Freiwillige Renteneinzahlungen für lupenreine Kapitalisten

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Nachdem wir geklärt haben, dass die gesetzliche Rente auf jeden Fall sicher ist aber es natürlich weitere Verbesserungspotenzial gibt, heute zum Thema:

Macht es Sinn freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung zu leisten?

Und wenn ja, wann?

 

Wenn es stimmen würde was mir eine Leserin dazu schrieb, wären wir mit dem Thema direkt durch:

Wer schlau ist, verabschiedet sich aus dem sozialistischem Umverteilungssystem der sogenannten “Deutschen Rentenversicherung”.

Eine einfache Rechnung, was nur die Arbeitnehmeranteile börslich verzinst an persönlicher Rente bringen lassen einen sehr große Augen machen.

Eventuelle von Linken eingeredete “schlechte Gewissen” können durch karikative Spenden ausgeglichen werden – Geld ist schließlich bei solchen Personen später genug da.“

 

Auf den ersten Blick könnte man das für richtig halten:


Also warum nicht alles an die Börse und das unabhängig davon in welchem Lebensabschnitt man sich befindet?

 

Es gibt zwei Besonderheiten:

 

Bevor der Maschinist von emotionalisierten Wutbürgern nun Prügel angedroht bekommt, hier ein Beispiel:

Ein 59 jähriger selbstständiger Single plant die Maximierung seines sicheren lebenslangen Einkommens für seinen Lebensabschnitt ab 67.

Steuerrelevantes Einkommen >= 70.000 Euro brutto und er möchte jedes Jahr 10.000 Euro brutto für das Alter anlegen.

Frage: Welches Produkt liefert die maximal sichere Entnahmerate ab seinem offiziellen Rentenbeginn?

Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rente oder alles in einen Welt ETF?

Annahmen: Wir kürzen die Inflation und auch die Versteuerung nach Renteneintritt (aber nicht vor Renteneintritt) in allen Rechnungen heraus.

 

Einzahlungen in einen Welt ETF:

Die obersten 10.000 € brutto des Einkommens ergeben für deutsche Singles in diesem Einkommensbereich 5.560 € netto (das heißt 44,6% Einkommenssteuer inkl. Soli und ohne Kirchensteuer für diesen Gehaltsanteil)

Diese Summe wächst in einem Welt ETF acht Jahre lang mit (8% brutto vor Inflation, 6% brutto nach Inflation) und damit 5% Verzinsung nach Inflation und Steuer auf die Dividenden auf durchschnittlich 8.215 €.

Dieses Geld bringt dann während der Entnahmephase aus dem ETF bei der endlos sicheren 3% Entnahmerate 20,45 € im Monat und steigend mit der Inflationsrate. Bei einer jährlichen 4% Entnahme sind es 27,38 € im Monat (das war statistisch in den USA immer über mindestens ca. 25 Jahre sicher).

Bei einer 5% jährlichen Entnahme muss man deutlich mehr Aktien verkaufen um im worst case keinen sehr frühen Portfolioausfall zu erzeugen und reicht selbst nominal dann nur für zwanzig Jahre (real noch weniger).

Eine solch hohe Entnahme Ist also keine wirkliche Option, wenn man sonst nur geringe Geldströme hat und im Alter nicht in die unwürdige Grundsicherung fallen will oder seine Kinder im Falle der eigenen Pflegebedürftigkeit nicht finanziell belasten möchte.

 

Kommen wir zur Alternative für unseren 59 jährigen Selbständigen:

Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung:

10.000 € Brutto können als Rentenvorsorgeleistung im Jahr 2018 zu 86% steuerfrei bis zu gewissen Grenzen in die gesetzliche Rente überführt werden und senken damit massiv die Steuerbelastung im Jahr der Einzahlung. (der Wert steigt jährlich bis 2025 auf 100%). Sie werden in unserem Beispiel damit also zu 9.376 € (100-(44,6×0,14)x10.000).

Diese 9.376 € ergeben im Jahr 2018 Rentenpunkte im Wert von monatlich 42,65 €. Ab dem Jahr 2025 kann mit den vollen 10.000 Euro gerechnet werden und auf dem Weg dahin wird der anrechenbare Anteil immer höher.

Diese Rentenpunkte wachsen in den nächsten Jahren konservativ mit 0,5% netto nach Inflation bis zum Rentenbeginn auf 44,39 € pro Monat (in heutigem Geldwert) und danach lebenslang bis zum Ableben während der Rentenbezugszeit zumindest weiter mit der Inflation.

