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Rentner-ETF

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John Smith
(@john-smith)
Verdienter Freiheitskämpfer

Mal ne Frage zur ETF-Auswahl für Senioren:

Meine Mum ist Ende 70, sitzt in einem abbezahlten Haus, hat ca. 30K am Tagesgeld und so 12K auf nem Bausparvertrag... so weit, so deutsch.

Geld durch die (Witwen-)Rente ist mehr als genug, so gut haben wir früher nie gelebt, sie kann locker 500-1000 sparen, trotz Spenden etc.

Da ich mich um die Finanzen bei ihr kümmere und gerade das Bad etwas umgebaut wurde, ist mein Plan, den Bausparvertrag aufzulösen und für den (altersgerechten) Badumbau zu nutzen. Ausserdem würde ich gerne ihren Baranteil auf ca 20K verkleinern und so 10K in einen ETF platzieren und diesen statt dem Baursparvertrag dann besparen. Welcher ETF mit möglichst guten Dividenden ist da zu empfehlen? Die langfristige Entwicklung ist ja nicht mehr so wichtig (außer für die Erben), aber es wäre schön, wenn sie ordentliche "Zinsen" bekommt um dem ganzen etwas mehr zu trauen.

Nebeneffekt: Da die aktuelle Rente noch immer nicht den ganzen Monatsanteil eines Altenheims vor Ort decken würde, wäre es natürlich nett, wenn man diese Lücke verkleinern bzw. schließen könnte, damit nicht die Substanz verbraucht wird.

Ein Hausverkauf und Kauf einer seniorengerechteren Wohnung gestaltet sich durch mangelndes Angebot und ihren Willen als schwierig.

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 13. Februar 2021 01:48
Judge Dredd und Yakari mögen das
Natman
(@natman)
Mod Edelmetalle

Eine Idee aus der Hüfte geschossen wäre von mir der Vanguard All World High Dividend ETF und zusätzlich so ein EM HY Government Bond. Bringt einigermaßen gute Divi, aber ich weiß nicht, ob es Sinn macht in den späten 70ern noch anzufangen, wenn man vorher nicht börsenaffin war / ist. Es sollen ja nur ein kleiner Teil des Vermögens dorthin gegeben werden. Üppig ist die Rendite nicht, aber so 3% sind drin. 

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Veröffentlicht : 13. Februar 2021 08:14
Siduva
(@siduva)
Verdienter Freiheitskämpfer

Ich will nicht als Spielverderber rüberkommen, aber ein Aktieninvestment erscheint mir in dem Fall nicht sinnvoll. Vermögen scheint ausreichend da zu sein (insb. in Form des Hauses), bisher keine Erfahrungen (bzw. eigener Antrieb?) bzgl. Aktieninvestment und auch der Anlagehorizont ist mit Ende 70 nicht mehr so groß, dass ein mehrjähriger Abschwug ausgesessen werden kann.

Wenn es bei Deiner Mutter so ähnlich ist wie bei den meisten älteren Menschen, dann gilt hier der Leitspruch "einen alten Baum verpflanzt man nicht". Was für Dich bzgl. Geldanlage logisch und sinnvoll ist (weil Du den Wissens- und Erfahrungsstand hast), lässt sich nicht auf andere Menschen in der eigenen Familie übertragen. Wenn sie selber keinen Handlungsdrang verspürt und zufrieden mit der aktuellen Geldanlage ist, würde ich nichts ändern, Inflation und Nullrendite hin oder her. Zumal das auch Konfliktpotenzial mit sich bringt, auch wenn es nur gut gemeint ist.

Beispiel aus der eigenen Familie: Statt einen Kontowechsel zu einer Direktbank zu empfehlen, habe ich den ü70 Eltern empfohlen, bei der lokalen Bank mit Kontoführungsgebühren zu bleiben, weil der Ausdruck am Kontoauszugsautomaten und das nutzen der Infrastruktur vor Ort eine so große rolle für sie spielt, dass jede andere Lösung zwar günstiger aber auch mit viel Streß und zusätzlichem Aufwand verbunden wäre.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. Februar 2021 09:39
Snoops, Homer J. und Judge Dredd mögen das
Judge Dredd
(@judge-dredd)
Freiheitskämpfer Gold

Schließe mich dem an. Es soll ja kein Vermögensaufbau mehr betrieben werden, sondern das vorhandene Geldvermögen entweder erhalten oder sinnvoll in den nächsten Dekaden verbraucht werden. Dividenden sind ja gerade keine Zinsen, da nicht garantiert.

