Danke, dass Du mittlerweile seit 5 Jahren dieses ausführliche Tagebuch führst, Siduva! Das hilft anderen Menschen sehr.
Deine Zahlen sind immer wieder beeindruckend und Sie geben mir auch zu denken, wie stark unsere Ausgaben mittlerweile gestiegen sind.
Wenn man von euren Ausgaben die freiwilligen Versicherungskosten (90%) und eure Vermietungskosten abzieht (die habt Ihr nur, weil Ihr Vermieter seid), betragen eure gesamten Lebenshaltungskosten außerhalb des Bereiches Wohnen knapp 24k pro Jahr.
Das sind knapp 2.000 Euro pro Monat mit 4 Personen!
Zwei Erwachsene plus zwei Teenager erhalten in Deutschland in Summe knapp 2.000 Euro Bürgergeld in Cash plus Übernahme der gesamten Wohnkosten (plus GEZ und einige andere Kosten).
Das heißt Ihr lebt glücklich mit dem Budget einer Bürgergeldfamilie bei einem über 6 mal höherem Nettoeinkommen!
Ich schreibe das zu 0% als Wertung sondern um bewußt zu machen wie kostenoptimiert Ihr lebt und wie gut es uns in Deutschland immer noch geht.
Weiterhin frohen Vermögensaufbau und schönen Sonntag!
Danke für das Feedback @maschinist, und auch dafür, dass Du den Austausch hier im Forum überhaupt erst ermöglichst. Gerade um den Jahreswechsel ist es immer wieder spannend zu sehen, wie wir alle gemeinsam in die gleiche Richtung gehen, dabei jedoch individuelle Wege beschreiten.
Danke auch für die Rechnung bzw. andere Perspektive, das mache ich mir tatsächlich zu selten bewusst, da hast Du einen Nerv getroffen.
Wir leben zwar kostenbewusst und vermeiden unnötige Ausgaben, was damit aber genau gemeint ist und ob/wann/wofür es sinnvoll ist, versuchen wir regelmäßig zu hinterfragen. Sparsamkeit, die uns nicht einschränkt, ist gut, Geiz, der uns die Lebensfreude verdirbt, hingegen nicht. In den letzten Jahren fühlte sich alles ganz natürlich an, der Wunsch, kostenbewusst zu leben, ging einher mit der Lebensphase, weniger die materiellen Dinge in den Fokus zu nehmen und unnötigen Hausrat zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Ganz nach dem Motto, dass alle Dinge, die ich besitze, irgendwann mich besitzen.
Bei den Ausgaben für die Freizeitgestaltung und die Kinder lassen wir es hingegen meist laufen. Urlaub und Ausflüge ja, aber auch nicht um jeden Preis sondern immer auf Angebote bzw. Preis-Leistung achtend. Hier werden die Ausgaben eher steigen, weil wir bisher keine Interkontinentalflüge mit den Kindern gemacht haben, das aber für die Zukunft auf dem Plan steht. Bisher haben wir immer tolle Urlaube in Europa zu überschaubaren Kosten hinbekommen, weil wir bisher generell nicht unbedingt Hotel-Urlauber sind und oft mit dem Firmenwagen samt Tankkarte anreisen, wenn der Weg nicht zu weit ist.
Restaurant-Besuche werden in letzter Zeit mehr, bleiben aber dennoch die Ausnahme. Wir machen das eher mal bei Ausflügen bzw. Treffen mit Familie und Freunden, ansonsten koche ich für uns vier zu gern (und ich denke auch ganz gut) und wenn ich ehrlich bin sind mir die (nachvollziehbar hohen) Kosten für ein Essen im Restaurant oft doch zu hoch.
Eigenes Pferd nein, aber gern Reitunterricht mit Schulpferd. Wenn die nächste Fahrradgröße her muss, darf das gern ein gut erhaltenes gebrauchtes sein, nach dem ich dann so lange suche bis es passt.
Je älter die Kinder werden, desto mehr Geld werden wir da mit gutem Gefühl ausgeben, ebenso weiterhin für unsere Freizeitgestaltung.