Ergebnis:

Ein 59 Jähriger Selbständiger mit aktuell hohem Grenzsteuersatz erhält bei freiwilligen Einzahlungen in die gesetzliche Rente zum Rentenbeginn eine fast doppelt so hohe sichere (und für Ihn endlose) Entnahmerate als bei einem Aktienmarktinvestment!

Zusätzlich kommen eventuell Punkte wie die vorteilhafte Besteuerung der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner bei der gesetzlichen Rente hinzu.

Der Geldeintrag in die Rentenversicherung aus unversteuertem Bruttogeld und die Garantie der Rentenzahlungen bis ans Lebensende machen dabei den Unterschied aus.

 

Wenn wir das gleiche Beispiel nun bei einem Dreißigjährigen durchrechnen, wird deutlich das auf die Frage „Was soll ich mit meinem Geld tun?“ eine lebensabschnittsabhängige Empfehlung notwendig ist.

 

30 jähriger Selbstständiger investiert unter gleichen Rahmenbedingungen in einen passiven Welt ETF:

10.000 Euro brutto  = 5.560 Euro netto. Das ergibt bei langfristig 5% Verzinsung nach Inflation und Steuer bis zum Rentenbeginn in 37 Jahren einen Realwert von 33.800 Euro. BOOM!

Das ergibt bei 4% jährlicher Entnahmerate dann monatlich 112 € Entnahme vs. der 51,3 € bei der gesetzlichen Rente (42,65 € in 2018er Rentenpunkten wachsen 37 Jahre lang mit ca. 0.5% nach Inflation durch weiteres Wirtschaftswachstum minus geschätzter Rentenabschlag).

Über diesen langen Zeitraum ist die sichere Entnahme aus dem Welt ETF also mehr als doppelt so hoch.

Außerdem ist nach dem eigenen Ableben statistisch noch mehr Geld im Aktiendepot als zu Beginn der Entnahme. Das heißt, der gesamte Geldfluss kann dann überlebenden Nachkommen oder als Spende auch anderen zugutekommen.

Und von Dingen wie ein früherer Rentenbeginn oder bei ausreichend hoher Sparquote auch die Finanzielle Freiheit schon deutlich vor dem offiziellen Renteneintritt, haben wir dann noch gar nicht gesprochen.

 

Wenn mich ein junger Mensch also fragt, was er mit seinem Geld machen soll, heißt meine glasklare Antwort:

Fertig!

 

Wenn mich allerdings ein Endfünfziger mit aktuell hohem Grenzsteuersatz aber wenig angespartem Vermögen und vielleicht als Selbständiger auch nur mit Rentenanwartschaften in Höhe der Grundsicherung fragt ob er nun erstmals in Aktien investieren soll, dann heißt meine Antwort:

Eigentlich Nein! Und wenn doch, dann nicht an erster Stelle.

Wenn Du das bisher vernachlässigt hast, spar nun so viel es geht! Aber der Aktienzug ist nun zu einem guten Teil leider durch für Dich.

Das allerwichtigste ist nun, Dir einen absolut planbaren Geldstrom für das Alter aufzubauen, der bis an Dein Lebensende reicht. Und im derzeitigen Zinsumfeld ist die beste Lösung dafür oft die gesetzliche Rente!

Betriebs- und Riesterrenten kommen für Dich nur in Frage, wenn die garantierte Rendite daraus nach allen Gebühren mindestens 2.5% vor Inflation beträgt (das heißt aktuell etwas mehr als 0,5% netto nach Inflation). Der Maschinist hat Glück und sein Arbeitgeber bietet eine solche Betriebsrente mit 3% Garantiezins und null Gebühren mit Einsparungen aus Bruttogeld aktuell noch an und das nutze ich aktuell stark aus.

Wenn das bei Dir nicht der Fall ist, lohnt sich während Deiner letzten Arbeitsjahre besonders bei einem hohen Grenzsteuersatz immer eine Einzahlung in die gesetzliche Rente! Sie wirkt wie eine inflationsgeschützte Spardose in die man den eigentlich höchstbesteuerten Teil seines Einkommens steuerfrei überführen kann und sich diesen dann später inkl. einer Zahlungsgarantie bis zum Lebensende auszahlen lassen kann.