Keine Anlageberatung, aber vielleicht macht es Sinn, die 30K Cash  unverzinst und dafür täglich verfügbar, zu halten. Sei es für unplanmäßige Ausgaben im Alter ( Treppenlift in 10 Jahren oder Reparaturen am Haus oder so) oder auch mal für einmal jährlich eine kleine Reise.

Von den 500-1000 Euro Überschuss pro Monat würde ich vielleicht 20% immer der Cashreserve zufügen und die anderen 80% überwiegend in Anleihen und wenn nur zu einem kleinen Teil in Aktien stecken. Da ich mich aber in der Vermögensaufbaphase nicht mit Anleihen- ETFs auskenne, bin ich da der falsche Ansprechpartner. Es gibt aber auch Anleihen ETFs mit monatlicher Ausschüttungen, die man besparen könnte und so könnte sie nach und nach eine Zusatzrente aufbauen.

 

Schönes Wochenende!

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Veröffentlicht : 13. Februar 2021 09:54
Homer J. und Siduva mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Hi John Smith,

nachdem mein Vater vor ca. 1,5 Jahren verstorben ist, war ich bei meiner Mutter in einer ähnlichen Situation.

Anfang 70, abbezahltes Einfamilienhaus und (in diesem Fall) zusätzlich ein niedriges sechsstelliges Vermögen in Tagesgeld und Bausparverträgen.

Ich würde Folgendes beachten:

Das allerwichtigste ist, dass Du alle Gedanken und Pläne an den Bedürfnissen Deiner Mutter ausrichtest! Sie plant nicht mehr für 50 Jahre sondern es zählt das hier und jetzt! Das heißt das wichtigste ist ausreichend Cashflow für sie. 

Ich habe deshalb bei meiner Mutter alle laufenden Bausparverträge, unnötige Versicherungen und andere Dinge, die Ihren Cashflow aus der Rente und co reduzierten, aufgelöst. Einen schon ruhenden Bausparvertrag habe ich behalten und der wird nun als Tagesgeld betrachtet, da er noch mit 2% verszinst wird plus Bausparprämie einnimmt.

Zusätzlich mit dem verbliebenen Tagesgeld, ist das eine Summe von ca. 30k Euro, die immer für sie verfügbar ist und sie das Gefühl hat sich alles kaufen zu können, was sie mag. (z.B. schönes gebrauchtes Auto, Urlaubsreisen, Kleidung, Essen gehen mit Freunden). Ich habe dieses Geld, wie Siduva es anregt trotz Gebühren auf Ihrer lokalen Volksbank belassen, weil sie dann einfach hingehen und sich so viel Geld nehmen kann wie sie will.

Das weitere sechsstellige Tagesgeldvermögen habe ich für sie auf einem neuen Onlinebrokerdepot in ausschüttende ETF angelegt mit einer Mischung aus Vanguard Nordamerika, Emerging Markets und Asia Pacific und England. Das bringt Ihr mehrere hundert Euro versteuerte Dividenden pro Monat extra neben der Rente. Anleihen würde ich keine kaufen. Die Verzinsung ist niedriger als die Dividenen des Aktienmarktes und das Geld wird entwertet.

Ihre normale Rente plus Witwenrente ist in dieser Planung für das tägliche Leben, die in Summe mehrere tausend Euro versteuerten Dividenden sind für Urlaube und die Hausinstanthaltung und dem guten Gefühl das immer Geld fließt. An älteren Häusern ist immer was zu machen und da nun kein Mann mehr im Haus ist, der das bisher übernahm, kostet das alles Geld und deshalb würde ich für Instanthaltungskosten plus Urlaub und co für die neue Lebenssituation immer genug Cashflow einplanen.

Wenn in Deinem Fall nun eine hohe Rente aber weniger liquides Vermögen vorhanden sind würde ich von dieser Rente eher zu wenig für das Sparen zurücklegen als zu viel. Das heißt die Lösung kann hier auch sein, kein Tagesgeld in ETF umzuschichten und den Sparplan dann auch sehr klein zu halten. Null Euro muss es aber auch nicht sein, wenn der Cashflow mehr als ausreicht. Deine Mutter kann noch 20 Jahre oder mehr leben und es ist in den meisten Fällen sinnvoll, einen kleinen Teil des Vermögens in Aktien zu halten. 