Es hört sich immer leicht an, dass man nur einmal lebt, morgen tot sein könnte und nicht der reichste Mensch auf dem Friedhof sein muss. Gleichzeitig ist Genuss, Freizeitgestaltung und "das Leben genießen" derart individuell, dass man es kaum zwischen zwei Menschen oder gar Haushalten vergleichen kann. Der Eine mag all inclusive, dem Anderen reicht Frühstück. Die Eine macht regelmäßig Wellness-Tage, der Anderen reicht ein gutes Buch. Leben und leben lassen. Wir machen viel nach Bauchgefühl und es hat sich bisher nicht falsch angefühlt bzw. angefühlt als würden wir etwas verpassen, uns zurücknehmen oder uns einschränken. Darauf kommt es denke ich am Ende an.
Ich erkenne mich da auch selber in früher wieder. Vermögen auch siebenstellig mittlerweile aber ich habe es die letzten Jahre "gelernt" auch mal mehr Geld auszugeben auch wenn ich das manchmal doch nicht schaffe. Ich repariere z.B. wahnsinnig gerne technische Sachen die kaputt gegangen sind (sei es die Waschmaschine oder der Kaffeevollautomat, das Auto etc.) obwohl das hinsichtlich Zeitaufwand (Recherche/Zerlegearbeiten evlt. nochmalige Reparatur) Blödsinn ist.
Du verbrauchst zu viert 1900€ das ist einfach extrem wenig. Wenn ich dann lese ("darf gerne eine gebrauchtes Rad sein und dann suche ich so lange bis es passt") dann ist das zumindest grenzwertig anhand des vorhandenen Vermögens (andere würden sagen geizig). Ich bin bei mir dazu übergegangen verschiedene Sachen (Fernseher; Laptop oder auch Sportsachen) hochwertig und neu zu kaufen einfach weil diese Suche zum einen richtig Zeit frisst und zum anderen die Geräte einen Mehrwert liefern (ein 1200€ Laptop, ein Tablett oder auch ein 1500€ Fernseher haben einfach ein deutlich besseres Bild als das Pondon für die Hälfte des Geldesl so ist es bei Sportsachen i.d.R. auch).
Ich musste erst lernen das Zeit auch kostbar ist und wenn du die Zeitersparnis bei Neukauf mit einkalkulierst (was du solltest) dann passt das Verhältnis i.d.R. nicht zu nem gebrauchten Gerät. Es gibt aber auch Leute denen es unendlich viel Spass mach auf Flomärkten zu "gruschen" nur um ein Beispiel zu nennen wann es wieder ok sein kann oder bei mir wenn man bei defekten Sachen einfach gerne "tüftelt" dann läuft das aber eher wieder unter Freizeit. Es stellt sich halt die Frage (ich hab mir die zumindest gestellt) wofür dann dieses hohe Gehalt (i.d.R werden Gehälter >100k€ nicht mit 40h bezahlt oder es Bedarf Führungsverantwortung/Stress). Wäre es dann nicht besser (wenn dieses genügsame Leben das Ideal darstellt) entweder Stunden zu reduzieren oder stark Richtung frühes Arbeitsende zu überlegen? Zumindest ich habe mir diese Fragen bereits öfter gestellt da ich auch in zwar etwas niedrigeren Regionen verdiene, die dafür geforderte Leistung aber auch Einschränkungen/Druck mitbringt. Reduzieren ist bei mir leider nicht möglich aber ginge es würde ich es sofort machen. So arbeite ich wohl noch bis die 2 Millionen Grenze geknackt ist und dann lass ich es dabei. Es gibt zuviel Leute im Umfeld die mit Mitte 50 +/- 10 J. den Löffel abgeben.
Du wirst deinen Weg finden bzw. hast du ja schon, nur etwas mehr loslassen hinsichtlich Ausgaben würde dir vermutlich tzd. gut tun denke ich. Bei mir war es ein Prozess und ich gönn mir daher schon manchmal etwas was ich vor 10 Jahren noch als Luxus und unnötig abgestempelt hätte
Sparsamkeit, die uns nicht einschränkt, ist gut, Geiz, der uns die Lebensfreude verdirbt, hingegen nicht.
