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Risikofreier Depot- oder Vermögensanteil

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HJP
 HJP
(@hjp)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @marsupilami

Bei uns ist es so dass wir nur 10k als Cashreserve in der Hinterhand halten. Wir sind Anfang 30, haben beide unbefristete Arbeitsverträge, meine Frau im Amt. Wenn das Gehalt meiner Frau ausfällt kommen wir immer noch gut über die Runden.
Wenn etwas unvorhergesehenes passiert zahlen wir das mit der Rücklage die wir dann wieder hochsparen.

Für das unwahrscheinliche worst case szenario mit doppelter Arbeitslosigkeit über mehrere Monate müsste ich eben einen Teil der ETFs oder Kryptos auflösen, aber das Risiko sehe ich sehr gering derzeit.

Vielen wird das strategisch sicher sehr aggressiv vorkommen, aber wenn ich an mein Ich Mitte 20 zurückdenke sind wir jedes Mal fett in den Urlaub gefahren wenn wir 10k auf dem Konto hatten und haben uns nie Sorgen über morgen gemacht.

Ich denke, eure Herangehensweise ist sehr sinnvoll. 2 Personen im Beruf, Rücklage, Aktien, die verkauft werden könnten, Bonität (d.h. zur Not kann man auch Konsumerkredite in Anspruch nehmen im worst case), notfalls Arbeitslosengeld... etc... wenn man weniger Risiko eingehen möchte, dann dürfte man auch kein Auto mehr fahren - man könnte ja einen tödlichen Unfall haben Smile

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Themenstarter Veröffentlicht : 12. April 2021 17:02
marsupilami
(@marsupilami)
Freiheitskämpfer Silber

@hjp - genau so seh ich’s auch!

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Veröffentlicht : 12. April 2021 17:12
HJP
 HJP
(@hjp)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @roman

Ich sehe professionelle Portfoliomanager bzw. Riskmanager gegenüber Retailinvestoren klar im Vorteil was methodische Kompetenz, Informationsverfügbarkeit, etc angeht. Jedem Privatinvestor der in Kapitalmärkte investiert sollte klar sein, dass er es mit überwiegend professionellen Gegenparteien zu tun hat und er tendenziell im Nachteil ist.

Ich kenne auch viele Privatinvestoren, die sich eine blutige Nase geholt haben, weil sie das schnelle Geld an der Börse gesehen haben und sich maßlos überschätzt haben.  Gleichzeitig sieht man aber auch, dass Informationsverfügbarkeit und ein ganzer Stab von Analysten keine langfristige Überrendite garantieren (Stichwort: aktive gemangete Fonds schlagen die Indices nicht dauerhaft und zuverlässig). 

Professionelle Investoren haben aber auch eine ganze Menge an Nachteilen. Sie müssen ihre hohen Kosten für das Risikomanagement, die Sichtung und Bewertung von Informationen verdienen. Sie schaffen dies meist nicht (im Vgl. zum zu schlagenden Index). Sie müssen ihre Rendite so trimmen, dass sie in Verkaufsprospekten toll ausschauen. Und im worst case haben sie (regulatorisch getrieben) auch noch Verkaufsdruck in der Krisen da die Risikopuffer verbraucht sind. 

Ich persönlich kenne auch nicht viele Privatinvestoren, denen ich zutrauen würde, dass sie mit einem 6-stelligen Depot in Eigenregie vernünftig umgehen und dabei ruhig schlafen können. 

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Themenstarter Veröffentlicht : 12. April 2021 17:30
Maschinist, marsupilami und Natman mögen das
Headblade
(@headblade)
Freiheitskämpfer Silber

Eure Diskussion ist gut, aber es gibt keine allgemein gültige Regel, daher auch keine einfache "richtige Lösung". Mal ein bisschen Erfahrung vorausgesetzt - und Lehrgeld in irgendeiner Form muss jeder zahlen.

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Veröffentlicht : 12. April 2021 17:32
Rumpel, Maschinist und Natman mögen das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold

@hjp ...aber ich kenne einige passive Privatanleger, die mit langem Zeithorizont und einem vernünftigen Mindset und Allokation und hoher Sparrate gut fahren, ohne eine perfekte Strategie zu haben und nicht in Perfektionismus zu verfallen. Daher ist mein Fazit: eigene Strategie nehmen, die belastbar ist u nicht dauernd umgeworfen wird (maximal ergänzt). Einnahmen hoch, Ausgaben runter, immer ans Risiko denken und ob mit Extracash oder nicht, keine zu hohen Erwartungen an die Rendite u im Entnahmeplan Puffer einbauen bzw. sich Optionen offenhalten. 

