Ich befinde mich aktuell hoch über dem Ozean in einer von Menschen geschaffenen Flugmaschine und freue mich darauf, heute Abend meine Familie wieder sehen zu können. Außer dem Schlafmangel aufgrund der Zeitverschiebung, macht mir Fliegen nichts aus und ich bewundere im Gegenteil immer noch die technische Meisterleistung, so sicher und geschützt viele Kilometer über der Erde rasend schnell und vergleichsweise günstig transportiert zu werden.

Wenn ich alleine reise, sind das schönste am Fliegen für mich die garantierten Stunden, die ich hier ungestört für mich selbst habe. Selbstbestimmte Lebenszeit; hier ist Sie! Meistens nutze ich diese kostbare Zeit, um mir Gedanken und Pläne über mein Leben zu machen oder ein gutes Buch zu lesen.

Nach meiner Einschätzung sind die besten Bücher dieser Welt zeitlos. Dass heißt, Ihr Inhalt behält auch nach vielen Dekaden Ihren Wert. Das Buch, dass ich dieses Mal als Wiederholung gelesen habe ist „Denke nach und werde reich“ von Napoleon Hill. (Link aktualisiert) Was sich nach einem billigen Titel anhört, ist ein gutes Buch über Psychologie, Selbstmanagement und Selbstverwirklichung. Mr. Hill hat zu Beginn des letzten Jahrhunderts ca. 20 Jahre an seinem Werk gearbeitet, nachdem er dem berühmten Stahlmagnaten Andrew Carnegie sein Commitment gab, eine gemeinsame Formel für den Wohlstand und Erfolg der damals erfolgreichsten und reichsten Menschen zu finden.


Napoleon Hill fand diese Formel und kommt zur Erkenntnis, dass wir alles schaffen können was wir wollen, wenn wir bereit sind den entsprechenden Preis dafür zu bezahlen. Menschen wie Henry Ford oder Thomas Edison sind der Beweis dafür. Sie sind fast ohne oder mit nur geringer Schulbildung in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen. Thomas Edison hat z.B. nie eine technische Ausbildung abgeschlossen, sondern er hat sich alles selbst erarbeitet. Damit meine ich nicht nur die technischen und kaufmännischen Fertigkeiten, sondern viel wichtiger, dass richtige geistige Mindset! Ohne die richtige gedankliche Grundeinstellung, die sich beide erst mit vielen Rückschlägen, dem Scheitern, „erarbeiten“ mussten, wäre der nachfolgende Erfolg niemals möglich gewesen.

Beide Menschen in meinem Beispiel mussten sich also dauerhaft ändern! Das war der Preis, den Sie bezahlen mussten! Was sich so einfach anhört, ist unglaublich schwierig; was jeder bestätigen kann, der z.B. dauerhaft Gewicht verlieren oder mehr Sport machen möchte. Unsere „Gewohnheiten“ sind in Wirklichkeit kleine Autopilot Programme, die einen guten Teil unseres Lebens steuern. Kaffeegelüste am Morgen im Büro? Hungrig werden kurz vor dem Kantinengang? “Entspannen“ vor dem Fernseher am Abend? Das sind alles Gewohnheiten, die als Bedürfnisse maskiert sind.

Diese Dinge dauerhaft zu ändern ist schon schwierig genug, obwohl in diesen Beispielen nur wir selbst involviert sind. Aber andere Gewohnheiten sind anders; Sie beeinflussen die ganze Lebensumgebung. Was meint Ihr, was die von Armut und Kenntnislosigkeit gezeichnete Familie und Freunde am Anfang dazu meinten, als sich beide auf Ihren entbehrungsreichen Weg zu Reichtum und Erfolg machten. Denkt Ihr es gab Unterstützung, als diese zukünftigen Erfinder entbehrungsreich an Ihren ersten Projekten arbeiteten, nachdem Sie Ihre eigenen „Gewohnheiten“ geändert hatten? Nein! Die meisten Menschen aus Ihrem bisherigen Leben versuchten Sie bewusst oder unbewusst davon abzubringen, so ein großes Risiko einzugehen und so etwas tollkühnes zu unternehmen.