Wir leben praktisch nach dem gleichen Motto.
Ich kaufe ebenfalls mittlerweile praktisch alle Sportgeräte gebraucht in sehr gutem Zustand (dazu zähle ich nicht Lauf- und Hallenschuhe).
Kaputte Sachen versuche ich auch zu reparieren, weil es mir zum einen Spaß macht und zum anderen die Fähigkeiten und das Wissen erweitert.
Edit: Gerade bei Kindern die noch voll im Wachstum sind lässt sich mit Grbrauchtkauf viel Geld sparen und sie haben immer die richtige Rad- Ski- usw. Größe.
Danke für eure Beiträge.
Reparieren finde ich auch gut bzw. versuche das, wo es Sinn ergibt. Es ist auch spannend zu sehen, wie sich z.B. die innere Qualität und Reparaturfähigkeit von technischen Geräten und elektronischem Spielzeug über die Jahrzehnte verändert haben. Ich habe letztens eine 40 Jahre alte Küchenmaschine/Zerkleinerer zerlegen dürfen und wieder gangbar gemacht - Wahnsinn was das noch für Qualität ist. Mein 15 Jahre alter BluRay-Festplattenrecorder fällt mir noch ein, den ich tatsächlich wieder zum Laufen gebracht habe, ebenso einen Kühlschrank, eine Spülmaschine und so manches Spielzeug. Bei Waschmaschinen hatte ich zuletzt Pech, Platine defekt und eine Reparatur nicht wirtschaftlich.
Unser letzter Fernseher hat vor 3 Jahren im Angebot ca. 500€ gekostet (55"), da ist die Technologie so schnelllebig, dass ich ebenfalls nicht gebraucht kaufen würde. 2.000 € muss er aber auch nicht kosten. Laptops für die Verwandtschaft kaufe ich jedoch immer gebraucht, habe über den AfB Shop gute Erfahrungen gemacht mit aufbereiteten hochwertigen Firmenrückläufern, die halten ewig und die Performance langt für Office und Internet allemal. Ich schraube meinen eigenen PC hingegen noch selbst zusammen wie damals mit 16.
Beim Thema Standard- bzw. Einsteiger-Fahrrad: die gibt es meiner Erfahrung nach gebraucht wie Sand am Meer, für echte Schnäppchen von guten Marken mit guten Komponenten und gut erhalten muss man jedoch ein wenig suchen bzw. Geduld mitbringen, wenn man im näheren Umkreis kaufen will (ich fahre nicht mehr als 30 Minuten irgendwo hin). Das lohnt sich aber meiner Erfahrung nach, ich würde auch für mich kein neues Rad mehr kaufen. Ich empfinde den Wertverlust vergleichbar mit einem Neuwagen. Letztens habe ich ein Fahrrad (MTB) für meinen Sohn gekauft, sah fast neu aus, super gepflegt, gute Schaltung, Scheibenbremsen, Federgabel usw. - ich habe es für 100 € bekommen, weil die Schaltung nicht sauber lief (was ich daheim in 10 Minuten neu eingestellt habe), der Vorbesitzer das nicht selbst konnte und das Rad loswerden wollte, da die Garage aus allen Nähten platzt. Neu hätte ich mindestens 500€ mehr gezahlt für eine vergleichbare Qualität. In Summe hat mich die Suche bei Kleinanzeigen, das Abholen und Schaltung neu einstellen nicht wesentlich mehr Zeit gekostet als ein Kauf im Fachhandel. Der Nachhaltigkeits-Nebeneffekt, dass ich ein gutes gebrauchtes Produkt einer Weiterverwendung zuführe, stellt mich zusätzlich zufrieden. So ist aber eben jeder verschieden und das ist ja auch gut so.