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Veröffentlicht : 12. April 2021 17:42
Praezisionsminister, HJP, Maschinist und 2 User mögen das
HJP
 HJP
(@hjp)
Verdienter Freiheitskämpfer

@Natman ... absolut! Das ist ja gerade das schöne am passiven Ansatz. Kein Hinterherlaufen nach der vermeintlichen Überrendite. Sparrate und Kontinuität sind gefragt. Dazu viel Zeit für das Wichtige im Leben ;-)

Allerdings kenne ich in meinem direkten Umfeld (traurigerweise) fast nur Leute, für die entweder Börse = Kasino ist oder die meinen, dass Stockpicking und Markettiming das Maß aller Dinge ist (manche davon warten immer noch auf den Rücksetzer im Markt um endlich einzusteigen....)  

Ich selbst stamme aus einer stark Risiko vermeidenden Familie - da gibt's fast Schwindelanfälle, wenn ich sage, dass ich mit einem 6-stelligen Betrag investiert bin. Leider hat diese Prägung dazu geführt, dass ich lange Zeit dem Aktienmarkt - zumindest mit nennenswerten Beträgen - fern geblieben bin.

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Themenstarter Veröffentlicht : 12. April 2021 19:08
Natman mag das
Roman
(@roman)
Freiheitskämpfer Silber

@hjp

Ich habe nicht behauptet, dass HF risikolos sind und stimme mit dir nicht überein, das für HF Marktentwicklungen um strategisch ausnutzbar vorher sagbar sein müssen. Es trifft vielleicht noch für global macro zu, aber viel weniger bis gar nicht bei long/short equity,  merger arbitrage oder quant strategien, da sie nur in geringem Masse von der generellen Marktentwicklung abhängig sind. Viele von den HF sind sehr erfolgreich, auch wenn über alle hinweg tatsächlich 30-40% der HF nach 5 Jahren wieder verschwinden.

Ich hatte vorher konkret auf Archegos Bezug genommen haben, dort war der hohe Leverage das Problem (10Mrd Eigenmittel und $30Mrd Bankkredite), die zudem überwiegend in Total Return Swaps investierte wurden auf Aktien wie CBSViacom, Tencent , Baidu etc.  Das immer wiederkehrende Problem von HF ist, dass Modellfehler zu einer Fehleinschätzung des Marktrisikos führen, meist ausgelöst durch market events oder sich ändernde Marktfaktoren, und in Kombination mit Leverage zu hohen Verlusten.

Der Unterschied ist aber, dass in solche HF nur sehr reiche Leute investieren können, die eine entsprechend hohe Risikotoleranz haben. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass sie besser fahren würden alles einen Aktien-ETF zu stecken und Alternative Investments keine Daseinsberechtigung haben.

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Veröffentlicht : 12. April 2021 21:04
HJP
 HJP
(@hjp)
Verdienter Freiheitskämpfer

@roman

Ich kann Dir zwar nicht folgen, wie man sich als Hedgefonds prognosefrei gegen einen Crash / Abwärtsbewegung absichern will...aber Schwamm drüber. Ich will Dir ein Investment in einen Hedgefonds gar nicht madig machen. Ich denke aber mit Blick auf die grandiose Anzahl der erfolglosen Hedgefonds auf 10 Jahressicht, dass ich mein Geld dort auf keinen Fall abgeben würde. Die sterben ja nicht wie die Fliegen, weil sie so erfolgreich sind. Mein Blick auf Wahrscheinlichkeiten verbietet mir somit ein Invest in solche Anlageformen.

Veröffentlicht von: @roman

Es ist ein Irrglaube zu denken, dass sie besser fahren würden alles einen Aktien-ETF zu stecken

Meines Erachtens ist genau diese Aussage ein Irrglaube.

Veröffentlicht von: @roman

 Das immer wiederkehrende Problem von HF ist, dass Modellfehler zu einer Fehleinschätzung des Marktrisikos führen, meist ausgelöst durch market events oder sich ändernde Marktfaktoren, und in Kombination mit Leverage zu hohen Verlusten.

Aber was möchtest Du denn damit eigentlich sagen?

- Hedgefonds haben Modelle um Märkte einzuschätzen (=Prognosen). Ok.