Es gibt in der aktuellen Situation kurz- bis mittelfristig im Euroraum keine Anleiheform mit ähnlicher Sicherheit und Verzinsung nach Steuer. Außerdem diversifiziert Sie perfekt als zweiter Entnahmetopf Risiken und versichert das “Langlebigkeitsrisiko” von gesund lebenden Menschen.

Und als Freiheitsmaschinenleser machst Du das doch sowieso.

Du rauchst natürlich nicht, treibst Sport und ernährst Dich gesund!

Ich sehe Dich dann mit 80 nicht rauchend und über den Maschinisten schimpfend am Kiosk, sondern mit Deiner Harley am Strand an mir vorbei fahren.

Ich gönn Dir natürlich den Spaß – Fahr nur nicht über mein Surfboard. Das hab ich mir nämlich von meiner gesetzlichen Rente gekauft.

Meinem netten und absolut sicherem Zusatzeinkommen.

😉

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Gast
Julian

Hallo Maschinist,

vielen Dank für den Artikel. Er hat mich daran erinnert dass ich da auch noch was tun muss.

Ich bin 48 Jahre alt, seit über 20 Jahren selbstständig. Am Anfang meines Berufslebens habe ich einige Jahre als Angestellter gearbeitet und 47 Monate Rentenbeiträge gezahlt. Seit der Selbsständigkeit keine mehr. Daher habe ich bisher keine Ansprüche. Die bekommt man erst ab 60 Monatsbeiträgen. Ich habe die Zahlung der 13 fehlenden Monatsbeiträge bisher vor mir hergeschoben, da ich nicht wusste ob ich später wieder als Angestellter arbeiten werde und die dann automatisch zahle und so die Lücke schließe. Mittlerweile kann ich das aber für mich ausschließen.
Daher werde ich dieses Jahr noch für die 13 fehlenden Monate als Einmalzahlung den Mindestbetrag von 83,70 Euro zahlen um mir eine Mindestrente zu sichern. Ansonsten würde die 47 eingezahlten Beiträge später verfallen.

Ob ich darüber hinaus noch mehr zahle weiss ich noch nicht.
Vielleicht reicht es dann ab 67 oder 70 für ein Surfbrett aus der gesetzlichen Rente. 🙂

Gast
Joerg

Danke, M. fuer den Artikel!

Generelle Gedanken:
Mehrgleisigkeit ist sicher kein Fehler, um robust aufgestellt zu sein:
1) Absicherung der Grundkosten via Altersvorsorgeinstrumente (v.a. Rente, ggfls bAV) 30-40%?
2) Absicherung des “erhoehten Lebensstandards” mit eigener Vorsorge (30-40%)?
3) ggfls eigene Wohnung/Immo als Lebensstil & zur Absicherung des Kostenblocks “Wohnen” (20-30% des Kuchens)?

Wir koennen zwar die Effekte (geltende Regeln, Steuern, Abgaben, Kosten) in der Gegenwart abschaetzen, aber kaum fuer die laengere Entnahmezeit in der Zukunft.
Im Alter ist letztlich entscheidend, was nach Steuern/Abgaben zum Leben verbleibt.
Wie das genau sein wird, wissen wir nicht. Auch deshalb ist es vielleicht kein Fehler alle drei Punkte zu verfolgen.
Denn falls der Staat oder die Sozialversicherungen mehr Geld brauchen, wird es am einfachsten aus 1) geholt werden koennen. Dann erst aus 2) und 3).

Ist es nicht wahrscheinlich, dass von unten eine Grundsicherung und von oben eine progressive Besteuerung einen relativ engen Auszahlungs-Korridor ergeben werden?
(dies scheint mir ein Trend der vergangenen Jahrzehnte zu sein, was meint ihr?)

Insofern versuche ich weder mit 1) noch 3) besonders auffaellig zu sein.
2) ist am flexibelsten (“scheues Reh”): wenn was schief laeuft – abhauen …?
LG Joerg

Gast
ThomasH

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Einmalzahlung in die GRV eine Versicherung ist, d.h. eine Versicherung kostet auch etwas. Steuervorteile und eine garantierte Auszahlung sind natürlich die Vorteile, allerdings ist am Ende der Zahlung (sprich nach dem Tod, bzw. nach dem Tod des Ehepartners) kein Kapitalstock mehr übrig. Das ist eben der Preis für die garantierte lebenslange Zahlung.
Bei Einzahlung eines gleichhohen Betrags zum gleichen Zeitpunkt in einen ETF o.ä. kann (ich vermute: wird auf jeden Fall) durchaus noch ein Kapitalstock vorhanden sein. Je nach Börsenlage und Zeitdauer u.U. sogar ein sehr hoher.