Und ja, Schuhe sind auch bei mir eine harte Grenze, die gibt es nur als Neuware 😊
bei Tim Schäfer find ich das z.B. krass ausgeprägt. Also Kleidung über Second Hand ganz ehrlich das ist geiz sonst nichts. Also zumindest bei nem >2 Millionen Depot und das stark steigend. Nachhaltig mag das evtl noch sein aber die Kleidungen halten doch heute in Neu schon bei weitem nicht mehr so lange als noch vor 30 Jahren einfach weil billig produziert (jeder Hersteller) und reine Saisonartikel geworden. Sprich nach einigen Waschgängen ist eben das Loch drinnen oder sie leiern aus. Oder Schuhe sorry aber kein Mensch weiß ob der andere keinen Fußpilz hatte oder ähnliches. Bei so nem Lebensstil ist ja dann echt die Frage wofür spar ich dann überhaupt. Also er kann diese 2 Millionen (oder sogar 3 mittlerweile glaub ich) ja nicht ansatzweise wieder ausgeben sprich via Schneeball werden das ja in 40 Jahren wahrscheinlich 100 Millionen sein. Dafür dann kein Auto, Secondhand oder 3 verschiedene Supermärkte um alle Schnäppchen zu kaufen also da frag ich mich dann echt welchen Mehrwert dieses Geld hatte. Gut ein selbstbestimmtes Leben führt er das muss man ihm lassen und wahrscheinlich ist das auch der größte Vorzug von großen Vermögen. Erkenn ich an mir selber, mittlerweile mach ich bei weitem nicht mehr jeden Blödsinn mit den der Chef im Kopf hat (Rebell) einfach weil ich weiß wenn er mich kündigen sollte dann macht mir das gar nichts mehr aus im Sinne von Existenzängsten oder ähnlichem.
Ansonsten Danke für die Ausführungen Siduva erkenn mich da durchaus auch wieder evtl. in etwas abgespeckter Version aber solange du Zufrieden bist ist alles Top so wie du es machst. Viel Glück weiterhin.
Hallo @mbg5
ist nicht mein Thread aber ich sehe zwei Punkte anders als Du.
1.
Für mich ist "Geiz" ein Handeln, dass einem selbst oder anderen deutliche Nachteile bringt obwohl man dieses Ergebnis finanziell überhaupt nicht machen müsste.
Ein Beispiel wäre z.B. eine nährstoffarme und damit selbstschädigende Ernährung nur weil sie billiger ist obwohl man genug Geld für gesundes Essen hat.
Beim Verhalten mit anderen wäre ein Beispiel für mich z.B. das dauernde Suchen nach eigenen finanziellen Vorteilen zum Schaden der anderen in der Gruppe.
Dinge wie gebrauchte Gegenstände zu kaufen die ähnlich gut funktionieren, fällt bei mir nicht darunter.
Meine Tochter iiebt zum Beispiel Kleidung von (für mich überteuerten) Luxusmarken (200 Euro Jeans oder 500 Euro Jacken). Ich sehe überhaupt nicht ein, dass zu bezahlen (nicht nur wegen des Geldes sondern auch für Ihr eigenes zukünftiges Anspruchdenken).
Als Lösung findet Sie diese Kleidung fast neuwertig selbst auf Kleinanzeigen für einen Bruchteil des Neupreises und das ist dann ein akzeptabler Kompromiss für alle. Ich sehe auch nicht, dass Kleidung heute weniger lange hält. Ich habe Pullover von Columbia seit über 10 Jahren oder meine 13 Euro Baumwoll Poloshirts von H&M halten geschätzte 200 Waschmaschinengänge aus.
Laptops, Fahrräder, PKW haben wir auch alle gebraucht gekauft.
Zweiter Punkt ist, dass ich nicht denke, dass 2 Millionen Euro Reichtum bedeuten, den man "nie mehr Ausgeben kann".
Bei einer langfristig sicheren Entnahmerate (z.B. 3,3%) bedeuten 2 Millionen Vermögen nach 25% Steuern in Deutschland gerade mal 4.000 Euro netto im Monat und davon müssen Menschen vor der Rente noch die komplette Krankenversicherung (inkl. Arbeitgeberanteil) bezahlen. Das heißt gut 3.000 netto plus bezahlter GKV.
Es ist also nicht mehr Cashflow als bei einem netten Angestelltenverhältnis und als weiteren Nachteil baut man dabei keine Rentenpunkte auf.