 

All das steht unter dem Überbegriff: Es ist Ihr Leben und Ihr Geld!

 

Hilf Ihr, dass dieses Leben nun so schön wie möglich ist und das beinhaltet auch das Gefühl, finanziell in jeder Situation immer genug zu haben! Falls es mal ins Altenheim geht, kann man das Haus verkaufen und das Geld daraus verwerten. Ich würde für mich selbst an Deiner Stelle mit 0 Euro aus diesem Geld für dich selbst planen.

Jeder hat nur ein Leben. Mach für Deine Mutter nun das beste daraus.

Schönen Samstag

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Veröffentlicht : 13. Februar 2021 13:48
Snoops, Praezisionsminister, Homer J. und 3 User mögen das
John Smith
(@john-smith)
Verdienter Freiheitskämpfer

Danke für die ersten Anregungen, es sollte ja schon ein größeres Polster auf dem Tagesgeld bleiben. Aber davon ab, hatten meine Eltern noch nie "so viel" Geld auf dem Konto wie jetzt, da wurde von der Hand in den Mund und später mit dem Bausparvertrag noch ein Auto gekauft... 

Ich dachte eher so an 10K in einen ETF und statt 500 aufs Tagesgeld halb und halb einzahlen. Das es keine "echten" Zinsen in dem Sinne sind, ist mir klar, aber es ist halt eine Auszahlung auf das eingesetzte Kapital.

Den Wechsel zur Direktbank hat sie auch bereits hinter sich, ich wechsel dort auch jedes Jahr Strom und Gasanbieter.

Es geht auch nicht um irgendwelche Erbschaften oder ähnliches, mit diesem Geld haben wir alle nie geplant.

Ein Auto hat sie auch im letzten Frühsommer gekauft, sie hat keine Geldsorgen. 

Handwerker und Co bezahlt sie eigentlich locker aus der Rente, für kleinere Sachen bin ich auch vor Ort. Putzhilfe ist auch schon da. Neben dem Haus sind ca 2.3K Netto da.

Urlaub plant sie kaum noch was, fühlt sich zu Hause am wohlsten...also ich hab keine Bedenken diese Summe anzulegen um etwas den Cashflow zu erhöhen.

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Themenstarter Veröffentlicht : 13. Februar 2021 17:48
Maschinist und Natman mögen das
Praezisionsminister
(@praezisionsminister)
Verdienter Freiheitskämpfer

Im Gegensatz zu den vorherigen Kommentaren finde ich persönlich zwar auch relevant, ob und inwieweit in der bisherigen Biograhie Börsenaffinität vorhanden gewesen ist. Weniger relevant finde ich allerdings das Alter, da es meiner Meinung nach weniger auf das Alter ankommt, als auf den gesundheitlichen Zustand.

Wenn 10-15 Jahre ein sicherer Anlagezeitraum sind, um mit einer (sehr) hohen Wahrscheinlichkeit keine Verluste zu machen, warum nicht? Durch die Beimischung eines Anleihen-ETFs ließen sich die Schwankungen, die Natman auch betonte, abmildern.

Und es müsste ja generell auch nicht der Großteil investiert werden, aber vielleicht ein Teil, über dessen Rendite sich dann immer noch mehr gefreut werden könnte als über die schmelzende Kaufkraft des Girokontos.

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Veröffentlicht : 15. Februar 2021 12:44
Mrtn17
(@mrtn17)
Verdienter Freiheitskämpfer

Ich schließe mich Siduva an, eine Geldanlage an der Börse erscheint mit in dem Fall nicht sinnvoll. Ich habe ähnliche Gedankengänge bei meinen Eltern gehabt. Als Anleger tut es mir weh zu sehen, was da auf dem Tagesgeldkonto rumliegt. Aber das ist eine andere Generation, null Börsenerfahrung (schlimmer noch, negative Prägung von Hörensagen und Presse, Telekom und Wirecard)... da zählt Sicherheit und Rendite kommt da viel später bei den Prioritäten. Die würden sofort alles verkaufen, wenn es mal 10% runter geht.

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Veröffentlicht : 25. Juni 2021 13:17
Yakari
(@yakari)
Freiheitskämpfer Silber

Meine Mutter hat eine Werbe-Mail ihrer Bank bekommen und mich gebeten, ein Depot zu eröffnen, habe ich jetzt in die Wege geleitet. Allerdings hält sie Aktien für Teufelszeug, mit dem man ausschließlich Geld verbrennt (lasst uns bitte nicht über Logik diskutieren, das habe ich schon lange aufgegeben)… als ich ihr aber aus dem Preisverzeichnis berichtete, dass sie „Negativzinsen“ auf ihr Sparkonto zahlt, war sie überrascht.