Die Summe der Auszahlungen bei der GRV und die Summe der Auszahlungen bei einem Depot mögen während der Auszahlungsphase identisch sein, trotzdem besteht ein großer Unterscheid, wenn diese vorbei ist.

Ein echter Rendeitevergleich kann daher auch nicht vorgenommen werden, da eine Versicherung keine Rendite in Sinne eines Aktiendepots hat.

Thorsten
Mitglied

Hallo Maschinist,

neben der von Dir vorgestellten “sicheren Säule” gesetzliche Rente und dem Rendite-Bringer schlechthin (breit-diversifizierte Investments an der Börse), gibt es noch eine weitere interessante Möglichkeit, die viele Leute übersehen oder nicht nutzen:

Einige (oder viele?) große Unternehmen / Konzerne bieten etwas an, dass sich “Deferred Compensation” nennt. Gleich vorne weg die leider bestehenden Einschränkungen:
1) häufig nicht für alle Gruppen der Mitarbeiter verfügbar, zB häufig nur AT-Mitarbeiter
2) nicht alle Angebote sind gleich gut, zB werden hier einfach externe Versicherungsprodukte angeboten

Bietet das eigene Unternehmen aber eine passenden Möglichkeit, sollte man das meiner Meinung nach in jungen Jahren nutzen. Die Vorteile:
a) Das Geld wird vor der Steuer abgezogen – man mindert also heute seine Steuerlast und zahlt später auf die Rente (die dann idR niedrigeren) Steuern
b) Einige Modelle sind so gestaltet, dass man sich heute einen “Rentenbaustein” kauft, also schon weiss welcher Betrag dann ab 60/62/65/67 (je nach Model) ausgezahlt wird.
c) Häufig werden noch sehr hohe interne Verrechnungszinsen von 5% und mehr zugrunde gelegt

Wenn Interesse besteht könnte man hierzu vielleicht auch mal etwas zusammenstellen!?

Viele Grüße
Thorsten

Gast
Ulrich

Hallo Maschinist,

ein Punkt zur Betrachtung der Rentabilität einer freiwilligen Aufstockung der gesetzlichen Rentenversicherung gegenüber der (verrenteten) BaV ist die Absenkung des Rentenniveaus in der Zukunft. Geplant ist die Absenkung von 48% auf 43% bis 2050. Das hört sich wenig an, bedeutet aber eine Kürzung um 10,4%.
Das ist wieder der vielfach nicht verstandene Unterschied zwischen Prozent und Prozentpunkten.
Dieses betrifft alle Rentenbezieher, auch der 100 jährige, welcher 2015 in Rente gegangen ist, ist davon am Ende noch betroffen.
Der berühmte Eckrentner mit den 45 Rentenpunkten bekommt dann statt 1440 brutto Rente (noch abzüglich ca. 10% KV und PV) kaufkraftbereinigt nur noch 1290 brutto.

Die politischen Unwägbarkeiten muß man bei einer freiwilligen Einzahlung in Kauf nehmen, man kauft jetzt für Euro steuerbegünstigt die “Ware” bzw. das Anrecht Rentenpunkt, ohne zu wissen was man dafür in der Zukunft bekommt.

Gast
Ruben

Hallo Maschinist,

danke für deinen Beitrag. Ich verstehe eine Sache noch nicht ganz. Am Ende sollte doch einfach zählen, wie viele Renten Punkte man gesammelt oder nachgezahlt hat.
Wieso gibt es dann noch Strafabschläge mit 0,3% pro Monat / 3,6% pro Jahr, wenn man nicht bis zum offiziellen Rentenalter arbeitet?
Oder kann man diese Abschläge mit zusätzlichen Einzahlungen auch wieder ausgleichen?
Diese Frage sollte ja besonders beim Anstreben einer finanziellen Freiheit wichtig sein.

Vielen Dank & viele Grüße,
Ruben

Gast
Ulrich

Hallo Rüben, ich beantworte mal Deine Frage.

