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The boring way - The Dude dud es

The Dude
(@the-dude)
Aktiver Freiheitskämpfer

Hallo allerseits, liebe Freiheitskämpfer!

 

Inspiriert von den anderen Berichten, wollte ich mich auch endlich einmal vorstellen und meinen Werdegang skizzieren.

Ich bin Angesteller in der Versicherungsbranche, kein Verkäufer, eher der Ulf oder der Ernie in Strombergs Schadenabteilung bei der Capitol Versicherung. Von Anfang an war ich unbewusst immer sehr sparsam, es sei denn, wenn es ums Reisen ging. Das übrig bleibende Geld schlummerte auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto, die übliche Fondsgebunde Rentenversicherung lief nebenbei, ohne das man sich Gedanken drum machte - das Vertrauen an den Makler war ja da; warum sollte das Produkt ähnlich Mist sein, wie das Konkurenzprodukt, das "Oma Erna" hatte, die nach 20 Jahren Beitragszahlung noch nicht mal die eingezahlten Beiträge raus hatte. Es wurde versprochen, dass die neuen Produkte ganz anders und viel besser konzipiert seien, da würde sowas nicht passieren.

Irgendwann fiel der Groschen, und ich merkte, dass ich auch "Oma Erna" war. Ich stellte mir die Frage, warum die Börsenkurse seit 2010 so immens kletterten, ich aber nach 15 Jahren Einzahlung noch immer geradeso pari war, obwohl ich durch die Fondsgebundenen Rentenversicherung ja eigentlich am Aktienmarkt partizipieren sollte. Natürlich waren es die versteckten hohen Kosten, die meine Rendite minimierten. Also zog ich die Reißleine und kam mit einem blauen Auge davon (ohne Rendite und wenn man von der Inflation absieht).

Als dann noch mein damaliger Arbeitgeber den Standort auflöste und ich eine Abfindung erhielt wodurch das Girokonto auf einmal 6-stellig wurde, fragte ich mich, wie kann ich das Kapital sinnvoll anlegen, ohne dass es von der Inflation aufgefressen wird.

Durch einen glücklichen Zufall stieß ich Mitte 2018 auf einen Artikel über den Frugalisten Oliver, was mich zum Finanzwesir und dann zur Freiheitsmaschine brachte. Endlich einsetzbares Wissen, garniert mit Erfahrungsberichten zur Fehlervermeidung und das einfache Instrument der ETF für jedermann, von deren Existenz ich und auch mein Bekanntenkreis bis damals keine Kenntnis hatten.

Nach ein paar Monaten der Lektüre war es 2019 dann endlich soweit, mein erster Trade. Als ich mit dem Makler über die Kündigung der Rentenversicherung gesprochen hatte, sagte ich ihm, dass wenn der Anbieter nur in "langweilige" Telekomaktien investiert hätte, es zu einer schönen Rendite durch eine Kursverdopplung und den Dividendenausschüttungen gekommen wäre statt plusminus nichts. Also kaufte ich, mit ordentlich Herzklopfen und um es mir zu beweisen, 1.000 Stück Telekom. Eine Woche später stand der Kurs einen Euro tiefer - Gefühl sagte, 1.000€ weg, Gehirn sagte, seltsam aber weg ist ja gar nichts, weg wären die 1.000€, wenn ich jetzt verkaufe, das hatten mich die Bücher und die Erfahrungsberichte gelehrt. Rückblickend betrachtet, war für mich gerade diese Erfahrung, es am eigenen Leib zu erleben, sehr wertvoll. Ich wartete, und, um auch diese Erfahrung zu machen, verkaufte ich später 900 Stück mit ca. 0,70€ Gewinn je Stück. Die weiteren 100 Anteile halte ich seit dem und freue mich, wenn jährlich die Dividendenausschüttung kommt.