- Dann handeln sie danach. Verständlich, was auch sonst, wenn ich von Modellen und Prognosen überzeugt bin

- HF sind zudem hochgradig gehebelt (Leverage).

- Gleichzeitig gibt es Modellfehler und es kommt zur Fehleinschätzungen

- Handeln nach falschen Modellen und Leverage führt zu hohem Verlust. 

-> Hört sich für mich an, dass Handeln nach Modellen und Prognosen wiederkehrend extrem renditeschädlich ist. Sehe ich genauso. Deshalb investiere ich prognosefrei und lasse die o.g. Spielereien konsequent weg.

und jetzt Dein Fazit: 

Veröffentlicht von: @roman

Der Unterschied ist aber, dass in solche HF nur sehr reiche Leute investieren können, die eine entsprechend hohe Risikotoleranz haben. Es ist ein Irrglaube zu denken, dass sie besser fahren würden alles einen Aktien-ETF zu stecken und Alternative Investments keine Daseinsberechtigung haben.

Also hier ist das hohe Risiko erlaubt Smile Weil jemand reich ist sind "hohe Verluste" ("wiederkehrendes Problem von HF") ok? Smile /p>

Es ging Dir doch ursprünglich darum, dass mit alternativen Investments mit weniger Risiko dennoch die langfristige Aktienmarktrendite erzielt werden kann. Jetzt sprichst Du von höherem Risiko? 

Ich möchte auch niemandem die Freude an "Alternativen Investments" absprechen, aber die Relevanz für einen Privatanleger sehe ich nicht wirklich. Und die Argumentationskette verstehe ich nicht - deshalb bleibe ich wohl bei Aktien Smile

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Themenstarter Veröffentlicht : 12. April 2021 22:27
Natman mag das
Roman
(@roman)
Freiheitskämpfer Silber

@hjp

Wenn du mir nicht folgen kannst, dann ist das nicht mein Problem. Jedenfalls hast meine Argumente verdreht und dabei ist ziemlicher Nonsens rausgekommen.

Ich glaube du must gar keine Gedanken daran verschwenden, ob Hedgefunds das richtige für dich sind, da diese typischerweise nur qualifizierten Investoren und Institutionellen offenstehen. Dafür sind Einlagen von meist mehren Millionen erforderlich, die effektive Gesamtportfoliogrösse der Investoren ist nochmal ein Vielfaches davon. Für sie macht es sehr wohl Sinn einen Teil in Alternative Investments zu investieren, da diese Assetklasse wenig mit anderen Assetklassen korreliert. Fakt ist, dass es auch sehr erfolgreiche HF gibt die lange am Markt sind und diese erfolgreich für ihre Investoren Erträge generieren.

Und wenn du dich schon um die Erfolgsquote der HF insgesamt sorgst, dann sei dir gesagt, dass dies u.a. damit zusammenhängt, dass HF weitgehen unreguliert sind und niedrige Markteintrittsbarrieren haben. So sind die Erfolgsquoten insgesamt zwar bescheiden, aber immer noch höher als z.B. bei Startup-Companies. Wenn diese aber die Anfangsphase überleben sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch längerfristig erfolgreich, bei HF ist das ähnlich.

Das heisst im Umkehrschluss auch nicht, dass Alternative Investments für die zuvor genannten Investorengruppen im Rahmen einer Multi-Asset-Strategie keinen Sinn machen. Im Gegenteil, das Ziel damit höhere risikoadjustierte Gewinne im Gesamtportfolio zu generieren ist rational und im Grundsatz durch wissenschaftliche Studien bewiesen.

Auch wenn man als Privatanleger nicht so investieren kann wie qualifizierte Investoren, dann kann man zumindest davon lernen und die Grundprinzipien adaptieren. Wer die Risikotoleranz hat dies zu ignorieren, kann es tun und zu 100% in Aktien oder marktkapitalisierungsgewichtete Fonds/ETFs investieren, deren Erfolg letztlich jedoch vom Marktrisiko/Beta einer einzelnen Assetklasse abhängt! 

Eine konkrete Möglichkeit den risikoadjustieren Return zu erhöhen besteht z.B. darin, statt 100% in Aktien zu investieren, das Portfolio zu leveragen und die Mittel in andere Assetklassen zu investieren. Obwohl die erwartete nominelle erwarteten Renditen beider Portfolios gleich ist, wird der risikoadjustierte Return bei letzterem höher sein, was es einfach ausgedrückt zum "besseren" Portfolio macht. Natürlich kommen bei Leverage auch andere Nachteile hinzu.