Ein Rentenpunkt hat zur Zeit einen monatlichen Wert von brutto 32,02 € im Westen. 45 Rentenpunkte sollen etwa 48% des monatlichen Durchschnittseinkommens in Westdeutschland ergeben.
Diesen Wert bekommt man aber nur, wenn man zur Regelaltersgrenze in Rente geht, diese wird schrittweise angehoben und ist ab Geburtsjahr 1964 bei 67 Jahren.
Nun kann man, wenn man 35 Anrechnungsjahre zusammen bekommt (hier zählen Ausbildung und Studium mit, bis 5 Jahre Studium und 2 Jahre Oberstufe) mit Abschlag bis zu 4 Jahre vorher in Rente gehen, der Abschlag ist 3,6% pro Jahr.
Ab 50 kann man einen Antrag bei der Rentenversicherung stellen. Man gibt an, mit 63 Jahren mit Abschlag in Rente gehen zu wollen.
Die prüfen dann ob die 35 Anrechnungsjahre zu erfüllen sind und rechnen das Einkommen fiktiv bis zum 63 Lebensjahr hoch.
Dann bekommt man eine Berechnung über die geminderten Rentenpunkte und eine freiwillige Ausgleichszahlung, welche man flexibel komplett oder teilweise über die Lebensjahre von 50 bis 62 einzahlen kann.
Im Rahmen der steuerlichen Höchstbeträge wirken sich die freiwilligen Einzahlungen steuermindernd aus, insbesondere bei einem hohen Grenzsteuersatz von 45% plus Soli.
Diese Art der zusätzlichen Altersvorsorge ist in den meisten Fällen lukrativer als eine Einzahlung in eine BAV durch Bruttoeinkommensumwandlung.
Es besteht auch keine Verpflichtung, dann mit 63 in Rente zu gehen, die zusätzlichen Rentenpunkte wirken wie ein paar Beitragsjahre mehr und erhöhen natürlich auch die Hinterbliebenenabsicherung.

Gast
Matthias Knetsch

Hallo Maschinist,
im Prinzip eine interessante Idee, die du da hast. Aber im Ergebnis aus meiner Sicht zu optimistisch was die Rente betrifft, wenn man bedenkt, dass von deiner zusätzlichen Rente Steuer, Solidaritätszuschlag, Kranken- und Pflegeversicherung voraussichtlich abgezogen werden. Ich rechne mal über Daumen mit rund 30%. Das Ergebnis dürfte nach meiner Schätzung einen ETF nur dann Toppen, wenn man eine hohe Lebenserwartung hat und mindestens den angenommenen Todeszeitpunkt der Sterbetafel überlebt.
Beste Grüße
Matthias

Gast
chirlu

Hallo, eine Korrektur, die (soweit ich sehen konnte) in den bisherigen Kommentaren noch nicht genannt wurde: Man kann die Beiträge nicht vollständig von der Steuer absetzen, sondern im Jahr 2018 nur zu 86%. Der Anteil steigt jedes Jahr um zwei Prozentpunkte, bis er 2025 die 100% erreicht.

Im Gegenzug wird nach und nach ein immer größerer Anteil der späteren Rente steuerpflichtig: Bei Rentenbeginn 2018, 2019 bzw. 2020 beträgt der (dann lebenslang fixe) steuerpflichtige Anteil 76%, 78% bzw. 80%, danach steigt er jährlich noch um einen Prozentpunkt und erreicht im Jahr 2040 die 100%. Dann wird die Umstellung auf diese sogenannte nachgelagerte Besteuerung abgeschlossen sein.

Gast
XXX

Annahme: Die Rente steigt immer = sicher!.
Realität: Griechenland hat es bewiesen. Und Deutschland wird immer älter (auch sicher!)

Bitte schön,
X

Gast
Martin

Hallo Maschinist,

danke für diesen interessanten Betrag. Ich versuche das richtig zu verstehen habe aber Schwierigkeiten die Rechnungsformel zu verstehen (100-(44,6×0,14)x10.000). Könntest du die einzelnen Werte direkt bezeichnen, damit ich das für mein Bespiel ausrechen kann. Ich habe bisher 33.000 in die Rente einbezahlt und seit Jahren nichts mehr, da ich selbständig bin.
47J, EK ca. 45.000 Eur, ca. 24 % Steuer.

Dazu bin ich freiwillig gesetzlich versichert mit einem Betrag von 600 Eur der dann ja auch um fast 150 Euro sinken würde. Persönlich finde ich es bei der KV ärgerlich, dass hier meine Kapitalerträge und Mieteinnahmen mit eingerechnet werden (in den 45.000). Deswegen wäre das evtl. eine gute Variante – auch wegen der Langlebigkeit.