Neben den Sorgen, die einige Mitmenschen vielleicht wirklich fühlten, gab es noch etwas anderes. Die beiden Erfinder auf Ihrem Weg, waren eine nonverbale Anklage an Ihre alte Umgebung selbst nichts aus Ihrem Leben zu machen. Der Erfolg und die Willenskraft der Einen ist der Misserfolg und die Passivität der anderen! Das sehen aber die von verschiedenen Gefühlen überrollten Mitmenschen meistens selbst gar nicht in dieser Klarheit, sondern das Unterbewusstsein der Edison- und Ford Freunde erzeugte stattdessen diverse Abwehrprogramme, um nicht zu dieser schmerzhaften Erkenntnis gelangen zu müssen. Beide Erfinder wurden deshalb von den anderen als wirre Träumer ausgelacht und auch mit Häme überzogen, als es wieder einmal einen ihrer vielen Rückschläge gab.

Die mutigen Schaffenden aus unserem Beispiel mussten neben Ihrem Kampf in Ihrer Berufung also auch einen Kampf um Ihre soziale Stellung führen. Die meisten Menschen hätten zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich aufgegeben, weil Sie neben der gefühlten Frustration aufgrund eigener Rückschläge auch die Bestätigung der Mitmenschen vermissten und den gesellschaftlichen Abstieg fürchteten.

In unserem Beispiel und auch in fast allen anderen funktioniert das deshalb über lange Sicht nur, indem sich das Umfeld dieser Menschen zum großen Teil ändert. Es ist unter großen Mühen und Ausdauer möglich sich selbst zu ändern. Aber das bei anderen ohne deren eigenen Willen zu versuchen ist nicht nur hoffnungslos, sondern sogar kontraproduktiv. Wie geschrieben, ist in diesem Beispiel der Erfolg der Mutigen und Schaffenden der fleischgewordene Beweis für alle anderen, was Sie im Leben hätten besser machen können. Fast jeder möchte den Erfolg, das Geld und das Ansehen von berühmten und reichen Menschen besitzen aber fast niemand möchte den Preis dafür bezahlen. Und zwar auch den in seinem bisherigen privaten Umfeld.

Was hat das jetzt mit mir zu tun? Ich will kein Thomas Edison werden, sondern nur finanziell unabhängig“. Es hat jede Menge damit zu tun, lieber Leser! Sind Deine Freunde und Mitmenschen etwa aktuell finanziell unabhängig? Investieren Sie sechs- oder siebenstellige Beträge in Mietobjekte oder den Aktienmärkten und produzieren damit fünf- oder sechsstellige Beträge an passives Einkommen im Jahr? Haben Sie fast den gesamten Tag als frei nutzbare Lebenszeit für sich selbst zur Verfügung? Nein? Na dann viel Erfolg beim Versuch, dort auf eine uneingeschränkt positive Reaktion zu hoffen, wenn Du diesen Menschen aus Deinem „alten“ Freundeskreis Deine Pläne oder schon die echten Ergebnisse Deiner finanziellen Unabhängigkeit nahebringst!

Es kann gut gehen und in Deiner alten Umgebung sind sehr tolerante Menschen, die sich über andere wirklich freuen können und von Ihnen wirklich lernen möchten und nicht nur so tun aber darauf bauen würde ich nicht. Dein Erfolg ist auch in diesem Fall eine „Anklage“, was Deine Mitmenschen hätten viel besser machen können. Ein Freund zerbricht sich darüber den Kopf, wie er bis zur gesetzlichen Rente sein Haus abbezahlen kann und Du erzählst Ihm lächelnd, dass Du nun finanziell unabhängig bist. Viel Spaß dabei! Die finanziellen Entbehrungen, die Du dafür erbracht hast und besonders den aufgebrachten Willen, Dich dauerhaft zu ändern, sieht er ja gar nicht. Er sieht nur, das er Geldsorgen und einen permanente Mangel an selbstbestimmter Lebenszeit hat und Du nun anscheinend in beidem schwimmst. Sehr oft ist diese Diskrepanz keine gute Ausgangssituation, um die Freundschaft zu vertiefen. Wenn das bei euch funktioniert, dann Hut ab. Und zwar hauptsächlich an Deinen Freund, der diese emotionale Leistung erbringen kann.