Kapitaverzehr ist im mittleren Lebensabschnitt sehr riskant und der große Feind dabei ist generell die Inflation. Es gibt in unserem System keine risikolose Vermögensaufbewahrung ohne Inflation.
Das heißt zwei Millionen Vermögen sind ohne weitere Einkommensströme langfristig nicht mehr als ein ganz normales Mittelklasse-Leben für einen Single in Deutschland.
Im hinteren Lebensabschnitt mit gesetzlicher Rente (oder einige Jahre davor) sieht es dann etwas anders aus, da dann Krankenkasse inkludiert ist, die GRV einen weiteren Einkommensstrom liefert und etwas Kapitalverzehr ok.
Schönen Tag
Ich bin auch aus dem Team reparieren. Leider technisch total unbegabt, dafür kann ich mittlerweile sehr gut Wollpullover stopfen. Ich nähe auch andere Kleidung wieder passend, wenn es geht, und pflege meine Schuhe (zB neue Absätze, regelmäßige Lederpflege). Ich verstehe den Gedankengang, dass Bekleidung heutzutage qualitativ minderwertig ist. Das stimmt zum Großteil, egal ob im Billig- oder Luxussegment! es ist aber durchaus möglich, qualitativ hochwertige Bekleidung zu finden, und es ist nicht zwingend eine Frage des Preises oder der Marke.
ich lasse auch mein Auto reparieren und andere technische Geräte bis zur Grenze des „wirtschaftlichen Totalschadens“. Ich kaufe vieles gebraucht, zum Beispiel Bücher, Laptop (da muss man doch auch nicht lange suchen, man geht auf einschlägige Seiten wie Momox oder rebuy) und ganz besonders viel kaufe ich gebraucht für mein Pferd, also auch Sportausrüstung wie die vorherigen Schreiber. Die Ausrüstung schon „nur“ in mittlerer Qualität ist recht teuer. Gerne kaufe ich neuwertige Sachen für den halben Neupreis, überwiegend über Kleinanzeigen. Natürlich bedeutet die Suche Zeitaufwand, die Ersparnis, die ich dadurch generiere, müsste ich aber auch erst verdienen!
Ausgedientes gebe ich ebenfalls weiter, um einen Taler einzunehmen, aber auch um es nicht wegwerfen zu müssen.
Ich mache das aus finanziellen Gründen, aber auch aus Gründen der Nachhaltigkeit, wegen des Respekts vor dem Herstellungsprozess. Zum Beispiel habe ich für mein Pferd eine Sattelunterlage mit Lammfell, Neupreis 250€, gebraucht neuwertig 150€. Der Respekt vor dem Lamm (wahrscheinlich mehreren) gebietet es, sorgfältig damit umzugehen. Ich bürste das Teil nahezu täglich aus und wasche es regelmäßig, das ist eine ziemliche Prozedur, da ich vorher und nachher aus Respekt vor der Waschmaschine und meinen weiteren Klamotten sehr viel mit dem Staubsauger herumhantiere. Und natürlich habe ich keine Lust, solche teuren Sachen mehrfach anzuschaffen, nur weil ich sie verranzen lasse.
ein weiterer Vorteil vom Second Hand-Kauf: man hängt nicht so an den Gegenständen. Soll wohl ein psychologisches Phänomen sein, habe ich mal in einem Minimalismus-Podcast gehört. Das Motto „Der Gewinn liegt im Einkauf“ greift auch bei Verlust. Ich verkaufe jedenfalls ohne mit der Wimper zu zucken 2nd hand-Sachen weiter, wenn sie nicht (mehr) passen, gefallen etc. Das fällt mir sehr schwer wenn ich etwas zum Neupreis im Laden gekauft habe. Ich ärgere mich schon lange (und das täglich) über meinen Reithelm und die Trense meines Pferdes, die ich im local store und weil es schnell benötigt wurde, kaufte. Bei einem Verkauf würde ich nur Miese machen (und muss ohnehin neu kaufen), also ärgere ich mich lieber. Wären diese Sachen günstiger gewesen, würden sie schon längst weg sein.