Grüße, Martin

Gast
Joerg

Hier ein kritischer Artikel zum Thema “Freiwillige Renteneinzahlungen”:
https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/research-institute/der-chefoekonom-gesetzliche-rente-trugschluss-der-nachhaltigen-eigenvorsorge/23051676.html

Fazit: Vielleicht doch nicht zuuuuviel freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen … sonst droht der Jo-Jo-Effekt (virtuelle Ansprueche hui – spaetere Auszahlungen pfui)?

Ich bin da vorsichtig, ein Sockel-Rentenanspruch ist sicher fuer jeden sinnvoll und erstrebenswert; aber “ueberdurchschnittlich hohe Ansprueche” vermeiden wir mal lieber … (= doch ein Ponzi-Schema?)

Gast
Det

@ All Um eine RV überhaupt mal zu verstehen , sollte man sich mal eine Amortisationsrechnung anschauen um Einzahlpunkt , Zinsen , Auszahlpunkt , Amortisationszeit/Amortisationsrisiko und Langlebigkeitsrisiko zu sehen . Ich habe die ganzen Sachen beim ” Privatier ” bereits umfänglich Beleuchtet . @ Ulrich , wie immer , richtiges Zahlenmaterial geliefert , Danke das man das nicht nochmal machen muss. Umfängliche Steuerberechnungen sind eh Individual . @Jörg , für mich zählt eine Rentenversicherung , unbedingt mit zur Vermögensmasse daher beachte ich DIE auch mit . Daher bei mir auch 30/30/30/10 ( Zumindest meistens für Rebalancingprozess angestrebt ) Ich persönlich gehe für den Kap. Stock , von einem DS Rentner 45 RP aus . Muss ja für 1/3 auch erstmal geleistet werden können . Ca. 360k/DS ANSPAREN . @Maschinist …………..unter 40………ETF Depot…….. NICHT in AV………….. Das wäre m.M.n. ein großer Fehler . M.m.n. ist es in der Reihenfolge , VIEL wichtiger ERST das AV für den Langlebigkeitsschutz MIT-AUFZUBAUEN . Und zwar zu einer Zeit , da man i.d.R. eh gezwungen ist Geld zu verdienen um sein Leben zu bestreiten , Ich persönlich würde auf jeden Fall , die ” BASIS ” Vesicherungen nutzen wollen um einen Vermögensaufbau für die Alterssicherung im Rahmen der höchstmöglichen Förderbeträge zu nutzen . Selbst DABEI würde ich eine Verteilung vornehmen wollen . Also 1) Max. RV Beiträge in GRV über AG/AN Beiträge 2) Alles was nicht bis zur max. Förderhöhe da erreicht werden kann , über Rürup abfrühstücken , wenn gewünscht über ETF Anlage im Versicherungsmantel . Nur so kann der Zins bei Brutto/Netto wirklich wirken . Das muss jedoch erstmal Verstanden werden . Beamte können sich das weitgehend sparen , da Sie da wohl eine bessere Versorgung AV beim Arbeitgeber gebucht haben . Für NORMAL Sterbliche AV Sparer , bleibt natürlich auch immer noch das Ausfallrisiko in der Ansparzeit zu berücksichtigen . Es ist und bleibt , also eine Wette auf ein langes Leben . Prüfen würde ich DIESEN Vermögensanteil aber TROTZDEM immer mal wieder und ggf. auch einen Nachrebalancingprozess unterwerfen . Bei MIR , immer Ziel DS Rentner 45 RP , sowohl in der Ein , wie auch in der Auszahlung . Stand bei MIR , ca. 330k , die ersten ca. 200k unterliegen KEINEN Amortisationsrisiko mehr , da bereits Amortisationsphase dort BEENDET ist . Ansprüche jedoch LEBENSLANG erhalten . Einer meiner besten Anlageentscheidungen . 