Von da an habe ich den langweiligen Weg beschritten (A1JX52 und A1JX51) und peu à peu das Kapital vom Girokonto ins Depot und in die Weltwirtschaft verfrachtet. Insgesamt sind inzwischen knapp über 92.000€ investiert, die jetzt einen Kurswert von knapp über 118.000€ haben. Kombiniert mit den Ausschüttungen liegt die Rendite, seit dem ich vor 2,5 Jahren begonnen habe, bei über 30%.

Der "Coronacrash" zwischendrin war für mich merkwürdig. Merkwürdig, weil es mich gefühlstechnisch kalt ließ, von +15k auf -15k zu fallen. Der oben beschriebene, zwischenzeitliche Kursverlust beim Telekomtrade hatte mich emotional mehr beschäftigt und ich machte mir keine Gedanken, weil ich wusste, dass mein Anlagehorizont noch Jahrzehnte sein würden und dass das nur eine Momentaufnahme ist.

Wie geht es weiter? Mein Plan sah vor, jedes Jahr 12.000 Euro zurückzulegen und zu Beginn des Jahres in die beiden ETF zu investieren. Für 2022 wird das auch noch klappen, aber dann wird es interessant - meine Frau und ich erwarten unser 1. Kind. Der gehaltstechnische Ausfall meiner Frau wird sicherlich kurz- und mittelfristig aufzufangen sein, nur wird es definitiv die angestrebte Sparrate erheblich beeinträchtigen.

Daher noch eine Frage an das Forum:

Wie habt Ihr Euch vor und nach der Geburt steuertechnisch aufgestellt? Worauf ist zu achten? Gibt es einen Leitfaden? Was sind Eure Erfahrungen und welche Fehler sind vermeidbar?

 

Vielen Dank und dudeligste Grüße

The Dude

 

 

Zitat
Themenstarter Veröffentlicht : 25. Juli 2021 19:45
Thesaurierer, Mrtn17, Natman und 3 User mögen das
wolf89
(@wolf89)
Verdienter Freiheitskämpfer

Hi Dude,

gut das du her gefunden hast. Deine Geschichte liest sich gut.

Zu deiner Frage. Falls du verheiratet bist, könnt ihr die Steuerklasse wechseln. Deine Frau die 3 und du die 5. Ab der Geburt des Kindes wechselt ihr zurück. Somit bekommt ihr mehr Elterngeld. 

LG

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. Juli 2021 20:18
Natman und The Dude mögen das
Maschinist
(@maschinist)
Maschinist Admin

Herzlich Willkommen Dude bei den aktiven Freiheitskämpfern und danke für Deine schöne Einführung.

 

 

AntwortZitat
Veröffentlicht : 25. Juli 2021 23:02
Robi
 Robi
(@robi)
Freiheitskämpfer Silber

@The-Dude wie der Wolf schon geschrieben hat. Rechtzeitig Steuerklassen wechseln, am besten sobald klar ist dass deine Frau schwanger ist und nicht erst nach 3 Monaten bei der "offiziellen" Verkündung...

Weiteres gibt es steuerlich nicht zu beachten.

Viel wichtiger ist es in meinen Augen, sich nicht von dem üblichen Nestbauwahnsinn anstecken zu lassen. Euer Kind braucht EUCH, nicht den ganzen Kram Smile Da könnt ihr viel mehr Geld sparen als du durch den Steuerklassenwechsel rein holst.

 

Ach ja, und herzlich willkommen im Forum!

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. Juli 2021 10:46
Der Ingenieur, wolf89, Yakari und 1 User mögen das
Natman
(@natman)
Freiheitskämpfer Gold

d.h. gebraucht kaufen, unnötige Ausgaben hinterfragen. Beispiele: Greifringe kriegt man oft geschenkt und hat dann 5, außerdem neuer Kinderwagen ist unnütz. Ich würde nur Kindersitze / Schalen neu kaufen, weil es einen Sicherheitsaspekt hat.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 26. Juli 2021 10:57
wolf89, Yakari, Robi und 1 User mögen das