Generell versuche ich das (für mich) beste Preis-Leistungsverhältnis vor einem Kauf herauszufinden, das kostet immer Zeit. Nur jemand mit unendlichen finanziellen Ressourcen kann sich sofort das Objekt der Begierde kaufen und bei Nichtgefallen abstoßen (aber auch darum muss man sich kümmern). Ich finde nicht, dass das Abwägen mit dem Vermögen in Korrelation steht, sondern mit Ratio.
@Siduva herzlichen Glückwunsch zu ALLEM. Dein Bericht klingt überaus zufrieden, das ist das Wichtigste. Die Zahlen sind doch zweitrangig. Ich lese diesen Thread sehr gerne, nicht zuletzt wegen deiner Bodenständigkeit!
Zu 1: Gefällt mir die Definition von Geiz. Luxuskleidung ist evtl. wieder ne andere Baustelle da die von den Besitzern tatsächlich tw. gar nicht getragen wurden von daher das Beispiel lass ich mir eingehen. Qualitativ finde ich schon das vieles nachgelassen hat. Jeans (mit Stretchanteil) die nach 2 Jahren im Geldbörsenbereich aufreissen sind Standard, Baumwollshirts die sich passformmäßig weiten finde ich auch aber da hat wohl jeder andere Erfahrungen gemacht insgesamt ist der Trend "Hauptsache die Garantiezeit überstehen" auch bei vielen Techniksachen nicht wegzudisutieren (Stichwort geplante obsoleszenz)
zu 2: "Das heißt zwei Millionen Vermögen sind ohne weitere Einkommensströme langfristig nicht mehr als ein ganz normales Mittelklasse-Leben für einen Single in Deutschland" .da stimme ich gar nicht überein. Wer 2 Mio. Vermögen selbst erarbeitet hat (insbesondere durch aktienbasierten Vermögensaufbau) der wird sich nicht mehr so dumm anstellen können das das Geld nicht reicht. Die self withdrawal rate von 3,3% ist mir bekannt, beschreibt aber den Worst Case sprich 60 Jahre Kapitalverzehr 100% Wahrscheinlichkeit das es reicht. Finde ich erstens nicht zielführend da wirklich alle Szenarien gegen einen sprechen müssen (+keinerlei Reaktion darauf z.B. könnte man ja auch nochmals 5 Jahre nen Teilzeitjob annehmen bezüglich Krankenversicherung). Aber selbst wenn nicht bedeutet das konkret 3,3% von 2Mio-->66000€ (-11000€ Steuerfreibetrag)=55000€ zu versteuerndes Einkommen (Steuersatz darauf 20% und nicht Kapsteuer von 25-->11000€ Steuer), Krankenversicherung 17% auf 55000€ macht 9350€--> insgesamt zur Verfügung stehendes dauerhaftes Nettoeinkommen von >45000€. Sorry aber das reicht wirklich jedem zu Leben insbesondere wenn er gerne noch an Technik rumschraubt oder gerne gebrauchte Sachen kauft. Also von Mittelstand würde ich da jetzt nicht mehr sprechen (Median Nettoeinkommen für einen Single liegt bei 2250€ mtl).
Aber im Endeffekt beweist das ja iwi auch nur das jeder von uns auf Sicherheit bedacht ist und diese Unsicherheit aber eher noch höhe einschätzt als sie ist. Mit 2 Mio vernünftig angelegt läuft für einen Single in Deutschland für das restliche Leben selbst wenn es noch >60J dauern sollte nichts schief ist zumindest meine Meinung
Insgesamt aber eine interessante Diskussion. Sorry Siduva das wir jetzt hier deinen Threat "benutzt" haben. Ich gelobe Besserung. Wäre evtl. ein übergeordnetes Thema für eine breite Diskussion "ab wann ist genug Vermögen aufgebaut"
Danke ebenfalls für die Diskussion @mbg5!
Mit der Alternativbesteuerung hast Du Recht, sind damit 3.700 Netto pro Monat, danke.
Als Selbstreflexion hat sich bei mir und meiner Familie über die Jahre und mit gestiegenem Vermögen und Lebensalter auch Livestyle Inflation bemerkbar gemacht plus alle Ausgaben meistens mal 4 aktuell.
Schönen Tag!