4% Garantiezins – Quasi Anleihe auf Lebenszeit . Der WIRKLICHE Vorteil , lag aber im FRÜHEN Bezug und damit in dem ” Vorteilhaften ” Amortisationsphasen – Durchlauf = BEENDET . Die restlichen ca. 130k müssen leider erst noch den Amortisationsprozess durchlaufen . Die 200k Abgabe ( ca. 400 TDM ) , helfen mir jeden Monat wieder , einen monatlichen Cash Flow zu Verbrauchen . Hoffentlich schaffe ich auch bei ca. 130k noch einen Amortisationsdurchlauf , die Chancen werden dafür jedenfalls zunehmend kleiner . Millionär war ich bereits VOR 25 , daher Heute nur noch ein ( fast ) Halber ( DM/Euro ) , Ein schönes Leben HATTE ich bereits , kann MIR rückwirkend , auch KEINER mehr nehmen . Wenn meine restlichen Ansprüche noch bis ans Lebensende reichen bin ich wohl wieder BESCHEIDEN ZUFRIEDEN . Halt ein DS Rentner ca. 45 RP . Sowohl in der Ein wie auch Auszahlung . Benötigter Kap. Stock , ca. das 3 Fache , um einen DS Rentner in Deutschland auch über einen langen Zeitverlauf m.M.n. spiegeln zu können . ( Rückspiegelbetrachtung ca. 30 J. ) Da bin ich ganz bei Jörg . Davon ca. 5-8 Jahre NACH Amortisationslauf von ca. 2/3 AV Vermögen . Ca. 1/3 muss erst noch ( frühester Bezugszeitpunkt 60 Jahre Rürup , GRV , 67 Jahre , Hoffnung Inflationsausgleich ) den Amortisationsdurchlauf leisten . Hoffentlich gewinne ich die Wette noch , ansonsten betrachte ich das als Spende für die Solidargemeinschaft . Ca. 1/3 des Vermögensstock habe ich auch gleich vor 25 an die Lebenspartnerin abgegeben . Hat die Wohnkosten und damit die Lebenshaltungskosten etwas reduziert . Vorteil der Verbrauchsmöglichkeit der kleinen Rente ( Damals ca. 45 RP Vergleichsverbrauch ) erhöht . Also bereits VOR 25 Lastenfreies Eigenheim , im Eigentum eines Anderen . Miete trotzdem NICHT mehr zu zahlen . Aber hin und wieder Erhaltungs- Aufwand . Damit ist m.M.n. eine ECHTE Vorsorge für LAG und auch Gemeinsamen Nachwuchs VOR 25 getroffen worden . Diese Lifesyle Entscheidung bereue ich NICHT , da für LAG , NUR ein Leben in D Denkbar war . Lebensmittelpunkt u.s.w. , u.s.f. . Auch bei DIESEM Teil , ist ein Amortisationsdurchlauf m.M.n. bereits eingetreten , aber Rechte n.w.v. bestehend . Analog Rente . Also ca. 2/3 des Lebens-Vermögens , um das man sich WENIGER Gedanken machen muss . Hin und wieder ja , aber eigentlich WENIGER . Was bleibt ??? Ca. 1/3 Luxus ??? Ca. 1/3 befinden sich im Moment wieder in einem Rebalancingprozess , Ziel : Wieder Rebalancing zu DS Rentner 45 RP , sowohl in der Anlage Vermögen , wie auch in der Verbrauchsmöglichkeit . Im zunehmenden Alter , werde ich jetzt aber NICHT mehr auf einen ” Ankommen ” NACH dem Amortisationslauf wetten , sondern eher Liquide und damit auch VERERB-BARE Kapitalanlagen suchen . A) Wegen den m.M.n. auch immer wichtigen Verbrauchsmöglichkeiten B) Wegen den nicht an Nachwuchs VERERB-BAREN Kapitalstock des Altersvermögens Rentenversicherung . Gerade im Alter , macht es m.M.n. nur noch Sinn , sich über Kapitalanlagen Gedanken zu machen , die bei dem überschreitenden 45 RP AV Vermögen , eher Liquide und damit Verbrauch oder VERERB-BAR sind . Ich bin der Meinung , das bereits bei AV Vorsorge Rente , mein vermutlich zu leistender Solidarbeitrag Übererfüllt ist . Ansonsten Maschinist , ist es schon mal löblich , auch DIESE Kapitalanlage mal zu untersuchen . Die Wette auf ein laaaaaaaaaaaaaaaaaanges Leben . In the worst case , we are all De(ad)t…………….. Stimmt Und je länger man dann aus seinen Alters-Vermögen gelebt hat , umso besser ist DAS m.M.n. . Its a LONG Run . Ich hoffe mit meiner Betrachtung auf Vermögen , auch und Insbesondere einen Beitrag zur… Read more »