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Veröffentlicht : 13. April 2021 08:38
Ste Fan
(@ste-fan)
Verdienter Freiheitskämpfer

Am Ende sind die Details ueber HFs doch zweitrangig...denke mal einerseits ist hier ein Privatanlegerforum und zweitens liegt die Wahrheit auf dem Platz...einmal gilt dass je alternativer die Assets desto weniger Liquiditaet...fuer ein Endowment oder Private Office mit >9-stelligem Anlagevermoegen sind halt Gedanken ueber 100ha Wald was anders wie fuer einen Privatanleger mit 6-stelligem Depot - und je hoeher die Summe desto komplizierter (und ineffizienter) die Allokation der Gesamtsumme...

Risokoadjustiert ist auch relativ...man gucke sich irgendwelche LowVola Funds oder auch Risk Parity Funds wie Bridgewater beim Covid Crash an...ist ja schon krass wenn Strategien mit niedriger Vola als risikoaermer gelten - aber nur wenn man max DDs komplett ignoriert.
Kurzum..die Profis kochen auch nur mit Wasser - manche besser manche schlechter.
Hier im Forum duerften diese eher ein irrelevanter Vergleich sein...was Joel Greenblatt oder O'Neil gemacht haben ist fuer Privatanleger greifbarer als irgendwelche Black-Boxes von HFs, und vor HFs verstecken brauchen die zwei sich wahrlich nicht. Dies muessen sich allerdings Soros, Druckenmiller oder Buffett auch nicht...

Frage war doch Cashquote...der Privatanleger der keine Zeit und Lust hat sich einzuarbeiten brauch keine..all in ETFs und in 20 Jahren guggen ob was dran war mit dem Risiko von ETF Investments..Ende.
Die Leute die mehr Aufwand betreiben haben andere Moeglichkeiten - und um die sollte es doch hier gehen, oder nicht?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. April 2021 09:27
HJP und Natman mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist
Veröffentlicht von: @roman

@hjp

Wenn du mir nicht folgen kannst, dann ist das nicht mein Problem. Jedenfalls hast meine Argumente verdreht und dabei ist ziemlicher Nonsens rausgekommen.

Ich glaube du must gar keine Gedanken daran verschwenden, ob Hedgefunds das richtige für dich sind, da diese typischerweise nur qualifizierten Investoren und Institutionellen offenstehen. ...

 

Bitte generell die Grenze zwischen fruchtbarer Diskussion und gegenseitiger Herabsetzung nicht überschreiten. Sonst wird das eine "Ego Diskussion" und dabei gibt es nur Verlierer.

 

Wieder zurück auf fachlicher Ebene schaffen es die meisten Hedge Fonds über lange Betrachtungszeiträume nicht, die Marktrendite eines Index Funds zu erreichen.

Die Warren Buffet Wette hat das eindrucksvoll gezeigt:

https://www.investopedia.com/articles/investing/030916/buffetts-bet-hedge-funds-year-eight-brka-brkb.asp

 

Das heißt nicht, dass es nicht geht und hier mit Forum sind aktive Teilnehmer, die das zeigen.

Aber es ist unabhängig von der eigenen Vermögenshöhe schwierig den richtigen Fondmanager dazu auszuwählen. Nur auf die Vergangenheit zu schauen reicht dabei nicht aus, da mehrere Jahre Outperformance nicht sicher stellt, dass die Zukunft auch so läuft.

John Paulson und andere zeigen das:

https://www.bloomberg.com/news/articles/2020-07-01/john-paulson-to-convert-hedge-fund-firm-into-a-family-office

Schönen Tag

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. April 2021 09:27
HJP, gti0915 und Natman mögen das
HJP
 HJP
(@hjp)
Verdienter Freiheitskämpfer

Danke für eure Rückmeldungen und Kommentare. Der Aufbau einer Cashreserve ist für mich unter Kosten / Nutzen Abwägungen somit vom Tisch, wissentlich, dass ich ggf damit schlechter fahren kann. Bin aber das Timing Risiko und das Risiko, dass der nächste (ausnutzbare) Crash erst wieder in 10 Jahren kommt los. 

Zufälligerweise war das Thema Hedgefonds auch bei Mission Money Thema diese Woche. Wer Lust hat rein zu schauen, ich fand es unterhaltsam. 

Viele Grüße

hjp

AntwortZitat
Themenstarter Veröffentlicht : 15. April 2021 19:31
langfristinvestor und Natman mögen das
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