 Ich werde sie fragen, welchen Betrag sie prognostisch in den nächsten 2 Jahren brauchen könnte, den auf ihre 2 Banken so verteilen, dass sie nichts zahlen muss, und den Rest in ausschüttende ETFs investieren. Ich selbst habe ja den All World, fühle mich damit „sicher“, das scheint mir auch für risikoaverse Rentner eine gute Wahl zu sein, oder was meint ihr? Es geht darum, das Geld nicht von Inflation und Bankgebühren aufzehren zu lassen. Wenn‘s etwas mehr wird, nicht schlecht, und Dividenden könnten für ein positiveres Verhältnis zu Aktien führen.

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Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 10:27
Judge Dredd mag das
Mrtn17
(@mrtn17)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @yakari

Allerdings hält sie Aktien für Teufelszeug, mit dem man ausschließlich Geld verbrennt

Das ist das Problem dabei. Sie mag jetzt von den Negativzinsen getrieben ein Depot eröffnen, aber wenn dann der All-World ETF mal -25% macht und ein Depotauszug kommt... dann könnte diese alte Überzeugung wieder durchkommen und der Auftrag gegeben werden alles zu verkaufen. Dann wäre Tagesgeld mit -0,5% besser gewesen.

Um dieses Aktienrisiko etwas mehr abzufedern, mit dem Bewusstsein dass Anleihen derzeit auch nicht ganz unproblematisch als Anlageklasse sind, würde ich dann eher in Richtung Vanguard Lifestrategy ETF gehen z.B. 60/40 Aktien/Anleihen.

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Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 10:45
Judge Dredd und Yakari mögen das
yok
 yok
(@yok)
Freiheitskämpfer Gold

@yakari 

Schlechter Zeitpunkt, um breit in die Aktienmärkte zu gehen, denke ich

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Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 10:47
Yakari
(@yakari)
Freiheitskämpfer Silber
Veröffentlicht von: @yok

@yakari 

Schlechter Zeitpunkt, um breit in die Aktienmärkte zu gehen, denke ich

Weil die Kurse momentan hoch stehen?

Es handelt sich um keinen großen Betrag… eventuell werde ich es sparplanmäßig anlegen, oder erst in ca. 3 Monaten. Muss mal sehen, wie wir das über die Entfernung hinbekommen (vielleicht sollte ich mal über TeamViewer nachdenken).

 

Danke @Mrtn17 für den Tipp, werde mich die Tage informieren.

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Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 10:57
Vossi78
(@vossi78)
Verdienter Freiheitskämpfer
Veröffentlicht von: @yok

@yakari 

Schlechter Zeitpunkt, um breit in die Aktienmärkte zu gehen, denke ich

Das wird erst ein Rückblick in ein paar Jahren zeigen. Es gab die letzten Zehn Jahre genug Leute die immer wieder gesagt haben, dass die Märkte viel zu hoch stehen und man auf eine Korrektur warten soll. Schau wo wir jetzt stehen.

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Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 10:59
Judge Dredd und Yakari mögen das
yok
 yok
(@yok)
Freiheitskämpfer Gold

Ja, hoch stehen sie ganz sicher, zumindest die FAANG-übergewichtigen Indizes. Vielleicht auch äusserst hoch, aber das weiss man immer erst nachher 😉. Rate hikes are coming.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 11:01
Judge Dredd mag das
Judge Dredd
(@judge-dredd)
Freiheitskämpfer Gold

Amazon ist immer zu teuer :-)

denke aber in dem Fall ist der Vorschlag von Mrtn17 sehr gut. Vor allem keine Arbeit mit der Rebalance zwischen Anleihen und Aktien.

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Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 11:18
Yakari mag das
Martin
(@martin)
Verdienter Freiheitskämpfer

TSLA ist auch nach allen gängigen Kriterien überbewertet. War bei einem Kurs von $50 überall zu lesen. Nun stehen sie bei $1.000.

https://www.currentmarketvaluation.com/ ist für den Gesamtmarkt eindeutig. Die Frage ist: Gelten die alten Regeln noch? Ich investiere weiterhin stoisch, das ist der Vorteil bei regelmäßig neu zur Verfügung stehenden Euros.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 27. Dezember 2021 11:28
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