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Reblaus Depotbesprechung und Tradingnotizen

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Reblaus
(@reblaus)
Freiheitskämpfer Gold

Depot aktuell - 9,7% trotz Teilvk querbeet und zuvor aufgebauter Cashquote von knapp 30%.

Und ich fürchte, das wars noch nicht, geht sicher noch etliche Tage. 

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Themenstarter Veröffentlicht : 4. April 2025 17:02
Reblaus
(@reblaus)
Freiheitskämpfer Gold

Erste Reboundsignale 

Trump positve call with Vietnam - Vietnam wants to cut Tariffs down to Zero

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Themenstarter Veröffentlicht : 4. April 2025 17:16
Reblaus
(@reblaus)
Freiheitskämpfer Gold

Um 8% wurde der DAX diese Woche ausverkauft. Der S&P 500 um 7%. Angst und Panik war deutlich zu sehen. Nicht nur die Aktien von Unternehmen, die von den Zöllen betroffen sind oder betroffen sein könnten, sondern auch Aktien von Unternehmen, die nicht betroffen sind, wurden ausverkauft. Der letzte Zollstreit, der von den USA (Präsident Hoover) vom Zaun gebrochen wurde, führte zur heftigsten Weltwirtschaftskrise der vergangenen 100 Jahre. Anleger fürchten für dieses Mal einen ähnlichen Ausgang.

Ich halte die Befürchtung für übertrieben, da vor 100 Jahren Zölle mitten in eine Rezession hinein erlassen wurden. Das ist diesmal anders. Dennoch sind, je nach Dauer der Zölle, negative Effekte zu erwarten. Schauen wir mal, wie sich die Stimmung unter den Anlegern entwickelte.

Unser Anlegersentiment ist auf den Extremwert von -8,5 gefallen. Zum Vergleich: Im Corona-Crash 2020 lag der Extremwert bei -8,2. Nie zuvor in unserer seit 2014 wöchentlich laufenden Umfrage mit dem Handelsblatt gab es vergleichbar extrem negative Werte.

Auch die Verunsicherung ist mit einem Wert von -8,0 auf Extremniveau, wenngleich wir in diesem Indikator schon mehrfach Extremwerte unter -10 bis hin zu -13 gesehen haben.

Die Zukunftserwartung liegt bei -0,2, ich würde das als neutral bezeichnen. Trotz der maximalen Verunsicherung über die Intensität des Ausverkaufs halten sich auf dem nun erreichten Niveau Bullen und Bären nahezu die Waage.

Es gibt sogar viele, die jetzt investieren wollen: Die Investitionsbereitschaft steigt auf 2,9 an. Es handelt sich um die größte Investitionsbereitschaft seit anderthalb Jahren.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger springt diese Woche auf +22 an, offensichtlich werden Absicherungspositionen gegen fallende Kurse aufgelöst und Long-Spekulationen eingegangen.

Das Put/Call-Verhältnis im DAX kommt diese Woche auf 2,12 zurück, noch Ende Februar stand dieser Indikator bei 2,7. Auch Profis, die sich über die Eurex absichern, lösen ihre Absicherungspositionen in den Ausverkauf hinein auf.

Das Put/Call-Verhältnis an der CBOE fällt diese Woche auf 0,59 zurück, auch in den USA werden Put-Absicherungen aufgelöst.

Die Investitionsquote der US-Fondsmanager bricht auf 49% ein. Es handelt sich um die niedrigsten Investitionsquote seit Anfang 2024.

Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger liegt bei -40%punkten. 62% Bären stehen nur 22% Bullen gegenüber. Offensichtlich fürchtet man in den USA, dass sich der Ausverkauf noch in einem frühen Stadium befindet. Hier ist allerdings anzumerken, dass die Umfrage kontinuierlich läuft und stets mittwochabends ausgewertet wird. Diesmal also direkt nach dem Zoll-Erlass von Trump, aber vor der Aktienmarktreaktion, die Donnerstag und Freitag folgte.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 4 den niedrigsten Wert an, an den ich mich erinnern kann. Die Skala geht von 0 bis 100. Es herrscht also Angst und Panik an den US-Märkten, und zwar nicht nur in den Köpfen der Anleger, sondern auch bei den technischen Indikatoren, die sich aus den Handlungen der Anleger ergeben.

Interpretation

Das eine Mal, als unser Sentimentindikator einen vergleichbar extrem negativen Wert auswies, war das noch zwei Wochen vor dem Tiefpunkt des Corona-Crashs. Es ging zunächst noch um 20% nach unten, bevor dann die Rallye zu einem um 10% höheren Kursniveau nach 6 Monaten führte.


Abbildung 1: DAX-Stimmung der Privatanleger

Wer also die Geduld und Nerven hat, seine Investments über eine längere Durststrecke hindurch zu halten, der kann die Angst und Panik für Käufe nutzen.

Wem das Chance/Risiko-Verhältnis noch nicht vorteilhaft genug ist, der kann mit Käufen noch ein wenig abwarten. Vielleicht kommt's tatsächlich noch schlimmer. Doch eines ist bekannt: Ein Boden wird nicht ausgerufen, sondern die Kurse hören einfach irgendwann auf zu fallen und springen ohne besonderen Grund einfach mal kräftig an. Das sieht dann zunächst aus wie eine Pause im Ausverkauf. Bevor diejenigen, die auf ein besseres Chance/Risiko-Verhältnis warten, unbeschwert zugreifen können, stehen die Aktienmärkte in der Regel deutlich höher.

Daher gilt: Wer jetzt kauft, der sollte seine Positionen genau auf die Risiken abklopfen. Wie hoch ist die Abhängigkeit von Zöllen? Denn weitere US-Zölle (Chips, Pharma) können noch eingeführt werden, ganz zu schweigen von den Vergeltungszöllen der Handelspartner. Wie konjunktursensibel ist das Unternehmen? Denn mit zunehmender Dauer des Zollstreits steigt die Rezessionsgefahr.

Es spricht also vieles dafür, jetzt schon mit Käufen zu beginnen. Doch Sie sollten Aktien wählen, die Sie auch bei anhaltendem Zollstreit und drohender Rezession im Portfolio behalten können.

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Themenstarter Veröffentlicht : 5. April 2025 04:17
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