Christian hat es mit den Ländern abseits der “Üblichen Verdächtigen” schon recht gut beschrieben. Die meisten Expats die geldgetrieben ins Ausland ziehen machen es nicht lange und brechen meistens doch recht schnell wieder die Zelte ab.Wenn man sich auf die Kulturen einlässt dann wird Deutschland recht schnell Ausland… und wo man lebt Heimat.

Zum Thema Ehevertrag kann ich aufgrund aktueller Gegebenheiten und einem Notarbesuch etwas Aufklaerarbeit leisten: Meine Frau und Ich leben beide in einem GCC Land, da würde trotz Heirat in Deutschland das lokale Gesetz (muss man auch erstmal drauf kommen) gelten, außer man hat eben einen Ehevertrag in Deutschland geschlossen. Bei uns ist/war der Hauptbeweggrund das irgendwann mal Familie (oder Ableben…) kommt und man sich nur ungerne mit den lokalen Gerichten rumschlagen möchte.

Wenn ich mal ganz direkt einige für mich unheimlich schwierige und aufgrund der recht geringen Menge an Informationen nervige Themen anfragen darf:
(Das “Nach-Hause” kommen dauert bei uns noch mind. 10+ Jahre. Nachdem unser Geld mittlerweile doch recht gut seit dem “Hilfe, was mache ich mit einer großen Menge Geld”-Beitrag angelegt & gewachsen ist habe ich das Gefühl, den Gesamtaufbau noch nicht voll optimiert zu haben)

Eines deiner Depots ist ja noch im Ausland, wie stellst du das mit der Steuer in DL seit deiner Rückkehr nach DL an?
Gibt es dort Ausschüttungen in Landeswährung die du aktiv “benutzt” oder ist das eher Reisegeld was im alltäglichen Gebrauch nicht benutzt wird?

Ich habe mittlerweile doch einiges zu IB gelesen und liebaeugel mit dem Gedanken, ein drittes Depot eben dort zu eröffnen. Vllt. hat ja hier jemand Erfahrung mit Fallstricken als Auslandsdeutscher und/oder Tips

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Christian

Hi Alex
freut mich hier noch von einem Gleichgesinnten bzgl Ausland zu lesen…stimme dir da auch voll zu, wie oben von mir geschrieben, raus as der Expat Blase und rein ins wirkliche, lokale Leben…lokales Netzwerk aufbauen. Wer will schon im Ausland unterwegs sein und jeden Abend mit nur mit Deutschen ein Bier trinken gehen 🙂 Und ja, hat auch was mit Abenteuer zu tun…und macht Spass !
Vorab zum Thema Ehevertrag: ist wohl echt in jedem Land irgendwie anders. Ehevertrag daher empfehlenswert mit der Vereinbarung sich auf ein bestimmtes Landesrecht zu einigen, kann das deutsche sein, muss aber nicht.
Ich habe 2 ausländische Depots, in der jeweiligen Landeswährung. Die Ausschüttungen sammel ich in der Regel an und transferiere sie dann nach Deutschland. In beiden Länden wird eine Quellensteuer erhoben, die aber von D angerechnet wird, entsprechend dem jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen. Das läuft überraschenderweise problemlos. Google einfach mal ein bisschen, wie das bei deinem Land sein würde. Generell werden in D 15% ausländische Quellensteuer anerkannt. Zum Währungsrisiko habe ich mich ja schon geäussert…Ich belasse es trotzdem erstmal dabei, da ich irgendwie nicht ausschliessen. möchte, vielleicht sogar mal dorthin zurückzugehen…wenn Kids aus dem Haus etc.
Mein IB account habe ich vor ein paar Jahren aus dem Ausland heraus eröffnet. Klappte problemlos – auch dann mit dem Wechsel nach D. Ich kann es nur empfehlen, da die Gebühren für mich unschlagbar günstig sind.
Zum Thema Altersvorsorge: wie ich geschrieben habe, ich bin über die ganze Dauer im Ausland immer freiwillig in D versichert geblieben plus dann zum Teil die ausländische Rentenversicherung (die in der Regel aber zu deutlich niedrigeren Renten führt, sofern man überhaupt in den Jahren einen lokalen Rentenanspruch erwerben kann….). War für mich irgendwie immer wie “Zwangssparen”…

Ich hoffe, die Antworten machen Sinn für dich, viel Spass weiterhin in der weiten Welt,
Christian