Meistens sieht es allerdings so aus, dass sich Freundschaften deutlich abkühlen, nachdem sich einer der beiden Menschen deutlich geändert hat. Sei es nun in finanziellen Dingen oder anderen, die, wie hier gezeigt wurde, im Endeffekt aus nichts anderem als ein paar Gewohnheiten bestehen. Und das bei Thomas Edison genauso, wie bei Dir!

Wenn wir uns selbst ändern, können wir nicht erwarten, dass uns unsere alte Umgebung dabei unterstützt. Sie ändert sich meistens nicht mit uns mit; sondern wir müssen auch loslassen können und uns aktiv darum kümmern, uns eine neue Umgebung mit einigen neuen Freunden zu schaffen, um glücklich zu werden. Es ist ein zusätzlicher Preis, den Du bereit sein musst zu zahlen, wenn Du Dich auf den Weg zu Dingen wie Deiner finanziellen Unabhängigkeit machst!

Das schöne an einem Ort wie der Freiheitsmaschine ist, das es Dir hier ganz egal sein kann, was andere über Dich denken. Diesen Vorteil der virtuellen Orte, konnten Menschen vor Deiner Zeit nicht in Anspruch nehmen und das ist nur einer von vielen Gründen, warum das Internet eigentlich auch Freiheitsmaschine heißen müsste, Es ist die beste Erfindung für die Menschheit seit dem Rad.

Viel Erfolg auf Deinem Weg und lass Dich von niemandem davon abbringen!

RSS
Follow by Email
Facebook
Facebook
LinkedIn
12.000 Meter über der Erde – oder warum Du bald andere Freunde haben wirst

Beitragsnavigation


10 Gedanken zu „12.000 Meter über der Erde – oder warum Du bald andere Freunde haben wirst

  1. Lieber Machinist,
    Alles was du hier schreibst und so hervorragend zu Worten verbindest habe ich selbst auch erlebt, insbesondere auch innerhalb meiner Familie aber auch mit Freunden. Es fängt schon damit an, wenn man als einziges Kind der Familie ein Studium beginnt und alle anderen Familienmitglieder damit so ihre Schwierigkeiten haben.
    Ich danke dir für diesen Text, denn so durchgängig formuliert ist mir die Durchdringung dieser Gedanken selbst bisher noch nie gelungen und ich finde es sehr wichtig sich damit auseinanderzusetzen. Ich habe mich in vielen Dingen, die ich in meinem Leben anders als meine Familie und meine Freunde gemacht habe, häufig sehr unwohl gefühlt ohne in diesen Momenten zu spüren weshalb. In deinem Artikel stehen viele Antworten dazu.

  2. Sehr zutreffend. Es fällt mir auch immer mehr auf. Ich bin nicht einmal vollständig finanziell unabhängig, aber ich habe meine Arbeitszeit schrittweise in vergleichsweise jungen Jahren auf jetzt 16 Wochenstunden reduziert. Wie @Freiheit schreibt, gibt es viele Situationen, in denen man sich gerade heraus unwohl fühlt. Ich habe meine finanzielle Situation und Ziele nie breitgetreten, aber die Umwelt sieht die Ergebnisse natürlich trotzdem. Dritte machen sich nie Gedanken, wie es dazu gekommen ist, sie vergleichen nur die Ist-Zustände. Dass man über Jahre 60 Wochenstunden abgerissen und auf Urlaube verzichtet hat, interessiert niemanden. Geschweige denn, der eingeschränkte Konsum. Da ist die eigene Situation und dort der “Vollstecker”. Es spricht so gut wie niemand direkt aus, aber der Unmut trifft einen. Ich lebe und entstamme auch dem klassischen Arbeiterumfeld, wo es vielleicht besonders auffällt. Ja, es ist ein absolutes erste Welt Luxusproblem und dennoch muss man damit umgehen lernen.

    1. Hi Karsten,

      danke.
      Wir Menschen sind schon ein lustiger Haufen!
      Wir vegleichen uns fast nur mit unserem direkten Umfeld und dann auch nur die jetzige Ist-Situation.

      Ein Programmupdate unseres Neid-Motiviations und Belohnungsprogramms wuerde uns allen gut tun.

  3. Achtung, der Amazon link führt zu einem stark gekürzten Taschenbuch, das anscheinend auch noch lieblos übersetzt wurde. Also lieber die “Vollversion” kaufen.
    Habe mir versehentlich zuerst das Taschenbuch bestellt…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Werkzeugleiste springen